Alle Beiträge von Michael Matzer

Ward Moore – Der große Süden. SF-Roman

Die Südstaaten haben den Krieg gewonnen – vorerst

Die amerikanischen Südstaaten haben 1863 die entscheidende Schlacht von Gettysburg gewonnen und damit den Bürgerkrieg für sich entschieden. Die Konföderation ist ein riesiger, reicher Agrarstaat geworden; der Norden , die Union, ist zu einem bedeutungslosen politischen Gebilde herabgesunken, in dem Hunger und Armut herrschen, die Arbeitslosigkeit grassiert und mächtige Gangsterbanden die Städte regieren.

Bis eines Tages ein Historiker die Gelegenheit findet, mit einer Zeitmaschine ins Jahr 1863 zu reisen… (Verlagsinfo)

Der Autor
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Ross Macdonald – Unterwegs im Leichenwagen (Lew Archer 10)

Eigentlich hatte man Privatdetektiv Lew Archer nur auf Colonel Mark Blackwells ungeliebten Schwiegersohn in spe angesetzt. Doch kaum beginnt er zu ermitteln, stößt er auf eine heiße Spur, welche über verschiedene Leichen bis nach Mexiko und zurück nach Malibu führt. Dabei kreuzt ein als Fun Cruiser genutzter Leichenwagen immer wieder Archers Weg. Sixties, Surfkultur und Generationenkonflikt sorgen für Spannungen und für Spannung.

Besonderes Schmankerl dieser Neuübersetzung ist ein Nachwort der Krimiautorin Donna Leon, die ihren Commissario Guido Brunetti schon fast 30 Fälle hat lösen lassen.
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H. P. Lovecraft – Das gemiedene Haus (Gruselkabinett Folge 162)


Geisterjäger gegen das Unheil im Keller

Providence, 1919: Was ist dran an den unheimlichen Gerüchten um das Haus der Familie Harris, das nach unzähligen Todesfällen, die es dort gab, nun nicht mehr bewohnt wird? Dr. Elihu Whipple und sein Neffe Howard wollen dem Rätsel auf die Spur kommen und beschließen, eine Nacht im Keller des Gebäudes zu verbringen, um das vermeintliche Böse auszurotten. Ihr Gegner erwartet sie dort bereits… … (Verlagsinfo)

Der Verlag empfiehlt das Hörbuch ab 14 Jahren.
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Interview mit Jutta Weber-Bock anlässlich der Veröffentlich ihres Romans „Das Mündel des Hofmedicus“

Die Stuttgarter Schriftstellerin Jutta Weber-Bock hat am 8. September 2020 im Hospitalhof Stuttgart ihren ersten historischen Roman „Das Mündel des Hofmedicus“ vorgestellt.

Kurz zum Inhalt:

Stuttgart 1804. In einem Stuttgarter Gasthof bringt eine adelige Dame heimlich das Mädchen Christiane zur Welt. Der Hofmedicus nimmt es seiner Mutter weg und unterwirft es einem Erziehungsexperiment. Die Spielkarten Herzsieben und Ecksteinsieben spielen dabei eine geheimnisvolle Rolle. Bis zu ihrem achten Lebensjahr wächst Christiane kindgerecht in einer Pfarrersfamilie auf, dann wird sie von der Schwester des Hofmedicus nach Stuttgart geholt. Diese gibt sich als Christianes wahre Mutter aus. Beim geringsten Vergehen züchtigt sie das Kind. Christiane lernt, sich zu wehren. Der Hofmedicus unterstützt das Mädchen heimlich. Christianes Versuch, mit der Mutter Frieden zu schließen, nutzt ihr nichts, ihre Zeit bei der Schwester des Hofmedicus endet dramatisch. Mit siebzehn Jahren tanzt Christiane auf einem Maskenball und verliebt sich unglücklich. Aus Verzweiflung isst sie eine ganze Schokoladentorte, doch diese ist vergiftet. Zufall oder Mordversuch?
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Interview mit Sprecherin Eva Mattes über Elena Ferrantes „Das lügenhafte Leben der Erwachsenen“

Seit mehr als vier Jahren ist Eva Mattes die deutsche Stimme und – bei öffentlichen Lesungen auf der Bühne auch das „Gesicht“ – von Elena Ferrante. 177.000 Mal haben sich ihre Interpretationen der Ferrante-Werke bisher verkauft. Intensive 91 Stunden können Hörerinnen und Hörer mit ihnen verbringen.

Nun kommen weitere 11 Stunden und 37 Minuten hinzu. Denn in diesen Tagen erscheint Elena Ferrantes aktueller Roman „Das lügenhafte Leben der Erwachsenen“ als Hörbuch im Hörverlag parallel zur Buchausgabe bei Suhrkamp.
Anlässlich der Studioaufnahmen ließ sich Eva Mattes von Regisseur Roman Neumann zu ihrer persönlichen Verbindung zur Autorin und deren Werken befragen, zu ihrem Umgang mit den Figuren, ihrem Eintauchen in die Stoffe.

