Schlagwort-Archive: Lübbe Audio

John Sinclair – Im Tempel des Drachen (Folge 144, Teil 2 von 2)

Die Handlung:

Der unheimliche Shaolin Lin Cho war der einzige Kämpfer gewesen, der die Barbarenhorde hatte aufhalten können – mit Hilfe des Drachengottes, den er im unterirdischen Tempel des Drachen besucht hatte. Tausend Jahre später wandelten Suko und ich im Hochland von Tibet auf Lin Chos Spuren … im Wettlauf mit Shimada! (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Diesmal hat sich der Verlag an die Hörspielumsetzung des Heftromans mit der Nummer
486 gemacht, das erstmalig am 2. November 1987 am gut sortierten Bahnhofskiosk oder manchmal auch in einer Buchhandlung zu bekommen war.

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John Sinclair – Der unheimliche Shaolin (Folge 143, Teil 1 von x)

Die Handlung:

Endlich hatten wir eine Spur unseres Freundes Yakup Yalcinkaya gefunden! Sie führte uns in ein ehrwürdiges Londoner Auktionshaus, wo ein tibetisches Rollbild versteigert wurde. Angeblich enthielt es einen Hinweis auf einen geheimnisvollen Schatz. Wir folgten der Spur des Bildes weiter – und stießen auf den Ninja-Dämon Shimada! (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Diesmal hat sich der Verlag an die Hörspielumsetzung des Heftromans mit der Nummer
486 gemacht, das erstmalig am 26. Oktober 1987 am gut sortierten Bahnhofskiosk oder manchmal auch in einer Buchhandlung zu bekommen war.

John Sinclair – Der unheimliche Shaolin (Folge 143, Teil 1 von x) weiterlesen

Tom Roth – CO2: Welt ohne Morgen

Inhalt

Der hochaktuelle Thriller um eines der wichtigsten Themen unserer Zeit: Zwölf Kinder aus zwölf Nationen, Teilnehmer eines Klima-Camps in Australien, werden entführt. Die Drohung der Kidnapper: Einigt sich die Weltgemeinschaft nicht binnen kürzester Zeit auf drastische Klimaziele, stirbt ein Kind. Vor laufender Kamera. Dann Woche für Woche ein weiteres. Die Welt hält den Atem an. Kann so erreicht werden, was in unzähligen Versuchen zuvor gescheitert ist? Werden die Regierungen nachgeben, wenn das Leben unschuldiger Kinder auf dem Spiel steht? Bald wird klar: Bei diesem Wettlauf geht es um weitaus mehr als das Leben Einzelner – und die Zeit läuft ab … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Mit „CO2“ hat Tom Roth einen spannenden, unterhaltsamen Thriller geschaffen, der kaum aktueller, brisanter oder authentischer sein könnte. Bereits der Einstieg ist rasant und macht wirklich neugierig, denn die Entführungsopfer scheinen ihre Lage nicht als bedrohlich wahrzunehmen… Tom Roth – CO2: Welt ohne Morgen weiterlesen

John Sinclair – Das Grauen aus dem Bleisarg (Folge 142)

Die Handlung:

„Ich bin gleich zurück, Mrs Lockhead.“ Die Schritte entfernten sich, und Thelma Lockhead blieb allein in der Dunkelheit zurück. Bisher hatte es ihr nichts ausgemacht, dem Fremden zu vertrauen. Nun aber wurde ihr mulmig zumute, denn in der Gruft ihrer Ahnin Dorothy Lockhead sollte es spuken, wie man ihr versichert hatte … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Diesmal hat sich der Verlag an die Hörspielumsetzung des Heftromans mit der Nummer
369 gemacht, das erstmalig am 29. Juli 1985 am gut sortierten Bahnhofskiosk oder manchmal auch in einer Buchhandlung zu bekommen war.

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John Sinclair Classics – Der schwarze Würger (Folge 41)

Die Handlung:

Auf der Geburtstagsfeier des reichen Industriellensohnes Percy Clifton kommt es beinahe zu einer Tragödie, als Percys schüchterner Bruder Dan im Pool zu ertrinken droht. Im letzten Moment rettet Sheila Conolly Dan Clifton aus dem Wasser … doch bald darauf fordert der schwarze Würger auf dem Schloss der Cliftons sein erstes Opfer! (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Diesmal hat sich der Verlag an die Hörspielumsetzung des GESPENSTER-KRIMI-Heftromans mit der Nummer 180 gemacht, der erstmalig am 22. Februar 1977 am gut sortierten Bahnhofskiosk oder manchmal auch in einer Buchhandlung zu bekommen war. Das Titelbild des Hörspielcovers ist dabei eine Neuinterpretation der Thematik.

