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John Sinclair – Die Teufelsuhr (Folge 45)

Kreisch! Die Großvateruhr ist des Teufels!

Um 1908 beerdigen die Männer des Dorfes Miltonbury drei Kinder und einen Mann in ungeweihter Erde unter eine Eiche, die hinter einem Herrenhaus liegt. Die Zeit deckte den Mantel des Vergessens über den seltsamen Vorgang. Bald weiß niemand mehr von der Lage der Gräber, doch die Familie des Bürgermeisters wahrt das Geheimnis ihrer Existenz. 2008: Hundert Jahre später zeigt sich, dass der Fluch auf dem herrenhaus, dem die Dörfler nur munkelten, existiert und seine ersten blutigen Opfer fordert – die Kinder und der Mann kehren zurück, gerufen von einer Teufelsuhr im Haus…

Die Story erschien erstmals als Band 155 der Bastei-Romanserie.

_Der Autor_

Der unter dem Pseudonym „Jason Dark“ arbeitende deutsche Autor Helmut Rellergerd ist der Schöpfer des Geisterjägers John Sinclair. Am 13. Juli 1973 – also vor 32 Jahren – eröffnete der Roman „Die Nacht des Hexers“ die neue Romanheft-Gruselserie „Gespenster-Krimi“ aus dem Hause Bastei. Inzwischen sind über 1700 John-Sinclair-Romane erschienen, die Gesamtauflage der Serie beträgt laut Verlag über 250 Millionen Exemplare.

_Die Inszenierung_

Frank Glaubrecht spricht den Geisterjäger himself und ist die deutsche Stimme von Al Pacino, Christopher Walken, Kevin Kostner, Jeremy Irons, Pierce Brosnan und vielen mehr.
Jane Collins: Franziska Pigulla, die deutsche Stimme von Gillian „Scully“ Anderson
Suko: Martin May
Nadine Berger: Elisabeth Günther (Liv Tyler)
Don Mitchell: Dietmar Wunder (Cuba Gooding jr., Adam Sandler, Daniel Graig)
Marion Mitchell: Manja Doering (Reese Witherspoon, Natalie Portman)
Patrick Kiboran: Ernst August Schepmann
Mr. Crawford: Philipp Schepmann
Pfarrer: Hans-Jürgen Wolf (Chazz Palminteri, Hugo ‚Agent Smith‘ Weaving)
George Wood: Lutz Mackensy (Al Pacino, Christopher Lloyd)
Mr. Scott: Wolfgang Ziffer (‚Johnny 5‘, C-3PO)
Harry Kiboran: Helmut Krauss (Marlon Brando, James Earl Jones)
Rick Holloway: Udo Schenk (Ray Liotta, Ralph Fiennes, Gary Oldman, Kevin Bacon …)

Und viele weitere, u. a. für die Kinderstimmen.

Der Produzent ist Oliver Döring, Jahrgang 1969, der seit 1992 ein gefragter Allrounder in der Medienbranche ist. „Als Autor, Regisseur und Produzent der John-Sinclair-Hörspiele hat er neue Maßstäbe in der Audio-Unterhaltung gesetzt und ‚Breitwandkino für den Kopf‘ geschaffen“, behauptet der Verlag. Immerhin: Dörings preisgekröntes Sinclair-Spezial-Hörspiel [„Der Anfang“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1818 hielt sich nach Verlagsangaben wochenlang in den deutschen Charts.

Buch und Regie: Oliver Döring
Regieassistenz: Patrick Simon
Hörspielmusik: Christian Hagitte, Simon Bertling, Florian Göbels
Tontechnik: Arne Denneler
Produktion: Alex Stelkens (|WortArt|) und Marc Sieper (|Lübbe Audio|)

_Handlung_

Anno 1908 beklagen die führenden Bürger der walisischen Stadt Miltonbury das Verschwinden dreier Kinder: Shelley Tucker, Phil Russell und nun auch Josh Whitaker. Es gehe bereits das Gerücht um, der Teufel treibe sein Unwesen, erfährt Lehrer Crawford vom Pfarrer, und dass ein Fluch auf der Stadt liege. Der Pfarrer verweist auf das verdächtige Fernbleiben von Rick Holloway beim Gottesdienst. Holloway ist der Verwalter jenes abgelegenen Herrenhauses, das einem Geschäftsmann in London gehört und direkt an den Klippen der Küste liegt. Die Männer, die der Pfarrer zusammengerufen hat, beschließen, dem Haus einen Besuch abzustatten.

In einem Gewitter brechen sie in das Haus ein, denn Holloway ist offenbar in seiner eigenen Hütte. In der Eingangshalle stoßen sie auf wertvolle Kunstobjekte, doch dann entdecken sie eine Tür, die zu einer Kellertreppe führt. An der Wand des Kellers stehen drei Särge, aus denen Modergeruch emporsteigt. Crawford bringt den Mut auf, einen der Särge zu öffnen …

|Hundert Jahre später.|

Vier Gräber befinden sich unter der Eiche unweit des Herrenhauses, drei für die Kinder und eines für Rick Holloway, den George Wood seinerzeit erschoss. Sie sind in ungeweihter, unheiliger Erde bestattet, und nun ist es an der Zeit, dass der Fluch, der auf ihnen liegt, sich erfüllt.

Nadine Berger will sich hier mit Don Mitchell verloben, der das Haus geerbt hat, und hat ihren alten Freund John Sinclair von Scotland Yard eingeladen, mit ihr zu feiern. Auf der Fahrt hilft er Marion Matchell, Dons Schwester, aus dem Straßengraben, in dem sie wegen überhöhter Geschwindigkeit gelandet ist. Sie ist offenbar dem Kiffen und Koksen nicht abgeneigt. Der Empfang ist herzlich, doch Nadine ist nervös. Etwas hat sie erschreckt, merkt Sinclair, und befragt sie. Sie hat Angst vor einem bestimmten Zimmer im Obergeschoss. Dort spuke es, denn sie höre unsichtbare Kinder lachen.

Der Bürgermeister erzählt Sinclair gerade von den drei toten Kindern und Rick Holloway, als ein markerschütternder Schrei die festliche Gesellschaft irritiert. Sinclair erblickt die blutüberströmte Marion, neben ihr ein erstickt gurgelnder junger Mann, offenbar ihr Galan. Sinclair eilt sofort zum Ort dieser Szene im Obergeschoss, kann aber nur noch den Tod des Mannes feststellen. Er bringt die völlig hysterische Marion wieder zur Besinnung und versucht von ihr zu erfahren, was geschehen ist. Sie hat eine kleine Gestalt mit einer Kapuze gesehen, die mit einem Messer auf Freddie einstach. Dessen Blut befindet sich auf Marions Kleidern. Aber wo ist das Kind jetzt? Verschwunden.

Nadine Berger zeigt Sinclair die bemerkenswerte Standuhr, die im Mordzimmer steht und deren Ticken ihr neulich so auf die Nerven ging. Ihr Verlobter Don meint, es handle sich um ein sehr altes Erbstück. Als Sinclair sein geweihtes Kreuz daran hält, reagiert die Uhr funkensprühend: Sie ist offenbar schwarzmagisch aufgeladen. Sinclair will nur seinen Werkzeugkoffer mit magischen Objekten aus dem Auto holen, als er unter der Eiche einen Schatten erblickt – ein lachendes Kind. Ein Schlag trifft ihn von hinten, und er fällt in Bewusstlosigkeit.

Als er daraus wieder erwacht, merkt er, dass ihn die Gestalt eines gespenstischen Mannes zu den Klippen schleift, um ihn auf die Felsen hinabzuschleudern …

_Mein Eindruck_

Diese Folge der umfangreichen Serie ist so etwas wie ein Solitär. Hier treten weder Dämonen noch Teufelstöchter noch irgendwelche Angehörigen der Mord-Liga (erst wieder in Folge 46) auf. Vielmehr könnte die Folge ohne größere Änderungen an praktisch jeder Stelle der Reihe stehen. Es handelt sich um eine klassische Horrorgeschichte, die den erprobten ungeschriebenen Gesetzen des Genres gehorcht. Meinen Respekt für den Autor.

Zunächst wird der Grundstein für den Fluch der Vergangenheit gelegt. Warum der Fluch ausgerechnet hundert Jahre braucht, bis er wirksam wird, wird natürlich mit keiner Silbe begründet. Solche haarspalterische Logik liegt dem Horror fern. Jedenfalls befördern die braven Bürger Miltonburys den vom Teufel besessenen Übeltäter vom Leben zum Tode und sorgen für vier Begräbnisse in unheiliger Erde.

Das ist wichtig, denn gemäß dem Volksglauben können die Seelen nun nicht dorthin gehen, wohin sie eigentlich gehören. Sie schmoren sozusagen in der Vorhölle bzw. im Fegefeuer und sind entsprechend mies drauf, als sie wieder zurückkehren können. Dass auch die drei unschuldigen Opfer Rick Holloways kein astreines Begräbnis erhalten, liegt ebenfalls an Holloway: Er hat den Pfarrer erschossen. Manchmal kommt eben zum fehlenden Glück auch noch das Pech hinzu (um mal einen deutschen Fußballer zu zitieren).

Das Böse lauert immer und überall, diesmal in der Großvateruhr, deren Herkunft als Erbstück nicht erklärt wird. Darin wohnt jedoch der Teufel. Na ja, er könnte überall wohnen, sogar in einem Schuhlöffel, warum also nicht in einer simplen Standuhr? Sie hat zudem den Vorzug, um Mitternacht zu schlagen und die Dämonen loszulassen, die die braven Bürger von Miltonbury in Angst und Schrecken versetzen. Natürlich glaubt außerhalb Miltonburys niemand, der noch bei Trost ist, an solchen Unsinn. Das belegt Don Mitchell, ein Zweifler par excellence, wie ihn sich der Teufel nur wünschen kann.

Selbstredend lauert das Böse nur darauf, dass eine Sünde begangen wird, um sich der armen Seele des sündigen Tropfes bemächtigen zu können. Schon mit der Ankunft der zügel- und hemmungslosen Marion Mitchell – sie versucht ausgerechnet den Cop John Sinclair zum Koksen zu verführen – schwant dem Hörer Übles, und es dauert denn auch nicht lange, bis der Sünden-Fall eintritt, ein Schrei ertönt und das erste Blut fließt. Den armen Freddie hat’s diesmal erwischt. Kein Wunder, dass Marion der Verstand flöten geht und sie reif für die Klapse ist.

Doch wie vertreibt man einen Teufel aus seinem angestammten Domizil, zumal, wenn er vier Helferdämonen hat, die ihm zuarbeiten? Es kommt also endlich zum ersehnten Showdown. Mehr soll nicht verraten werden, außer dass sowohl Rick Holloway als auch die drei Horrorkinder sich als sehr untot erweisen und nur mit Mühe an ihren endgültigen Bestimmungsort geschickt werden können. Wie es das Genre verlangt, wurde der Fluch beendet und die Ursache des Übels beseitigt.

The spoils to the victor – der Lohn des Kampfes winkt dem Sieger. Und John Sinclair bekommt das Mädchen. Sie heißt Nadine Berger. Bemerkenswerterweise scheint er auf Entzug zu sein, was sein Liebesleben angeht (Jane liegt im Krankenhaus), und so akzeptiert er dankbar, was sie ihm anzubieten hat (womöglich die Äpfelchen des Paradieses).

_Die Inszenierung_

|Die Sprecher|

Die Macher der „Geisterjäger“-Hörspiele suchen ihren Vorteil im zunehmend schärfer werdenden Wettbewerb der Hörbuchproduktionen offensichtlich darin, dass sie dem Zuhörer nicht nur spannende Gruselunterhaltung bieten, sondern ihm dabei auch noch das Gefühl geben, in einem Film voller Hollywoodstars zu sitzen. Allerdings darf sich niemand auf vergangenen Lorbeeren ausruhen: bloßes Namedropping zieht nicht, und So-tun-als-ob ebenfalls nicht.

Die Sprecher, die vom Starruhm der synchronisierten Vorbilder zehren, müssen selbst ebenfalls ihre erworbenen Sprechfähigkeiten in die Waagschale werfen. Zum Glück erledigen Pigulla (diesmal aus dem Off), Kerzel, Glaubrecht und Co. dies in hervorragender und glaubwürdiger Weise. Statt gewisse Anfänger zu engagieren, die mangels Erfahrung bei den zahlreichen emotionalen Szenen unter- oder übertreiben könnten, beruht der Erfolg dieser Hörspielreihe ganz wesentlich darauf, dass hier zumeist langjährige Profis mit schlafwandlerischer Sicherheit ihre Sätze vorzutragen wissen.

Übertriebene Ausdrucksweisen heben die Figuren in den Bereich von Games- und Comicfiguren. Das kann bei jugendlichen Hörern ein Vorteil sein. Die Figuren schreien wütend, fauchen hasserfüllt oder lachen hämisch. Diesmal sind die Lacher allerdings eher auf Seiten Rick Holloways, und die Opfer wälzen sich unter Kreischen und Gurgeln von der Bühne. Auftritt John Sinclair als spiritus rector und Inkarnation von Güte und Vernunft. Allerdings hängt er schon bald am Rande einer Klippe – Mitbibbern ist angesagt!

|Geräusche|

Die Geräusche sind genau die gleichen, wie man sie in einem halbwegs realistischen Genre-Spielfilm erwarten würde, und die Geräuschkulisse wird in manchen Schlüsselszenen recht stimmungsvoll aufgebaut. Diesmal herrschen die Geräusche vor, die man im Umfeld von Herrenhäusern zu hören erwartet, sei es drinnen oder draußen: erst Gelächter, dann Gekreisch, und hin und wieder eine tickende Uhr – memento mori. Die Geräuschkulisse ist erstaunlich realistisch, wirkt aber nie überladen, sondern stets erscheinen die Geräusche als notwendig. Ein Markenzeichen der Serie sind Schüsse und Funkdurchsagen. Von beidem gibt es stets jede Menge.

|Musik|

Die Musik gibt ziemlich genau die vorherrschende Stimmung einer Szene wieder und leitet in den kurzen Pausen bzw. Übergängen gleich zur nächsten Szene über. Sie wurde von einem Orchester eingespielt, und so entsteht der Eindruck, die Begleitmusik zu einem alten Hollywood- oder British-Horror-Movie zu hören. Stets gibt sie sehr genau die vorherrschende Stimmung einer Szene wieder und ist mit einem klassischem Instrumentarium produziert. Mit einer einzigen Ausnahme: Die Titelmelodie der Serie erschallt in einem hämmernden Rock-Rhythmus aus den Lautsprecherboxen. Sehr sympathisch.

Musik, Geräusche und Stimmen wurde so fein aufeinander abgestimmt, dass sie zu einer Einheit verschmelzen. Dabei stehen die Dialoge natürlich immer im Vordergrund, damit der Hörer jede Silbe genau hören kann. An keiner Stelle wird der Dialog irgendwie verdeckt.

|Das Booklet|

… enthält im Innenteil Angaben über die zahlreichen Sprecher und die Macher. Der Verlag empfiehlt sein Werk ab 16 Jahren.

_Unterm Strich_

Die professionelle Inszenierung, die filmreife Musik und Stimmen von Hollywoodstars einsetzt, bietet dem Hörer ein akustisches Kinoerlebnis. Dabei kommt aber die Action nie zu kurz, auch nicht die Romantik. Nadine Berger wendet sich furchterfüllt an den Retter John Sinclair, der die bösen Dämonen vertreiben wird, oder etwa nicht?

Die Polizei ist dein Freund und Helfer, und zwar auch im Bereich des Übernatürlichen. Das hat den Vorzug, nicht immer logisch sein müssen. Warum erfüllt sich der Fluch erst nach exakt hundert Jahren? Warum sitzt der Teufel in einer Standuhr? Warum tragen die Kinder mit den Messern – sie erinnern an [„Wenn die Gondeln Trauer tragen“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4438 – die Ziegenfratze, die Satan nur auf uralten Darstellungen präsentiert? Warum können nur die Erzengel Beistand leisten, nicht aber simple Projektilwaffen – weil die Angreifer untot sind. Wenigstens eine Antwort kenne ich.

Darf ich mir jetzt auf die Schulter klopfen? Man darf eine Horrorserie, die sich selbst nicht ganz ernst nimmt, auch nicht als ernst gemeint beurteilen, sonst wäre man entweder ein Beckmesser oder ein Narr. Ich hoffe, weder das eine noch das andere zu sein.

Auch jungen Menschen, die sich einfach nur für gruselige Audiokost interessieren, die gut gemacht ist, lässt sich das Hörspiel empfehlen. Es ist leicht verständlich, wirkungsvoll inszeniert und die Stimmen der Hollywoodstars vermitteln das richtige Kino-Feeling. Die Action kommt niemals zu kurz, was die Game-Freunde doch einigermaßen zufriedenstellen sollte.

55 Minuten auf 1 CD
ISBN-13: 978-3-7857-3370-7
http://www.sinclairhoerspiele.de
http://www.luebbe-audio.de
http://www.wortart.de

John Sinclair – Ninja-Rache (Teil 2 von 2, Folge 148)

Die Handlung:

In der Hostessenbar der Mama-san Reika Hasegawa waren Suko und ich dem „Club der Weißen Tauben“ in die Falle gegangen! Seine Anführerin Amenouzume hetzte uns ihre seelenlosen Tengus auf den Hals, damit ihr Verbündeter, der Ninja-Dämon Shimada, freie Bahn hatte – für den letzten Kampf gegen unsere Freunde Shao und Yakup Yalcinkaya! (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Diesmal hat sich der Verlag an die Hörspielumsetzung des Taschenbuchs mit der Nummer
121 gemacht, das erstmalig am 9. April 1991 am gut sortierten Bahnhofskiosk oder manchmal auch in einer Buchhandlung zu bekommen war.

John Sinclair – Ninja-Rache (Teil 2 von 2, Folge 148) weiterlesen

Dark, Jason; Döring, Oliver – John Sinclair – Im Jenseits verurteilt (Folge 57, Hörspiel)

_Perfide: Entführung ins Labyrinth der Angst_

„Geisterjäger“ John Sinclair ist Oberinspektor in einer Sonderabteilung von Scotland Yard, die sich mit übersinnlichen Fällen befasst. Sinclair wird von einem Kreuz beschützt und gewarnt, das vom Propheten Hesekiel selbst stammt. Zur doppelten Sicherheit trägt er auch eine Beretta-Pistole mit sich, die mit Silberkugeln geladen ist. Werwölfe und ähnliches Gelichter mögen so etwas gar nicht. Heißt es.

Folge Nr. 57 entspricht dem Band 197 der Bastei-Romanserie und wird in Folge 58 abgeschlossen.

Die Hörspiele dieser Reihe sind Vertonungen der gleichnamigen Bastei-Heftserie. Mit der Folge 50 feierte die Hörspielreihe ein Jubiläum. Der Verlag empfiehlt sein Werk ab einem Alter von 16 Jahren.

_Handlung_

|PROLOG|

Kara ist zusammen mit dem Zauberer Myxin in die Schattenwelt der Vorhölle eingedrungen und hat sich einen der dort hausenden Dämonen geschnappt. Sie schüttelt und würgt das bedauernswerte Wesen, bis es herausrückt, was sie wissen will: Er diene dem Spuk, der sich mit Asmodina, der Tochter Satans, zusammengetan habe, um den Fürsten der Hölle zu stürzen. Eine große Schlacht werde vorbereitet, doch noch seien paar Vorbereitungen zu treffen. So etwa warte man auf die Ankunft von Morasso, dem Anführer der Mord-Liga, und dem Spuk helfen soll. Morasso wiederum habe einen Helfer, einen Menschen. Und sie hätten es wiederum auf den Sohn des Lichts abgesehen. Der Dämon hat seine Schuldigkeit getan: er explodiert. Kara und Myxin müssen sich beeilen, um John Sinclair, besagten Sohn des Lichts zu warnen. Er könnte zwischen die Fronten geraten …

|Haupthandlung|

John Sinclairs Sekretärin Glenda Perkins wird aus einem Londoner Ladengeschäft entführt und in einen finsteren Keller gebracht, wo sie sich ausziehen soll. Sie befürchtet bereits, vergewaltigt zu werden, als ihr Retter naht: Rick Hunter. Er macht den Finsterling u8nschädlich und bringt Glenda hier raus. Sie bemerkt nicht, dass er verwundet ist und schwarzen Sirup blutet …

John Sinclair hat bemerkt, dass Glenda verschwunden ist. Ihr Entführer ist Bonzo, ein Handlanger von Logan Costello. Als Sir Powell den Londoner Gangster zu sich zitiert, meint Costello, Bonzo habe sich aus seiner Organisation ausgeklinkt. Powell droht, Morasso zu benachrichtigen, was Costello gleich ins Schwitzen bringt. Binnen einer halben Stunde liefert Costello den Namen des Mittelsmannes, dessen Auftraggeber Bonzo auf Glenda gehetzt haben: Rick Hunter.

John Sinclair konsultiert Kara und Myxin, um sich mit ihnen über die Hintergründe der Ereignisse zu beraten. Glenda ist unerreichbar, was John besorgt werden lässt. Als Kara ihm von Rick Hunter erzählen, wächst seine Besorgnis noch: Hunter arbeitet für den Spuk, der in der Hölle haust. John und Kara können Hunter nur dann herbeibeschwören, wenn er bereit ist, etwas dafür zu geben. John bietet einen geweihten silbernen Nagel.