Schnell wird deutlich: Auch für eine erfahrene und renommierte Schauspielerin sind die Geschichten Elena Ferrantes etwas ganz Besonderes, setzen vielschichtige Gefühle, Gedanken und Assoziationen frei.
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Dieter Wessels (Hg.) – Classic Science Fiction Stories. Fremdsprachentexte

Die Klassik der SF dauerte nur 30 Jahre

In der englischen Originalsprache enthält dieser Auswahlband Erzählungen von Isaac Asimov, E.F. Russell, Philip K. Dick, Robert A. Heinlein, John Wyndham, Harlan Ellison, John Wyndham, Alfred bester, J.G. Ballard und Harry Harrison – allesamt Autoren der ersten Liga, aber es sind keine weiblichen Vertreter darunter und auch keine Nicht-Angelsachsen.

Das Besondere an dieser Ausgabe ist die Kurzcharakteristik zum jeweiligen Autor und – das ist rar – eine Interpretationshilfe zur jeweiligen Erzählung. Mittelgute Englischkenntnisse sind für die Lektüre natürlich Bedingung, aber viele neue Vokabeln werden in Fußnoten erklärt.

Hier findet man unter anderem:

1) Die Story von dem Roboter, der für den Mond gebaut wurde und nun auf einem irdischen Schrottplatz landet – mit unerwarteten Folgen;
2) Die Story von dem Roboter, der sich für einen Menschen hält, aber in Wahrheit ein Infiltrant der Aliens ist;
3) Die Story von dem Flottenkommandanten, den ein kleines Mädchen zum Weinen bringt;
4) Die Story von der übervölkerten Welt, auf der zwei Glückspilze noch eine unbelegte Besenkammer finden; und weitere.
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Brian Herbert/Kevin J. Anderson – Mentats of Dune / Die Mentaten des Wüstenplaneten (Die großen Schulen 2)

Das DUNE-Universum: Kampf der Mentaten

85 Jahre nach der Schlacht von Corrin ist das Imperium von Kaiser Salvador mehr denn je in zwei Fraktionen gespalten. Auf der einen baut Josef Venport mit seiner Navigatorengilde seinen Machtbereich aus, auf der anderen führt der Maschinenfeind Manford Torondo seine „Butlerianer“ gegen jede Art von Maschinennutzung. Ein Kulturkonflikt von epischen Ausmaßen ist die Folge, und jede Vereinigung muss wählen, auf welcher Seite sie letzten Endes steht.

Gilbertus Albans hat die Mentatenschule auf Lampadas gegründet. Auf Lampadas befindet sich auch Torondos Hauptquartier. Daher muss Gilbertus sehr vorsichtig agieren, zumal er den Speicherkern des letzten Roboters, Erasmus, wie seinen Augapfel hütet.

Obwohl die letzte Reste der Maschinenverbände und alle Denkmaschinen systematisch vernichtet werden, wagen es die Bene Gesserit, im Verbogenen Computer weiterhin einzusetzen. Ein Jahr zuvor haben sie von kaiserlichen Truppen schwere Verluste hinnehmen müssen, konnten aber ihre Computer und Datenbanken retten und verstecken. Damit planen sie das genetische Schicksal der Menschheit. Weil sich die bislang einzige Ehrwürdige Mutter Raquella unter großem Zeitdruck sieht, betraut sie die einzige andere, neue Ehrwürdige Mutter Valya Harkonnen mit heiklen Aufträgen wie etwa der Wiederbeschaffung der Gendatenbank. Aber Valya Harkonnen verfolgt einen geheimen Racheplan: Sie will Vorian Atreides finden und alle seine Nachkommen eliminieren…

Diese Besprechung basiert auf der Taschenbuchedition der englischsprachigen Originalausgabe.

Die Autoren
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Donna Leon – Sanft entschlafen (Lesung)

Finstere Machenschaften „heiliger“ Männer

Commissario Brunettis sechster Fall. Er hat gerade nicht viel zu tun, denn Venedig erwacht erst allmählich aus seinem Winterschlaf. Doch da beginnen die Machenschaften der Kirche sein Berufs- und Privatleben zu überschatten: Suor Immacolata, die schöne Sizilianerin und aufopfernde Altenpflegerin von Brunettis Mutter, ist nach dem unerwarteten Tod von fünf Patienten aus ihrem Orden ausgetreten. Sie hegt einen schrecklichen Verdacht, denn die Verblichenen haben zuvor ihr gesamtes Vermögen der Kirche vermacht. Wird Brunettis Mutter das nächste Opfer sein? Brunetti stößt auf einen zwielichtigen Geheimorden.

Die Autorin

Donna Leon, geboren 1942 in New Jersey, ging mit 23 Jahren nach Italien, um in Perugia und Siena zu studieren (wunderschöne Städte!). Sie arbeitete im Anschluss daran als Reisebegleiterin in Rom, als Werbetexterin in London und als Lehrerin an amerikanischen Schulen in Europa und Asien. Gegenwärtig lehrt sie laut Verlagsinfo englische und amerikanische Literatur an einer Uni in der Nähe von Venedig, wo sie seit 1981 lebt. Ihre Krimis mit Commissario Brunetti sind weltweit Bestseller. Sie werden in Deutschland exklusiv vom ZDF verfilmt, u. a. mit Joachim Król in der Titelrolle („Nobiltà“).

