Abraham Merritt – Madame Mandilips Puppen (Gruselkabinett 96 und 97)

Die Puppen der Teufelin: übernatürlicher Thriller

New York City 1931: Dr. Lowell ist ein bekannter Facharzt für Neurologie und Geisteskrankheiten, der in einem renommierten Krankenhaus Belegbetten hat. Eines Abends gerät er unversehens in einen Fall, in dem offenbar Kräfte am Werk sind, von denen er nicht geglaubt hat, dass es so etwas überhaupt gibt…

Madame Mandilip ist eine uralte Hexe. Sie erschafft dämonische Puppen, die ihrem Willen gehorchen und die sie als Waffen gegen ihre Feinde einzusetzen weiß… (Verlagsinfo)

Der Autor

Abraham Merritt lebte von 1884 bis 1943 und war als Journalist, Chefredakteur von „The American Weekly“, Immobilienmakler und Schriftsteller tätig. Er verfasste vor allem Fantasy, obwohl er auch SF-Leser und -Autoren stark beeinflusste. Wegen seines Berufs war er sehr beschäftigt, was seinen Ausstoß nicht besonders groß werden ließ. 1917 erschien seine erste Story, 1918 mit „The Moon Pool“ sein erster Roman. Dieser enthielt bereits die Merritt-Standardingredienzien der Aliens und der „Lost Race“, die irgendwo auf unserer Erde im Verborgenen überlebt hat – ähnlich wie King Kong. „The Metal Monster“ (1920) beschreibt ein fremdes Kollektivwesen aus Metallteilchen. „The Face in the Abyss“ erschien zuerst 1923 in „Argosy“ und wurde 1930 um den Teil „The Snake Mother“ erweitert, so dass es 1931 als Fix-up-Novel erscheinen konnte.

Weitere Werke: „The Ship of Ishtar“ (1924/26), „7 Footprints to Satan“ (1928, verfilmt), „The Dwellers in the Mirage“ (1932; dt. bei S. Fischer), „Burn Witch Burn!“ (1932/33), „Creep, Shadow!“ (1934, verfilmt), „The Fox Woman and Other Stories“ (Collection, 1949).

Merritts Einfluss rührte weniger von seinen unoriginellen Handlungsverläufen oder seinem überbordenden Stil her als vielmehr von der wirklich originären Kraft, mit der er sich alternative Welten und Realitäten vorstellen konnte. Sam Moskowitz: „Merritt war das überragende Fantasy-Genie seiner Zeit“ („Explorers of the Infinite, Kap. 12, 1963).

Nichtsdestotrotz war Merritts Prosa wortreich und gefühlsbetont. Wiederholt benutzte er das romantische Frauenbild der Viktorianer (für die eine Frau entweder Jungfrau oder Teufelin war) in den schönen, doch bösartigen Priesterinnen, die bei ihm auftauchen. In seiner Zeit, der Great Depression, drückte er die eskapistische Sehnsucht nach Andersartigkeit und Geheimnissen mit einer emotionalen Kraft aus wie kaum ein anderer.

Die Sprecher/Die Inszenierung

Die Rollen und ihre Sprecher

Dr. Lowell: Hans-Georg Panczak
Dr. Braile: Jan Makino
Schwester Harriet Walters: Antje von der Abe
Julian Ricori: Helmut Krauss
McCann: Dietmar Wunder
Paolo: Louis Friedemann Thiele
Thomas Peters: Marc Gruppe
Schwester Robbins: Reinhilt Schneider
Dr. Hoskins: Bodo Wolf
Madame Mandilip: Doris Gallart
Laschna: Uschi Hugo
Tim Shevlin: Simon Jäger
Larson: Claus Thull-Emden
Costello: Hans Bayer
Mollie: Maria Koschny
Anita: Liv Auhage
Feiner Herr: Kaspar Eichel
Puppen: Johannes Bade, Marcel Barion, Kai Naumann

Regie führten die Produzenten Marc Gruppe und Stephan Bosenius. Gruppe schrieb das Skript und wirkt auch selbst mit. Die Aufnahmen fanden in den Titania Medien Studios, den Planet Earth Studios und im Fluxx Tonstudio statt. Die Illustration trug Ertugrul Edirne bei.