Mit ihrem goldenen Schwert öffnet Kara das Tor der Dimensionen und ruck, zuck sind die drei in einer alten, von Damona entweihten Kapelle, die mit satanistischen Symbolen geschmückt ist. Hier zieht Kara einen Schutzkreis, den keiner der drei verlassen darf, will er sich nicht der Hölle preisgeben. Dann beschwört sie Rick Hunter herbei, den Wanderer zwischen den Welten …

Unterdessen ist Johns Freundin Jane Collins, die Reporterin, auf einer heißen Fährte. Sie ist einem Ring von Betrügern aus der Geldwäscherszene auf die Spur gekommen. Die Briefkastenfirma Scotts Enterprises entpuppt sich als Tarnfirma von Logan Costello und bezieht Geld von Morasso. Dies zumindest beteuert ihr Gewährsmann Rick Hunter. Als er ihr zu schnell und zu stur fährt, verlangt sie, er solle anhalten. Doch statt zu gehorchen rast er in eine Sackgasse und direkt in eine Mauer, genau wie mit Glenda Perkins. Rick lacht, als die Mauer verschwindet – und sich dahinter die Hölle auftut …

_Mein Eindruck_

Man kann nicht behaupten, dass diese Doppelfolge simpel gestrickt wäre. Gleich drei Handlungsstränge sind zu verfolgen, erst der von Glenda Perkins, dann der von John Sinclair und schließlich der von Jane Collins. Das sorgt für jede Menge Abwechslung und für eine spannende Szene nach der anderen. Glenda steht kurz vor ihrer Vergewaltigung, wie es scheint, wird aber gerettet. Ebenfalls für ordentlichen Thrill sorgen ihre unheimlichen und gruseligen Abenteuer im Labyrinth der Angst, das der Spuk gebaut hat, um sich an der Angst seiner Opfer zu laben. Hier hausen menschenfressende Dämonen, und Glenda hat, ebenso wie später Jane Collins, nichts zu lachen.

Der Hintergrund des Geschehens wird gleich im Prolog erklärt: Asmodina und der mysteriöse Spuk schicken sich an, Satan vom Thron zu stoßen – gar nicht nett vom lieben Töchterlein, oder? Der Spuk ist eine mir neue Gestalt im Universum des John Sinclair. Dass er so übel ist wie Asmodina und Morasso, zeigt sich schon bald am Schicksal von Glenda und Jane. Mit Rick Hunter gebietet er über einen halb menschlichen Diener, der ihm seine Opfer herbeischafft.

Natürlich haben alle es auf John Sinclair abgesehen. Doch wird sich John in die aufgestellte Falle locken lassen, um Glenda und Jane zu retten? Das soll hier nicht verraten werden. Zumindest macht es ihm Asmodina äußerst schwer, die Nerven zu behalten, als sie ihm seinen Verrat an der verstorbenen Nadine Berger vorwirft. Wegen Nadine, seiner heimlichen Liebe, hat John immer noch schwere Schuldgefühle – ein Schwachpunkt, denn die Kreaturen der Hölle stets auszunutzen wissen. So auch diesmal …

_Der Autor_

Der unter dem Pseudonym „Jason Dark“ arbeitende deutsche Autor Helmut Rellergerd ist der Schöpfer des Geisterjägers John Sinclair. Am 13. Juli 1973 – also vor 37 Jahren – eröffnete der Roman „Die Nacht des Hexers“ die neue Romanheft-Gruselserie „Gespenster-Krimi“ aus dem Hause Bastei. Inzwischen sind über 1700 „John Sinclair“-Romane erschienen, die Gesamtauflage der Serie beträgt laut Verlag über 250 Millionen Exemplare.

_Der Produzent_

Oliver Döring, Jahrgang 1969, der seit 1992 ein gefragter Allrounder in der Medienbranche ist. „Als Autor, Regisseur und Produzent der ‚John Sinclair‘-Hörspiele hat er neue Maßstäbe in der Audio-Unterhaltung gesetzt und ‚Breitwandkino für den Kopf‘ geschaffen“, behauptet der Verlag. Immerhin: Dörings preisgekröntes Sinclair-Spezial-Hörspiel „Der Anfang“ hielt sich nach Verlagsangaben wochenlang in den deutschen Charts.

Buch und Regie: Oliver Döring
Realisation: Patrick Simon
Tontechnik und Schnitt: ear2brain productions
Hörspielmusik: Christian Hagitte, Simon Bertling, Florian Göbels
Produktion: Alex Stelkens (WortArt) und Marc Sieper (Lübbe Audio)

Mehr Infos gibt es unter: [www.sinclair-hoerspiele.de]http:// www.sinclair-hoerspiele.de
und [www.wortart.de]http:// www.wortart.de (ohne Gewähr)

_Die Sprecher/Die Inszenierung_

Frank Glaubrecht spricht den Geisterjäger himself und ist die deutsche Stimme von Al Pacino.
Joachim Kerzel, die deutsche Stimme von Jack Nicholson und Dustin Hoffman, spricht den Erzähler.
Suko: Martin May
Jane Collins: Franziska Pigulla
Sir James Powell: Karlheinz Tafel
Glenda Perkins: Ilya Welter
Sheila Collins: Daniela Hoffmann (Stimme von Julia Roberts)
Myxin: Eberhard Prüter
Kara: Susanna Bonaséwicz
Asmodina: Martina Treger
Spuk: Boris Tessmann
Maddox: Walter Gontermann
Rick Hunter: Philipp Schepmann
Logan Costello: Bernd Vollbrecht
Bonzo Pagonetta: Raimund Krone
Ansage: Fred Bogner

Die Macher der „Geisterjäger“-Hörspiele suchen ihren Vorteil im zunehmend schärfer werdenden Wettbewerb der Hörbuchproduktionen offensichtlich darin, dass sie dem Zuhörer nicht nur spannende Gruselunterhaltung bieten, sondern ihm dabei auch noch das Gefühl geben, in einem Film voller Hollywoodstars zu sitzen. Allerdings darf sich niemand auf vergangenen Lorbeeren ausruhen: bloßes Namedropping zieht nicht, und So-tun-als-ob ebenfalls nicht.

Die Sprecher, die vom Starruhm der synchronisierten Vorbilder zehren, müssen selbst ebenfalls ihre erworbenen Sprechfähigkeiten in die Waagschale werfen. Zum Glück tun Pigulla, Kerzel, Glaubrecht und Co. dies in hervorragender und glaubwürdiger Weise. Statt gewisse Anfänger zu engagieren, die mangels Erfahrung bei den zahlreichen emotionalen Szenen unter- oder übertreiben könnten, beruht der Erfolg dieser Hörspielreihe ganz wesentlich darauf, dass hier zumeist langjährige Profis mit schlafwandlerischer Sicherheit ihre Sätze vorzutragen wissen.

Übertriebene Ausdrucksweisen heben die Figuren in den Bereich von Games- und Comicfiguren. Das kann bei jugendlichen Hörern ein Vorteil sein. Die Figuren schreien wütend, fauchen hasserfüllt oder lachen hämisch. Besonders unheimlich ist die Darstellung des Spuk, eines wirklich mächtigen Dämons. Leider erfahren wir rein gar nichts über seine Herkunft und Entstehung. Auch alle anderen Figuren muss der Hörer bereits kennen, um sie zuordnen zu können.

|Geräusche|

Die Geräusche sind genau die Gleichen, wie man sie in einem halbwegs realistischen Genre-Spielfilm erwarten würde, und die Geräuschkulisse wird in manchen Schlüsselszenen recht stimmungsvoll aufgebaut. Insbesondere die Szenen in der Hölle sind stilecht mit viel Hall und Donner aufgebaut. Auch ein Energiezischen kommt mal vor, und dass Schreie obligatorisch sind, versteht sich von selbst. Schließlich ist dies hier die Hölle und kein Kindergeburtstag (obwohl gestressten Eltern der Unterschied wirklich nur minimal erscheinen mag).

|Musik|

Die Musik gibt ziemlich genau die vorherrschende Stimmung einer Szene wieder und leitet in den kurzen Pausen bzw. Übergängen gleich zur nächsten Szene über. Sie wurde von einem Orchester eingespielt, und so entsteht der Eindruck, die Begleitmusik zu einem alten Hollywood- oder British-Horror-Movie zu hören.

Stets gibt die Musik genau die vorherrschende Stimmung einer Szene wieder und ist mit einem klassischem Instrumentarium produziert. Mit einer einzigen Ausnahme: Die Titelmelodie der Serie erschallt in einem hämmernden Rock-Rhythmus aus den Lautsprecherboxen. Sehr sympathisch.

Musik, Geräusche und Stimmen wurde so fein aufeinander abgestimmt, dass sie zu einer Einheit verschmelzen. Dabei stehen die Dialoge natürlich immer im Vordergrund, damit der Hörer jede Silbe genau hören kann. An keiner Stelle wird der Dialog irgendwie verdeckt.

|Booklet etc.|

… enthält im Innenteil Angaben über die zahlreichen Sprecher und die Macher. Darunter weist der Verlag auf den offiziellen JOHN-SINCLAIR-Song „CAIN – Age of Darkness“ hin, der „auf allen bekannten Musik-Downloadportalen“ zur Verfügung stehe.

_Unterm Strich_

Diese Folge ist der Auftakt zu einer komplex angelegten Doppelfolge. Nach einem Start in den Londoner Gefilden des Diesseits folgt eine schrittweise Verlagerung in die höllischen Regionen, vor allem ins Labyrinth der Angst des Spuks. Diese dämonische Figur wird in der Serie meines Wissens neu eingeführt, entbehrt aber keineswegs der höllischen Zutaten, wie etwa Grausamkeit, Hinterlist und Schadenfreude.

Glenda Perkins und Jane Collins haben nichts zu lachen und können nur hoffen, von John Sinclair gerettet zu werden. Aber kann es John mit Asmodina und dem Spuk gleichzeitig aufnehmen, fragt sich der Hörer. Die Antwort erfolgt hoffentlich in der Fortsetzung. Auch die Frage nach der Herkunft und Entstehung des Spuks wird bang erwartet, und auch die Figur des Rick Hunter gibt etliche Rätsel auf – eine weitere unvermittelt eingeführte Figur. Das lässt leider den Schluss zu, dass diese Doppelfolge vor allem für jene begierigen Leser geeignet ist, die kein Heft der Serie um John Sinclair verpasst hat.

|Das Hörspiel|

Auch jungen Menschen, die sich einfach nur für gruselige Audiokost interessieren, die gut gemacht ist, lässt sich das Hörspiel empfehlen. Es ist leicht verständlich, wirkungsvoll inszeniert und die Stimmen der Hollywoodstars vermitteln das richtige Kino-Feeling. Die Action kommt niemals zu kurz, was die Game-Freunde doch einigermaßen zufriedenstellen sollte.

|Audio-CD mit ca. 56 Minuten Spieldauer
ISBN-13: 978-3785742372|

Noch mehr von |John Sinclair| finden Sie in unserer [Rezensions-Datenbank]http://www.buchwurm.info/book/ .

Dark, Jason / Döring, Oliver – John Sinclair – Das Elixier des Teufels (Folge 44)

_Mordliga: Jane Collins muss sterben!_

Angriff der Mordliga, Teil 1: [„Ich flog in die Todeswolke“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5008

Brutale Gangster überfallen John und rauben seinen Einsatzkoffer. Er verfolgt die Diebe bis an Bord einer startklaren Boeing. Doch in der Luft nähert sich dem Flugzeug plötzlich ein unerklärlicher Nebel. Bald wird Sinclair klar, dass dies nur der Auftakt für ein neues Spiel der Mordliga ist: Solo Morasso hat sich mit der teuflischen Asmodina verbündet. Sie wollen nur eines: Sinclair ausschalten. (abgewandelte Verlagsinfo)

Solo Morasso ist ein Mensch-Dämon, und in seinem Reich hat man nichts zu lachen. Heulen und Zähneklappern sind angesagt. Morasso mustert seine fähigsten Diener und hat die Mordliga zusammengerufen. Doch einer fehlt. Morasso ist nicht amüsiert.

Dies ist der Schluss einer zweiteiligen Folge. Diese Folge entspricht Band 148 der |Bastei|-Romanserie.

_Der Autor_

Der unter dem Pseudonym „Jason Dark“ arbeitende deutsche Autor Helmut Rellergerd ist der Schöpfer des Geisterjägers John Sinclair. Am 13. Juli 1973 – also vor 32 Jahren – eröffnete der Roman „Die Nacht des Hexers“ die neue Romanheft-Gruselserie „Gespenster-Krimi“ aus dem Hause Bastei. Inzwischen sind über 1700 John-Sinclair-Romane erschienen, die Gesamtauflage der Serie beträgt laut Verlag über 250 Millionen Exemplare.

_Die Inszenierung_

Frank Glaubrecht spricht den Geisterjäger himself und ist die deutsche Stimme von Al Pacino, Christopher Walken, Kevin Kostner, Jeremy Irons, Pierce Brosnan und vielen mehr.
Joachim Kerzel, die deutsche Stimme von Jack Nicholson, Sir Anthony Hopkins, Jean Reno und vielen mehr, spricht den Erzähler.
Jane Collins: Franziska Pigulla, die deutsche Stimme von Gillian „Scully“ Anderson
Sir James Powell: Karl Heinz Tafel
Suko: Martin May
Asmodina: Martina Treger (Sharon Stone, Carrie-Anne Moss, Deborah Kera Unger)
Solo Morasso: Tilo Schmitz (Ving Rhames, Michael Clarke Duncan)
Mr. Mondo: Till Hagen (Kevin Spacey, Billy Bob Thornton)
Pamela Scott: Katrin Fröhlich (Cameron Diaz, Gwyneth Paltrow, Heather Graham)
Vampiro del Mar: Helmut Krauss (Marlon Brando, James Earl Jones)
Lupina: Claudia Urbschat-Mingues (Angelina Jolie, Jennifer Connelly, Kristanna Lokken)
Tokata: Karsten Gausche

Und viele weitere, unter anderem David Nathan (dt. Stimme von Johnny Depp & Christian Bale) und Oliver Rohrbeck (dt. Stimme von Ben Stiller) .

Der Produzent ist Oliver Döring, Jahrgang 1969, der seit 1992 ein gefragter Allrounder in der Medienbranche ist. „Als Autor, Regisseur und Produzent der John-Sinclair-Hörspiele hat er neue Maßstäbe in der Audio-Unterhaltung gesetzt und ‚Breitwandkino für den Kopf‘ geschaffen“, behauptet der Verlag. Immerhin: Dörings preisgekröntes Sinclair-Spezial-Hörspiel [„Der Anfang“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1818 hielt sich nach Verlagsangaben wochenlang in den deutschen Charts.

Buch und Regie: Oliver Döring
Regieassistenz: Patrick Simon
Hörspielmusik: Christian Hagitte, Simon Bertling, Florian Göbels
Tontechnik: Arne Denneler
Schnittassistenz: Jennifer Keßler
Produktion: Alex Stelkens (|WortArt|) und Marc Sieper (|Lübbe Audio|)

_Handlung_

Nachdem ein Kriegsschiff John Sinclair und den Flugzeugkapitän aus dem Nordatlantik gefischt hat, befiehlt Sinclairs Boss, Sir James Powell, seinen Beamten zurück nach London. Dort braut sich Ungemach zusammen, denn eine Säurewolke zieht in Richtung der Hauptstadt. Außerdem ist es Suko und Sir James gelungen, mit Pamela Scott ein Mitglied der Mord-Liga gefangen zu nehmen. Bestimmt werden ihre Herren versuchen, sie entweder zu befreien oder sie an einer Aussage zu hindern, indem sie sie töten.

Deshalb befindet sich Scott im Hochsicherheitstrakt des Gefängnisses im Yard. Doch die Sicherheit ist nur so gut wie die Bewacher, und als Claire Dickson, eine Frau unter dem Wachpersonal, einen anonymen Anruf erhält, ändert sie ihre Diensteinstellung: Die Mord-Liga hat ihrer kleine Tochter Angie in ihre Gewalt gebracht. Die verzweifelte Claire ist schnell zur Zusammenarbeit bereit: Sie soll etwas in die Zelle von Pamela Scott bringen.

Dort versuchen unterdessen Jane Collins und Suko mit einer inszenierten Szene, Pamela zum Reden zu bringen. Was hatte die Mord-Liga mit Sinclairs Koffer vor? Pamela schweigt eisern. Während einer späteren Neuauflage des Verhörs verhält sich Pamela jedoch ungewöhnlich, fast als habe sie einen Zaubertrank zu sich genommen. Mühelos schlägt sie Suko bewusstlos und zwingt die wehrlos gemachte Jane Collins, ein ekliges Elixier zu trinken.

Als man die Tür der Zelle öffnet, kann der Arzt Dr Peters nur den Tod der beiden Damen feststellen. Doch das soll sich als fiese Täuschung erweisen.

_Mein Eindruck_

Die erste Hälfte dieser Doppelfolge stellt sich nun lediglich als das Aufwärmen für die wirkliche Action heraus. Jane Collins, Sinclairs Freundin mit der tiefen Stimme von Franziska Pigulla, spielt nun eine miese Zicke, die ihren gerechten Lohn erhält. Allerdings hat sie nur gespielt, und der Lohn – ihr Tod – ist somit ungerechtfertigt. Aber sie hat sich ja auch mit der Mord-Liga angelegt, und das tut man nicht ungestraft. Pamela Scott, ihre Widersacherin, versetzt sie und sich selbst in einen todesähnlichen Zustand.

Deshalb sind Suko und Sir James Powell gehörig überrascht, als ihnen die Videokameras zwei Frauen zeigen, die sie gerade eben noch tot glaubten und die nun eine Wand nach der anderen durchbrechen, als wären sie der unglaubliche HULK persönlich. An ein Aufhalten ist eigentlich nicht zu denken, selbst nicht mit Sukos „Dämonenpeitsche“.

Die Handlung um Claire Dickson, die unglückselige Gefängniswärterin, steht in krassem Kontrast zu diesen actiongeladenen Vorgängen. Dickson ist pures Melodrama, rührselig bis zu einem Wasserfall aus Tränen. Ihre kleine Tochter mit dem süßen Namen Angie wurde entführt, und es gibt auch schon den passenden Mann für ihre Rettung: die titelgebende Hauptfigur. Leichter gesagt als getan: Sinclair bekommt es mit dem Zombie-Samurai Tokata zu tun.

_Die Inszenierung_

|Sprecher|

Die Macher der „Geisterjäger“-Hörspiele suchen ihren Vorteil im zunehmend schärfer werdenden Wettbewerb der Hörbuchproduktionen offensichtlich darin, dass sie dem Zuhörer nicht nur spannende Gruselunterhaltung bieten, sondern ihm dabei auch noch das Gefühl geben, in einem Film voller Hollywoodstars zu sitzen. Allerdings darf sich niemand auf vergangenen Lorbeeren ausruhen: bloßes Namedropping zieht nicht, und So-tun-als-ob ebenfalls nicht.

Die Sprecher, die vom Starruhm der synchronisierten Vorbilder zehren, müssen selbst ebenfalls ihre erworbenen Sprechfähigkeiten in die Waagschale werfen. Zum Glück machen Pigulla, Kerzel, Glaubrecht und Co. dies in hervorragender und glaubwürdiger Weise. Statt gewisse Anfänger zu engagieren, die mangels Erfahrung bei den zahlreichen emotionalen Szenen unter- oder übertreiben könnten, beruht der Erfolg dieser Hörspielreihe ganz wesentlich darauf, dass hier zumeist langjährige Profis mit schlafwandlerischer Sicherheit ihre Sätze vorzutragen wissen.

Übertriebene Ausdrucksweisen heben die Figuren in den Bereich von Games- und Comicfiguren. Das kann bei jugendlichen Hörern ein Vorteil sein. Die Figuren schreien wütend, fauchen hasserfüllt oder lachen hämisch. Kopilot Decker dreht durch, und seine Hysterie ist ihm deutlich anzuhören.

