Schlagwort-Archive: Lübbe Audio

John Sinclair Classics – Der schwarze Würger (Folge 41)

Die Handlung:

Auf der Geburtstagsfeier des reichen Industriellensohnes Percy Clifton kommt es beinahe zu einer Tragödie, als Percys schüchterner Bruder Dan im Pool zu ertrinken droht. Im letzten Moment rettet Sheila Conolly Dan Clifton aus dem Wasser … doch bald darauf fordert der schwarze Würger auf dem Schloss der Cliftons sein erstes Opfer! (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Diesmal hat sich der Verlag an die Hörspielumsetzung des GESPENSTER-KRIMI-Heftromans mit der Nummer 180 gemacht, der erstmalig am 22. Februar 1977 am gut sortierten Bahnhofskiosk oder manchmal auch in einer Buchhandlung zu bekommen war. Das Titelbild des Hörspielcovers ist dabei eine Neuinterpretation der Thematik.

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John Sinclair – Shao (Teil 2 von 2, Folge 141)

Die Handlung:

Noch immer war mein bester Freund und Partner Suko in Shimadas Höllenschloss gefangen. Würde es mir gelingen, ihn aus den Fängen des Ninja-Dämons zu befreien? Und wie sollte ich ihm erklären, dass Shimada sich in seiner Abwesenheit bereits das nächste Opfer geholt hatte? Es war – Sukos Freundin Shao! (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Ok, dieser zweite Teile der aktuellen Dilogie ist nicht nur aufgrund der Handlung interessant. Die Inhalte der Folge 140 stammten aus Heft 364, das im Juni 1985 erschienen ist und gar kein Teil eines Mehrteilers war. Dieser zweite Hörspielteil lehnt sich laut Verlagsinfo an die Inhalte aus gleich drei Romanheften an. Heft 450 („Sukos Totenfeier“ vom 16.02.1987), 451 („Drei Gräber bis Soho“ vom 23.02.1987) und 456 („Shao – Phantom aus dem Jenseits“ vom 30.03.1987). Wir machen also einen Zeitsprung von zwei Jahren zwischen den Teilen, interessant.

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John Sinclair – Shimadas Höllenschloss (Teil 1 von 2, Folge 140)

Die Handlung:

Würde ich Suko noch einmal lebend wiedersehen? Seit Wochen suchte ich nach einer Spur meines Freundes, den der Ninja-Dämon Shimada durch ein Dimensionstor in sein Höllenschloss entführt hatte. Als ich schon glaubte, dass es nicht mehr schlimmer kommen konnte, schickte mir Shimada die Dämonentrommler – und kurz darauf war auch Sukos Freundin Shao verschwunden! (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Diesmal hat sich der Verlag an die Hörspielumsetzung des Heftromans mit der Nummer 364 gemacht, das erstmalig am 24. Juni 1985 am gut sortierten Bahnhofskiosk oder manchmal auch in einer Buchhandlung zu bekommen war. Das Bild wurde übernommen, beim Titel wurde die aktuelle Rechtschreibung angewandt und „Schloss“ nicht mehr „Schloß“ geschrieben.

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John Sinclair Classics – Der Albtraum-Friedhof (Folge 40)

Die Handlung:

Inmitten des Schwarzwalds nahe einem Friedhof liegt das Waldhotel König, in dem der deutsche BKA-Beamte Will Mallmann seinen Urlaub verbringt. Am Frühstückstisch begegnet er dem sonderbaren Archäologen Xaver Jurc, der in der Umgebung nach Zeugnissen der Etrusker sucht – und kurz darauf steigen die Toten aus ihren Gräbern!(Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Diesmal hat sich der Verlag an die Hörspielumsetzung des GESPENSTER-KRIMI-Heftromans mit der Nummer 176 gemacht, der erstmalig am 25. Januar 1977 am gut sortierten Bahnhofskiosk oder manchmal auch in einer Buchhandlung zu bekommen war. Das Titelbild des Hörspielcovers ist dabei eine Neuinterpretation der Thematik.

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John Sinclair – Werwolf-Omen (Folge 139)

Die Handlung:

Mitten in der Nacht lief mir auf einer einsamen Landstraße das Mädchen Laura Ascot vor den Wagen – und flüchtete in die Dunkelheit! Sekunden später huschte an ihrer Stelle ein Wolf zwischen den hohen Gräsern der Böschung entlang. Ich folgte seiner Spur und geriet in einen Kampf, in dem sich Werwölfe und Vampire als erbarmungslose Gegner gegenüberstanden … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Diesmal hat sich der Verlag an die Hörspielumsetzung des Heftromans mit der Nummer
372 gemacht, das erstmalig am 19. August 1985 am gut sortierten Bahnhofskiosk oder manchmal auch in einer Buchhandlung zu bekommen war.

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Andrea Camilleri – Der Hund aus Terracotta (Lesung)

In einem Waffenversteck der sizilianischen Mafia findet Commissario Montalbano eine unheimliche Szene: ein eng umschlungenes Paar Leichen, bewacht von einem Hund aus Terrakotta.

Des Rätsels Lösung war bereits einmal im deutschen Fernsehen zu erfahren. Wer den Film verpasst hat, kann die Lösung in diesem Hörspiel herausfinden.

Der Autor

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John Sinclair – Albtraum-Comic (Folge 138)

Die Handlung:

Eine einsame, regnerische Nacht in London. Auf dem Heimweg geriet ich in eine Polizeikontrolle und suchte vergeblich nach meinem Dienstausweis… als sich der Uniformierte vor mir in einen Werwolf verwandelte! Im nächsten Moment erhielt ich die Nachricht, dass Bill entführt war – und Sheila tot! Und das war nur der Anfang des morbiden Spiels, das Harold Painter sich für mich ausgedacht hatte… (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Diesmal hat sich der Verlag an die Hörspielumsetzung des Heftromans mit der Nummer
370 gemacht, das erstmalig am 5. August 1985 am gut sortierten Bahnhofskiosk oder manchmal auch in einer Buchhandlung zu bekommen war.

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John Sinclair Classics – Die Killerpuppen (Folge 39)

Die Handlung:

Die Neuinszenierung des antiken Dramas um die Kindsmörderin Medea geriet zum Triumph für den Autor und Regisseur Rick Torkano und seine Frau, die Schauspiellegende Diana Torkano. Doch hinter der Fassade des erfolgreichen Paares lauerte der Abgrund – denn die Killerpuppen erwachten zum Leben und suchten sich ihre Opfer! (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Diesmal hat sich der Verlag an die Hörspielumsetzung des GESPENSTER-KRIMI-Heftromans mit der Nummer 172 gemacht, der erstmalig am 28. Dezember 1976 am gut sortierten Bahnhofskiosk oder manchmal auch in einer Buchhandlung zu bekommen war. Das Titelbild des Hörspielcovers ist dabei eine Neuinterpretation der Thematik und erinnert an einen Bühnenauftritt der Band KRAFTWERK aus den 1980ern.

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Janson, Christine / Geissler, Dana – Just4Women: Erotikbox 1

_Erotik zwischen Lachkrampf und Tiefenentspannung_

Im März 2003 begann die „erste erotische Hörspielserie für Frauen“ und mittlerweile sind es schon über ein halbes Dutzend Abenteuer in Amors Gefilden, in denen sich die vier Hauptfiguren Moni, Cora, Annica und Sylvia mit meist, aber nicht immer männlichen Partnern verlustieren dürfen. Die erste Erotikbox in pinkfarbenem Plastikherz kostete immerhin 24,90 Euro. Aber da waren auch Badekerzen mit Lavendeldurft drin.

Nun vertreibt Lübbe die CDs des Kölner Herstellers „Sounds of Seduction“ exklusiv. Das erste Abenteuer auf den drei CDs ist aber nicht wie ursprünglich „Frauenabend“, sondern „Sexperimente“. |Dabei geht es um Monis und Coras aufregende Erlebnisse in einem außergewöhnlichen Erotikclub. Moni und Michael geben sich – zugegebenermaßen nach einigen Startproblemen – einer heißen Nacht mit einem anderen Pärchen hin. Vor allem Moni kommt dabei voll und ganz auf ihre Kosten, und für sie steht nach diesem Ausflug fest: das war nicht der letzte Ausflug in ein Etablissement dieser Art… Aber Vorsicht, Moni, Suchtgefahr …| (Verlagsinfo)

|“Online-Liebe“ – das ist der Titel der zweiten CD unserer EROTIKBOX. Auf dieser kannst du erleben, wie Annica in einem außergewöhnlichen Chat mit einem Yogi-Meister Erfahrungen im indischen Liebes-Tantra sammelt. Sehr anregend! Sylvia hingegen stellt bei ihrem ersten Blind-Date fest, dass es online gar nicht einfach ist, zwischen Fröschen und Prinzen zu unterscheiden. Dieses erste Date ist nämlich eher zum Augen verschließen – obwohl, aufregend wird es dann doch. Und das nicht nur für Sylvia!| (Verlagsinfo)

Die dritte Silberscheibe ist „eine Ratgeber-CD, die in Zusammenarbeit mit Christine Janson, der Autorin und bekannten Expertin in Fragen weiblicher Sexualität, zusammengestellt“ wurde. |“Diese CD enthält praktische Tipps und Anregungen zu den Abenteuern unserer vier Freundinnen und ist ab jetzt Bestandteil jeder Box. Was sollte ich bei einem Besuch in einem Erotikclub beachten? Wo finde ich die Top-Adressen Deutschlands? Und wo tummeln sich die Traumprinzen im Internet?“| Danach will frau das sicher gleich selbst ausprobieren.

_Die Autorin_

Das Drehbuch zur ersten Folge „Frauenabend“ schrieb laut Pressemitteilung noch die Sprecherin und TV-Schauspielerin Dana Geissler. Doch danach hat Christine Janson diese Rolle übernommen. Sie tritt hier auch als Ratgeberin auf. Auf der Webseite http://www.just4women.de kann man mehr über sie, die Figuren und den eigenen Persönlichkeits-Typ erfahren. Bilder gibt’s dort ebenfalls für den Download.

_Die SprecherInnen und ihre Rollen_

Wie gesagt ist Dana Geissler die bekannteste Sprecherin. Sie trat in „Tatort“, „Die Sitte“, „Die Wache“ und „Hausmeister Krause“ auf. Sie spricht MONI (32): freiberufliche Werbekauffrau, seit zehn Jahren mit Michi (38) verheiratet und Mutter zweier Kinder, Max und Lisa. Moni hat bislang nicht experimentiert und ist ängstlich.

CORA wird gesprochen von Eva-Maria Hardt. Sie ist die Powerfrau, wie sie im Buch steht. Sie übernimmt gerne das Kommando, kann sich aber auch hingeben.

ANNICA wird gesprochen von Anne Fink. Sie ist die „Cosmopilitin“ (= |Cosmopolitan|-Frau?) der Gruppe.

SYLVIA wird gesprochen von Birgit-Karla Krause. Sie ist die Romantikerin, die schon mal gerne nach Indien abdüst und gerne Tantra-Sex hätte.