Der Sprecher

Christoph Lindert, 1938-2005, ist laut Verlag „einer der renommiertesten Hörbuchsprecher“. Nach seiner Ausbildung an der Otto-Falckenberg-Schauspielschule in München arbeitete er an verschiedenen Bühnen: Münchner Kammerspiele, Ateliertheater Bern, Theater am Dom in Köln. Er ist freier Film- und TV-Schauspieler und regelmäßig als Sprecher im Rundfunk zu hören. Zudem liest er leidenschaftlich gerne vor Publikum. (abgewandelte Verlagsinfo)

Lindert liest die ungekürzte Textfassung. Die Aufnahmeleitung hatte Guido Heidrich, die Technik steuerte Volker Gerth.

Handlung

Vicequestore Patta ist in Urlaub und Guido Brunetti vertritt ihn. Zunächst gibt’s nicht viel zu tun, doch der Besuch einer Ex-Nonne ändert dies. „Schwester Immacolata“ kommt ihm bekannt vor, aber da sie in Zivilkleidung auftritt, kann er sie nicht zuordnen. Als sie ihm auf die Sprünge hilft, fällt es ihm ein: Sie ist bzw. war eine der Pflegerinnen in dem Venediger Altenheim, in dem sich seine Mutter aufhält, in der Casa di Cura. Aber wieso ist sie aus ihrem Schwesternorden ausgetreten?

Maria Testa, wie sie mit bürgerlichem Namen heißt, berichtet, dass sie im Pflegeheim San Leonardo im vergangenen Jahr auf eine seltsame Häufung von Todesfällen gestoßen sei. Dabei waren die Patienten alle kerngesund, bevor sie starben. Sie alle vermachten ihr Vermögen dem Orden vom heiligen Sakrament, der das Pflegeheim betreibt. Als sie ihren Verdacht, man könnte beim Sterben etwas nachgeholfen haben, gegenüber dem Ordensvorsteher und der Mutter Oberin äußert – sie weiß wenig von der Welt –, wird sie bestraft, dann geht sie heimlich und unerlaubt von selbst. Maria übergibt Brunetti eine Liste der fünf Gestorbenen – es handelt sich um Angehörige der besseren Kreise Venedigs und des Umlandes.

Plötzlich macht sich Brunetti einige Sorgen um seine Mutter. Doch wie soll er Maria Testas Verdacht nachgehen? Er sagt sich: cui bono – wem nützt das? Folge der Spur des Geldes! Seine Sekretärin, die diskrete Signorina Elettra, hat den Zugangscode für den Standesamtcomputer und kommt an Kopien der fraglichen Testamente ebenso leicht heran wie an die Adressdaten. Brunetti will lieber nicht wissen, ob sie in jeden Rechner der öffentlichen Dienste hineinkommt. Nach dem Mittagessen, das Paola Brunetti so üppig und schmackhaft wie stets zubereitet und serviert, liegen die ersten Daten bereit.

Zusammen mit seinem Kollegen Sgt. Vianello besucht Brunetti die Angehörigen der drei venezianischen Erblasser. Lodovico da Pre ist der zwergwüchsige und bucklige Bruder einer der Verstorbenen, ein geldgieriger Sammler von Schnupftabaksdosen. Er prozessiert mit den Nonnen von Casa di Cura um nicht weniger als 100 Millionen Lire. „Aber sie werden sie nicht kriegen!“, triumphiert er etwas voreilig. Nummer 2 auf der Liste ist die ebenso fette wie übel riechende und arrogante Contessa Claudia Crivoni, die stets sehr auf die öffentliche Moral bedacht ist und den Verkauf von Kondomen in Apotheken verbieten lassen will. Sie weiß nichts davon, dass ihr Gatte jemand anderem Geld vermacht habe. Brunetti heuchelt immense Erleichterung und entfernt sich schleunigst aus dem Dunstkreis dieses Weibes.

Nr. 3 ist die frömmelnde Signorina Benedetta Lerini, die ein ganzes Zimmer voller silbergerahmter Autogramme von Papst, Kardinalen, Bischöfen und Nonnen hat, dass es Brunetti an das Zimmer eines Teenagers gemahnt, der Poster seiner Stars an die Wände pinnt. Sie ist offenbar ein großer Fan der Kirche. Auch Lerini will den Nonnen des Ordens, die ihren Vater pflegten, angeblich nichts vermacht haben. Das stellt sich als Lüge heraus, als Brunetti seine Schwiegermutter besucht. Gräfin Donnatella Falia erzählt ihm den neuesten Klatsch über die Lerini und die Crivoni, wobei sie sich köstlich amüsiert. Möglicherweise gehöre die Crivoni einer fundamentalistischen Bewegung der katholischen Kirche an, da sie beispielsweise Messen in Latein propagiert, nicht in profanem Italienisch. Die Contessa trifft den Nagel mit dieser Vermutung beinahe auf den Kopf.