Dass man diese Effekte nicht so ernst nehmen sollte, machen die Sprecher selbst klar, nämlich dann, als „Pamela Scott“ (Katrin Fröhlich) zu „Suko“ (Martin May) „Wichser“ sagt. Der beschwert sich vor offenem Mikro: „Sowas sagt man nicht in einem Hörspiel!“

Den Dialog macht stellenweise der Einsatz von Stimmfiltern abwechslungsreicher, insbesondere bei der Nutzung moderner Kommunikationsmittel wie etwa Funkgeräten oder Mobiltelefonen. Manche der Mordliga-Mordbuben sprechen keine richtige menschliche Sprache, so etwa der Zombie-Samurai Tokata, der im zweiten Teil auftritt. Dessen Stimme muss entsprechend gestaltet werden, um nicht human zu klingen. Es wirkt meist wie ein Brüllen und Knurren. Mehr kann man von einem Zombie ja auch nicht erwarten.

|Geräusche|

Die Geräusche sind genau die gleichen, wie man sie in einem halbwegs realistischen Genre-Spielfilm erwarten würde, und die Geräuschkulisse wird in manchen Schlüsselszenen recht stimmungsvoll aufgebaut. Diesmal herrschen die Geräusche vor, die man im Umfeld von Flugzeugen und Flughäfen zu hören erwartet, sei es drinnen oder draußen. Die Geräuschkulisse ist erstaunlich realistisch, wirkt aber nie überladen, sondern stets erscheinen die Geräusche als notwendig. Ein Markenzeichen der Serie sind Schüsse und Funkdurchsagen. Von beidem gibt es stets jede Menge. Und in dieser Folge darf man auch vernehmen, wie sich eine Dämonepeitsche im Einsatz anhört.

|Musik|

Die Musik gibt ziemlich genau die vorherrschende Stimmung einer Szene wieder und leitet in den kurzen Pausen bzw. Übergängen gleich zur nächsten Szene über. Sie wurde von einem Orchester eingespielt, und so entsteht der Eindruck, die Begleitmusik zu einem alten Hollywood- oder British-Horror-Movie zu hören. Mit einer einzigen Ausnahme: Die Titelmelodie der Serie erschallt in einem hämmernden Rock-Rhythmus aus den Lautsprecherboxen. Sehr sympathisch.

Musik, Geräusche und Stimmen wurde so fein aufeinander abgestimmt, dass sie zu einer Einheit verschmelzen. Dabei stehen die Dialoge natürlich immer im Vordergrund, damit der Hörer jede Silbe genau hören kann. An keiner Stelle wird der Dialog irgendwie verdeckt.

|Das Booklet|

… enthält im Innenteil Angaben über die zahlreichen Sprecher und die Macher. Der Verlag empfiehlt sein Werk ab 16 Jahren.

_Unterm Strich_

Die professionelle Inszenierung, die filmreife Musik und Stimmen von Hollywoodstars einsetzt, bietet dem Hörer ein akustisches Kinoerlebnis. Dabei kommt aber die Action nie zu kurz, auch nicht die Romantik. Gleich zwei Showdowns – genau das Richtige für eine Doppelfolge, die mit zwei Niederlagen beginnt: Erst dümpelt Sinclair im Atlantik rum, dann geht Jane drauf. Das sieht zunächst nicht gut aus, aber das Finale wirkt dann umso zufriedenstellender. Ob Jane aus ihrem Zustand als Quasi-Zombie wieder geweckt werden kann, wird nicht verraten.

Auch jungen Menschen, die sich einfach nur für gruselige Audiokost interessieren, die gut gemacht ist, lässt sich das Hörspiel empfehlen. Es ist leicht verständlich, wirkungsvoll inszeniert und die Stimmen der Hollywoodstars vermitteln das richtige Kino-Feeling. Die Action kommt niemals zu kurz, was die Game-Freunde doch einigermaßen zufriedenstellen sollte.

|50 Minuten auf 1 CD
ISBN-13: 978-3-7857-3369-1|
http://www.sinclairhoerspiele.de
http://www.luebbe-audio.de
http://www.wortart.de

_|Geisterjäger John Sinclair| auf |Buchwurm.info|:_

[„Der Anfang“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1818 (Die Nacht des Hexers: SE01)
[„Der Pfähler“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2019 (SE02)
[„John Sinclair – Die Comedy“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3564
[„Im Nachtclub der Vampire“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2078 (Folge 1)
[„Die Totenkopf-Insel“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2048 (Folge 2)
[„Achterbahn ins Jenseits“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2155 (Folge 3)
[„Damona, Dienerin des Satans“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2460 (Folge 4)
[„Der Mörder mit dem Januskopf“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2471 (Folge 5)
[„Schach mit dem Dämon“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2534 (Folge 6)
[„Die Eisvampire“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2108 (Folge 33)
[„Mr. Mondos Monster“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2154 (Folge 34, Teil 1)
[„Königin der Wölfe“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2953 (Folge 35, Teil 2)
[„Der Todesnebel“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2858 (Folge 36)
[„Dr. Tods Horror-Insel“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4000 (Folge 37)
[„Im Land des Vampirs“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4021 (Folge 38)
[„Schreie in der Horror-Gruft“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4435 (Folge 39)
[„Mein Todesurteil“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4455 (Folge 40)
[„Die Schöne aus dem Totenreich“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4516 (Folge 41)
[„Blutiger Halloween“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4478 (Folge 42)
[„Ich flog in die Todeswolke“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5008 (Folge 43)
[„Das Elixier des Teufels“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5092 (Folge 44)
[„Die Teufelsuhr“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5187 (Folge 45)
[„Myxins Entführung“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5234 (Folge 46)
[„Die Rückkehr des schwarzen Tods“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3473 (Buch)

John Sinclair – Zombies in Manhattan (Folge 50)

Zum Jubiläum auf die Zombiejagd

„Geisterjäger“ John Sinclair ist Oberinspektor in einer Sonderabteilung von Scotland Yard, die sich mit übersinnlichen Fällen befasst. Sinclair wird von einem Kreuz beschützt und gewarnt, das vom Propheten Hesekiel selbst stammt. Zur doppelten Sicherheit trägt er auch eine Beretta-Pistole mit sich, die mit Silberkugeln geladen ist. Werwölfe und ähnliches Gelichter mögen so etwas gar nicht. Heißt es.

John Sinclair – Zombies in Manhattan (Folge 50) weiterlesen

John Sinclair – Die Schwert-Legende (Folge 147, Teil 1 von 2)

Die Handlung:

Feueralarm im Luxushotel „Am Cheyne Walk“ – in genau jenem Hotel, in dem vor Kurzem ein Mitglied des „Clubs der Weißen Tauben“ vom Ninja-Dämon Shimada getötet worden war. Damit begann ein Abenteuer, das Suko und mich nicht nur in die Fänge einer japanischen Göttin, sondern bis in die Unterwelt Yomi führen sollte. (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Diesmal hat sich der Verlag an die Hörspielumsetzung des Taschenbuchs mit der Nummer 101 gemacht, das erstmalig am 8. August 1989 am gut sortierten Bahnhofskiosk oder manchmal auch in einer Buchhandlung zu bekommen war.

John Sinclair – Die Schwert-Legende (Folge 147, Teil 1 von 2) weiterlesen

John Sinclair Classics – Der Hexer mit der Flammenpeitsche (Folge 43)

Die Handlung:

„Darf ich den Leichnam vielleicht noch einmal sehen?“, fragte Jane Collins, die viele hundert Meilen weit gefahren war, um von ihrem väterlichen Freund Graham Saunders Abschied zu nehmen. Der Pater öffnete den Sarg und schrak zurück: Die Leiche hatte keinen Kopf mehr! (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Diesmal hat sich der Verlag an die Hörspielumsetzung des GESPENSTER-KRIMI-Heftromans mit der Nummer 188 gemacht, der erstmalig am 19. April 1977 am gut sortierten Bahnhofskiosk oder manchmal auch in einer Buchhandlung zu bekommen war. Das Titelbild des Hörspielcovers ist dabei eine Neuinterpretation der Thematik.

John Sinclair Classics – Der Hexer mit der Flammenpeitsche (Folge 43) weiterlesen

John Sinclair – Ich flog in die Todeswolke (Folge 43)

_Angriff der Mordliga, Teil 1_

Brutale Gangster überfallen John und rauben seinen Einsatzkoffer. Er verfolgt die Diebe bis an Bord einer startklaren |Boeing|. Doch in der Luft nähert sich dem Flugzeug plötzlich ein unerklärlicher Nebel. Bald wird Sinclair klar, dass dies nur der Auftakt für ein neues Spiel der Mordliga ist: Solo Morasso hat sich mit der teuflischen Asmodina verbündet. Sie wollen nur eines: Sinclair ausschalten. (abgewandelte Verlagsinfo) Dies ist der Auftakt zu einer zweiteiligen Folge. Diese Folge entspricht Band 147 der |Bastei|-Romanserie.

_Der Autor_

Der unter dem Pseudonym „Jason Dark“ arbeitende deutsche Autor Helmut Rellergerd ist der Schöpfer des Geisterjägers John Sinclair. Am 13. Juli 1973 – also vor rund 35 Jahren – eröffnete der Roman „Die Nacht des Hexers“ die neue Romanheft-Gruselserie „Gespenster-Krimi“ aus dem Hause |Bastei|. Inzwischen sind über 1700 John-Sinclair-Romane erschienen, die Gesamtauflage der Serie beträgt laut Verlag über 250 Millionen Exemplare.

_Die Inszenierung_

Frank Glaubrecht spricht den Geisterjäger himself und ist die deutsche Stimme von Al Pacino, Christopher Walken, Kevin Kostner, Jeremy Irons, Pierce Brosnan und vielen mehr.
Joachim Kerzel, die deutsche Stimme von Jack Nicholson, Sir Anthony Hopkins, Jean Reno und vielen mehr, spricht den Erzähler.
Jane Collins: Franziska Pigulla, die deutsche Stimme von Gillian „Scully“ Anderson
Sir James Powell: Karl-Heinz Tafel
Suko: Martin May
Asmodina: Martina Treger (Sharon Stone, Carrie-Anne Moss, Deborah Kera Unger)
Solo Morasso: Tilo Schmitz (Ving Rhames, Michael Clarke Duncan)
Mr. Mondo: Till Hagen (Kevin Spacey, Billy Bob Thornton)
Pamela Scott: Katrin Fröhlich (Cameron Diaz, Gwyneth Paltrow, Heather Graham)

Und viele weitere, u. a. Udo Schenk (Ray Liotta, Ralph Fiennes, Kevin Bacon) und Lutz Mackensy (Al Pacino, Christopher Lloyd, Jonathan Pryce).

Der Produzent ist Oliver Döring, Jahrgang 1969, der seit 1992 ein gefragter Allrounder in der Medienbranche ist. „Als Autor, Regisseur und Produzent der John-Sinclair-Hörspiele hat er neue Maßstäbe in der Audio-Unterhaltung gesetzt und ‚Breitwandkino für den Kopf‘ geschaffen“, behauptet der Verlag. Immerhin: Dörings preisgekröntes Sinclair-Spezial-Hörspiel [„Der Anfang“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1818 hielt sich nach Verlagsangaben wochenlang in den deutschen Charts.

Buch und Regie: Oliver Döring
Regieassistenz: Patrick Simon
Hörspielmusik: Christian Hagitte, Simon Bertling, Florian Göbels
Tontechnik: Arne Denneler
Schnittassistenz: Jennifer Keßler
Produktion: Alex Stelkens (WortArt) und Marc Sieper (Lübbe Audio)

_Handlung_

John Sinclair wird um 5:10 Uhr von einem Klirren aus seinem verdienten Schlaf geweckt: Er hat Einbrecher im Haus! Die beiden greifen ihn an, doch als der eine ihn töten will, wird er vom anderen davon abgehalten. Sie entkommen unbehelligt, doch mit einem Koffer, den sie ihrem Auftraggeber bringen sollen. Suko findet den k. o. geschlagenen Sinclair und leitet einen Fahndung nach den Einbrechern ein. Sie verläuft zunächst erfolglos. Sinclair ist überzeugt, einem Anschlag der Mordliga zum Opfer gefallen zu sein.

Auf dem Londoner Flughafen, wo die Einbrecher einen gewissen Mr. Mondo treffen wollen, werden sie von der Überwachung identifiziert. Doch Sinclair will keine Festnahme, sondern ihren Hintermann. Mr. Mondo taucht denn auch wirklich auf und nimmt den Koffer an sich. Die Einbrecher gelangen problemlos durch die Sicherheitssperre, hinter der ihnen Mondo den Koffer zurückgibt (wie hat er bloß die Sperre passieren können?). Die Einbrecher besteigen ein Flugzeug nach New York, doch wohin ist Marvin Mondo unterwegs, fragt sich Suko und folgt ihm. Unterdessen besteigt Sinclair das gleiche Flugzeug, um seinen Koffer zurückzubekommen.

Unterdessen besteigt Mondo ein Auto und fährt mit Lady X alias Pamela Scott zum Flughafen für Privatflugzeuge. Dass Suko ihnen in einem Taxi folgt, fällt ihnen schon bald auf und sie gedenken, etwas gegen lästige Verfolger zu unternehmen.

Die Einbrecher haben Sinclair nicht bemerkt, und nachdem er sich als Beamter des Scotland Yard ausgewiesen hat, erlangt Sinclair die Unterstützung des Piloten und der Stewardess Judy. Als das Radar eine ungewöhnliche Wolkenbank voraus anzeigt, gibt er dem Piloten den Rat abzudrehen. Seltsamerweise hat die Wolkenbank die Form einer Teufelsfratze, und auch Sinclairs heiliges Kreuz erwärmt sich auf warnende Weise.

Sämtliche Ausweichmanöver erweisen sich als nutzlos, die Säurewolke dringt in das Flugzeug ein und erfüllt es mit zersetzendem Nebel. Schon bald dringen Schreie des Entsetzens ins Cockpit, wo der Kopilot Decker die Nerven zu verlieren beginnt. Sinclair sieht schließlich nur noch einen Ausweg: aussteigen!

_Mein Eindruck_

In dieser Doppelfolge treibt es der Autor mal wieder zum Äußersten und schickt seine beiden Hauptfiguren John Sinclair und dessen Freundin Jane Collins in den sicheren Tod. Doch was ist am Tod schon sicher, fragt sich der Kenner dieser Geisterjäger-Serien. Schon zig-mal ist John Sinclair in Lebensgefahr gewesen (eigentlich in jeder Episode) und doch kämpft er weiter gegen das Böse. Die Mord-Liga mag mächtig sein, doch John Sinclair ist unkaputtbar. Was nicht unbedingt für seine Freundin Jane gilt, wie man in der zweiten Hälfte dieser Doppelfolge sieht.

Dass eine Säurewolke sich von alleine bewegt, um einen Düsenjet abzufangen, ist wohl kaum ein natürliches Phänomen, sondern ein magisches. Und Magie ist in den Geisterjägerabenteuern entweder böse oder von John Sinclair & Co. eingesetzt. Kein Wunder also, dass Otto Normaldenker wie Kopilot Decker komplett durchdrehen, als dieses Phänomen auftaucht. Seine ganze Weltsicht ist auf den Kopf gestellt. Wie in jedem Horrorfilm, der je gedreht wurde, sind die Kopflosen unter denjenigen, die das Ende des Films ganz sicher nicht erleben.

Der eigentliche Nervenkitzel dieser Folge besteht in der Herausforderung, aus einem Flugzeug auszusteigen. Für Sinclair sollte das eigentlich eine leichte Übung sein. Das Problem besteht vielmehr darin, die Flugzeugführung dazu zu bringen, diesen Schritt überhaupt zu wagen und anzuordnen. Als der Pilot endlich soweit ist, stellt sich heraus, dass es dafür schon fast zu spät ist. Was uns der Autor nicht verrät, ist, warum alle an Bord Opfer der Säurewolke werden, Sinclair und der Kapitän aber nicht. Eine simple Erklärung bestünde darin, dass diese sich in einem abgeschotteten Raum bewegen, der sie schützt. Andererseits: Warum sollte eine magische Wolke vor irgendwelchen Räumen Halt machen?

_Die Inszenierung_

|Sprecher|

Die Macher der „Geisterjäger“-Hörspiele suchen ihren Vorteil im zunehmend schärfer werdenden Wettbewerb der Hörbuchproduktionen offensichtlich darin, dass sie dem Zuhörer nicht nur spannende Gruselunterhaltung bieten, sondern ihm dabei auch noch das Gefühl geben, in einem Film voller Hollywoodstars zu sitzen. Allerdings darf sich niemand auf vergangenen Lorbeeren ausruhen: bloßes Namedropping zieht nicht, und So-tun-als-ob ebenfalls nicht.

Die Sprecher, die vom Starruhm der synchronisierten Vorbilder zehren, müssen selbst ebenfalls ihre erworbenen Sprechfähigkeiten in die Waagschale werfen. Zum Glück machen Pigulla, Kerzel, Glaubrecht und Co. dies in hervorragender und glaubwürdiger Weise. Statt gewisse Anfänger zu engagieren, die mangels Erfahrung bei den zahlreichen emotionalen Szenen unter- oder übertreiben könnten, beruht der Erfolg dieser Hörspielreihe ganz wesentlich darauf, dass hier zumeist langjährige Profis mit schlafwandlerischer Sicherheit ihre Sätze vorzutragen wissen.

Übertriebene Ausdrucksweisen heben die Figuren in den Bereich von Games- und Comicfiguren. Das kann bei jugendlichen Hörern ein Vorteil sein. Die Figuren schreien wütend, fauchen hasserfüllt oder lachen hämisch. Kopilot Decker dreht durch, und seine Hysterie ist ihm deutlich anzuhören.

Den Dialog macht stellenweise der Einsatz von Stimmfiltern abwechslungsreicher, insbesondere beim Einsatz moderner Kommunikationsmittel wie etwa Funkgeräten oder Mobiltelefonen. Manche der Mordliga-Mordbuben sprechen keine richtige menschliche Sprache, so etwa der Zombie-Samurai Tokata, der im zweiten Teil auftritt. Dessen Stimme muss entsprechend gestaltet werden, um nicht menschlich wirken zu können.

|Geräusche|

Die Geräusche sind genau die gleichen, wie man sie in einem halbwegs realistischen Genre-Spielfilm erwarten würde, und die Geräuschkulisse wird in manchen Schlüsselszenen recht stimmungsvoll aufgebaut. Diesmal herrschen diejenigen Geräusche vor, die man im Umfeld von Flugzeugen und Flughäfen zu hören erwarten, sei es drinnen oder draußen. Die Geräuschkulisse ist erstaunlich realistisch, wirkt aber nie überladen, sondern stets erscheinen die Geräusche als notwendig. Ein Markenzeichen der Serie sind Schüsse und Funkdurchsagen. Von beidem gibt es stets jede Menge.

|Musik|

Die Musik gibt ziemlich genau die vorherrschende Stimmung einer Szene wieder und leitet in den kurzen Pausen bzw. Übergängen gleich zur nächsten Szene über. Sie wurde von einem Orchester eingespielt, und so entsteht der Eindruck, die Begleitmusik zu einem alten Hollywood oder British Horror Movie zu hören. Stets gibt sie sehr genau die vorherrschende Stimmung einer Szene wieder und ist mit einem klassischem Instrumentarium produziert. Mit einer einzigen Ausnahme: Die Titelmelodie der Serie erschallt in einem hämmernden Rock-Rhythmus aus den Lautsprecherboxen. Sehr sympathisch.

Musik, Geräusche und Stimmen wurde so fein aufeinander abgestimmt, dass sie zu einer Einheit verschmelzen. Dabei stehen die Dialoge natürlich immer im Vordergrund, damit der Hörer jede Silbe genau hören kann. An keiner Stelle wird der Dialog irgendwie verdeckt.

|Das Booklet|

… enthält im Innenteil Angaben über die zahlreichen Sprecher und die Macher. Der Verlag empfiehlt sein Werk ab 16 Jahren.

_Unterm Strich_

Die professionelle Inszenierung, die filmreife Musik und Stimmen von Hollywoodstars einsetzt, bietet dem Hörer ein akustisches Kinoerlebnis. Dabei kommt aber die Action nie zu kurz, auch nicht die Romantik. In dieser ersten Hälfte einer Doppelfolge bereitet die Mord-Liga einen Anschlag auf John Sinclair vor, und nachdem sie ihn aus dem Verkehr gezogen zu haben glaubt, beginnt sie ihren Angriff auf London. Der ungewöhnliche Part folgt in der zweiten Hälfte der Doppelhäfte (Nr. 44): Jane Collins muss sterben! Dennoch liefert diese Folge auch einen handfesten Showdown: zwischen Suko und Pamela Scott.

Auch jungen Menschen, die sich einfach nur für gruselige Audiokost interessieren, die gut gemacht ist, lässt sich das Hörspiel empfehlen. Es ist leicht verständlich, wirkungsvoll inszeniert und die Stimmen der Hollywoodstars vermitteln das richtige Kino-Feeling. Die Action kommt niemals zu kurz, was die Gaming-Freunde doch einigermaßen zufriedenstellen sollte.

|50 Minuten auf 1 CD
ISBN-13: 978-3-7857-3368-4|
http://www.sinclairhoerspiele.de
http://www.luebbe-audio.de
http://www.wortart.de

John Sinclair – Meine Henkersmahlzeit (Folge 146)

Die Handlung:

Was für eine ungewöhnliche Einladung meines Vaters, der plötzlich in London auftauchte und mich in die Bar des Kensington Hilton bestellte! Ich konnte ja nicht ahnen, dass ein alter Gegner unserer Familie wieder aufgetaucht war: Akim Samarans Geschöpfe standen bereit, um meine Henkersmahlzeit aufzutischen! (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Diesmal hat sich der Verlag an die Hörspielumsetzung des Heftromans mit der Nummer
359 gemacht, das erstmalig am 22. Mai 1985 am gut sortierten Bahnhofskiosk oder manchmal auch in einer Buchhandlung zu bekommen war.

