Archiv der Kategorie: Interviews

Interview mit Christian Endres zu seinem Roman „Wolfszone“

Deutschland in der nahen Zukunft. Ein heikler Auftrag führt den Berliner Privatdetektiv Joe Denzinger in die brandenburgische Provinz. Direkt hinter dem Dorf Dölmow hat die Bundeswehr einen Wald abgeriegelt, in dem sich ein Rudel Wölfe durch Nanobots und künstliche Intelligenz massiv verändert hat. Und genau hier soll Joe die Erbin eines mächtigen Rüstungsunternehmens finden, die seit Tagen spurlos verschwunden ist. Zwischen Cyborg-Wölfen, Soldaten, Gangstern, Umwelt-Aktivisten und Einheimischen beginnt für Joe eine atemlose Jagd mit ungewissem Ausgang.(Verlagsinfo)
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Interview mit James Lee Burke (2017)


Das Interview führte Sebastian Hallmann. Der Beitrag und das Interview sind aus dem Jahr 2017, der Pendragon-Verlag und BUCHWURM danken für die Erlaubnis, es hier zu posten.

Hallmann: Unser heutiger Gesprächspartner ist außergewöhnlich. Anders kann ich es nicht sagen. Mit 80 Jahren zählt er nicht mehr zu den jüngsten seines Fachs, dafür allerdings zu den besten. Von der „Denver Post“ zu Amerikas bestem Romancier gekürt und von der MWA (Mystery Writers of America) mit dem Grand Master Award für sein herausragendes Lebenswerk ausgezeichnet, kann man ruhigen Gewissens behaupten, dass James Lee Burke zu den wichtigsten Kriminalautoren der Neuzeit zählt. Seine Werke bestechen durch einen anspruchsvollen und dennoch zugänglichen, sehr bildgewaltigen Stil und es ist schwer, sich nicht von ihnen mitreißen zu lassen.

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Interview mit Krimiautor Kevin Major

Interview mit Krimiautor Kevin Major

Der Autor

Kevin Major wurde 1949 in Stephenville  auf Neufundland geboren. Einige seiner Werke wurden verfilmt, fürs Theater bearbeitet und übersetzt. 1992 wurde er mit dem Vicky Metcalf Award ausgezeichnet. Mit seiner Frau und seinem Hund lebt Major in St. John’s, im Osten von Kanada. 2020 erschien sein Roman „Caribou“ bei Pendragon, mit „One for the Rock“ startet nun auch seine Krimireihe. Als nächster Band erschien „Two for the Tablelands“.

Frage: Du bist ein erfahrener Autor, der sich bereits an vielen Genres probiert hat, aber „One for the Rock“ ist dein erster Kriminalroman. Was hat dich dazu inspiriert, dieses Genre auszuprobieren?

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Interview mit John Grisham zu seinem neuen Roman „Die Entführung“, dem Sequel zu „Die Firma“

Sechs Fragen an John Grisham zu seinem neuen Roman „Die Entführung“
John Grisham (c)Michael Lionstar

Es ist bekannt, dass Sie Ihre eigenen Bücher nie nochmals lesen. „Die Firma“ wurde vor mehr als 30 Jahren veröffentlicht. Woher kamen die Ideen für die „am meisten erwartete Fortsetzung der Welt“?

Grisham: „Mitch McDeere ist mir immer im Hinterkopf geblieben, aber ich hatte bisher einfach nicht die richtige Geschichte. Nun endlich, nach 30 Jahren, hatte ich das Gefühl, dass es an der Zeit war.“

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Interview mit Florian Knöppler zu seinem neuen Roman „Südfall“

„Dave überlebt den Abschuss seines Fliegers über dem nordfriesischen Wattenmeer und entgeht nur knapp dem Ertrinken. Der britische Soldat könnte das Kriegsende in einem Versteck abwarten, doch er wagt die Flucht von Husum die Küste entlang nach ­Dänemark. Dabei trifft er auf den jungen, sensiblen Paul, der von sich selbst Härte verlangt, seine Tante Anna, die sich ­entschließt, Dave zu helfen, und ­Cecilie, ein ­schillerndes und doch verschlossenes Mädchen. Auf einem Boot nahe der dänischen Grenze entsteht ein Plan, wie Dave es bis nach England ­schaffen könnte.

​Ruhig, menschlich, bewegend – ein Roman, in dem Begegnungen zu Wendepunkten werden.“ (Knöpplers Homepage)

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Interview mit Philipp Röttgers und Dorothee Schröder zu ihrem Buch über JACK THE RIPPER

London 1888. Die Whitechapel-Morde erschüttern die ganze Stadt und sorgen weltweit für Schlagzeilen. Was passierte wirklich? Eine spannende Reise ins „dunkelste London.“ „Ich bekomme mein Geld schon zusammen. Sieh nur, was für eine hübsche Haube ich habe.“ Wenige Stunden, nachdem Mary Ann „Polly“ Nichols sich mit diesen Worten von ihrem Hausverwalter verabschiedet hat, wird sie ermordet in der Buck’s Row in Whitechapel aufgefunden. Es ist der 31. August 1888 und der Beginn des sogenannten „Herbst des Schreckens“… Im Herbst 1888 erschüttert eine Mordserie das viktorianische London. Der Mörder wird nie gefasst, sein Name „Jack the Ripper“ geht um die ganze Welt.

Philipp Röttgers und Dorothee Schröder werfen einen Blick auf das Leben der Frauen, die dem Mörder zum Opfer fielen. Sie berichten über die Polizeiarbeit, stellen Verdächtige der damaligen Ermittler vor und beschreiben anhand von Zeugenaussagen, Polizeidokumenten und Zeitungsartikeln detailliert, was sich in den Mordnächten zugetragen hat. Eine umfangreiche und faktenbasierte Chronologie der Ereignisse im „Herbst des Schreckens“. (Amazon.de)
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Otherland: Die Weltpremiere

Am 7. Oktober fand in der Frankfurter Innenstadt eine Weltpremiere statt. Im Club U060311 führte der Hessische Rundfunk zum ersten Mal öffentlich das Hörspiel [„Otherland – Stadt der goldenen Schatten“ 603 (erster von vier „Otherland“-Teilen) auf. Die literarische Vorlage von Tad Williams, ein 3500-Seiten-Roman, beziehungsweise das 1200-Seiten-Drehbuch dazu hatten über 250 Mitwirkende unter der Regie von Hörspielspezialist Walter Adler in elf Wochen eingespielt. Ein paar dieser Mitwirkenden waren in den Club gekommen.

Nachdem endlich die Parade der federführenden Herrschaften von Rundfunk und |Hörverlag| ihre (mehr oder weniger) wichtigen Worte des Dankes gesagt hatte, durfte endlich auch Tad Williams zu Wort kommen. Williams, geboren vor annähernd 50 Jahren (1957), ist ein hoch aufgeschossener Kerl mit Glatzkopf und sehr sympathischem Lächeln. Bei vielen Promis wirkt so ein Lächeln aufgesetzt, aber bei ihm hatte ich den Eindruck, es sei echt. Eigentlich kein Wunder, denn der Abend galt nur ihm und seinem einzigartigen Werk.

Neben ihm saßen Walter Adler, der Regisseur, Pierre Oser, der Komponist, sowie die beiden Sprecher Udo Schenk und Leslie Malton. Die Moderation übernahm Walter Filz, der die massenhaft erschienenen Fantasyfans mit dem Bekenntnis schockte, er habe den „Herrn der Ringe“ nie gelesen. Bei mir jedenfalls war er sofort unten durch. Sein schlechtes Englisch – „How did you did it, Mr. Adler?“ – gab mir dann vollends den Rest.

_Der Autor: Williams_

Tad Williams erzählte, wie es zu Walter Adlers Plan für ein Hörspiel kam. Das war schon 1998, nach dem Erscheinen des ersten „Otherland“-Romans. Er erfuhr durch seine Lektorin Ulrike Killer davon und war sehr angetan. In seinem Land gebe es kein „radio drama“ mehr, denn die Aufmerksamkeitsspanne betrage durchschnittlich nur noch 20 bis 25 Sekunden. Das sei einfach zu kurz, um sich eine Handlung merken zu können. Aber er finde es toll, dass es in England Hörspiele von Douglas Adams und zum „Herrn der Ringe“ gebe. Er finde „radio dramas“ toll (und wie man der Pressemappe entnehmen kann, schreibt er selbst welche, ebenso wie Drehbücher und Designs für neue Games). (Anmerkung: Natürlich gibt es in den USA durchaus Hörbücher, also akustische Textlesungen, allein schon für Sehbehinderte. Aber der Unterschied zu Hörspielen, also Inszenierungen, ist doch beträchtlich.)

_Der Regisseur: Adler_

„Otherland“ besteht aus einer Aneinanderreihung von vier Hörspielen. Für Walter Adler war daher die immense Länge von 24 Stunden nicht so wichtig, sie erschien ihm auch nicht als unüberwindlich. (Er hatte schon einen Kempowski mit 16 Stunden inszeniert.) Dennoch habe er die 24 Stunden genauso intensiv produziert wie eine halbe Stunde. Er sei kein Fantasy-Fan, sondern betrachte „Otherland“ als einen realistischen Roman über unsere Zeit bzw. unsere nächste Zukunft.
Dies deckt sich mit Williams’ Ansicht, dass „Otherland“ in einer Zeit spiele, in der Menschen aus unserer Zeit noch leben werden, also in 20 bis 60 Jahren. Worum es geht? Alte Menschen erkaufen sich Lebenszeit auf Kosten unserer Kinder. Das sei das, was zur Zeit in den USA vor sich gehe. Dazu führt Walter Adler ein ähnlich gelagertes geschichtliches Beispiel an: Francisco Pizarro, ein ungebildeter Schweinehirt, eroberte das mächtige Inkareich mit nur wenigen Männern und schaffte dessen gesamten Reichtum, vor allem aus den Silberminen, nach Europa. Dort verursachte dieses Vermögen einen großen wirtschaftlichen Aufschwung, der die so genannte Neuzeit einläutete. Doch was hatten die Kinder der Inkas davon? Rein gar nichts, denn sie haben selbst heute noch keinen Anteil am Reichtum, den ihre Vorfahren Europa verschafften. Auch das sei die Geschichte von „Otherland“.