Schon will Brunetti die Ermittlungen ergebnislos einstellen, zumal ja auch Patta zurückgekehrt ist, da gibt er Maria Testa noch eine letzte Chance. Er besucht ihren Beichtvater und Prior, Pater Pio Cavaletti. Dieser freundliche und würdevolle Mann stellt sich als großer Fan von Flieder heraus. Sogar aus Minne-sotà, so der Gärtner, lasse er Fliedersorten beschaffen. Maria Testas Verdacht gegen ihn tut der fromme Mann mit großem Bedauern über die Einbildungskraft der Jugend als Selbsttäuschung ab.

„Tja, das war’s dann wohl, Suor Immacolata“, sagt sich Brunetti. Da ereilt ihn die Kunde, dass Maria auf dem Lido von einem Auto angefahren wurde. Während der Fahrer sich aus dem Staub machte, landete die radelnde Maria im Graben, mit Rippenbrüchen, einer ausgerenkten Schulter, aber vor allem mit einer Schädelverletzung. Sie liegt seitdem im Koma. Das war bestimmt kein Versehen, sagt er zu Vianello. Das war ein Mordversuch. Könnte die junge Ex-Nonne am Ende doch mit ihrem Verdacht Recht haben? Dann befindet sich auch Brunetti in Gefahr.

Mein Eindruck

Das Buch ist anno 2006 zwar schon fast neun Jahre alt, doch das Eisen, das die Autorin anfasst, ist immer noch heiß. Der geheime Orden von katholischen Fundamentalisten wird hier zwar Opera Pia (fromme Werke) genannt, doch für jeden informierten Leser ist klar, dass es sich um eine Organisation handelt, die viel Ähnlichkeit mit Opus Dei hat. Diese Organisation ist direkt dem Papst unterstellt und hat sich einen üblen Leumund eingehandelt, unter anderem durch die Nachrichten, die über ihre strenge Behandlung ihrer Mitglieder an die Öffentlichkeit gedrungen sind.

Im Roman zieht Opera Pia alle Löhne seiner Mitglieder ein, zahlt aber keine Steuern. Obendrein werden Unverheiratete und Frauen benachteiligt, und Sex wird generell missbilligt. Brunetti findet es erstaunlich, dass gegen eine so repressive Organisation keine Prozesse geführt werden. Aber die entsprechenden Artikeln in den Zeitungen, die er sich in der Stadtbibliothek bringen lässt, sind sowieso alle von Unbekannten herausgeschnitten worden. Kein Wunder, dass man über Opera Pia hauptsächlich nur Gerüchte weiß.

Ehrenmänner wie Dottore Messini, der allein in Venedig fünf Pflegeheime des Geheimordens alias des Ordens vom heiligen Sakrament betreibt, bieten den Machenschaften das Deckmäntelchen ehrenwerter und vor allem legaler Tätigkeit. Dabei läuft es auf die Ausbeutung wehrloser Arbeitskräfte hinaus, denn es gibt selbstverständlich keinerlei Gewerkschaft in den Pflegeheimen. Die Arbeiterinnen halten sich zudem illegal im Land auf, getarnt als Touristen und Studenten. Dass auch noch die Patienten geschröpft werden, will Dr. Messini aber nicht zugeben. Und Pater Pio erst recht nicht.

Aber was hat dies alles mit Maria Testa zu tun? Nun, sie ist natürlich der Verräter, der „whistleblower“, der die Machenschaften aufdeckt und schleunigst zum Schweigen gebracht werden muss. Alles ist ruhig, solange Maria im Koma liegt, weiß Brunetti. Um die Ratten aus ihren Löchern zu locken, braucht er daher nur die Meldung verbreiten, dass Maria aufgewacht sei und es ihr besser gehe. Er findet es sehr interessant, dass seine Meldung von der Zeitung wider Erwarten nicht abgedruckt wird, dafür funktionieren aber die Buschtrommeln, die er eingesetzt hat, umso besser. Er hat Pater Pio, die Mutter Oberin und Messini persönlich angerufen, einfach um sicherzugehen.

In die Falle, die er, mit der bewusstlosen Maria als Köder, aufgestellt hat, tappt denn auch prompt ein Attentäter, der sich als Krankenschwester verkleidet hat und statt einer Tablette ein langes Messer mitbringt. In dem nachfolgenden Kampf wird der Wache haltende Brunetti verletzt, doch der Attentäter erweist sich als fanatisiert und paranoid – das ideale Werkzeug für einen Geheimorden. Ich verrate nicht, ob der Attentäter männlich oder weiblich ist.

Diesen schönen Erfolg aber hat sich Brunetti gegen seinen eigenen Vorgesetzten erkämpfen müssen. Offenbar hört Vicequestore Patta lieber blindlings auf die Einflüsterungen und Klagen von Kirchenmenschen wie Pater Pio als seinem Kriminalisteninstinkt zu folgen – falls er denn einen solchen hat. Denn Patta ist mehr mit Politik beschäftigt als mit Ermittlungen und bereit, jeden Preis für sein Prestige zu zahlen. Er zieht die Bewachung von Maria Testa ab und gibt sie schutzlos jedem Angriff preis. Brunettis Einwand wischt er weg. Doch Brunetti weiß, dass Patta wenigstens nicht über die Freizeit von Polizisten verfügen kann und bittet seine Kollegen, ihre Freizeit zu opfern, um das Leben der komatösen Ex-Nonne zu schützen.

