Schlagwort-Archive: dtv

[NEWS] Sigurd Hartkorn Plaetner – Die allerbeste Zeit meines Lebens

Emma hat, was Vitus fehlt. Unbändigen Hunger auf das Leben. Witz, Verwegenheit. Die Begegnung mit ihr in einer Nacht in Kopenhagen trifft ihn wie ein Kometeneinschlag. In Emmas Gegenwart wird jeder Tag zum Abenteuer und das Gestern und das Morgen sehen merkwürdig blass aus. Vielleicht verschweigt er ihr deshalb so lange, dass seine Ex-Freundin ein Kind von ihm erwartet. Als er es endlich gesteht, verschwindet sie, und Vitus wird beinahe wahnsinnig. (Verlagsinfo)

E-Book
Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 208 Seiten
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[NEWS] Colm Tóibín – Haus der Namen

Im geheimnisvollen Haus der Namen findet Orestes Zuflucht vor dem neuen Mann seiner Mutter. Diese hat nach der Opferung ihrer Tochter ihren Ehemann ermordet. Deswegen wird sie nun von ihrem Sohn Orestes und seiner Schwester Elektra angefeindet. Es beginnt ein blutiges Rachespiel zwischen Mutter, Tochter und zurückgekehrtem Sohn. Immer tiefer gerät Orestes zwischen die Fronten. Und dann ist da noch seine Liebe zu Leandros, die ihn vor eine Zerreißprobe stellt. »Grausam und quälend glaubhaft« (The Guardian) zeichnet Tóibín das Porträt einer zerrissenen Familie und einer entgleisenden Mutter-Tochter-Beziehung – und zeigt, wie modern der Stoff dieses antiken Dramas ist.
(Verlagsinfo)


Taschenbuch ‏ : ‎ 288 Seiten
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[NEWS] Ingo Schulze – Die rechtschaffenen Mörder

Norbert Paulini ist ein hochgeachteter Dresdner Antiquar, bei ihm finden Bücherliebhaber Schätze und Gleichgesinnte. Über 40 Jahre lang durchlebt er Höhen und Tiefen. Auch als sich die Zeiten ändern, die Kunden ausbleiben und das Internet ihm Konkurrenz macht, versucht er, seine Position zu behaupten. Doch plötzlich steht ein aufbrausender, unversöhnlicher Mensch vor uns, der beschuldigt wird, an fremdenfeindlichen Ausschreitungen beteiligt zu sein. Die Geschichte nimmt eine virtuose Volte: Ist Paulini eine tragische Figur oder ein Mörder? (Verlagsinfo)


Taschenbuch ‏ : ‎ 320 Seiten
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[NEWS] Jussi Adler-Olsen – Opfer 2117: Der achte Fall für Carl Mørck, Sonderdezernat Q, Thriller (Carl-Mørck-Reihe, Band 8)

Wer ist Assad? Der achte Fall für das Sonderdezernat Q erzählt seine Geschichte.
An Zyperns Küste wird eine tote Frau aus dem Nahen Osten angespült: Auf der ›Tafel der Schande‹ in Barcelona, wo die Zahl der im Meer ertrunkenen Flüchtlinge angezeigt wird, ist sie ›Opfer 2117‹. Doch sie ist nicht ertrunken, sondern ermordet worden. Kurz darauf beschließt der 22-jährige Alexander in Kopenhagen, Rache zu nehmen für ›Opfer 2117‹, dessen Foto durch die Medien ging. Bis Level 2117 spielt er sein Game ›Kill Sublime‹ − dann will er wahllos morden. Als Assad vom Sonderdezernat Q das Bild der toten Frau zu Gesicht bekommt, bricht er zusammen. Denn er kannte sie nur zu gut. Ein hochemotionaler Fall für Carl Mørcks Team, der nicht nur Assad an seine Grenzen bringt.
(Verlagsinfo)


Taschenbuch ‏ : ‎ 592 Seiten
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[NEWS] Thomas Kundt – Nach dem Tod komm ich