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Stephen King – The Green Mile

Spannend, mystisch: Weltgericht im Todestrakt

Das Staatsgefängnis Cold Mountain im US-Bundesstaat Georgia, im Jahre 1932: Paul Edgecombe ist der für den Todestrakt verantwortliche Gefängnisaufseher. Hier wartet der elektrische Stuhl Old Sparky auf zum Tode Verurteilte. Doch mit Pauls Seelenruhe ist es vorbei, als der verurteilte Mörder John Coffey bei ihm landet. Er soll zwei junge Farmerstöchter missbraucht und getötet haben. Schon bald zweifelt Paul an Coffeys Schuld. Aber was ist Coffey dann? Eine kleine Maus taucht im Todestrakt, der „Green Mile“, auf. Sie scheint über besondere Fähigkeiten zu verfügen.

_Der Autor_

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John Sinclair – Shao (Teil 2 von 2, Folge 141)

Die Handlung:

Noch immer war mein bester Freund und Partner Suko in Shimadas Höllenschloss gefangen. Würde es mir gelingen, ihn aus den Fängen des Ninja-Dämons zu befreien? Und wie sollte ich ihm erklären, dass Shimada sich in seiner Abwesenheit bereits das nächste Opfer geholt hatte? Es war – Sukos Freundin Shao! (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Ok, dieser zweite Teile der aktuellen Dilogie ist nicht nur aufgrund der Handlung interessant. Die Inhalte der Folge 140 stammten aus Heft 364, das im Juni 1985 erschienen ist und gar kein Teil eines Mehrteilers war. Dieser zweite Hörspielteil lehnt sich laut Verlagsinfo an die Inhalte aus gleich drei Romanheften an. Heft 450 („Sukos Totenfeier“ vom 16.02.1987), 451 („Drei Gräber bis Soho“ vom 23.02.1987) und 456 („Shao – Phantom aus dem Jenseits“ vom 30.03.1987). Wir machen also einen Zeitsprung von zwei Jahren zwischen den Teilen, interessant.

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Koontz, Dean – Nacht der Zaubertiere (Lesung)

_Passionsgeschichte: Kampf um den Spielzeugmacher_

Als Zaubertiere hat sie Isaak Bodkins in seiner kleinen Fabrik erschaffen: Bär, Kaninchen, Hund, Katze und Elefant, dazu bestimmt, Kinder zu erfreuen und zu trösten. Nun ist Isaak tot, und sein Nachfolger muss das Erbe am gleichen Tag übernehmen, damit die Kraft des Guten wirksam bleibt. Denn im Keller der Fabrik herrscht von alters her eine andere, finstere Macht – böse Spielsachen, die jetzt ihre Stunde für gekommen halten und alles daransetzen, ihr grausames Regime auf der Erde zu errichten … Die Zaubertiere haben eine abenteuerliche Reise durch die nächtliche Stadt durchzustehen, um Isaaks Nachfolgerin zu informieren.

Empfohlen ab 10 Jahren.

_Der Autor_

Dean Koontz wurde 1945 in Pennsylvania geboren, musste in seiner Jugend hungern, schrieb Schundromane für einen Hungerlohn, lernte seine Frau Gerda kennen und konnte schließlich mit ihr nach Kalifornien ziehen, wo das Ehepaar seither stets mit einem Golden Retriever zusammenlebt. Es gibt kein einziges Koontz-Buch der letzten Jahre – etwa seit „Geschöpfe der Nacht“, in dem nicht mindestens ein Loblied auf diese Hunderasse angestimmt wird.

Die zahlreichen Thriller und Horror-Romane des schärfsten Konkurrenten von Stephen King wurden sämtlich zu Bestsellern und in über 30 Sprachen übersetzt. Weltweit hat Koontz laut Verlag über 250 Mio. Exemplare verkauft. Leider wurden bislang nur wenige von Koontz‘ Büchern verfilmt. Die beste Verfilmung ist meiner Meinung nach „Intensity“, aber der Film strapaziert die Nerven derart, dass er höchst selten gezeigt wird.

_Dean Koontz auf |Buchwurm.info|:_

[„Todesregen“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3840
[„Frankenstein: Das Gesicht „]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3303
[„Die Anbetung“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3066
[„Kalt“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1443
[„Der Wächter“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1145
[„Der Geblendete“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1629
[„Stimmen der Angst“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1639
[„Phantom – »Unheil über der Stadt« „]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=455
[„Nackte Angst / Phantom“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=728
[„Schattenfeuer“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=67
[„Eiszeit“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1674
[„Geisterbahn“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2125
[„Die zweite Haut“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2648

_Der Sprecher_

Jürgen Kluckert hat an der Schauspielschule „Ernst Busch“ studiert und spielte Rollen im „Tatort“, bei „SOKO“ und „Liebling Kreuzberg“. Auch am Theater und als Synchronstimme, unter anderem von Morgan Freeman, Nick Nolte, Robbie Coltrane und Chuck Norris, wurde er bekannt. 1994 übernahm er die Synchronisation von Benjamin Blümchen. Er ist auch die Stimme von „Mr. Krabs“ in „SpongeBob“.