John Sinclair – Meine Henkersmahlzeit (Folge 146) weiterlesen

Dark, Jason / Döring, Oliver – John Sinclair – Die Comedy

_Der Sohn des Lichts in der Dimensionsschleuder_

(Achtung: Bitte nicht zu ernst nehmen!) Die Menschheit steht ahnungslos am Abgrund. Asmodina, die Tochter des Teufels, hat die Apokalypse heraufbeschworen. John Sinclair, der Sohn des Lichts, versucht, sich ihr in den Weg zu stellen – und tappt damit in die schrecklich-teuflische Höllen-Falle des grausamen Horror-Entsetzens. Es beginnt ein wahnwitziges Abenteuer mit … [bitte hier die Lieblingsgegner eintragen], unzähligen In- und Outsider-Gags sowie einem der spektakulärsten Endgegner aller Zeiten. (abgewandelte und stark gekürzte Verlagsinfo)

Die Comedy-Version dieses Sinclair-Abenteuers wird zähneknirschend empfohlen von Autor Jason Dark, und Regisseur Oliver Döring hat laut Presseinfo verboten, seinen Namen mit diesem lustigen Machwerk in Zusammenhang zu bringen. Nur für Hörer mit robusten Lachmuskeln!

_Der Autor und seine Reihe_

Der unter dem Pseudonym „Jason Dark“ arbeitende deutsche Autor Helmut Rellergerd ist der Schöpfer des Geisterjägers John Sinclair. Am 13. Juli 1973 – also vor rund 34 Jahren – eröffnete der Roman „Die Nacht des Hexers“ die neue Romanheft-Gruselserie „Gespenster-Krimi“ aus dem Hause |Bastei|. Inzwischen sind über 1700 John-Sinclair-Romane erschienen, die Gesamtauflage der Serie beträgt laut Verlag über 250 Millionen Exemplare.

1999 veröffentlichte Oliver Döring das erste John-Sinclair-Hörspiel, und der Autor war davon begeistert: „Sprecher, Special Effects – wirklich Kino im Ohr“. Bis heute sind von den 36 Hörspielen rund 1,5 Millionen Stück über den Ladentisch gegangen, so dass sich 2002 Oliver Döring ermutigt fühlte, eine Sonder-Edition zu produzieren. Sie trägt den Titel [„Der Anfang“.]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1818 Nach Verlagsangaben war dies das erste Hörspiel, das es jemals in die Top 100 der deutschen Media-Control-Longplayer-Charts geschafft hat: „bis Platz 36“, sagt Döring.

_Die Sprecher / Die Inszenierung_

Wie schon erwähnt, ist bei dieser Produktion die Crème de la crème der deutschen Synchronsprecher versammelt.

Erzähler: Joachim Kerzel (dt. Stimme von Jack Nicholson, Harvey Keitel, Dennis Hopper, Anthony Hopkins …)
John Sinclair, Scotland Yard: Frank Glaubrecht (Pierce Brosnan, Kevin Kostner, Al Pacino)
Jane Collins, Scotland Yard: Franziska Pigulla (Gillian „Scully“ Anderson)
Bill Conolly: Detlef Bierstedt (George Clooney, Robert „Freddy Krueger“ Englund)
Suko: Martin May
Sir James Powell: Karlheinz Tafel
Glenda Perkins: Ilya Welter
Vampirin: Claudia Urbschat-Mingues (Angelina Jolie, Maria Bello)
Vampirinnenopfer: Charles Rettinghaus (Robert Downey jr., Jean-Claude van Damme)
Sarah McDonald: Marie Bierstedt (Kirsten Dunst, Kate Beckinsale und Natalie Portman)
Jason Dark: Helmut Rellergerd
Und noch viele andere bekannte Hollywood-Stimmen.

Die Macher:

Buch und Regie: Oliver Döring
Regieassistenz: Patrick Simon
Hörspielmusik: Christian Hagitte, Simon Bertling, Florian Göbels
Tontechnik: Arne Denneler
Schnittassistenz: Jennifer Kessler
Produktion: Alex Stelkens (WortArt)
Original Paintings (auch im Booklet): Vicente Ballestar (Cover)

Mehr Infos: http://www.sinclairhoerspiele.de & http://www.wortart.de

_Handlung (Versuch einer Zusammenfassung)_

Wieder einmal sinnen die Ausgeburten der Hölle auf ihre Rache an der nichts ahnenden Welt und warten nur noch auf Satans Rückkehr. Doch der Prinz des Lichts alias John Sinclair alias Geisterjäger etc. pp. stellt sich ihnen entgegen, als … sein Wecker klingelt. Er zeigt 3:40 Uhr (der Wecker). Der Chef ruft an und meldet: Ein Werwolf wütet in einem Pornokino. Sofort ist Sinclair hellwach und weckt SIE: Jane Collins, Privatdetektivin.

Vor dem Pornokino. Sinclair und sein Assistent Suko dringen ein, um die Bestie in die Enge zu treiben und mit einer Silberkugel zu erledigen. Da geschieht das Unfassbare. Der Werwolf schnappt sich die Pistole und gibt sich selbst die Kugel! Etwas stimmt hier nicht. Doch Sinclair hat keine Zeit, darüber nachzugrübeln, denn der Chef meldet: Eine Vampirbraut geht in London um. Als Sinclair und Suko am Tatort eintreffen, pfählt sich die Blutsaugerin selbst. Etwas stimmt hier nicht. Ebenso wenig beim Zombie, der den Hyde Park unsicher macht: Er sägt sich selbst entzwei. Etwas usw. Sinclair soll sofort zum Chef.

Der Chef soll auf ihn feuern, befiehlt Sinclair. Sir James tut es schweren Herzens, doch da wirft sich ein Ghoul in die Schussbahn und fängt das Geschoss auf! Etwas usw., aber was? Keine Zeit nachzudenken. Der Ghoul, weil untot, springt aus dem Fenster und versucht zu entkommen, Sinclair und Suko hinterher. Sie verfolgen ihn bis in die U-Bahn, doch da erwischt ein Mast Sinclairs aus dem Fenster gestreckten Kopf und setzt ihn außer Gefecht.

Der Sohn des Lichts hat eine besondere Art der Gehirnerschütterung erlitten. Er hat Amnesie und antwortet irrelevantes Zeug. Das ist nicht lustig! (Oder etwa doch?) Unterdessen ruft eine gewisse Sarah McDonald beim Chef an und schildert, welche seltsamen Träume sie im Haus ihrer Eltern erlebe. Sie will Sinclair vor einem Anschlag warnen, der ihm gilt. Der Chef beginnt zu sabbern, als sie ihm die schlüpfrigen Details berichtet …

Unterdessen in einer Gruft. Die teuflische Teufelstochter Asmodina hat einen Ghoul dazu gezwungen, ihr etwas ganz Spezielles zu basteln: eine Dimensionsschleuder! Um diese gegen den Erzfeind einsetzen zu können, muss sie Sinclair an einen geeigneten Ort locken. Als Lockvogel soll seine geliebte Jane Collins dienen. Diese lässt sie kurzerhand entführen und gefesselt auf die Schienen der Eisenbahn legen. Na, wenn Sinclair jetzt nicht kommt, um seinen Angebetete vor dem nahenden Zug zu retten, ist ihm nicht mehr zu helfen. Alles klappt wie am Schnürchen …

Sinclair landet in einer anderen Zeit. Wird er jemals zurückfinden, um Jane vor dem sicheren Tod auf den Schienen bewahren zu können?

_Mein Eindruck_

Um diese Comedy würdigen zu können, sollte man zwei Dinge berücksichtigen. Erstens gibt es schon fast vierzig Hörspielausgaben der Kultserie inklusive zwei oder drei Sonderausgaben. Zweitens gibt es eine große Anhängerschaft, bei der die Macher dieser Comedy auf großes Verständnis, wenn nicht sogar Begeisterung hoffen dürfen.

Zu diesen Machern gehören neben den zwei wichtigsten Sprechern Frank Glaubrecht (Sinclair) und Joachim Kerzel (Erzähler, der aber auch gerne Sinclair sein würde) vor allem die Sound-Designer und der Regisseur Oliver Döring. Die Sound-Designer, deren Arbeit ich im nächsten Abschnitt würdige, geben ihr Bestes. Das heißt bei einer Comedy, dass sie alles aufbieten, was ihnen zu Gebote steht, und das ist eine ganze Wagenladung voll mit Soundeffekten.

Die hanebüchene Story, die man an keiner Stelle ernst nehmen kann und sollte, wartet immerhin mit einer verblüffenden Zeitschleife auf. Auf einmal landet Sinclair in den 1980er Jahren. Das merkt der Hörer sofort an dem merkwürdig „flachen“ Sound und der überkandidelten Musik: eine dramatisch dröhnende Kirchenorgel. Bloß weg hier!

Doch Sinclair landet diesmal in der Zukunft – genauer gesagt: in Folge 23. Das Dumme daran ist natürlich, dass es in Folge 23 bereits einen John Sinclair gibt und infolgedessen zwei Sinclairs in Gefahr geraten, einander zu begegnen. Was dann geschehen würde, ist unvorstellbar, aber nur Glenda merkt etwas davon. Sie wenigstens freut sich darüber, dass ihr einer der beiden Sinclairs die Kleider vom Leibe reißt …

In einer der nächsten Szenen tritt eine Frau mit vier Beinen auf. Mit vier Beinen?! An dieser Stelle tritt der SEHER auf und bemerkt trocken, dass die „Korrekturarbeiten“ noch nicht beendet seien. Man sieht also, dass sich sogar der Autor selbst auf die Schippe nimmt und sich die Fiktion als solche selbst entlarvt. Eine Comedy darf das, denn sie braucht die Fiktion nicht ernst zu nehmen.

Selbstredend wird durch diverse Vorfälle die Vergangenheit wiederhergestellt, so dass Sinclair wieder seine Jane retten könnte. Wenn er wollte. Aber aufgrund der erfahrenen Dinge zögert er. Es wird brenzlig. Zum Glück schreitet jetzt Glenda hilfreich ein und befreit Jane von den Fesseln. Diese findet Glenda jedoch völlig fehl am Platze, wollte sie sich doch von John retten lassen. Ein Zickenkrieg sondergleichen hebt an.

Das Finale sieht den Auftritt von Asmodina und von Gott – Karel Gott. Mehr darf darüber nicht verraten werden. Aber es sei an den Showdown in „Ghostbusters“ erinnert.

|Die Sprecher / Die Inszenierung|

Die Macher der „Geisterjäger“-Hörspiele suchen ihren Vorteil im zunehmend schärfer werdenden Wettbewerb der Hörbuchproduktionen offensichtlich darin, dass sie dem Zuhörer nicht nur spannende Gruselunterhaltung bieten, sondern ihm dabei auch noch das Gefühl geben, in einem Film voller Hollywoodstars zu sitzen. Allerdings darf sich niemand auf vergangenen Lorbeeren ausruhen: bloßes Namedropping zieht nicht, und So-tun-als-ob ebenfalls nicht.

Die Sprecher, die vom Starruhm der synchronisierten Vorbilder zehren, müssen selbst ebenfalls ihre erworbenen Sprechfähigkeiten in die Waagschale werfen. Zum Glück machen Pigulla, Kerzel, Glaubrecht und Co. dies in hervorragender und glaubwürdiger Weise. Statt gewisse Anfänger zu engagieren, die mangels Erfahrung bei den zahlreichen emotionalen Szenen unter- oder übertreiben könnten, beruht der Erfolg dieser Hörspielreihe ganz wesentlich darauf, dass hier zumeist langjährige Profis mit schlafwandlerischer Sicherheit ihre Sätze vorzutragen wissen.

In der Comedy dürfen jedoch alle die Sau raus lassen und brüllen, was das Zeug hält. Da klingeln dem Hörer besonders im erwähnten Zickenkrieg die Ohren! Köstlich finde ich immer Geisterstimmen – mit ein wenig Hall und schwammigem Sound lässt sich da schon einiges machen und so kaschieren, dass die Geister meist ziemlichen Blödsinn reden. Dazu gehört auch ein weiblicher Engel, der Sinclair ausgerechnet in der Herrentoilette seine Aufwartung macht, als sich der Geisterjäger gerade erleichtert …

Einen gelungenen Einfall finde ich auch, die Gedanken der Figuren hörbar zu machen, indem man sie einfach mit Hall unterlegt. Diese Gedanken stehen in der Regel in krassem, ironischem Gegensatz zu den Worten, die die Figur dann äußert. Ein kleiner Seitenhieb auf Schein und Sein, innen und außen, Wahrheit und Kunst. Das darf sich die Komödie durchaus erlauben und dabei auch noch herrlich politisch unkorrekt sein. Eine Witwe beispielsweise bekommt den Zorn der Geisterjäger am eigenen Leib zu spüren. Dito ein völlig unschuldiger Hund, der in die Wäscherutsche geworfen wird.

|Geräusche|

Die Geräusche sind genau die gleichen, wie man sie in einem realistischen Spielfilm erwarten würde, allerdings vielfach übertrieben! Meine Güte, was wird hier nicht alles gesabbert, gekeucht, geschrien, geprügelt, geballert. Man hört das Blut spritzen, eine Tür schier endlos knarren, Sinclairs Urin (endlos!) plätschern, Geister (endlos!) schreien und viele herrliche Dinge mehr, die keinesfalls ernst genommen werden wollen. Manche Töne und Geräusche wird man niemals nicht in einer Sinclair-Folge zu hören bekommen, so etwa den Ausblendton, wenn Asmodina, die Tochter des Teufels, äußerst unanständige Flüche von sich gibt. Man kommt sich vor wie in einer Folge von MTV aus den Achtzigern.

|Musik|

Die Musik gibt ziemlich genau die vorherrschende Stimmung einer Szene wieder und leitet in den kurzen Pausen bzw. Übergängen gleich zur nächsten Szene über. Die Musik ist von einem Orchester eingespielt, und so entsteht der Eindruck, die Begleitmusik zu einem alten Hollywood- oder British-Horror-Film zu hören. In der Comedy wird alles ein wenig dicker aufgetragen, aber die Dialoge und Geräusche stehen stets im Vordergrund. Nur an einer Stelle, in der 80er-Jahre-Episode, wird die Kirchenorgel so dominant, dass sie den satirischen Seitenhieb auf jene überholte Ästhetik stützt.

_Unterm Strich_

Nun, wer eine Comedy-Show über einen Geisterjäger ernst nimmt, ist selbst schuld. Anhänger des Sohns des Lichts dürfen sich diebisch über Insider-Gags freuen. Outsider dürfen sich über die subversive Eigenart der Komödie freuen, die sich auch über die Fiktion des Geisterjägers und seiner Geschichte(n) an sich lustig machen darf. Die Zeitschleife in der irrsinnigen Story ist recht einfach nachzuvollziehen und sollte keine Probleme bereiten (es sei denn, man hat generell Probleme mit Geistern). Nur das Finale war doch recht offensichtlich von den „Ghostbustern“ abgekupfert, auch wenn es nach London verlegt wurde und statt eines Dämonen aus einer anderen Dimension Gott himself auftritt, d. h. Karel Gott.

Die Comedy darf in keiner Sammlung eines Sinclair-Hörspiel-Fans fehlen, so viel ist klar, ganz besonders dann nicht, wenn der Fan über eine gehörige Portion Humor verfügt. Und Humor ist bekanntlich, wenn man über sich und seine Idole lachen kann.

|55:44 Minuten auf 1 CD|
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http://www.random-house-audio.de
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_|Geisterjäger John Sinclair| auf |Buchwurm.info|:_

[„Der Anfang“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1818 (Die Nacht des Hexers: SE01)
[„Der Pfähler“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2019 (SE02)
[„John Sinclair – Die Comedy“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3564
[„Im Nachtclub der Vampire“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2078 (Folge 1)
[„Die Totenkopf-Insel“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2048 (Folge 2)
[„Achterbahn ins Jenseits“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2155 (Folge 3)
[„Damona, Dienerin des Satans“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2460 (Folge 4)
[„Der Mörder mit dem Januskopf“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2471 (Folge 5)
[„Schach mit dem Dämon“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2534 (Folge 6)
[„Die Eisvampire“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2108 (Folge 33)
[„Mr. Mondos Monster“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2154 (Folge 34, Teil 1)
[„Königin der Wölfe“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2953 (Folge 35, Teil 2)
[„Der Todesnebel“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2858 (Folge 36)
[„Dr. Tods Horror-Insel“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4000 (Folge 37)
[„Im Land des Vampirs“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4021 (Folge 38)
[„Schreie in der Horror-Gruft“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4435 (Folge 39)
[„Mein Todesurteil“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4455 (Folge 40)
[„Die Schöne aus dem Totenreich“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4516 (Folge 41)
[„Blutiger Halloween“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4478 (Folge 42)
[„Ich flog in die Todeswolke“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5008 (Folge 43)
[„Das Elixier des Teufels“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5092 (Folge 44)
[„Die Teufelsuhr“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5187 (Folge 45)
[„Myxins Entführung“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5234 (Folge 46)
[„Die Rückkehr des schwarzen Tods“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3473 (Buch)

John Sinclair Classics – Das Hochhaus der Dämonen (Folge 42)

Die Handlung:

Mit sicheren Bewegungen zog James Warden die Klinge des Rasiermessers über die rechte Wange. Da erblickte er plötzlich das Gesicht im Spiegel. „Töte dich, James Warden!“, flüsterte die Geistererscheinung. James Warden gehorchte – und er sollte nicht das einzige Opfer im Hochhaus der Dämonen bleiben! (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Diesmal hat sich der Verlag an die Hörspielumsetzung des GESPENSTER-KRIMI-Heftromans mit der Nummer 183 gemacht, der erstmalig am 15. März 1977 am gut sortierten Bahnhofskiosk oder manchmal auch in einer Buchhandlung zu bekommen war. Das Titelbild des Hörspielcovers ist dabei eine Neuinterpretation der Thematik.

John Sinclair Classics – Das Hochhaus der Dämonen (Folge 42) weiterlesen

John Sinclair – Tokatas Todesspur (Folge 63)

Auf der Insel des Schweigens: das Armageddon der Samurai

„Geisterjäger“ John Sinclair ist Oberinspektor in einer Sonderabteilung von Scotland Yard, die sich mit übersinnlichen Fällen befasst. Sinclair wird von einem Kreuz beschützt und gewarnt, das vom Propheten Hesekiel selbst stammt. Zur doppelten Sicherheit trägt er auch eine Beretta-Pistole mit sich, die mit Silberkugeln geladen ist. Werwölfe und ähnliches Gelichter mögen so etwas gar nicht. Heißt es.

John Sinclair – Tokatas Todesspur (Folge 63) weiterlesen

John Sinclair – Im Tempel des Drachen (Folge 144, Teil 2 von 2)

Die Handlung:

Der unheimliche Shaolin Lin Cho war der einzige Kämpfer gewesen, der die Barbarenhorde hatte aufhalten können – mit Hilfe des Drachengottes, den er im unterirdischen Tempel des Drachen besucht hatte. Tausend Jahre später wandelten Suko und ich im Hochland von Tibet auf Lin Chos Spuren … im Wettlauf mit Shimada! (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Diesmal hat sich der Verlag an die Hörspielumsetzung des Heftromans mit der Nummer
486 gemacht, das erstmalig am 2. November 1987 am gut sortierten Bahnhofskiosk oder manchmal auch in einer Buchhandlung zu bekommen war.

John Sinclair – Im Tempel des Drachen (Folge 144, Teil 2 von 2) weiterlesen

John Sinclair – Der unheimliche Shaolin (Folge 143, Teil 1 von x)

Die Handlung:

Endlich hatten wir eine Spur unseres Freundes Yakup Yalcinkaya gefunden! Sie führte uns in ein ehrwürdiges Londoner Auktionshaus, wo ein tibetisches Rollbild versteigert wurde. Angeblich enthielt es einen Hinweis auf einen geheimnisvollen Schatz. Wir folgten der Spur des Bildes weiter – und stießen auf den Ninja-Dämon Shimada! (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Diesmal hat sich der Verlag an die Hörspielumsetzung des Heftromans mit der Nummer
486 gemacht, das erstmalig am 26. Oktober 1987 am gut sortierten Bahnhofskiosk oder manchmal auch in einer Buchhandlung zu bekommen war.

John Sinclair – Der unheimliche Shaolin (Folge 143, Teil 1 von x) weiterlesen

John Sinclair – Bring mir den Kopf von Asmodina (Folge 62)

Wie die Schlacht um Mittelerde, nur mit Maschinengewehren

„Geisterjäger“ John Sinclair ist Oberinspektor in einer Sonderabteilung von Scotland Yard, die sich mit übersinnlichen Fällen befasst. Sinclair wird von einem Kreuz beschützt und gewarnt, das vom Propheten Hesekiel selbst stammt. Zur doppelten Sicherheit trägt er auch eine Beretta-Pistole mit sich, die mit Silberkugeln geladen ist. Werwölfe und ähnliches Gelichter mögen so etwas gar nicht. Heißt es.