Thomas Kundt ist Tatortreiniger. Wie es dazu kam? Reiner Zufall! Podcaster und Autor Tarkan Bagci erzählt Thomas Kundts inspirierende Geschichte: Gerade noch mit Schlips und Kragen im 9-to-5-Job, findet er sich plötzlich mit Eimer und Lappen zwischen Blut und Leichenresten wieder. Er hatte sich schon länger ein aufregenderes Leben gewünscht …Aber das hier? Kundt ergreift die Chance und beginnt ein neues Kapitel. Hier erzählt er von Tatorten, an denen er noch Körperteile fand und Schicksalen, die man nie wieder vergisst. Eine tragikomische Geschichte über den Tod, das Leben und vor allem übers Menschsein. (Verlagsinfo)


Broschiert ‏ : ‎ 208 Seiten
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[NEWS] Monika Helfer – Die Bagage

Josef und Maria Moosbrugger leben mit ihren Kindern am Rand eines Bergdorfes. Sie sind die Abseitigen, die Armen, die Bagage. Es ist die Zeit des Ersten Weltkriegs und Josef wird zur Armee eingezogen. Die Zeit, in der Maria und die Kinder allein zurückbleiben und abhängig werden vom Schutz des Bürgermeisters. Die Zeit, in der Georg aus Hannover in die Gegend kommt, der nicht nur hochdeutsch spricht und wunderschön ist, sondern eines Tages auch an die Tür der Bagage klopft. Und es ist die Zeit, in der Maria schwanger wird mit Grete, dem Kind der Familie, mit dem Josef nie ein Wort sprechen wird: der Mutter der Autorin. Mit großer Wucht erzählt Monika Helfer die Geschichte ihrer eigenen Herkunft.
(Verlagsinfo)


Taschenbuch ‏ : ‎ 160 Seiten
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[NEWS] Alex Schulman – Die Überlebenden

Nach zwei Jahrzehnten kehren die Brüder Benjamin, Pierre und Nils zum Ort ihrer Kindheit – ein Holzhaus am See – zurück, um die Asche ihrer Mutter zu verstreuen. Eine Reise durch die raue, unberührte Natur wie auch durch die Zeit. Im Kampf um die Liebe der Mutter, die abweisend und grob, dann wieder beinahe zärtlich war, haben die Jungen sich damals aufgerieben bis zur Erschöpfung. Heute fühlen sie sich so weit voneinander entfernt, dass es kein Aufeinanderzu mehr zu geben scheint. Und doch ist da dieser Rest Hoffnung, den Riss in der Welt zu kitten, wenn sie sich noch einmal gemeinsam in die Vergangenheit vorwagen. (Verlagsinfo)


Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 304 Seiten
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[NEWS] Paul Grote – Ein Weingut für sein Schweigen: Kriminalroman (Europäische-Weinkrimi-Reihe)

Band 17 der erfolgreichen Weinkrimi-Reihe
Was geschieht auf dem ehemaligen Gut der Familie Semmering? Und wer ist Peter Studt wirklich? Nur ein Strohmann – oder betreibt er das Weingut bei Meißen?
Alexander Semmering, Enkel des seit 1945 verschollenen Besitzers, will es wissen. Doch die Mauer des Schweigens scheint undurchdringlich. Deshalb beauftragt er den Moselwinzer Georg Hellberger, die Fragen zu klären. Hellberger nimmt den Auftrag an, er freut sich auf die sächsischen Weine. Doch bereits auf dem Weg dorthin wird er verfolgt …
(Verlagsinfo)


Taschenbuch ‏ : ‎ 384 Seiten
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[NEWS] Ben Aaronovitch – Ein weißer Schwan in Tabernacle Street (Die Flüsse-von-London-Reihe (Peter Grant), Band 8)