Für Adler ist „Otherland“ nicht nur ein eminent moralisches Buch, sondern „gesellschaftspolitisch brisant“ (zitiert nach der Pressemappe und der Making-of-CD darin). „Die Aussage ist die, dass wir mit dem, was an technischen Innovationen in den nächsten Jahren auf uns zu kommt, und auch mit dem, was was wir schon haben, sehr sehr vorsichtig umgehen müssen und sehr genau hinschauen müssen, was damit gemacht wird.“ Es gebe „eine sehr genaue Analyse der bestehenden Verhältnisse, was Macht will und kann, wie Macht unmoralisch ohne jede Zurückhaltung, ohne irgendeine moralische Bremse sich ausbreiten kann, wenn sie nicht mehr kontrolliert wird.“ (Pressemappe)

„Und Sie haben die vom Autor gesetzte große Hoffnung, dass es immer auf der Welt doch noch genügend Menschen gibt, die sich dem widersetzen, die ihre Kräfte mobilisieren, die ihre Intelligenz, ihre Sensibilität und – ja, man kann ruhig das große Wort sagen – ihren Humanismus einsetzen, um das Schlimmste zu verhindern.“ (Pressemappe)

_Der Komponist: Oser_

Pierre Oser, der Komponist, ist durch Musik für Stummfilme bekannt geworden. Er hatte schon vor „Otherland“ mit Adler zusammengearbeitet. Während Adler in Frankfurt/Main und Oser in München arbeitete, tauschten sie Feedback auf Vorschläge miteinander aus. Die Musik in einem Hörspiel habe für ihn eine dramaturgische Funktion ähnlich wie bei einem Stummfilm. „Wir versuchen auch parallel zu arbeiten, also Sprach- und Musikaufnahmen, dafür gibt es keinen fixen Ablauf, sondern ab und zu muss improvisiert werden.“

_Die Sprecher_

Mit von der Partie waren Lesley Malton und Udo Schenk. Schenk spricht einen dicken Wabbelbauch namens Mudd, der, zusammen mit Finney/Finch/Nickelblech hinter Paul Jonas her ist und ihn durch verschiedene Welten verfolgt. „Wie klingt man dick im Radio?“ (Ausnahmsweise eine sehr gute Frage von Moderator Filz!) Antwort Schenks: „Man bläst sich auf und outriert am Mikrofon.“ Und das alles muss ohne Requisiten und Kulissen gehen. Das sei eben das Besondere am Hörspiel: Da treffen sich Profis, die Schauspiel gelernt haben. „Man muss seine Phantasie aktivieren und aus seinem Fundus schöpfen.“ Viele hätten Theater gespielt. „Hier beim Hörspiel bzw. Funk hat man noch eine menschliche Atmosphäre.“

Lesley Malton – sie spricht eine australische Polizistin – führt das näher aus: „Man arbeitet noch am Manuskript. Man lernt dazu, denn es ist sehr abwechslungsreich. Wenn sich die Profis treffen, ist das wie ein Familientreffen, und man tauscht sich aus, um gute Ergebnisse zu erzielen. So etwas ist sehr selten geworden.“

Tad Williams hat das deutschsprachige Hörspiel inzwischen zweimal gehört. Er lernt noch Deutsch, sagt er – und seine Ansage war in Deutsch: „Wir fangen an!“ Was ihm am Hörspiel am meisten Freude bereitet habe, seien die puren Stimmen der Sprecher gewesen. In Deutsch sei das sogar besser gewesen, weil er sich sonst ständig überlegt hätte, welche Auswahl der Regisseur getroffen hatte: War das gut oder nicht so gut, hätte er sich dann gefragt. So aber war er nicht abgelenkt.

Welcher immense logistische Aufwand hinter der Hörspielproduktion bewältigt werden musste, erläuterte Leonie Berger, die neben Karoline Naab für Dramaturgie und Redaktion zuständig war. Ihre Excel-Tabellen auf dem PC erwiesen sich als zu umfangreich, um noch sinnvoll überblickt werden zu können und mussten seitenweise ausgedruckt werden. Danach waren die einzelnen Aufnahme-Sessions der über 250 Sprecher auszuschneiden und die Schnipsel wieder zu fixieren, vorzugsweise an Pinnwänden. Unvorstellbar, wenn auch nur ein einziger Schnipsel verloren gegangen wäre! Es musste ständig umdisponiert werden, weil Sprecher ausfielen, weil sie den Zug verpassten, krank geworden waren und vieles mehr. Und Walter Adler schrieb schon am Skript, als der letzte Roman noch gar nicht veröffentlicht war. (Dazu gibt es in der Pressemappe einen anschaulichen Werkstattbericht.) Gudrun Eggert, bereits eine ältere Dame, besorgte das nach den Worten Adlers immens wichtige Casting. Applaus!

Ein Moderator von YouFM kündigte die „Otherland“-Sendezeiten auf Radio YouFM und hr2 an:

HR2 sendet vom 10. Oktober an immer sonntags zwischen 14:05 und 15:00.

YouFM sendet vom 25. bis 30.Dezember täglich zwischen 23 und 24 Uhr.

Teil 2 folgt zu Ostern 2005, Teil 3 zu Xmas 2005 und Teil 4 schließlich zu Ostern 2006.

Während der Buchmesse wurde das Hörspiel auch in einem Kino der Innenstadt aufgeführt, wohl auch wegen der akustischen Qualität. Die Soundanlage des Clubs war an manchen Stellen leicht überfordert, zum Beispiel im Prolog, wenn Maschinengewehre, Regen, Geschützdonner und menschliches Geschrei einander überlagern, der Text von Paul Jonas aber dennoch verständlich sein soll.

Nach der Startansage von Tad „Wir fangen an!“ lauschten wir daher der Weltpremiere von „Otherland – Stadt der goldenen Schatten“ teils zufrieden, teils beeindruckt und teils ein wenig angestrengt.

Meine Rezension des ersten Hörbuchteils ist [hier 603 nachzulesen.

|Hinweis:|

Es gibt eine so genannte „Making-of-CD“ in der Pressemappe. Ihr könnt versuchen, sie über die Pressestelle des Hörverlags oder der genannten Sender zu bekommen. Sie enthält folgende Aufnahmen, die zum Teil recht interessant sind:

Track 1) Das eigentliche Making-of bzw. der Werkstattbericht, von Leonie Berger (s. o.). Länge: immerhin 18 Minuten. Mit wertvollen Beiträgen von W. Adler, Sylvester Groth, Udo Schenk, M. Koeberlin und anderen. Humorvoll, informativ.

Track 2) bis 6) Ausschnitte aus dem Hörspiel, Teil 1, insgesamt 29 Minuten: Im Ersten Weltkrieg; Im Wolkenschloss; Mr. J’s; Bei Herrn Sellars; In Mittland.

Track 7) Musik zu „Otherland“ von Pierre Oser. 11 Minuten.
Fazit: Wer das Hörspiel schon kennt, wird nur den Werkstattbericht interessant finden, alle anderen auch den ganzen Rest. Und außerdem: Die CD ist kostenlos!

Animierte Verlags-Homepage zum „Otherland“-Hörspiel:
http://www.hoerverlag.de/ws/otherland__ws/ws__otherland.htm
Mehr Infos:
http://www.otherland.hr-online.de
http://www.hoerverlag.de
http://www.tadwilliams.de

Interview mit Amelie Fried

»Jede Familie ist gut, so lange sie liebevoll und verlässlich ist.«

Amelie Fried ist derzeit recht präsent bei |Heyne|: Ihr Erfolgsbuch „Liebes Leid und Lust“ (2003) erscheint 2004 auch als Taschenbuch, die Taschenbuchfassung von „Am Anfang war der Seitensprung“ (1998) wurde erst im Mai neu aufgelegt.
Zudem erscheint der dritte Teil ihrer gemeinsam mit ihrem Mann Peter Probst verfassten Kinderbuchreihe „Taco und Kaninchen“ unter dem Titel „Arme Millionäre“ zeitgleich als gebundene Ausgabe, auf CD und Kassette.

Ich habe der Autorin anno 2004 zu ihrer Arbeit als Kinderbuchautorin einige Fragen auf dem elektronischen Postweg gesandt; diese und die Antworten von Amelie Fried möchten wir euch nicht vorenthalten:

Michael Matzer:
Sie haben inzwischen drei Romane über Ihre kindlichen Helden Taco und Kaninchen veröffentlicht, und der nächste ist sicher schon in der Pipeline. Warum haben Sie die beiden zu Amateurdetektiven gemacht? Sie könnten ja auch beispielsweise Erfinder sein. Dachten Sie dabei an Erich Kästners „Emil und die Detektive“?

Amelie Fried:
Die Idee zu „Taco & Kaninchen“ ist von meinem Mann – und der hat als Drehbuchautor schon eine Menge Krimis geschrieben. Daher lag es nahe, dass die beiden Detektive sind. Direkte Vorbilder wie „Emil und die Detektive“ gibt es aber nicht.

Michael Matzer:
Warum ist die Familie von Taco und Kaninchen nur eine Rumpffamilie und wieso hat Taco eine andere Hautfarbe als seine Schwester? Sollen diese Verhältnisse die wirklichen Verhältnisse in unserer Gesellschaft spiegeln oder steckt etwas anderes dahinter?

Amelie Fried:
Wir wollten eine Familie zeigen, die nicht dem üblichen Klischee „Vater-Mutter-und-zwei-Kinder“ entspricht, sondern etwas von der Vielfältigkeit widerspiegelt, die Familien heute auszeichnet. Außerdem wollten wir denjenigen unserer kleinen Leser und Leserinnen, die selbst in einer ähnlichen Situation leben, zeigen, dass jede Familie gut ist, so lange sie liebevoll und verlässlich ist. Viele betroffene Kinder finden es übrigens toll, dass wir nicht diesen typischen mitleidigen Ton anschlagen, wenn es um Alleinerziehende geht. Das ist uns bei Lesungen schon oft gesagt worden.

Michael Matzer:
Auch in Ihrem Buch über den Opa, der (hoffentlich) in den Himmel kommt, befassen Sie sich mit einem stets aktuellen und nicht gerade pflegeleichten Thema: dem Sterben lieber Menschen. Und beantworten die Fragen, die Kinder dazu stellen. Gehört es Ihrer Ansicht nach zu den Aufgaben eines Kinderbuches, sich mit der Gegenwart zu beschäftigen und Kindern zu helfen, deren Probleme zu bewätigen?

Amelie Fried:
Ob es zu den Aufgaben eines Kinderbuches gehört, sich mit den Problemen der Gegenwart zu beschäftigen, weiß ich nicht. Mich interessieren einfach keine Bücher, in denen es um nichts geht. Als Leser und Autorin möchte ich gerne emotionale Konflikte, starke Gefühle und spannende Erlebnisse haben. Deshalb schreibe ich Geschichten, in denen all das vorkommt und die etwas mit unserem Leben zu tun haben.

Michael Matzer:
Hilft Ihnen Ihre Moderatorinnentätigkeit dabei, Ideen für Ihre Romane zu finden und auszuarbeiten? Dabei dürften Sie ja alle möglichen Leute kennen lernen.

Amelie Fried:
Für mich ist mein ganzes Leben Inspiration. Menschen, die ich kennen lerne, Gespräche, die ich führe, eigene Erlebnisse und Beobachtungen – alles kann, bewusst oder unbewusst, in meine Bücher einfließen. Aber ich suche nicht danach, sondern bin einfach offen für das, was ich erlebe.

Michael Matzer:
Werden wir auch die Abenteuer von „Taco und Kaninchen“ demnächst im Fernsehen bewundern dürfen? Gibt es sie auch im Hörbuch?

Amelie Fried:
Es gibt ein erstes Hörbuch von Taco und Kaninchen: „Arme Millionäre“ (3. Band, gerade erschienen). Ich denke, es wird auch bald die anderen Bände als Hörbücher geben. Über eine Verfilmung wird bereits verhandelt.

Michael Matzer:
Welches Buch wird als nächstes von Ihnen erscheinen? Schreibt ihr Mann Peter Probst daran mit? Wird es wieder ein so gelungenes Buch wie „Liebes Leid und Lust“?

Amelie Fried:
Mein Mann und ich schreiben an drei weiteren Bänden von „Taco und Kaninchen“ und im Frühjahr 2005 erscheint mein neuer Roman mit dem voraussichtlichen Titel „Rosannas Tochter“. Es geht um ein junges Ehepaar, das plötzlich gezwungen ist, ein vierzehnjähriges Mädchen aufzunehmen. Die Kleine hat es faustdick hinter den Ohren und stellt die Liebe der beiden auf eine harte Probe. Ob der Roman so gelungen ist wie mein letzter, das müssen natürlich die Leser beurteilen!