Desweiteren tritt eine Liebesgöttin im Chat auf. Natürlich gibt es auch männliche Sprecher. Lustig ist die Formulierung des Herstellers dazu: „Bei der Auswahl der männlichen Stimmen wurde besonders großer Wert darauf gelegt, weiblichen Fantasien zu entsprechen.“ Es treten auf: ein Schlossbesitzer (Pat Murpy), der „Tantrameister Nr. 21“ (Volker Wolf) und diverse andere Zeitgenossen.

Der Titelsong „Girlfriends“ wird von Soleil Niklasson gesungen. Für den guten Ton sorgten Peter Harrsch und Rick Schepker. Regie und Musik oblagen Ingo Gregus. Für die Idee zeichnet Ralf Pispers verantwortlich, und wenn man sich die Anzahl der Episoden von „Just4Women“ anschaut, scheint es eine ziemlich erfolgreiche Idee gewesen zu sein.

_Handlung von „Sexperimente“_

Werbekauffrau Moni (s.o.) ist seit elf Jahren mit Michi, 38. verheiratet und hat mit ihm zwei Kinder. Es könnte nicht besser laufen, gäbe es da nicht eine Sache: Er beschwert sich, ihr würde nie etwas einfallen, um ihren Sex ein wenig aufzupeppen. Als ihre Freundin sie fragt, wovon sie denn träume, dann nur von einer Amazone, die Männer kastriert. Offensichtlich muss etwas passieren.

Moni fragt Cora, die Powerfrau, um Rat. Es wird deutlich, dass Moni nicht weiß, was sie anmacht. Aber der alte 08/15-Sex ist es sicher nicht. Cora hingegen hat die Fantasie, auf eine Schlossparty zu gehen, mit nichts unter ihrem Umhang als einem Paar Stiefeln. Sie lädt Moni und Michi zu so etwas ein. Die Mega-Frage ist jedoch: Was soll Moni nur zu so einem solchen Event anziehen? Die Corsage, die sie im Erotikshop anprobiert, schnürt ihr bloß die Luft ab. Das ist wohl nicht ganz das Richtige.

Als sie jedoch endlich am Schloss angelangen, das versteckt mitten in der Botanik liegt, erweist sich alles dort als ein wenig entspannter, als Moni befürchtet hat. Sie und Michi lernen ein erfahreneres Paar kennen: Marc und Tanja. Sie geben ihnen das Gefühl, dass es klappen könnte. Und so lassen sie sich auf ein Beisammensein ein, das sich als viel schöner erweist, als Moni erwartet hat.

Doch Cora ist unterdessen auf einer ganz anderen Wellenlänge. Kuschelsex ist noch nie ihr Ding gewesen. Als ein Mann im Armani-Anzug ihrem Blick standhält und sie zu einem besonderen Sexspiel einlädt, sagt sie nicht nein. Neugierig folgt sie ihm in den Keller. Hinter einer Eisentür liegt ein stilecht eingerichtetes Verlies …

_Mein Eindruck_

Warum nicht aus der Routine und dem Alltagstrott ausbrechen, warum nicht etwas Besonderes im Sexleben erfahren? Aber man sollte die Abenteuer von Cora, Moni und Co. nicht auf die Goldwaage legen. Es handelt sich um eine Erotik-Soap, die unterhalten soll. Immerhin kommt auch nicht die Psychologie zu kurz, und Informationen werden durch das Hintertürchen eingeschleust – siehe auch die Ratgeber-CD, wo Tipps zu genau solchen Schloss-Partys zu finden sind.

Positiv fiel mir an dieser Episode auf, dass Moni eine Menge Hemmungen und Ängste zu überwinden hat, bevor sie sich endlich mit einem anderen Pärchen einlässt. Von Buschheuers sächsischem „Bärschn-Säggs“ (vgl. [„Ruf! Mich! An!“)]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1338 ist hier also nicht die Rede. Dafür ist Coras Abenteuer mit dem Armani-Mann umso komischer.

_Handlung von „Online-Spiele“_

Sylvia, die Romantikerin, hat seit ihrer Trennung von dem Architekten Rolf – er hat sie verlassen – Trost in Online-Chats und Partnersuche-Foren gefunden. Sie hat herausgefunden, dass Frauen dort unheimlich begehrt sind. Zurzeit hat sie zwei Favoriten: den charmanten Peter und den jugendlichen Tobias. Als ihre Freundin Annica, die Sängerin, kommt, um sich um ihren Sohn Moritz zu kümmern, hat Sylvia Zeit, sich mit Tobias zu treffen.

Tobias stellt sich als übergewichtiger Computerfreak Ende vierzig heraus. Das ist noch nicht das Schlimmste: Er empfiehlt ihr ebenfalls eine kleine Abnehmkur. Und was er über Informatik quasselt, hört sie nur mit halbem Ohr. Am Ende des Dates erweist er sich als Knauser und Pedant. Ganz geknickt geht sie erst einmal durch den Park, um auf andere Gedanken zu kommen.

Unterdessen hat sich Annica, während Moritz schläft, an Sylvias PC niedergelassen und chattet fröhlich im Netz. Besonders interessiert sie sich für „Tantrameister Nr. 21“, der mit ihr eine heiße Einswerdung-Session abzieht, sich aber beim Austausch von Kontaktdaten plötzlich recht zugeknöpft zeigt. Seine Frau und Kinder sollen ja nichts davon mitbekommen …

Als am nächsten Tag Peter bei Sylvia anruft, überrumpelt er sie mit einer Einladung in ein italienisches „Restaurant“. Es entpuppt sich als Sphaghetteria, aber weil es gleich bei ihm um die Ecke liegt, erweist es sich als strategisch günstig gelegen. Obwohl er sich mit der Zunge dauernd über die Lippe leckt wie ein Salamander, erliegt sie seinem Charme und lässt sich mit zu ihm in die Wohnung nehmen. Alles ist genau richtig, bis er schließlich mit einem ganz speziellen Wunsch herausrückt …

Ihre Freundin, der sie alles brühwarm erzählt, ist total wütend, dass Peter Sylvia so ausgenutzt hat. Schließlich hat Moni gerade selbst genug Frust zu verarbeiten. Da war dieser Paul, mit dem sie und ihr Mann Michi einen flotten Dreier anbahnen wollten. Aber dass er sich dauernd über mit der Zunge über die Lippen fuhr, hat sie so abgetörnt, dass sie es bleiben ließen.

Da fährt der Schreck Sylvia in die Glieder, und sie bricht in Tränen aus: Das ist ja „ihr“ Peter, der sich seit dem Date nicht mehr gemeldet hat! Die vier Freundinnen beschließen, dass es auf Peters Verhalten nur eine Antwort geben kann: Rache! Und Cora weiß auch schon, wie sie es Peter heimzahlen kann …

_Mein Eindruck_

Diese Episode weist so viele Klischees auf, dass es entweder oberpeinlich oder schon wieder trashig gut ist. Annica zappt auf ihrer Suche nach dem Traummann über die Chat-Sites von vielen Fröschen, die sich als Prinzen ausgeben. Doch kaum haut sie dem Prinz mal aufs Maul, quakt schon der Frosch hervor. So geschehen mit dem „Tantrameister Nr. 21“ – allein schon der Username ist der Witz.

Richtig komisch wird’s natürlich, wenn das Tantraritual in allen sinnlichen Einzelheiten durchgespielt wird. Derartige PC-Freuden hatte ich mit meiner Microsoft-Maus noch nie. Ein Glück, dass Annica die Sache zwischen Yoni und Lingam sofort kapiert hat. Aber was hat das mit einem Mantra zu tun, stutzt sie. Darauf er: „Blas ihn einfach!“ Manchmal hilft eben das beste Tantra-Indisch nichts. Auch abgedroschene Ausdrücke wie „Lustgrotte“ und „Zauberstab“ – gemeint ist „seine harte Göttlichkeit“, klar? – wirken sehr komisch. Aber was soll’s? Hauptsache, „ihr Nektar fließt“, oder?

Die Krönung der Episode ist natürlich das Desaster mit dem falschen Fuffziger namens Peter – oder Paul, wenn man Moni glauben darf. Dass die arme Sylvia ihren „Busch“ opfern muss, um Erfüllung zu finden – eine Sauerei! Dass er nichts mehr von sich hören lässt – so ein Hallodri! Und dass Rache Blutwurscht ist, dürfte wohl klar sein. Cora, Spezialistin für Powerspielchen, fällt dazu auch gleich der erfolgverheißendste Plan ein. Long live Eva.

_Die Ratgeber-CD_

Unsere Sexpertin vor Ort ist Sara, gesprochen von Nicole Engeln. Sara hat für uns eine Reihe von Leuten vors Mikro geholt, die in Sachen Erotik interessante Angebote machen. (Die Webadressen aller Interviewpartner sind in der Box hinter der CD #3 abgedruckt.) Da ist zunächst die Agentur „EroLuna“, die Workshops und Partys einrichtet, auf denen Kunden ihre individuellen Phantasien umsetzen können. Mit der Originalität dieser Phantasien ist es aber nicht weit her: Der Maskenbal ist exakt aus Stanley Kubricks Film [„Eyes Wide Shut“]http://www.powermetal.de/video/anzeigen.php?id__video=297 kopiert. Zitate aus dem Drehbuch sollen die „Authentizität“ belegen. Auch nicht besonders originell ist die Gigolo-Party im Spreewald auf Schloss Milkersdorf.

Ewige Megafrage ist natürlich: Was ziehe ich (als Frau) für meine erotische Phantasie an? Expertin hierfür ist Gala Block, eine Designerin und Besitzerin des Webshops „Samt & Seide“. Sehr begrüßenswert ist der Tipp, möglichst unverwechselbar zu werden und zu seiner eigenen Weiblichkeit zu stehen. Gar nicht so einfach umzusetzen. Block gibt sogar offen zu, dass erotische Bekleidung für Männer Mangelware sei. Ein guter Tipp: Niemals den Partner fragen, was einem steht.

Da eine der Hörspiel-Episoden „Online-Spiele“ heißt, bietet es sich an, auch die Partnersuche im Internet mal unter die Lupe zu nehmen. Kenntnisreicher Interviewpartner für dieses Thema ist Oliver Zschau vom JoyClub, der offenbar allen und jedem offen steht, auch Leuten, die „nur“ Freundschaft suchen. Der Klub überprüft nach Zschaus Angaben auch so genannte Foto-Fakes, die immer mal wieder auftauchen, um nichts ahnende Kunden zu täuschen. Für eigene Angebote werden ebenso Tipps gegeben wie für das Verhalten im Online-Chat. Ehrlichkeit, Höflichkeit und Freundlichkeit haben oberste Priorität: Na, da hätten sich unsere Opas aber gefreut. Suspekt ist wohl eher der Tipp, im Zweifel lieber der eigenen (weiblichen) Intuition zu vertrauen.

Letzter Punkt auf der Tagesordnung ist eine „erotische Tiefenentspannung“ in der Länge von rund 15 Minuten. Ich hab’s ausprobiert. Es handelt sich um eine stinknormale Entspannungsübung. Was daran „erotisch“ sein soll? Vielleicht die suggestive Stimme der Trainerin.

