Schlagwort-Archive: Horror

Stephen King – Duddits / Dreamcatcher

Kackwiesel und andere Aliens

Mit „Duddits“ knüpft Stephen King an seine klassischen Erfolge wie Der Friedhof der Kuscheltiere oder Es an: Was die vier Freunde Pete, Henry, Jonesy und Biber als harmlosen Jagdausflug in die Wälder von Maine geplant hatten, endet in einer bizarren tödlichen Bedrohung. Da fällt ihnen Duddits ein, ihr alter Freund mit telepathischen Fähigkeiten – er ist ihre letzte Hoffnung auf Rettung aus diesem nicht enden wollenden Alptraum …

„Duddits“ (im Original: Dreamcatcher) ist ein Roman des US-amerikanischen Schriftstellers Stephen King aus dem Jahre 2001. Im Jahre 2003 wurde er unter dem Titel „Dreamcatcher“ verfilmt. Das Manuskript, von Hand geschrieben, war ein Mittel des Autors, um sich von einem Autounfall im Jahre 1999 zu erholen und wurde von ihm in einem halben Jahr fertiggestellt. (Quelle: Wikipedia.de)
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Stephen King – ES (ungekürzte Fassung)

Lasset die Kinderlein siegen!

In Derry, Maine, schlummert das Böse in der Kanalisation: Alle 28 Jahre wacht es auf und muss fressen. Jetzt taucht »Es« wieder empor. Sieben Freunde entschließen sich, dem Grauen entgegenzutreten und ein Ende zu setzen.

Stephen Kings Meisterwerk über die Mysterien der Kindheit und den Horror des Erwachsenseins.»Ein Meilenstein der amerikanischen Literatur.« Chicago Sun-Times

Der Autor
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James Herbert – Dunkel

Spagat zwischen Splatter und Charakter

Der Parapsychologe Chris Bishop stellt fest, daß die Gewaltverbrechen in den Straßen um Londons Beechwood plötzlich zunehmen. Auch der Abriß eines verrufenen Hauses kann den wachsenden Terror nicht eindämmen. Denn eine übernatürliche Gewalt bemächtigt sich der hilflosen Menschen, die Robotern gleich über ihre Opfer herfallen. Nächte des Grauens brechen an … (Verlagsinfo)

Den Einbruch des Bösen in die Großstadt schildert dieser sechste Roman von Englands Horrorschriftsteller Nummer 1. „Dunkel“ bezeichnet in Herberts Oeuvre den Übergang von Schema-F-Romanen à la „Die Ratten“ zu späteren Meisterwerken wie „Moon“.

Der Autor
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James Herbert – Domain (Ratten-Trilogie 3)

Der letzte Widerstand gegen das Ratten-Imperium

„Radioaktiver Aschenregen treibt die wenigen Überlebenden einer atomaren Katastrophe in das Kanalsystem der Stadt. Dort lauert schon ein neuer Feind: Ratten haben die Herrschaft in der noch nicht verseuchten Unterwelt übernommen. Rudelweise sind sie auf der Suche nach Beute.
Es beginnt der Horror des Überlebens…“
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James Herbert – Die Ratten

Wenn Rattus Norvegicus aus den Löchern kommt

Plötzlich tauchen in London schwarze Ratten auf, die eine tödliche Bedrohung für die Menschen darstellen: Mutationen, verursacht vom Fallout ferner Atombombenversuche. Jeder der von den Ratten gebissen wird, muß sterben. Sie greifen Schulen, Kinos, U-Bahnen an, fallen in Scharen über die Menschen her und verbreiten Panik. Infizierte Rattenköder erweisen sich als wirkungslos: Die Rattenplage gerät außer Kontrolle, London muß evakuiert werden… (Verlagsinfo)

Dies ist der erste Roman der Ratten-Trilogie von Englands Horrorautor Nummer 1. Die Fortsetzungen heißen „Die Brut“ („Lair“) und „Domain“ (Herrschaftsbereich). Alle erschienen bei Heyne, aber keineswegs in dieser Reihenfolge.
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King, Stephen – Arena, Die

_Die menschliche Tragikomödie: Armageddon im Dampfkochtopf_

An einem gewöhnlichen Herbsttag wird die Stadt Chester’s Hill, Maine, auf unerklärliche Weise durch ein unsichtbares Kraftfeld vom Rest der Welt abgeriegelt. Klingt nach den Simpsons und Marlen Haushofer, ist aber echt: Flugzeuge zerschellen daran, einem Gärtner wird beim Herabsausen der Kuppel die Hand abgehauen, Familien werden auseinandergerissen, Autos explodieren beim Aufprall.

All dies ist nicht sonderlich lustig, doch alle rätseln, was diese Wand ist, woher sie kommt und ob sie bald wieder verschwindet. Ein Entrinnen ist unmöglich, deshalb gehen bald die Vorräte zur Neige. Der bestialische Kampf ums Überleben in dieser unerwünschten Arena tobt zunehmend stärker. Wird es Überlebende geben?

_Der Autor_

Stephen King, geboren 1947 in Portland, Maine, ist einer der erfolgreichsten amerikanischen Schriftsteller. Schon als Student veröffentlichte er Kurzgeschichten, sein erster Romanerfolg, „Carrie“ (verfilmt), erlaubte ihm, sich nur noch dem Schreiben zu widmen. Seitdem hat er weltweit 400 Millionen Büchern in mehr als 40 Sprachen verkauft. Im November 2003 erhielt er den Sonderpreis der National Book Foundation für sein Lebenswerk. (Verlagsinfo) Er lebt in Bangor, Maine, und Florida. Seine Erstleserin ist immer noch seine Frau, die Schriftstellerin Tabitha King. Inzwischen schreibt auch sein Sohn Joe Hill erfolgreich: [„Blind“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3842 und „Black Box“ (bei |Heyne|), ebenso sein Sohn Owen King: [„Der wahre Präsident von Amerika“.]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2403

Sein Hauptwerk, das zeigt sich immer deutlicher, ist der Zyklus um den dunklen Turm. Er besteht aus folgenden Bänden: Schwarz (ab 1978); Drei; Tot; Glas; Wolfsmond; Susannah; Der Turm (2005).

Stephen King auf |Buchwurm.info|:

[„Wahn“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4952
[„Qual“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4056
[„Sunset“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5631
[„Brennen muss Salem – Illustrierte Fassung“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3027
[„Brennen muss Salem“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3831 (Hörbuch)
[„Briefe aus Jerusalem“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3714 (Hörbuch)
[„Friedhof der Kuscheltiere“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3007 (Hörbuch)
[„Puls“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2383
[„Trucks“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2327 (Hörbuch)
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[„The Green Mile“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1857 (Hörbuch)
[„Das Leben und das Schreiben“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1655
[„Atemtechnik“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1618 (Hörbuch)
[„Todesmarsch“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=908
[„Der Sturm des Jahrhunderts“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=535
[„Tommyknockers – Das Monstrum“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=461
[„Achterbahn“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=460
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[„Das Mädchen“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=115
[„Im Kabinett des Todes“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=85
[„Duddits – Dreamcatcher“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=45
[„Kinder des Zorns / Der Werwolf von Tarker Mills“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5440 (Hörbuch)
[„Nachtschicht 2“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5651 (Hörbuch)

|Der dunkle Turm|

Band 1: [Schwarz]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5661
Band 2: [Drei]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5839
Band 3: [tot.]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5864
Band 4: [Glas]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6034
Band 5: [Wolfsmond]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=153
Band 6: [Susannah]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=387
Band 7: [Der Turm]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=822

_Handlung_

Der hochdekorierte Ex-Soldat Dale „Barbie“ Barbara ist gerade auf der Landstraße, um das Nest Chester’s Mill im westlichen Maine zu verlassen, als mehrere Dinge passieren, die ihn ziemlich erschrecken. Zunächst fällt kurz vor zwölf ein Flugzeug vom Himmel – es regnet Flugzeug- und Leichenteile auf die Landstraße. Barbie wundert sich, was den Flieger vom Himmel geholt hat. Als wäre das noch nicht genug, rast ein übereifriger junger Lkw-Fahrer mit seinen Langholztransporter in die Stelle, wo die Wrackteile liegen – und prallt auf das gleiche, völlig unsichtbare Hindernis. Die Wucht des Zusammenpralls ist katastrophal.

Barbie kann sich gerade noch vor den herumsausenden Baumstämmen in Sicherheit bringen. Ein anderer Wanderer, der sich „Sea Dog“ nennt, taucht auf der anderen Seite der Barriere auf. Er hat das Geschehen ebenfalls gesehen. Gemeinsam suchen sie die Stelle, wo das unsichtbare Hindernis enden muss. Sie finden die Stelle nicht – ganz Chester’s Mill ist eingeschlossen. Und Barbie ebenfalls. Kur darauf fahren weitere Autos und ein TV-Helikopter in das Hindernis. Barbie macht, dass er wegkommt. Er gibt einem Farmer den Tipp, mit seinem Handy die Nationalgarde anzurufen, damit der Luftraum gesperrt wird.

Der Polizeichef Duke Perkins trägt einen Herzschrittmacher. Nichts Böses ahnend, berührt er die unsichtbare Barriere. Das Energiefeld lässt das Gerät in seiner Brust explodieren. Nun sieht der zweite Stadtvorsteher Big Jim Rennie, von Beruf Gebrauchtwagenhändler, seine Zeit gekommen: Er befördert den ihm ergebenen Randolph zum Sheriff und lässt neue Deputys einstellen, um diese Krise zu bewältigen. Und bestimmt ist der Gouverneur bereit, ein wenig Notfallhilfe springen zu lassen, um dem nunmehr isolierten Chester’s Mill zu helfen, oder?

Barbie ist zu seinem Job als Grillkoch in Rose’s Grillrestaurant zurückgekehrt. Er macht seiner Chefin klar, dass die Dinge nicht gut stehen und sie sich auf das Schlimmste vorbereiten sollte: totale Isolation, wer weiß, für wie lange. Vier Wochen reicht ihr Propangas noch, wenn sie sparsam damit umgeht. Und sie soll Fleisch kaufen, alles, was sie kriegen kann. Nachts um 22 Uhr klopft es an seine Wohnungstür: Die Chefredakteurin des Lokalblatts, Julia Shumway, sagt, die Army wolle ihn sprechen.

Zusammen fahren sie zum Rand des Stadtgebiets, wo schon die Marines einen Sperrposten bezogen haben. Die ganze Stadt ist abgeriegelt. Strahler beleuchten die Barriere, um Flugzeuge vom Überfliegen abzuhalten. Die Festnetzleitungen sind gekappt worden, und Handyverbindungen werden nur sporadisch durchgelassen, erfährt Barbie von seinem alten Boss Colonel Cox, der in Washington, D.C., mit den Vereinten Stabschefs die Krise managt. Nur das Internet funktioniert – vorläufig – noch.

Cox berichtet, dass sich die Energiebarriere bis in eine Höhe von 14 Kilometern erstreckt und in eine Tiefe von mehr als 30 Metern. Das heißt, hier kommt keine Maus raus, nicht mal Wasser und nur sehr wenig Luft. Wenn sie nicht aufpassen, könnten die Eingeschlossenen an ihren eigenen Abgasen ersticken. Bevor sie verhungern und verdursten. Barbie erhält den formellen Auftrag als Ex-Soldat, die Energiequelle dieser ominösen Barriere in Chester’s Mill aufzuspüren und unschädlich zu machen.

Das scheint ihm zunächst eine lösbare Aufgabe zu sein. Aber er weiß noch nicht, dass es in dieser Stadt einen psychopathischen Mörder gibt, der bereits zwei junge Frauen auf dem Gewissen hat. Und der soeben von seinem Vater, Big Jim Rennie, zum Hilfssheriff ernannt worden ist. Junior hat auch schon jemanden im Visier, mit dem er noch ein Hühnchen zu rupfen hat: Dale „Barbie“ Barbara …

_Mein Eindruck_

Wie sich zeigt, ist Big Jim Rennie der geborene Tyrann, allerdings einer mit einem christlichen Sendungsbewusstsein: Er tut im göttlichen Auftrag alles, was das Beste zum Wohl der Stadt ist. Sagt er jedenfalls. Leider glauben ihm das auch viele (Barbara jedenfalls nicht: Er hat im Irak genügend solche Stadttyrannen kennen gelernt).

|Erster Widerstand|

Erst als sich Andrea Grinnell, die dritte Stadtverordnete neben Rennie und Andy Sanders, der Nr. 1, gegen seine Beschlüsse stellt, zeigt Rennie sein wahres Gesicht. Andy Sanders wagt eh keinen Widerspruch, und da er der Apotheker ist, der Andrea stets ihre Droge Oxycontin gibt, um ihre Rückenschmerzen zu lindern, haben er und Rennie eine Handhabe, um Andrea zu erpressen: Wenn sie nicht kuscht, wird ihr die Droge, von der sie abhängig ist, vorenthalten. So einfach ist das. Was Rennie und Sanders nie im Leben für möglich gehalten hätten, geschieht: Andrea beschließt, einen kalten Entzug (Cold Turkey) zu machen. Es wird die Hölle, aber sie hat wenigstens Hilfe.

|Startpunkte|

Die Ebene der Lokalpolitik ist einer Startpunkte, um die Entwicklung, die sich anbahnt, zu verstehen. Und es ist ein wichtiger Startpunkt, denn hier wird schließlich über das Wohl und Wehe einer kleinen Gemeinschaft entschieden. Es mögen vielleicht nur tausend Einwohner und ein paar Zugereiste sein, aber sie repräsentieren das durchschnittliche Maine, wenn nicht sogar das weiße Amerika. Es gibt keine Hispanics und keine Schwarzen, was relativ ungewöhnlich ist. Niemand spricht Spanisch, aber dafür viele die Sprache der Bibel, aus der allenthalben zitiert wird. Es ist ein wahrlich bibelfestes Völkchen, diese Leute aus den westlichen Wäldern, und sie wissen: Wir haben Gott auf unserer Seite. Aber ist Gott auch auf ihrer Seite?