Homepage der Autorin: http://www.ameliefried.de/

Bibliographie 2004:

Die StörenFrieds (1995)

Traumfrau mit Nebenwirkungen (1996)

Neues von den StörenFrieds (1997)

Hat Opa einen Anzug an? (1997)

Am Anfang war der Seitensprung (1998)

Der Mann von nebenan (1999)

Der unsichtbare Vater (1999)

Wann bitte findet das Leben statt? (1999)

Glücksspieler (2001)

Geheime Leidenschaften …und andere Geständnisse (2001)

Das kleine Buch der StörenFrieds (2001)

Das neue Buch der StörenFrieds (2002)

Liebes Leid und Lust (2003)

Taco und Kaninchen (2003)

Taco und Kaninchen: Fette Beute (2004)

Taco und Kaninchen: Arme Millionäre (2004)

_Auszeichnungen:_

Neben ihren journalistischen Auszeichnungen wie dem |Grimme|-Preis 1986, dem |Telestar|-Förderpreis oder dem |BAMBI|-Fernsehpreis 1998, erhielt Amelie Fried auch für ihre Bücher große Auszeichnungen:

1997
„Hat Opa einen Anzug an?“
-> Aufnahme durch die internationale Jury der |Stiftung Buchkunst| in „Die schönsten Bücher 1997“

1998
„Hat Opa einen Anzug an?“
-> „Deutscher Jugendliteraturpreis“
in der Kategorie Bilderbuch
-> „Schönste Bücher aus aller Welt“
Ehrendiplom der internationalen Jury der |Stiftung Buchkunst|
-> Ehrendiplom der Stadt Leipzig für ausgezeichnete buchkünstlerische Leistungen

2000
„Der unsichtbare Vater“
-> Nominierung für den „Deutschen Jugendliteraturpreis“ in der Kategorie Bilderbuch
-> |FOCUS| und |Deutschlandradio| wählen im Februar das Buch unter die „Besten 7 Bücher für junge Leser“

Folgende Bücher von Amelie Fried wurden verfilmt:
„Traumfrau mit Nebenwirkungen“ – ZDF
„Am Anfang war der Seitensprung“- ARD
„Am Anfang war die Eifersucht“ – ARD
„Der Mann von nebenan“ – SAT.1

(Quelle: MSC-Promotion, mit eigenen Ergänzungen)

Interview mit Richard Montanari

_Buchwurm.info:_
Hallo, Richard, wie geht es Ihnen? Wo sind Sie gerade?

_Montanari:_
Danke, mir geht es gut. Im Augenblick befinde ich mich in meinem – Gottseidank klimatisierten – Heimbüro im nordöstlichen Ohio, USA. Draußen herrschen 33 bis 34 Grad Celsius.

_Buchwurm.info:_
Ich kenne Sie als den Autor der Thriller „Crucifix“ (The Rosary Girls) und „Mefisto“ (The Skin Gods). Warum schreiben Sie über Serienmörder? Sind Sie von diesem gesellschaftlichen und kriminalistischen Phänomen besonders fasziniert oder sind Sie darüber besorgt?

_Montanari:_
Ich gebe zu, dass ich vom krankhaft kriminellen Bewusstsein eher fasziniert als darüber besorgt bin. Wenn ich beispielsweise einen neuen Roman zu schreiben beginne, fange ich nie mit der Handlung oder gar den Figuren an, sondern stets mit dem Wahnsinn. Ich frage mich (wie es auch der Leser tun wird): Warum tut diese Person das, was er oder sie tut? Durch welches Prisma der Geisteskrankheit betrachtet sie die Welt?

Jeder meiner Romane weist eine unterschiedliche Art der Pathologie auf: der Rosenkranz (The Rosary Girls), Filme (The Skin Gods), Märchen (Merciless) als zentrale Motive. In jedem Roman verdreht der Mörder die Logik aller Dinge, bis diese, wie der Verstand des Mörders, aus den Fugen geraten. Dies ist zugegebenermaßen ein relativ seltenes Phänomen bei Serienverbrechen, aber sobald ich einmal in der Realität darauf stoße, bin ich davon gefesselt.

_Buchwurm.info:_
Worum geht es in Ihrem neuesten Roman? Kommen darin ebenfalls ein Serienkiller vor und die gleichen Hauptfiguren wie zuvor?

_Montanari:_
Der nächste in Europa erscheinende Roman heißt „Merciless“ (obwohl er bereits im April 2007 in Großbritannien unter dem Titel „Broken Angels“ veröffentlicht worden ist, wo er fünf Wochen auf der Bestsellerliste der „Sunday Times“ stand). Dies ist das dritte Buch in meiner Philadelphia-Serie, und diesmal führt die Ermittlung die Angehörigen der Mordkommission jenseits der Stadtgrenze den Schuylkill River hinauf, mitten ins Herz des Wahnsinns. Der Schuylkill River ist etwa 130 Meilen lang (ca. 200 km) und windet sich durch vier oder fünf Distrikte im südöstlichen Pennsylvania, wobei er sich manchmal bis auf wenige hundert Meter verengt. Auf dieser Wegstrecke gibt es jede Menge Gelegenheiten für Mord, Chaos und Verstecken. „Merciless“ ist der erste Roman, in dem zwei verschiedene Widersacher auftreten.

Der Roman sollte im Sommer 2008 in Europa in die Buchläden kommen. [Dazu bietet die Website http://www.richardmontanari.com unter „Gallery“ einen Trailer. Anm. des Interviewers.]

_Buchwurm.info:_
Aus welchem Grund sind diese Themen und Probleme für Sie wichtig? Gibt es dafür persönliche Gründe?

_Montanari:_
Nein, da gibt es keinen persönlichen Hintergrund, außer vielleicht ein Interesse an Verbrechen und Spannung. Anfang der neunziger Jahre war ich Filmkritiker und eingeteilt für Thriller. Ich habe so viele schlecht geschriebene Filme gesehen, dass ich (wie viele Filmkenner) dachte, ich könnte ja mal versuchen, eine Kriminalgeschichte zu schreiben. Das tat ich dann 1995, und mein erster Krimi „Deviant Way“ wurde 1996 von |Simon & Schuster| [einem der großen US-Verlage] veröffentlicht.

_Buchwurm.info:_
Ich nehme an, es erfordert eine Menge Recherchen, um auf glaubwürdige Weise über Serienmörder und die Arbeit von Kripo-Beamten zu schreiben. Vermutlich ist es auch nicht ganz einfach, über die emotionale Seite einer solchen Geschichte zu schreiben. Wie gehen Sie vor?

_Montanari:_
Was den technischen Aspekt einer Story angeht, so bin ich gesegnet mit einem sehr engen Verhältnis zur Mordkommission des Philadelphia Police Department wie auch zu Beamten in deren Crime Scene Unit (Spurensicherung). Ich habe viele Stunden Kripo-Beamte auf ihren Einsätzen begleitet, aber auch viel Zeit in ihrem fantastisch eingerichteten rechtsmedizinischen Labor verbracht.

Was die emotionalen Aspekte einer Story angeht, so sind die am schwierigsten zu schreibenden Stellen jene, in denen die Auswirkungen eines Gewaltverbrechens auf die überlebenden Familienmitglieder eines Opfers gezeigt werden. Ich wurde davon vielfach Augenzeuge und es ist jedes Mal eine große Belastung. Ich glaube, dass dies ein sehr wichtiger und notwendiger Bestandteil der Geschichte ist.

_Buchwurm.info:_
Was hat Sie dazu gebracht, ein Schriftsteller zu werden, noch dazu ein Krimiautor?

_Montanari:_
Ich war schon immer ein Geschichtenerzähler, sogar als Kind. Ich war obendrein ein Amateurzauberer, so dass die Begriffe des Verbergens und des Irreführens (des Betrachters) mich immer fasziniert haben. Als Leser liebe ich die Vorstellung, dass die Dinge nicht ganz so sind, wie sie erscheinen. Daher besteht die Möglichkeit, dass alles Mögliche als Nächstes passieren kann. Etwa dass eine Maske abgerissen wird, um eine neue und furchterregende Identität zu enthüllen.

Ich muss zugeben, dass das Fernsehen der sechziger Jahre mich dazu inspiriert hat, ein Schriftsteller zu werden, ganz besonders „The Twilight Zone“, „Alfred Hitchcock Presents“ und „Thriller“. Als ich etwas älter wurde, fing ich an, die Hitchcock-Klassiker zu analysieren, und wusste, dass ich Spannungsliteratur schreiben wollte. Nachdem ich Thomas Harris‘ Thriller „Roter Drache“, „Das Schweigen der Lämmer“ und Shane Stevens‘ Roman „By Reason of Insanity“ gelesen hatte, wusste ich, dass der Roman meine literarische Form ist.

_Buchwurm.info:_
Gibt es Krimiautoren, die Sie bewundern und denen Sie nacheifern?

_Montanari:_
Da gibt es so viele. Shirley Jackson, James M. Cain, Charles Willeford, Ray Bradbury, James Ellroy, Richard Price, Dennis Lehane, Shane Stevens, Russell Banks, Thomas H. Cook, William Trevor und viele weitere. Ich bewundere jeden, der mir eine Tür zeigen kann und mich dazu bringt hindurchzugehen und mich dann mit dem überrascht, was sich jenseits davon befindet. Während jeder der genannten Autoren mit einem anderen Stil schreibt, haben sie doch alle die gleiche Wirkung auf mich: ein inneres Bedürfnis weiterzulesen. Thomas H. Cook und Russell Banks haben ein erstaunlich gutes Händchen für den Aufbau einer Geschichte, und William Trevors sparsamen Umgang mit Wörtern finde ich wunderbar.

_Buchwurm.info:_
Kennen Sie auch europäische Autoren?

_Montanari:_
Ich mag die Arbeit von Jack O’Connell („Word made Flesh”, „Box nine”) und Michael Marshall („The Straw Men“, „The Intruders“). Aber was die Herkunft der Autoren anbelangt, ist das Verlagswesen heutzutage so weltumspannend, dass ich nicht sicher bin, ob es noch viele Unterschiede zwischen amerikanischen und europäischen Autoren gibt. Ich bekomme elektronische Post von Lesern aus aller Welt und finde es höchst befriedigend zu wissen, dass sich sowohl die Story als auch meine Ausdrucksweise überall übersetzen lassen und beim Leser ankommen. Ich gebe jedoch zu, dass die britischen Fernsehkrimiserien viel besser sind als die amerikanische Krimikost. Ich verschlinge geradezu DVDs von „Prime Suspect“ [„Heißer Verdacht“ mit Helen Mirren], „Cracker“, „Wire in the Blood“, „Touching Evil“, „Messiah“ und vielen anderen. Was europäische Autoren angeht, so mag ich Mo Hayder, Henning Mankell, Ian Rankin und viele andere.

_Buchwurm.info:_
Üben Sie noch andere berufliche Tätigkeiten neben Ihrem Schreiben aus?

_Montanari:_
Zurzeit nicht, obwohl ich eine Menge Jobs gehabt habe – auf dem Bau, im Einzelhandel, als persönlicher Begleiter, im Anzeigengeschäft.

_Buchwurm.info:_
Was sind Ihre liebsten Freizeitbeschäftigungen?

_Montanari:_
Ich liebe es zu kochen. Man mag mich zwar nicht als Gourmet bezeichnen, aber ich kenne mich in der Küche und im Weinkeller aus. Ich ziehe viele italienische Gerichte vor, aber ich mag auch Cajun- [aus dem Mississippi-Delta], vegetarische und japanische Küche. Außerdem bin ich ein großer Fan des Boxsports und liebe es, Filme zu sammeln und anzusehen, besonders Film-noir-Krimis.

_Buchwurm.info:_
An welchen Projekten sind Sie zurzeit beteiligt? Engagieren Sie sich auch in sozialen Projekten?

_Montanari:_
Zurzeit arbeite ich an zwei Theaterstücken. Eines ist eine romantische Fantasy, das andere ein Thriller mit übernatürlichen Elementen. Was soziale Projekte angeht, so unterstütze ich das Mentorenprojekt „Big Brothers Big Sisters“ (Erwachsene übernehmen die Ausbildung von bedürftigen Kindern) sowie verschiedene Alphabetisierungsprojekte und beginne gerade, mich an Wiederverkaufsläden zu beteiligen, deren Erlöse der American Cancer Society, der Krebshilfe, zugutekommen.