John Sinclair – Bring mir den Kopf von Asmodina (Folge 62) weiterlesen

Dark, Jason / Döring, Oliver – John Sinclair – Im Zentrum des Schreckens (Folge 61)

_Vor der Schlacht: Übungsstunden in der Hölle_

„Geisterjäger“ John Sinclair ist Oberinspektor in einer Sonderabteilung von Scotland Yard, die sich mit übersinnlichen Fällen befasst. Sinclair wird von einem Kreuz beschützt und gewarnt, das vom Propheten Hesekiel selbst stammt. Zur doppelten Sicherheit trägt er auch eine Beretta-Pistole mit sich, die mit Silberkugeln geladen ist. Werwölfe und ähnliches Gelichter mögen so etwas gar nicht. Heißt es.

John Sinclair und seine Gefährten stehen der Mordliga gegenüber. Doch auch Morasso, ihr Anführer, hat Feinde, nämlich Asmodina, die Tochter des Teufels. Sinclair & Co. befinden sich zwischen diesen beiden Fronten. Er kann nur hoffen, dass in der folgenden Schlacht die eine oder andere Seite geschwächt oder gar vernichtet wird – und dass er nicht zwischen die Fronten gerät.

Folge Nr. 61 entspricht dem Band 201 der Bastei-Romanserie und ist der Mittelteil eines Dreiteilers.

Die Hörspiele dieser Reihe sind Vertonungen der gleichnamigen Bastei-Heftserie. Mit der Trilogie von Band 60-62 feiert die Hörspielreihe ein weiteres Jubiläum – mit einem Online-Gewinnspiel. Der Verlag empfiehlt sein Werk ab 18 Jahren.

_Der Autor_

Der unter dem Pseudonym „Jason Dark“ arbeitende deutsche Autor Helmut Rellergerd ist der Schöpfer des Geisterjägers John Sinclair. Am 13. Juli 1973 – also vor 37 Jahren – eröffnete der Roman „Die Nacht des Hexers“ die neue Romanheft-Gruselserie „Gespenster-Krimi“ aus dem Hause Bastei. Inzwischen sind über 1700 John-Sinclair-Romane erschienen, die Gesamtauflage der Serie beträgt laut Verlag über 250 Millionen Exemplare.

_Die Sprecher/Die Inszenierung_

Frank Glaubrecht spricht den Geisterjäger himself und ist die deutsche Stimme von Al Pacino.
Joachim Kerzel, die deutsche Stimme von Jack Nicholson und Dustin Hoffman, spricht den Erzähler.
Suko: Martin May
Sir James Powell: Karlheinz Tafel
Myxin: Eberhard Prüter
Kara: Susanna Bonaséwicz
Lucille Adams: Marie Bierstedt (dt. Stimme von Kirsten Dunst u. a.)
Madame Tanith: Karin Buchholz
Solo Morasso: Tilo Schmitz (dt. Stimme von Ving Rhames etc.)
Asmodina: Martina Treger
Marvin Mondo: Till Hagen (dt. Stimme von Kevon Spacey u. a.)
Pamela Scott: Katrin Fröhlich
Vampiro del Mar: Helmut Krauss (dt. Stimme von Samuel L. Jackson, Marlon Brando u.a.)
Lupina: Claudia Urbschat-Mingues (dt. Stimme von Angelina Jolie)
Xorron: Udo Schenk (dt. Stimme von Ralph Fiennes u. a.)
Spuk: Boris Tessmann
Todesengel: Tanja Geke (dt. Stimme von Kate Hudson („Almost Famous“), Scarlett Johannson („The Prestige“) und Beyoncé Knowles)
Asmodis: Bernd Rumpf
Dämon: Oliver Stritzel
Kugel-Dämon: Sebastian Rüger
Logan Costello: Bernd Vollbrecht
Und weitere Sprecher.

_Der Regisseur_

… ist Oliver Döring, Jahrgang 1969, der seit 1992 ein gefragter Allrounder in der Medienbranche ist. „Als Autor, Regisseur und Produzent der „John Sinclair“-Hörspiele hat er neue Maßstäbe in der Audio-Unterhaltung gesetzt und ‚Breitwandkino für den Kopf‘ geschaffen“, behauptet der Verlag. Immerhin: Dörings preisgekröntes Sinclair-Spezial-Hörspiel „Der Anfang“ hielt sich nach Verlagsangaben wochenlang in den deutschen Charts.

Buch und Regie: Oliver Döring
Realisation: Patrick Simon
Tontechnik und Schnitt: ear2brain productions
Hörspielmusik: Christian Hagitte, Simon Bertling, Florian Göbels
Produktion: Alex Stelkens (WortArt) und Marc Sieper (Lübbe Audio)

_Handlung_

John Sinclair erwacht in der Hölle – wehrlos, seitdem ihm sein geheiligtes Kreuz durch eine wirkungslose Fälschung ersetzt wurde. Aus den Nebeln der Unterwelt formen sich zwei Geister: Asmodina und ihr Vater, der Höllenfürst Asmodis. Sie versprechen ihm höhnisch lange und erlesene Qualen. Wenig später erwacht er mit einem Seil um die Brust. Er hängt neben vielen anderen Gehenkten an einem gigantischen Galgen, der über einen See aus Blut ragt. Er wird gerade hinabgelassen, als er flink emporklettert, aber von einem anderen Gehenkten getroffen wird – und in den Blutsee stürzt …

|Feuerland|

Solo Morasso präsentiert seinen Verbündeten und Gefährten einen Überraschungsgast: Es ist der SPUK, der Herr des Schattenreiches und Gebieter einer Armee von Echsenwesen. Eigentlich hat der SPUK ja Asmodina die Treue versprochen, doch damit scheint es nicht weit her zu sein. Der Dämon berichtet, dass es der Schlampe gelungen sei, John Sinclair, den Sohn des Lichts, in ihr Reich zu locken. Solo Morasso wünscht, diesen Störenfried in die Finger zu bekommen. Der SPUK sagt ihm die Lieferung zu, sofern Morasso willens und in der Lage sei, ihm den Kopf von Asmodina zu übergeben.

|London|

Unterdessen sind Suko und Sir Powell über das Verschwinden Johns sehr beunruhigt. Als die Rolle Costellos deutlich wird, erklärt Sir Powell dem Ganoven den Krieg. Der Magier Myxin, Karas Freund, warnt vor der Gefahr, die John Sinclair in der Gewalt Asmodinas droht. Als Suko in Johns Wohnung nach Hinweisen sucht, erscheinen erst Madame Tanith und dann Kara per teleportation, und Myxin lässt nicht lange auf sich warten. Zusammen wollen sie einen Weg finden, um John aus der Hölle zu befreien.

Als Madame Tanith, die glücklicherweise noch die magische Kugel in ihrem Besitz hat, eine weitere Séance wagt, erscheint der Zugang zur gewünschten Dimension der Anderwelt blockiert: Es ist der Geist der dahingeschiedenen Lucille Adams! Sie verrät ihnen, dass die Kugel ein Erbstück des großen Sehers Nostradamus sei und sie diesen kontaktiert habe. Der bekannte Weissager habe jedoch mit Bedauern kundgetan, dass der Sohn des Lichts zwar noch lebe, aber für jeden Sterblichen unerreichbar sei …

|Hölle|

Asmodis, der Leibhaftige, informiert seine Tochter, dass Solo Morasso aus seinem Versteck gekommen sei, um die Höllenscharen herauszufordern. Er verlangt von ihr, John sofort zu töten, doch sie will ihr neues Spielzeug noch eine Weile genießen. Da sich herkömmliche Wächter als unfähig erweisen haben, stellt Asmodina mehrere Todesengel dazu ab, John mit nach Feuerland zu bringen, wo die Entscheidungsschlacht gegen Morasso stattfinden soll …

_Mein Eindruck_

Immer noch sind die Vorbereitungen zur großen Entscheidungsschlacht zwischen Asmodina und Solo Morasso nicht abgeschlossen. Ein neues Bündnis zwischen dem SPUK und der Mordliga verspricht größere Schlagkraft. Ein neuer Deal entscheidet über das weitere Schicksal von John Sinclair und Asmodina. Morasso weiß jetzt, wo sich diese beiden aufhalten.

Merkwürdig, dass er annimmt, dass Asmodina ihre neue Beute nicht gleich umbringt, wie es ihr Vater verlangt. Doch er ahnt, dass sie mit Sinclair noch ein Weilchen spielen will. Wenn sie dann nach Feuerland kommen will, wird ihm der SPUK schon rechtzeitig Bescheid geben. Bemerkenswert auch, dass Morassos Dämonen – er selbst ist nur ein Halb-Dämon und Mondo ein Mensch – sich nicht in die Hölle wagen. Sie wissen, dass ihnen die höllischen Heerscharen zahlenmäßig weit überlegen wären.

Die Handlung wird durch diverse Streitereien unnötig in die Länge gezogen. So etwa zofft sich Morasso mit Xorron, der mit seinen Zombies gerade im Südpolarmeer drei Menschen entkommen ließ – er dachte, sie wären nicht wichtig. Das findet Morasso überhaupt nicht witzig; er würde Xorron gerne einen Kopf kürzer machen, weil seine Feinde in London wissen, wo er sich befindet. Sie müssen Feuerland daher verlassen. So was Blödes aber auch. Er tröstet sich mit Pamela Scott, die ihn offenbar rattenscharf findet. Zusammen begeben sie sich ins Reich der Schatten, wo der SPUK herrscht und die Schlacht gegen Asmodina stattfinden soll.

|In der Hölle|

Unterdessen macht sich der Sohn des Lichts an die schwierige Aufgabe, in der Hölle zu überleben. Bemerkenswert, dass er dies leibhaftig tut, also mitsamt seinem Körper. Wäre dem nicht so, müssten Suko & Co. Johns Körper ja irgendwie am Leben erhalten. Das wird jedoch an keiner Stelle erwähnt. Nein, diese Figuren reisen stets mit Fleisch und Blut im Gepäck, egal in welche Dimension.

Wie auch immer: Der Riesengalgen und der Blutsee darunter sind ein feines Bild, das sich der gruselsüchtige Zuhörer sicherlich gerne ausmalt. Auch die akustische Untermalung ist hierfür vom Allerfeinsten. Man hört die Seile der Henkersschlingen knarren und ächzen, hört die Gehenkten jammern und stöhnen. John ist jedenfalls der Einzige, der agil und wach (lebendig?) genug ist, um den Galgen zu erklettern, um sich davonzumachen.

Als ihn ein herabfallender Gehenkter – das muss wohl einer der Stricke aus chinesischer Wertarbeit gekommen sein – mit in die Tiefe reißt, weist der Blutsee sämtliche Eigenschaften von Blut auf: Das Plasma schwimmt oben, die Blutkörperchen sinken nach unten. Dass das Blut nicht gerinnt, ist natürlich eine höchst teuflische Machenschaft. Wir würden ja zu gerne wissen, welche Blutgruppe die höllischen Majestäten bevorzugen – Null Rhesus negativ? Vampire würden sich die Lippen nach diesem edlen Tropfen lecken.

Die Comicfiguren dieser Reihe sorgen durch ihre Unlogik und übertriebenen Emotionen immer wieder für gute Laune: Sie treiben es ebenso bunt wie gewisse Politiker in der Dritten und anderen Welten. Es ist immer wieder erstaunlich, wie undämonisch sich diese Figuren verhalten. Und sie gehen stets nach menschlicher Gefühlslogik vor: Auge um Auge, Zahn um Zahn. Wir freuen uns schon: Früher oder später wird ihn dies sicher zum Verhängnis, denn das zweite Gesetz lautet: Jeder ist sich selbst der Nächste, und in der Not sorgt jeder für sich selbst – nach ihm die Sintflut.

_Die Sprecher/Die Inszenierung_

Die Macher der „Geisterjäger“-Hörspiele suchen ihren Vorteil im zunehmend schärfer werdenden Wettbewerb der Hörbuchproduktionen offensichtlich darin, dass sie dem Zuhörer nicht nur spannende Gruselunterhaltung bieten, sondern ihm dabei auch noch das Gefühl geben, in einem Film voller Hollywoodstars zu sitzen. Allerdings darf sich niemand auf vergangenen Lorbeeren ausruhen: Bloßes Namedropping zieht nicht, und So-tun-als-ob ebenfalls nicht.

Die Sprecher, die vom Starruhm der synchronisierten Vorbilder zehren, müssen selbst ebenfalls ihre erworbenen Sprechfähigkeiten in die Waagschale werfen. Zum Glück tun Pigulla, Kerzel, Glaubrecht und Co. dies in hervorragender und glaubwürdiger Weise. Statt gewisse Anfänger zu engagieren, die mangels Erfahrung bei den zahlreichen emotionalen Szenen unter- oder übertreiben könnten, beruht der Erfolg dieser Hörspielreihe ganz wesentlich darauf, dass hier zumeist langjährige Profis mit schlafwandlerischer Sicherheit ihre Sätze vorzutragen wissen.

Übertriebene Ausdrucksweisen heben die Figuren in den Bereich von Games- und Comicfiguren. Das kann bei jugendlichen Hörern ein Vorteil sein. Die Figuren schreien wütend, fauchen hasserfüllt oder lachen hämisch. Besonders unheimlich ist die Darstellung des Spuks, eines wirklich mächtigen Dämons. Leider erfahren wir auch in dieser Trilogie rein gar nichts über seine Herkunft und Entstehung bzw. darüber, warum er aus Asmodinas Reihen zu Morasso übergelaufen ist.

Auch alle anderen Figuren muss der Hörer bereits kennen, um sie zuordnen zu können. Aber als Fan der Serie kennt man ja Sinclair, Asmodina, Kara, Myxin usw. bereits aus dem Effeff. Recht nett wirken die Todesengel, allesamt weiblich (keine Neutren also) und von höchst bösartiger Natur – so dienen sie Asmodina optimal. Tanja Geke kann hier wirklich die Sau rauslassen und gehässig lachen.

Besonders gefiel mir Marie Bierstedt als Lucille Adams. Sie setzt ihren Charme als Geschlechtsgenossin gegenüber der vorsichtigen Madame Tanith sehr erfolgreich ein und findet Dinge aus deren Vergangenheit heraus, die man einem Unbekannten nicht unbedingt auf die Nase binden würde. Karin Buchholz spricht Madame Tanith mit gewisser Reserviertheit und Autorität, wird aber von Lucille zunehmend verunsichert. Später schließt sie sich dem Club der Sinclair-Helfer an. Doch Lucille segnet das Zeitliche – bis auf Weiteres.

|Geräusche|

Die Geräusche sind genau die gleichen, wie man sie in einem halbwegs realistischen Genre-Spielfilm erwarten würde, und die Geräuschkulisse wird in manchen Schlüsselszenen recht stimmungsvoll aufgebaut. Stets sorgen die magischen Objekte für nette Effekte, die oftmals aus Blitzgeräuschen und gefährlichem Zischen bestehen – sie sind meist dann zu hören, wenn Gut und Böse aufeinandertreffen. Gerne werden auch Hall und Donner eingesetzt. In den Schlachtszenen kommen noch zahlreiche Geräusche wie Zischen und Einschläge von den Projektilen hinzu – man kommt sich vor wie in Mittelerde, wenn die letzte Schlacht tobt.

|Musik|

Die Musik leitet in den kurzen Pausen bzw. Übergängen gleich zur nächsten Szene über. Sie wurde von einem kleinen Orchester eingespielt, und bevorzugt werden düstere, basslastige Instrumente und Effektgeräte eingesetzt, beispielsweise metallische Hammerschläge, wie sie in „Terminator 2“ erklingen. Die Titelmelodie der Serie erschallt in einem hämmernden Rock-Rhythmus aus den Lautsprecherboxen. Sehr sympathisch. Sie wird am Schluss der CD kurz zitiert und erklingt in voller Länge erst am Ende der dritten CD.

Musik, Geräusche und Stimmen wurde so fein aufeinander abgestimmt, dass sie zu einer Einheit verschmelzen. Dabei stehen die Dialoge natürlich immer im Vordergrund, damit der Hörer jede Silbe genau hören kann. An keiner Stelle wird der Dialog irgendwie verdeckt.

|Booklet etc.|

… enthält im Innenteil Angaben über die zahlreichen Sprecher, die Macher sowie sämtliche Hörfolgen. Auf der letzten Seite weist der Verlag auf den offiziellen JOHN-SINCLAIR-Song „CAIN – Age of Darkness“ hin, der „auf allen bekannten Musik-Downloadportalen“ zur Verfügung stehe.

_Unterm Strich_

Dieser Mittelteil der „Asmodina“-Trilogie dient ebenfalls vor allem der Vorbereitung der Entscheidungsschlacht zwischen der Höllentochter und dem Anführer der Mordliga. Die Spannung steigt deutlich an, als beide Seiten ihre Schachfiguren in Stellung bringen und sich den Austragungsort der Auseinandersetzung wählen: das Reich der Schatten, wo der SPUK herrscht.

Nach ein paar Trainingsstunden am Höllengalgen und dem Blutsee sieht sich John Sinclair nach Feuerland verfrachtet – per Luftexpress in den Armen der Todesengel. Geschickt wird der Todesnebel (aus Folge 59) umflogen, bevor der Bestimmungsort erreicht wird.

Nun aber fix die CD der nächsten Folge (#62) eingelegt, damit die Entscheidung in dieser epischen Auseinandersetzung fallen kann!

|Audio-CD mit 49:38 Minuten Spieldauer
ISBN 978-3-7857-4297-6|
[www.luebbe.de]http://www.luebbe.de
[www.sinclair-hoerspiele.de]http://www.sinclair-hoerspiele.de
[www.wortart.de]http://www.wortart.de

Noch mehr zu |John Sinclair| finden Sie in unserer [Rezensionsdatenbank]http://www.buchwurm.info/book .

Dark, Jason / Döring, Oliver – John Sinclair – Ich stieß das Tor zur Hölle auf (Folge 60)

_Komplexer Auftakt: Johns Sturz in die Hölle_

„Geisterjäger“ John Sinclair ist Oberinspektor in einer Sonderabteilung von Scotland Yard, die sich mit übersinnlichen Fällen befasst. Sinclair wird von einem Kreuz beschützt und gewarnt, das vom Propheten Hesekiel selbst stammt. Zur doppelten Sicherheit trägt er auch eine Beretta-Pistole mit sich, die mit Silberkugeln geladen ist. Werwölfe und ähnliches Gelichter mögen so etwas gar nicht. Heißt es.

John Sinclair und seine Gefährten stehen der Mordliga gegenüber. Doch auch Morasso, ihr Anführer, hat Feinde, nämlich Asmodina, die Tochter des Teufels. Sinclair & Co. befinden sich zwischen diesen beiden Fronten. Er kann nur hoffen, dass in der folgenden Schlacht die eine oder andere Seite geschwächt oder gar vernichtet wird – und dass er nicht zwischen die Fronten gerät.

Folge Nr. 60 entspricht dem Band 200 der Bastei-Romanserie und ist der Auftakt zu einem Dreiteiler.

Die Hörspiele dieser Reihe sind Vertonungen der gleichnamigen Bastei-Heftserie. Mit der Folge 60 feiert die Hörspielreihe ein weiteres Jubiläum – mit einem Online-Gewinnspiel. Der Verlag empfiehlt sein Werk ab 18 Jahren.

_Der Autor_

Der unter dem Pseudonym „Jason Dark“ arbeitende deutsche Autor Helmut Rellergerd ist der Schöpfer des Geisterjägers John Sinclair. Am 13. Juli 1973 – also vor 37 Jahren – eröffnete der Roman „Die Nacht des Hexers“ die neue Romanheft-Gruselserie „Gespenster-Krimi“ aus dem Hause Bastei. Inzwischen sind über 1700 „John Sinclair“-Romane erschienen, die Gesamtauflage der Serie beträgt laut Verlag über 250 Millionen Exemplare.

_Die Sprecher/Die Inszenierung_

Frank Glaubrecht spricht den Geisterjäger himself und ist die deutsche Stimme von Al Pacino.
Joachim Kerzel, die deutsche Stimme von Jack Nicholson und Dustin Hoffman, spricht den Erzähler.
Suko: Martin May
Sir James Powell: Karlheinz Tafel
Myxin: Eberhard Prüter
Kara: Susanna Bonaséwicz
Lucille Adams: Marie Bierstedt (dt. Stimme von Kirsten Dunst u.a.)
Madame Tanith: Karin Buchholz
Solo Morasso: Tilo Schmitz (t. Stimme von Ving Rhames etc.)
Asmodina: Martina Treger
Marvin Mondo: Till Hagen (dt. Stimme von Kevin Spacey u.a.)
Pamela Scott: Katrin Fröhlich
Vampiro del Mar: Helmut Krauss (dt. Stimme von Samuel L. Jackson, Marlon Brando u.a.)
Lupina: Claudia Urbschat-Mingues (dt. Stimme von Angelina Jolie)
Xorron: Udo Schenk (dt. Stimme von Ralph Fiennes u.a.)
Spuk: Boris Tessmann
Todesengel: Tanja Geke (dt. Stimme von Kate Hudson („Almost Famous“), Scarlett Johannson („The Prestige“) und Beyoncé Knowles)
Asmodis: Bernd Rumpf
Dämon: Oliver Stritzel
Kugel-Dämon: Sebastian Rüger
Logan Costello: Bernd Vollbrecht
Und weitere Sprecher.