_Handlung_

Isaak Bodkins, der Schöpfer der Zaubertiere, ist gestorben. Aber der Spielzeugmacher hat Vorkehrungen für diesen Fall getroffen und den Stoffbären Amis zum Anführer seiner Geschöpfe bestimmt. Diese Geschöpfe sind außergewöhnlich insofern, als sie sprechen, denken, fühlen und sich bewegen können. Sie wissen (noch) nicht, warum dies woanders anders sein sollte. Isaak hat Amis daran erinnert, was die Aufgabe der Zaubertiere sei, nämlich jedes der Kinder, dem sie geschenkt werden, zu trösten, zu beschützen und ihm Rat zu erteilen. Darin bestünde ihre Magie. Doch bei Erwachsenen sei sie schwach und deshalb dürften sie sie nur im Kinderzimmer anwenden und sich ansonsten vor Erwachsenen in Acht nehmen. Issak sagte, der Tod sei nicht sein Ende, sondern nur eine Durchgangsstation. Um die Magie nicht vergehen zu lassen, müssten seine Geschöpfe seine Nachfolgerin besuchen, Mrs. Martha Miller, und sie zur neuen Spielzeugmacherin machen.

Es gibt nur ein Problem. Mrs. Miller, der der Spielzeugladen gehört und an die Isaak alle seine Spielzeuge verkauft hat, lebt am anderen Ende der Stadt. Nur die tapfersten Spielzeuge können auf die Expedition mitgehen, zu der ihr Anführer sie nun aufruft. Folgende sind bereit, Amis in die kalte, stürmische Nacht zu folgen: Einstein, der Elefant; Der Gestiefelte Kater, sein Degen ist aus Hartgummi; Caramel, das Hundemädchen; Skippy, der Hase; und Der Alte, dessen Gattung nicht ganz klar ist, der aber alles über die Zaubertiere und Isaak Bodkins weiß. Sie überlassen die Werkstatt den Affen und anderen Tieren, klettern aus einem Kellerfenster und machen sich auf den Weg.

Doch da nun die Magie des Spielzeugmachers schwächer wird, regt sich zwei Stockwerke tiefer neues Leben. Dorthin ist Isaak nie gekommen und so wusste er nicht, dass hier die Spielzeuge seines Vorgängers eingelagert sind: Cerberus Toys. Als Erster regt sich ihr Anführer. Rex ist eine Marionette ohne Fäden, in feinem Smoking und Zylinder, doch in seinem Spazierstock steckt ein ausfahrbares Messer. Er weckt und befreit die anderen Spielzeuge: Lizzie, das Tanzmädchen aus den 1920er Jahren, ist auch eine fadenlose Marionette, doch ihre Zigarettenspitze glüht und kann ein Feuer entzünden; Eisenbeißer ist ein Roboter und leider ein wenig einfältig und monomanisch in seinem Zerstörungsdrang; Jack Weasel ist ein Kastenteufel mit einem Clownsgesicht; seine Lippen sind blutrot; Die Stecherin ist eine fliegende Hornisse, die über einen Stachel im Hinterleib verfügt, der so groß ist wie eine Taschenmesserklinge. Zusammen mit den anderen Cerberus Toys macht sich die Stecherin an den Aufstieg nach oben und findet den Weg aus dem Haus. Die Zeit ist gekommen, dass das Böse die Herrschaft übernimmt. Und so machen sie sich daran, die „Wattebäuche“ zu verfolgen, um ihnen den Garaus zu machen.

|Victor Bodkin|

Victor Bodkin ist der Neffe des verstorbenen Spielzeugmachers. Er ist ein lediger Buchhalter ohne Kinder und denkt nur an Profitmaximierung. Folglich will er das große Grundstück seines verstorbenen Onkels versilbern. Für dessen Beruf hat nichts als Kopfschütteln übrig. Doch als der 35-Jährige an diesem Abend zu dessen Haus fährt, bemerkt er sonderbare Bewegungen auf der Straße. Er stoppt und sieht sechs Stofftiere über die Straße laufen, die bei seinem Anblick erstarren. (Achtung, ein Erwachsener!) Er steigt aus. Auf Befehl des Bären eilen sie weiter und verschwinden zwischen den Bäumen des nahen Parks.