_Mein Eindruck: CD 3_

Die Ratgeber-CD bietet also vier Interviews und eine Menge Tipps, die gar nicht zu verachten sind. Insbesondere die Empfehlungen für die Teilnahme an Online-Chats auf Sites, wo sich Leute kennen lernen wollen, sind beachtenswert, besonders um Missbrauch und Täuschung zu entgehen. Selbst wenn sie hin und wieder banal erscheinen sollten – man kommt heute durch die Reizüberflutung so selten zum Denken, dass man auf diese Regeln nicht so schnell von alleine gekommen wäre.

Die Gigolo-Party und den Maskenball kann man sich im Real-life geben, wenn man zu viel Geld und Zeit hat. Von Originalität ist dabei wenig zu sehen: Solche Kopien aus einschlägigen „Eyes Wide Shut“-Szenen gibt es wahrscheinlich bereits weltweit. Die Übung zur Tiefenentspannung kann man sich höchstwahrscheinlich auch auf jeder entsprechenden CD im Kaufhaus für fünf Euro besorgen.

_Die Sprecher_

Während die Sprecherinnen – zumindest für mich als Mann – alle ganz natürlich und passend klingen, kommen fast alle Männer recht unnatürlich und gekünstelt herüber. Das hängt allerdings auch oft mit den behämmerten Dialogzeilen zusammen, die sie sprechen müssen. Ist die Episode „Sexperimente“ noch durchaus erträglich, so wird „Online-Spiele“ zu einer Parodie, die keinerlei Anstrengungen unternimmt, das Lächerliche und Satirische in ihrem Ansatz zu verdecken. Da fällt es frau allerdings, sollte mann meinen, schwer, diese Warnungen ernst zu nehmen. Ganz besonders dann, wenn sich alle Prinzen als Frösche erweisen.

Der Sound kann sich durchaus hören lassen. Harrsch und Schepker (s.o.) haben gute Arbeit geleistet. Die Toneffekte, die sie einsetzen, machen sich besonders in der Episode „Online-Spiele“ bemerkbar. Da klappert die Tastatur, da klickt die Maus, und das Chat-Programm gibt fiepende Töne von sich.

So weit, so schön. Dann beginnen die Chats. Jetzt wird’s peinlich, ganz besonders dann, wenn sich „Tantrameister Nr. 21“ so richtig ins Zeug legt. Zu indischen Klängen und dem Singsang eines Yogi (oder was auch immer) stöhnen Annica und Tantramann um die Wette. Ich hätte mich am liebsten auf dem Boden gekringelt, bin aber meiner Chronistenpflicht gefolgt und habe fleißig protokolliert.

Wie klingt es eigentlich, wenn die Muschi rasiert wird? Das fragte ich mich, als ein entsprechend realistisch klingen sollendes Geräusch aus den Lautsprecherboxen in meinen Gehörgang drang. Da ich meine Zweifel an solcherlei Realismus habe, sollte ich wohl doch alsbald eigene Sexperimente in dieser Richtung anstellen.

Immer wieder taucht der penetrante Themensong „Girlfriends“ auf, wahrscheinlich nur deshalb, weil darin die Zeile „Just for women“ vorkommt, die der Serie ihren Titel gegeben hat. Die Sängerin ist eine Könnerin ihres Fachs, aber so häufig wollte ich sie nun wirklich nicht hören. Immerhin: Der Song füllt die Pausen, stimmt auf die Episode ein und am Schluss der 3. CD wird er sogar in seiner vollen Länge von rund drei Minuten ausgespielt. Irgendwie musste die CD ja gefüllt werden.

_Unterm Strich_

Ja, ja, die Erotik. Diese Box führt einen durch einige emotionale Höhen und Tiefen, und eine davon ist ein Lachkrampf, die andere eine Totalentspannung. (Was davon nun eine Höhe und was eine Tiefe ist, müsst ihr selbst bestimmen.) Konnte mir die erste Episode noch recht gut gefallen, so erschien mit die zweite als Parodie ihrer selbst. Die Ratgeber-CD von „Sexpertin“ Engeln ist durchwachsen, bietet aber für den unbedarften Einsteiger in Erotik-Events und Online-Partnersuche einige nicht zu verachtende Empfehlungen.

Da dies nun „Erotikbox Nr. 1“ bei |Lübbe| ist, stellt sich die Frage, wieso man keine vernünftige Einführung bekommt, die den Hörer über a) die vier Hauptfiguren und b) das bisher Geschehene aufklärt. Denn dass Episode Nr. 1 nicht der Beginn der Serie ist, lässt sich leicht aus der zugehörigen Liste auf der Webseite http://www.just4women.de ersehen. Dort ist als 1. Episode „Hausfrauenabend“ angegeben. Ob sich dahinter eine Tupperparty versteckt, habe ich nicht nachgeprüft. Aber ein Besuch der Webseite lohnt, denn hier finden sich alle Infos, die man über die Hauptfiguren sucht – und obendrein jede Menge Downloads sowie Hörproben.

Grundsätzlich hat die Serie ihren Reiz, denn auf eine Erotikserie ähnlichen Kalibers dürften wir im Free-TV wohl noch fünf bis zehn Jahre warten müssen, auf Premiere vielleicht nur noch ein bis zwei. Wer sich keine Schmöker à la „Geschichte der S.“ mehr reinziehen möchte, in denen eh nur die Klischees wiedergekäut werden, der ist hier an der richtigen Adresse. Lachkrampf inklusive.

|220 Minuten auf 3 CDs|

John Sinclair – Kampf um Lady X (Teil 2 von 2, Folge 137)

Die Handlung:

Gemeinsam mit dem Pfähler Frantisek Marek hatte ich den Vampir-Express stoppen können – doch der Anführer der Vampir-Sippe Boris Bogdanovich war uns entkommen. In einem Wohnmobil folgten wir Bogdanovich nach Petrila … und stießen auf eine alte Gegnerin, die wir längst totgeglaubt hatten! (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Diesmal hat sich der Verlag an die Hörspielumsetzung des Heftromans mit der Nummer
343 gemacht, das erstmalig am 28. Januar 1985 am gut sortierten Bahnhofskiosk oder manchmal auch in einer Buchhandlung zu bekommen war.

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John Sinclair – Vampir-Express (Teil 1 von 2, Folge 136)

Die Handlung:

In Wien startet unter der Schirmherrschaft des Künstlers Karl Hubert zu Eisenstein ein ungewöhnlicher Sonderzug Richtung Osten: der Vampir-Express! Zahlreiche Reisende, darunter Lady Sarah Goldwyn, erhoffen sich ein Vergnügen der ganz besonderen Art. Doch was sie erwartet – ist das nackte Grauen! (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Diesmal hat sich der Verlag an die Hörspielumsetzung des Taschenbuchs mit der Nummer
38 gemacht, das erstmalig am 15. Mai 1984 am gut sortierten Bahnhofskiosk oder manchmal auch in einer Buchhandlung zu bekommen war. Dies ist der erste Teil des „Wir holen Lady X zurück“-Zweiteilers, der in der nächsten Folge fortgesetzt wird.

John Sinclair – Vampir-Express (Teil 1 von 2, Folge 136) weiterlesen

John Sinclair Classics – Die Totenkopf-Gang (Folge 38)

Die Handlung:

Vampire, Ghouls, Werwölfe, Sensationen! – Wir hatten die Dämonenhorden des Zirkus Luzifer vernichtet, aber sein Anführer, der geheimnisvolle Mandarin, war ebenso untergetaucht wie sein Helfershelfer Lui Latero, der Messerwerfer. Schon bald sahen wir uns wieder – als die Totenkopf-Gang des Mandarin London terrorisierte! (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Diesmal hat sich der Verlag an die Hörspielumsetzung des GESPENSTER-KRIMI-Heftromans mit der Nummer 160 gemacht, der erstmalig am 5. Oktober 1976 am gut sortierten Bahnhofskiosk oder manchmal auch in einer Buchhandlung zu bekommen war. Das Titelbild des Hörspielcovers ist dabei eine Neuinterpretation der Thematik, die aber weniger vom ursprünglichen Heftroman-Cover abweicht als für die CLASSICS-Serie sonst üblich.

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Hohlbein, Wolfgang – Tage des Wahnsinns

_Panik im Wald: Angriff des Baumdämons!_

Auf der Fahrt von Schottland nach London geraten Robert Craven, H. P. Lovecraft und ihr Begleiter Rolf in eine Falle der Großen Alten: Ein Baumdämon oder Shoggote hat Besitz von dem Wald ergriffen, den sie durchqueren müssen, und lockt sie in ein verfallenes Jagdhaus. Er will ihnen das Buch „Necronomicon“ abnehmen. Zu spät erkennen sie, dass kein Weg mehr hinausführt. Dem Hexer bleibt keine Wahl: Er muss sich dem Kampf gegen die Kreatur stellen.

Das Hörbuch ist mit Rockmusik der Band „Andara Project“ angereichert. Es handelt sich aber nicht um ein Hörspiel. Das würde verteilte Rollen und eine Theaterdramaturgie erfordern.

_Der Autor_

Wolfgang Hohlbein hat sich seit Anfang der achtziger Jahre einen wachsenden Leserkreis in Fantasy, Horror und Science Fiction erobert und ist so zu einem der erfolgreichsten deutschen Autoren geworden. Zuweilen schreibt er zusammen mit seiner Frau Heike an einem Buch. Er lebt mit ihr und einem Heer von Katzen in seinem Haus in Neuss. (keine Verlagsinfo)

_Der Sprecher_

Jürgen Hoppe, 1938 in Görlitz geboren, ist Rundfunk- und Fernsehjournalist sowie Sprecher, Autor, Moderator und Korrespondent verschiedener Sendeanstalten. Sein facettenreiches Talent stellte er bei der Interpretation unterschiedlichster Texte unter Beweis. (Verlagsinformation)

Der Text wurde von Albert Böhne bearbeitet, der auch als Regisseur, Tonmeister, Produzent und Sänger fungierte.

Der Sprecher des Prologs ist Dirk Vogeley. Der Gesang stammt u. a. von Albert Böhne, Nicole Rau und Steve Whalley („The age of damnation“). Die Band heißt „Andara Project“.

_Der Autor Howard Phillips Lovecraft und sein Cthulhu-Mythos_

Howard Phillips Lovecraft (1890-1937) wird allgemein als Vater der modernen Horrorliteratur angesehen. Obwohl er nur etwa 55 Erzählungen schrieb, hat sein zentraler Mythos um die Großen Alten, eine außerirdische Rasse bösartiger Götter, weltweit viele Nachahmer und Fans gefunden, und zwar nicht nur auf Lovecrafts testamentarisch verfügten Wunsch hin.