_Der Regisseur_

… ist Oliver Döring, Jahrgang 1969, der seit 1992 ein gefragter Allrounder in der Medienbranche ist. „Als Autor, Regisseur und Produzent der „John Sinclair“-Hörspiele hat er neue Maßstäbe in der Audio-Unterhaltung gesetzt und ‚Breitwandkino für den Kopf‘ geschaffen“, behauptet der Verlag. Immerhin: Dörings preisgekröntes Sinclair-Spezial-Hörspiel „Der Anfang“ hielt sich nach Verlagsangaben wochenlang in den deutschen Charts.

Buch und Regie: Oliver Döring
Realisation: Patrick Simon
Tontechnik und Schnitt: ear2brain productions
Hörspielmusik: Christian Hagitte, Simon Bertling, Florian Göbels
Produktion: Alex Stelkens (WortArt) und Marc Sieper (Lübbe Audio)

_Handlung_

Asmodina, die Tochter des Höllenfürsten Asmodis, fädelt die Entscheidungsschlacht gegen Solo Morasso und seine Mordliga ein. Der SPUK sei ihr ein loyaler Partner und für John Sinclair, so berichtet sie, halte sie eine böse Überraschung bereit, um ihn in die Hölle zu locken. Jetzt bitte sie nur noch um die Unterstützung ihres Gesprächspartners: Daddy.

|Paris|

Es ist Freitagabend auf dem Montmartre von Paris, als das Medium Lucille Adams die Seherin Madame Tanith aufsucht. Madame hat ein Artefakt von großer Macht in ihrem Besitz: Die Kugel, die ihr einmal ein Abt geschenkt hat, könne Dimensionstore öffnen, versichert Lucille. Doch jener Abt, ein gewisser Pierre Dumont und Freund von Madame, sei ermordet worden, um in den Besitz der Kugel zu gelangen. Doch wer steckt dahinter?

Um dies herauszufinden, müssten Lucille und Madame die Kugel benutzen. Leider geht dabei etwas mächtig schief: Die Todesengel, Abgesandte Asmodinas, erscheinen und berühren die Kugel, bevor die herbeiteleportierte Zauberin Kara sie wieder vertreiben kann. Kara schwant Schlimmes. Sie beauftragt ihren Freund, den Magier Myxin, John Sinclair zu warnen …

|London|

John Sinclair und Suko sind bei Sir James Powell, dem Chef von New Scotland Yard, um die Lage zu besprechen. Meldungen aus dem Südatlantik weisen darauf hin, dass sich Solo Morasso und seine Dämonenbande in Feuerland verschanzt haben. Bestimmt hecken sie etwas aus. Sir Powell will jedoch nichts überstürzen, um beobachten und planen zu können – ein schwerer Fehler, wie sich bald zeigt. Denn der Feind ist bereits auf dem Vormarsch.

Als John mit seinem Bentley in die Tiefgarage seines Wohnkomplexes fährt, sieht er einen Mann am Boden liegen. Er will ihm helfen, als ihn ein schwerer Schlag von hinten niederstreckt. Als er wieder erwacht, sind Mann, Handy, Geldbörse, Waffe und Autoschlüssel weg. Nur sein Kreuz hat er noch, zum Glück. Dieses braucht er wider Erwarten sofort, denn ein gieriger Kugeldämon trachtet ihm nach dem Leben. John streckt ihm wie gewohnt sein geheiligtes Kreuz entgegen, eine der mächtigsten Waffen des Lichts. Doch nichts geschieht – das Kreuz ist wirkungslos! Erst Suko kann den Dämon unschädlich machen.

|Feuerland|

Unterdessen freut sich Solo Morasso über den Empfang des echten Kreuzes aus den Händen des Londoner Gangsters Costello, dessen Handlanger das echte Kreuz durch ein Duplikat ersetzt haben – mit Hilfe eines Scanners, den Marvin Mondo erfunden hat. Morasso gedenkt, das Kreuz im Kampf gegen Asmodina einzusetzen. Das Labor von Scotland Yard bestätigt, dass es sich um eine Fälschung handelt, was John da besitzt.

|London|

Niedergeschmettert sucht John nach einer weiteren mächtigen Waffe gegen das Böse. Er schaut in seinen unversehrten Tresor und holt den Kelch des Feuers heraus, dessen Eigenschaften allerdings unbekannt sind. Er versucht gerade, die eingravierten Zeichen zu entzifffern, als Blitze hervorschießen und ein Dimensionstor öffnen. Wohin verschwindet der Sohn des Lichts?

_Mein Eindruck_

Dieser Auftakt zur Trilogie „Morasso vs. Asmodina“ geizt nicht mit Schauplätzen und Akteuren. London, Paris, Feuerland und selbst Hölle sehen finstere Vorbereitung für den großen Showdown zwischen der Mordliga und der Tochter des Teufels. Während sich die Gegner ihre Waffen und andere Vorteile verschaffen, verliert unser Streiter des Guten sämtliche Trümpfe an die gegenseite. Es sieht für John Sinclair gar nicht gut aus. Dennoch landet er mitten in der Bredouille.

|Rätsel und Fragen|

Lange habe ich gerätselt, was der Erzählstrang um Madame Tanith eigentlich soll. Die Seherin und das Medium Lucille Adams sorgen sich um eine mysteriöse Kugel, einem Erbstück der katholischen Kirche mit mystischer Vergangenheit: Kein Geringerer als Nostradamus war einer ihrer Besitzer. Und wie sich herausstellt, steht die Kugel in enger Beziehung zum Kelch des Feuers – die Grals-Symbolik ist mehr als offensichtlich. Schließlich müssen die Guten, wenn sie gegen die höllischen Scharen bestehen wollen, entsprechend heilige und geweihte Objekte ins Feld führen. Wieder einmal sind die religiösen Untertöne der Sinclair-Geschichten deutlich.

Diese Beziehung von Kugel und Kelch erweist sich bei etwas Nachdenken insofern als folgenreich, als Asmodina nun mit Hilfe der von ihren Dienern berührten Kugel auf den Kelch zugreifen kann, der sich in Johns Besitz befindet – woher weiß sie das? – und den John als Ersatz für das gestohlene Kreuz – das kann sie ebenfalls nicht wissen – einsetzen will. Dieser Einsatz wird ihm zum Verhängnis: Madame Taniths Kugel zerrt ihn durch das von Kelch und Kugel erzeugte Dimensionstor in die Hölle. Wie man sieht, bleiben etliche Fragen der Logik offen.

|Kopie mit Pfiff|

Die Duplikation von Johns Kreuz ist nicht ohne Pfiff. Wie erwähnt, hat Marvin Mondo einen speziellen Scanner (und Kopierer) gebaut. Der Pfiff dabei: Nicht eine zweidimensionale Vorlage wie etwa Papier wird gescannt und kopiert, so ein 3D-Objekt – gibt es erst seit Kurzem und dürfte zu einer Menge Urheberrechtsstreitigkeiten führen.

Und angetrieben wird der Apparat nicht etwa von schnödem Benzin, auch nicht von Nukleartechnik, sondern von „kalter Verschmelzung“. Das ist die Übersetzung von „Cold Fusion“, der Atomverschmelzungstechnologie. Sie wurde mehrfach als erzielt berichtet, doch jedes Mal entpuppten sich die Versuche als Fakes. Marvin Mondo hat also wirklich die Nase vorn!

_Die Sprecher/Die Inszenierung_

Die Macher der „Geisterjäger“-Hörspiele suchen ihren Vorteil im zunehmend schärfer werdenden Wettbewerb der Hörbuchproduktionen offensichtlich darin, dass sie dem Zuhörer nicht nur spannende Gruselunterhaltung bieten, sondern ihm dabei auch noch das Gefühl geben, in einem Film voller Hollywoodstars zu sitzen. Allerdings darf sich niemand auf vergangenen Lorbeeren ausruhen: Bloßes Namedropping zieht nicht, und So-tun-als-ob ebenfalls nicht.

Die Sprecher, die vom Starruhm der synchronisierten Vorbilder zehren, müssen selbst ebenfalls ihre erworbenen Sprechfähigkeiten in die Waagschale werfen. Zum Glück tun Helmut Krauss (Xorron), Kerzel, Glaubrecht und Co. dies in hervorragender und glaubwürdiger Weise. Statt gewisse Anfänger zu engagieren, die mangels Erfahrung bei den zahlreichen emotionalen Szenen unter- oder übertreiben könnten, beruht der Erfolg dieser Hörspielreihe ganz wesentlich darauf, dass hier zumeist langjährige Profis mit schlafwandlerischer Sicherheit ihre Sätze vorzutragen wissen.

Übertriebene Ausdrucksweisen heben die Figuren in den Bereich von Games- und Comicfiguren. Das kann bei jugendlichen Hörern ein Vorteil sein. Die Figuren schreien wütend, fauchen hasserfüllt oder lachen hämisch. Besonders unheimlich ist die Darstellung des Spuks, eines wirklich mächtigen Dämons. Leider erfahren wir auch in dieser Trilogie rein gar nichts über seine Herkunft und Entstehung bzw. darüber, warum er aus Asmodinas Reihen zu Morasso übergelaufen ist.

Auch alle anderen Figuren muss der Hörer bereits kennen, um sie zuordnen zu können. Aber als Fan der Serie kennt man ja Sinclair, Asmodina, Kara, Myxin usw. bereits aus dem Effeff. Recht nett wirken die Todesengel, allesamt weiblich (keine Neutren also) und von höchst bösartiger Natur – so dienen sie Asmodina optimal. Tanja Geke kann hier wirklich die Sau rauslassen und gehässig lachen.

Besonders gefiel mir Marie Bierstedt als Lucille Adams. Sie setzt ihren Charme als Geschlechtsgenossin gegenüber der vorsichtigen Madame Tanith sehr erfolgreich ein und findet Dinge aus deren Vergangenheit heraus, die man einem Unbekannten nicht unbedingt auf die Nase binden würde. Karin Buchholz spricht Madame Tanith mit gewisser Reserviertheit und Autorität, wird aber von Lucille zunehmend verunsichert. Später schließt sie sich dem Club der Sinclair-Helfer an. Doch Lucille segnet das Zeitliche – bis auf Weiteres.

|Geräusche|

Die Geräusche sind genau die gleichen, wie man sie in einem halbwegs realistischen Genre-Spielfilm erwarten würde, und die Geräuschkulisse wird in manchen Schlüsselszenen recht stimmungsvoll aufgebaut. Stets sorgen die magischen Objekte für nette Effekte, die oftmals aus Blitzgeräuschen und gefährlichem Zischen bestehen – sie sind meist dann zu hören, wenn Gut und Böse aufeinandertreffen. Gerne werden auch Hall und Donner eingesetzt. In den Schlachtszenen kommen noch zahlreiche Geräusche wie Zischen und Einschläge von den Projektilen hinzu – man kommt sich vor wie in Mittelerde, wenn die letzte Schlacht tobt.

|Musik|

Die Musik leitet in den kurzen Pausen bzw. Übergängen gleich zur nächsten Szene über. Sie wurde von einem kleinen Orchester eingespielt, und bevorzugt werden düstere, basslastige Instrumente und Effektgeräte eingesetzt, beispielsweise metallische Hammerschläge, wie sie in „Terminator 2“ erklingen. Die Titelmelodie der Serie erschallt in einem hämmernden Rock-Rhythmus aus den Lautsprecherboxen. Sehr sympathisch. Sie wird am Schluss der CD kurz zitiert und erklingt in voller Länge erst am Ende der dritten CD.

Musik, Geräusche und Stimmen wurde so fein aufeinander abgestimmt, dass sie zu einer Einheit verschmelzen. Dabei stehen die Dialoge natürlich immer im Vordergrund, damit der Hörer jede Silbe genau hören kann. An keiner Stelle wird der Dialog irgendwie verdeckt.

|Booklet etc.|

… enthält im Innenteil Angaben über die zahlreichen Sprecher, die Macher sowie sämtliche Hörfolgen. Auf der letzten Seite weist der Verlag auf den offiziellen JOHN-SINCLAIR-Song „CAIN – Age of Darkness“ hin, der „auf allen bekannten Musik-Downloadportalen“ zur Verfügung stehe.

_Unterm Strich_

Als Auftakt der Trilogie weiß diese Folge nur wenig an Action zu bieten – diese findet sich naturgemäß im Finale, während der Entscheidungsschlacht. Immerhin gerät John in eine Art Überfall und sich gleich danach dem Angriff eines gierigen Kugeldämons ausgesetzt. Auch die zwei Damen in paris geraten in eine handfeste Auseinandersetzung mit den Todesengeln. Ansonsten lassen sich nur Ansätze zu späteren Konflikten registrieren. Deshalb heißt es wohl: „Bitte legen Sie CD #2 ein!“ Gemeint ist natürlich Folge 61.

|Audio-CD mit 49:17 Minuten Spieldauer
ISBN-13: 978-3-7857-4296-9|
[www.luebbe.de]http://www.luebbe.de
[www.sinclair-hoerspiele.de]http://www.sinclair-hoerspiele.de
[www.wortart.de]http://www.wortart.de

Noch mehr zu |John Sinclair| finden Sie in unserer [Rezensionsdatenbank]http://www.buchwurm.info/book .

Dark, Jason – Verlorene Seelen (John-Sinclair-Jubiläumsbox)

_Jubiläumsausgabe: Vier actionreiche SINCLAIR-Abenteuer_

In brandneuem Design bekommt der JOHN SINCLAIR-Fan hier aus Anlass des zehnjährigen Jubiläums vier der SINCLAIR-Hörspiele präsentiert:

1) [„Der Nachtclub der Vampire“ (Folge 1)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2078
2) [„Die Eisvampire“ (Folge 33)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2108
3) „Mannequins mit Mörderaugen“ (Teil 1, Folge 51))
4) „Horrortrip zu Schönheitsfarm“ (Teil 2, Folge 52)

Die Hörspiele dieser Reihe sind Vertonungen der gleichnamigen Bastei-Heftserie. Der Verlag empfiehlt sein Werk ab 18 Jahren.

_Der Autor_

Der unter dem Pseudonym „Jason Dark“ arbeitende deutsche Autor Helmut Rellergerd ist der Schöpfer des Geisterjägers John Sinclair. Am 13. Juli 1973 – also vor 37 Jahren – eröffnete der Roman „Die Nacht des Hexers“ die neue Romanheft-Gruselserie „Gespenster-Krimi“ aus dem Hause Bastei. Inzwischen sind über 1700 John-Sinclair-Romane erschienen, die Gesamtauflage der Serie beträgt laut Verlag über 250 Millionen Exemplare.

_Die Sprecher/Die Inszenierung_

Frank Glaubrecht spricht den Geisterjäger himself und ist die deutsche Stimme von Al Pacino.
Joachim Kerzel, die deutsche Stimme von Jack Nicholson und Dustin Hoffman, spricht den Erzähler.
Suko: Martin May
Sir James Powell: Karlheinz Tafel
Und viele Weitere.

Regie führte Oliver Döring, Jahrgang 1969, der seit 1992 ein gefragter Allrounder in der Medienbranche ist. „Als Autor, Regisseur und Produzent der „John Sinclair“-Hörspiele hat er neue Maßstäbe in der Audio-Unterhaltung gesetzt und ‚Breitwandkino für den Kopf‘ geschaffen“, behauptet der Verlag. Immerhin: Dörings preisgekröntes Sinclair-Spezial-Hörspiel „Der Anfang“ hielt sich nach Verlagsangaben wochenlang in den deutschen Charts.

Buch und Regie: Oliver Döring
Realisation: Patrick Simon
Tontechnik und Schnitt: ear2brain productions
Hörspielmusik: Christian Hagitte, Simon Bertling, Florian Göbels
Produktion: Alex Stelkens (WortArt) und Marc Sieper (Lübbe Audio)

Mehr Infos: [www.sinclair-hoerspiele.de]http://www.sinclair-hoerspiele.de
[www.wortart.de]http://www.wortart.de (ohne Gewähr)

_1) „Im Nachtclub der Vampire“ (Folge 1)_

Der 45-jährige Vertreter Ted Willard ist im tiefsten Soho auf einen kleinen Nachtklub namens „Shocking Palace“ gestoßen, der einen auf Gothic macht. Die Mädels sind ja schnuckelig, tragen aber witzige Vampirbeißerchen, die garantiert künstlich sind (oder?). Gleich fühlt sich Teddy 15 Jahre jünger. Doch um Mitternacht ändert sich das Dekor schlagartig: Die Läden werden heruntergelassen und die Türen verriegelt. Was soll das jetzt, fragt sich Ted, als er auch schon ein unmenschliches Brüllen hinter seinem Rücken vernimmt und einen gleich darauf einen Schmerz in seinem Hals …

John Sinclair verabschiedet sich in London Heathrow von der netten deutschen Mitpassagierin Marina Held, die in London nach dem Abi Urlaub machen und in der Pension von Clara Sanders übernachten will. Als Marina nachts ins tiefste Soho gerät, erregt sie die Aufmerksamkeit des Zuhälters George, der ihr einen „lukrativen Nebenjob“ anbietet. Auf der Flucht vor diesem zudringlichen Kerl gerät sie vors „Shocking Palace“. Als sie zufällig durchs einzige Fenster späht, erblickt sie drei Frauen, die einen Kerl in einen Sarg legen. Doch die Vampirinnen bemerken, dass sie eine unerwünschte Zeugin haben, und machen sich an die Verfolgung. George gerät in die Fänge von Lara, dem Kopf der Beißerbande, doch Marina entkommt. Vorerst.

Als Marina zu Sinclair kommt und ihm das Gesehene und Erlebte berichtet, warnt er sie vor diesen Vampiren, doch sie soll nichts unternehmen. Doch Lara und ihr Herr und Meister sind bereits Marina dicht auf den Fersen. Die Personen, die sie in ihresgleichen verwandeln, bereiten Sinclair erhebliches Ungemach. Doch er hat ja das Kreuz des Propheten Hesekiel und weiß sein süßes Blut wehrhaft zu verteidigen. Da verschwindet Marina jedoch spurlos. Sinclair ahnt, dass sie im Nachtklub der Vampire nicht mehr lange zu leben hat, wenn er ihr nicht zu Hilfe eilt. Doch im Klub erlebt er eine böse Überraschung …

|Mein Eindruck|

Mädels mit langen Eckzähnen, das ist eine verdächtige Kombination. Aber Mädchen mit solchen Beißerchen, die dann nicht mal das Tageslicht scheuen, sind eine gefährliche Kombination. Das muss auch John Sinclair erfahren, als er sich auf die Fährte von Marina Held, der schönen deutschen Abiturientin, setzt und dabei ins verrufene Soho gerät. (Das muss eine ganze Weile zurückliegen, denn heute ist Soho auch nicht mehr das, was es mal war, den Säuberungen sei Dank.) Selbstredend findet der Showdown im „Shocking Palace“ statt, allerdings nur der erste …

Eine Pistole mit kleinen geweihten Holzpfählen zu laden, ist nicht nur einfallsreich, sondern wahrscheinlich auch ziemlich schwierig. Aber wohl auch nicht kniffliger als das Laden mit selbstgegossenen und geweihten Silberkugeln. Gegen die Pestilenz des Bösen sind eben Waffen von ganz besonderem Kaliber vonnöten. Wie schon das mächtige Kreuz Hesekiels, das Sinclair stets als ultimative Waffe gegen die Satansbrut einsetzt, beweist.

Interessanterweise steht diesmal nicht Sinclair im Vordergrund, sondern Marina Held. Die Deutsche hat zwar keine Referenzen als diplomierte Geisterjägerin vorzuweisen, sondern kommt frisch von der Schule. Aber sie ist dennoch relativ unerschrocken, als sie in Soho besagten Damen mit den langen Zähnen entkommt. Der Opferung als Jungfrau entgeht sie auch mit etwas Glück, obwohl es heute unwahrscheinlich geworden ist, dass achtzehnjährige Mädchen noch Jungfrau ist – eine aussterbende Spezies. Immerhin erweist sich Fräulein Held – nomen est omen! – als letzte Rettung für John Sinclair, um ihn vor der sicheren Vampirisierung zu bewahren. Und das wäre wirklich nicht zu verantworten, handelt sich doch hier um die erste von bislang 63 Folgen!

_2) „Die Eisvampire“ (Folge 33) _

Tief im Wald nördlich von London stolpert ein kleiner Mann durch die Botanik ringsherum und rezitiert seltsame Worte in einer fremden Sprache. Es ist der Zauberer Myxin, der einen Vampir-Dämon beschwört. Ein Dimensionstor öffnet und Kogan erscheint, reichlich ungnädig ob des Rufers, den er zu seinen Feinden zählt. Myxin fordert Informationen darüber, was die Mord-Liga und Asmodina, die Tochter des Teufels, vorhaben. Doch Kogan lässt ihn von seinem Diener, die er mitgebracht hat, packen, auf dass er den Störenfried aussaugen kann.

Allerdings kommt es nicht dazu. Einer der Diener wird gepfählt. Er zerfällt augenblicklich zu Staub. Und John Sinclair zielt mit seiner silberkugelgefüllten Beretta auf Kogans Stirn. Kogan weicht zurück. Myxin rappelt sich auf, als Kogan um Gnade winselt, um ihn erneut zu fragen. Kogan verrät, dass drei Eisvampire kommen sollen. Ein Schuss fällt, und der Vampir ist Geschichte.