Peter Grant, unser Londoner Lieblings-Bobby und Zauberlehrling, steht vor völlig neuen privaten Herausforderungen. Welche ihn zu gleichen Teilen mit Panik und Begeisterung erfüllen. Beruflich bekommt er es mit der Serious Cybernetics Corporation zu tun, dem neuesten Projekt des Internet-Genies Terrence Skinner. Und prompt holt die Magie ihn wieder ein. Denn in den Tiefen der SCC ist ein Geheimnis verborgen, eine geheime magische Technologie, die zurückreicht bis weit ins 19. Jahrhundert, das Zeitalter von Ada Lovelace und Charles Babbage. Und die brandgefährlich ist für die Welt. (Verlagsinfo)


Taschenbuch ‏ : ‎ 432 Seiten
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[NEWS] Anja Jonuleit – Herbstvergessene

Für eine Versöhnung ist es zu spät: Zehn Jahre lang hat Maja Sternberg keinen Kontakt mehr zu ihrer Mutter Lilli gehabt – jetzt ist Lilli tot. Die Polizei in Wien spricht von Selbstmord. Doch daran mag Maja nicht glauben. In der Wohnung ihrer Mutter findet sie deren Geburtsurkunde: Der Name des Vaters fehlt. Als Geburtsort ist Hohehorst eingetragen. Ein Foto zeigt Großmutter Charlotte mit einem Baby, doch dieses dunkle Baby hat keinerlei Ähnlichkeit mit der hellblonden, blauäugigen Lilli. Von Schuldgefühlen und Neugier getrieben, begibt Maja sich auf die Spurensuche und stößt auf ein dunkles Familiengeheimnis, das alle Gewissheiten in ihrem Leben mit einem Schlag zunichtemacht … (Verlagsinfo)


Taschenbuch ‏ : ‎ 432 Seiten
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[NEWS] Lizzie Doron – Was wäre wenn

Die Geschichte eines in letzter Minute wiedergefundenen Freundes
Am Abend ein Anruf aus dem Hospiz: Yigal, ein Kindheitsfreund, den Lizzie Doron vierzig Jahre lang nicht gesehen hat, bittet sie, sein letzter Besuch zu sein. Aber warum ausgerechnet sie?
Yigals Erfahrungen in der israelischen Armee machten ihn zum Aktivisten gegen die Politik seines Heimatlandes. Als Tochter einer Holocaust-Überlebenden hielt auch Lizzie ihn für einen Verräter und wandte sich von ihm ab. Jetzt stellt sie sich der Frage, wer damals wen verraten hat. In den frühen Morgenstunden macht Lizzie sich auf den Weg. In der Hoffnung, den Kindheitsfreund noch ein letztes Mal sehen zu können. (Verlagsinfo)


Gebundene Ausgabe : 144 Seiten
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[NEWS] Lena Luisa Leisten – Je lauter die Stille: Bewegende Coming-of-Age-Story

Zwischen Zukunftswünschen, Beziehungsproblemen und Selbstzweifeln versucht die junge Studentin Mila ihren Weg zu finden – nur weiß sie oft selbst nicht, in welche Richtung sie eigentlich will. Weiter studieren, vielleicht noch ein Praktikum machen oder doch jobben? Und wie soll sie neben all dem auch noch mit ihren Gefühlen für Robin umgehen? Denn um ihrer Beziehung eine echte Chance zu geben, müsste Mila sich ihren Ängsten stellen – und alte Wunden aufreißen. Als sie dann auch noch herausfindet, dass ihr Vater eine Affäre mit einer französischen Schauspielerin hat, zieht es ihr endgültig den Boden unter den Füßen weg. Also reist sie kurzerhand mit ihrer besten Freundin nach Paris … (Verlagsinfo)


Broschiert : 320 Seiten
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[NEWS] Sarah Höflich – Heimatsterben

Tilde Ahrens hat den Zweiten Weltkrieg knapp überlebt. Ein Dreivierteljahrhundert später liegt die mehrfache Mutter, Oma und Uroma im Sterben und bittet kurz vor ihrem Tod ihre Lieblingsenkelin Hanna, die Familie zusammenzuhalten. Keine einfache Aufgabe, denn Hannas Schwester Trixie ist mit Felix Graf von Altdorff verheiratet: Kanzlerkandidat der nationalistischen Partei BürgerUnion, die überraschend die Wahl gewinnt. Hanna lässt sich von ihm überreden, ihn bei seiner politischen Arbeit zu unterstützen, und gerät alsbald in einen immer größer werdenden Loyalitätskonflikt, der die gesamte Familie Ahrens zu spalten droht. Denn die radikalen Kräfte in Felix‘ Partei und Kabinett treiben Deutschland an den Rand einer Katastrophe. (Verlagsinfo)