Handlung

In New York City ist der November 1931 ein kalter Monat voller Todesahnungen. Der Mann, der sich in seinem Bericht, Doktor Lowell nennt, befasst sich mit abweichenden Geisteszuständen. Er wird eines Nachts von seinem Assistenten Dr. Braile ins Krankenhaus gerufen, wo er ein paar Betten belegt hat. Mit seinem Auto ist er bald vor Ort. Da stoppt ein anderer Wagen mit quietschenden Reifen vor dem Hospital, und vier Männer steigen aus. Zwei von ihnen stützen einen Mann, der tief bewusstlos zu sein scheint, und ein vierter Mann dirigiert die Aktion. Lowell kennt Julian Ricori als Oberhaupt einer Mafia-Familie.

Lowell lässt den Patienten, den Ricori ihm anvertraut, in eines seiner Betten legen und untersuchen. Dr. Braile und Schwester Harriet Walters verbringen Stunden mit Lowell, um herauszufinden, was mit Thomas Peters, der rechten Hand des Gangsterbosses, nicht stimmt. Peters starrt nur mit offenen Augen an die Decke. Er spricht nicht einmal auf eine Dosis Morphium an. In seinem Blut findet Lowell leuchtende Punkte in den weißen Blutkörperchen. Was hat das alles zu bedeuten?

Peters ist kaum für tot erklärt worden, als er sich verkrampft und sein Gesicht zu einer Grimasse wird. Ein gehässiges Lachen entringt sich seiner Kehle, dann bringt er zusammen. Ricori hat nun erst recht Angst: Er ist bestimmt der Nächste! Doch welcher Feind mag dahinterstecken? „Hexerei“, sagt Ricori. Lowell, der Wissenschaftler, schnaubt nur verächtlich. „Absurd!“

Eine Umfrage unter Kollegen in der Stadt ergibt, dass Peters nur der jüngste Fall in einer Serie von mysteriösen Todesfällen ist, die seit Mai anhält. Lowell fällt auf, dass fast alle mit Kindern zusammenhängen. Peters etwa hatte eine Schwester namens Mollie, die ihre Nichte Anita bei sich aufgenommen hat und mit John Martin, einem von Ricoris Männern, in Kürze ein eigenes Baby erwartet.

Nun stirbt auch Schwester Harriet Walters unter grausigen Umständen. Erschüttert liest Lowell ihr Tagebuch. Alles begann damit, dass sie für ihre Nichte Diana eine schöne Puppe als Geschenk suchte und in diesen neuen Puppenladen am Battery Park ging. Seltsamerweise wurde sie von der jungen Verkäuferin abgewiesen und gewarnt. Doch dann trat die Ladenbesitzerin aus der Werkstatt und Walters vergaß all ihre Sorgen…

Mein Eindruck

Der 1936 als „The Devil Doll“ verfilmte Roman ist ein Thriller mit übernatürlichen Elementen. Letztere werden zwar von der Dramaturgie des Hörspiels hervorgehoben, aber es ist unübersehbar, dass die Mafiagangster Julian Ricoris eine erstaunlich wichtige Rolle spielen. Da Ricori kein Interesse daran hat, in diese Sache, die ihn direkt bedroht, die Polizei einzuschalten, muss Dr. Lowell ständig mit bewaffneten Gentlemen umgehen. Das verleiht der rasanten Handlung eine pikante Würze. Man wartet praktisch nur darauf, dass die Hauptfigur in die Schusslinie gerät.

Hexerei kann nicht sein

Der geschickt von Höhepunkt zu Höhepunkt eilende Plot – der Roman erschien ab 1932 in Fortsetzungen in einem Magazin – gipfelt in einer Begegnung, bei der sich Dr. Lowell, der Ich-Erzähler, selbst in die Höhle der Löwin begibt. Madame Mandilip kann doch nicht wirklich eine Hexe sein, oder? Sein wissenschaftlicher Verstand, auf der seine Glaubwürdigkeit basiert, steht auf dem Spiel. Und Dr. Lowell bringt als Einsatz alles, was er hat, ein. Leider stellt sich heraus, dass seine Gegnerin ihm weit überlegen ist.