_Buchwurm.info:_
Was wird Ihr nächstes Buch sein? Wird es Verfilmungen Ihrer Romane geben?

_Montanari:_
Ich schreibe gerade an der noch unbetitelten vierten Folge in der Philadelphia-Thriller-Serie. Er soll im Sommer 2008 in den USA und in Großbritannien erscheinen. Diesmal liegt der Schwerpunkt auf dem Thema Magie und Magier im Deutschland der 1930er-Jahre, die Story spielt aber auch im Philadelphia der 40er und 50er Jahre. Diese Hintergrundgeschichte ist verknüpft mit einer Serie von bizarren und brutalen Morden im gegenwärtigen Philadelphia.

Was die Verfilmung angeht, so führe ich zurzeit Diskussionen mit einer französischen Filmfirma hinsichtlich einer Kinofassung von „The Rosary Girls“ („Crucifix“). Ich glaube, daraus könnte ein recht düsterer und emotional fesselnder Film entstehen.

_Offizielle Biografie von Richard Montanari*_

Richard wurde am 6. Dezember 1952 in Cleveland, Ohio, als Spross einer traditionellen italienisch-amerikanischen Familie geboren, was bedeutete, dass er zwei Dinge schon sehr früh lernte: erstens, dass Ravioli viel besser schmecken als Babynahrung, und zweitens, dass, wenn man nicht rechtzeitig zu Tisch kommt, keine Ravioli mehr übrig sind.

Nach einer akademischen Laufbahn ohne besondere Auszeichnungen bereiste Richard Europa intensiv, lebte eine Zeitlang in London, wo er in Chelsea Kleider und in Hampstead Heath Fremdsprachenlexika an der Haustür verkaufte. Es erübrigt sich zu sagen, dass er ein paar Krawatten mehr verhökerte als Schmöker, doch weder der eine noch der andere Job brachte ihm genügend ein, um ihn mit Bier und Proviant zu versorgen. Indem er seinen Traum aufgab, der nächste Bryan Ferry zu werden, kehrte er in die Vereinigten Staaten zurück und trat in die Baufirma seiner Familie ein.

Fünf Jahre und eine Menge zerschlagene Daumen später entschied er, dass das Schreiben eine bessere Arbeit ist. Nach jahrelanger Arbeit als freier Journalist, wobei er in mehr als 200 Zeitschriften veröffentlichte, schrieb Richard drei Seiten, aus denen das erste Kapitel seines Romans „Deviant Way“ (= Abweichung) werden sollte. Er wurde sofort von einer New Yorker Literaturagentur verpflichtet. Als er das Buch beendet hatte, vermittelte ihm Michael Korda einen Zwei-Romane-Vertrag mit dem Verlagshaus |Simon & Schuster|. 1996 errang „Deviant Way“ den OLMA-Preis für das „Beste Krimidebüt des Jahres“.

Danach veröffentlichte Richard die Romane „The Violet Hour” (1998), „Kiss of Evil” (2001), „The Rosary Girls” (2005, dt. als „Crucifix”) und „The Skin Gods” (2006, dt. als „Mefisto”). Seine Romane sind inzwischen in mehr als 20 Ländern erschienen. In Großbritannien wird Richard von |Random House U.K.| veröffentlicht. Alle drei Bücher seiner Philadelphia-Kripo-Reihe schossen sofort in die Bestsellerliste der „Sunday Times“.

Richards neuester Roman mit dem Titel „Merciless“ (Gnadenlos) ist seit 2007 in einer Hardcover-Ausgabe bei |Ballantine Books| erhältlich (und seit April 2007unter dem Titel „Broken Angels“ auch in England bei |Random House U.K.|).

* veröffentlicht auf http://www.richardmontanari.com

_Richard Montanari auf |Buchwurm.info|:_

[„Crucifix“ 2818
[„Mefisto“ 3681

Interview mit Matt Basanisi und Gerd Schneider über ihren aktuellen Thriller „Skorpion“

Interview mit Matt Basanisi und Gerd Schneider über ihren aktuellen Thriller „Skorpion“

Frage: Um es in wenigen Sätzen zu umreißen – worum geht es in SKORPION?

Gerd Schneider (GS): Es beginnt mit dem Mord an einem Priester und führt über den Fund von mehreren Tonnen Kokain in Antwerpen zum Selbstmord eines Privatpiloten in Zürich – all das hängt zusammen mit den Machenschaften eines Schweizer Geldwäschers, einem entscheidenden Rad in einem hochkriminellen Netzwerk, dem unser Protagonist David Keller hinterherjagt und in dem mehr als ein internationaler Dienst seine Finger im Spiel hat.

Matt Basanisi (MB): Die Kerngeschichte spielt Mitte der Zweitausender-Jahre vor dem realen Hintergrund der fragwürdigen Rollen der Finanzplätze Schweiz und Liechtenstein bei der Wäsche von Geldern italienischer Mafia-Organisationen und südamerikanischer Drogenkartelle. Die verantwortungslose, in Teilen auch verbrecherische Liaison der USA mit mexikanischen Narcos-Kartellen ist aber auch die Leinwand, über welche wir eine komplexe Liebesgeschichte erzählen, deren Schicksal eng verknüpft ist mit der Frage, wie weit Grenzüberschreitungen staatlicher Institutionen gehen dürfen, vielleicht auch müssen, um jene oft bemühten, aber selten greifbaren übergeordneten Interessen zu schützen. Und wie hoch der Preis ist für all jene, die ihn letztlich begleichen müssen.
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EXEMPLA-Jubiläum

|Die Baden-Württembergische Literaturzeitschrift „exempla“ feierte im Juni 2005 ihr dreißigjähriges Bestehen mit einer Doppelausgabe und einer Autorenlesung in Ludwigsburg. Unter der Herausgeberschaft von Ursula Jetter avancierte „exempla“ damit zur ältesten Literaturzeitschrift in Baden-Württemberg.|

Zur Jubiläumslesung in der Ludwigsburger Stadtbibliothek pilgerten nicht nur eine staatliche Anzahl Zuhörer, sondern auch Schriftstellerinnen und Schriftsteller mit klangvollen und bekannten Namen, darunter der Lyriker Wolfgang Rappsilber und seine Nachfolgerin in der Herausgeberrolle, Ursula Jetter. Neben dem Cannstatter Urgestein Wolfgang Jenne lasen auch jüngere Autoren und Autorinnen. Dieses Netzwerk von Beiträgern bewies, wie lebendig die Literaturlandschaft in Baden-Württemberg ist und dass sie in der Lage ist, anhaltend Talente hervorzubringen und zu fördern, ohne die es keine Kontinuität gäbe.

|Der Werdegang der Zeitschrift: Katastrophen und Ehrungen|

Dass es die „exempla“ überhaupt noch gibt, grenzt beinahe schon an ein Wunder. Mehr als einmal stand sie vor dem Aus. Eine Studentengruppe um Peter Poertner, einem ehemaligen Mitherausgeber des Konkursbuches und heutigem Professor für Japanologie, und den Germanisten Ralf Roger Glöckler gründete die Zeitschrift 1974 in Tübingen.

Schwerpunkt des Konzepts war die Förderung junger literarischer Talente in den Bereichen Lyrik, Kurzgeschichte und Essay. Es entstanden auch Hefte mit thematischen Schwerpunkten, wie etwa über Südamerika, Ägypten oder zu Thaddäus Trolls 70. Geburtstag.

Nach dem Weggang der Gründungsmitglieder übernahm 1980 der Lyriker Wolfgang Rappsilber, ein Mitglied des Schriftstellerverbandes VS, die Herausgeberschaft der „exempla“, die fortan im AS-Verlag (|Ankenbauer & Spöhr|) erschien. Rappsilber konnte sich auf einen wachsenden Abonnentenkreis stützen. Als der Verlag jedoch in Schwierigkeiten geriet, schließlich 1987 liquidiert wurde und Rappsilber das Handtuch werfen wollte, schien das Ende der „exempla“ gekommen.

|Teamwork und internationale Ehren|

Doch die Krise konnte er gemeinsam mit der Möglinger Musiktherapeutin Dr. Ursula Jetter, ebenfalls einem VS-Mitglied, meistern. Ab 1990 war Jetter Mitherausgeberin, heute ist sie Alleinherausgeberin der „exempla“. Jetter wurde in den Internationalen P.E.N.-Club aufgenommen und erhielt dort 2001 für ihr literarisches Werk und ihr langjähriges Engagement als Herausgeberin einen Literaturpreis. Nunmehr erscheint die „exempla“ im Eigenverlag.

|Exitus interruptus|

Doch im Jahr 2002 drohte erneut das endgültige Aus für das Projekt. Als die finanzielle Unterstützung aus Mitteln des badenwürttembergischen Kunstministeriums Knall auf Fall gekündigt wurde, steckte die „exempla“ mitten im laufenden Produktionsprozess. Dieser musste ebenso eingestellt werden wie der aller anderen Literaturzeitschriften im so genannten Musterländle. Nur durch ein persönliches Vorsprechen beim Ministerpräsidenten Erwin Teufel selbst erreichte Jetter eine Einmalzahlung von jeweils 3000 Euro als Übergangsgeld. Danach blieb die Zeitschrift auf Gedeih und Verderb sich selbst überlassen. Aus diesem Grund sucht die Herausgeberin laufend Sponsoren, um das weitere Erscheinen abzusichern.

|Das heutige Aufgabenfeld|

Ursula Jetter organisiert laufend Lesungen, Ausstellungen, Workshops und Studientage. Regelmäßig hält sie Vorträge zu Autoren ihres Netzwerks. „Die ‚exempla‘ sieht ihre Aufgabe darin, Texte von unbekannten, förderungswürdigen Autoren zu veröffentlichen, aber auch arrivierte Schriftsteller aus ganz Europa zu präsentieren“, erläutert die Herausgeberin. „Literarisch befasst sich die Zeitschrift wie in ihren Anfängen mit den Formen Lyrik, Kurzgeschichte, Essay, druckt aber auch Ausschnitte unveröffentlichter Romane ab.“ Ferner fördert sie behinderte und verfolgte Schriftsteller.

In ihrer thematischen Vielfalt spiegle sich menschliches Sein im Kontext und der Auseinandersetzung mit einer pluralistischen, oft widersprüchlichen gesellschaftlichen Wirklichkeit, so Jetter. Das Motto der Jubiläumslesung lautete nicht von ungefähr: „Der Mensch, das noch nicht festgestellte Tier“. Das Zitat stammt von Friedrich Nietzsche (aus: „Zur Genealogie der Moral“). Die Ausgabe des Jahres 2000 beschäftigte sich mit dem Thema „Die Schuld- und Judenfrage“, ein Jahr später stand der 11. September im Mittelpunkt, und im Jahr 2002 lautete das Thema „Europa – Osteuropa“.

|Die aktuelle Ausgabe|

In der aktuellen Doppelausgabe sind weitere wichtige Namen versammelt, so etwa Peter Chotjewitz, Elisabeth Alexander, Norbert Sternmut, Rainer Wochele, Carmen Kotarski, Hartmut Steegmaier, Widmar Puhl, Regine Kress-Fricke und Reinhard Gröper. An dieser Stelle können aus Platzgründen leider nicht sämtliche Autoren aufgeführt werden.

|Bezugsquelle|

Die ‚exempla‘ erscheint 2004/2005 im 30. bzw. 31. Jahrgang. Dies ist eine Doppelnummer, doch normalerweise erscheint die illustrierte Zeitschrift einmal im Jahr im Taschenbuchformat zu einem Preis von 6,50 Euro. Wer die Zeitschrift abonnieren, eigene Texte zur Veröffentlichung anbieten oder eine Ausgabe grafisch gestalten möchte, wende sich bitte an folgende Adresse:

Ursula Jetter (Hg.), Teckstr. 56, 71696 Möglingen (bei Ludwigsburg), Tel. 07141 / 24 19 46. Eine Mailadresse hat Ursula Jetter leider nicht.