|Rennie is King|

Zunächst sieht es ganz so, als ob Rennie, der den christlichen Sender WCIK (Christ is King) betreibt, den Freunden, die Dale Barbara um sich schart, ein Schnippchen schlagen könnte. Wie Adolf Hitler schart er gewaltbereite und nicht allzu kluge Jugendliche um sich, um sie in die Polizeitruppe einzugliedern: seine Braunhemden, wie Colonel Cox verächtlich sagt. Da sie dem neuen Polizeichef Randolph unterstellt sind, den Rennie in der Hand hat, bilden sie praktisch Rennies Schlägertruppe. Und der durchgeknallte Junior ist einer von ihnen.

|Falsche Anklage|

Aus dieser Machtposition heraus fällt es Rennie nicht schwer, Barbara des vierfachen Mordes anzuklagen und von seinen Schergen in den Knast stecken zu lassen. Eines seiner Opfer, Angie, hatte ja Barbaras Soldaten-Erkennungsmarken in der Hand! Was gibt es also daran zu deuteln? Doch der Chefredakteurin Julia Shumway und dem Hilfsarzt Rusty Everett kommt diese Sache nicht ganz koscher vor: Ihre Nachforschungen ergeben, dass zumindest der Tod der Witwe des früheren Polizeichefs nicht auf Barbaras Konto gehen kann, weil die Zeit nicht stimmt. Und als ihm zwei Polizistinnen, Linda Everett und Jackie Wettington, das zeigen, was von den vier Leichen im Bestattungsinstitut Bowie (keine Obduktion, Sir, no!) übrig ist, ahnt Rusty, dass Rennie möglicherweise selbst hinter den Morden steckt. Oder Junior. Aber wie soll er diese Entdeckung der Bevölkerung mitteilen?

|Der Wendepunkt?|

Noch längst nicht alle von Rennies Sünden sind aufgedeckt, bis Dale Barbara in letzter Sekunde aus der Zelle befreit werden kann. Auch Rusty steckt im Knast, und als Junior seine Stunde gekommen sieht, spitzt sich die Spannung auf unglaubliche Weise zu. Zu gleicher Zeit hält Rennie im Rathaus eine Bürgerversammlung ab: Drakonische Maßnahmen wie Lebensmittelrationierung und Waffenabgabe, ja sogar die Rationierung von Benzin und Propangas für Stromgeneratoren will er durchsetzen. Doch aus der Versammlung wird ein blutiges Desaster.

|Die Drehungen der Schraube|

Stephen King dreht die Schraube der katastrophalen Entwicklung immer weiter, und er schreckt vor nichts zurück. Konsequent zieht er alle Faktoren in Betracht, die zur Entwicklung der kleinen Gemeinschaft in Rennies Königreich beitragen: die steigenden Temperaturen, die schlechter werdende Luft, das zur Neige gehende Propangas, die zunehmenden Akte der Gewalt gegen die Bürger (u. a. ein Anschlag auf die Zeitung) und gegen Vergewaltiger, weitere Selbstmorde. Und so weiter. Doch wer unternimmt etwas gegen die Ursache allen Übels, nämlich gegen die Barriere an sich? Das fragt sich der Leser.

|Jugendliches Trio|

Zum Glück denkt der Autor auch in größeren Dimensionen. Wie schon in seinen klassischen Romanen wie „ES“ oder „The Stand“ gibt es stets auch eine Clique Jugendlicher, die sich als besonders einfallsreich und wagemutig entpuppen. Ihr Anführer ist Joe, ein langer Lulatsch mit beachtlichen Computer- und Kombinationsfähigkeiten. Zusammen mit seinen Freunden gelingt ihm in indirektem Auftrag Dale Barbaras – nämlich mit einem Geigerzähler – ein Vorstoß zum höchstgelegenen Punkt von Chester’s Mill: Die Black Ridge Road führt hinauf zu einem zerfallenden Farmgebäude und einem Obstgarten. Ein Kraftfeld setzt das Trio außer Gefecht und zwingt es zum Rückzug.

|Die Außerirdischen – natürlich!|

Erst im zweiten Versuch gelingt es Joe und dem noch nicht verhafteten Arzt Rusty Everett, geschützt durch Bleiplatten, zum Zentrum des Kraftfelds vorzudringen. Und, oh Wunder: Es gibt hier im Zentrum keinerlei Radioaktivität mehr. Da steht ein flacher Kasten, den Rusty nicht hochheben kann. Doch als er ihn berührt, hat er eine Vision von den Leuten, die auf der anderen Seite der Verbindung sitzen: die User. Diese „Lederköpfe“ lachen und tun gerade so, als spielten sie ein Spiel. Mit den Menschen von Chester’s Mill als Figuren auf ihrem privaten Spielfeld, ihrer Arena, wie in einer X-Box …

|In der X-Box|

Nun sieht Rusty seine kleine, von der Barriere umschlossene Welt unter der Kuppel wie eine kleine Schneekugel. Man muss nur ein klein wenig schütteln, und schon gerät alles durcheinander. Die Grenzen der Kuppel sind unverwundbar, wie fruchtlose Cruise-Missile-Angriffe beweisen. Wenigstens können Funkstrahlen durchdringen, so dass Kommunikation mit Cox möglich ist, dem Sprecher des Generalstabs des Präsidenten. Den Befehl des Präsidenten, Colonel Barbara zum Kommandanten des Territoriums zu machen, ignoriert König Rennie der Erste natürlich verachtungsvoll. Barbara sitzt in seinem Knast und hat nichts zu melden. Und dieser Präsident – wer ist der schon? Einer von diesen „Baumwollpflückern“ von südlich der Grenze, noch dazu ein Farbiger und Babykiller, der für die Abtreibung ist.

|Superdome|

An nichts erinnert die Kuppel so sehr wie an die drei Tage Anarchie, die in New Orleans nach dem Hurrikan Katrina herrschten. „Under the dome“ – damit ist auch assoziativ der Superdome gemeint, in dem sich während dieser drei Tage, als die Zivilschutzbehörde FEMA ebenso versagte wie Präsident Bush, unbeschreibliche Szenen der Gewalt und des Terrors abgespielt haben müssen. Dennoch erwähnt Stephen King davon in seinem langen Nachwort keine Silbe.

|Sehr gelungen|

Er habe die Idee zu „Die Arena“ bereits 1976 auszuarbeiten versucht, den Versuch aber nach 75 Seiten wieder abgebrochen. Er war einfach noch nicht so weit mit seinen Fähigkeiten. Diese hat er im Laufe von 30 Jahren jedenfalls ausgiebig trainiert und mit „Die Arena“ seinen gelungensten Roman abgeliefert, den ich in nur fünf Tagen gelesen habe. Obwohl die Ursache der Barriere auf SF-Boden erblühte – die Außerirdischen wieder mal -, ist doch der ganze Rest völlig realistisch geschildert und motiviert. Von ein paar prophetischen Träumen und Visionen mal abgesehen. Diese tragen durch ihre unheil- oder rätselvollen Vorausverweise zu einer Steigerung der Spannung bei.

|Schneller, Steve!|

Was mich aber am meisten erfreut hat, ist das unglaubliche TEMPO, das der Autor vorlegt. Das klingt angesichts der 1280 Seiten Umfang ziemlich unwahrscheinlich. Allerdings handelt es sich um eine sehr breite Leinwand, die der Autor hier zu bemalen hat: eine komplette Gemeinschaft mit sämtlichen Facetten PLUS die skizzierte und als bekannt vorausgesetzte Außenwelt PLUS die Außerirdischen, und allesamt vom Standpunkt der Betroffenen in The Mill gesehen und wahrgenommen. Das ist insgesamt eine gewaltige Leistung, wie sie meist nur Autoren des sogenannten Mainstream unternommen haben, so etwa William Faulkner, der mehrere Romane brauchte, oder Sherwood Anderson, also Autoren der klassischen Moderne. Auf dieser Stufe ist King nun zu sehen.

|Das Personal|

Und doch ist King seinem Genre und seinen Lesern treu. Er lässt die Figuren des Alltags in ihrer eigenen Sprache zu Wort kommen: Vergewaltiger ebenso wie Prediger, Psychopathen ebenso wie Chefredakteurinnen, Soldaten ebenso wie Jugendliche, Mediziner ebenso wie „Braunhemden“. Am ulkigsten muteten mich die Meth-Abhängigen an.

|Meth|

Mit der Droge Methamphetamin hat Rennie einen schwunghaften Drogenhandel in ganz Amerika aufgezogen, und damit scheffelt er seine Millionen, die er auf den Cayman Islands bunkert. Für die Produktion braucht er Unmengen von Propangas, Gas, das er in einer Scheune hinter der Radiostation von WCIK lagert, wo sich das Labor befindet.

Was Meth wirklich anrichtet, demonstriert der Autor anhand von Phil Bushey, dem Exmann der vergewaltigten Sammy Bushey, die zur Mörderin wird. Phil ist der Chefkoch in der Methküche und sich selbst sein bester Kunde. Aber er weiß auch, dass er Rennie, seinem Auftraggeber, nicht trauen kann: Der darf ihm seine Droge nicht wegnehmen, ist ja klar. Als Andy Sanders sich in Phil Drogenküche verirrt, trauernd ob des Verlustes von Frau (Claudette war das erste Opfer der Barriere: Sie sah im Flugzeug) und Tochter (Junior Rennies Opfer), macht er Andy zu seinem engsten Verbündeten.

Andy wird vom Methkonsum eine Erleuchtung und Erlösung zuteil, die er sich nicht hätte träumen lassen. In Phil hat er endlich einen Bruder im Geiste gefunden. Und wehe, einer versucht, ihnen das glorreiche Meth wegzunehmen! Phil handelt im Sinne Gottes, sagt er, und wenn die „bitteren Männer“ kommen, dann müsse er das Manna verteidigen. Wohl wahr, Bruder!, meint Andy, der ehemalige erste Stadtverordnete und jetzige Junkie.

Natürlich kommen die von Rennie ausgesandten „bitteren Männer“ und laufen nichts ahnend in eine Falle. Genau dann, als unten an der Hauptstraße 800 Bürger sich an der Barriere mit ihren Lieben an der Barriere treffen. Nun sehen Phil und Andy in der Stunde der Not keinen anderen Ausweg mehr, als ihre ganz besondere Überraschung zu zünden: Die Welt unter Kuppel verwandelt sich in einer Inferno. Auf diese Weise verbindet der Autor stets die Komik des Bizarren mit dem Horror der nachfolgenden Tragödie. Denn in der Komik ist der Schrecken stets auch mit angelegt: Wir lachen, um nicht vor Schreck zu erzittern. Doch diesmal bleibt uns das Lachen der Komik im Halse stecken.

Nach dem Jüngsten Gericht gibt es nur sehr wenige, die auserwählt sind. Und ihnen fällt die Aufgabe zu, die gefallene Welt von Chester’s Mill ein für alle Mal zu erlösen. Ob dies gelingt, soll hier nicht verraten werden. Aber das Schicksal von Chester’s Mill ähnelt dem unseres Planeten auf unheilvolle Weise. Zuerst wird die Luft schlechter, dann steigt die Temperatur, und dann …

|Stil|

Der Erzählstil ist in aller Regel sehr geradlinig, doch als Routinier stehen King alle möglichen weiteren Kniffe zur Verfügung, um den einfachen Stil wirkungsvoller zu machen. Als ehemaliger Englischlehrer kennt er jede Menge Klassiker und weiß sie per Zitat anklingen und zu einer Bedeutungsebene des Textes werden zu lassen.

„Herr der Fliegen“ (S. 258) ist ganz klar die nächstliegende Parallele, denn Chester’s Mill ist plötzlich von der Umgebung abgeschnitten wie eine einsame Insel. Werden sich die Bewohner bald die Köpfe einschlagen? „Tötet das Schwein!“, skandieren die jüngeren, noch zur Schule gehenden Bewohner – und lösen damit unheilvolle Befürchtungen aus. Zu hoffen ist, dass diesmal die Kräfte der Liebe und Solidarität größer sind als die des Hasses und der Machtgier.

„Wir haben die Heilige Dreifaltigkeit angebetet“, heißt es auf Seite 368. „Weihnachtsmann, Osterhase und die Zahnfee“, sagt Jackie Wettington. King kann manchmal sehr komisch sein, und das ist er in „Die Arena“ häufig, wenn man einen Blick dafür hat. So etwa sind die beiden Jünger des Meth-Konsums ganz klar Heilige Narren und wissen ein ordentliches Gebet für ihre Götter zu sprechen.

Manchmal wird er aber auch pathetisch, beruft sich aber auf bekannte Vorbilder, um dies auszudrücken: Auf Seite 519 heißt es: „Auch die Toten sehen sie nicht, außer sie sind an einem helleren Ort als auf dieser sich verdunkelnden Ebene, auf der ahnungslose Heere nachts aufeinanderprallen.“ Dieser Satz würde sehr seltsam klingen, wäre er nicht jedem Lyrikkenner im angelsächsischen Raum seit seiner Schule bekannt. Die Zeile „on a darkling plain where ignorant armies clash by night“ stammt Matthew Arnolds bekanntem Gedicht „Dover Beach“, das Ende des 19. Jahrhunderts geschrieben wurde und bereits die Schrecken des 1. Weltkriegs vorausahnte.