Agentin des Bösen

Madame Mandilip ist die Verkörperung des uralten Bösen. Zeitlos ist sie für den Zahn der Zeit unverwundbar, behauptet sie. Woher sie ursprünglich stammt, weiß ihre Dienerin Laschna, ein Waisenkind aus Wien, nicht zu sagen. Doch wo immer Madame hinreiste, um ihren Puppenladen zu eröffnen, starben bald Menschen, verwandelten sich in Puppen und wurden zu ihren willfährigen Robotern. Warschau, Prag, Wien, Berlin – überall fand sie ihre Opfer. Es ist wohl nicht zu verwegen, eine Macht wie Madame Mandilip für den Aufstieg des Faschismus und Antisemitismus in diesen Städten Ende der 1920er, Anfang der 1930er Jahre mitverantwortlich zu machen – im übertragenen Sinne.

Waffen des Bösen

Diese kleinen Roboter, die per Magie aus echten Menschen entstanden, verfügen über zwei Waffen. Sie platzieren eine Strähne, in die neun Knoten geknüpft worden sind, im Umfeld des nächsten Opfers. Der Gangster McCann kennt sich zu Lowells Erstaunen damit aus: Es sei eine Hexenleiter und sie diene dazu, dem Opfer einen Bann aufzuerlegen. Unter diesem Bann täte es dann alles, was die Hexe ihm per Telepathie befehle. Der Bann kann nur durch Verbrennen der Hexenleiter gebrochen werden.

Die zweite Waffe besteht in einer 20 cm langen Stahlnadel, die jede der rund 50 cm großen Puppen in ihrem Körper verbirgt. Von Laschna zum Haus eines der Opfer gebracht fallen die Puppen über das nächste Opfer her, das per Hexenleiter willenlos gemacht worden ist. Man kann sich leicht den dramatischen Kampf vorstellen, als die teuflischen Puppen in Dr. Lowells Haus eindringen und Dr. Braile dazwischengeht…

Liebe vs. Hass

Aus diesen wohlabgewogenen Zutaten ergibt sich eine spannende, gruselige Mischung, in der der Kampf zwischen Gut und Böse ausgetragen wird. Hexerei und Wissenschaft prallen ebenso aufeinander wie Liebe und Hass. Dr. Lowell erhält nämlich Hilfe von der Puppe Schwester Walters. Sie liebte Dr. Braile und fühlt sich verpflichtet, die Hexe, die auch sein Leben bedroht, zu besiegen. Madame Mandilip hat sie wie einst einen gewissen jüdischen Propheten ans Kreuz gebunden, um sie zu foltern. Schwester Walters kommt Lowell in letzter Sekunde zu Hilfe.

Entmenschlichung

Das zentrale Element der Schwarzen Magie Madame Mandilips ist die Entmenschlichung. Der erste Schritt ist die Entkleidung des Modells, der nächste die Nachbildung in Wachs. Anschließend findet die Übertragung der „Seele“ auf die Puppe statt, eine Vorstellung, die allem widerspricht, woran Lowell, der Wissenschaftler, glaubt. Als er den Vorgang an sich selbst erfährt, sieht er sich deshalb in einer sehr misslichen Lage…

Mind Control

„Mind Control“ ist der zentrale Mechanismus, mit dem die Hexe über ihre willfährigen Homunkuli herrscht. Und das Töten ist wahrscheinlich nur die geringste Fähigkeit, zu der sie in der Lage sind. Jede erotische Anspielung war anno 1932 strengstens verboten. Als Lowell die fremde Herrschaft der Hexe über seinen Verstand erlebt, ist er nicht mehr als ein Android: ein Roboter in Menschengestalt. Filmkenner sind sofort an „Metropolis“ aus dem Jahr 1928 erinnert.

Kritik

Je mehr man sich mit dem Roman beschäftigt, desto mehr ent-, ähem, -puppt er sich als warnende Kritik vor der Entmenschlichung und Zweckentfremdung von Menschen, die dem Willen von faschistischen Diktatoren unterworfen werden: Hitler, Franco, Mussolini, Stalin – überall scheint es auf einmal von Alleinherrschern mit teuflischen Absichten zu wimmeln. So muss es dem Autor wohl vorgekommen sein. Perfides Detail: Seine Hexe beschreitet ausgerechnet den Weg der Liebe zu Kindern, um ihre teuflischen Agenten des Bösen unters Volk zu bringen: als Puppen.