Gebundene Ausgabe : 384 Seiten
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Williams, Tad – Insel des Magiers, Die

_Die Glorie der Magie, von unten betrachtet_

Tad Williams, Autor von „Otherland“ und der Osten-Ard-Trilogie, erzählt die Geschichte von Shakespeares Drama „Der Sturm“ neu aus ganz anderem Blickwinkel: dem des hässlichen Hexensohnes Caliban. Für das, was ihm der Magier Prospero und seine Tochter Miranda angetan haben, will sich nun Kaliban 25 Jahre später rächen. Aber hat er überhaupt Recht? Darf er den Mord an Miranda begehen? Der Leser muss entscheiden.

_Der Autor_

Tad Williams, 1957 in San José als Robert Paul Williams geboren, hat sowohl mit dem Osten-Ard-Zyklus als auch mit seinem Otherland-Zyklus Millionen von Lesern gewonnen. Davor schrieb er aber schon kleinere Werke wie etwa „Die Stimme der Finsternis“ und „Der brennende Mann“ (beide bei |Klett-Cotta| verlegt; Ersterer erscheint im Herbst ebenfalls beim |dtv| in preisgünstigerer Neuauflage). Sein erster Bestseller hieß „Traumjäger und Goldpfote“, sein neuer Zyklus ist „Shadowmarch“.

_Vorgeschichte_

Die Handlung spielt vor dem Hintergrund jener weltbekannten Geschichte, die William Shakespeare in seinem Theaterstück „Der Sturm“ (The Tempest, 1611) erzählt. Nur zur Auffrischung des Gedächtnisses noch einmal die wichtigsten Fakten: Ein Schiff gerät in einen Sturm und sinkt, die überlebenden See- und Edelleute aus Mailand und Neapel erkunden die unbekannte Insel, auf der sie gestrandet sind.

Hie leben aber bereits einige Leutchen. Herrscher der Insel ist Prospero, eine Art Magier. Er hat hier seine Tochter Miranda aufgezogen, die aber leider etwas unschuldig, rein, keusch und naiv geraten ist – eben eine Jungfrau. Von ihr stammt der berühmte Vers über die „brave new world“: pure Selbsttäuschung. Prospero gebietet dem Geist der Lüfte Ariel, um seinen Willen auszuführen und mit den Neuankömmlingen nach Belieben zu verfahren.

Natürlich gibt es auch eine Nachtseite der Insel, sozusagen die Ureinwohner. Das sind die „Hexe“ Sycorax und ihr hässlicher Sohn Caliban, den sie angeblich mit einem Meeresungeheuer gezeugt hat. Er ist eine Mischung aus Mensch und Tier, ein dunkler Erdgeist vielleicht – der Interpretationen sind Legion. Und von Caliban handelt das vorliegende Buch.

_Handlung_

|Rahmenhandlung 1|

25 Jahre später. Nachts taucht am Hafen von Neapel ein unheimliches Wesen auf, das in Mantel und Kapuze gehüllt ist und nach dem Schloss fragt. Schon bald hat Caliban die Schlossmauern erklommen und linst in die Zimmer der beiden Kinder von Miranda, in die er sich seinerzeit unsterblich verliebt hatte. Sie hat einen jungen Sohn, Cesare, und eine mannbare Tochter, Giulietta, die schon bald verheiratet werden soll. Leider hält Giulietta überhaupt nichts von ihrem Bräutigam in spe und bereitet ihrer Mutter einigen Verdruss.