Man fragt sich natürlich, aus welchem Grund sich ein Kommissar für eine junge Frau von 27 Jahren einsetzen sollte, die gar nicht ansprechbar ist und obendrein von ihren Vorgesetzten schlecht beurteilt wird (unterliegt einer Selbsttäuschung, aufsässig, immer noch den Regeln des Ordens unterworfen usw.). Und da an ihren Vorwürfen zunächst nichts dran zu sein scheint, will Brunetti den Fall einstellen. So muss er sich nicht gegenüber Patta wegen Zeitverschwendung rechtfertigen.

Doch drei Ereignisse ändern seinen Sinn: der als Unfall getarnte Mordversuch an Maria Testa, der ebenso als Unfall getarnte Mord an einem der drei besuchten Erben und schließlich das, was seine eigene Tochter Chiara in der Schule erlebt. Der Teenager ist sehr aufgeweckt und hat von seinen Eltern, die beide Atheisten sind, logisches Denken beigebracht bekommen. Folglich hat Chiara bei ihrem Religionslehrer, dem Pfarrer Don Luciano, gleich Anstoß erregt und ein gepfeffertes „Ungenügend“ ins Zeugnis geschrieben bekommen – ein Zeugnis, das bis auf diesen Schandfleck hervorragend ausgefallen ist.

Doch Don Luciano ist nicht nur dogmatisch, sondern legt auch ein ungebührliches und ungesundes Interesse an den sexuellen Untaten seiner Schülerinnen – und nur an diesen – an den Tag. Er nimmt den Mädchen die Beichte ab, doch statt ihnen zu vergeben, lässt er sich jedes Detail haarklein schildern, als ob er sich daran aufgeile. Was Chiara erzählt, lässt einen finsteren Verdacht in ihren Eltern aufsteigen. Als eine Mutter bei Paola Brunetti, die ja ebenfalls Lehrerin ist, anruft und erzählt, Don Luciano habe sich an ihrer Tochter Nicoletta womöglich vergangen, reicht es. Paola schwört, sie werde diesem Schmutzfink das Handwerk legen und ihn, so wörtlich, „vernichten“. Dass sie es mit der Hilfe ihres Vaters kann, zeigt der Schluss des Buches (siehe unten).

Hier greift die Autorin eine Reihe von Meldungen auf, denen zufolge sich katholische Priester an ihren Schützlingen vergangen haben, beispielsweise in Österreich. Nicht nur repressive Sexualmoral, sondern auch latente Homosexualität werden dafür verantwortlich gemacht. Und als Brunetti die Akte von Don Luciano durch Signorina Elettras Kanäle beschaffen lässt, erweist sich dieser Verdacht als berechtigt: Dessen Lebensweg ist eine Reihe von Versetzungen und einmal sogar ein Aufenthalt in einer Besserungsanstalt. Dass Luciano Benedetto indirekt auch ein Menschenleben auf dem Gewissen hat, ahnt er zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Unterbewusst identifiziert er Chiara mit der jungen Maria Testa, die als 15-Jährige in den Orden eintrat. Er hofft unbewusst, dass, wenn er Marias Leben rettet, auch seine Tochter vor Schaden bewahren kann. Eine Haltung, die man von einem guten Vater erwartet.

Die Autorin ruft zu einem kritischeren Umgang mit kirchlichen Organisationen auf, nicht nur mit der katholischen Kirche, sondern auch mit deren angegliederten Orden. Das ist aber anno 1997 auch höchste Zeit gewesen, denn die Problematik um die Einstellung von Schwangerschaftsberatung bzgl. Abtreibung befand sich damals und heute immer noch in der Diskussion. Schließlich wurde die Abtreibungsberatung von höchster Stelle, dem Papst, verboten. Dies alles ist in der Presse nachzulesen.

Der Sprecher

Lindert stellt in dieser schönen Lesung sein bemerkenswertes Einfühlungsvermögen unter Beweis. Er charakterisiert jede Figur genau und unterscheidbar, ganz besonders aber die unangenehmen Typen, mit denen es Brunetti und sein Kollege Vianello zu tun bekommen. In der heuchlerischen Art und Weise, wie diese Begegnungen sich entwickeln, damit der Kommissar Zugang zu Person und Informationen findet, hat die Autorin Meisterstücke ironischer Charakterisierung geschrieben. Und mit Gusto macht sich Lindert daran, die grotesken Aspekte dieser Begegnungen herauszuarbeiten. Das ist zuweilen großartige Unterhaltung.

Ebenso große Lust bereitet es ihm zu schildern, welche Freude es Brunettis Frau Paola und seiner Schwiegermutter Contessa Donatella Falia bereitet, mit ihm Klatschgeschichten auszutauschen, dabei aber geflissentlich und diskret zu verbergen, woher sie selbst diese Informationen beziehen. Das trifft auch auf Brunettis Sekretärin Elettra zu, die das Passwort zum Computer des Standesamtes besitzt, aber keinesfalls sagen will, wie sie daran gekommen ist. Offenbar haben venezianische Frauen ebenso ihr Informationsnetzwerk wie die Polizei.