Aber Lovecrafts Grauen reicht weit über die Vorstellung von Hölle hinaus: Das Universum selbst ist eine Hölle, die den Menschen, dessen Gott schon lange tot ist, zu verschlingen droht. Auch keine Liebe rettet ihn, denn Frauen kommen in Lovecrafts Geschichten praktisch nur in ihrer biologischen Funktion vor, nicht aber als liebespendende Wesen oder gar als Akteure. Daher ist der (männliche) Mensch völlig schutzlos dem Hass der Großen Alten ausgeliefert, die ihre Welt, die sie einst besaßen, wiederhaben wollen. Das versteht Lovecraft unter „kosmischem Grauen“. Die Welt ist kein gemütlicher Ort – und Einsteins Relativitätstheorie hat sie mit in diesen Zustand versetzt: Newtons Gott ist tot, die Evolution eine blinde Macht, und Erde und Sonne sind nur Staubkörnchen in einem schwarzen Ozean aus Unendlichkeit.

_PROLOG_

Eine ernste Stimme (Dirk Vogeley) klärt den Hörer darüber auf, was es mit den Großen Alten auf sich hat und dass mit ihnen grundsätzlich nicht gut Kirschen essen ist. Vor Millionen von Jahren beherrschten sie die Erde, doch ihre Sklaven rebellierten. Die Großen Alten schlugen den Aufstand nieder, aber nur unter Opfern, denn sie weckten die Älteren Götter, die sie bekriegten. Die Älteren Götter verbannten die Großen Alten in die finstersten und ungemütlichsten Ecken des Universums, einer jedoch schlummert in der Tiefe der Ozeane, im vergessenen R’lyeh: Cthulhu!

Eine düstere Stimme prophezeit: „Doch das ist nicht tot, was ewig liegt, bis dass der Tod die Zeit besiegt.“

_Handlung_

Die Handlung schließt direkt an das vorhergegangene Hörbuch „Das Haus am Ende der Zeit“ an. Die drei okkulten Abenteurer Howard Phillips Lovecraft, Robert Craven und ihr Begleiter Rolf haben sich vor den aufgebrachten Bewohnern des schottischen Fischerdorfes Durness in Sicherheit bringen müssen: Sie sprangen in das Hafenbecken, doch als angezündetes Petroleum auch das Wasser im Hafen erhitzte, wurde ihre Lage im wahrsten Sinne des Wortes brenzlig.

Dennoch konnten sie sich retten, und während das Feuer ein Haus nach dem anderen niederbrennt, verstecken sie sich in einem Hinterhof. Als Verfolgte können sie aber hier nicht ewig bleiben, sondern müssen mit etwas Hilfe raus aus dem Dorf. Ende November herrschen hier bereits Minusgrade, und Rolf in seinen nassen Klamotten zeigt als erster Anzeichen eines Fiebers. Und Craven muss das „Necronomicon“, das er bei sich trägt, in Sicherheit bringen. Außerdem will er seine Verlobte Priscilla besuchen.

Craven gewinnt die Hilfe der Mutter jenes Mädchens (Sally), das er von dem Einfluss der Großen Alten befreit hat. Miss Wyndham lässt sich überzeugen, dass er kein Hexer sei und besorgt eine Kutsche, mit der sie alle Durness verlassen können. Sie sagen dem Kutscher, McMurdoch, dass sie 30 Meilen weiter wollen, nach Batty Hill, um einen Arzt für Rolf zu suchen. McMurdoch kennt eine Abkürzung durch den Wald. Sie hätten nicht auf ihn hören sollen.

Dieser Wald entpuppt sich nämlich als von etwas heimgesucht, das Finsternis und Tod verbreitet. Durch die Bäume führt eine Schneise wie ein Tunnel von Norden nach Süden. Als die Kutsche im Morast stecken bleibt, müssen alle aussteigen. Ein nahes Jagdhaus bietet Obdach, selbst wenn es nur eine Ruine ist und nach Fäulnis stinkt.

McMurdoch schreit auf. Er hat im ersten Stock hinter einem Schreibtisch die Leiche eines Mannes entdeckt. Von der Hüfte abwärts ist er in grauen Schleim gehüllt, als kröche eine riesige Amöbe an ihm hoch. Es ist ein Shoggote, ein Diener der Großen Alten. Was hat der hier zu suchen? Da fällt draußen ein Schuss, das Geländer der Treppe zum oberen Stockwerk wird schwer beschädigt.

Als fünf Bewaffnete hereinstürmen, erkennt der Kutscher nur Brennan wieder, der ihm aus Sorge um ihn nachgeritten ist. Und er will die beiden Hexer umlegen! Doch McMurdoch und Miss Wyndham setzen sich für die beiden Bedrohten ein und zeigen, dass es hier bereits eine sehr merkwürdige Leiche gibt. Wozu noch mehr davon produzieren?

Der schockierte Brennan rennt entsetzt nach draußen vor die Tür, doch da werden die Wurzeln und Äste der Bäume lebendig und packen ihn, brechen ihm die Knochen. Seine Schreie ersticken. Offensichtlich werden die Insassen des Jagdhauses von einem Baumdämon bedroht, in dessen Falle sie nichts ahnend getappt sind. Und der Dämon reagiert äußerst allergisch auf Schüsse und Axthiebe …

_Mein Eindruck_

Dies ist der erste von zwei Handlungshöhepunkten, die das relativ kurze Hörbuch aufweist. Der zweite folgt später und dreht sich um Priscilla. In beiden großen Szenen geizt das Geschehen nicht mit Action. Im Kampf mit dem Baumdämon besteht natürlich die große Frage darin, wie man einem solchen Riesenbiest beikommen kann, das man nicht erschießen und nur sehr begrenzt abhacken kann. Natürlich mit Feuer, aber auch das nur punktuell, quasi mit Nadelstichen gegen einen Elefanten. Endlich kommt Craven auf den Trichter: Könnte man nicht Übernatürliches mit Übernatürlichem bekämpfen? Ganz recht, Herr Craven.

In der zweite Szene, die im Keller einer psychiatrischen Klinik stattfindet, stößt Craven auf mehrere Überraschungen: a) Scotland Yard ist auch schon da, und b) seine geliebte Priscilla beugt sich gerade mit einem Dolch über eine wehrlose junge Frau, die nackt auf einer Art Altar liegt, und c) wird Craven sofort von einem Mann angegriffen, der offenbar Priscilla in seine geistige Gewalt gebracht hat. Da kann man dem guten Craven nur die Daumen drücken und auf ein gutes Ende des erbitterten Zweikampfes hoffen.

Wie man sieht, ist auch diesmal das Handlungsschema denkbar einfach: Gefahr erscheint, Gefahr wird erkannt, Gegenmittel wird gefunden, Gefahr gebannt. Ob nun wild gewordene Bäume und Wurzeln oder auch in Trance verfallene schöne Damen – stets weiß Craven oder einer seiner Freunde Rat und Hilfe.

_Der Sprecher_

Der über 66 Jahre alte Sprecher Jürgen Hoppe verfügt immer noch über eine durchaus kräftige Stimme, die er wirkungsvoll einzusetzen weiß. Zwar ist seine Modulationsfähigkeit nicht so ausgeprägt wie etwa bei Kerzel und Pigulla, doch die Kraft seines Ausdrucks trägt besonders bei dramatischen Stoffen zur Wirkung der Geschichte bei. Ein Horrorstoff wie „Tage des Wahnsinns“ mit seinen zahlreichen dramatischen Konfrontationen bietet sich hierfür geradezu an. In eingeschränktem Maße kann er seine Stimme verstellen. So verleiht er beispielsweise Brennan, dem Anführer der Bewaffneten, eine krächzende Stimme. Offenbar ist Brennan nicht nur starker Raucher, sondern auch noch dem Whisky sehr zugetan.

_Die Musik_

Das Hörbuch weist einen erstaunlich hohen Gehalt an Musik auf. Schon der Prolog weist Hintergrundmusik auf, dann folgt in der Pause ein längeres Stück professionell produzierten Mystic oder Gothic Rocks. Später folgen auch Songs, gesungen von Steve Whalley und anderen (s.o.).

Über die Qualität von Songtexten auf Hörbüchern kann man sich streiten, so etwa über Kunzes Stück „Der weiße Rabe“ auf den Poe-Hörspielen Lübbes. Bei Böhnes englischen Texten ist jedenfalls weitaus weniger zu verstehen, worum es geht. Das liegt aber nicht an der Aufnahmequalität, sondern vielmehr an der leisen Wiedergabe auf meiner Stereoanlage. Ich empfand ansonsten die häufig in den dramatischen Szenen eingesetzte Hintergrundmusik nicht als aufdringlich oder gar störend, sondern vielmehr als passend.

Allerdings fragt sich manchmal der Hörer, warum er die Musikstücke mitbezahlen soll, die doch einen nicht unbeträchtlichen Teil der Laufzeit ausmachen – geschätzt etwa 20 Minuten Pausenmusik und Abspann. Immerhin teilen die Songs den langen Text deutlich auf.

_Unterm Strich_

„Tage des Wahnsinns“ richtet sich von seiner begrenzten Originalität und seinem einfachen Stil her an ein junges Publikum, das wohl vor allem männlich sein dürfte – schade also, dass von den beiden Damen der Schlussszene in dramatischer Hinsicht so gut wie gar nichts zu haben ist. Da waren mir Priscilla als die Hexe in „Als der Meister starb“ wesentlich lieber.

Der Sprecher Jürgen Hoppe macht im Zusammenspiel mit der Band ANDARA Project das Hörbuch beinahe zu einem Hörspiel, so spannend und eindrucksvoll sind die Szenen dargestellt. Wer also keinen hohen Ansprüche an Horrorliteratur stellt, wird mit diesem Hörbuch gut unterhalten werden. Es bietet eben Horror Marke Hohlbein, nicht zu wenig Erzählkunst, aber eben auch keineswegs zu viel.

|176 Minuten auf 3 CDs|

David Baldacci – Das Geschenk (Lesung)

Mit der Eisenbahn will der Journalist Tom Langdon von Washington, D.C., bis nach Los Angeles fahren, um sein Versprechen bei seiner Freundin Lilya Gibson einzulösen – sie zu Weihnachten zu besuchen. Die Menschen, die er auf seiner Reise trifft, werden sein Leben beträchtlich verändern. Und als der Zug in den verschneiten Rocky Mountains in einem Schneesturm stecken bleibt, kommt es zu einer dramatischen Entscheidung.

|Der Autor|

David Baldacci ist der Verfasser u. a. von „Der Präsident“, das Clint Eastwood unter dem Titel „Absolute Power“ verfilmt hat. Der frühere Strafverteidiger und Wirtschaftsjurist lebt in Virginia, USA. Weitere Baldacci-Hörfassungen bei Lübbe: „Das Labyrinth“, „Das Versprechen“, „Der Abgrund“, „Die Versuchung“, „Die Verschwörung“ und „Die Wahrheit“.

|Der Sprecher|

Ulrich Pleitgen, geboren 1946 in Hannover, erhielt seine Schauspielerausbildung an der Staatlichen Hochschule für Musik und Theater in seiner Heimatstadt. Pleitgen wurde nach seinen Bühnenjahren auch mit Film- und Fernsehrollen bekannt. Er hat schon zahlreiche Hörbücher vorgelesen und versteht es, mit seinem Sprechstil Hochspannung zu erzeugen und wichtige Informationen genau herauszuarbeiten, ohne jedoch übertrieben zu wirken.