Doch der Spuk ist noch nicht vorüber. Aus der Richtung, aus der die Stofftiere kamen, taucht ein kleiner Roboter auf. Doch statt beim Anblick eines Erwachsenen stehenzubleiben, haut ihm der Roboter voll auf die Schuhe. Damit nicht genug, zückt eine Marionette im Smoking ein Messer und greift an. Eine Hornisse fliegt im Sturzflug heran und verfehlt Victors Kopf nur deshalb, weil er sich zu Boden wirft. Er tritt den strategischen Rückzug an und versucht sich verwirrt einen Reim auf das Gesehene zu machen. Spielzeuge, die sich bewegen?! Das muss er genauer sehen. Er folgt ihnen.

|Nick Jack|

Aus dem Süden kommend, ist Nick Jack endlich in der Stadt eingetroffen, in die ihn eine Stimme gerufen und ihn wie ein Magnet gezogen hat. Nick wurde erst am Morgen aus dem Knast entlassen, wo er 15 Jahre abgesessen hat. Er ist bis zur Halskrause von Hass erfüllt, von Hass auf alles und jeden. Das Einzige, was ihn erfreut, sind Tränen in gequälten Kinderaugen.

In einer Busstation hat Nick einen Schlüssel gefunden. Auf dem Schlüssel stand eine Schließfachnummer, und in dem Schließfach fand er einen großen Koffer. In dem Koffer befinden sich zwei Millionen Dollar in kleinen Scheinen. Das Gesicht, das er im Spiegel statt seines eigenen gesehen hat, verlangte von ihm, den Koffer einem Mann namens Victor Boskin zu geben. Es ist der Kaufpreis für dessen Spielzeugfabrik. Diese Fabrik soll Nick übernehmen, denn er sei der neue Spielzeugmacher in Diensten des Herrn der Finsternis. Und seine Spielzeuge werden sich die Welt untertan machen.

_Mein Eindruck_

Auch wenn die Geschichte wie ein Märchen aussieht, so werden hier doch metaphysische Konflikte verhandelt, die sich zwischen Gott und Teufel, Gut und Böse abspielen. Allerdings erweist sich diese Konstruktion als äußerst simpel. Aber immerhin gibt es eine Bekehrung und zwei Bestrafungen.

Ist Gott ein Spielzeugmacher?, fragen sich die Zaubertiere. Nein, aber wenn er Kinder mag, dann mag er bestimmt auch Spielzeug. Und Isaak Bodkin sowie Martha Miller, seine Nachfolgerin, sind Gottes Diener, quasi seine Bischöfe. Sie senden ihre Jünger aus, um die Kinder der Menschen zu trösten, zu beschützen – und zu unterweisen. Macht nichts, wenn die Kinder sie vergessen, sobald sie erwachsen sind. Hauptsache, sie habe ihre Kindheit seelisch unbeschadet überstanden.

Eine Zeit großer Gefährdung, wie die Spielzeuge deutlich machen, die Cerberus Toys produziert hat. „Cerberus“ ist der Sage nach der dreiköpfige Hund, der die Tore zur Unterwelt bewacht. Womit wir schon beim Thema wären. Das Böse lauert unten in der Finsternis und wartet nur auf seine Chance, um die Guten zu verderben und die Herrschaft über die Menschen zu übernehmen. Dazu hat der Herr der Finsternis seinen Knecht Rex auf die Mission geschickt, die Zaubertiere Isaac Bodkins zu töten, bevor sie ihren Auftrag erfüllen können. Aber er hat auch Nick Jack (Old Nick ist ein umgangssprachlicher Beiname für den Widersacher) ausgeschickt, um einen wichtigen Menschen zu verführen: Victor Bodkin, Isaacs Neffen.

Wie in zahlreichen religiös angehauchten Romanen, seien sie nun historisch oder phantastisch ausgerichtet, ist Victors Seele ein Schauplatz widerstreitender Kräfte. Sein Materialismus macht ihn dem Angebot Nick Jacks geneigt, doch zum Glück kommen ihm ernsthafte Zweifel an dessen Seriosität. Victors Stunde schlägt, als Amis von Rex‘ Hand stirbt. Victor muss sich entscheiden, ob er diesen kaltblütigen Mord hinnehmen will. Amis ist die Jesusfigur im Stück, deren Opfertod eine entscheidende Wende, vulgo: Bekehrung, in seinen Mitmenschen bewirkt. Ob es funktioniert, soll hier nicht verraten werden. Victor ist unser Jedermann und unser Stellvertreter. Die Auferstehung Jesu, pardon: von Amis, ist nur eine Frage weiterer Opfer, die als Gabe der Liebe gegeben werden.

Für diese Interpretation spricht, dass andauernd irgendwelche inneren und äußeren Stimmen und mystische Erscheinungen wie Spiegelgesichter Anweisungen geben und so die Akteure durch die Nacht treiben, um den Konflikt auszutragen. Das letzte Wort haben: der Herr der Finsternis, der seinen versagenden Diener zu sich ruft, um ihm Lenkfäden zu verpassen; die Polizei, die einige bohrende Fragen an den Ex-Knacki Nick Jack hat; und Martha Miller, frischgebackene Spielzeugmacherin für Zaubertiere.