Die nächste Ausgabe der ‚exempla‘ erscheint erst 2006. Bis dahin hat die Herausgeberin viel Gelegenheit, die Einsendungen zu sichten und auszuwählen. Doch die nächste Lesung ist bereits fest geplant.

|Über die Abbildung:

Die Skultpur des Stuttgarter Künstlers THOMAS PUTZE trägt den Titel „Rosa Gorilla“ und schmückt die Jubiläumsausgabe der EXEMPLA, passend zum Motto: „Der Mensch, das nicht festgestellte Wesen“.|

Interview mit Michael Bennett, Krimi-Autor aus Neuseeland

Interview mit Michael Bennett, Krimi-Autor aus Neuseeland

Als Polizistin in Auckland und getrennt lebende Mutter einer Teenie-Tochter, hat Hana Westerman sich angewöhnt, stets nach vorn zu blicken. Doch ihr schwierigster Fall hat gerade erst begonnen: Ein mysteriöser Tippgeber weist ihr den Weg zu einem Toten, aufgehängt in einem geheimen Raum. Zu diesem Zeitpunkt ahnt Hana noch nicht, dass sie es mit dem ersten Serienkiller in der Geschichte Neuseelands zu tun hat. Doch warum hat der Täter ausgerechnet sie auf seine Fährte gelockt? Um eine Antwort auf diese Frage zu finden, muss Hana sich ihrer Vergangenheit stellen – und damit dem dunkelsten Kapitel ihrer Vergangenheit … (Verlagsinfo)

Der Autor

Michael Bennett (Ngāti Pikiao, Ngāti Whakaue) arbeitet als preisgekrönter Regisseur, Produzent und Showrunner für Film und Fernsehen in Neuseeland (Aotearoa). »6 Tote« ist der erste Fall für Detective Senior Sergeant Hana Westerman. In seinem Thriller-Debüt verknüpft Michael Bennett seine Leidenschaft für spannende Geschichten mit Fragen von Identität und Herkunft, die eng mit dem kolonialen Erbe seiner Heimat verbunden sind. Mit seiner Partnerin und seinen drei Kindern lebt Michael Bennett in Auckland (Tāmaki Makaurau). (Verlagsinfo)

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Interview mit Jutta Weber-Bock

_Buchwurm.info:_
Was machst du gerade? Bist du zu Hause? Fühlst du dich wohl in deinem Wohnort – wo ist das überhaupt?

_Weber-Bock:_
Gerade komme ich zurück von der Stuttgarter Karlhöhe. Der Blick hinunter auf die Stadt bringt mir im Sommernieselregen einen Hauch Norwegen, in der Sommerhitze hingegen erinnern mich Stuttgarts Hügel an San Francisco. Als Schriftstellerin fühle ich mich sehr wohl in Stuttgart. Ich wohne in der Nähe des Stuttgarter Schriftstellerhauses und genieße es, schnell in der Stadt zu sein und im Heusteigviertel, in dem ich wohne, eine Atmosphäre vorzufinden, die mich jeden Tag aufs Neue inspiriert.

_Buchwurm.info:_
Du hast am 24. Mai in Stuttgart aus deinem Roman „Liebesprobe“ vorgelesen. Wie war die Veranstaltung für dich persönlich? Und warum machst du überhaupt Lesungen?

_Weber-Bock:_
Die Lesung zusammen mit Jana Jürß in der Gedok Stuttgart hat sehr viel Spaß gemacht, weil es so möglich war, das Thema „Liebe und andere Radikalitäten“ aus zwei ganz verschiedenen Perspektiven zu beleuchten. Und die Einbindung der Lesung in die Veranstaltungsreihe der Autorinnenvereinigung zum Thema „Das Land der Dichterinnen und Denkerinnen – Poesie und Radikalität“ hat mir bei der Auswahl der Textpassagen einen neuen Blick auf meinen eigenen Roman eröffnet.

Bei Lesungen gefällt mir der unmittelbare Kontakt zu meinen Lesern, dieses Herüberschwingen der Worte ins Publikum hinein. Und das möchte ich mit meinen Lesungen: die Leserinnen und Leser persönlich erreichen.

_Buchwurm.info:_
Worum geht es denn in diesem Roman überhaupt?

_Weber-Bock:_
Mein Roman „Liebesprobe“ erzählt vor dem Hintergrund eines Mountainbike-Urlaubs auf Gran Canaria von einer heimlichen Liebe, von einer Frau, die als Geliebte eines verheirateten Mannes lebt. Ich verknüpfe dabei den Mythos der Insel, also diese romantische Sehnsucht nach den Elysischen Gefilden, mit dem Ideal einer Verschmelzung von Ich und Du, das sich in der Landschaft Gran Canarias widerspiegelt. Die Frau macht sich Hoffnungen auf Erfüllung ihrer Liebe, und ihr Geliebter hat Angst vor einer Entdeckung ihres Verhältnisses.

In diesem Spannungsfeld bewegen sich die beiden radelnd über die Insel. Er will sich mit ihr nicht öffentlich zeigen und möchte, dass sie sich unter falschem Namen vorstellt. Sie fordert ihn zu einer Entscheidung auf und setzt ihm eine Frist. Er geht darauf ein, sie schöpft Hoffnung, dass nun alles gut wird, stellt ihn aber auf die Probe und entdeckt dann, dass die Dinge noch sehr viel schlimmer sind, als sie es sich hat vorstellen können.

_Buchwurm.info:_
Ich kenne dich ja auch als Lyrikerin. Ziehst du jetzt, nach Jahren der Lyrik, die erzählende Prosa dem Gedichteschreiben vor? Worin liegt der Unterschied für dich? Möchtest du unterschiedliche Ziele erreichen?

_Weber-Bock:_
Begonnen habe ich mein Schreiben tatsächlich mit Gedichten, aber schnell festgestellt, dass ich die Prosa brauche, um auch Geschichten erzählen zu können. So ist es phasenweise verschieden, ob ich mich mehr auf das Erzählen oder das Dichten konzentriere. Außerdem kommt es natürlich auf den Stoff, auf das Thema an, das ich bearbeiten möchte. Und da kann ich sehr schnell erkennen, welche Gattung ich brauche. Die Ziele sind bei Prosa und Lyrik die gleichen, nur die Mittel verschieden.

_Buchwurm.info:_
Was sind deine Themen, mit denen du dich in Lyrik und Prosa befasst? Spielt auch dein Wohnort Stuttgart eine Rolle?

_Weber-Bock:_
Im übergeordneten Sinne sind immer Menschen mein Thema und die Kommunikation zwischen ihnen. Oft helfen mir auch Themen wie zum Beispiel das Reisen, das Joggen oder das Wandern, um klarer formulieren zu können, was ich sagen möchte. Allerdings sind diese Sub-Themen mehr als bloße Kulisse – so ist die Insel Gran Canaria zwar ein Ort, an dem sich die Personen meines Romans befinden. Der Mythos der Insel aber wird erst virulent durch die Landschaft und die besondere Atmosphäre in den Bergen und löst seinerseits bei den Personen bestimmte Gefühle aus. Ähnlich geht es mir mit Stuttgart. Zurzeit arbeite ich an einem Roman, der in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Stuttgart spielt. Und wenn ich heute durch die Stadt laufe, versuche ich dieser historischen Atmosphäre nachzuspüren und meinen Figuren dann diese Gefühle mitzugeben.

_Buchwurm.info:_
Deiner Webseite entnehme ich, dass du auch eine pädagogische Ader hast. Ich habe selbst an den von dir organisierten Schreibseminaren und Literaturwerkstätten teilgenommen. Siehst du in diesem Zweig deiner Tätigkeiten einen wichtigen Teil deiner Persönlichkeit verwirklicht, oder warum machst du das?

_Weber-Bock:_
Von meiner Ausbildung her bin ich Lehrerin. Es gab zu einem gewissen Zeitpunkt, 1989 war das, den Wunsch, zu schreiben und gleichzeitig meinem Beruf auch wieder näher zu kommen. Ich merke immer wieder, dass ich meine Teilnehmerinnen und Teilnehmer „beflügeln“ kann. Umgekehrt erhalte ich von ihnen aber auch viele Inspirationen zum eigenen Schreiben. Insofern folge ich einer doppelten Berufung und erfahre, das dies gut bei Lesern und Seminarteilnehmern ankommt.

_Buchwurm.info:_
Wer interessiert sich für deine Seminartätigkeit? Hoffentlich viele werdende Schriftsteller – aber vielleicht auch Kulturämter?!

_Weber-Bock:_
Vor allem haben natürlich Schreibende, die sich fortbilden und professionalisieren wollen, Interesse an meinen Seminaren. Dazu biete ich inzwischen einige Themen als „inhouse-Seminare“ für kleine Gruppen an, in denen dann sehr intensiv gearbeitet wird und ein Projekt bis zur Veröffentlichungsreife gebracht werden kann. Es interessieren sich natürlich auch Kulturveranstalter für meine Angebote, wie etwa Volkshochschulen oder Fortbildungsakademien. Doch in diesem Bereich würde ich meine Tätigkeiten gerne noch ausweiten. Ich verstehe mich als Schriftstellerin und Literaturvermittlerin – für den Schriftstellerverband, den Förderkreis, die Gedok, die Autorinnenvereinigung oder den Volkshochschulverband.

_Buchwurm.info:_
Wie bist du zum Schreiben gekommen?

_Weber-Bock:_
Die Frankfurter Vorlesungen von Paul Nizon „Am Schreiben gehen“ haben bei mir als Initialzündung gewirkt. Seitdem gehe ich am Schreiben, wie Paul Nizon sagt. Schreiben ist „matière, die ich schreibend befestigen muss, damit etwas stehe, auf dem ich stehen kann.“ Ich bilde mich ab im Schreiben und vergegenwärtige mich darin. So bekomme ich mein Leben in den Griff, Stück für Stück. Ich schreibe, also bin ich.

_Buchwurm.info:_
Wer sind deine schriftstellerischen Vorbilder, denen du nacheiferst?

_Weber-Bock:_
In der Prosa sind es Isabel Allende und Philippe Djian, in der Lyrik Hilde Domin und Werner Dürrson. Zu nennen wären natürlich noch mehr Kolleginnen und Kollegen, aber ich denke, die vier umspannen ganz gut das Feld, auf dem ich mich bewege.

_Buchwurm.info:_
„Liebesprobe“ war meines Wissens dein Romandebüt. Würdest du es als erfolgreich bezeichnen? Wie konnte es dir überhaupt gelingen, den Roman zu veröffentlichen?

_Weber-Bock:_
Von meinen Lesern habe ich, soweit sie mir zugänglich sind, durchweg sehr positive Rückmeldungen erhalten. Es gibt zwei Buchrezensionen bei Amazon.de, außerdem hat die „Stuttgarter Zeitung“ im letzten Jahr anlässlich meiner Lesung im Stuttgarter Schriftstellerhaus im Rahmen des Literatursommers „Im Spiegel der Romantik“ über das Buch berichtet. Aber ich würde den Roman natürlich gerne noch mehr bekannt machen. Gerade bin ich dabei, die drei Haupt-Zielgruppen Frauen (in den besten Jahren), Liebhaber (nicht nur) der Kanarischen Inseln sowie Radfahrer/Mountainbiker gezielter auf das Buch aufmerksam zu machen. Wichtig war es mir bei der Auswahl des Verlags, dass das Buch langfristig am Markt verfügbar ist.

_Buchwurm.info:_
Kannst du vom Scheiben leben? Oder hast du noch andere berufliche Tätigkeiten?