_Handlung_

Tom Langdon ist bereits über 40, also praktisch schon scheintot. Der frühere Kriegsberichterstatter und Globetrotter hat seine jugendlichen Illusionen über seine Möglichkeiten, die Welt zu verbessern, verloren. Jetzt schreibt er für Handwerker- und Frauenmagazine über Selbstverbesserung und die Verschönerung des Heims. Er lebt relativ allein, seit seine frühere Lebensgefährtin Eleanor Carter sich von ihm getrennt hat. Vor kurzem sind obendrein seine Eltern gestorben, und er selbst könnte ein paar Selbstverbesserungstipps gut gebrauchen.

Tom hat seiner Freundin Lilya Gibson versprochen, zu Weihnachten nach Los Angeles zu kommen, um mit ihr die Feiertage am schönen (wenn auch teuren) Lake Tahoe zu verbringen. Er hofft, die Zwei-Küsten-Fernbeziehung durch traute Zweisamkeit zu vertiefen. Doch erstens kommt es anders, und zweitens, als man denkt. Weil er bei einer der ätzenden Sicherheitskontrollen auf einem New Yorker Flughafen die Nerven verlor, wird er zu zwei Jahren inneramerikanischem Flugverbot verdonnert – und das ist noch ein mildes Urteil, findet die Richterin. Folglich kann Tom nicht wie geplant nach L.A. düsen, sondern muss den Zug nehmen. Es soll eine denkwürdige Reise für ihn werden.

|Die Reportage|

Um aus der Not das Beste zu machen, beschließt Tom, einem Wunsch seines Vaters zu folgen und wie einst sein Urahne Mark Twain auf der Transamerikafahrt eine Reisereportage zu schreiben. Dafür fährt er standesgemäß mit den noblen Zügen „Capital Limited“, der ihn bis Chicago bringt, und mit dem „Southwest Chief“ über Colorado nach Los Angeles. Er träumt von einem riesigen Schlafwagenabteil, wie es sich einst Cary Grant und Eva-Marie Saint in Hitchcocks Thriller „Der unsichtbare Dritte“ teilen durften.

An Bord stellt er fest, dass sein Abteil nur den Ansprüchen einer Sardine genügen dürfte. Die Wand des Bades lässt sich zudem beiseite schieben, um ins Nachbarabteil zu gelangen – sehr praktisch, aber auch sehr gewöhnungsbedürftig. Diverse interessante Fahrgäste gibt es kennen zu lernen. Einer dicken Frau namens Agnes Joe muss er ständig aus dem Weg gehen, sie ist seine Abteilnachbarin. Bald merkt er, dass ein Taschendieb ebenfalls den Zug zu seinem Arbeitsgebiet erkoren hat – sein Füller ist weg und ebenso diverse Objekte anderer Fahrgäste. Und dann sind da noch „die Filmleute“.

|Die Filmleute|

Bei seiner Recherche im Zug stößt Tom schließlich auf Max Powers, einen berühmten Hollywood-Regisseur, der bereits viele Preise gewonnen hat. Selbstredend reist Max nicht alleine. Er hat seinen Assistenten Cristobal und seine Drehbuchschreiberin dabei. Er plant nämlich, einen Film auf einem Zug drehen. Zu Toms maßlosem Erstaunen stellt sich die Drehbuchschreiberin als seine frühere Lebensgefährtin Eleanor Carter heraus.

Die ist allerdings gar nicht entzückt über die Begegnung: Sie gibt immer noch Tom die Schuld an der Trennung. Tom hingegen ist sich keiner Schuld bewusst. Eleanor hofft, er werde endlich mal erwachsen. Wovon, zum Geier, redet sie?, fragt sich Tom. Der nichts davon ahnende Max spannt Tom sogleich zum Drehbuchschreiben an; er und Eleanor würden sich bestimmt prächtig ergänzen. Von einem verlobten Pärchen werden sie gebeten, als Trauzeugen zu fungieren. Na, großartig.

Mit Ach und Krach schafft es der Zug nach Chicago. Tom schafft seinerseits beinahe schon die Aussöhnung mit Eleanor, die ihn trotz allem immer noch zu lieben scheint – da taucht Lilya Gibson auf. Die Überraschung ist Toms Freundin wirklich gelungen. Zu allem Überfluss macht sie ihm einen Heiratsantrag, denn sie will eine Familie mit mindestens acht Kindern gründen. Auf diesen Schrecken braucht Tom erst einmal eine wohldosierte Überdosis Alkohol.

|Der Schneesturm|

Während sich Eleanor und Lilya noch kabbeln, sobald sie erkannt haben, mit wem Tom gerade zusammen ist, erreichen schlechte Nachrichten von der Wetterfront den Zug. Auf der Westseite der Rocky Mountains hat sich ein Jahrhundertsturm zusammengebraut, der nun seine Schneemassen Richtung Süden voranschiebt. Die kritische Stelle ist der hoch gelegene Pass, den der Zug überwinden muss, will er die Ebenen von New Mexico erreichen. Der Pass selbst wird zwar von einem 800 m langen Tunnel unterquert, doch wer weiß, was sich auf der anderen Seite dem Zug entgegenstellt? Schneewehen, Lawinen, Felsbrocken?

Wie es der Eisenbahnveteran Higgins vorhergesagt hat, tritt der schlimmste Fall ein, und der Zug bleibt gleich neben einem Abgrund stehen. Dass er mit der nächsten Lawine in denselben zu kippen droht, ist nicht das drängendste Problem. Die Rettungskräfte können den Zug im Schneesturm nicht finden, geschweige denn erreichen. Die 340 Passagiere müssen also längere Zeit warten. Das geht aber auch nicht unbegrenzt: Sobald der Treibstoff verbraucht ist, fällt der Strom ebenso aus wie die Heizung. Werden die Leute in wenigen Stunden erfrieren?

Tom trifft eine dramatische Entscheidung. Er wird versuchen, das nächste Berghotel zu Fuß zu erreichen, um Hilfe zu holen. Erstaunt stellt er fest, dass Eleanor nicht davon abzubringen ist, ihn in den Schneesturm zu begleiten.

_Mein Eindruck_

Vor wenigen Jahren lieferte John Grisham mit dem verfilmten Roman [„Das Fest“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=292 (Skipping Christmas) eine perfekte Weihnachtssatire ab, die mir sehr viel Spaß bereitete. Nun ist sein Kollege David Baldacci dran, der in der Disziplin der X-mas-Story mindestens ebenso erfolgreich ist.

Die Handlung dieses „Weihnachtsmärchens“ ist an keiner Stelle langweilig und sorgt schon nach wenigen Minuten für gespannte Nerven und ein ein wohltrainiertes Zwerchfell. Die originellen Figuren wie etwa Agnes Joe oder der Ex-Pfarrer Kelly sind klar gezeichnet und werden bis zum Schluss eine Rolle spielen. Der ganze Hintergrund in zeitlicher, räumlicher und technisch-kultureller Hinsicht ist sauber recherchiert: Der Zug „Capital Limited“ hat ebenso seine Geschichte – etwa durch Mark Tawin – wie Tom Langdon selbst. Die Spieler haben die Bühne betreten, nun kann der erste Akt beginnen.

Die Handlung zielt selbstverständlich wie in jeder anständigen Romanze auf die Vereinigung der Liebenden, sprich: von Tom und Eleanor. Da dies aber eine Weihnachtsgeschichte ist, fehlt uns irgendwie noch die Rolle des Santa Claus. Keine Angst: Auch der ist mit an Bord. Damit alles ein wenig spannender wird, tauchen noch Eleanors Widersacherin, die Stimmenimitatorin Lilya Gibson, und der Taschendieb auf, der für erhebliche Unruhe sorgt.

Die Krise tritt natürlich auf dem Bergpass ein, als der Zug stecken bleibt und alle Passagiere sich mit einem vorzeitigen Lebensende konfrontiert sehen, das nicht im Fahrplan stand, und mit einer postmortalen Reise, für die sie kein Ticket haben. Jedenfalls sorgt die Katastrophe dafür, dass sich alle beträchtlich näher kommen und Solidarität gegenüber den Schwächeren üben: brave Amerikaner. Und wenn Tom und Elli nicht im Schneesturm umkommen, dann leben sie noch heute.

|Der Sprecher|

Selten hat Ulrich Pleitgen sein Stimmtalent derart vielseitig ausspielen dürfen. Es ist ein Vergnügen, ihm zuzuhören, wenn er die Stimmung einer Szene voll zur Geltung bringt. Sein eigenes Vergnügen ist ebenfalls herauszuhören, so etwa dann, als sich die dicke Agnes Joe amouröse Avancen von dem etwas belämmerten Tom Langdon erhofft (die Badwand ist offen!) und einen eindeutig zweideutigen Tonfall anschlägt.

Aber auch zur Komik gibt es reichlich Anlass. Und das betrifft nicht so sehr den Humor zwischen bereits gut abgefüllten Männern (Frauen haben sich offenbar nicht zu besaufen) wie etwa Max und Tom. Das betrifft zum Beispiel die Szene, in der Lilya Tom ihren Heiratsantrag macht. Wie in einer ordentlichen Screwball-Comedy stellt die Lady die von der Gesellschaft abgesegneten Verhältnisse – nur Männer dürfen Heiratsanträge machen – kurzerhand auf den Kopf und packt in ihr Horrorpaket noch acht Kinder hinein. Kein Wunder, dass Tom dadurch ein klein wenig abgeschreckt ist. – Es gibt noch zahlreiche weitere solche Szenen.

Das hindert aber einen Profi wie Pleitgen nicht daran, auch leise und geradezu intime Töne anzuschlagen. Die recht emotionalen Dialoge zwischen Eleanor und Tom kommen durch leise Töne besser zur Geltung, es sei denn, es geht um Leben und Tod. Und das tut es dann ja auch.

Das Finale ist etwas anspruchsvoller in der Dialogführung. Man muss genau aufpassen, wer was wann zu wem sagt. Denn wie in einer Komödie ist es besser, etwas zu verraten, wenn die Betreffenden nicht zugegen sind. Und Max Powers hat einiges zu erklären …

_Unterm Strich_

„The Christmas Train“ bietet perfekte Unterhaltung zum Familienfest. Hier kommen Liebende zusammen, die füreinander bestimmt waren – auch wenn sie das selbst ganz anders sehen. Und damit die Handlung sowohl für Herz und Zwerchfell als auch Adrenalinspiegel etwas bietet, sorgt der Autor mit zahlreichen geeigneten Zutaten für die entsprechende Dosis. Wer Realismus sucht, findet ihn allerdings eher woanders. Aber wer tut das schon zu Weihnachten?

Dem Sprecher Ulrich Pleitgen zuzuhören, ist ein wahres Vergnügen. Er moduliert seine tiefe Stimme auf vielfältige Weise. Ich konnte beispielsweise immer genau sagen, wann Eleanor spricht und wann Tom Langdon. Selbst ein alter Mann wie der 70-jährige Father Kelly ist genau herauszuhören. Und zu lachen gibt es, wie gesagt, hörbar auch einiges.