Wie man sieht, handelt es sich bei „Nacht der Zaubertiere“ um eine Passionsgeschichte, die zwar einfach gestrickt ist, aber von jedem Kind – ab zehn Jahren – verstanden werden sollte. Sie lässt sich auch gut zur Weihnachtszeit erzählen oder anhören.

_Der Sprecher_

Jürgen Kluckert beherrscht die hohe Kunst der Charakterisierung vieler verschiedener Figuren mit stimmlichen Mitteln. Jede Figur der Stofftiere und der Cerberus Toys hat ihre eigene stimmliche Charakteristik, so dass man alle Figuren sofort auseinanderhalten kann. Nicht genug damit: Die Stimmen passen auch. Der Elefant spricht tief und langsam, der Bär mit vertraueneinflößender Autorität, der Hase hoch und schnell, das Hundemädchen ein wenig naiv und der gestiefelte Kater (ähnlich wie in „Shrek“) ein wenig adelig-kultiviert, aber tapfer. Jedes Kind kann sich sofort in diese Figuren verlieben.

Rex, die Anführermarionette, klingt entsprechend herrisch, doch seine Autorität flößt keineswegs Vertrauen ein, sondern Furcht. Dito der verrückte Kastenteufel Jack Weasel und die ziemlich stumme Lizzie. Eisenbeißer hingegen will alles niedertrampeln und redet wie eine Maschine. Die Hornisse Stecherin summt und sirrt und zischt, wenn sie spricht – Kluckert gestaltet sie wundervoll.

Doch Charakterisierung alleine reicht nicht für einen guten, kindgerechten Vortrag. Nun müssen sich die Figuren auch wie lebende Wesen verhalten und Gefühle äußern. Kluckert lässt sie wüten, jammern, flehen, triumphieren und trauern – und noch vieles mehr. Er führt sein eigenes kleines Kasperletheater auf, lässt die Figuren „Puha!“ rufen, hämisch lachen. Ganz besonders hat mir sein furchterregendes „Klickediklick!“ gefallen, das der Kastenteufel verursacht, wenn er seine Opfer sucht. „Klickediklick!“

_Musik_

Dies ist ein Hörbuch der neuen |Lübbe Audio|-Hörbuchreihe „Wellenreiter“, die sich an ausdrücklich an Kinder und Jugendliche wendet (genauso wie „Silberfisch“ bei |Hörbuch Hamburg|). Das ganze Akustik-Design ist völlig anders als in der Erwachsenenreihe.

Zuerst erklingt der Jingle für die Reihe, ohne Gesang, aber mit einer flotten Surfermusik. Danach folgt das In- und Outro , welches von einem modernen musikalischen Motiv bestritten wird. Am Schluss des Hörbuchs wiederholt sich das Ganze in umgekehrter Reihenfolge.

Geräusche gibt es leider keine, so dass man sich jederzeit voll auf den Vortrag des Sprechers konzentrieren kann. Ein paar Soundeffekte hätten aber wirklich nur gestört.

_Unterm Strich_

Dean Koontz erzählt überaus einfach in bester erprobter Kinderbuchsprache. Er lässt aber trotz dieser literarischen Verantwortung auch den Humor nicht zu kurz kommen. Was diesem Schreibstil widerspricht, ist jedoch der Inhalt, den man Kindern bis zehn Jahren kaum zumuten mag.

Da werden Plüschbäuche aufgeschlitzt, rasiermesserscharfe Klingen ausgefahren und Schrotflinten abgefeuert, dass es eine „Pracht“ ist. Das personifizierte Böse hat seinen festen Platz, und das böseste Spielzeug ist eine Marionette. Welches Kind würde nach dieser Lektüre noch eine solche Puppe anfassen? Man kann vielleicht seine Aggressionen ausleben, lautet eine Theorie, aber was ist, wenn das Kind im Dunkeln einzuschlafen versucht und die Bilder von aufgeschlitzten Puppen vor Augen hat?

Kontz scheint hier manchen Kritikern über das Ziel hinauszuschießen und zu viel Schrecken und Grusel in seine Geschichte hineinzupacken. Jugendliche hingegen, die man für die alternative Zielgruppe halten könnte, finden wahrscheinlich wenig Gefallen an der Kinderbuchsprache, denn sie sind Geschichten im Stil eines „Herr der Ringe“ gewohnt. Ich denke, dass heutige Kinder mit zehn schon so weit sind, auch Greueltaten wie die Ermordung eines Teddybären zu verkraften. Aber das müssen die Eltern selbst entscheiden.