Da taucht Caliban nächtens in Mirandas Schlafzimmer auf und zwingt die Erschrockene, sich seine Geschichte anzuhören. Diese bildet den zentralen Teil des Romans. Danach will er die Zuhörerin umbringen, als Strafe für ihren schändlichen Verrat, den sie in seinen Augen vor 25 Jahren an ihm beging.

|Binnenhandlung|

Calibans Mutter wurde zunächst als Hexe aus ihrer Heimat, dem heutigen Algerien, vertrieben und schwanger in einem Boot auf dem Meer ausgesetzt. Sie landete auf der einsamen Insel, die nie einen eigenen Namen trägt, und bringt ihr Kind zur Welt. Mit Kräutern und so weiter kennt sie sich aus. Da man ihr leider die Zunge herausgeschnitten hat, damit sie niemanden verfluchen könne, kann sie ihrem Sohn auch keine Sprache beibringen. Ihre Frustration macht sie jähzornig, und schon bald muss der namenlose Junge zusehen, wie er sich auf der Insel alleine die Zeit vertreibt.

Schon bald entdeckt er Mächte, die größer und stärker sind als er. Da ist zum einen eine riesige Eiche in einem grünen Wiesental, das durch eine Dornenhecke abgeschlossen ist. Nur unter Schmerzen gelangt der Junge an diesen Ort des Friedens. Wie ihm auffällt, raunt der Baum ihm etwas zu, und seine Späher – ein Eichhörnchen, ein Vogel – spionieren dem Jungen hinterher. Später wird sich erweisen, welches Wesen im Baum eingeschlossen ist.

Der wichtigste Widersacher des Jungen ist jedoch ein weibliches Wildschwein, eine Bache, die mit ihren Frischlingen die Pfade durch den Dschungel beherrscht und jeden angreift, der auch nur so tun könnte, als wolle er ihren Jungen etwas antun. Die Bache fügt dem Jungen eine tiefe Demütigung zu, so dass er ihren Tod beschließt. Unter Einsatz einer Fallgrube und Verwendung eines Spießes gelingt es ihm, die Widersacherin zu Tode zu bringen. Fortan fühlt er sich als schuldiger Mörder, keineswegs selbstgerecht. Wenig später stirbt auch seine Mutter an einer Verletzung.

Deshalb ist ihm die Ankunft Mirandas und ihres gebildeten Vaters doppelt willkommen. Die zehnjährige Blondine verkörpert die Unschuld in jeder Hinsicht: körperlich, geistig wie auch moralisch. Sie hilft, seine schuldhaft gefühlte Existenz zu erleichtern. Ganz anders Prinzessin Mirandas (= die Bewundernswerte) Vater Prospero (= der Gedeihliche): Der einstige Fürst von Mailand, der von seinem Bruder verjagt wurde, ist in seinem Exil Calibans Mutter sehr ähnlich. Er lehrt den Jungen, den Miranda und er als „Caliban“ bezeichnen, die Sprache als Verständigungsmittel und nimmt ihn als Diener und Handlanger gnädig in seine Dienste. Dabei hatte doch Caliban zuvor die gesamte Insel gehört! Er steckt den nackten Jungen in Kniehosen und zivilisiert ihn, wie Robinson Crusoe seinen Kannibalen Freitag erzog. Aus „cannibal“ wird in Prosperos Verdrehung wirklich „Caliban“.

Dennoch gestalten sich die folgenden Jahre für Caliban glücklich, besonders wegen des unschuldigen Zusammenseins mit Miranda. Prospero jedoch lehrte Caliban die Zwiespältigkeit der Sprache: dass Lügen Masken sind. Beim Bau eines Hauses wird Caliban lediglich noch als Arbeitssklave geduldet, während der Fürst in seinem Labor Stoffe zusammenbraut, die fürchterlich stinken. Miranda ist oft in ihrer Kammer versteckt und wird vom Vater eifersüchtig bewacht.