Einen der Höhepunkte von Linderts Vortragskunst bildet der letzte Dialog des Buches. Ohne sich vorzustellen, über gibt Brunetti dem Religionslehrer seiner Tochter, dem Pater Don Luciano, sein Versetzungsschreiben, das direkt vom Patriarchen Venedigs kommt. Aber nicht eine weitere Pfarrei ist sein Bestimmungsort, sondern eine einsame Gefängnisinsel für Schwerverbrecher. Zunächst reagiert Luciano mit Unverständnis, dann mit Protest, bevor er zu Jammern und Wüten übergeht. Doch anders als Signora Lerini geht Luciano nicht auf Brunetti los, der die ganze Zeit – etwa eine Viertelstunde – mit aller Macht an sich hält. Schließlich hat er es mit einem Mann zu tun, der kleine Mädchen missbraucht hat, von denen sich eines umbrachte, weil ihm niemand glauben wollte, was sie über Luciano erzählte. Die Versetzung ist das Werk von Brunettis Schwiegervater. Der Graf hat einen erstaunlich langen Arm, findet Brunetti.

Unterm Strich

Der sechste Fall führt Commissario Brunetti in das religiöse Unterholz der italienischen Gesellschaft, die sich anno 1997 sich noch stärker als heute zur Herrschaft und den Lehren der katholischen Kirche bekannte. Und seitdem der Papst zum Popstar geworden ist, dürfte der Einfluss des Vatikans eher zu- als abgenommen haben. Dabei haben seine Botschaften sich nur selten permissiv mit den Problemen der Frauen – Schwangerschaft, Verhütung, Abtreibung und vor allem Aids – auseinander gesetzt, sondern sind stets reaktionär geblieben.

Was Brunetti in der Lagunenstadt an Machenschaften vorfindet, wird der deutsche Leser nicht ohne weiteres auf seine heimatlichen Verhätlnisse übertragen können. Dennoch bleibt Brunettis Fall sehr interessant. Und unterhaltsam und spannend ist er allemal. Zwar ist Brunetti beileibe kein Wallander oder van Veeteren, aber das macht ihn uns so sympathisch. Er ist ein guter Vater, Gatte und Polizeibeamter, auch wenn er seine Fehler hat. Die zählt er sogar selbst auf.

Am Schluss, wenn es hart auf hart kommt, wird er selbst zum Opfer – und wieder sieht es wie ein Unfall aus. Wir können amüsiert darüber schmunzeln, wenn er phantasiert, wie schön es doch wäre, wenn er die vier Stockwerke in sein Büro nicht hochsteigen müsste, sondern einfach emporfliegen könnte. Dass seine Phantastereien einen ernsten Grund haben, kapieren weder Patta noch Elttra, sondern lediglich der Kollege Vianello. Da bleibt dem Leser bzw. Hörer das Lachen im Halse stecken. Aber die Szene zeigt, wie virtuos die Autorin es versteht, mit den Gefühlen ihres Publikums zu spielen.

Eine ungekürzte Lesung wie diese ist ein hartes und langes Stück Arbeit. Normalerweise. Nicht so bei Linderts Vortrag. Da wird Arbeit zum Vergnügen. Zum Vergnügen, einer Stimme zu lauschen, die die Figuren und die Stimmung der jeweiligen Umgebung zum Leben erweckt. Und dieses Vergnügen des Hörens spiegelt sich in Linderts Vergnügen, ja, seiner Lust daran, dies mit seinem Sprechorgan zu Wege zu bringen. Es ist, als betrachte er es als sein Privileg, einen so schönen und spannenden Text vortragen zu dürfen. Diese Freude hört man ihm an. Daher ist es ein doppelter Verlust, dass er im Jahr 2005 für immer verstummt ist.

Originaltitel: Quietly in their sleep, 1997
Aus dem US-Englischen übersetzt von Monika Elwenspoek
497 Minuten auf 7 CDs

http://www.sprechendebuecher.de/

Simon Scarrow – Die Jagd des Adlers (ROM 7)

Militär-Action im Minenfeld Judäa

Syrien 46 n.Chr.: Die östliche Grenze des Römischen Reiches wird von Unruhen erschüttert. Doch die römischen Truppen sind untergraben von Korruption und Disziplinlosigkeit. Die Centurionen Macro und Cato sollen die Schlagkraft der Kohorten wieder herstellen. Unterdessen sät der Stammesführer Bannus den Hass gegen Rom. Die Revolten nehmen immer bedrohlichere Ausmaße an. Gelingt es Macro und Cato nicht, die römischen Truppen gegen den Feind zu stärken, wird Rom seine östlichen Provinzen verlieren – und sie ihr Leben… (Verlagsinfo)
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Brian Freeman – Robert Ludlum’s The Bourne Evolution (Jason Bourne 15)

Codename Cain: Stilechte Fortsetzung der Jason-Bourne-Reihe

Nach der Ermordung seiner Frau in einer Massenschießerei ist Geheimagent Jason Bourne davon überzeugt, dass hinter dem Mord mehr steckt. Er glaubt, dass Treadstone, die Behörde, die ihn ausgebildet hat, dahintersteckt. Bourne – Deckname „Cain“ – verlässt Treadstone und macht sich daran, eine anarchistische Geheimorganisation namens Medusa zu infiltrieren und auffliegen zu lassen.