_Weber-Bock:_
Zurzeit verkauft sich mein autobiographisches Buch [„Wir vom Jahrgang 1957 – Kindheit und Jugend“ 3882 ganz gut, und so lebe ich quasi von meiner Kindheit. Beim Schreiben bin ich mir mit der Zeit immer mehr auf die Spur gekommen und kann heute sagen und zugeben, dass alle meine Geschichten natürlich vor meinem eigenen Lebenshintergrund spielen. Ich nenne das „autobiographische Matrix“. Darauf baue ich beim Schreiben auf. Eine Konsequenz ist mein Handbuch „Autobiographisches Schreiben“, das eine Anleitung für Schreibende und Kursleitende bietet. Vom Schreiben und Unterrichten zusammen kann ich gerade einigermaßen gut leben, aber sowieso ist beides für mich untrennbar miteinander verbunden.

_Buchwurm.info:_
Mit welchen Projekten können wir in Zukunft von dir rechnen?

_Weber-Bock:_
Derzeit arbeite ich, wie gesagt, an einem historischen Roman, der in Stuttgart spielt, und an einem Lyrikband, wobei die Gedichte thematisch in der Wüste Namib angesiedelt sind. Geplant ist außerdem zum Frühjahr 2008 ein Handbuch „Reisen und Schreiben“, mit dem ich das Thema Reisen aus meinem Roman „Liebesprobe“ wieder aufnehme.

|Das schriftliche Interview führte Michael Matzer im Juni 2007.|

_Kurzbiografie_

* geboren 1957 in Melle/Niedersachsen, lebt seit 1983 in Stuttgart

* Studium Philosophie und Deutsch an der Universität Osnabrück; abgeschlossene Lehrerausbildung

‚ Arbeit als Schreibkraft, Chefsekretärin, Direktionsassistentin und Sachbearbeiterin an einem Forschungsinstitut

* seit 2004 freie Schriftstellerin, Dozentin und Lektorin in Stuttgart; schreibt Romane, Erzählungen und Gedichte

* seit 1990 Dozentin in Schreibwerkstätten

* seit 1997 für den Volkshochschulverband in der Fortbildung von Schreibwerkstättenleiter-/innen tätig

* Stellvertretende Vorsitzende des Schriftstellerverbandes (VS) in Baden-Württemberg, Mitglied in der GEDOK Stuttgart und in der Autorinnenvereinigung e. V.

* Projektleiterin des „Basisnetzwerks: Schreibwerk- und Autorenförderung in Baden-Württemberg“ (http://www.schreibwerkstaetten.de )

* Eintrag im 65. Jahrgang von Kürschners Deutschem Literaturkalender 2006/2007

* im Juni 2006 Aufenthaltsstipendium des „Internationalen Schriftstellerzentrums Three Waves“ auf Rhodos, Griechenland

Internet: http://www.weber-bock.de

Interview mit Norbert Sternmut

_Buchwurm.info:_
Was machen Sie gerade? Sind Sie zu Hause? Fühlen Sie sich wohl in Ihrem Wohnort – wo ist das überhaupt?

_Norbert Sternmut:_
Zu Hause? Sicherlich in der Sprache, insgesamt, wie im Gedicht „Sprache als Heimat“ in „Seelenmaschine“ beschrieben. Aber auch zu Hause in Pflugfelden, in der Wohnung gegenüber der Haltestelle Bücherbus der Stadtbibliothek Ludwigsburg. Zu Hause: hoffentlich im Kopf, wo sich die Bilder über Heimat, Gefühle, Sicherheiten, Vorstellungen usw. bilden.

_Buchwurm.info:_
Sie sind mir seit den achtziger Jahren als Lyriker bekannt. Schon als ich noch bei der Stuttgarter Literaturzeitschrift Redakteur war, haben sie uns Ihre Lyrikbände zugeschickt. Ihr neuester Lyrikband erschien Anfang diesen Jahres: „Seelenmaschine“. Worum geht es darin – was sind die Themen diesmal?

_Norbert Sternmut:_
„Sprache als Heimat“. Liebe, Leidenschaft, Enthüllung, im Netzwerk. Über die Liebe gelangen wir zum Tod, zurück in die Historie, beispielsweise Buchenwald, Weimar. Die Frage nach „Menschlichkeit“ in heutiger Zeit wird gestellt, in der Vernetzung die Frage nach einer „Seelenneubestimmung“, einem „besseren Scheitern“ (nach Samuel Beckett). Auch hat die erneute Beschäftigung mit der Psychoanalyse ihren Niederschlag gefunden, werden Grüße gesandt an alte Poetenkollegen wie Krolow oder Celan, wird erneut ein Abstecher in die Malerei unternommen (Chagall, Matisse).

Insgesamt geht es um die Heimatlosigkeit am Puls der Zeit, in der Vernetzung, im Spiegel der Hormone, der Sprachverwirrung in „Schland“ (Deutschland). Dass sich am Ende von „Seelenmaschine“ die lyrische Sprache in einer Form der Auflösung selbst verwirrt, zeigt, wie sich hier das Scheitern am Wort ergibt, wenn die Worte, die bisherigen Worte und Wortmelodien nicht mehr ausreichen oder es gewissermaßen gleichgültig wird, wie sich die Buchstaben anordnen, aufgrund der inneren Zerrüttung der Außenwelt (der Innenwelt…), der gefühlten absurden Verlorenheit in den Dingen der Wahrnehmung, im Geworfensein. Dieses „Scheitern“ zeigt sich stets in den „berühmten drei Sternmut-Pünktchen“: „Verdichtet … nie wirklich … verduftet … / Wund … was Titel wird … es war.“

_Buchwurm.info:_
Was sind die Themen, die Sie mit Ihren Gedichten verarbeiten?

_Norbert Sternmut:_
Von „Sprachschatten“ bis zur Fotografie und zum „Maschinenöl“. Es gibt keine thematische Grenze. Liebe, Tod, eben die üblichen Dichterthemen, seit es Dichtung gibt. Hierzu gehört die Annäherung an das liebende Individuum, als einzige Möglichkeit der Versinnlichung von Existenz im weitesten Sinne. Liebe, als reinstes Muster des „Scheiterns“ an den Grenzen, aber auch hier eingebunden ins Denkmuster der Existenzphilosophie bis hin zu Beckett und dem Nihilismus.

Ein wiederkehrendes Thema ist seit „Sprachschatten“ (1989) die „Sprache hinter der Sprache“. Ausgehend von Wittgenstein und Sartres „Die Wörter“, verwirkliche ich dies vor allem in der Lyrik, beeinflusst von Celan als lyrischer Grunderfahrung. Man sieht dies in den drei Gedichten zu Buchenwald in „Seelenmaschine“.

Über den „Themen“ steht als „Thema“ aber auch die Musikalität von Wörtern, Zeilen, lyrischen Zusammenhängen, Gespinsten, ausgehend von Trakl, der musikalischen, malerischen Lyrik, der Übergriff der Lyrik auf andere Kunstmuster (Musik, Malerei).

_Buchwurm.info:_
Aber Sie schreiben auch Romane und Erzählungen, mitunter sogar phantastischen Inhalts. Inzwischen sind von Ihrer aktuellen Trilogie die Bände „Der Tote im Park“ und „Marlies“ erschienen, mit „Norman“ soll sie abgeschlossen werden. Was sind die Themen und Aussagen dieser Romane?

_Norbert Sternmut:_
Die Trilogie ist in einem Zeitraum von zehn Jahren entstanden. Es geht um Erstarrungslösung, Zeilenschichten, Veränderung, aus einer Beziehung in eine andere, durchgehend um Leidenschaft, Liebe, Eifersucht, die daraus entstehenden Fragen und Komplikationen. Es sind die Themen der Lyrik in eine andere Form gebracht.

Also geht es wie stets bei mir auch um das Instrument der Sprache, die Werkzeuge des Bewusstseins, die Aufbrechung von eingefahrenen Schemata, die Wahrlegung [sic!] innerer Abläufe in einem Menschen, also die Innerlichkeit, um eine psychologische, musikalische Spielwiese der Absurdität, die sich hier meist in Liebe und Leidenschaft offenbart.

Das wird im abschließenden Roman „Norman“, der im Sommer oder Herbst 2007 erscheinen wird, nicht anders. Auch hier hat es Norman, der Protagonist und Schriftsteller, mit Sehnsucht, Liebe, aber auch mit psychopathologischen Hintergründen (Norman-Bates-Psycho …) zu tun. Ob es eine endgültige Aufklärung der Ebenen, der Morde aus „Der Tote im Park“ und aus „Marlies“ gibt, möchte ich nicht verraten.

Aber es geht in „Norman“ auch um die Frage, ob ein Individuum in einer kranken Gesellschaft nicht krank werden muss, wenn es von gesunder Veranlagung ist (nach dem Grundsatz von Adorno: „es gibt kein richtiges Leben im falschen …“). Der Text stellt die Frage, ob Norman krank sei oder er die Vorstellung einer kranken Gesellschaft gibt, und so entlarvt er die heutigen idealtypischen Vorstellungen und Zielmuster der heutigen Epoche als krank machend.

Darüber hinaus geht es um keine Geschichte, geht es um Romane in Romanen, haben die Romane unterschiedliche Sprachebenen, geht es letztendlich um die Verwirrung eines menschlichen Protagonisten in der Zeit, in die er geworfen wurde, suchend, kaum erkennend, fragend nach dem Urgrund der Seele, wie er die unbewussten Denkmuster aufdecken und verstehen will und dabei doch stets an seine Grenzen stößt.

_Buchwurm.info:_
Wie haben Sie zum Schreiben gefunden?

_Norbert Sternmut:_
Über eine bestimmte Sozialisation in einer bestimmten Familie mit Brüdern und Schwestern, einem Vater, der starb, als ich elf Jahre alt war, einer Mutter, einem ganzen Umfeld. Es ist eine simple, hochinteressante Frage an einen Schriftsteller, weshalb er schreibt, wie er zum Schreiben gekommen ist, auch wenn die meisten Schriftsteller kaum etwas darüber sagen möchten, sagen können.

Insgesamt bin ich aus einem innerpsychischen Defizit zum Schreiben gekommen, einer Art Verlassenheit, wie Harry in „Steppenwolf“, den ich in meiner Jugend las und der mich zum Schreiben gebracht hat, zumindest als Auslöser. Im Roman „Die Couch“ (geplant für 2009) werde ich darüber schreiben, was in diesen Zusammenhängen psychologisch und was philosophisch begründet ist.

_Buchwurm.info:_
Wer sind Ihre schriftstellerischen Vorbilder, denen Sie nacheifern?

_Norbert Sternmut:_
Paul Celan war eine lyrische Grunderfahrung, als ich in Stuttgart die Technische Oberschule (TO) besuchte. Lyrik und Deutsch kam eher am Rande vor, wichtig waren vor allem Mathematik, Physik, Chemie. Dann im Deutschunterricht: „Die Todesfuge“! Ja, ich denke, hier wurde klar, dass ich nicht Maschinenbauingenieur werden wollte, sondern Dichter. Welch ein Unterschied. Ich hatte Werkzeugmacher gelernt und war auf dem Weg zum Maschinenkonstrukteur, da kam plötzlich Celan …

Celan – mit 18 Jahren habe ich ihn nicht verstanden, aber jedes unverstandene Wort hat mich gefesselt, als zentrale Erfahrung. Über das eigentliche Unverständnis war es eine „Denkstimmung“, ein Gefühl, dass hiermit mein „Nerv“ getroffen wurde, eine geistige Innerlichkeit. Aus dieser Erfahrung heraus frage ich nicht in erster Linie bei Lyrik nach „Verständlichkeit“. Lyrik „funktioniert“ nicht. Oder: Sie „funktioniert“ darüber hinaus. Darunter hindurch. Nach meiner Erfahrung muss Lyrik nicht verstanden werden, um zu wirken. Vielmehr soll sie Bereiche beschreiben, die wir eben nicht verstehen, die durchaus über unser ICH hinaus gehen, die uns vorausleiten, uns meinetwegen überfordern. Also Celan – diese tiefe, nebulöse, sensible Worterfahrung.