Auch wenn auf Seite 956 der Autor sich direkt an seinen Leser wendet, um seinen Freund an der Hand zu nehmen und ihn wie einst Vergil seinen Dante über die sich verdunkelnde Ebene von Chester’s Mill zu führen, ist dies ein wohlbekannter literarischer Kniff. So würde König Heinrich V. seine Truppe vor dem Tag der Schlacht von Agincourt besucht haben, um die Lage zu peilen. Und King tut dies, bevor die Apokalypse beginnt. „Machen wir also einen Rundgang, Sie und ich, während der Abend sich über den Himmel ausbreitet wie ein narkotisierter Patient auf dem Operationstisch.“ Denn auch der Nachthimmel ist im Königreich Chester’s Mill nicht mehr das, was er mal war …

Es gibt viel zu entdecken auf diesem literarischen Kontinent, und Stephen King ist nicht der schlechteste Vergil, der uns durch dieses Reich zwischen Himmel und Hölle führt. Wer sein Bildungsgepäck mitbringt, für den wird die Reise umso lohnender. Als Ausgleich für den Marsch gibt es auch jede Menge populären Trash zu entdecken. Denn so sind die Amis eben auch: vulgär bis zum Gehtnichtmehr.

_Die Übersetzung_

Wulf Bergner ist ein Veteran unter den |Heyne|-Übersetzern. Er hat schon in den späten Sechzigern und frühen Siebzigern Sciencefiction übersetzt. Sein Stil ist flüssig und schnörkellos zu lesen, kann aber auch anrührend poetisch werden, wo es drauf ankommt. Aber selbst er ist bei einem solchen Mammutwerk nicht gegen den Fehlerteufel gefeit.

Auf Seite 164 beispielsweise heißt ein Satz: „eine niemals endende Energieflut, die zu seiner Erhaltung kein Notstromaggregat brauchte“. Mit „seiner“ ist ja eigentlich die Energieflut gemeint, doch das ist ein weibliches Wort, daher sollte das Possessivpronomen „ihrer“ lauten.

Auf Seite 618 ist meist die Rede vom ausbeuterischen Zahnarzt Dr. Boxer im Dialog mit einem Mr. Chaz Bender. Einmal passiert ein Verwechslung und aus Bender wird ein Dr. Bender. Auf Seite 677 bekommen wir es mit einem Buchstabensalat zu tun, der natürlich prompt einen Buchstabendreher enthält. (Shit happens.) Fleißaufgabe: Welche Behörde in der Gruppe FBI, DFA und ATF gibt es nicht? Richtig: DFA. Richtig müsste sie FDA heißen, kurz für Food and Drug Administration.

Und eine Eindeutschung von „Poppa Smurf“ in „Papa Schlumpf“ hätte ich mir auch gewünscht. Aber man kann ja nicht alles haben. Vielleicht in der nächsten Auflage? Das war’s aber auch schon.

_Unterm Strich_

Mit Chester’s Mill ist Stephen King die perfekte Metapher für das Schicksal des Planeten gelungen: eine abgeschnittene Schneekugel, in der sich wie im Dampfkochtopf eine Katastrophe anbahnt, die nur in einem Kataklysmus ihr Ventil finden kann. Aber es ist auch eine Verarbeitung jener Katastrophe, die sich nach dem Hurrikan Katrina im Superdome von New Orleans ereignet hat: Mord, Vergewaltigung, Terror und das Ende aller Zivilisation.

Obwohl die 1280 Seiten das Gegenteil behaupten, ist doch „Die Arena“ sehr schnell erzählt. Das liegt unter anderem an den Streichungen der Verlagslektorin, bei der sich King ausdrücklich für den Satz bedankt: „Schneller, Steve, schneller!“ Es gibt kaum ein Nachlassen des Tempos, und jede Szene hat ihren Sinn, um die nächsten Szenen vorzubereiten – ein komplexes Räderwerk, das der routinierte Autor endlich, über 30 Jahre nach dem ersten Versuch, vollendet zum Drehen und Funktionieren gebracht hat.

Wer ein Generalthema und eine Botschaft sucht, wird ganz am Schluss fündig, mit ein paar expliziten Statements der Überlebenden. Es geht schlicht und ergreifend darum, den Mitmenschen nicht als Objekt zu behandeln, sondern als fühlendes Subjekt. Dieses Prinzip ist übrigens auch auf den Planeten anzuwenden. Wer es missachtet, verhökert Menschen (und die Erde), missbraucht sie, beutet sie aus, eliminiert sie nötigenfalls, manipuliert sie sowieso – oder verliert jeden Bezug zur menschlichen Realität insgesamt: Dann sind Menschen (und der Planet) nur noch Objekte in einer X-Box, Spielfiguren ohne Lebensberechtigung. Und was macht der Planet am Schluss mit ihnen? Er zeigt ihnen den Stinkefinger und zieht den Stecker: „Tilt! Game over!“

|Originaltitel: Under the dome, 2009
Aus dem US-Englischen von Wulf Bergner
1280 Seiten, gebunden
ISBN-13: 978-3-453-26628-5|
http://www.heyne.de
http://www.stephenking.com
http://www.stephen-king.de

James Herbert – Die Gruft

Schocker mit Stil

„Kline ist wertvollster Mitarbeiter eines Bergbaukonzerns. Für seine Bewachung wird Halloran engagiert. Der Sicherheitsmann merkt schnell, daß Kline über übersinnliche Kräfte verfügt und somit zu einem schwer zu bewachenden Objekt wird.
Da kommt Halloran Klines Geheimnis auf die Spur.
Die beiden werden zu unerbittlichen Gegnern.
Ein ungleicher, erbarmungsloser Kampf zwischen Wächter und Bewachtem beginnt…“ (Verlagsinfo)

„Die Gruft“ ist ein Schocker mit Stil, ein übersinnlicher Thriller, mit dem Herbert nach dem fast schon besinnlichen Roman „Magic Cottage“ eine andere Tonart anschlägt.

Der Autor
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James Herbert – Magic Cottage. Das Haus auf dem Land

Magische Häuser und anderer Spuk

Midge und ich waren überglücklich: wir hatten unser Traumhaus gefunden. Es lag mitten im Wad, zauberhaft romantisch, und es strahlte eine Ruhe aus, die wir beide für unsere Arbeit als Künstler so dringend brauchten. Die erste Zeit in unserem kleinen Liebesnest erlebten wir wie im siebten Himmel. Es war, als läge über diesem Haus ein ganz eigenartiger Zauber, als hätte es magische Kräfte. Aber dieser erste Eindruck war gefährlich trügerisch.

Es geschahen Dinge, die einfach unglaublich waren und die mir bis heute unbegreiflich geblieben sind. Es geschahen Wunder, wirklich Wunder, Wunderheilungen.

Und dann diese Sekte, die unser Haus für sich allein haben wollte, die abscheulichen Kreaturen, die aus den unteren Regionen heraufgekrochen kamen, und die Fledermäuse, ja, die Fledermäuse, die werde ich wohl niemals in meinem Leben vergessen. Bis heute will ich das, was damals geschehen ist, nicht glauben. Aber es ist die Wahrheit. Die grausame Wahrheit. Also, seien Sie gewarnt. Dies ist – bei Gott – keine Gute-Nacht-Geschichte. (Verlagsinfo)

Der Autor
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James Herbert – ’48

Vampirjagd in der toten Stadt

London 1948: Trümmer, Ruinen, Leichen. Eine sogenannte Wunderwaffe der Nazis hat den Bluttod über die Weltstadt gebracht. Von dem schleichenden Tod bleiben nur wenige Menschen verschont, die der Blutgruppe AB-negativ angehören.

Fünf von ihnen suchen Zuflucht in den Ruinen eines verlassenen Grandhotels: Zwei junge Frauen, die über die Schranken unterschiedlicher gesellschaftlicher Herkunft hinweg eine tiefe Freundschaft verbindet; ein Deutscher mit undurchsichtiger Vergangenheit und ein weltfremder Engländer vom Zivilschutz. Und Hoke, der Kriegsfreiwillige aus Kanada, der seit drei Jahren auf der Flucht vor jenen Menschen lebt, die wissen, dass sie sterben müssen.

Ein nervenzerfetzendes Drama von ungeheurer Intensität entwickelt sich zwischen diesen fünf Menschen. (Verlagsinfo)

Der Autor
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James Herbert – Blutwaffe

Heinrich Himmlers Wiederauferstehung

Die heilige Lanze: Instrument des Terrors, Symbol des Bösen.
Hinter der idyllischen Fassade eines Landhauses in Devonshire sind dunkle Mächte am Werk. Hier treffen sich die Anhänger eines obskuren Kultes, die einen legendären Speer in ihren Besitz gebracht haben – eine Waffe, die Tod und Verderben über die Menschheit bringen kann … (Verlagsinfo)

Der Autor
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James Herbert – Apokalypse

Letzte Zuckungen eines sterbenden Planeten

Orkane, Erdbeben, Sturmfluten, Vulkanausbrüche verheeren die Erde – letzte Zuckungen eines sterbenden Planeten. Eine Serie geheimnisvoller Ereignisse kündigt das Nahen einer globalen Katastrophe an. Alle haben die unheildrohenden Zeichen am Himmel gesehen – düstere Boten einer unvorstellbaren Apokalypse… (Verlagsinfo)

Der Autor
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James Herbert – Moon

Unheimliches Mondlicht

Frieden, endlich Frieden… Jonathan hat die Insel seiner Zuflucht gefunden. Hier werden ihn die Schrecken der Vergangenheit nicht einholen.
Frieden, endlich Frieden – bis die Visionen kommen.
Schreckensvisionen, die Jonathans Gehirn grausame Bilder vorgaukeln. Und er weiß, dass diese Dinge wirklich geschehen; denn sein Bewusstsein verbindet sich mit dem Geist von jemand – von Etwas -, das sich im Licht des Mondes auf krankhafte Weise an Mord und Verstümmelung erfreut. Sehr bald spürt er die Anwesenheit des unsichtbaren Zeugen und macht sich auf die Suche nach ihm… (Verlagsinfo)

Der Autor
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Herbert, James – Jenseits

Horrorthriller mit psychologischem Tiefgang

Der Horrorautor packt ein heißes Eisen an: Experimente mit behinderten Menschen. Hinzu kommen ausgefallene Charaktere und unheimliche parapsychologische Phänomene. Verpackt in eine realistisch erzählte Krimihandlung, bietet die Handlung befriedigende Spannung bis zum langen Finale.

Ich dachte zunächst, dies wäre die Romanvorlage zu Nicole Kidmans erfolgreichem Horrorfilm „The Others“. Da hatte ich mich aber getäuscht. Dessen Drehbuch stammt von einem spanischen Autor. Und Herberts Roman ist auch schwierig zu verfilmen. Nicht wegen vieler Szenen, sondern wegen seiner Thematik: menschliche Missgeburten und ihr Missbrauch.

Der Autor

James Herbert hat zwar mit billigen Horrorthrillern über mutierte Ratten und den allgemeinen Weltuntergang angefangen, sich aber zwischenzeitlich zu einem halbwegs ernst zu nehmenden Konkurrenten zu Genregrößen wie Stephen King (der ja auch mal mit Schrott angefangen hatte, man denke nur an „Feuerkind“) und Clive Barker entwickelt.

Herbert ist bei uns heute kaum mehr bekannt, genau wie jene Liga ebenbürtiger englischer Autoren wie Ramsey Campbell und Robert McCammon. Kennzeichnend für ihren Stil ist, dass das namenlose Grauen die meiste Zeit über nicht zu sehen, wohl aber zu spüren ist. Herberts Romane enden aber stets mit einem langen, fulminanten Showdown – so auch in „Jenseits“.

Die Handlung

Nicholas Dismas ist ein Privatdetektiv in dem schönen Küstenseebad Brighton an der englischen Südküste. Dennoch wird er seines Lebens meist nicht froh: Er ist missgebildet. Wenn er durch die Straßen humpelt, schreckt sein Gesicht über dem Buckel die meisten Menschen ab. Hin und wieder muss er Prügel von jungen Punks einstecken. Kein Wunder, dass er seinen Kummer mit Alkohol und Kokain zu vergessen sucht.

Dennoch hat er Freunde. Und sogar Mitarbeiter in seiner Detektei. Henry, sein Buchhalter, prüft ständig Nicks Wissen über alte Filme der 30er und 40er Jahre. Eines Tages erscheint mit Shelly Ripstone das Schicksal auf Nicks Türschwelle. Die betörende Schönheit will ihren frisch verblichenen Gatten beerben, doch das Testament fordert von ihr ein Kind als Legitimation. Dumm nur, dass sie zwar ein Kind hatte, es sei aber angeblich gestorben. Doch aufgrund des Rates einer Hellseherin, Louise Broomfield, behauptet Shelly, ihr Sohn sei noch am Leben. Sie beauftragt Dismas, dieses Kind zu suchen.

Er macht die Hebamme ausfindig, die seinerzeit bei der Geburt anwesend war. Doch die alte Dame, eine Deutsche namens Hildegard Vogel, ist in einem mysteriösen Altenheim namens Perfect Rest (Vollkommene Ruhe) untergebracht, wo sie offenbar weder für Kost noch Logis aufkommen muss. Ist ihr der Direktor persönlich verpflichtet?

Als Nick sie besucht, erzählt sie ihm von all den Kleinen, die sie ihrem Freund, dem Direktor, gegeben hatte. Am nächsten Tag ist sie tot. Angeblich wegen der Aufregung, in die Nick die Patientin versetzt habe, erhält er Hausverbot. Er darf nicht einmal die hübsche Pflegerin Constance Bell sprechen, in die er sich auf der Stelle verliebt hat – nicht zuletzt deshalb, weil sie ebenso unter ihrer Missbildung leidet wie Nick.