Die Sprecher/Die Inszenierung

Die Sprecher

Hans-Georg Panczak spielt den Dr. Lowell als integren Kämpfer für das Gute. Der Held hat nur einen Fehler: Er glaubt nicht an Hexerei. Folglich wird er schließlich eines Besseren belehrt. Sein Assi Dr. Braile, gesprochen von Jan Makino, darf mehr Herz zeigen: Er liebt Schwester Walters. Das macht ihn verwundbar. Wir ahnen, dass ihn schon bald ein tragisches Schicksal ereilen wird.

Antje von der Abe ist als Schwester Walters zwar nur eine Nebenfigur, doch ihr ist eine ganze Szene gewidmet, als Lowell aus ihrem Tagebuch vorliest. In einem schön gestalteten Übergang wird daraus eine Rückblende, die das Finale des ersten Teils bildet – und zugleich das Finale des zweiten Teils ankündigt.

Die Hexe

Die überragende Figur dieses Hörspiels ist die titelgebende Hexe. Doris Gallart spricht die Verkörperung des Bösen beinahe so hinterlistig, wie einst Nina Hagen die Oberhexe in „Chihiros Reise“ gesprochen hat: vordergründig ist sie die nette Tante, aber wenn sie ihre Maske ablegt, zeigt sie ihre wahre Bosheit. Immer wieder ist ihr höhnisches Lachen eingeblendet. Es gibt sogar Überblendungen dieses fiesen Lachens – eine Folge der „Mind Control“.

Die Gangster

Julian Ricori wird von einem Veteranen unter der deutschsprachigen Sprecherriege gestaltet. Helmut Krauss ist die deutsche Stimme von Marlon Brando, Samuel L. Jackson und vielen anderen männlichen Darstellern, denen er seine sonore Stimme geliehen hat. Mit seiner Kunst schafft er es, der Nebenfigur Ricori Gewicht zu verleihen und sie zu einem Motor des Geschehens zu erheben.

Kein Geringerer als Dietmar Wunder, die deutsche Stimme von Daniel „James Bond“ Craig, spricht den Gangster McCann. Der ist die Nummer eins der Gangster und kümmert sich erstens um alles Mögliche wie etwa die Beschattung des Puppenladens, darf aber auch Informationen wie die über die „Hexenleiter“ beisteuern, ohne lächerlich zu wirken. Alle anderen Gangster sind nur Erfüllungsgehilfen. Das lässt Simon Jäger, der den Tim Shevlin spricht, nicht gerade Gerechtigkeit widerfahren. Jäger leiht seine Stimmbänder zahlreichen bekannten Hollywoodschauspielern.

Zwei Frauenfiguren dürfen fairerweise nicht unerwähnt bleiben. Die junge Laschna, Dienerin der Hexe, wird gefühlvoll von Uschi Hugo gesprochen. Unter Lowells Hypnose enthüllt ihre Laschna die Geheimnisse ihrer Herrin. Die zweite Frauenfigur ist Mollie, eine klassische Gangsterbraut (deshalb wird eine Gangsterbraut als „a gangster’s Moll“ bezeichnet). In diesem Hörspiel darf sie aber als gefühlsvolle, trauernde Witwe von John auftreten, einem weiteren Opfer der Hexe. Maria Koschny spricht diese Rolle entsprechend gefühlvoll.

Tja, und wie Puppen klingen, das muss man selbst mal gehört haben.

Geräusche

Die Geräusche sind genau die gleichen, wie man sie in einem realistischen Spielfilm erwarten würde, und die Geräuschkulisse wird in den meisten Szenen mit Andeutungen aufgebaut. Wind heult, Nachtvögel rufen, Türen knarren, Papier raschelt. Moderne Autos, Revolver und Telefone treffen schließlich auf einen Laden aus der Alten Welt, der noch ein altertümliches Glöckchen an der Ladentür bimmeln lässt.

Das steht im harten Kontrast zu dem durchdringenden Klingeln des Telefons, das fortwährend bei Lowell ertönt. Er kann es sogar auf laut stellen, damit andere mithören können – hypermodern! Das Heulen einer Feuerwehrsirene beschließt das Hörspiel. Nicht umsonst lautet der O-Titel „Burn Witch Burn!“.