Myxin ist ungewöhnlich ernst. Die Eisvampire sind die Gebrüder Konja. Sie unterjochten einst Ungarn, bevor sie nach Österreich vertrieben wurden und sich tief im Drachensteingebirge versteckten. Sollte Asomdina die drei Vampire aufgetaut haben, wäre das eine Katastrophe. Denn sie würden die Bevölkerung ringsum natürlich sofort ebenfalls zu Vampiren machen …

|In Österreich|

Es ist schon nach sechs Uhr abends, als Toni Berger sich in der Mittelstation der Seilbahn des Drachensteins von seinem Sohn Max verabschiedet und seine Lohnabrechnung schließt. Nun muss er nun bloß noch die Wege durch die Eishöhlen prüfen, durch die er tagsüber die Touristen zu führen pflegt. Auf seinem Prüfgang hört er diesmal ein ominöses Fauchen. Ein Tier kann es nicht sein, dass die drei Türen, die zur Höhle führen, waren alle verschlossen. Da greift ihn ein riesiger Mann an. Toni schreit auf. Spitze Zähne bohren sich schmerzhaft in seine Halsschlagader …

Joseph Spengler, Tonis Freund, ruft dessen Sohn Max an: Wo bleibt denn der Toni bloß? Sie wollten doch runter ins Dorf, nach Hallstatt, zu Tonis Frau Karla und seiner künftigen Schwiegertochter Hanni. Doch da atmet Joseph auf: Der Toni kommt aus der Höhle. Allerdings wankt er und stöhnend bittet er um Hilfe. Sofort hilft Joseph seinem Freund in die Gondel und startet die Talfahrt. Da greift Toni ihn an und es kommt zu einem Kampf, in dessen Verlauf Joseph aus der Gondel in die Tiefe fällt …

John Sinclair und sein chinesischer Mitarbeiter Suko checken ins Hotel Schönblick ein, das von Hanni und Max geführt wird. Die beiden geben sich als englische Geologen aus, die die Eishöhlen besichtigen und untersuchen wollen. Max Berger stürzt herein: Toni Berger und Joseph Spengler sind verschwunden! Er nimmt Johns und Sukos Hilfe an und macht sich auf die Suche. Doch Toni Berger ist bereits in seinem Haus und stattet seiner überraschten Frau einen Besuch ab. Er hat eine böse Überraschung für sie parat …

|Mein Eindruck|

Auf der Alm, da gib’s koa Sünd? Diese Behauptung trifft auf die Eishöhlen im Gebirge sicher nicht zu. Für mehr als einen Besucher erweisen sie sich geradezu als Todesfalle, erst für Toni Berger, dann für John Sinclair. Mit den Eishöhlen hat der einfallsreiche Autor (s. o.) eine weitere pittoreske Szenerie geschaffen, um den ewigen Kampf zwischen Gut und Böse auf die Bühne zu bringen. Wir erfahren zwar nicht, was die drei Eisvampire dort noch im ungemütlichen Eis hält noch was sie aufgetaut hat, aber auf jeden Fall bilden sie den Gegner, ohne den der Geisterjäger keine Existenzberechtigung zu haben scheint. Klar, dass hier auch der explosive Showdown stattfinden muss. Jedenfalls der Erste.

Denn auch Suko hat alle Hände voll zu tun. Toni Berger ist mittlerweile, nachdem ihn ein Vampir verwandelt hat, in eine dunkle Karikatur seiner selbst pervertiert worden. Aber das ist kein Grund für ihn, unglücklich zu sein: Schließlich kann er jetzt im Dunkeln sehen und ist potenziell unsterblich. Na, das ist doch nicht zu verachten.

Wenn da bloß nicht der unstillbare Hunger nach frischem Blut und neuer Lebenskraft wäre. So ein Vampir ist ja wie ein Auto ohne Benzin: Er braucht ständig Nachschub, um agieren zu können. So gesehen ist ein Vampir auf Entzug eine ernste Warnung vor der Energiekrise. Andererseits gibt es eine patente Methode, gute Freunde zu finden: Man beißt sie einfach! Schwupps, hat man einen Mitvampir und guten Kumpel. Das trifft natürlich auch auf die Mädels zu …

Der Vampir Toni Berger zeigt die dunkle Seite des wohlanständigen Spießbürgers: stets auf Schabernack der blutigen Art versessen, fühlt er sich im Dunkel der Welt am wohlsten. Kein Grund, den Kopf hängen zu lassen – schnell ist auch seine Karla Schicksalsgenossin. Und sie haben nur auf die niedliche Hanni, die Schwiegertochter in spe gewartet. Dumm nur, dass ausgerechnet in diesem schönen Moment, als sie sich an der knusprigen Maid laben wollen, ein chinesischer Störenfried mit einer Dämonenpeitsche auftaucht …

_3) „Mannequins mit Mörderaugen“ (Folge 51)_

Die Fashion-Welt steht Kopf: Designerin Brenda Jones will ihre Show „Supermodel UK“ einstellen. Über die Gründe herrscht Rätselraten, denn Jones hat eine Nachrichtensperre verhängt. Brenda ihrerseits beschwert sich bei ihrem Partner Paul: Der Termin ihrer letzten Modenschau im Pariser Centre Pompidou wurde soeben verraten. Paul beruhigt sie: Es seien ja nur noch ein paar Tage. Was könne da schon passieren?

Pamela Scott ist zufrieden: Ihr Angriff auf das Haus von Brenda Jones läuft wie am Schnürchen, und die nichtsahnende Modetussi wird völlig überrascht, als Pamelas Maskierte sie gefangennehmen. Als die Nichtswürdige auch noch zu lügen versucht, haut Pamela ihr eine runter. „Wo sind die Models?“, will sie wissen. Jetzt gibt ihr die Frau die Information. Morasso funkt sie an, und Pamela gibt ihm einen Lagebericht: Alles bestens – weitermachen! Brenda hat ausgedient, aber für ihre Mädels findet sich eine weitaus wichtigere Verwendung …

John Sinclair und Suko kehren nach getaner Arbeit aus New York City nach Hause zurück. Allerdings müssen sie einen Zwischenstopp in Paris Orly einlegen. Dort erfahren sie, dass sich ihre Lieben in Paris einen Urlaub gönnen: Jane Collins, Sheila Conolly und Shao, Sukos Angebetete, wollen hierherkommen, um Brenda Jones’ Modenschau im Centre Pompidou besuchen. Und die Jungs kommen natürlich mit! John weiß nicht, ob er begeistert sein soll.

Auf dem Flugfeld werden er und Suko Zeugen eines sehr merkwürdigen Anblicks: Ein Gabelstapler verfrachtet vier – John fasst es kaum – SÄRGE von einem Propellerflugzeug in einen Transporter. Als es beinahe zu einer Kollision mit einem anderen Fahrzeug kommt, fällt einer der Särge herunter, geht auf – aus der Leiche quillt Rauch, Schreie gellen! John schaltet sofort: So reagiert nur ein Vampir auf das Sonnenlicht. Als er die Frau neben dem offenen Sarg wie einen Henker fluchen hört, erkennt er Lady X alias Pamela Scott. Die Mordliga, mit der er es gerade in New York City zu tun hatte, ist schon unterwegs nach Europa!

Als er auf Pamela feuert, schießt diese zurück. Polizeisirenen heulen auf. Während der Zombie-Samurai Tokata die Särge alle wieder auflädt, werden John und Suko von Pariser Polizisten gestellt und entwaffnet. Pamela Scott entkommt mit ihrer tödlichen Fracht. Was hat sie vor?

Als der Journalist Jacques Deverel auf der Straße nach Orly fährt, kommt ihm ein bemerkenswerter LKW entgegen. Er erhascht einen Blick in dessen Laderaum: Eine Frau steigt aus einem Sarg. Dieser nicht ganz alltägliche Anblick veranlasst Deverel zu wenden und dem Lkw nachzujagen. Er wittert die Story des Jahrhunderts. Als er an die Tür des Hauses klopft, an dem der LKW seine Fracht abgeladen hat, öffnet ihm eine attraktive Lady. Er wisse von den vier Models, die sie bei sich aufgenommen habe, sagt er, und wenn er sie interviewen dürfe, werde er auch nichts verraten.

Die Lady sträubt sich auch gar nicht und zeigt ihm ihre Models, eines schöner als das andere. Doch als er seine Kamera zückt, fallen ihm ein paar rätselhafte Details auf. Sie tragen alle Kontaktlinsen – wow, cool, diese gelben Augen! Und diese spitzen Eckzähne – ha, ganz schön apart. Doch warum schwitzt eines der Models Schleim aus? Und warum starren sie ihn alle so gierig an? So … hungrig?

|Mein Eindruck|

Nicht jedes Supermodel ist so brav und tüchtig wie Heidi Klum. Von gewissen Supermodels wie Naomi Watts ist bekannt, dass sie schon mal ausrasten. Zum Glück ist keine bislang als Vampirin hervorgetreten. Dem jeweiligen Journalisten, der das herausgefunden hätte, wäre es wahrscheinlich wie dem bedauernswerten Jacques Deverel ergangen, der quasi unter die Löwinnen fällt. In jedem Fall nutzt der Autor den Celebrity-Status der Supermodels aus, um sie zu Monstern aufzubauen. Natürlich als Opfer der Verkörperung des Bösen, der Mord-Liga.

In einer – auch akustisch realistisch nachgeahmten – Scheinwelt von Fummel, Frauen und Vampiren fühlt sich John Sinclair hörbar unwohl. Als ihn jane Collins & Co. dann auch noch mit einer „großen Sause“ in Paris quasi überfahren, scheinen sie für uns plötzlich große Ähnlichkeit mit den dämonischen Models anzunehmen. Der von Jane angedrohte Shopping-Ausflug erinnert auf einmal fatal an den Blutrausch eines Vampirs, wie er in Folge 52 an den Tag gelegt wird. Man fragt sich unwillkürlich, wo groß eigentlich der Unterschied zwischen den normalen Menschen und den „Kindern der Nacht“ ist. Die beabsichtigte Ironisierung von Sinclairs Lage wirkt brüchig und doppelbödig. Und ein Verdacht beschleicht uns in Folge 52, dass Jane und Co. wirklich furchterregende Vampirinnen abgeben würden.

Selbstredend gilt es, dies zu verhindern! Leichter gesagt als getan, denn wenn die Models vom Laufsteg über die Besucher herfallen, steht der Panik nichts mehr im Wege. Perfiderweise steckt auch der Conferencier mit ihnen unter einer Decke, denn auch er will seinen Liter Menschenblut haben (was ein wenig an Shylocks „Pfund Fleisch“ erinnert).

Der Gipfel der dramaturgischen Ironie besteht dann darin, dass er sich ausgerechnet an Pamela Scott vergreift, die wegen Johns Eingreifen einen Moment der Schwäche erleidet. Auf diese Weise schaden sich die Bösen gegenseitig. Und der Clou folgt in der Fortsetzung, als sich Pamela über ihre Verwandlung beschwert: Sie wollte doch Australien übernehmen – dummerweise in einem Land, über das die Sonne die absolute Herrschaft genießt. Pam würde als Vampirin einen schweren Stand gegen das Tagesgestirn haben.

_4) Fortsetzung: „Horrortrip zur Schönheitsfarm“ (Folge 52)_

Die Katastrophe auf der Modenschau im Centre Pompidou ist perfekt: Vampir-Models haben die vom Gas betäubten Besucherinnen der Schau verschleppt. Darunter befinden sich Jane Collins, Sheila Conolly und Shao, Sukos Freundin. Suko hat mit seiner Dämonenpeitsche allerdings eine als Model getarnte Dämonin zur Strecke bringen können, bevor ihn das Betäubungsgas außer Gefecht setzte. Jetzt breitet sich da nur eine Schleimpfütze aus.

Kommissar Meurisse und ein Agent vom Geheimdienst fühlen sich leicht veräppelt, als die beiden Polizisten aus Großbritannien behaupten, das Chaos auf der Modenschau sei von Vampiren und Dämonen angerichtet worden. Und von was für einer Liga soll hier die Rede sein? Mord-Liga? Nie gehört. Erst als Sinclair Meurisse bekniet, sich bei seinen Vorgesetzten in Paris für die Teilnahme Sinclairs an den Ermittlungen einzusetzen, besteht Hoffnung, die drei entführten Herzensdamen wiederfinden zu können.

Die drei Grazien erwachen aus ihrer Betäubung in einer Art medizinischem Untersuchungsraum. Ein einziger Mann befindet sich unter ihnen, wohl eher aus Versehen. Als sich die elektronisch gesicherte Tür öffnet, tritt ein etwa 50 Jahre alter Arzt ein. Er scheint ein Mensch zu sein, befindet Jane, aber die Frau an seiner Seite ist es sicherlich nicht: Pamela Scott alias Lady X. Und die spitzen langen Eckzähne verraten ihr, dass Lady X zu einer Vampirin geworden ist.

Während Jane lediglich fröstelt, weist Sheila Conolly eine völlig andere Reaktion auf. Sheila, die noch nie einen echten Vampir gesehen hat, erleidet einen hysterischen Anfall. Pamela Scott lacht bloß. Sie beansprucht Jane für sich, und der Arzt, der sich Francis Drusian nennt, überlässt sie ihr großzügig. Die anderen werden ein fast ebenso schlimmes Schicksal erleiden …

Unterdessen sind Sinclair, Suko und Meurisse in einem unauffälligen Wagen unterwegs zu einer der Schönheitskliniken, die es in Paris gibt. Suko hat sich erinnert, das Wort „Schönheitsfarm“ aufgeschnappt zu haben, als er halb betäubt am Boden lag. Die Schönheitsklinik von Dr. Drusian ließ sich auf den entsprechenden Listen schnell herausfinden: Drusian ist ein Geschäftspartner der berüchtigten Labors von Fariak Cosmetics, die Sinclair und Suko in London dichtgemacht haben. Die Brüder Fariak waren Vampire, die synthetisches Vampirblut herstellten, mit dem sie Europa unter ihre Kontrolle bringen wollten.

Was, wenn Dr. Drusian im Besitz von solchem infizierendem Vampirblut wäre? Er könnte im Handumdrehen zahlreiche Menschen zu Vampiren konvertieren und unter seine Kontrolle bringen. Hoffentlich kommen Sinclair und Co. noch nicht zu spät.

|Mein Eindruck|

In dieser Folge treffen Vampirismus und Medizin zusammen, um eine Bedrohung der besonderen Art zu schaffen: die pharmazeutische Umwandlung der europäischen Bevölkerung in Vampire. Seuchenkrankheit und moderne Chemie vereinen sich, wie sie es vielleicht bereits im Mittelalter getan haben. Damals hätte ein Alchimist seine Pillen jedoch noch selbst gedreht.

Allerdings scheinen die Tests mit Fariaks synthetischem Vampirblut noch nicht ganz abgeschlossen zu sein, sonst könnte man die Seuche ja gleich durchs Trinkwasser verbreiten, nicht wahr? Dass Frauen als Versuchskaninchen herhalten müssen, ist erstens ein zusätzlicher Nervenkitzel und zweitens ein Erfordernis der Dramaturgie: Die drei genannten Grazien sind den Geisterjägern lieb und teuer. Das trifft auf den gefangenen Mann nicht zu: Kein Wunder also, dass der Nobody also als Erster die Pille verabreicht bekommt. Es sind immer die Speerträger, die es als Erste erwischt.

Als John und Suko in den Komplex der Klinik eindringen, werden sie natürlich sofort gefangengenommen und zu Drusian gebracht. Schade, dass dieser Klinikleiter kein durchgeknallter Wissenschaftler à la Dr. Frankenstein aus der ehrwürdigen Tradition Hollywoods ist, sondern ein durchaus weltgewandter und kultivierter Franzose, der keiner Fliege was zuleide tun könnte. Doch der Schein trügt natürlich. Er ist ein Techniker ohne Moral, der die Pille die Arbeit des Grauens verrichten lässt. Sonst hätte er sich gar nicht erst mit der Mord-Liga eingelassen.

Zum Glück hat Suko einen Trumpf im Ärmel. Wie schon in Folge 50 dürfen wir wieder die Auswirkungen des Zeitstopps bewundern, den Suko mit dem Stab des Buddha bewirkt. Offenbar wurde er nicht gründlich durchsucht. Nun wendet sich das Blatt, sowohl für John und Suko als auch für Jane, die in den Klauen von Lady ein grausames Schicksal erleiden soll. Doch daraus wird wohl vorerst nichts: Jane gelingt es, Lady X zu entschlüpfen. Diese verfällt auf die hirnrissige Idee, das Haus zu sprengen …

_Die Sprecher/Die Inszenierung_

Die Macher der „Geisterjäger“-Hörspiele suchen ihren Vorteil im zunehmend schärfer werdenden Wettbewerb der Hörbuchproduktionen offensichtlich darin, dass sie dem Zuhörer nicht nur spannende Gruselunterhaltung bieten, sondern ihm dabei auch noch das Gefühl geben, in einem Film voller Hollywoodstars zu sitzen. Allerdings darf sich niemand auf vergangenen Lorbeeren ausruhen: Bloßes Namedropping zieht nicht, und So-tun-als-ob ebenfalls nicht.

Die Sprecher, die vom Starruhm der synchronisierten Vorbilder zehren, müssen selbst ebenfalls ihre erworbenen Sprechfähigkeiten in die Waagschale werfen. Zum Glück tun Pigulla, Kerzel, Glaubrecht und Co. dies in hervorragender und glaubwürdiger Weise. Statt gewisse Anfänger zu engagieren, die mangels Erfahrung bei den zahlreichen emotionalen Szenen unter- oder übertreiben könnten, beruht der Erfolg dieser Hörspielreihe ganz wesentlich darauf, dass hier zumeist langjährige Profis mit schlafwandlerischer Sicherheit ihre Sätze vorzutragen wissen.

Übertriebene Ausdrucksweisen heben die Figuren in den Bereich von Games- und Comicfiguren. Das kann bei jugendlichen Hörern ein Vorteil sein. Die Figuren schreien wütend, fauchen hasserfüllt oder lachen hämisch. Besonders unheimlich ist die Darstellung des Spuks, eines wirklich mächtigen Dämons. Leider erfahren wir rein gar nichts über seine Herkunft und Entstehung. Auch alle anderen Figuren muss der Hörer bereits kennen, um sie zuordnen zu können. Aber als Fan der Serie kennt man ja Jane Collins, Sinclair, Glenda Perkins, Kara, Myxin usw. bereits.

|Geräusche|

Die Geräusche sind genau die gleichen, wie man sie in einem halbwegs realistischen Genre-Spielfilm erwarten würde, und die Geräuschkulisse wird in manchen Schlüsselszenen recht effektreich aufgebaut. Vom Zischen einer Sense etwa über die allfälligen Schüsse und Schreie bis hin zum absoluten Sound Overkill, wenn die Macht des Kreuzes auf die Kraft des Bösen trifft – Explosionen, die auf einer leistungsfähigen Anlage die Wände zum Wackeln bringen können. So haben wir das gern!

|Musik|

Die Musik gibt ziemlich genau die vorherrschende Stimmung einer Szene wieder und leitet in den kurzen Pausen bzw. Übergängen gleich zur nächsten Szene über. Sie wurde von einem Orchester eingespielt, und so entsteht der Eindruck, die Begleitmusik zu einem alten Hollywood- oder British Horror Movie zu hören.

Stets gibt die Musik genau die vorherrschende Stimmung einer Szene wieder und ist mit einem klassischem Instrumentarium produziert. Mit einer einzigen Ausnahme: Die Titelmelodie der Serie erschallt in einem hämmernden Rock-Rhythmus aus den Lautsprecherboxen. Sehr sympathisch.

Musik, Geräusche und Stimmen wurde so fein aufeinander abgestimmt, dass sie zu einer Einheit verschmelzen. Dabei stehen die Dialoge natürlich immer im Vordergrund, damit der Hörer jede Silbe genau hören kann. An keiner Stelle wird der Dialog irgendwie verdeckt.

_Unterm Strich_

Die digitale und inhaltliche Überarbeitung hat diesen frühen Folgen aus dem Jahr 2000 hörbar gut getan, sodass sie sich nun auf dem mittlerweile erreichten hohen Niveau befinden. Es gibt keine anachronistischen Anweisungen oder Kommentare mehr („rechten Fuß nachziehen“ oder dergleichen), und auch das kulturelle Ambiente ist modernisiert worden: Jetzt setzt jeder Handys ein, soweit es möglich ist, sowie Computer für die Datenbankabfrage.