In der Lyrik gehören zu meinen Vorbildern: Celan, Trakl, Rimbaud, Verlaine, Baudelaire, Benn, Rilke und andere. In der Philosophie: Schopenhauer, Kierkegaard, Nietzsche, Sartre, Camus, Heidegger, Laotse und andere. In der Psychologie: Alfred Adler (Individualpsychologie), Sigmund Freud, Begründer der Psychoanalyse (mit einer Diplomarbeit über „Suizid und Suizidversuch als notwendige Folge haltloser Existenz“).

_Buchwurm.info:_
Wie gelang es Ihnen, so viele Lyrikbände – es müssen inzwischen etwa zehn Stück sein – zu veröffentlichen? Haben Sie Sponsoren?

_Norbert Sternmut:_
Keine Sponsoren. Ich veröffentliche aus einer Freude an der Absurdität heraus. Aus meinem Hang, die „Sinnlosigkeit“ ins Handeln zu überführen, ins Schreiben zu zementieren. Stets hatte ich einen Hang, das zu tun, was keiner sehen wollte, das zu schreiben, was keiner hören wollte: Lyrik – es ist die Aussage zur Unabhängigkeit, Verrücktheit, wenn heute von einem „Lyriker“ gesprochen wird. Es heißt, er könne nicht (finanziell natürlich) von dem leben, was er tut. Was er schreibt, interessiert eigentlich niemanden. Lyrik? Heute? Diese Frage gibt es seit Jahrzehnten. Ich ignoriere sie, kenne sie, weiß, dass ich nicht aufhören werde, Lyrik zu schreiben, solange sie keiner lesen will.

Ich bewege mich gerne in absurden Bereichen, maroden Abläufen, Abbrucharbeiten des Seins, die keiner sehen will. Ich beweise mir gerne meine Freiheit, meine Unabhängigkeit, indem ich in meinem Sein, meinem Schreiben zum Sein nur mir selbst verpflichtet sein soll. Deshalb wird sich Sternmut (der Autor) niemals nach einem so genannten Trend richten. Er schreibt, was er schreibt. Dass ich kein Bestsellerautor werde, sollte in der Psychologie der Zusammenhänge niemanden wundern.

_Buchwurm.info:_
Gehen Sie noch anderen beruflichen Tätigkeiten nach?

_Norbert Sternmut:_
Natürlich lebe ich ausschließlich und zwar innerlich vom Schreiben. Ich bin das Schreiben. Sternmut lebt durch sein Schreiben. Er schreibt, indem er lebt. Bei aller Beschreibung der Hinausschiebung der Grenzen – ich werde nicht ewig von der Literatur leben können, genauso wenig wie die Kollegen Jelinek, Handke, Beckett. Ich arbeite teilzeitlich in der psycho-sozialen Betreuung von Jugendlichen, der psychologischen Einzelbetreuung, der Vermittlung in Therapie, der Einzelfallhilfe.

_Buchwurm.info:_
Mit welchen Projekten können wir in Zukunft von Ihnen rechnen?

_Norbert Sternmut:_
Mit dem Roman „Norman“, der Weltanhänger betrifft. Was ich sagen kann: Sternmut arbeitet und 2008 kommt der Lyrikband „Fadenwürde“ heraus und 2009 der Roman „Die Couch“. Für 2008 ist eine Ausstellung von Sternmuts Werken in der darstellenden Kunst vorgesehen, also von Radierungen und Ölbildern.

|Das schriftliche Interview führte Michael Matzer im Juni 2007.|

Der Autor

Norbert Sternmut
Norbert Sternmut

Norbert Sternmut (= Norbert Schmid), geboren 1958, lebt in Ludwigsburg und arbeitet als Sozialpädagoge. Der Theaterautor, Rezensent, Maler, Lyriker und Romanschreiber erhielt Stipendien vom Land Baden-Württemberg und der Stadt Gerlingen. Er veröffentlichte zwanzig Einzeltitel seit 1980 und ist in über 50 Anthologien vertreten. Als Maler trat er mit 75 Ausstellungen an die Öffentlichkeit. Der gelernte Werkzeugmacher wurde nach einem Studium zwischen 1982 und 87 Sozialpädagoge und ist seit 1993 in der Bildungsarbeit im Bildungszentrum Stuttgart tätig. Mehr Infos gibt’s auf seiner Website www.sternmut.de.

Seit 1980 hat Sternmut eine ganze Reihe von Lyrikbänden veröffentlicht, darunter die von mir vorgestellten Bücher „Photofinish“, „Triebwerk“ und „Absolut, du“. In dem Band „88 Rätsel zur Unendlichkeit“ arbeitete er mit dem Grafiker Volker Funke zusammen: Die Rebus-artigen Rätselgrafiken harmonierten mit den frei assoziierenden Gedichttexten Sternmuts. Eine Webseite ergänzte das multimediale Werk auf der Zeit angemessene Weise.

Auf der Prosaseite ist seine Romantrilogie hervorzuheben, zu der „Der Tote im Park“ (1999), „Marlies“ (2003) und sein Roman mit dem Titel „Norm@n“ gehören. Eine Reihe von z.T. phantastischen Erzählungen erschienen in dem Band „Das Zeitmesser“ (Rainar Nitzsche Verlag, Kaiserslautern, 1997).

_Norbert Sternmut auf |Buchwurm.info|:_

[„Triebwerk. Gedichte“ 3752
[„Marlies“ 1935
[„Der Tote im Park“ 3751

Interview mit Alfred Büngen, Geest-Verlag

Alfred Büngen gründete zusammen mit einem Freund 1989 in Ahlhorn den Geest-Verlag. Foto: HeinzelHerr Büngen, in Ihren Verlagsgrundsätzen steht: „Die von ihm (dem Geest-Verlag) verlegte Literatur muss ihren Inhalten nach Ziele verfolgen, die dem Leser eine Auseinandersetzung mit grundlegenden gesellschaftlichen und humanen Fragestellungen ermöglicht.“

Bedeutet dies, dass Sie kontroverse Literatur verlegen? Aber wie kontrovers kann ein Gedicht schon sein? Sind Ihre AutorInnen lauter Radikale?

Wenn Sie wollen, verlegen wir kontroverse Literatur. Literatur, die den gesellschaftlichen Alltag hinterfragt, aufbricht. Ein Gedicht kann nicht nur, sondern sollte eigentlich kontrovers sein.

Ihr Verlag engagiert sich intensiv für die Lesekultur in Europa. Welche Formen hat Ihr Engagement?

Interview mit Alfred Büngen, Geest-Verlag weiterlesen

Interview mit Titus Müller über seinen historischen Roman „Der letzte Auftrag“, den Abschlussband seiner SPIONIN-Trilogie

Berlin, 1989. Ria Nachtmann hat ihre große Liebe geheiratet und sich als Spionin zur Ruhe gesetzt. Ihre Tochter Annie verfolgt derweil einen gewagten Plan: Sie will eine Doku des DDR-Widerstands drehen und sie in den Westen schmuggeln. Als sie und ihr Freund Michael dabei versehentlich zwei Männer einer KGB-Geheimoperation filmen, gerät alles außer Kontrolle. Der in Dresden stationierte russische Agent Wladimir Putin hängt sich an ihre Fersen. Mutter und Tochter stehen bald zwischen allen Fronten und müssen erkennen, dass es um nichts weniger geht als um den Sturz der DDR-Regierung und die Zukunft Deutschlands. (Verlagsinfo) Das Buch wurde am 11. Mai 2023 veröffentlicht.

Der Autor

Titus Müller studierte Literatur, Geschichtswissenschaften und Publizistik. Mit 21 Jahren gründete er die Literaturzeitschrift »Federwelt« und veröffentlichte seither mehr als ein Dutzend Romane. Er lebt mit seiner Familie in Landshut, ist Mitglied des PEN-Clubs und wurde u.a. mit dem C.S. Lewis-Preis und dem Homer-Preis ausgezeichnet. Seine Trilogie um »Die fremde Spionin« brachte ihn auf die SPIEGEL-Bestsellerliste und wird auch von Geheimdienstinsidern gelobt. (Verlagsinfo)

Interview mit Titus Müller über seinen historischen Roman „Der letzte Auftrag“, den Abschlussband seiner SPIONIN-Trilogie weiterlesen

Gerhard J. Rekel über seinen historischen Roman über den Orient-Express


„Der Orient-Express gilt als berühmtester Zug der Welt. Agatha Christie, Graham Greene und schließlich Hollywood machten ihn zum Mythos. Doch was ist die Geschichte des Orient-Express, wer hat ihn auf die Gleise gestellt, welche Vision steckte dahinter? Um 1880 stehen die Zeichen in Europa auf Nationalismus, viele europäische Länder streben eine Großmachtstellung an und schotten sich ab. In dieser Zeit taucht ein Mann auf, der die europäischen Staaten miteinander verbinden will: Georges Nagelmackers (1845–1905). Trotz Vorurteilen, Fremdenhass und bürokratischer Hindernisse gelingt es dem Eisenbahn-Pionier, ab 1883 Paris mit Konstantinopel zu verbinden und ein Netzwerk von über 180 europäischen Nachtzugverbindungen aufzubauen.

Georges Nagelmackers’ Lebensgeschichte, hier in Szene gesetzt und mit prächtigen zeitgenössischen Illustrationen versehen von Gerhard Rekel, ist ein Plädoyer für die hartnäckige Verfolgung einer Vision, das raffinierte Spiel über die Bande und den Glauben an den Umweg: geografisch, politisch und menschlich.“ (Verlagsinfo)

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Interview mit Richter Thorsten Schleif, dem Autor von „Richter jagen besser“

Torsten Schleif hat kürzlich seinen zweiten Siggi-Bruckmann-Krimi bei Heyne veröffentlicht: „Richter jagen besser“.
„Amtsrichter Siggi Buckmann hat sich geschworen, für Gerechtigkeit einzustehen – notfalls auch nach Feierabend. Als sein einstiger Mentor tot in einem Waldstück aufgefunden wird, macht er sich auf die Suche nach den Schuldigen. Schneller als gedacht handelt er sich dabei Ärger mit einer dubiosen Immobilienfirma, der russischen Mafia und dem Sohn des Ministerpräsidenten ein. Die einzige Verbündete gegen seine neuen Feinde ist die kluge Journalistin Robin Bukowsky. Aber kann er ihr wirklich trauen? Vieles scheint dagegen zu sprechen. Zum Beispiel Buckmanns nicht ganz so gesetzeskonforme Vergangenheit …“ (Verlagsinfo)
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Andreas Eschbach über die Erzählungen von James Tiptree jr. (Alice B. Sheldon)

Wanderungen entlang der Grenze des Wahnsinns
Von Andreas Eschbach

Falls Sie dieses Nachwort zum Erzählband „Houston! Houston!“ (Septime Verlag 2014) in der Hoffnung lesen, mehr über die Autorin [Alice B. Sheldon] zu erfahren, die unter dem Namen James Tiptree jr. zu Weltruhm gelangt ist, muss ich Sie enttäuschen: Das werden Sie hier nicht.

Was das anbelangt, muss ich Sie auf die Nachworte der übrigen Bände dieser Reihe verweisen, wo Berufenere, als ich es bin, sich dazu geäußert haben. In diesem Nachwort erfahren Sie lediglich etwas über den Autor Andreas Eschbach und darüber, welchen Einfluss die Storys von James Tiptree jr. auf diesen Autor gehabt haben. Was, zugegeben, nicht jeden interessieren mag; sollten auch Sie eher zu denen zählen, die angesichts dieser Perspektive mit den Schultern zucken und „Na und?“ denken, dann nutzen Sie Ihre Lebenszeit vermutlich besser, wenn Sie die Lektüre des vorliegenden Buches jetzt als abgeschlossen betrachten und sich anderen, interessanteren Dingen zuwenden.