Auch der um rund zehn bis fünfzehn Euro herabgesetzte Preis bringt etwas zum Lachen, nämlich meinen Geldbeutel (oder das entsprechende Äquivalent). Das ganze Paket bietet also keinerlei Minus-, sondern ausschließlich Pluspunkte. So gefällt mir das: „Das Geschenk“ macht seinem Namen alle Ehre.

|Umfang: 285 Minuten auf 4 CDs
Originaltitel: The Christmas Train, 2002
Aus dem US-Englischen von Uwe Anton, Lübbe-Verlag November 2003.|

John Sinclair – Ninja, Zombies und Shimada (Teil 2 von 2, Folge 135)

Die Handlung:

Yakup Yalcinkaya hatte uns im Kampf gegen die Ghoul-Sippe Semec zur Seite gestanden! Doch Yakup war mehr als nur ein selbstloser Retter in der Not. Er war ein ausgebildeter Ninja! Nachdem wir atemlos Yakups Bericht gelauscht hatten, beschlossen wir ihm nach San Francisco zu folgen – in den Kampf gegen Jossip Semec und dessen Herrn, den Ninja-Dämon Shimada! (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Diesmal hat sich der Verlag an die Hörspielumsetzung des Romans mit der Nummer 331 gemacht, der erstmalig am 5. November 1984 am gut sortierten Bahnhofskiosk oder manchmal auch in einer Buchhandlung zu bekommen war.

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Gaspard, Jan / Lueg, Lars Peter – Piratenschatz, Der (Offenbarung 23, Folge 12)

_Der kopflose Pirat, die versenkte Schatzinsel_

Was bisher bloße Verschwörungstheorie war, wird Realität: Die geheimnisvollsten Tragödien, die skrupellosesten Verbrechen werden entschlüsselt. Die Welt wird nicht mehr die gleiche sein, denn auch das letzte Rätselt wird gelöst.

Woher hatte der 1998 verstorbene Hacker Tron eine jener 50-Cent Münzen, die doch erst ab dem Jahr 2002 mit der Euro-Einführung in Umlauf gebracht wurden? Und wieso nannte er dieses Geldstück ausgerechnet „seine Schatzkarte“? Versteckt sich in der Prägung der Münze tatsächlich eine geheime Botschaft, vielleicht sogar der Hinweis auf einen verborgenen Schatz? Die Spur führt zum Seeräuber Klaus Störtebeker – und dessen Scharfrichter Meister Rosenfeld. Und zu einem der seltsamsten Schlösser Deutschlands. Doch welche mächtige Organisation versucht die größte Schatzsuche der Menschheit zu verhindern?

_Der Autor_

Über Jan Gaspard ist nichts bekannt, und es scheint sich um ein Pseudonym zu handeln (siehe [Webseite]http://www.lpl.de/ von |LPL records|). Jedenfalls zeichnet er nach Angaben des Booklets für „Idee, Konzeption, Recherche & Buch“ verantwortlich. Für die praktische Umsetzung dieser Steilvorlage sorgte hinsichtlich Regie, Produktion & Dramaturgie Lars Peter Lueg, seines Zeichens Verlagsleiter von |LPL records|. Für den „heiligen Geist“ in Form von „Inspiration“ sorgte Koproduzent Marc Sieper. (Es dürfte auch eine Menge „Transpiration“ gegeben haben, wenn man Thomas A. Edison glauben darf.) Schnitt, Musik und Tontechnik lagen in den kompetenten Händen von Andy Matern. Andy Matern wird von zwei Spezialisten unterstützt. Markus Wienstroer bearbeitete die Gitarren – das Ergebnis kann sich wirklich hören lassen.

|1. Staffel von „Offenbarung 23“:|
1) [„Wer erschoss Tupac?“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1934
2) [„Tupacs Geheimnis“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1948
3) [„Die ‚Titanic‘ darf nie ankommen“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2012
4) [„Die Krebs-Macher“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2015

Einschub: [„Offenbarung 23 – Machiavelli“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2472

|2. Staffel:|
5) [„Das Handy-Komplott“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2576
6) [„Der Fußball-Gott“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2577
7) [„Stonehenge“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2590
8) [„Macht!“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2591

|3. Staffel:|
9) [„Gier!“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3104
10) [„Die traurige Prinzessin“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3113
11) [„Die Hindenburg“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3131
12) [„Der Piratenschatz“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3136

|4. Staffel:|
13) [Das Wissen der Menschheit]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3885
14) Das Bernsteinzimmer
15) Durst!
16) Krauts und Rüben

Mehr Infos: http://www.offenbarung23.de und http://www.vertraue-niemandem.net

_Die Sprecher/Die Inszenierung_

In der Riege der Sprecher finden sich etliche einschlägig vorbelastete Herrschaften, die man schon aus dem Hause LPL |records| kennt. Als da wären:

David Nathan spricht die Hauptfigur Georg Brand alias T-Rex und klingt wie Johnny Depp.
Marie Bierstedt spricht Tatjana Junk alias Nolo, die Freundin von „Tron“, und klingt wie Kirsten Dunst, Kate Beckinsale oder Natalie Portman.
Dagmar Berghoff spricht eine Nachrichtensprecherin und klingt wie Dagmar Berghoff (logo!).
Dietmar Wunder spricht T-Rex‘ besten Kumpel Kim Schmittke und klingt wie Cuba Gooding jr. bzw. Adam Sandler.
Till Hagen spricht Ian G. und klingt wie Kevin Spacey.
Lutz Riedel spricht LKA-Mann Wim Banner und klingt wie Timothy „James Bond“ Dalton oder Jonathan Pryce in „Fluch der Karibik“.
Udo Schenk spricht Jack Roth und klingt wie Kevin Spacey.
Benjamin Völz spricht den Vitalienbruder Klaus Störtebeker und klingt wie Keanu Reeves oder James Spader.
Lothar spricht den alten Gabriel auf Helgoland.
Reiner Schöne: 1. Agent
Oliver Siebeck: 2. Agent
Lars Peter Lueg: himself
Andy Matern: himself
Friedrich Schoenfelder spricht die „Stimme der Wahrheit“ und klingt wie David Niven oder Vincent Price.
Helmut Krauss ist der Erzähler und hört sich verdächtig nach Marlon Brando oder Samuel L. Jackson an.

_Vorgeschichte_

Der Berliner Informatikstudent Georg Brand, in Hackerkreisen als „T-Rex“ bekannt, ist auf eine Verbindung zwischen dem besten deutschen Hacker Boris F. alias „Tron“, und dem Rapper Tupac Shakur gestoßen. Alle möglichen Leute, die Geheimnisse aufdecken oder vertuschen wollen, interessieren sich auf einmal für T-Rex. Während Georg mit Trons ehemaliger Freundin Tatjana Junk alias Nolo anbandelt, meldet sich Tron quasi aus dem Jenseits: Er ist seit 1998 offiziell tot. Ist er das wirklich? Jedenfalls gibt Nolo Georg eine „Chiffre“ nach der anderen in die Hand. Chiffren sind eine Umschreibung für Hinweise auf die Geheimnisse, die Tron vor seinem Tod aufgedeckt hat – brisanter Stoff sozusagen.

_Handlung_

Zur Wintersonnenwende 2003, einem Samstag, hängt Georg Brand abends in der Bar des Hotels Adlon ab. Der Mann, der ihm als Kommissar Wim Banner bekannt ist, gesellt sich zu ihm. Der behauptet aber, er sei in ganz privater Eigenschaft hier. Georg beruhigt sich. Er wird neugierig, als ihm Banner ein interessantes Geldstück zeigt: eine 50-Cent-Münze aus dem Jahr 1998. Da der Euro erst 2002 eingeführt wurde, handelt es sich um ein Unikat. Er, Banner, habe das seltene Stück aus Trons Nachlass „abgezweigt“. Es soll angeblich eine Schatzkarte zeigen.

Wie das, fragt Georg zu Recht, und Banner zieht ihn nach draußen auf die Straße „Unter den Linden“. Voilà, das Brandenburger Tor! Genau wie auf der Münze, nur dass auf Letzterer auch eine Pyramide zu sehen ist: ein Freimaurersymbol. Da schau her. An einem „sicheren Ort“ outet sich Banner als ein Tempelritter der Freimaurer und lässt T-Rex von der Leine: Der Hacker googelt ein wenig und stößt auf Schloss Gottesgabe an der Ostseeküste bei Schwerin. Sein Grundriss ist dreieckig und weist ein Auge im Innenhof auf. Soll sich in dessen Keller der nie gefundene Schatz der Vitalienbrüder um Klaus Störbeker befinden? Der Pirat wurde von den Hamburger Pfeffersäcken im Jahr 1401 öffentlich hingerichtet. Seinen Schädel will man im Jahr 1878 wiedergefunden haben, nun werde er wissenschaftlich auf seine Identität hin untersucht.

Online-Recherche mag ja schön und gut sein, aber sie ersetzt keineswegs den Nervenkitzel einer Schatzsuche vor Ort. Georg fährt mit Banner nächtens durch die Pampa von Meck-Pomm und erlebt vor Schloss Gottesgabe eine Überraschung. Jemand bewirft die Forscher mit einem Messer, und von einem Baum hängt eine blutende Leiche. In welchen Albtraum sind sie nur hineingeraten?

_Mein Eindruck_

Die Episode beginnt mit einer sehr filmisch erzählten Hinrichtung. Klaus Störtebecker war ja kein Buschräuber, sondern ein allseits bekannter Pirat, der in der Nord- und Ostsee Jagd auf Hanseschiffe machte. Er fand, die Besitzer der Hanseschiffe machten zu viel Profit, indem sie ihr Monopol ausnutzten. Nicht ohne Grund waren die Hamburger als „Pfeffersäcke“ verschrien (und sind es bis heute), verdienten sie sich doch am Handel mit Gewürzen eine goldene Nase.

Diesem Treiben setzte Störtebeker, der aus Wismar kam, mit seinen Vitalienbrüdern eine demokratische Gesellschaftsform gegenüber. Die Beute usw. sollte brüderlich, also zu gleichen Teilen aufgeteilt werden. Sein Bruder, ein Adliger, fand das gar nicht witzig und schloss sich den Hamburgern an, die auf die Piraten Jagd machten. Auf Helgoland, das damals um ein Vielfaches größer war, überraschten sie die Freibeuter und nahmen sie gefangen.

Muss also dort nicht auch der Schatz des Klaus Störtebeker zu finden sein? Leider haben die Briten nach dem 2. Weltkrieg versucht, die Inselfestung komplett in die Luft zu jagen. Erst in den fünfziger Jahren durften Deutsche dort wieder siedeln – auf einer Briefmarke von Insel, die die Briten nicht versenken konnten. Wahrzeichen ist bis heute die Lange Anna, ein der heiligen Anna geweihter Monolith, der möglicherweise über die in Höhlen verborgenen Schätze wacht.