Nick findet heraus, dass der Direktor Leonard K. Wisbeech Spezialist auf dem Gebiet der Chirurgie, der Frauenheilkunde und der Geburtshilfe ist. In dem einzigen Gespräch mit Wisbeech erhält Nick den Eindruck eines eiskalten, aber kultiviert scheinenden Profis. Fortan trauen wir diesem Direktor jede Schandtat zu. Und deren gibt es genug …

Der Fall scheint an einem toten Punkt angekommen zu sein, als drei entscheidende Dinge geschehen: 1) Die Albträume, denen Nick durch Tabletten und Kokain zu entgehen versucht, stellen sich als höchst real heraus: Flügel, Gesichter im Spiegel, eingedrückte Türen – kurzum: sound and fury; 2) Constance besucht Nick, sie erzählen einander von ihrem Leben – und um ein Haar würden sie miteinander ins Bett gehen; 3) Henry, Nicks Buchhalter, liegt bestialisch ermordet in Nicks Büro, und nur ein verstörter Junge ist zu entdecken; nach einem geflüsterten „Monster!“ springt der Junge aus Nicks Büro in den Tod.

SPOILER!

Glücklich der Leser, der bis hier durchgehalten hat, denn von nun an folgt in „Perfect Rest“ ein rund 200 Seiten langes Finale, das hinsichtlich Spannung, Action und Horroreffekten nichts zu wünschen übrig lässt. Schade nur, dass man bis etwa Seite 150 allerlei Nebensächlichkeiten in Kauf nehmen muss. Der Original-Verlag hätte das Buch um rund ein Drittel kürzen können, ohne ihm ernsthaft zu schaden.

Unterm Strich

Er wirkt schon ein wenig erschreckend, wenn uns Herbert in seiner Nachbemerkung berichtet, dass fast alle Fakten über die missgebildeten Insassen des Altenheims „Perfect Rest“ auf Tatsachen und wirklichen Ereignissen beruhen. Es ist ihm gelungen, das Tabuthema „medizinische Experimente an behinderten Menschen“ relativ unaufdringlich in seiner spannenden Thrillerhandlung unterzubringen.

Dass sich der Leser für das Schicksal und die Gefühle von Menschen wie Constance Bell und Nick Dismas interessiert, trägt dazu bei, das Thema auch psychologisch interessant zu machen und uns nahe zu bringen. Allerdings drückt hier der Autor des Öfteren ziemlich auf die Tränendrüse – Taschentuch bereithalten!

Wie hältst du’s mit der Religion, Nick?

Mysteriös erscheint mir allerdings immer noch der Prolog. Da schmort ein Mensch in einer Art „Hölle“. Doch eines Tages erhält er von zwei engelhaften Wesen die Chance gewährt, sich zu bewähren, indem er in Gestalt eines Menschen hienieden Gutes tut. Dass diese Gestalt nicht gerade die hübscheste ist, steht in Einklang mit den Strafmethoden der Hölle … Nick trägt als Nachnamen den Namen des guten Diebs, der neben Jesus auf Golgatha ans Kreuz geschlagen wurde und bereute. Im Buch erinnern sich mehrere Leute, darunter auch Constance, daran, wer Dismas war.

Die religiösen Untertöne sind also recht unüberhörbar. Offenbar will uns der Dichter damit sagen, dass manche Leute auf Erden eine Mission haben, die Mission, Gutes zu tun, um für ihre Sünden Buße zu tun. Da nun Dismas seine erste Aufgabe erfolgreich (wenn auch um einen tragischen Preis) erfüllt hat, könnte man weitere Auftritte dieser Heldenfigur erwarten. So weit ich informiert bin, ist dies noch nicht passiert.

Die „Übersetzung“

Die Übersetzerin Zilla hat sich nicht sonderlich viel Mühe gegeben, ihre süddeutsche Herkunft zu verbergen. Mal von den unzähligen störenden Druckfehlern ganz abgesehen, so hat Zilla auch so unglaubliche Konstruktionen wie „dergeartet“ (als Adjektiv!) beigetragen, um den Stil des Originals vor dem deutschen Leser zu verbergen. Stattdessen mutet sie uns ihren eigenen Müll zu.

Werke des Autors (Auswahl)

Die Ratten. Roman („The Rats“). 11. Aufl. Heyne, München 1995, ISBN 3-453-02544-X (früherer Titel Die Killer-Ratten).
Unheil. Roman („The Fog“). 8. Aufl. Heyne, München 1995, ISBN 3-453-03676-X.
Todeskralle. Roman („The Survivor“). Heyne, München 1990, ISBN 3-453-04541-6.
Höllenhund. Roman („Fluke“). 5. Aufl. Heyne, München 1995, ISBN 3-453-05635-3.
Blutwaffe. Roman („The Spear“). 5. Aufl. Heyne, München 1995, ISBN 3-453-05303-6.
Die Brut. Roman („Lair“). 10. Aufl. Heyne, München 1995, ISBN 3-453-02923-2.
Dunkel. Roman („The Dark“). 7. Aufl. Heyne, München 1996, ISBN 3-453-04175-5.
Nachtschatten. Roman („The Jonah“). 7. Aufl. Heyne, München 1995, ISBN 3-453-04848-2.
Erscheinung. Roman („Shrine“). 3. Aufl. Heyne, München 1995, ISBN 3-453-06174-8.
Domain. Ein unheimlicher Roman („Domain“). 10. Aufl. Heyne, München 1994, ISBN 3-453-00702-6.
Moon. Der Roman, der sie nicht schlafen läßt („Moon“). Bastei-Lübbe, Bergisch Gladbach 1990, ISBN 3-404-25256-X.
Magic Cottage. Roman („The Magic Cottage“). Bastei-Lübbe, Bergisch Gladbach 1988, ISBN 3-404-28163-2.
Die Gruft. Roman („Sepulchre“). 7. Aufl. Heyne, München 1995, ISBN 3-453-03281-0.
Besessen. Roman („Haunted“). 2. Aufl. Heyne, München 1995, ISBN 3-453-06409-7.
Creed. Roman („Creed“). Pavillon-Verlag, München 2002, ISBN 3-453-20640-1.
Apokalypse. Roman („Portent“). 2. Aufl. Heyne, München 1996, ISBN 3-453-07585-4.
Stadt der Ratten. („The City“). Graphic Novel („Edition Comic speedline“). Tilsner Verlag, München 1996, ISBN 3-910079-93-8.
Totentanz. Roman („The Ghosts of Sleath“). Lübbe, Bergisch Gladbach 1996, ISBN 3-7857-0854-8.
48. Roman („’48“). Bastei-Lübbe, Bergisch Gladbach 1998, ISBN 3-404-13987-9.
Jenseits. Roman („Others“). Bastei-Lübbe, Bergisch Gladbach 2000, ISBN 3-404-14452-X.
Once. Novel. Tor Books, New York 2002, ISBN 0-7653-0285-3.
Nobody True. Novel. Pan Books, London 2004, ISBN 0-330-41167-5.
The Secret of Crickley Hall. Macmillan, London 2006, ISBN 978-1-4050-0520-3.
Ash. Macmillan, London 2012, ISBN 978-0-230-70695-8.
Taschenbuch: 537 Seiten
Originaltitel: Others, 1999
Aus dem Englischen übertragen von Susanne Zilla
ISBN-13: 9783404144525

www.luebbe.de

Der Autor vergibt: (3.5/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (No Ratings Yet)

Brian Lumley- Necroscope 4 – Untot (Lesung)

Young & reckless: der Herr der Frauen

In England versammelt Harry Keoghs neuer Feind seine Vampyre um sich. Yulian Bodescu verwandelt das Haus seiner Ahnen immer mehr in einen Ort des Schreckens. Wird Harry vom Vampyr Thibor Ferenczy ein Geheimnis erfahren, um die Gefahr zu bannen? Eine Konfrontation scheint unausweichlich …

Der Autor

Brian Lumley wurde 1937 in England geboren. 1981 beendete er seine Militär-Karriere. Seither arbeitet er als freier Schriftsteller. Seine ersten Veröffentlichungen standen ganz unter dem Einfluss von H. P. Lovecrafts Cthulhu-Mythos. 1986 schuf Brian Lumley mit seiner Vampyr-Saga »Necroscope« eine der erfolgreichsten Horror-Serien der Welt.

Alleine in den USA haben sich seine Bücher weit über zwei Millionen Mal verkauft. So wie Brian Lumley den Vampyr darstellt, hat es noch kein Autor zuvor gewagt. Mittlerweile hat Brian Lumley mehr als 50 Bücher veröffentlicht und schreibt fleißig weiter. Er und seine Frau Barbara Ann leben in Devon, England. (Verlagsinfo)

Der Sprecher

Lutz Riedel, geboren 1947, ist ein hochkarätiger Synchron-Regisseur und die deutsche Stimmbandvertretung von „James Bond“ Timothy Dalton. Er war auch „Jan Tenner“ in der gleichnamigen Hörspielserie. Ich schätze besonders seine Interpretation von H. P. Lovecrafts Schauergeschichten wie etwa [„Das Ding auf der Schwelle“.]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=589 Er zeigt hier seine herausragenden Sprecher-Qualitäten, die den Hörer mit schauriger Gänsehaut verzaubern.

Der Berliner Schauspieler hat u. a. Timothy Dalton (James Bond) und Richard Hatch (Kampfstern Galactica) synchronisiert. Auch Richard Gere, Samuel L. Jackson und Christopher Walken hat er schon gesprochen. Lutz Riedel ist mit seiner Kollegin Marianne Groß verheiratet.

Riedel liest einen von Frank Festa bearbeiteten und gekürzten Text.
Für Regie, Produktion und Dramaturgie zeichnet Lars Peter Lueg verantwortlich, für Schnitt, Musik und Tontechnik Andy Matern.

Der Regisseur Lars Peter Lueg

Der Verlag LPL in eigenen Worten: „Nach 10 erfolgreichen Jahren in der Musik- und Medienbranche als Musikproduzent, Künstlermanager, Leiter von Multimediaprojekten und Tontechniker in verschiedenen Tonstudios war es an der Zeit, die vorhandenen Kontakte und Erfahrungen zu nutzen, um eine vollkommen neue und andersartige Firma zu gründen.

Ein kompetentes Netzwerk von ca. 20 spezialisierten Unternehmen lässt LPL sehr effektiv und unabhängig arbeiten. Durch eine Passion für Filme, (Hör)Bücher und (Hör)Spiele, die sich dem Thema Horror verschrieben haben, sind Lars Peter Lueg und seine Partner mit viel Herzblut dabei. LPL stellt ausschließlich Produkte her, hinter denen der Verlagsleiter auch zu 100 % steht.“

Der Komponist

Andy Matern wurde 1974 in Tirschenreuth, Bayern geboren. Nach seiner klassischen Klavier-Ausbildung arbeitete er einige Jahre als DJ in Clubs. Seit 1996 ist er als freiberuflicher Keyboarder, Produzent, Remixer, Songwriter und Arrangeur tätig. Er kann trotz seiner jungen Jahre bereits mehr als 120 kommerzielle CD-Veröffentlichungen vorweisen. Darunter finden sich nationale und internationale Chart-Platzierungen mit diversen Gold- und Platin-Auszeichnungen.

Bereits Andy Materns erste Hörbuch-Rhythmen erreichten schnell Kultstatus bei den Fans und der Fachpresse. Durch seine musikalische Mitarbeit wurde [„Der Cthulhu-Mythos“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=524 zum besten Hörbuch des Jahres gewählt (Deutscher Phantastik Preis 2003). Für seine Arbeiten an den Hörbüchrn zu „Illuminati“ und „Sakrileg“ erhielt er ebenfalls Gold und Platin. Andy Matern lebt und arbeitet in München. (Verlagsinfos)

Handlung

Die Handlung läuft in dieser Episode wie so oft auf mehreren Ebenen ab. Es gibt aber genügend Integrationsmomente, um alle Stränge zusammenzuhalten. Das Jahr ist immer noch 1977.

Der JungVampyr Yulian Bodescu, ein „Nachkomme“ von OberVampyr Thibor Ferenczy, hat in einem Landhaus im englischen Devonshire seine blutige Herrschaft errichtet und misst seine Kräfte mit Widerstand aus verschiedenen Richtungen. Nur noch Onkel George stellt sich ihm in seinem eigenen Haus den Weg. Doch George ist nicht mehr nur der gute alte George, sondern von einem Vampyr in seinem Inneren besessen. Daher verfügt er über weit größere Kräfte und Widerstandskraft, als Yulian angenommen hat. Sein hasserfüllter Angriff, als Yulian den Keller betritt, trifft den Herrscher des Hauses daher etwas unvorbereitet …

Yulian bemerkt von seinem Schlafzimmer aus, wo ihm Kusine Helen zu Willen ist, eine telepathische Bedrohung. Ein neugieriger Besucher? Er schaut durchs Fenster, und tatsächlich: Da blitzt etwas an der Hecke auf. Doch gerade, als Yulian seine telepathischen Fühler in den Geist des Beobachters ausstreckt, fährt dieser eine mentale Barriere hoch. Aha, jemand weiß, dass Yulian eine Telepath ist und hat Vosichtsmaßnahmen getroffen. Wie interessant! Yulian ruft seinen schwarzen Schäferhund Vlad und begibt sich auf die Jagd nach diesem seltsamen Wild in seiner Hecke …

Genua, Abend, am gleichen Tag

Andy Kyle, der Chef des ESP-Geheimdienstes Ihrer Majestät, sitzt mit seinen Gästen in einer Genueser Hafenkascheme und fragt, ob sein Beobachter in Devonshire wohl den Vampyr aufgespürt und ein paar brauchbare Informationen in das dortige Hauptquartier gebracht hat. Auf telepathischem Weg lässt sich Kyle über die Entwicklung der Lage berichten. Yulian Bodescu darf auf keinen Fall den Ring der Beobachtung durchbrechen. Aber wozu genau ist der junge Mann in der Lage? Um dies herauszufinden, sitzt Kyle jetzt in „Frankie’s Franchise“ – mit den Russen.