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Interview mit Jean-Louis Glineur

|Jean-Louis Glineur, Autor von [„Todesangst in der Nordeifel“, 3020 über sein Schreiben, seinen Einsatz für Tiere, Nord- und Südeifeler und warum Europa noch nicht genügend vereint ist|

_Buchwurm.info:_
Was machst du gerade? Bist du zu Hause? Fühlst du dich wohl in deinem Wohnort – wo ist das überhaupt?

_Glineur:_
Ich habe gerade eine Cabrio-Tour in meinem alten Alfa Spider hinter mir und genieße die Eifeler Sonne. Konkret die im kleinen Dorf Dedenborn nahe der belgischen Grenze.

_Buchwurm.info:_
Würdest du sagen, dass du dich als geborener Belgier inzwischen in der Nordeifel heimisch fühlst?

_Glineur:_
Absolut. Schließlich lebe ich hier seit meinem fünften Lebensjahr, da meine Mutter Deutsche ist. Aber Anfang der Siebziger gab es auch schon mal Anfeindungen gegen einen Belgier in der Eifel. Ein paar sonderbare Charaktere spielten zumindest verbal weiter „Krieg“. Aber das ist lange her, und da gab als Kind auch mal die eine oder andere Rauferei. Meine Wurzeln in Belgien liebe ich ebenso wie die Eifel.

_Buchwurm.info:_
Was macht den Nordeifeler Menschen aus? Was unterscheidet ihn vom Südeifeler? In deinem Roman „Todesangst in der Nordeifel“ beschreibst du ein paar Alteingesessene auf recht humorvolle Weise.

_Glineur:_
Die Nordeifel ist wesentlich moderner, hier gibt es eine stärkere Infrastruktur als in der Südeifel. Dort ist fast nur der Nürburgring ein Wirtschaftsmotor. Die Menschen beider Regionen unterscheiden sich nicht. Bestenfalls muss der Südeifeler bis zu 45 Minuten fahren, bis er eine Disco findet …

Ja, in meinem Roman sind auch Alteingegessene das Thema am Rande, Menschen, die sympathisch sind, die sich aber im Alltag nicht wirklich vom Hunsrücker oder Westerwälder unterscheiden. Der Roman spielt in der Nordeifel, weil ich hier lebe und die meisten Eifelkrimiautoren ihre Protagonisten im Süden der Eifel, auch Vulkaneifel genannt, ansiedelten. Carola Clasen und ich haben die Nordeifel wohl am intensivsten im literarischen Fokus.

_Buchwurm.info:_
Du hast in „Todesangst in der Nordeifel“ die Nordeifel quasi als „Euroland“ vorgestellt, wo es zwischen Belgien, Deutschland und Luxemburg nur die grüne Grenze gibt. Diese günstige Ausgangslage, die dem Bürger nützt, wird von den Verbrechern im Buch, gewieften Autoschiebern, schamlos ausgenutzt. Wolltest du vor der Offenheit der Grenzen warnen?

_Glineur:_
Nein, keinesfalls, ich schätze die offenen Grenzen und das Zusammenwachsen der Länder um mich herum. Ich denke aber, dass ich einen realistischen Wermutstropfen geschildert habe, dass ein Verbrechen mit oder ohne grüne Grenze geschieht, aber bei der Bekämpfung von Kriminalität noch Kooperationshemmnisse da sind, sicher zum Teil auch bedingt durch die verschiedenen Sprachen. Mein Detektiv Alwin Schreer durfte als „Private Investigator“ locker die Grenze überqueren, um einen Mörder und Vergewaltiger zu stellen, doch eine Polizeistreife hätte im Grenzort Mützenich an der belgischen Grenze halten und die belgischen Kollegen informieren müssen. Das kann’s nicht sein, jedenfalls nicht in einem vereinten Europa.

_Buchwurm.info:_
Befürchtest du, dass mit der Erweiterung der Europäischen Union und der Eurozone weitere solche Verbrecherorganisationen ihr Unwesen treiben? Du hast ja auch Gastarbeiterschmuggel thematisiert. Die nächste Stufe ist der allgemeine Menschenschmuggel.

_Glineur:_
Nein, das befürchte ich nicht. Auch ohne die Erweiterung der EU finden wir genug Straftäter aus dem Ausland. Wohlgemerkt, das ist keine Meinung gegen Ausländer, denn Schurken haben wir auch eigene genug. Ein Zusammenwachsen der EU sollte aber nicht nur wirtschaftlich funktionieren, sondern zu einem internationalen Netz gegen Kriminalität führen. Im Umkehrschluss sollte ein deutscher Verbrecher auch leichter durch Amtshilfe in z. B. Polen oder Belgien gefasst werden können.

_Buchwurm.info:_
Wie bist du zum Schreiben gekommen und zur Auswahl dieses Sujets?

_Glineur:_
Schreiben war schon immer meine Leidenschaft. Als Kind hatte ich eine blühende Fantasie, auch wenn ich eher Comics zeichnete, was manchen Deutschlehrer störte, aber ich denke, dass die Verbindung von Bild und Wort die Kreativität fördert. Hier kommt mein Ursprung aus dem Comicland Belgien wohl durch.

1984 war ich aktiv im regionalen Motorsport und bat eine Zeitung, ob ich über unsere Veranstaltungen berichten darf. Zwanzig Jahre später begann ich wieder mit dem Schreiben und Fotografieren für die Presse, und ich hatte eines Tages Lust, einen Krimi zu schreiben. Das Thema ist davon geprägt, dass ich vor rund 20 Jahren eine junge Frau kennen lernte, die beim Waldlauf vergewaltigt wurde. Das Thema habe ich aufgegriffen, um einen Roman zu schreiben.

_Buchwurm.info:_
Wer sind deine schriftstellerischen Vorbilder, denen du nacheiferst?

_Glineur:_
Jacques Berndorf als Eifelkrimi-Autor ist „schuld“, dass ich rund ein Jahr |nicht| an dem Manuskript weiterschrieb. Ich kannte seine Bücher noch nicht, las dann das erste und hatte Angst, ihn zu kopieren. Das ist nicht der Fall, aber es hat mich damals irritiert.

„Nacheifern“ ist der falsche Ausdruck – ich schätze und liebe vor allem die Eifeler Krimiautoren Carsten Sebastian Henn und Ralf Kramp, auch wenn wir uns vollkommen unterscheiden. Beide schreiben mit mehr Humor und skurrilen Protagonisten, ich bin da eher kühl und berechnend.

Es war zudem nichts Literarisches, was mich zu „Todesangst in der Nordeifel“ bewegte: Es war die TV-Serie „Ein Fall für zwei“ und da ganz speziell die Figur des Matula, gespielt von Claus-Theo Gärtner. So und nicht anders stelle ich mir meinen Alwin Schreer als Typ vor, auch optisch. Anne Catherine Vartan, als belgisches Pendant zu Alwin, erinnert mich in Bildern an eine belgische Freundin, die in der Tat auch Anne-Catherine, aber nicht Vartan, heißt. Bei Kommissar Welsch hatte ich indes immer „Schweinchen Dick“ mit schwarzem Sakko und Krawatte vor Augen. Ich denke, da spielt mir meine Leidenschaft Comics einen Streich, die mich dazu bringt, so visuell zu denken.

_Buchwurm.info:_
Ist der Privatdetektiv Alwin Schreer in dem Roman dein Alter Ego? Man merkt jedenfalls, dass du wie er über Fotografiekenntnisse verfügst. Würdest du dich selbst so wie er gegen Verbrecher einsetzen?

_Glineur:_
Eigene Eindrücke zu verarbeiten, ist auch Mittelpunkt meiner Schreiberei. Mir war wichtig, zwischen gutem und schlechtem Journalismus zu unterscheiden. Darum watscht der Detektiv Schreer auch einen Skandalreporter. Da ich selbst viel fotografiere, kam das vielleicht auch ins Kalkül.

_Buchwurm.info:_
Der Detektiv mag Tiere sehr. Trifft das auch für dich zu, und falls ja, wie setzt du das praktisch in deinem Leben um? Bist du in einer Tierhilfsorganisation?

_Glineur:_
Ja, Privatermittler Alwin Schreer ist ein Spiegelbild von mir, und da gibt es einige kleine autobiographische Züge. Ich bin ein absoluter Tiernarr, der sich auch schon als Falkner versucht hat und von einem Weißkopfseeadler nach Strich und Faden verprügelt wurde. Tiere sind für mich der Mittelpunkt meiner Emotionen. Frauen nerven mich eher, vielleicht bin ich auch beziehungsunfähig, aber bei Tieren geht mein Herz vollkommen auf. Bekannt bin ich für einen totalen Enten-Tick, habe diese Tiere auch schon mal ein Jahr lang für eine Fotoreise durch ihr Leben „verfolgt“ und darüber geschrieben. Kürzlich erhielt ich von der Redaktion der „Kölner Rundschau“ mit viel Humor den Hinweis, die nächsten zwanzig Service-Bilder sollten bitte vollkommen „federfrei“ sein. Wir haben viel darüber gelacht.

Mitglied bin ich im „Komitee gegen Vogelmord e. V.“ – übrigens von der Zeitschrift „Ökotest“ für sein Engagement ausgezeichnet. Und manchmal führe ich einfach einen Hund aus dem Tierheim aus.

_Buchwurm.info:_
Dein Romandebüt war recht erfolgreich. Trittst du bei Lesungen auf, machst du Lesereisen? Oder hast du andere Jobs, denen du mehr verpflichtest bist – kurzum: Kannst du mit dem Schreiben deine Brötchen verdienen?

_Glineur:_
Nein, damit kann ich meine Brötchen nicht verdienen. Schön wäre das, durchaus, aber es hat eher Hobbycharakter. Lesereisen gibt es nicht, da ich meinen Lebensunterhalt anderweitig verdienen muss, aber meine erste Lesung habe ich Anfang Mai. Da bin ich schon sehr aufgeregt, nicht nervös, sondern schlicht voller Erwartung, wie es für die Zuhörer und für mich sein wird.

_Buchwurm.info:_
Kommst du jetzt überhaupt noch zum Schreiben? Wir sind schon gespannt auf deinen nächsten Roman und fragen uns, wann wir mit seinem Erscheinen rechnen können.

_Glineur:_
Nein, ich schreibe seit ein paar Monaten nicht. Das neue Manuskript „Sabotage am Nürburgring“ ruht sich nach 90 Seiten auf meiner Festplatte aus. Da muss mich mal wieder die Muse küssen. Und die richtige Muße hat mir durch verschiedene Schulungen und persönliche (positive) Veränderungen gefehlt. Ich brauche vermutlich mal wieder eine schwere Grippe, um mich mit dem Laptop im Bett zu verkrümeln. Ich kenne mich ja: Wenn es wieder „klick“ macht, dann geht das Schreiben auch wieder wie mit Vollgas. Ich lebe nicht davon – also mache ich mir deswegen auch keinen Druck.

|Das Interview führte Michael Matzer.|

_Biografische Kurznotiz_

Jean-Louis Glineur wurde 1964 in Verviers/Belgien geboren, wuchs aber in Gemünd in der Eifel auf. Heute lebt er in Dedenborn, Nordeifel. Er arbeitete als Industriekaufmann und ist heute als freier Journalist tätig, unter anderem für die Kölnische Rundschau. Sein Hobby Fotografieren hat er zum Nebenberuf gemacht und mit seinen Fotos beliefert er Zeitungen in der Nordeifel und Aachen. In seinem Hauptberuf ist er Arbeitsvermittler.

2006 erschien sein Kriminalroman [„Todesangst in der Nordeifel“, 3020 zuerst als Hörbuch bei |Radioropa|.