Störtebeker gelang jedenfalls, so schildert es der Prolog, ein letztes Husarenstück. Bereits vom Chef der Bürgerschaft, Bürgermeister Kersten Miles, zum Tode verurteilt, machte er noch einen Handel, der seinen Genossen zur Freiheit verhelfen sollte. Der Scharfrichter, ebenfalls ein Vitalienbruder, waltete seines Amtes, doch der Enthauptete richtete sich noch einmal auf und schritt zur Tat…

|SPOILER-WARNUNG: Finale interruptum|

Episode 12 ist der Schluss der dritten Staffel. Wie schon beim Ende der zweiten gibt es eine üble Überraschung für den Zuhörer. Allerdings scheint diesmal keiner den Löffel abgeben zu müssen. Das Aufnahmestudio, in dem die Sprecher Jan Gaspards Manuskript über den Piratenschatz vertonen, wird von ungenannten Finsterlingen (Agent Nr. 1 und Nr. 2) überfallen, die Sprecher gefangen genommen. Wo ist der Autor – und vor allem: Wo ist das Gold?

Am Schluss herrscht Stille, bis auf einen Vollstrecker, der Schwarzenegger zitiert: „Hasta la vista, baby!“ Dann hört man Schüsse … Die Musik fällt aus verständlichen Gründen aus.

|ENDE SPOILER|

_Unterm Strich_

Piraten sind wieder schwer in Mode. Seit [„Fluch der Karibik“]http://www.powermetal.de/video/review-369.html als Blockbuster-Semiparodie das Genre wieder salonfähig gemacht hat, werden allenthalben Piratenstoffe ausgegraben und auf den Markt geworfen, so etwa von |Lübbe Audio| das Hörspiel „Piraten“ (welch verblüffender Titel), das ein gewisser George MacDonald Fraser verbrochen hat. Romantik der Freiheit gesellt sich zum Mysterium verborgener und verfluchter Schätze.

Man fühlt sich glatt ins 18. Jahrhundert zurückversetzt, als mit [„Robinson Crusoe“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2160 zum ersten Mal die Romantik des ungebundenen Menschen beschworen wurde. Und damals gab es ja noch echte Freibeuter. Als der Viktorianer Stevenson mit der „Schatzinsel“ einen Bestseller landete, war das Genre nicht mehr aufzuhalten und zeugte fortan immer neue Sprösslinge. Hollywood sprang unvermeidlich auf den rollenden Zug auf und erfand mit Errol Flynn & Co. die Inbilder fröhlich lachender Männer auf freien Schiffen – selbst wenn diese im Auftrag einer Königin wie Elisabeth I. in See stachen, um die Spanier zu piesacken.

Dass auch Deutsche mit romantischen Freibeutern dienen können, hat dieses Jahr die TV-Verfilmung von Störtebekers Leben gezeigt. Und Gaspard bzw. |Lübbe Audio| hängen sich an den Trend an, denn wo der Duft von Geld weht, dort tauchen bald die Medienleute auf. Das Hörspiel macht sich nicht die Mühe, den authentischen Störtebeker auszugraben, sondern begnügt sich damit, seinem Schatz nachzujagen. Beim biografischen Forschen hätte sich ja womöglich etwas Peinliches oder gar politisch Unkorrektes aufdecken lassen. Dabei ließe sich Störtebeker ohne Weiteres zum germanischen Robin Hood aufbrezeln, nahm er doch von den Reichen und verteilte unter den Bedürftigen: seinen Vitalienbrüdern.

Das 75 Minuten lange Hörspiel hat mich auf weiten Strecken gut unterhalten, endete jedoch mit einer jäh eintretenden Stille als Cliffhanger- Es ist von |Lübbe| und |LPL records| gewohnt sorgfältig produziert worden und ich habe an der Technik nichts auszusetzen.

|75 Minuten auf 1 CD|
http://www.luebbe-audio.de
http://www.lpl.de

Edgar Allan Poe – Metzengerstein (Poe #25)

Showdown: Die ersehnte Enthüllung?

Die Hörspiel-Reihe bringt unter Mitwirkung von Ulrich Pleitgen und Iris Berben, eingebettet in eine Rahmenhandlung, Erzählungen des amerikanischen Gruselspezialisten zu Gehör.

Poe trifft Dr. Baker um Mitternacht auf einem Friedhof in New York. Hier soll Poe Leonie wiedersehen, die Baker in die Hände gefallen ist. Und hier soll er auch das Geheimnis seiner Identität erfahren. Doch nur im Austausch für Bakers Aufzeichnungen von unmenschlichen Experimenten. Kann Poe das zulassen? Aber Baker ist ihm einen Schritt voraus …

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Meirose, Astrid / Pruß, Volker / Sieper, Marc / Ihrens, Oliver – Schattenreich 6: Echnatons Vermächtnis

_Erleuchtung im Rotlichtviertel_

Nach der Rückkehr in seine Heimatstadt – er war fünf Jahre im Ausland – wird der junge Kulturwissenschaftler Christian Wagner in mysteriöse Todesfälle verwickelt. Als ihn eine unsichtbare Macht ins Schattenreich entführt, enthüllen sich ihm die Nachtseiten der menschlichen Natur. Hinter den Masken bürgerlicher Wohlanständigkeit treibt ein skrupelloses Netzwerk ein größenwahnsinniges Spiel.

Der Äygptologe Prof. Jan Erik Walberg, der Christian anrief und treffen wollte, ist unauffindbar: Wurde er entführt? Oder hat er sich absetzen müssen, weil seine Forschungen an Mumien alle moralischen Grenzen überschritten haben? Ein grausiger Fund, den Christian Wagner in Walbergs Labor macht, lässt Schreckliches erahnen.

In einem unterirdischen Archiv entdeckt Wagner eine alte Inventarliste über die Öffnung eines Pharaonengrabs, signiert mit dem Zeichen der Nephilim, dem Auge des Horus. Wagner erkennt, dass die Vergangenheit die Gegenwart auf grausame Weise einholen wird. Oder ist er selbst Akteur in einem Spiel, welches das Leben nur simuliert? Eine Sternenkarte könnte ihm den Weg weisen.

Die Karte zeigt eine Planeten- und Mondkonstellation, die nur an einem bestimmten Tag stattfindet und auf eine Kultstätte verweist, die er finden muss – auf einer Nordseeeinsel. Dort findet ein ungeheuerliches Ritual statt, vorgenommen von seinem Mentor Dr. Bruno Schwab. Doch plötzlich tritt eine feindliche Gruppe auf. Ist die finale Auseinandersetzung der Nephilim mit den Titanen gekommen?

Was geschah vor fast 100 Jahren, das zwei befreundete Familien zu Feinden werden ließ? Des Rätsels Lösung scheint in den Tiefen der Villa Scholl zu ruhen. Wagner bemerkt zu spät, dass er selbst der Hüter des Geheimnisses ist. Er gerät unter den Einfluss einer Geheimgesellschaft. Deren Mitglieder sind Anhänger eines genialen Herrscherpaares, dessen Wirken die Kultur fast für immer aus dem Gedächtnis gelöscht hätte. Nun scheint ihre Zeit des Handelns gekommen zu sein. Doch wohin wird ihr Weg sie führen?

_Die Autoren_

Als Autoren zeichnen Astrid Meirose und Volker Pruß verantwortlich. Mehr über die Serie findet man unter http://www.schattenreich.net.

Folge 1: Die Nephilim
Folge 2: Finstere Fluten
Folge 3: Spur in die Tiefe
Folge 4: Nachthauch
Folge 5: Das Grab des Ketzers
Folge 6: Echnatons Vermächtnis

_Die Inszenierung_

|Die Rollen und ihre Sprecher:|

Christian Wagner – Alexander Scheer
Alexa Voss – Anne Moll
Dr. Bruno Schwab – Volker Brandt (dt. Stimme von Michael Douglas)
Adrian Bloch – Norman Matt (Cillian Murphy, Jonathan Rhys-Meyers)
Moritz Goldmund – Dietmar Wunder (Cuba Gooding jr., Adam Sandler, Don Cheadle)
Walther Zürn – Stefan Krause (Billy ‚Pippin‘ Boyd)
Geheimnisvolle Frau/Billie Scholl – Daniela Hoffmann (dt. Stimme von Julia Roberts)
Hagerer, bleichgesichtiger Typ – Dero („Oomph!“)
Tina Müller – Anna Thalbach

sowie Sascha Rotermund u. a.

ANNA THALBACH steht seit ihrem sechsten Lebensjahr vor der Kamera, dabei war der Weg zur Schauspielerei nicht so gerade, wie man es bei der Tochter von Katharina Thalbach annehmen könnte. Sie beginnt nach dem Abschluss der Mittleren Reife zunächst eine Hospitanz als Kostümbildnerin am Schillertheater. Doch der Hang zum Schauspiel überwiegt, und bald schon feierte sie selbst große Bühnenerfolge, so auch an der Seite ihrer Mutter in „Mutter Courage“.

DERO wurde am 16. April 1970 in Wolfsburg geboren. In der Band |Oomph!|, die 1989 gegründet wurde, ist er der Mann für den Gesang, die Texte, Drums und Kompositionen. Der Weg zur Musik sah laut eigener Aussage für Dero so aus: |“Auf diversen Familienfeiern in den 70ern wurde ich ‚gezwungen‘ mit meinem Vater (Gitarrist, Sänger) alle nur erdenklichen Elvis-Songs in grauenhaftem Englisch rauf und runter zu schmettern.“|

|Die Musik:|

Secret Discovery: „Follow Me“
b.o.s.c.h – Mehr
Nik Page – Herzschlag
Lola Angst – Am I dead?
Suicide Commando – Second death
Diva Destruction – Rewriting history
Berliner Filmorchester und Kammerchor

Regisseur Simon Bertling und Tonmeister Christian Hagitte von |STIL| sorgten für die gute Produktion, die Musik und die Sounds; ihnen half Cornelia Schilling. Die Produzenten sind Marc Sieper von |Lübbe Audio| sowie Oliver Ihrens von Radar Media, Bochum. Das interessante Booklet-Design stammt von Kai Hoffmann.

_Vorgeschichte_

Nach der Rückkehr in seine Heimatstadt – er war fünf Jahre im Ausland – wird der junge Kulturwissenschaftler Christian Wagner in mysteriöse Todesfälle verwickelt. Christian ist einer von neun Spezialschülern, den „Titanen“. So nannten sich vor 15 Jahren die Mitglieder einer Gruppe von jungen Hochbegabten, die von der Scholl-Stiftung gefördert und von ihrem Lehrmeister Dr. Volker Brandt ausgebildet wurden. Die Titanen, so Bruno, waren in der antiken Sage die Kinder von Göttern und Menschenfrauen. Die Nephilim hingegen waren die Kinder von Dämonen, die sich mit Menschenfrauen paarten: negative Titanen. Treibt hier jemand ein fieses Spiel mit den letzten Titanen?

Auf der rechten Ferse jeder Leiche findet er das gleiche Tattoo, das er selbst auch trägt: das ägyptische Ankh-Symbol, ein Henkelkreuz, das „Leben“ bedeutet. Es ist kombiniert mit dem „Auge des Horus“, das, wenn geöffnet, einen Schutzzauber darstellt. [Beide Symbole sind auf der CD selbst aufgedruckt.] Ist dieses Horus-Augen-Tattoo jedoch pupillenlos, also blind, dann handelt es sich um einen Nephilim, ein früheres, aber abtrünnig gewordenes Mitglied der „Titanen“.