Dies ist ein Geheimtreffen, denn es herrscht immer noch tiefster Kalter Krieg, und was hinter dem Eisernen Vorhang vor sich geht, sollte die Briten eigentlich nicht interessen. Tut es aber: Woher kam Yulian Bodescu, und stellt sein „Vater“ Thibor Ferenczy immer noch eine Gefahr dar? Kyle und sein Kollege Quint, beide Esper (von ESP: außersinnliche Wahrnehmung), sitzen den Genossen Krakowitsch und Sergei Gulharov gegenüber. Nur Krakowitsch ist ebenfalls ein Esper. Er hat den Krieg, den der britischer Esper Harry Keogh in der Hochburg der sowjetischen E-Spionage entfesselt hat, am eigenen Leib erfahren. Der Nekromant (Totenbefrager) Boris Dragosani kam dabei gewissermaßen um, doch gelang es seinem Geist, sich nach Rumänien zum Grab von Thibor Ferenczy durchzuschlagen.

Briten und Sowjets haben also das gleiche Interesse: Wozu sind diese Vampyre noch in der Lage? Ist weiterhin mit ihrer unheimlichen Macht, die sie unsterblich werden ließ, zu rechnen? Nachdem sie einen oder zwei Beobachter abgeschüttelt haben, fliegen sie nach Rumänien, um der Sache auf den Grund zu gehen. Dort besucht sie Harry Keogh in seiner gegenwärtigen, postmortalen Erscheinungsform. Er warnt sie telepathisch, dass sowohl von Yulian als auch von Thibor Gefahr drohe. Sie sollten sich bei beiden beeilen, denn es gebe noch einen großen Vampyr: Thibors „Erzeuger“ Fetor Ferenczy …

Rumänien. Die Kreuzhügel in den mittleren Karpaten

Harry Keogh kann sich in dem Medium, das er das Möbius-Universum nennt, zwischen Orten und Zeiten beliebig bewegen. Und so besuchte er Thibor Ferenczy, um dessen restliche Lebensgeschichte zur erfahren. Fetor Ferenczy hat ihn vor 1000 Jahren zu einem unsterblichen Vampyr gemacht, doch wie gelang es ihm, die Versklavung durch Fetor abzuschütteln? Das ist in der Tat eine spannende Story …

Nun sucht Harry weitere Informationen über diesen Fetor, und über das Kontaktnetzwerk der Toten stößt er auf ihn beziehungsweise auf seinen Geist. Fetor erzählt seine eigene, 1300 Jahre dauernde Lebensgeschichte in geraffter Form. Und es überrascht Harry nicht wenig, dass Fetor von Dragosani, Thibor und sogar Yulian Bodescu weiß. Fetor verrät ihm, dass Thibor lediglich einen kurzen Besuch von Yulian brauche, um in dessen Körper wieder zu alter Macht aufzuerstehen.

Harry warnt seine Ex-Kollegen Kyle und Quint. Diese Vereinigung muss auf jeden Fall verhindert werden!

Mein Eindruck

Dieser vierte Band der vielbändigen Vampyr-Saga erweckt in mir den Verdacht, dass hier nur zwei Vampirbiografien kolpotiert werden sollen. Die eine gehört Thibor, die andere Fetor Ferenczy. Doch es ist keineswegs so, als wären diese Lebensgeschichten blass oder langweilig, ganz im Gegenteil: Das Leben der Blutsauger, die von den seltsamen raupenförmigen Wamphyr-Kreaturen erfüllt und besessen sind, verläuft alles andere als gewaltfrei.

Thibor hat seine Erzählung in Band 3 begonnen und schildert, wie die Begegnung mit dem seinerzeit dreihundert Jahre alten Vampyr aus dem Walachenkrieger Thibor einen Unsterblichen macht. Die Verwandlung, die in Band 3 erfolgte, zeigt nun ihre Folgen. Doch Thibor steht nicht der Sinn danach, in einem Kerker als Rattenfutter zu enden oder einem anderen als Sklave zu dienen. Und so kommt es zu einem packenden Showdown auf den Zinnen der Burg, die Fetor in den Karpatenschluchten errichten hat. Und wer genau aufpasst, merkt, dass ein wenig von Fetors Substanz in den Trümmern dieser Burg zurückgeblieben ist. Und wer weiß, was daraus noch entstehen mag …

Fetor überlebt die Niederlage und sinnt daher auf Rache. Doch bis er die richtige Gelegenheit dazu erhält, vergehen rund tausend Jahre, denn es verschlägt ihn im 13. Jahrhundert in die Mongolei und von dort wieder mit der Mongoleninvasion nach Russland. Wie es dazu kommt, dass er Thibor besiegt und selbst den körperlichen Tod findet, schildert er ebenfalls. Seinen „Tod“ schilderte bereits Band 1 ausgiebig.

Die Rahmenhandlung um Andy Kyle und Harry Keogh macht diese Biografien erst dadurch relevant, dass Thibors Nachkomme Yulian Bodescu sich anschickt, seinen Herrschaftsbereich von seinem Stammsitz auf die Umgebung auszuweiten.

Doch wie lange wird Harry noch in der Lage sein, seine Ex-Kollegen zu warnen? Ein wenig albern wirkt es schon, wenn wir erzählt bekommen, dass seine geistige Substanz allmählich von seinem Sohnemann, in dem er weiterexistiert, absorbiert wird. Der Piepmatz ist erst ein paar Monate alt und hat von Vampyren und ihren Machenschaften noch nie etwas gehört. Doch wer weiß, welche Fähigkeiten er noch entwickeln könnte.

Der Sprecher

Lutz Riedel liefert eine tolle, überragende Leistung ab. Sein modulationsreicher, dramatischer Vortrag hat mich sehr beeindruckt. Wer mit dem Geist zu sehen vermag, kann sich das Entsetzen der entsprechenden Szenen lebhaft und geradezu wie einen Film vorstellen. Einfach fabelhaft. Sehr witzig und gelungen fand ich auch, wie Riedel Frauen intoniert: Seine Stimme klettert in ungeahnte Höhen, ohne dabei jedoch irgendwie tuntenhaft zu klingen.

Die Musik

Geräusche gibt es keine, aber dafür eine Menge Musik. Diese ist nicht in den Hintergrund verbannt, sondern dient (außer als Intro und Extro) der Abgrenzung der einzelnen Kapitel wie auch deren Unterabschnitte. Diese Abschnitte sind aufgrund der nichtlinearen Erzählstruktur oftmals mit Rückblenden durchsetzt. Man kann ja auch die beiden Binnenhandlungen als sehr umfangreiche Rückblenden auffassen.

In meinen Notizen habe ich überall das Auftreten von Pausenmusik eingetragen, und dabei stellt sich ein deutliches Muster heraus. Sobald eine Szene ihren Höhepunkt erreicht hat, wird sie oftmals abgebrochen, damit sie sich in der Vorstellung des Lesers bzw. Hörers fortspinnen lässt. Sofort setzt Musik ein, die diesen Vorgang auf emotionaler Ebene steuert und stützt. Auf einer geistigen Ebene tritt hier allerdings eine kleine Verschnaufpause ein.

Man sollte auch bedenken, dass wir es diesmal mit einer stark gekürzten Fassung zu tun haben. Statt der vorherigen sechs CDs sind es diesmal nur noch vier. Abgebrochene Szenen sind zwar mitunter sehr wirkungsvoll, aber wer weiß, was dabei alles verschwiegen wird.

Das Titelbild ist mal wieder recht passend: ein geöffneter Sarg vor düsterem Hintergrund. Es ist nicht irgendein Sarg, den hirnlose Vampirzombies anfertigen würden (man denke an den Tischler in „Tanz der Vampire“), sondern ein Eichenmonster von feinster Verarbeitung, ausgeschlagen mit weißer Seide. Darin möchte man es sich doch gleich fürs untote Nachleben gemütlich machen.

Unterm Strich

Die beste Story dieses Bandes ist Thibor Ferenczys Kampf mit seinem „Erzeuger“, dem uralten Vampyr Fetor in dessen Karpatenburg. Danach flacht das Geschichtengewebe merklich ab, und auch Fetors Biografie liefert nur noch einen etwas lahmen Nachschlag, der erklärt, wie diesen beiden Vampyre ihr Ende fanden. Der Einstieg ist allerdings auch nicht ohne: Der Nachwuchsvampyr Yulian Bodescu gebietet über nicht weniger als drei Frauen in seinem Haus und „benutzt“ sie der Reihe nach. Deshalb würde ich das Hörbuch erst ab 16 Jahren empfehlen.

Der Band 4 setzt die Kenntnis von Band 3 zwingend voraus, um die grundlegenden Voraussetzungen für die Geschichte überhaupt zu verstehen. Noch besser wäre es, auch Band 1 und 2 zu kennen, denn dann bildet die Geschichte von Harry und Dragosani nicht mehr ein Buch mit sieben Siegeln.

Der Sprecher Lutz Riedel stellt wieder einmal seine Engagiertheit für die Horrorliteratur unter Beweis, ebenso wie die Flexibilität seines Sprechorgans und seiner Darstellungskraft. Dies bringt dem Hörbuch einen dicken Pluspunkt ein.

306 Minuten auf 4 CDs
Aus dem Englischen übersetzt von Hans Gerwien

https://www.audible.de/search?searchProvider=LPL+records
http://www.luebbe-audio.de
http://www.festa-verlag.de
http://www.andymatern.de/

Koontz, Dean – Nacht der Zaubertiere (Lesung)

_Passionsgeschichte: Kampf um den Spielzeugmacher_

Als Zaubertiere hat sie Isaak Bodkins in seiner kleinen Fabrik erschaffen: Bär, Kaninchen, Hund, Katze und Elefant, dazu bestimmt, Kinder zu erfreuen und zu trösten. Nun ist Isaak tot, und sein Nachfolger muss das Erbe am gleichen Tag übernehmen, damit die Kraft des Guten wirksam bleibt. Denn im Keller der Fabrik herrscht von alters her eine andere, finstere Macht – böse Spielsachen, die jetzt ihre Stunde für gekommen halten und alles daransetzen, ihr grausames Regime auf der Erde zu errichten … Die Zaubertiere haben eine abenteuerliche Reise durch die nächtliche Stadt durchzustehen, um Isaaks Nachfolgerin zu informieren.

Empfohlen ab 10 Jahren.

_Der Autor_

Dean Koontz wurde 1945 in Pennsylvania geboren, musste in seiner Jugend hungern, schrieb Schundromane für einen Hungerlohn, lernte seine Frau Gerda kennen und konnte schließlich mit ihr nach Kalifornien ziehen, wo das Ehepaar seither stets mit einem Golden Retriever zusammenlebt. Es gibt kein einziges Koontz-Buch der letzten Jahre – etwa seit „Geschöpfe der Nacht“, in dem nicht mindestens ein Loblied auf diese Hunderasse angestimmt wird.

Die zahlreichen Thriller und Horror-Romane des schärfsten Konkurrenten von Stephen King wurden sämtlich zu Bestsellern und in über 30 Sprachen übersetzt. Weltweit hat Koontz laut Verlag über 250 Mio. Exemplare verkauft. Leider wurden bislang nur wenige von Koontz‘ Büchern verfilmt. Die beste Verfilmung ist meiner Meinung nach „Intensity“, aber der Film strapaziert die Nerven derart, dass er höchst selten gezeigt wird.

_Dean Koontz auf |Buchwurm.info|:_

[„Todesregen“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3840
[„Frankenstein: Das Gesicht „]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3303
[„Die Anbetung“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3066
[„Kalt“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1443
[„Der Wächter“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1145
[„Der Geblendete“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1629
[„Stimmen der Angst“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1639
[„Phantom – »Unheil über der Stadt« „]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=455
[„Nackte Angst / Phantom“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=728
[„Schattenfeuer“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=67
[„Eiszeit“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1674
[„Geisterbahn“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2125
[„Die zweite Haut“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2648

_Der Sprecher_

Jürgen Kluckert hat an der Schauspielschule „Ernst Busch“ studiert und spielte Rollen im „Tatort“, bei „SOKO“ und „Liebling Kreuzberg“. Auch am Theater und als Synchronstimme, unter anderem von Morgan Freeman, Nick Nolte, Robbie Coltrane und Chuck Norris, wurde er bekannt. 1994 übernahm er die Synchronisation von Benjamin Blümchen. Er ist auch die Stimme von „Mr. Krabs“ in „SpongeBob“.

_Handlung_

Isaak Bodkins, der Schöpfer der Zaubertiere, ist gestorben. Aber der Spielzeugmacher hat Vorkehrungen für diesen Fall getroffen und den Stoffbären Amis zum Anführer seiner Geschöpfe bestimmt. Diese Geschöpfe sind außergewöhnlich insofern, als sie sprechen, denken, fühlen und sich bewegen können. Sie wissen (noch) nicht, warum dies woanders anders sein sollte. Isaak hat Amis daran erinnert, was die Aufgabe der Zaubertiere sei, nämlich jedes der Kinder, dem sie geschenkt werden, zu trösten, zu beschützen und ihm Rat zu erteilen. Darin bestünde ihre Magie. Doch bei Erwachsenen sei sie schwach und deshalb dürften sie sie nur im Kinderzimmer anwenden und sich ansonsten vor Erwachsenen in Acht nehmen. Issak sagte, der Tod sei nicht sein Ende, sondern nur eine Durchgangsstation. Um die Magie nicht vergehen zu lassen, müssten seine Geschöpfe seine Nachfolgerin besuchen, Mrs. Martha Miller, und sie zur neuen Spielzeugmacherin machen.