Jürgen Kluckert liebt hörbar Kinder als Zuhörer, und wer sich nicht an einen Märchenonkel erinnert fühlt, sollte sich zurück in seine Kindheit versetzen lassen. Kluckert entfaltet mit seinen beträchtlichen Mitteln seine Sprach- und Stimmmagie – er braucht keine Zaubertiere mehr, denn das sind schon wir, seine Zuhörer.

|Originaltitel: Oddkins, 1988
Aus dem US-Englischen übersetzt von Sybil Gräfin Schönfeldt
Empfohlen ab 10 Jahren
235 Minuten auf 3 CDs|
http://www.luebbe-audio.de

Stephen King – Das Mädchen

Muss man noch etwas über Stephen King sagen? Vermutlich nicht, nur dass der erfolgreichste Horrorschriftsteller sich in den letzten Jahren bemüht hat, nicht mehr nur Genre-Horror zu schreiben, sondern sein Spektrum Richtung klassischer englischer Erzählliteratur auszudehnen. Zu diesen – nicht immer einhellig begrüßten – Ausflügen gehören „Dolores“, „Der Buick“ und eben auch „Das Mädchen“. Schrecken und Grauen (keineswegs das Gleiche) haben viele Gesichter. Für King haben Monster ausgedient.

„Die Welt hat Zähne. Und mit denen beißt sie zu, wann immer sie will.“ Diese elementare und niederschmetternde Erfahrung muss in diesem Hörbuch ein Mädchen machen, das nur neun Jahre alt ist (und groß für sein Alter): Patricia McFarland. Kaum ist sie vom Weg abgewichen, zeigt sich eben jene Welt in den Wäldern auf gnadenlose Weise. Aber Trisha hält durch, gerade mal so. Dieses fabelhaft produzierte Hörbuch bietet die ungekürzte, musikalisch und akustisch untermalte Lesung zweier Spitzenkräfte der Sprecherszene: Joachim Kerzel und Franziska Pigulla.

Franziska Pigulla, die deutsche Stimme von Akte-X-Star Gillian Anderson („Scully“), hat bereits mit Joachim Kerzel Ken Folletts Hörbuch „Die Leopardin“ gesprochen. Während ihrer Schauspielausbildung in Berlin trat sie als Sprecherin im Hörfunk hervor. Sie verfügt über ein beeindruckendes Gespür für Dramatik: Ganz gleich, ob sie sanft und weich Liebeserklärungen haucht, mit knurrendem Grollen droht oder mit größter Lautstärke Befehle oder Flüche brüllt – stets kommt sie völlig glaubwürdig und lebendig herüber.
Joachim Kerzel ist die deutsche Stimme von Dustin Hoffman, Jack Nicholson und fast allen Stephen-King-Hörbüchern.

Zur Handlung: Die neunjährige Patricia McFarland geht auf einer Wanderung durch die westlichen Wälder und Vorberge Maines verloren. Eigentlich wollte sie ihrer Mutter und ihrem Bruder Pete, die sich vor lauter Streit nicht mehr an Trishas Existenz zu erinnern schienen, nur eins auswischen: Schaut, ich bin weg – macht euch in die Hosen vor Angst um mich! Es ist wie ein kleiner Selbstmord, mit einem Hilferuf als Botschaft. Doch aus dem kleinen Abstecher wird bitterer Ernst, als sich Trisha immer weiter im undurchdringlichen Urwald des westlichen Maine verliert, aus dem kein Weg herauszuführen scheint. Bis zu ihrer Rettung zehn Tage später verliert sie mehr als zehn ihrer mageren 44 Kilo! Mutterseelenallein kämpft sie sich durch eklige Sümpfe und Schwärme von Stechmücken. Und ein wildes Tier schleicht wie ein Gespenst um sie herum. Schließlich hat sie vor lauter Auszehrung und Krankheit Visionen, so etwa vom Gott der Verirrten, der aus Wespen zu bestehen scheint.

Einzig und allein ihr Walkman-Radio bewahrt sie vor dem Untergang. Sie hört die Reportagen von Baseballspielen in Boston, Massachusetts. Zu den Red Sox gehört ihr verehrter Lieblingsspieler Tom „Flash“ Gordon. Sie trägt eine von ihm signierte Baseballkappe und sein Trikot mit der Spielernummer 36 drauf. Sie muss immerzu an ihn denken und die Art, wie er nach einer erfolgreichen Aktion den Zeigefinger gen Himmel reckt. Auf wen oder was zeigt er da bloß? Auf Gott? Nach mehr als einer Woche, völlig entkräftet, beginnt Tom Gordon sie zu begleiten. Er erklärt ihr, wann ihre letzte Chance, dieses Todesspiel für sich zu entscheiden, gekommen ist: „Gott erscheint immer erst in der zweiten Hälfte des neunten [= letzten] Durchgangs“, also kurz vor Schluss. Und so kommt es, dass sich Trisha in einer schier übermenschlichen Anstrengung das Leben bewahren kann. Denn ihr Widersacher, den sie den „Gott der Verirrten“ nennt, stellt sich ihr in letzter Sekunde in den Weg. Aber Tom Gordon hat sie einen Trick gelehrt, mit dem sie sich zu wehren weiß.