Da Christian ein Waisenkind ist, das von der Industriellenfamilie Scholl aufgezogen wurde, bildet Bruno Schwab seinen Vaterersatz. Bei den Scholls lernte er Sibylle Scholl als seine Schwester kennen und machte sie zu seiner ersten Geliebten. Adrian Bloch, den er nun in seiner Heimatstadt wiedertrifft, war ebenfalls einer der „Titanen“. Die Familie Bloch ist mit den Scholls seit jeher befreundet.

Seit seiner Rückkehr sind bereits zwei der „Titanen“ umgekommen. Beide Leichen weisen eine Tätowierung an der rechten Ferse auf: das blinde Auge des ägyptischen Sonnengottes Horus, das Zeichen der Nephilim, eines Geheimordens. In den Rollenspielen der „Titanen“ war Christian stets der Gott Osiris, Sibylle die Göttin Isis und Adrian der eifersüchtige Gott Seth, der Osiris tötete. Doch wer war Horus, der Sohn des Osiris? Adrian treibt sich immer noch in der Stadt herum, als neuer Besitzer der Villa Scholl, dem Sitz der Titanen.

Dieser ägyptisch-mythologische Hintergrund könnte etwas mit dem Schicksal des Ägyptologen Prof. Jan Erik Walberg zu tun haben, der Christian anrief und treffen wollte, aber unauffindbar ist: Wurde er entführt? Als Christian mit der Journalistin Tina Müller zu Walbergs Labor fährt, findet er dort zwar eine Botschaft, wird jedoch auch mit dem Tod bedroht: durch eine Flutwelle aus dem nahen Stausee. Hat ihn jemand im Visier? Christian fühlt sich zunehmend verfolgt.

_Handlung_

In der Walpurgisnacht findet sich Christian Wagner in einem Gelass eines Benediktinerklosters wieder. Adrian Bloch, sein Freund aus Jugendtagen, will ihn in den Geheimbund der Nephilim aufnehmen. Das Ritual beinhaltet jedoch auch, dass sich Christian ausziehen muss, damit er ausgepeitscht und tätowiert wird …

Als er wieder erwacht, ist er gefesselt und kann nicht nachsehen, ob seine Fußsohle so wie bei allen Nephilim mit dem leeren Auge des Horus tätowiert worden ist. Walter Zürn, den er aus der Villa Scholl kennt, kommt und befreit ihn. Aber auch Tina Müller, die Journalistin tritt ein und schickt Walter mit einem Schlag mit ihrer Kamera ins Land der Träume. Sie verlassen das unheilige Kloster.

Tina hat brandheiße News: Sie hat sich die DVD angesehen, die sie aus der Ermittlungsakte der Kripo hat mitgehen lassen (wie noch einiges andere). Auf der Silberscheibe sei ein Film mit einem Vortrag des Ägyptologen Walberg, dessen Ruf Christian ja erst in die Stadt gelockt hat. Walberg rede über den Ketzerpharao Echnaton. Der Name elektrisiert Christian aus diversen Gründen. Er ist der Hüter von Echnatons Mumie. Aber wo ist sie versteckt?

Sie müssen ins Rotlichtviertel, um den Schriftexperten Moritz Goldmund zu besuchen. Der Mann steht total auf Schauerliteratur, und Lovecraft, Poe und Hoffmann sind seine heilige Dreifaltigkeit. Hier schauen sie aber nochmal die DVD an: Christian traut seinen Augen nicht – da sitzt ja ein Untoter: Otto Bloch! Der war doch schon begraben, oder? Walberg zeigt Schädelformen, denn Echnaton litt angeblich unter Akromegalie, einer Knochenverformung. Christian tastet seinen eigenen Quadratschädel ab und fällt in Ohnmacht …

Moritz Goldmund ist ein Exbulle. Er ermittelte vor 15 Jahren im Fall Otto Bloch. Warum wurden die Blochs vor 15 Jahren so stinkreich, dass sie die Scholls einfach übernehmen konnten? Heute bearbeitet Alexa Voss‘ Chef Max Lohmann den Fall, der den Weg Christians schon mehrfach gekreuzt hat. Tina hat einen Zettel Lohmanns mitgehen lassen, den Moritz nun entziffert.

Die Spur führt zum Spielcasino Monte d’Oro (Goldberg). Als Christian dort eintrifft, läuft er allen möglichen Leuten über den Weg, die er eigentlich unbedingt meiden wollte, so etwa Alexa und Lohmann. Beim Senetspiel ereilt ihn eine Vision …

_Mein Eindruck_

Angeblich haben die Freimaurer der Aufklärung und vor ihnen die Templer des Mittelalters für ihre Aufnahmezeremonien finstere Rituale erdacht und an den Initianden grausam praktiziert. Das ist natürlich alles Blödsinn , hält aber die Autoren dieses Hörspiels nicht davon ab, mit diesen Legenden zu spielen und sie effektheischend einzusetzen. Alles, was mysteriös und mystisch ist, lässt sich wohl dem geistig normalbemittelten Gothic-Jünger als Halbwahrheit andrehen. Irgendetwas lässt sich davon immer glauben. Müssen sich die Yakuza in Japan nicht auch ein Fingerglied abschneiden? Na, bitte, quod erat demonstrandum!

Dass diese Initiationszeremonie und die verabreichten Peitschenhiebe bei unserem Helden keinerlei Spuren hinterlassen, verwundert dann schon etwas mehr. Hat er nun eine Tätowierung am Fuß oder nicht? Wir erfahren es nicht. Entzünden sich seine Peitschennarben? Ist ebenfalls wurscht. Hauptsache, er bewegt sich mit der allgegenwärtigen Tina von A nach B und geht dabei nicht über LOS. Also landet er in einem Spielcasino, warum auch nicht. Irgendwann führt die Spur sowieso zu den oberen Zehntausend der Stadt: den Blochs und den Scholls.

Der Fortschritt auf der objektiven Ebene wird mit einem Rückschritt auf der Rätselebene bezahlt. Die Vision, die Christian im Spielcasino hat, bringt ihn und uns beim Lösen des Mysteriums nicht weiter. Wessen Sohn soll den Christian bitteschön sein? Die Serie kann also weitergehen.

_Die Inszenierung_

Die Geräuschkulisse des Hörspiels ist nicht allzu realistisch. Man hört nicht jede Tasse klappern, nicht jedes Auto vorbeirauschen. Vielmehr stehen die Kommunikationsmittel im Vordergrund: Handys, Telefone, Türklingeln, fehlen nur noch Türklopfer und Megafone. Im Spielcasino sagen die Croupiers unüberhörbar die Anweisungen an die Spieler an.

Alexander Scheers raue Raucherstimme passt zum Möchtegerndetektiv à la Philip Marlowe, der nur per Zufall zum Kulturwissenschaftler geworden zu sein scheint. Sein Gegenteil, ein Ausbund an Disziplin und Pflichtbewusstsein, bildet die Rolle der Alexa Voss, gesprochen von Anne Moll (zuvor Sandra Speichert) Sie tritt in dieser Episode gleichberechtigt neben der kindlich-eifrigen Tina Müller, gesprochen von Anna Thalbach, auf. Einen hübschen Einfall fand ich den Auftritt von Gina aus dem Rotlichtviertel. Die Sprecherin klingt zwar wie eine Schwuchtel, aber genauso amüsant. Mehr davon!

|Die Musik|

Spätestens nach einer halben Stunde des Anhörens verhärtet sich im Zuhörer der Verdacht, dass die ganze Handlung eigentlich nur ein Vorwand ist. Nämlich der Vorwand, um möglichst viel deutsche Neo-Gothic-Musik abspielen zu können. Die oben aufgeführte Interpretenliste ist nur die Spitze des Eisbergs dessen, was den Zuhörer erwartet. Es verwundert nicht, dass in die Produktion des Hörspiels Firmen wie |Radar Media|, |STIL| (für die professionelle Soundproduktion) und ein Musikmagazin namens „Sonic Seducer“ eingebunden sind.

Letzteres hat sich mit einem Aufkleber auf der Hülle verewigt. |Radar Media| ist im Booklet mit einer ganzen Seite Werbung vertreten. Radar hat das Copyright und die Markenreich für „Schattenreich“ inne, folglich war die Firma auch an der Produktion beteiligt. Und da es in ihrem Interesse liegt, die Bands wie |Rammstein|, |Oomph!| usw. zu vermarkten, packte sie natürlich so viel Musik wie möglich auf die Silberscheibe. Jedes Mal eine Disko-Session in die Handlung einzubauen – egal wie – war daher obligatorisch, und das merkt man auch in Episode 6.

Diese Dinge sollte man wissen, wenn man die Musikeinlagen des Hörspiels bewertet. Plötzlich wird aus der Handlung nicht das Hauptgericht, sondern lediglich die Beilage. Deshalb dröhnt unvermittelt der Leadsong „Follow me“ durch die Boxen, nachdem bereits ein Donnerschlag den Zuhörer aus seiner Bürgerruhe aufgescheucht hat. Es gibt anschließend kaum eine ruhige Minute, in der keine Musik erklingt. Hier hat |Radar Media| ganze Arbeit geleistet. Immerhin ist es nicht mehr ganz so schlimm wie auf den ersten beiden CDs, denn jetzt wird der Hauptfigur mehr musiklose Zeit zum Nachdenken gegönnt.

|Webseite|

Hinweis: Auf http://www.schattenreich.net findet man das Tagebuch einer Figur, um die es immer wieder im Hörspiel geht. Ich tippe als Autorin auf Sibylle Scholl, die angeblich beim Brand ihrer Klinik umgekommene Billie, Christians Geliebte. Das Tagebuch bietet zusätzliche Hintergrundinformationen.

_Unterm Strich_

Die Reihe „Schattenreich“ wendet sich an die gleiche Zielgruppe wie die Musik-CDs, die DVDs und die TV-Produktionen (von denen ich bislang nichts gesehen habe): Gothic-Rock-Freunde, für die Musik nicht nur Unterhaltung, sondern eine Lebenshaltung und eine modische Aussage darstellt. Anstelle von Vampiren und anderem blutigem Gesocks treten aber in „Schattenreich“ nur jede Menge mystisch gestimmte Typen auf, die sich irgendwie zwielichtig aufführen. Ford Prefect würde sagen: „Weitgehend harmlos“.

Wie bei allem, was das Studio |STIL| produziert, ist das Produkt hinsichtlich Sound und Optik vom Feinsten. Immerhin erreichen das Studio und der |Lübbe|-Verlag eine neue Zielgruppe, die mit „Offenbarung 23“ nur unzureichend erreicht wird: die Gothic-Rockfans, die auf Bands wie |Rammstein|, |Oomph!| und |IAMX| stehen. Diesbezüglich kann „Offenbarung 23“ glatt einpacken. Wer die Songs runterladen will, findet auf http://www.schattenreich.net den Link dorthin.

|53 Minuten auf 1 CD|
http://www.schattenreich.net
http://www.luebbe-audio.de
http://www.stil.name
http://www.sonic-seducer.de
http://www.radar-net.de

Blatty, William Peter – Exorzist, Der (Lesung)

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