Es gibt nur ein Problem. Mrs. Miller, der der Spielzeugladen gehört und an die Isaak alle seine Spielzeuge verkauft hat, lebt am anderen Ende der Stadt. Nur die tapfersten Spielzeuge können auf die Expedition mitgehen, zu der ihr Anführer sie nun aufruft. Folgende sind bereit, Amis in die kalte, stürmische Nacht zu folgen: Einstein, der Elefant; Der Gestiefelte Kater, sein Degen ist aus Hartgummi; Caramel, das Hundemädchen; Skippy, der Hase; und Der Alte, dessen Gattung nicht ganz klar ist, der aber alles über die Zaubertiere und Isaak Bodkins weiß. Sie überlassen die Werkstatt den Affen und anderen Tieren, klettern aus einem Kellerfenster und machen sich auf den Weg.

Doch da nun die Magie des Spielzeugmachers schwächer wird, regt sich zwei Stockwerke tiefer neues Leben. Dorthin ist Isaak nie gekommen und so wusste er nicht, dass hier die Spielzeuge seines Vorgängers eingelagert sind: Cerberus Toys. Als Erster regt sich ihr Anführer. Rex ist eine Marionette ohne Fäden, in feinem Smoking und Zylinder, doch in seinem Spazierstock steckt ein ausfahrbares Messer. Er weckt und befreit die anderen Spielzeuge: Lizzie, das Tanzmädchen aus den 1920er Jahren, ist auch eine fadenlose Marionette, doch ihre Zigarettenspitze glüht und kann ein Feuer entzünden; Eisenbeißer ist ein Roboter und leider ein wenig einfältig und monomanisch in seinem Zerstörungsdrang; Jack Weasel ist ein Kastenteufel mit einem Clownsgesicht; seine Lippen sind blutrot; Die Stecherin ist eine fliegende Hornisse, die über einen Stachel im Hinterleib verfügt, der so groß ist wie eine Taschenmesserklinge. Zusammen mit den anderen Cerberus Toys macht sich die Stecherin an den Aufstieg nach oben und findet den Weg aus dem Haus. Die Zeit ist gekommen, dass das Böse die Herrschaft übernimmt. Und so machen sie sich daran, die „Wattebäuche“ zu verfolgen, um ihnen den Garaus zu machen.

|Victor Bodkin|

Victor Bodkin ist der Neffe des verstorbenen Spielzeugmachers. Er ist ein lediger Buchhalter ohne Kinder und denkt nur an Profitmaximierung. Folglich will er das große Grundstück seines verstorbenen Onkels versilbern. Für dessen Beruf hat nichts als Kopfschütteln übrig. Doch als der 35-Jährige an diesem Abend zu dessen Haus fährt, bemerkt er sonderbare Bewegungen auf der Straße. Er stoppt und sieht sechs Stofftiere über die Straße laufen, die bei seinem Anblick erstarren. (Achtung, ein Erwachsener!) Er steigt aus. Auf Befehl des Bären eilen sie weiter und verschwinden zwischen den Bäumen des nahen Parks.

Doch der Spuk ist noch nicht vorüber. Aus der Richtung, aus der die Stofftiere kamen, taucht ein kleiner Roboter auf. Doch statt beim Anblick eines Erwachsenen stehenzubleiben, haut ihm der Roboter voll auf die Schuhe. Damit nicht genug, zückt eine Marionette im Smoking ein Messer und greift an. Eine Hornisse fliegt im Sturzflug heran und verfehlt Victors Kopf nur deshalb, weil er sich zu Boden wirft. Er tritt den strategischen Rückzug an und versucht sich verwirrt einen Reim auf das Gesehene zu machen. Spielzeuge, die sich bewegen?! Das muss er genauer sehen. Er folgt ihnen.

|Nick Jack|

Aus dem Süden kommend, ist Nick Jack endlich in der Stadt eingetroffen, in die ihn eine Stimme gerufen und ihn wie ein Magnet gezogen hat. Nick wurde erst am Morgen aus dem Knast entlassen, wo er 15 Jahre abgesessen hat. Er ist bis zur Halskrause von Hass erfüllt, von Hass auf alles und jeden. Das Einzige, was ihn erfreut, sind Tränen in gequälten Kinderaugen.

In einer Busstation hat Nick einen Schlüssel gefunden. Auf dem Schlüssel stand eine Schließfachnummer, und in dem Schließfach fand er einen großen Koffer. In dem Koffer befinden sich zwei Millionen Dollar in kleinen Scheinen. Das Gesicht, das er im Spiegel statt seines eigenen gesehen hat, verlangte von ihm, den Koffer einem Mann namens Victor Boskin zu geben. Es ist der Kaufpreis für dessen Spielzeugfabrik. Diese Fabrik soll Nick übernehmen, denn er sei der neue Spielzeugmacher in Diensten des Herrn der Finsternis. Und seine Spielzeuge werden sich die Welt untertan machen.

_Mein Eindruck_

Auch wenn die Geschichte wie ein Märchen aussieht, so werden hier doch metaphysische Konflikte verhandelt, die sich zwischen Gott und Teufel, Gut und Böse abspielen. Allerdings erweist sich diese Konstruktion als äußerst simpel. Aber immerhin gibt es eine Bekehrung und zwei Bestrafungen.

Ist Gott ein Spielzeugmacher?, fragen sich die Zaubertiere. Nein, aber wenn er Kinder mag, dann mag er bestimmt auch Spielzeug. Und Isaak Bodkin sowie Martha Miller, seine Nachfolgerin, sind Gottes Diener, quasi seine Bischöfe. Sie senden ihre Jünger aus, um die Kinder der Menschen zu trösten, zu beschützen – und zu unterweisen. Macht nichts, wenn die Kinder sie vergessen, sobald sie erwachsen sind. Hauptsache, sie habe ihre Kindheit seelisch unbeschadet überstanden.

Eine Zeit großer Gefährdung, wie die Spielzeuge deutlich machen, die Cerberus Toys produziert hat. „Cerberus“ ist der Sage nach der dreiköpfige Hund, der die Tore zur Unterwelt bewacht. Womit wir schon beim Thema wären. Das Böse lauert unten in der Finsternis und wartet nur auf seine Chance, um die Guten zu verderben und die Herrschaft über die Menschen zu übernehmen. Dazu hat der Herr der Finsternis seinen Knecht Rex auf die Mission geschickt, die Zaubertiere Isaac Bodkins zu töten, bevor sie ihren Auftrag erfüllen können. Aber er hat auch Nick Jack (Old Nick ist ein umgangssprachlicher Beiname für den Widersacher) ausgeschickt, um einen wichtigen Menschen zu verführen: Victor Bodkin, Isaacs Neffen.

Wie in zahlreichen religiös angehauchten Romanen, seien sie nun historisch oder phantastisch ausgerichtet, ist Victors Seele ein Schauplatz widerstreitender Kräfte. Sein Materialismus macht ihn dem Angebot Nick Jacks geneigt, doch zum Glück kommen ihm ernsthafte Zweifel an dessen Seriosität. Victors Stunde schlägt, als Amis von Rex‘ Hand stirbt. Victor muss sich entscheiden, ob er diesen kaltblütigen Mord hinnehmen will. Amis ist die Jesusfigur im Stück, deren Opfertod eine entscheidende Wende, vulgo: Bekehrung, in seinen Mitmenschen bewirkt. Ob es funktioniert, soll hier nicht verraten werden. Victor ist unser Jedermann und unser Stellvertreter. Die Auferstehung Jesu, pardon: von Amis, ist nur eine Frage weiterer Opfer, die als Gabe der Liebe gegeben werden.

Für diese Interpretation spricht, dass andauernd irgendwelche inneren und äußeren Stimmen und mystische Erscheinungen wie Spiegelgesichter Anweisungen geben und so die Akteure durch die Nacht treiben, um den Konflikt auszutragen. Das letzte Wort haben: der Herr der Finsternis, der seinen versagenden Diener zu sich ruft, um ihm Lenkfäden zu verpassen; die Polizei, die einige bohrende Fragen an den Ex-Knacki Nick Jack hat; und Martha Miller, frischgebackene Spielzeugmacherin für Zaubertiere.

Wie man sieht, handelt es sich bei „Nacht der Zaubertiere“ um eine Passionsgeschichte, die zwar einfach gestrickt ist, aber von jedem Kind – ab zehn Jahren – verstanden werden sollte. Sie lässt sich auch gut zur Weihnachtszeit erzählen oder anhören.

_Der Sprecher_

Jürgen Kluckert beherrscht die hohe Kunst der Charakterisierung vieler verschiedener Figuren mit stimmlichen Mitteln. Jede Figur der Stofftiere und der Cerberus Toys hat ihre eigene stimmliche Charakteristik, so dass man alle Figuren sofort auseinanderhalten kann. Nicht genug damit: Die Stimmen passen auch. Der Elefant spricht tief und langsam, der Bär mit vertraueneinflößender Autorität, der Hase hoch und schnell, das Hundemädchen ein wenig naiv und der gestiefelte Kater (ähnlich wie in „Shrek“) ein wenig adelig-kultiviert, aber tapfer. Jedes Kind kann sich sofort in diese Figuren verlieben.

Rex, die Anführermarionette, klingt entsprechend herrisch, doch seine Autorität flößt keineswegs Vertrauen ein, sondern Furcht. Dito der verrückte Kastenteufel Jack Weasel und die ziemlich stumme Lizzie. Eisenbeißer hingegen will alles niedertrampeln und redet wie eine Maschine. Die Hornisse Stecherin summt und sirrt und zischt, wenn sie spricht – Kluckert gestaltet sie wundervoll.

Doch Charakterisierung alleine reicht nicht für einen guten, kindgerechten Vortrag. Nun müssen sich die Figuren auch wie lebende Wesen verhalten und Gefühle äußern. Kluckert lässt sie wüten, jammern, flehen, triumphieren und trauern – und noch vieles mehr. Er führt sein eigenes kleines Kasperletheater auf, lässt die Figuren „Puha!“ rufen, hämisch lachen. Ganz besonders hat mir sein furchterregendes „Klickediklick!“ gefallen, das der Kastenteufel verursacht, wenn er seine Opfer sucht. „Klickediklick!“

_Musik_

Dies ist ein Hörbuch der neuen |Lübbe Audio|-Hörbuchreihe „Wellenreiter“, die sich an ausdrücklich an Kinder und Jugendliche wendet (genauso wie „Silberfisch“ bei |Hörbuch Hamburg|). Das ganze Akustik-Design ist völlig anders als in der Erwachsenenreihe.

Zuerst erklingt der Jingle für die Reihe, ohne Gesang, aber mit einer flotten Surfermusik. Danach folgt das In- und Outro , welches von einem modernen musikalischen Motiv bestritten wird. Am Schluss des Hörbuchs wiederholt sich das Ganze in umgekehrter Reihenfolge.

Geräusche gibt es leider keine, so dass man sich jederzeit voll auf den Vortrag des Sprechers konzentrieren kann. Ein paar Soundeffekte hätten aber wirklich nur gestört.

_Unterm Strich_

Dean Koontz erzählt überaus einfach in bester erprobter Kinderbuchsprache. Er lässt aber trotz dieser literarischen Verantwortung auch den Humor nicht zu kurz kommen. Was diesem Schreibstil widerspricht, ist jedoch der Inhalt, den man Kindern bis zehn Jahren kaum zumuten mag.

Da werden Plüschbäuche aufgeschlitzt, rasiermesserscharfe Klingen ausgefahren und Schrotflinten abgefeuert, dass es eine „Pracht“ ist. Das personifizierte Böse hat seinen festen Platz, und das böseste Spielzeug ist eine Marionette. Welches Kind würde nach dieser Lektüre noch eine solche Puppe anfassen? Man kann vielleicht seine Aggressionen ausleben, lautet eine Theorie, aber was ist, wenn das Kind im Dunkeln einzuschlafen versucht und die Bilder von aufgeschlitzten Puppen vor Augen hat?

Kontz scheint hier manchen Kritikern über das Ziel hinauszuschießen und zu viel Schrecken und Grusel in seine Geschichte hineinzupacken. Jugendliche hingegen, die man für die alternative Zielgruppe halten könnte, finden wahrscheinlich wenig Gefallen an der Kinderbuchsprache, denn sie sind Geschichten im Stil eines „Herr der Ringe“ gewohnt. Ich denke, dass heutige Kinder mit zehn schon so weit sind, auch Greueltaten wie die Ermordung eines Teddybären zu verkraften. Aber das müssen die Eltern selbst entscheiden.

Jürgen Kluckert liebt hörbar Kinder als Zuhörer, und wer sich nicht an einen Märchenonkel erinnert fühlt, sollte sich zurück in seine Kindheit versetzen lassen. Kluckert entfaltet mit seinen beträchtlichen Mitteln seine Sprach- und Stimmmagie – er braucht keine Zaubertiere mehr, denn das sind schon wir, seine Zuhörer.

|Originaltitel: Oddkins, 1988
Aus dem US-Englischen übersetzt von Sybil Gräfin Schönfeldt
Empfohlen ab 10 Jahren
235 Minuten auf 3 CDs|
http://www.luebbe-audio.de

King, Stephen – Puls (Lesung)

Wie Silvester in der Hölle

Das Grauen steckt in jeder Hand- und Hosentasche. Das Handy ist ein moderner Heilsbringer, doch in Kings „Puls“ kommen mit dem Klingelton auch Wahnsinn und Tod.