Das Leben als tödliches Baseball-Match? Für die junge, tapfere Trisha schon. Und wie viele kleine Kinder reißen von zu Hause aus, weil ihre Eltern geschieden sind und sie die Trennung unerträglich finden, nur um dann in der Drogenszene oder Prostitution zu enden? Das Leben hat Zähne, und es beißt zu, wenn man es am wenigsten erwartet – diese Lektion bekommt Trisha am eigenen Leib zu spüren. Hier nimmt sich Stephen King ohne allzu viel Spezialeffekte des Schicksals der Opfer von gescheiterten Beziehungen an. Die Kinder sind zudem die schwächsten Opfer. Geliebte Idole wie Tom Gordon helfen offenbar nach Kings Meinung, einiges zu überstehen. Tom erzählt Trisha nicht nur vom Leben, sondern auch von Gott. Der hilft dir nur, wenn du bereit bist, dich nicht selbst aufzugeben. Und das schafft das kleine Mädchen – mit knapper Not. Der Glaube an Tom Gordons Gott steht ihrer Neigung entgegen, sich der Lockung des Gottes der Verirrten zu ergeben: der Verzweiflung durch das Aufgeben der letzten Hoffnung. So findet in ihr der ewige Kampf um das Festhalten an einem Sinn für das eigene Leben statt, den jeder, der in Not ist, ausfechten muss.

Es ist der erste, bislang ungenannte Gott, von dem sie als erstes abfällt, weil er sie nicht unterstützt. Es ist der Gott ihres Vaters. Larry Mcfarland, ein Alkoholiker vor dem Herrn, faselte Trish gegenüber etwas von dem „unterschwellig Wahrnehmbar“ vor. Im Original verwendete er wohl das Wort „subliminal“, korrekterweise. Aber im allgemeinen wird der christlich-jüdische Gott (Jahwe) als „das Sublime“ bezeichnet: das Erhabene, das zugleich Schrecken und Schönheit birgt (seit dem 17. Jahrhundert). Aber das „unterschwellig Wahrnehmbare“ ist nichts, auf das man wie Tom Gordon zeigen und sagen könnte: „Seht her – ich hab’s Gott gezeigt.“ Und einen solchen Gott braucht Trisha unbedingt. Denn sonst unterliegt sie, wie sich zeigt, den Schrecken und der Verzweiflung und der Selbstaufgabe, die ihr der Wespengott, der Gott der Verirrten, der „Herr der Fliegen“, anbietet.

In ihrer „rite of passage“ durchläuft Trisha die verschiedenen Stadien der Verzweiflung. Geprüft bis zum innersten Kern, muss sie sämtliche Werte, die ihr die Welt mitgegeben hat, auf den Prüfstand stellen und sich nach dem Ergebnis richten. Die Erkenntnis von Welt und Gott verwandeln sie völlig, und die Eltern, die an ihrem Krankenhausbett wachen, erkennen die neue Trisha kaum wieder – bis auf ihren Vater, dem sie eine Botschaft übermittelt, die nur ein Baseballfan versteht.

Trisha ist mit Sicherheit die glaubwürdigste weibliche Figur, die King je geschaffen hat, obgleich es sich zunehmend um eine metaphysisch stattfindende Reise handelt, die King erzählt. Seine Prosa war selten so angemessen und wirkungsvoll, auch wenn ab und zu auktoriale Absätze mit Erklärungen eingeschoben sind. Er scheut sich nicht, die peinlichsten Situationen zu schildern und bricht (nur amerikanische?) Tabus, wenn er ein kleines weißes Mädchen Wörter wie „Scheiße“, „Zum Teufel“ und sogar „Fuck you!“ sagen lässt. (Okay, diese Sachen hat sie eigentlich von ihrer Freundin Pepsi Robichaux.) Und er lässt sie sogar in ihre eigene Kacke fallen, wovon sie natürlich nie ein Sterbenswörtchen verraten würde. Die deutsche Übersetzung von Wulf Bergner nimmt ebenso kein Blatt vor den Mund. So geht nichts von der sprachlichen Wucht des Textes verloren, der sich kein Leser entziehen kann.