Doch als eine Kongressabgeordnete in New York City ermordet wird, wird der Mord Bourne angehängt, und schon bald sieht er sich verfolgt. In dem Bemühen, den Verfolgern einen Schritt vorauszubleiben, tut er sich mit der kanadischen Journalistin Abby Laurent zusammen, um herauszufinden, wer hinter der falschen Anschuldigung steckt. Ebenso will er so viel wie möglich über die stetig wachsende Bedrohung durch die geheimnisvolle Medusa-Gruppe herausfinden.

Als immer mehr Gegner anfangen, Bourne zu jagen, entwickelt sich ein Rennen gegen die Zeit, um aufzudecken, wer ihn in eine Falle gelockt hat – und worin deren nächster Schachzug bestehen mag…“ (Verlagsinfo) Anmerkung: Bourne war nie verheiratet.
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Jean Bruyère – Clotilde und Roger. Roman

Die Erziehung des einfühlsamen Liebhabers

Die schonungslose erotische Beichte eines jungen Malers. Enttäuscht von den ersten Erfahrungen wird Roger von der vorurteilslosen Clotilde während ein hemmungslosen Bildungsreise auf die labyrinthischen Pfade des Eros geführt. Roger wandelt sich zu einem einfühlsamen Liebhaber, der nur in der Lust, die er seiner Partnerin schenkt, auch seine eigene Erfüllung findet. (Verlagsinfo)

Der Autor und das Rätsel
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Anonymus – Lebende Bilder. Erotische Abenteuer

Amouröse Abenteuer rund um die Purpurschnecke

Zu Füßen einer Herzogin hält Richard, 27, reich und Glücksspieler und in alle schönen Frauen dieser Welt verliebt, erzählend Rückschau auf seine bisherigen erotischen Taten. Die Liste ist – eine Selbstverständlichkeit für einen Don Juan seines Kalibers – lang und verzeichnet bekannte und ungewöhnliche Spielarten des Genusses: zu zweit, zu dritt, zu viert, mit naiven Mädchen und erfahrenen Ehefrauen, zärtlich und grausam, geradezu oder unter Zuhilfenahme aller erdenklichen Mittel der Ausschweifung… (Verlagsinfo)
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[FEATURE] Andreas Eschbach – Die Haarteppichknüpfer

Die Erzählung wurde 1984 von der Stuttgarter Literaturzeitschrift „Flugasche“ (Verlag Reiner Brower) erbeten und in deren Themenheft „KINDER“ abgedruckt. Der Autor hat sie mehrfach auf Lesungen mit großem Anklang vorgetragen. Sie wurde mit dem Literaturpreis des Science-Fiction-Clubs Deutschland ausgezeichnet sowie mit dem belgischen Prix Bob Morane und dem französischen Grand Prix de l’Imaginaire. Mit Hilfe eines Stipendiums (s. u.) konnte Eschbach eine Reihe weiterer Erzählungen über das Universum der Haarteppichknüpfer schreiben und zu einem Episodenroman verknüpfen, den er 1995 zunächst im Münchener Schneekluth-Verlag als Hardcover veröffentlichte. Sein nächster Roman war „Das Jesus-Video“. Der Rest ist Geschichte.

Andreas Eschbach – Die Haarteppichknüpfer

Knoten um Knoten, tagein, tagaus, ein Leben lang, immer die gleichen Handbewegungen, immer die gleichen Knoten in das feine Haar schlingend, so fein und winzig, dass die Finger zittrig wurden mit der Zeit und die Augen schwach von der Anstrengung des Sehens – und die Fortschritte waren kaum zu merken; wenn er gut vorankam, entstand in einem Tag ein neues Stück seines Teppichs, das vielleicht so groß war wie sein Fingernagel. So hockte er an dem knarrenden Knüpfrahmen, an dem schon sein Vater gesessen war und vor ihm dessen Vater, in der gleichen gebeugten Haltung, die alte, halbblinde Vergrößerungslinse vor den Augen, die Arme auf das abgewetzte Brustbrett gestützt und nur mit den Fingerspitzen die Knotennadel führend.
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Guy de Maupassant – Die Nichten der Frau Oberst

Humorvoller Klassiker der erotischen Literatur

Julia und Florentine sind die Nichten der Frau Oberst Briquart. In erotischer Hinsicht haben sie keinen blassen Schimmer, als sie sich mit jeweils einem Verehrer einlassen Florentine heiratet den impotenten Georges, einen Vetter, während Julia dem Werben des feschen polnische Emigranten Gaston Saski nachgibt. Als seine Konkubine muss sie leider erfahren, dass ihm seine Spielschulden über den Kopf gewachsen sind. Während sich vergeblich ein Kind wünscht, steht Julia vor dem Abgrund der Armut. Doch Hilfe naht, wenn auch von unverhoffter Seite…
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José Pierre – Die Strandnymphe