Dieses Buch ist Richard Matheson, Autor der verfilmten Endzeitvision „Ich bin Legende“, und dem Zombie-Spezialisten George Romero gewidmet. Der kundige Leser ist gewarnt.

Der Autor

Stephen King, geboren 1947 in Portland, Maine, ist einer der erfolgreichsten amerikanischen Schriftsteller. Schon als Student veröffentlichte er Kurzgeschichten, sein erster Romanerfolg, „Carrie“ (verfilmt), erlaubte ihm, sich nur noch dem Schreiben zu widmen. Seitdem hat er weltweit 400 Mio. Büchern in mehr als 40 Sprachen verkauft. Im November 2003 erhielt er den Sonderpreis der National Book Foundation für sein Lebenswerk. (Verlagsinfo) Er lebt in Bangor, Maine, und Florida. Seine Erstleserin ist immer noch seine Frau Tabitha King.

Sein Hauptwerk, das zeigt sich immer deutlicher, ist der Zyklus um den dunklen Turm. Er besteht aus folgenden Bänden:

Schwarz (ab 1978); Drei; Tot; Glas; Wolfsmond; Susannah; Der Turm (2005).

Dazu gibt es zwei empfehlenswerte Erläuterungsbände von Kings Assistentin Robin Furth. Sie hat auch bei „Puls“ recherchiert, z. B. über Handys. King selbst besitzt kein Handy(!).

Der Sprecher

David Nathan, geboren 1971 in Berlin, gilt laut Verlag als einer der besten Synchronsprecher Deutschlands. Er leiht seine Stimme Darstellern wie Johnny Depp, Christian Bale und Leonardo DiCaprio. In „The Green Mile“ erweckt er die Spannung und den Horror zum Leben.

Die Aufnahme erfolgte im d.c. Studio Berlin durch Klaus Trapp, der unter der Regie von Dicky Hank arbeitete.

Handlung

Clay

Der PULS ereignet sich am 1. Oktober um 15:03 Uhr Ostküstenzeit. Der Lehrer und Comiczeichner Clay Riddell spaziert gerade beschwingt von einem erfolgreichen Verkaufsgespräch bei einem Bostoner Verlag zurück zu seinem Hotel, als ihm ein paar merkwürdige Vorfälle aufzufallen beginnen. Ein Mädchen – er nennt es wie eine Comicfigur „Pixie Light“ – beißt eine ältere Dame in den Hals, direkt vor seiner Nase. Die Halsschlagader der Dame – er nennt sie auf gleiche Weise „Power Suit Woman“ – spritzt wie eine Fontäne, so dass Clay vor Schreck erstarrt. Doch schon vorher hat er gesehen, wie ein Mann im Geschäftsanzug einem Hund ein Ohr abgebissen hat. Alles nur Zufall? Drehen die Leute durch? Aber warum?

Doch es fängt gerade erst an, und allmählich checkt Clay, dass es auf der Straße nicht mehr sicher ist. Ein Terroranschlag? Eine Wiederholung des 11. September? Sieht ganz danach aus, denn an allen Ecken der Bostoner wohlhabenden Innenstadt, die er durchquert, kracht und rummst es gewaltig. Nun springen auch noch Leute aus dem Hotel „Four Seasons“. Ein Touristenbus der Linie „Duck Tours“ kracht mit Karacho in ein Eisverkäuferauto. Die Freundin von Pixie Light, nämlich Pixie Dark, scheint den Verstand verloren zu haben: Sie ruft ständig „Wer bist du? Wer bin ich?“ und knallt gleich zweimal gegen einen Laternenpfahl.

Tom

Ein stämmiger kleiner Mann mit einem Schnurrbart schließt sich Clay an. Er stellt sich als Tom McCourt vor. Ihm ist etwas aufgefallen. Alle Leute, die ausgerastet sind, telefonierten gerade mit ihrem Handy. Ja, jetzt fällt es auch Clay auf. Power Suit Woman und die beiden Pixies hingen auch gerade am Handy, als „ES“ sie erwischte. Aber was ist es? Tom und Clay nennen es einfach den PULS.

Nun macht sich aber Clay erhebliche Sorgen um seine von ihm getrennt lebende Frau Sharon und seinen geliebten Sohn Johnny. Sharon hat garantiert ein Handy benutzt, aber das von Johnny hat bestimmt leere Akkus. Er muss die beiden unbedingt suchen. Doch bis Kent Pond in Maine sind es 150 Meilen (241,2 Kilometer) nach Norden. Durch ein Katastrophengebiet. Der Verkehr ist zum Erliegen gekommen, die Flugzeuge stürzen reihenweise ab. Am Logan Airport rummst es am laufenden Band. Die Feuerwehr ist ebenso wie die Polizei im Großeinsatz – sie haben ja Funksprechgeräte, die nicht vom PULS betroffen sind. Aber wie lange noch?

Alice

Auf dem Weg zu Clays Hotel laufen ihnen nackte Amokläufer und verängstigte Mädels über den Weg. Das Hotel selbst ist verbarrikadiert. Sie verschaffen sich Einlass und retten das Mädchen, das sie gesehen haben, vor einem der Irren, die jetzt die Straßen unsicher machen. Clay nennt die Handygeschädigten der Einfachheit halber die „Phonies“, im Unterschied zu den „Normies“, wie er einer ist. Die 15-jährige Alice Maxwell steht kurz vor einem Nervenzusammenbruch, weil sie fast von ihrer telefonierenden Mutter umgebracht worden wäre. Deshalb nehmen die beiden Männer sie mit, als sie sich auf den Weg in die Vororte machen, zu Toms Haus.

Schwärme

Die dort eingelegte Verschnaufpause gibt den drei Flüchtlingen Gelegenheit, die Lage zu studieren, sich auszutauschen, die Angst zu verarbeiten und schließlich einen Plan zu schmieden. Ihre Beobachtungen legen nahe, dass die Phonies beim Telefonieren quasi neu „programmiert“ wurden, so als habe man ihre mentale Festplatte gelöscht. Deshalb haben sie zwar keine Identität mehr, aber auch keine abweichenden Verhaltensmuster. So etwa schwärmen sie alle gleichzeitig in den Morgenstunden aus, um Nahrung zu suchen, doch abends geht’s wieder zurück in die provisorischen Quartiere, ähnlich wie ein Vogelschwarm, der nachts ruht. Beunruhigend ist die Erkenntnis, dass sich dieser Schwarm durch Telepathie verständigt und seine Handlungen koordiniert.

Unsere drei Flüchtlinge bewaffnen sich und ziehen los, natürlich nachts. Und ohne Handy. Etwa auf halber Strecke kommt es zu einer folgenschweren Katastrophe. Der Rektor einer Schule lädt sie ein, es sich bei ihm und seinem Schüler, dem zwölfjährigen Jordan, bequem zu machen. Erst später eröffnet er ihnen, was er von ihnen erwartet. In einem nahe gelegenen Stadion legen sich nachts rund 1000 Phonies zur Ruhe nieder und lassen sich von seichter Musik beschallen – gerade so, als würden sie dadurch neu programmiert werden.

Clay & Co. haben vorerst kein Problem damit, so viele Phonies umzubringen, denn es handelt sich nicht mehr um Menschen im herkömmlichen Sinn, sondern quasi um eine neue Spezies. Doch die Albträume, die Clay und die anderen davor plagen, sind besorgniserregend. Es ist, als würde ihnen jemand im Schlaf Botschaften schicken. Sie können sich nicht dagegen wehren. Was, wenn sie die Phonies töten und diese Botschaften oder künstlichen Träume nicht mehr nur im Schlaf, sondern bereits im Wachen zu wirken beginnen? Könnten sie dann noch Wirklichkeit von Traum unterscheiden? Natürlich nicht.

Kehraus

Sie machen sich trotzdem ans Werk. Es wäre nicht das erste Mal, dass Normies einen Schwarm vernichten. Das Vernichtungswerk ist gar nicht so einfach, und um ein Haar gehen Tom und Clay selbst dabei drauf. Dann taucht der Phonie auf, den Clay gerne den „Lumpenmann“ nennt. Er kennt ihn bereits aus seinen Albträumen. Der Typ in der Harvard-Jacke verständigt sich rein telepathisch. Und prophezeit Tom, Clay, Alice und Jordan ein ganz besonderes Schicksal, an einem speziellen Ort des Gerichts. Am Rektor statuiert der Lumpenmann ein Exempel dessen, wozu er und Seinesgleichen mittlerweile fähig sind …

Mein Eindruck

Ein landesweite, wahrscheinlich sogar globale Katastrophe und eine kleine Gemeinschaft Aufrechter, die gegen das Böse kämpft – wer würde dabei nicht an Kings Klassiker „The Stand / Das letzte Gefecht“ denken? Die Parallelen sind offensichtlich, und King hat sie in den Comicfantasien seiner Hauptfigur Clay auch gleich treffend eingefangen, sozusagen als ironischen Kommentar auf sein eigenes Werk. Die Grundkonstruktion ist ein beliebtes Handlungsfundament vieler Horror- und Spannungsautoren, deshalb ist sie inzwischen nichts Besonderes mehr. Für Action und Grusel ist also gesorgt.

Doch wo King früher mit Lust die Blutfontänen spritzen ließ und Monster aller Spielarten ins Leben rief, übt er sich nun in Zurückhaltung und Realismus. Das klingt vielleicht angesichts des „Handy-Komplotts“ etwas seltsam, aber King weiß, wovon er schreibt (siehe die oben erwähnte Recherche von Robin Furth, aber auch seine Nachbemerkung). Abgesehen von zwei Elementen – dem PULS und der Telepathie – gibt es keine phantastischen Elemente in der Handlung.

Folglich muss er diese beiden Elemente in allen Details beschreiben, ausschmücken und zu erklären versuchen, sonst nähme ihm keiner die restliche Story ab. Diese Story ist ziemlich simpel: Als väterliches Gegenstück von E.T. („Nach Hause telefoniahn!“) macht sich Clay auf den Weg, um seinen Sohn zu finden und möglichst vor dem Zombifizierung zu warnen. Er ahnt nicht, dass er damit den Zombies des „Lumpenmannes“ genau in die Arme läuft …

Der PULS

Ich habe die Phrase [„Handy-Komplott“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2576 nicht grundlos verwendet. Zufall oder nicht, jedenfall heißt so ein Hörspiel in der Reihe „Offenbarung 23“, in der allerlei neue und alte Verschwörungstheorien aufgegriffen, aufgedeckt oder neu erklärt werden. Da das Mobiltelefon inzwischen in den Händen von rund zwei Milliarden Menschen benutzt wird, lag es nahe, auch darüber mal eine Verschwörungstheorie zu stricken: der PULS der modernen Telekommunikation. So ein Handy ist ja nicht bloß zum Telefonieren, Simsen, Spielen und Mailen gut, sondern eignet sich auch hervorragend zum Überwachen und Abhören des Benutzers! Alles, was der Hacker dazu braucht, ist ein kleines Stückchen Software, dass ihm den Rückkanal (Virus) oder ein Hintertürchen (dann ist’s ein Trojaner) im Gerät öffnet.

Der Handy-Virus

Doch der Autor von „Handy-Komplott“ lässt es dabei ebenso wenig bewenden wie King. Damit das Handy oder vielmehr das übertragene Zombiesignal etwas mit Gehirn und Geist des Benutzers anstellen kann, muss eine entsprechende Einwirkung stattfinden. Im Hörspiel wird dazu Strahlung und Suggestion benutzt, bei King scheint ein entsprechender Ton und die Suggestion zu genügen, um die biologische Festplatte zu formatieren und den schlummernden aggressiven Zombie zu wecken.

Deshalb ist bei King stets die Rede von einem Virus, nur ist der nicht wie in „The Stand“ ein Grippevirus, sondern ein elektroakustisches Signal. Der Virus kann dadurch Updates erhalten und die Befallenen, die Phonies („phony“ bedeutet ursprünglich „nicht authentisch, ein Schwindel“), zu neuem Verhalten befähigen, z. B. zu besserer Sprachbeherrschung oder verbesserter Telepathie. Diese Zusammenhänge erklärt der Computerspezialist Jordan in einfacher, verständlicher Art und Weise, obwohl (oder weil) er erst zwölf ist.

Die Frage ist natürlich, wer ein Interesse daran haben könnte, solch einen Virus auf alle Handybenutzer der USA (ob auch andere Netze mit anderen Frequenzen betroffen sind, interessiert Kings Helden vorerst nicht) loszulassen. Sind es Terroristen oder harmlose Spinner? Der Unterschied ist nicht zu erkennen und vielleicht auch angesichts der katastrophalen Auswirkungen des PULSes nicht wirklich von Bedeutung.

Die neue Gesellschaft

Wirklich relevant ist hingegen, dass eine neue Gesellschaftsordnung entsteht, wie in so vielen SF-Romanen, die Clay (und mit ihm natürlich King) gelesen hat. Die Schwärme der Telepathen stellen nach 14 Tagen bereits eine herrschende Klasse dar, die die flüchtenden „Normalen“ jagt und zu „Phonies“ konvertiert – einfach anrufen, das genügt! Da die Konvertiten ihre Identität verlieren, haben sie auch keine Vergangenheit mehr.