Das Ende des Glücks kommt rasch und katastrophal über die Insel. Caliban entdeckt die junge Prinzessin, wie sie nackt unterm Wasserfall badet. Ihre weiblichen Rundungen erregen ihn auf bislang unbekannte Weise, doch er zeigt sich nicht, aus Angst vor Prosperos Reaktion. Als er ihr sein Paradies mit der Eiche zeigen will, zerreißt sie ihr Kleid an den Dornen. Als er sie lieben will und beinahe vergewaltigt, läuft sie davon. Der Zorn Prosperos, dem sie ihr Leid klagt, ist fürchterlich: Er schlägt Caliban zum hässlichen Krüppel, als dessen Inbegriff er bei Shakespeare auftaucht.

Nicht genug damit, erobert Prospero nun auch Calibans „Paradies“ und befreit den Geist in der Eiche: Es ist Ariel, ein fieser Luftgeist, der es vermag, Caliban fürchterliche Schmerzen zu bereiten und ihn damit zu allen Arbeiten zu zwingen, die Prospero verlangt. Durch seine Dienste hofft Ariel, in naher Zukunft aus Prosperos Diensten entlassen zu werden, was dann ja auch eintritt.

Denn nun besteht Ariels Hauptjob darin, mit den Gestrandeten aus Mailand und Neapel nach Belieben zu verfahren und die bekannten Resultate herbeizuführen: Prospero erhält sein Königreich zurück, Miranda ehelicht den Prinzen Ferdinand von Neapel und wird später die Königin, die von Caliban Besuch erhält. Und dieser selbst? Er bleibt zurück und grämt sich über Mirandas Verrat.

|Rahmenhandlung 2|

Nun ist es an der Zeit, Miranda zu töten, um die Rache zu vollziehen. Da tritt eine unerwartete Wendung ein …

_Mein Eindruck_

Wie schon seine High Fantasy über die drei Großen Schwerter Memory, Sorrow und Thorn – die Osten-Ard-Trilogie – Tolkien korrigierte und indirekt kritisierte, bildet auch „Die Insel des Magiers“ sowohl Revision als auch Kritik an Shakespeares Darstellung der Ereignisse auf Kalibans Insel. Der deutsche Titel stellt die Verhältnisse auf den Kopf und unterläuft exakt Calibans/Williams‘ Bemühung, die wahre Geschichte durch Neu-Erzählen zu revidieren. Da hat der deutsche Übersetzer seinem Autor einen Bärendienst erwiesen.

Williams‘ Dekonstruktion von „Der Sturm“ läuft auf eine Umbewertung der Figur des weisen, väterlichen Magiers hinaus, wie sie bereits Peter Greenaway in seinem stilistisch einfallsreichen Film „Prospero’s Books“ unternommen hat. Prospero erscheint uns durch Kalibans rechtfertigende Darstellung als ein finsterer, engstirniger Saruman, der es versteht, andere in seine Dienste zu zwingen und auszubeuten. Er selbst ist dabei keineswegs kreativ, sondern lediglich eine Art frühkapitalistischer Unternehmer.

Was er wirklich kreiert, sind Lehmklumpen, die er in Bewegung versetzt und tanzen lässt, so dass es aussieht, als besäßen sie ein eigenes Leben. Dieser Subkreator ist also lediglich ein Herr über Golems, die nach getaner Arbeit wieder in ihren ursprünglichen Zustand zurückfallen. Dass er Wesen wie Caliban ebenso behandelt, liegt nahe. Auch Miranda, seine eigene Tochter, ist ihm lediglich Mittel zum Zweck. Durch die Heirat mit dem Thronerben von Neapel verschafft sie ihm, wie es einst die Habsburger im 13. Jahrhundert taten, Macht und Einfluss.

Ist dies also die „brave new world“, die Miranda in Skakespeares Worten so lobt? Mitnichten! „Calibans Stunde“, so der Originaltitel, dient dazu, diese Darstellung, diese Welt in ihren Grundfesten zu erschüttern und alle Bilder zu zerfetzen, die sich hoffnungsvoll an sie knüpfen. Denn der Preis der Erschaffung dieser Welt ist viel zu hoch: Calibans moralische und körperliche Zerstörung, seine Enteignung, Ausbeutung und Entsorgung (er wird zurückgelassen).