Langweilige Lehrstunden der Liebe im Dreieck

Dominique ist Malerin – und Mutter einer bildschönen Tochter namens Catherine. Dominique malt am liebsten erotische Bilder – nach fotografischen Vorlagen, und Cathy steht ihr oft Modell. Beim gemeinsamen Urlaub in Biarritz bittet Dominique ihren Liebhaber, am Strand zusammen mit Cathy vor der Kamera zu posieren – ein gefährliches Spiel, das dramatischen Höhepunkten zustrebt, als Dominique ihren Liebhaber und Cathy allein lässt… (Verlagsinfo)
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Alfred de Musset (zugeschrieben) – Gamiani oder Zwei tolle Nächte

Liebesraserei bis zum Tode

„Gamiani oder Zwei tolle Nächte“ (1833) zählt zu den berüchtigtsten Romanen der erotischen Literatur (erstes Erscheinungsverbot: Lille 1868; zweites Verbot: Paris 1889.) Dies ist die Geschichte der liebestollen Gräfin Gamiani, die die „Wonne der Männerliebe“ verschmäht und in einer „von heißester Leidenschaft durchpulsten Sprache“ ihre orgiastischen Abenteuer in einer Klostergemeinschaft erzählt, die sie dazu gebracht haben, nur noch an den tollsten Exzessen ihre Befriedigung zu suchen und zu finden. (Verlagsinfo) Hauptfigur und Erzähler ist indes der Kavalier Alcide, der sich mit der 15-jährigen Fanni verbündet, um die Gräfin zu befriedigen und zu beobachten. Er ist auch der einzige Überlebende…
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Eric Van Lustbader – The Sum of All Shadows (Testament 4)

Endspiel: Luzifer vs. die Schutzengel der Menschen

Luzifer, der gefallene Erzengel, ist auch als „die Summe aller Schatten“ bekannt. Seine Zeit, die Herrschaft über die Bewohner der niederen Welt anzutreten, ist gekommen. Doch erst wenn alle Menschen unterjocht und die Shaw-Familie vernichtet ist, kann er gemäß einer Prophezeiung seinen Aufstand gegen die himmlischen Regionen in die Tat umsetzen.

Da kommt es Luzifer, der eine weibliche Gestalt gewählt hat, zupass, dass Emma Shaw jenen Dämonen namens Beleth vermisst, der ihren Körper jahrelang besessen hatte und nun (seit dem Finale in Band 3) verschwunden ist. Ein kleiner Stachel Eifersucht und Neid veranlasst sie, gegen ihren eigenen Bruder und dessen Tante Ayla zu arbeiten. Beide verfügen über Magie, um das Böse zu besiegen. An ihrer Seite befindet sich neuerdings Molly Swan, die jüngere Schwester Liliths, der Geliebten Emmas. Doch auf welcher Seite steht die rätselhafte Molly wirklich?
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Elizabeth Hand – Die Mondgöttin erwacht

Wenn die Göttin herniedersteigt

Washington DC, die Universität der Erzengel und des Heiligen Johannes des Göttlichen. Für die junge Anthropologiestudentin Katherine Sweeney Cassidy der Eintritt in ein verheißungsvolles neues Leben. Bis sie der uralten Bruderschaft der Benandanti auf die Spur kommt – einem Geheimbund gelehrter Magier, die die Geschicke der patriarchalischen westlichen Kultur seit Jahrtausenden beherrschen – und in einen Strudel aus Grauen und Lust gerät. Denn die Ära der Benandanti ist vorüber, und die Wiederkunft der göttlichen Mondmutter Othiym steht unmittelbar bevor.

Doch Othiym ist alles andere als eine gütig Nährende, und je mehr rituelle Morde in ihrem Namen geschehen, umso stärker wird die Macht ihres grausamen Matriarchats, das die Welt wieder in Besitz nehmen will… (Verlagsinfo)

„Waking the Moon“ wurde mit dem Otherwise Award (vormals Tiptree Award) und dem Mythopoeic Award ausgezeichnet.

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Jack Vance – Das Gesicht (Dämonenprinzen 4)

Rundum gelungener Abenteuerroman: Die Jagd auf den wütenden Darsh

Auf seinem Rachezug durch den Kosmos ist Kirth Jersen an der vierten Station angelangt. Der Name seines Opfers: Husse Bugold, ein Dämonenprinz, der als einer von fünf Aliens an der Auslöschung von Gersens Familie beteiligt war. Sein Deckname: Lens Larque. Wie immer gibt es einen Haken an der Sache, und der Gegner schläft nicht…
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Terry Carr (Hrsg.) – Jenseits aller Träume. Sieben moderne Fantasy-Stories

Der Komponist des Teufels und andere schräge Gestalten

In dieser Anthologie sind 7 Fantasy-Erzählungen amerikanischer und englischer AutorInnen vereinigt:

– Die Story des Mannes, für den die zeit rückwärts läuft;
– Die Story vom Wanderer in Schwarz;
– Die Story von der Stadt der Unsterblichen;
– Die Story vom verhexten Land;
– Die Story des vergessenen Komponisten;
– Die Story von der Stimme des anderen;
– Und die Story von der Ersatzmutter.

Vertreten sind Roger Zelazny, John Brunner, Jorge Luis Borges, Katherine MacLean und andere.
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