Clay trifft seine Frau Sharon wieder, doch das Wiedersehen löst bei ihm keine Freude aus. Und sie erkennt ihn sowieso nicht. Er erinnert sich zwar an gewisse Freuden, die er mit ihr erlebt hat, doch die haben mit dem Zombie vor ihm nichts zu tun. Sie ist eine völlig Fremde, und dementsprechend unfreundlich fällt sein Verhalten aus. Später nimmt er ihren Tod billigend in Kauf, denn für ihn ist sie kein Mensch mehr. Er hofft nur, dass sein Sohn noch kein Zombie ist. Diese Hoffnung wird leider ebenfalls enttäuscht. Alles andere wäre auch ein wenig unwahrscheinlich.

Menschen und Würde

Die Definition, was ein Mensch ist und was nicht, diskutieren Kings Hauptfigur Clay und dessen Begleiter mehrfach. Was macht einen Menschen aus und wo hört er auf, diese Bezeichnung zu verdienen? Diese humanistische Diskussion scheint mir der eigentliche Kern der Geschichte zu sein. Hören Clay und Co. auf, Menschen zu sein, wenn sie von Zombies gesteuert werden? Nein, denn dann hätte man jeden durch Gehirnwäsche (vgl. [„The Manchurian Candidate“)]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1069 umgedrehten Agenten als Nichtmenschen klassifizieren müssen. Was aber eindeutig nicht der Fall ist.

Aber dennoch tötet sich einer aus Clays Gruppe genau aus diesem Grund: Diese Fremdsteuerung ist Menschen-unwürdig. Er jagt sich ein Dumdumgeschoss durchs Hirn, damit auch wirklich keine Wiederbelebung stattfinden kann. Und er gibt Clay den Schlüssel zur Freiheit mit auf den Weg. (Clay braucht dann eine ganze Weile, bis er das kapiert.) Die Definition der Würde des Menschen wird in der VR China sicherlich anders aussehen als in den USA. An diesem Punkt wird das Buch also ziemlich amerikanisch.

Und da wir Europäer uns den Werten der Amerikaner und der Menschenrechtskonvention angeschlossen haben, wird das Buch auch für uns relevant. Ich muss mich also fragen, ob ich bereit, willens und fähig wäre, einen Nicht-Menschen zu töten, selbst wenn dieser ein menschliches Gesicht trägt. Das ist ganz schön knifflig: Wie weit würde ich gehen, um meine Werte gegen „Terroristen“ zu verteidigen? Für Kings Figur Clay ist der Fall klar: Schickt sie alle in die Hölle! Doch noch besser wäre, was Clay am Schluss versucht: Wie schafft man es, einen vom PULS seiner Identität beraubten Menschen, hier Clays Sohn Johnny, wieder ins Reich der „normalen“ Menschen zurückzuholen? Knifflige Frage. Genügt wirklich ein Anruf? Telepathie hilft Clay bekanntlich nicht, ist er doch nicht „infiziert“.

Offener Schluss

Die Frage bleibt offen, und das ist das erste Mal, dass King den Schluss unentschieden lässt. Ich finde das sehr positiv. Der Leser soll selbst entscheiden, wie er dem Problem gegenüber steht. Wir haben zwar Mitgefühl für Clay, aber auch die Phonies haben Errungenschaften vorzuweisen, die vielleicht besser sind als das, was der Mensch jetzt hat: Telepathie beispielsweise. King selbst lässt die Dinge in der Schwebe.

Eine einfache Frage

Die Story beinhaltet auch die – vielleicht naive – Frage, ob uns die Handytechnik mittlerweile weniger menschlich gemacht hat. Die Höflichkeit hat bereits schwer nachgelassen, wie Clayton Rydell eingangs bemerkt: In aller Öffentlichkeit mit fremden Leuten, die nicht präsent sind, reden, so etwas tat man früher nicht.

Aber wie steht es mit dem Rest menschlicher Verhaltensweisen? Inzwischen werden ja auch Beziehungen per SMS beendet – es kommt nicht einmal mehr zu einer Aussprache, wenn schon nicht von Angesichts zu Angesicht, so doch wenigstens am Mobiltelefon. Genauso gut könnte man auch eine Mail schicken – auch das bürgert sich zunehmend ein. Man könnte fast meinen, die Normies würden zunehmend zu Phonies mutieren. Ein Hinweis darauf liefert Clays Methode, die seltsamen Leuten, die er am Eisstand trifft, als Comicfiguren zu betrachten. Er verwandelt sich die Umgebung durch seine kreative Fantasie an. (Der Vorgang ist als „transmogrification“ bekannt.) Ironisch ist dann allerdings, wie sich diese Umgebung unter der Einwirkung des PULSes in die Comicversion der Apokalypse verwandelt. Der Autor hat dies mit Sicherheit sehr bewusst so ausgeführt.

Der Sprecher

David Nathan gelingt es, mit seinem nuancenreichen Vortrag sowohl Figuren zu charakterisieren als auch emotionale Untertöne darzustellen. Wenn eine Frau spricht, so ist seine Tonlage entsprechend höher und zarter, die Emotionen sind deutlicher. Wenn die Männer sprechen – und das gilt für den Großteil des Textes – ist die Tonlage selbstverständlich tiefer.

Immer wieder ist mir aufgefallen, dass Nathan sehr emotional artikuliert. Dies ist eigentlich zu erwarten, wenn die Welt im Eingangskapitel aus den Fugen gerät. Tom ruft „Jesus Christus! Mein Gott!“, Clay ruft „Nein!“, eine Frau schreit entsetzt „Jesus, Maria und Josef!“ – es ist wie in einem Katastrophenfilm – oder am 11. September. „Sie setzen wieder Flugzeuge ein!“ ruft Tom, der die richtige Assoziation hat. Es ist wie „Silvester in der Hölle“, denkt Clay. Am besten fand ich den Moment, in dem Nathan die Aliensprache eines attackierenden Phonies hinausbrüllt.

Was die korrekte Aussprache des Englischen anbelangt, so zeigt sich Nathan weitaus sattelfester als viele seiner Kollegen. Mir ist nur ein einziger Fehler aufgefallen. In der Eingangsszene lehnt sich Clayton an das Schaufenster des Buchladens „Colonial Books“ (sicherlich für den Autor ein geheiligter Ort; darin steht sogar eine alte Schreibmaschine der Marke Royal). Nathan betont auf der ersten Silbe von „Colonial“, korrekt wäre die Betonung auf der zweiten Silbe. Also keine große Sache.

Begrüßenswert fand ich hingegen, dass die Danksagung vorgelesen wird. Darin sind nämlich einige sachdienliche Hinweise untergebracht, so etwa zu Mobilfunkmasten und eventuell vorhandenen Notstromaggregaten. Sicher nicht unbeachtet bleibt der Hinweis, dass der Autor selbst kein Handy besitzt, genau wie Clayton Rydell.

Unterm Strich

Kein Anschluss unter dieser Nummer, nur Wahnsinn – so könnte das Motto für die Handlung lauten. Der Virus, der den Wahnsinn bringt, stammt nicht von der Grippe wie noch in „Das letzte Gefecht“, sondern aus der Handyhörmuschel. Ansonsten ist vieles wie gehabt: Ein Häuflein Aufrechter macht sich auf, Angehörige zu finden und das Böse zu bekämpfen. Ihre Odyssee ins No-fo-Land (= kein TeleFON) macht den Großteil der Handlung aus.

Doch statt religiöse Kategorien zu bemühen, stellt der Autor diesmal die vom Virus Infizierten nur als Andersartige dar, die über eine neue, alte Kommunikationsform verfügen: Telepathie. Allerdings werden sie gleich durch ihre fehlende Hygiene und ihr hässliches Aussehen diffamiert, so dass sie eigentlich keine Alternative für unsere drei oder vier Helden darstellen. Und dass sie levitieren können, fand ich einfach nur putzig.

Als die Anderen vernichtet sind, stellt sich der Hauptfigur das Problem, wie er den infizierten / mutierten / zombifizierten Sohn zurück auf seine Seite der Normalos holt. (Der Roman ist nicht umsonst George Romero gewidmet.) Weder gutes Zureden noch Gehirnwäsche helfen da, und über Telepathie verfügt der brave Papi (noch) nicht. Den Schluss lässt er absichtlich offen: Wir können nur hoffen, dass das Handy, das Sohnemann verzaubert hat, ihn auch zurückverzaubern kann. Daumen drücken, Leute!

Ich fand die Geschichte zwar interessant, aber auch ein wenig langweilig. Die Figuren sind mit Ausnahme von Clay Riddell nicht wirklich voll ausformt, so dass ich nur an seinem Schicksal Teilnahme empfinden konnte. Von gewissem Interesse sind hingegen die Erklärungsversuche für die Katastrophe des PULSes sowie die Entstehung einer neuen Post-Holocaust-Gesellschaft.

Eigentlich hat King damit einen alten Topos der Science-Fiction ganz nah an die heutige Wirklichkeit der Post-9/11-Ära heranholen wollen. Für Mainstream-Leser dürfte er allerdings übers Ziel hinausgeschossen sein, und bei SF-Lesern rennt er nur offene Türen ein – was bei Leuten wie mir nur Gähnen auslöst. Nicht Fisch, nicht Fleisch, bleibt der Roman eigentlich im Ansatz stecken, hat aber dennoch starke Szenen. Diese sind leider viel zu selten, und nur das Finale konnte mich einigermaßen überzeugen. Den Epilog hätte sich King sparen können.

Das Hörbuch wird von David Nathan, einem unserer besten Synchronsprecher, zu einem lebhaften Erlebnis gestaltet. Insbesondere die apokalyptischen Eingangsszenen unterstützt er in deren erschütternder Wirkung durch emotionale Ausrufe und sogar ein Brüllen. Danach wird alles etwas ruhiger, aber auch ein wenig unheimlicher. Auch das Finale im Lager der Phonies hat wieder den Charakter einer Schlachtfeldbeschreibung, doch diesmal hält sich Nathan geradezu pietätvoll zurück.

Originaltitel: Cell, 2006
Aus dem US-Englischen von Wulf Bergner
852 Minuten auf 12 CDs

http://www.randomhouseaudio.de

_Stephen King bei |Buchwurm.info|_ (Auswahl):

[„Brennen muss Salem – Illustrierte Fassung“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3027
[„Friedhof der Kuscheltiere“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3007 (Audio)
[„Puls“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2383
[„Trucks“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2327 (Audio)
[„Colorado Kid“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2090
[„The Green Mile“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1857 (Audio)
[„Das Leben und das Schreiben“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1655
[„Atemtechnik“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1618 (Audio)
[„Todesmarsch“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=908
[„Der Turm“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=822 (Der Dunkle Turm VII)
[„Der Sturm des Jahrhunderts“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=535
[„Tommyknockers – Das Monstrum „]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=461
[„Achterbahn“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=460
[„Danse Macabre – Die Welt des Horrors“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=454
[„Christine“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=453
[„Der Buick“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=438
[„Atlantis“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=322
[„Das Mädchen“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=115
[„Im Kabinett des Todes“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=85
[„Duddits – Dreamcatcher“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=45

Dan Simmons – Göttin des Todes

Apokalypse in Kalkutta

Der Publizist Robert Luczak wird nach Kalkutta geschickt, um ein seltenes Manuskript zu erwerben. Unversehens gerät er dabei in einen Albtraum: Denn das geheimnisvolle Manuskript enthält Beschwörungsformeln, mit deren Hilfe Kali, die Göttin des Todes, auf die Erde zurückgeholt wird. Luczak muss mit ansehen, wie das Böse von unserer Welt Besitz ergreift… (Verlagsinfo)

Dan Simmons‘ Erstlingsroman „Göttin des Todes“ wurde 1986 mit dem World Fantasy Award ausgezeichnet. Es handelt sich nicht nur um eine Reise in das Herz der Finsternis, sondern auch um eine Erörterung der Rolle, die Dichter und Schriftsteller in der Welt spielen können.
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Eric Van Lustbader – Four Dominions (Testament, Band 3)


Okkult-Thriller: Die Wiederkehr Luzifers wird vorbereitet

Luzifers Testament ist endlich in den Händen von Braverman Shaw und seiner Schwester Emma. Doch sofort entfaltet es seine teuflische Wirkung und der darin verborgene Dämon übernimmt Emmas Seele und Geist. Um ein Haar hätte sie ihren Bruder getötet. Der Dämon ist einer der hundert gefallenen Engel, die einst Luzifer in die Hölle folgten und nun als Wegbereiter seine kommende Weltherrschaft vorbereiten. Wird Bravo rechtzeitig genesen und Hilfe finden, um sie aufzuhalten, bevor „die Summe aller Schatten“ (Band 4) die Macht über die Welt übernimmt?
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Abraham Merritt – Das Volk der Fata Morgana. Fantasy-Klassiker

Kampf gegen den Krakengott

Der junge Bergwerksingenieur Leif Langdon hat auf einer Expedition nach Zentralasien erlebt, dass ihn das aussterbende Volk der hellen Uiguren, wikingerartiger Krieger, für die Reinkarnation eines uralten Helden ihres Stammes hält – des unbesiegbaren Dwayanu. Für sie ruft er den furchtbaren Krakengott Khalk’ru und flieht entsetzt, als er seine Tat begreift.

Aber wer Khalk’ru gerufen hat, der muss auch seinem Ruf folgen – und Monate später ruft der Gott Leif, im äußersten Alaska, in einem Tal, das unter einer ewigen Fata Morgana verborgen liegt. Mit der Herrin der weißen Wölfe und dem gewaltigen Schmied Tibur kämpft Leif um die Macht und um das Leben der schönen Evalie, die zum Opfer für Khalk’ru bestimmt ist. Aber der heißeste Kampf tobt in ihm selbst, als Dwayanu, der grausame Krieger der Vorzeit, Macht über seine Seele zu gewinnen beginnt … (Verlagsinfo)
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