Nur die Feinde scheinen jedoch nicht auf dem laufenden zu sein. Sie setzen immer noch auf altbackenes Design wie etwa Überdämonen, Vampire, Särge und dergleichen Schnickschnack mehr. Andererseits sind auch Sinclairs Waffen nicht gerade auf dem neuesten Stand: ein Kreuz oder ein mit Holzpflöcken und Silberkugeln geladene Pistole, herrje, solches Zeug hatte man wohl auch schon im 16. Jahrhundert. Was diese Leute brauchen, sind ein paar anständige Hacker, die ein Botnetz aufbauen, mit dem man ordentliche Cyberattacken gegen den Feind fahren kann, beispielsweise gegen den Zentralcomputer von Scotland Yard! Dagegen dürfte auch das beste Weihwasser nichts helfen.

|Zu „Die Eisvampire“|

Diese Episode Nr. 33 hat mich wegen ihrer alpinen Szenerie sofort an das Sherlock-Holmes-Abenteuer „The final problem“ erinnert, in dem Holmes die Lauterbachfälle hinabstürzt, noch im Fallen im Clinch mit Erzfeind Prof. Moriarty (siehe auch die DVD zur ersten Staffel mit den britischen TV-Verfilmungen). Doch statt einer langsamen Annäherung an die Konfrontation spielt die Seilbahn eine beträchtliche Rolle: Sie beschleunigt das verhängnisvolle Geschehen, indem sie den frischgebackenen Vampir Toni Berger im Handumdrehen ins Tal bringt. Immerhin findet an Bord ein klasse Kampf zwischen Berger und Spengler statt.

Die Episode bietet dem SINCLAIR-Fan zwei Showdowns, die nicht zu verachten sind. Dass Toni Berger erst seine Frau angreift und dann seine Schwiegertochter, verleiht seiner Existenz eine gewisse erotische Würze. Wird Suko rechtzeitig eingreifen, um Hannis Ehre zu bewahren?

Die Stimmen stammen von Frank Glaubrecht, Joachim Kerzel und Helmut Krauss, stammen also von der ersten Garde, die etwa bis Nr. 40 tätig war. Auch Toni berger wird von einer bekannten deutschen Synchronstimme gesprochen, aber ich konnte sie nicht zuordnen. Der Suko-Sprecher scheint mir ein anderer als Martin May zu sein, der seither auf Suko abonniert ist.

|Zu „Mannequins mit Mörderaugen“ und „Horrortrip zu Schönheitsfarm“|

Das Tempo ist moderat, die Dramaturgie holprig, aber Spaß macht es dennoch, dieser Folge zu lauschen. Ganz besonders das Finale kann es an Lautstärke mit einem Queen-Konzert aufnehmen (autsch!). Der Aufbau dieses spannenden Abenteuers hat mir in der ersten Hälfte besser gefallen, denn dort war die Ironie wesentlich ausgeprägter. Und nette Models gabs auch.

Die zweite Hälfte der Doppelfolge bewegt sich von Actionhöhepunkt 1 auf der Modenschau zum Actionhöhepunkt 2 im Finale. Dazwischen herrscht viel Ebbe, was die Spannung und die Action betrifft, von Erotik ganz zu schweigen. Am besten tritt noch die oberfiese Pamela Scott auf, und ihre Sprecherin legt sich mächtig ins Zeug, um einen lautstarken Eindruck zu hinterlassen – das gelingt Katrin Fröhlich zu meiner vollsten Zufriedenheit.

|Das Hörbuch|

Diese Ausgabe zum zehnjährigen Jubiläum der erfolgreichen Hörspielreihe bietet einige der farbigsten Episoden der Serien. Auch jungen Menschen, die sich einfach nur für gruselige Audiokost interessieren, die gut gemacht ist, lassen sich die Hörspiele empfehlen. Sie sind leicht verständlich, wirkungsvoll inszeniert und die Stimmen der Hollywoodstars vermitteln das richtige Kino-Feeling. Die Action mit ihren explosiven Geräuscheffekten kommt ebenso wenig zu kurz wie einige Portion Erotik, was die Game-Freunde doch einigermaßen zufriedenstellen sollte.

|4 Audio-CDs mit 195 Minuten Spieldauer
ISBN-13: 978-3785744406|
[www.luebbe.de]http://www.luebbe.de

Noch mehr über den Geisterjäger |John Sinclair| finden Sie in unserer [Rezenseionsdatenbank]http://www.buchwurm.info/book .

Dark, Jason / Döring, Oliver – John Sinclair – Die Schöne aus dem Totenreich (Folge 41)

_Volle Action: Duell mit den Todesengeln_

John Sinclair und sein Kollege Suko stellen das magische Blut der |Fariac Cosmetics| (Folgen 38-40) sicher, als der Geisterjäger plötzlich verschwindet. Währenddessen beschwört der Zauberer Myxin einen alten Zauber und holt Haro, den Boten der Götter, zurück in diese Welt. Doch etwas geht schief und so muss Kara, die Schöne aus dem Totenreich, John Sinclair um Hilfe bitten. Für den „Sohn des Lichts“ beginnt ein nervenaufreibendes Abenteuer. (Verlagsinfo)

Diese Folge entspricht Band 143 der Heftserie.

_Der Autor_

Der unter dem Pseudonym „Jason Dark“ arbeitende deutsche Autor Helmut Rellergerd ist der Schöpfer des Geisterjägers John Sinclair. Am 13. Juli 1973 – also vor 34 Jahren – eröffnete der Roman „Die Nacht des Hexers“ die neue Romanheft-Gruselserie „Gespenster-Krimi“ aus dem Hause |Bastei|. Inzwischen sind über 1700 John-Sinclair-Romane erschienen, die Gesamtauflage der Serie beträgt laut Verlag über 250 Millionen Exemplare.

_Die Inszenierung_

Frank Glaubrecht spricht den Geisterjäger himself und ist die deutsche Stimme von Al Pacino, Christopher Walken, Jeremy Irons, Pierce Brosnan und vielen mehr.
Joachim Kerzel, die deutsche Stimme von Jack Nicholson, Sir Anthony Hopkins, Jean Reno und vielen mehr, spricht den Erzähler.
Jane Collins: Franziska Pigulla, die deutsche Stimme von Gillian „Scully“ Anderson
Sir James Powell: Karl-Heinz Tafel
Myxin: Eberhard Prüter (u. a. Bruce Dern, Sir Ian McKellen)
Kara: Susanna Bonaséwicz (Sissy Spacek, Isabelle Huppert, Isabella Rossellini)
Haro: Martin Keßler (Nicholas Cage, Vin Diesel)
Khylon: Udo Schenk (Ray Liotta, Ralph Fiennes, Kevin Bacon, Gary Oldman u. a.)
Smith: Oliver Rohrbeck (dt. Stimme von Ben Stiller, Michael Rapaport u. a.)
Todesengel: Judith Brandt (Sophie Marceau)
Martin: David Nathan (dt. Stimme von Johnny Depp, Christian Bale u. a.)
Fisher: Björn Schalla (Sean William Scott, Casey Affleck)
Tokata: Karsten Gausche
Pamela Scott: Katrin Fröhlich (Cameron Diaz, Gwyneth Paltrow, Heather Graham)
Vampiro del Mar: Helmut Krauss (dt. Stimme von Marlon Brando, James Earl Jones u. a.)
Polizist: Ralph Möske
Und andere.

|Der Produzent|

… ist Oliver Döring, Jahrgang 1969, der seit 1992 ein gefragter Allrounder in der Medienbranche ist. „Als Autor, Regisseur und Produzent der John-Sinclair-Hörspiele hat er neue Maßstäbe in der Audio-Unterhaltung gesetzt und ‚Breitwandkino für den Kopf‘ geschaffen“, behauptet der Verlag. Immerhin: Dörings preisgekröntes Sinclair-Spezial-Hörspiel [„Der Anfang“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1818 hielt sich nach Verlagsangaben wochenlang in den deutschen Charts.

Buch und Regie: Oliver Döring
Regieassistenz: Patrick Simon
Hörspielmusik: Christian Hagitte, Simon Bertling, Florian Göbels
Tontechnik: Arne Denneler
Schnittassistenz: Jennifer Kessler
Produktion: Alex Stelkens (|WortArt|) und Marc Sieper (|Lübbe Audio|)

Mehr Infos: http://www.sinclair-hoerspiele.de & http://www.wortart.de

_Handlung_

|PROLOG.|

Vor zehntausend Jahren war Haro in Atlantis ebenso ein Geisterjäger wie ein gewisser John Sinclair. Sein Widersacher war der Magier Myxin. Vor dem prophezeiten Untergang des Inselreiches wurde Haro in ein Felsengrab eingeschlossen und ein Bann darüber gelegt. Dieser Bann wird nun gebrochen, und eine kleine Gestalt betritt die Höhle, in der Haros Sarkophag steht.

Doch wieder Erwarten ist Haro keineswegs dankbar, nach so langer Zeit wieder erwachen zu dürfen. Denn es ist eben jener Myxin, sein Widersacher, der ihn erweckt. Dieser beteuert vergebens, dass Asmodina, die Tochter des Teufels, ihn seiner magischen Kräfte beraubt habe und er jetzt ein Helfer des Sohn des Lichts sei, der bürgerlich John Sinclair heißt. Haro entfesselt gerade seine eigene Macht, als drei von Asmodinas Todesengeln auftreten und den beiden Streithähnen Feuer unterm Hintern machen. Doch sie haben einen Beobachter …

|Haupthandlung.|

John Sinclair untersucht gerade das magische Mosaik im Londoner Verwaltungsgebäude von |Fariac Cosmetics| (siehe Folgen 38-40), als plötzlich die Zeit stillsteht und eine weibliche Stimme ihn ruft. Ein Nebel tritt aus dem Mosaik und formt eine Gestalt vor ihm. Die schöne Frau trägt lediglich Schleier und ein helles goldfarbenes Schwert. Sie nennt sich Kara und sagt, sie komme aus dem Totenreich. Haro und Myxin würden seine, Sinclairs, Hilfe gegen Asmodinas Brut benötigen. John muss mitkommen, um seiner Bestimmung zu gehorchen. Außerdem kennt er Myxin als seinen Helfer.

Als Sinclair verschwunden ist, wundert sich der ihn begleitende Suko. Der Chinese informiert sofort Sir James Powell bei Scotland Yard, der ihm Instruktionen gibt, was mit dem bei |Fariac| sichergestellten Blut geschehen soll. Ein gesicherter Lieferwagen werde mit einer Eskorte kommen und das Teufelszeug des Vampirgrafen abholen, damit man es untersuchen kann.

Doch dazu kommt es nicht. Die Eskorte sei verschwunden, erfährt Suko per Funk, und als nicht nur ein, sondern zwei Lieferwagen auftauchen, weiß er, dass er und sein Team in Schwierigkeiten stecken. Er lässt eine Verteidigungsstellung aufbauen. Dem zweiten Transporter entsteigt kein anderer als der Vampir-Samurai Tokata. O Mist! Suko bereitet seine Dämonenpeitsche für den Einsatz vor, denn mit Kugeln allein ist gegen ein solches Ungeheuer nichts auszurichten. Da ertönt ein Schrei in Sukos Rücken …

Sinclair und Kara treffen im Felsengrab Haros ein, wo Myxin gerade von einem Todesengel gefoltert wird. Karas Schwert macht kurzen Prozess mit dem Wesen und begrüßt ihren einstigen Geliebten Haro, doch nun gibt es ein weiteres Problem. Kara kann nur mit Hilfe des Tranks des Vergessens im Totenreich überdauern. Den jedoch hat Asmodina gestohlen und im „Haus der jammernden Seelen“ versteckt, wo ein Dämon der Hölle ihn bewacht.

Sie machen sich auf, um diesen Trank zu beschaffen, doch wie sich herausstellt, stößt Sinclair hier an seine Grenzen …

_Mein Eindruck_

Jetzt tragen schon die Frauen das Schwert und geben es nicht her, nicht mal dem Geliebten! So hält es jedenfalls Kara, die leichtgeschürzte „Schöne aus dem Totenreich“. Warum alleine sie dieses Schwert, das sie von ihrem ermordeten Vater geerbt hat, führen darf, erfahren wir leider nicht, sondern können darüber lediglich Mutmaßungen anstellen. Nun, dann braucht sie sich aber nicht zu wundern, dass ihr gerade wiedergefundener Geliebter Haro den Weg aller Sterblichen geht, als zwei Pfeile von Todesengeln ihn treffen. Offenbar hat dieser ehemalige Geisterjäger keinerlei Talisman, der ihn schützt, so wie Sinclair sein heiliges Kreuz hat. Dumm gelaufen, Kara!

Oder einfach nur schlecht durchdacht (oder gekürzt) vom Autor der Serie. Wie auch immer, wieder einmal gibt es Herzeleid genug, um die Unmengen von Actionszenen auszugleichen, aus denen der spannende Rest dieser sehr unterhaltsamen Folge besteht. Sinclairs Fighter-Gruppe sieht sich nicht nur in einem zusammenbrechenden Haus eingeschlossen, sondern dessen Seite öffnet sich zudem noch zu einem Korridor direkt in die Hölle. Dieses Szenario erinnert mich stark an jene in Moria, als Gandalf und seine Gefährten sich von Orks geschlossen sehen, als sich plötzlich eine weitaus schrecklichere Bedrohung bemerkbar macht: der Feuerdämon Morgoths.

Dieser Handlungsstrang, in dem mit mystischen Waffen gekämpft wird, steht dem zweiten gegenüber, in dem einfach hauptsächlich nur wild geballert wird. Suko und seine Truppe vom Yard müssen sich des konzertierten Angriffs der Mord-Liga des Obervampirs Vampiro del Mar erwehren. Der untote Samurai Tokata scheint deren Anführer zu sein und wird von der Mörderin Pamela Scott unterstützt. Wer zuletzt lacht, lacht am besten, und das scheinen in diesem Fall die Bösen zu sein.

_Die Inszenierung_

Die Macher der „Geisterjäger“-Hörspiele suchen ihren Vorteil im zunehmend schärfer werdenden Wettbewerb der Hörbuchproduktionen offensichtlich darin, dass sie dem Zuhörer nicht nur spannende Gruselunterhaltung bieten, sondern ihm dabei auch noch das Gefühl geben, in einem Film voller Hollywoodstars zu sitzen. Allerdings darf sich niemand auf vergangenen Lorbeeren ausruhen: bloßes Namedropping zieht nicht, und So-tun-als-ob ebenfalls nicht.

Die Sprecher, die vom Starruhm der synchronisierten Vorbilder zehren, müssen selbst ebenfalls ihre erworbenen Sprechfähigkeiten in die Waagschale werfen. Zum Glück machen Pigulla, Kerzel, Glaubrecht und Co. dies in hervorragender und glaubwürdiger Weise. Statt gewisse Anfänger zu engagieren, die mangels Erfahrung bei den zahlreichen emotionalen Szenen unter- oder übertreiben könnten, beruht der Erfolg dieser Hörspielreihe ganz wesentlich darauf, dass hier zumeist langjährige Profis mit schlafwandlerischer Sicherheit ihre Sätze vorzutragen wissen. Interessant ist der Einsatz von Stimmfiltern. So spricht etwa spricht der Höllengeist Khylon keineswegs „normal“, sondern mit einer donnernden und mit Hall verstärkten Stentorstimme.

|Geräusche|

Die Geräusche sind genau die gleichen, wie man sie in einem halbwegs realistischen Genre-Spielfilm erwarten würde, und die Geräuschkulisse wird in manchen Schlüsselszenen recht stimmungsvoll aufgebaut. Die zwei Handlungsstränge bieten Gelegenheit, sowohl Geräusche aus der Gegenwart einzusetzen als auch solche aus der Vergangenheit, etwa aus Mittelalter (Pfeile, Schwerter) und Mythos (Höllenfeuer). Immer wieder stehen Kampfgeräusche im Vordergrund. Doch das Finale bestreitet wie so häufig (siehe [„Star Wars: Labyrinth des Bösen“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3292 von Döring) eine gigantische Explosion. Viel Sound für wenig Geld, könnte man es auf einen Punkt bringen.

|Musik|

Die Musik gibt ziemlich genau die vorherrschende Stimmung einer Szene wieder und leitet in den kurzen Pausen bzw. Übergängen gleich zur nächsten Szene über. Sie wurde von einem Orchester eingespielt, und so entsteht der Eindruck, die Begleitmusik zu einem alten Hollywood- oder British-Horror-Movie zu hören. Stets gibt sie sehr genau die vorherrschende Stimmung einer Szene wieder und ist mit einem klassischem Instrumentarium produziert. Mit einer einzigen Ausnahme: Die Titelmelodie der Serie erschallt in einem hämmernden Rock-Rhythmus aus den Lautsprecherboxen. Sehr sympathisch.

Musik, Geräusche und Stimmen wurde so fein aufeinander abgestimmt, dass sie zu einer Einheit verschmelzen. Dabei stehen die Dialoge natürlich immer im Vordergrund, damit der Hörer jede Silbe genau hören kann. An keiner Stelle wird der Dialog irgendwie verdeckt.

|Das Booklet|

… enthält im Innenteil Angaben über die zahlreichen Sprecher und die Macher. Der Verlag empfiehlt sein Werk ab 16 Jahren.

_Unterm Strich_

Obwohl später als Folge 42 publiziert, führt diese Episode 41 die Fariac-Trilogie in den Folgen 38-40 direkt fort. Die Frage ist nämlich, was aus dem Vampirblut wird, das Fariac, der Kosmetikhersteller, produziert hat, um neue Vampire zu schaffen. Eigentlich ist dieser edle Tropfen zu schade, um nur getrunken zu werden, aber das genau widerfährt dem unheilvollen Stoff. Und wer weiß, was daraus noch werden mag. Das sorgt jedenfalls für Kontinuität in der Serie, und für die Fans ist dies sehr wichtig.

Diese Londoner Vorgänge haben (noch) nichts mit John Sinclair zu tun, der sich auf einer Rettungsmission für Lady Kara befindet, deren sinnlichen Reizen er offenbar, da bekanntlich kein Kostverächter, nicht widerstehen kann, obwohl sie doch offenbar längst an Haro vergeben ist. Aber was nicht ist, das kann ja noch werden, und seine Chance kommt, als Haro das Zeitliche segnet. Dabei hat Sinclair schon seine Freundin Jane, der Schlingel. Er gerät aber selbst schwer in die Bredouille, als ihm ein Höllenfürst Paroli bietet. Dreimal darf man raten, wer ihm wieder aus der Patsche hilft.

Diese Episode ist ungewöhnlich actionreich, und der Serienfreund darf sich über etliche Kämpfe und ein – zumindest akustisch – bombastisches Finale freuen. Angesichts dessen ist die oben angesprochene, etwas lückenhafte Logik rein sekundär.

Auch jungen Menschen, die sich einfach nur für gruselige Audiokost interessieren, die gut gemacht ist, lässt sich das Hörspiel empfehlen. Es ist leicht verständlich, wirkungsvoll inszeniert und die Stimmen der Hollywoodstars vermitteln das richtige Kino-Feeling. Die Action kommt, wie gesagt, nicht zu kurz, was auch Game-Freunde doch einigermaßen zufriedenstellen sollte.

|52 Minuten auf 1 CD|
http://www.sinclairhoerspiele.de
http://www.luebbe-audio.de
http://www.wortart.de

_|Geisterjäger John Sinclair| auf |Buchwurm.info|:_

[„Der Anfang“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1818 (Die Nacht des Hexers: SE01)
[„Der Pfähler“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2019 (SE02)
[„John Sinclair – Die Comedy“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3564
[„Im Nachtclub der Vampire“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2078 (Folge 1)
[„Die Totenkopf-Insel“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2048 (Folge 2)
[„Achterbahn ins Jenseits“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2155 (Folge 3)
[„Damona, Dienerin des Satans“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2460 (Folge 4)
[„Der Mörder mit dem Januskopf“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2471 (Folge 5)
[„Schach mit dem Dämon“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2534 (Folge 6)
[„Die Eisvampire“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2108 (Folge 33)
[„Mr. Mondos Monster“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2154 (Folge 34, Teil 1)
[„Königin der Wölfe“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2953 (Folge 35, Teil 2)
[„Der Todesnebel“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2858 (Folge 36)
[„Dr. Tods Horror-Insel“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4000 (Folge 37)
[„Im Land des Vampirs“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4021 (Folge 38)
[„Schreie in der Horror-Gruft“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4435 (Folge 39)
[„Mein Todesurteil“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4455 (Folge 40)
[„Die Schöne aus dem Totenreich“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4516 (Folge 41)
[„Blutiger Halloween“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4478 (Folge 42)
[„Ich flog in die Todeswolke“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5008 (Folge 43)
[„Das Elixier des Teufels“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5092 (Folge 44)
[„Die Teufelsuhr“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5187 (Folge 45)
[„Myxins Entführung“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5234 (Folge 46)
[„Die Rückkehr des schwarzen Tods“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3473 (Buch)

John Sinclair – Das Grauen aus dem Bleisarg (Folge 142)

Die Handlung:

„Ich bin gleich zurück, Mrs Lockhead.“ Die Schritte entfernten sich, und Thelma Lockhead blieb allein in der Dunkelheit zurück. Bisher hatte es ihr nichts ausgemacht, dem Fremden zu vertrauen. Nun aber wurde ihr mulmig zumute, denn in der Gruft ihrer Ahnin Dorothy Lockhead sollte es spuken, wie man ihr versichert hatte … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Diesmal hat sich der Verlag an die Hörspielumsetzung des Heftromans mit der Nummer
369 gemacht, das erstmalig am 29. Juli 1985 am gut sortierten Bahnhofskiosk oder manchmal auch in einer Buchhandlung zu bekommen war.

John Sinclair – Das Grauen aus dem Bleisarg (Folge 142) weiterlesen