Die Frage ist also für Williams, ob sich für dieses Wesen eine Art Wiedergutmachung rechtfertigen lässt: Die Rache in Form des Mordes an Miranda wäre das. Oder ob es vielleicht doch noch für Caliban eine Art Erlösung von der Vergangenheit geben kann, sozusagen eine unverhoffte, quasi göttliche Gnade. Die Antwort auf die zweite Frage, so viel darf ich wohl verraten, lautet „ja“. (Profis brauchen nur Rahmenhandlung 1 + 2 zusammenzuzählen, um auf die richtige Lösung zu kommen.)

_Unterm Strich_

Der Kurzroman ist ein Buch, das vom Leser Mitdenken erfordert. Es enthält nur relativ wenige anschauliche Szenen und noch viel weniger Dialoge. Es eignet sich daher überhaupt nicht für eine Dramatisierung à la Shakespeare. Vielmehr ließen sich leicht die wichtigsten Statements Kalibans, des Alleinerzählers, zu einem philosophischen Essay zusammenfassen. Über diesen ließe sich dann trefflich disputieren.

Man merkt schon, worauf ich hinaus will. Die Lektüre ist nur mäßig spannend, weder abenteuerlich noch sinnlich, außer an gewissen Stellen. Als Abenteuerstory scheitert das Buch also auf ganzer Linie, und ich musste mir das Gähnen mehrmals verkneifen. Als Kritik an einem literarischen Hauptwerk und dessen Revision wie auch als Kritik an der Ethik des modernen Frühkapitalisten à la Prospero durch einen enteigneten und ausgebeuteten „Angehörigen der Arbeiterklasse“ funktioniert das Buch nur eingeschränkt. Denn wenn der Leser diese Kritik unbesehen übernähme, müsste er ja wohl auch Calibans Rache sanktionieren: den geplanten Mord an Miranda. Ob das wohl in jedermanns Sinne wäre? Der Leser darf dem Mitleid heischenden Psychologisieren des Autors nicht auf den Leim gehen.

Aber es gibt einen Ausweg, den der Autor aufzeigt. Theatermäßig ausgedrückt, handelt es sich um einen |deus ex machina|, moralisch ausgedrückt um eine Gnade von erlösender Kraft, sowohl für Miranda (sie ist dem Tod noch mal von der Schippe gesprungen) als auch für Kaliban, denn er muss nun nicht noch mehr Schuld auf sich laden; er kann den Mord umgehen und obendrein etwas gewinnen.

Und so bleibt der Leser mit gemischten Gefühlen zurück. Das ist der Zweck der Übung: Wo Gefühle nicht entscheiden helfen, muss der Kopf angestrengt werden. Und auf dieser Ebene kommt der philosophische Essay zu seinem Recht.

|Originaltitel: Caliban’s Hour, 1994
Aus dem US-Englischen übersetzt von Hans-Ulrich Möhring
Mit Illustrationen des Autors|

[NEWS] Benno Köpfer – Kadir, der Krieg und die Katze des Propheten: Roman einer Radikalisierung

Kadir steht vor dem Hamburger Fußballstadion auf St. Pauli. Die Sporttasche zu seinen Füßen, reckt er die Hand mit dem Handy in die Höhe und ruft: »Allahu Akbar!« Gott ist groß! Wird er sich und Hunderte Unschuldige gleich in die Luft sprengen? Mark, Kadirs bester Freund und Fußballkumpel, erzählt uns, was zuvor geschah. Von Kadirs Radikalisierung durch die »Brüder« vom Kulturverein bis hin zu seinem plötzlichen Verschwinden aus Hamburg. Erst später erfährt auch Mark die ganze Wahrheit. Kadir hielt sich in Syrien auf. Wir erleben ihn an der Seite von IS-Kämpfern. Sehen seinen Alltag in Syrien zwischen Langeweile, Schockzustand und Gewalt. Doch dann kehrt Kadir zurück nach Hamburg – mit der fatalen Entscheidung, doch noch als Märtyrer zu sterben. (Verlagsinfo)


Taschenbuch : 352 Seiten
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[NEWS] Wibke Brueggemann – Love is for Losers … also echt nicht mein Ding