Musik

Die Musik entspricht nur selten dem Score eines klassischen Horrorfilms, sondern wird vor allem durch eine Klangkulisse aus elektronisch erzeugten Sounds bestritten. Diese unheimlichen Klänge verfehlen ihre Wirkung keineswegs, muss ich zugeben. Ergänzt werden sie von Instrumenten wie Celli, Kontrabässen usw. Der Score endet in einem dramatischen Crescendo.

Musik, Geräusche und Stimmen wurden so fein aufeinander abgestimmt, dass sie zu einer Einheit verschmelzen. Dabei stehen die Dialoge natürlich immer im Vordergrund, damit der Hörer jede Silbe genau hören kann. An keiner Stelle wird der Dialog irgendwie verdeckt.

Das Booklet

… enthält im Innenteil lediglich Werbung für das Programm von Titania Medien. Auf der letzten Seite finden sich die Informationen, die ich oben aufgeführt habe, also über die Sprecher und die Macher.

Im Booklet finden sich Verweise auf die kommenden Hörspiele aufgeführt:

Nr. 98: Theodor Storm: „Der Schimmelreiter“
Nr. 99: Leopold von Sacher-Masoch: „Die Toten sind unersättlich“
Nr. 100: H.P. Lovecraft: Träume im Hexenhaus
Nr. 101: M. R. James: „Verlorene Herzen“

Ab Herbst 2015

Nr. 102: E. F. Benson: Mrs. Amworth (1923)
Nr. 103: Charles Webster Leadbeater: Das ägyptische Parfüm
Nr. 104: Edith Wharton: Allerseelen
Nr. 105: Benjamin Lebert: Mitternachtsweg
Nr. 106: M. R. James: Das Traktat Middoth (vgl. http://en.wikipedia.org/wiki/The_Tractate_Middoth) (1911)
Nr. 107: Sir Gilbert Campbell: Der weiße Wolf von Kostopchin (1889)

Unterm Strich

„Madame Mandilips Puppen“ ist für mich ein überzeugendes Highlight der bald hundertteiligen Serie. Ein spannendes Plot mit Action und Drama wird mit einer gefühlvollen Seite kombiniert, in der das Übernatürliche herrscht. Der ewige Kampf zwischen Gut und Böse wird mit ungleichen Mitteln ausgetragen: Wissenschaft hier, Hexerei dort. Kein Wunder, dass Lowell klagt: „Sie ist uns immer einen Schritt voraus, verdammt!“

Der Autor verkleidet mit seiner ansprechenden Story eine ernste Botschaft: In Europa haben Diktatoren das Ruder übernommen oder sind kurz davor, dies zu tun: Mussolini, Stalin, Franco, schließlich Hitler. Auf keinen Fall darf dies auch in den Vereinigten Staaten passieren – und es gab durchaus eine faschistische, antisemitische Bewegung im Lande.

Nach diesem Hörspiel wird man Puppen nie mehr mit unschuldigen Augen ansehen können. War dieses Püppchen dort auf dem Regal vielleicht mal ein richtiger Mensch, geschrumpft und entseelt durch Madame Mandilip. Und was mag wohl hinter diesem bunten Knopf dort stecken? Vielleicht eine 20 Zentimeter lange Stahlnadel…

Das Hörspiel

Die professionelle Inszenierung, die filmreife Musik und bekannte Stimmen von Synchronsprechern und Theaterschauspielern einsetzt, bietet dem Hörer ein akustisches Kinoerlebnis, das man sich mehrmals anhören sollte, um auch die Feinheiten mitzubekommen.

Die Sprecherriege für diese neue Reihe ist höchst kompetent zu nennen, handelt es sich doch um die deutschen Stimmen von Hollywoodstars wie Daniel Craig (Dietmar Wunder) und Marlon Brando und Samuel L. Jackson (Helmut Krauss). Auch jungen Menschen, die sich einfach nur für spannende Audiokost interessieren, die gut gemacht ist, lässt sich das Hörspiel empfehlen.

Der Autor vergibt: (5.0/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (1 Stimmen, Durchschnitt: 5,00 von 5)

Hinweis: Der Roman wurde mit „Creep Shadow!“ fortgesetzt, das ebenfalls verfilmt wurde.

2 Audio-CDs, 120 Min. Spieldauer
Info: Burn, Witch, Burn!, 1933

www.titania-medien.de

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