Hormone, nein danke!
Die lästigen Botenstoffe machen Phoebe das Leben gerade zur Hölle, und das, obwohl sie sich eigentlich auf die Prüfungen vorbereiten muss:
• Ihre beste Freundin ist zum ersten Mal verliebt und scheint Phoebe aus ihrer Erinnerung gelöscht zu haben.
• Ihre Mutter hat extreme Muttergefühle – bloß nicht für sie, sondern für alle anderen Menschen auf der Welt. Deshalb ist sie aktuell in Syrien und hat Phoebe wieder bei Tante Kate geparkt.
• Das wäre eigentlich ganz okay, wenn Kate nicht ständig über Sex reden würde …
(Verlagsinfo)


Broschiert : 480 Seiten
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[NEWS] John Strelecky – Mein Jahr im Café am Rande der Welt 2022: Kalender

Klug-poetische Geschichten, wunderschön gestaltet und praktisch zugleich: Dieser Buchkalender hilft, den Alltag zu verändern und zu organisieren. Er bietet aber auch Raum, um Gedanken, Beobachtungen, Erinnerungen festzuhalten und Höhepunkte Revue passieren zu lassen. Jeden Monat eröffnet John Strelecky mit einem gedanklichen Impuls: Diesmal begleitet er die Leser unter dem Motto »Neue Perspektiven, neue Möglichkeiten« durch das Jahr; auf den Wochenseiten eingestreut sind inspirierende Zitate. (Verlagsinfo)


Kalender : 272 Seiten
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[NEWS] Ute Mank – Wildtriebe

Für die alte Großbäuerin Lisbeth gibt es nichts Wichtigeres als den Hof, sein Erhalt ist ihr Lebenssinn. Nie hat sie die damit verbundenen Pflichten hinterfragt.
Doch mit Schwiegertochter Marlies kommt eine neue Frau ins Haus, die keineswegs klaglos und ohne eigene Wünsche das Leben einer Bäuerin führen will. Das Kaufhaus in der nächsten Stadt wird für Marlies zum Sehnsuchtsort im Wirtschaftswunderdeutschland, arbeiten möchte sie dort, einen Jagd- und Traktorführerschein machen, das Leben soll doch mehr zu bieten haben. (Verlagsinfo)


Gebundene Ausgabe : 288 Seiten
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[NEWS] Alex Rühle -Traumspringer

Leon ist ein Traumspringer. Er kann unbemerkt in die Träume von anderen schlüpfen. Aber nicht nur das: Eines Nachts taucht er ein in eine verborgene und geheime Welt. Hier sammeln und archivieren Morpheus und seine Geschwister seit vielen tausend Jahren die Träume der Menschen. Doch Morpheus, der Hüter der Nacht, ist dringend auf Leons Hilfe angewiesen. Nur Leon kann wie ein nächtlicher Agent zwischen Tag- und Traumwelt hin- und herspringen und so herausfinden, was Morpheus‘ Bruder Krato im Schilde führt. Denn nach einem Streit ist Krato spurlos verschwunden. Er hat gedroht, die Traumarchive zu plündern. Will er etwa die Träume der Menschen zu Geld machen und in ein einzigartig neues Handyspiel verwandeln? (Verlagsinfo)


Taschenbuch : 256 Seiten
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[NEWS] Lukas Rietzschel – Raumfahrer

Jan und seine Eltern sprechen nicht viel über das Heute und erst recht nicht über das Gestern. Erst als Herr Kern auftaucht, kommt das fragile Gleichgewicht der Familie ins Wanken: Welche Beziehung führte Jans Mutter mit dem Vater von Herrn Kern? Und was haben die Kerns mit der Kunst von Georg Baselitz zu tun? Immer weiter arbeitet sich Jan durch das Schweigen mehrerer Generationen, taucht ein in die Geschichte der Baselitz-Brüder, die Geschichte seiner Eltern und begreift, dass die Gegenwart nicht nur aus der eigenen Vergangenheit besteht. (Verlagsinfo)


Gebundene Ausgabe : 288 Seiten
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