Die beiden Sprecher wechseln sich ab. Das Buch ist ja in „Durchgänge“ eingeteilt, also Innings wie bei einem zünftigen Baseballmatch. Jeder spricht ein oder zwei solcher Durchgänge. Man kann dadurch sehr gut ihre individuelle Vortragsweise vergleichen. Kerzels Stimme ist natürlich bassbetont, verfügt aber auch über die Fähigkeit, sich in erstaunliche Höhen emporzuschrauben, um Trishas Kinderstimme wiederzugeben. Man könnte nicht sagen, dass er bestimmte Passagen besser oder schlechter liest als seine Kollegin, aber er trägt den Text definitiv schneller vor. Ich hatte den Eindruck, dass er Reisepassagen bevorzugt, während Pigulla überlegende Passagen vorzieht, die Trishas ‚inner space‘ widerspiegeln. Mit ihrem Gespür für Dramatik setzt Pigulla vor allem das Tempo als Haupteffekt ein: sie verzögert vor wichtigen Wörtern oder Sätzen. Sie wispert, kreischt, jauchzt und brüllt – Letzteres in jenes virtuelle Mikro, das die Basellballmatches in Trishas Walkman überträgt. Der Mikro-Effekt wird sehr wirkungsvoll eingesetzt. Meist sind es die bekannten Sportkommentatoren, die Trisha im Radio hört und die sie alle bewertet. Der Mikro-Effekt erlaubt es der Sprecherin, größte Lautstärke einzusetzen. Am besten hat mir gefallen, wenn sie Trisha „Yeah, baby!“ rufen ließ. Die Musik wechselt je nach Anlass und Stimmung – von Hardrock für Action bis hin zu heiterer, trauriger oder angespannter Instrumentierung. Zu den eingesetzten Geräuschen gehören Donnerschläge, aber auch das Zirpen von Grillen oder Heuschrecken – und natürlich Wespen…

Nach dem Epilog folgt noch ein Nachwort des Autors. Das wird von Ulrich Pleitgen gesprochen, was nirgends auf der CD vermerkt ist. King bedankt sich bei den Experten, ist aber selbst ein Fachmann für Baseball. Sein eigener Sohn Owen spielt(e) in der Little League mit – er könnte das Vorbild für Trisha gewesen sein.

Aufgrund der zahlreichen Effekte und der Musikuntermalung rückt dieses Hörbuch schon in die Nähe einer dramatischen Inszenierung, wie sie ein Hörspiel darstellt, nur dass im Hör- oder Radiospiel die Rollen von verschiedenen Sprechern vorgetragen werden. Aber auch so ist „Das Mädchen“ eine höchst dramatische Angelegenheit. Dass es Leser gibt, die diese Erzählung für das langweiligste Buch halten, das sie je von Stephen King gelesen haben, erscheint angesichts der Dramatik, die die Geschichte entwickelt, beinahe unglaublich. Wie auch immer: „Das Mädchen“ kann es an Grauen und Schrecken beinahe mit dem ebenso fabelhaft und effektreich inszenierten Hörbuch „Der Exorzist“ aufnehmen, das Kerzel alleine spricht. Wen diese Aussage verwundert, sei auf das Anhören des entsprechenden Hörbuchs verwiesen. Wer bei einer King-Story auf Berge von Leichen und das eine oder andere UFO oder Alien wartet, dürfte natürlich bitter enttäuscht werden. Das einzige Alien, das hier auftaucht, ist der Wespengott – und der befindet sich zu 99 Prozent in Trishas Einbildungskraft. Die Aliens, die sind wir selber. Was brauchen wir noch UFOs dafür?

Dieses Hörbuch ist ziemlich teuer: knapp 45 Euro. Dafür bekommt man schon eine Reihe von DVDs unter 10 Euro. Da aber dieses Buch aus dramaturgischen und ästhetischen Gründen bis auf weiteres nicht verfilmt werden dürfte, stellen Buch und Hörbuch die einzigen Medien dar, in denen man es genießen kann. In der jetzigen Form ist das Hörbuch jeden Cent wert, den man dafür ausgeben muss. In einer Zeit, in der sogar die meisten TV-Filme nur gekürzt gezeigt werden, bietet es zur Abwechslung mal ungekürztes Vergnügen an.

Lesung: 7:25 Std.
Sprecher: Joachim Kerzel, Franziska Pigulla

John Sinclair – Shimadas Höllenschloss (Teil 1 von 2, Folge 140)

Die Handlung:

Würde ich Suko noch einmal lebend wiedersehen? Seit Wochen suchte ich nach einer Spur meines Freundes, den der Ninja-Dämon Shimada durch ein Dimensionstor in sein Höllenschloss entführt hatte. Als ich schon glaubte, dass es nicht mehr schlimmer kommen konnte, schickte mir Shimada die Dämonentrommler – und kurz darauf war auch Sukos Freundin Shao verschwunden! (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Diesmal hat sich der Verlag an die Hörspielumsetzung des Heftromans mit der Nummer 364 gemacht, das erstmalig am 24. Juni 1985 am gut sortierten Bahnhofskiosk oder manchmal auch in einer Buchhandlung zu bekommen war. Das Bild wurde übernommen, beim Titel wurde die aktuelle Rechtschreibung angewandt und „Schloss“ nicht mehr „Schloß“ geschrieben.

John Sinclair – Shimadas Höllenschloss (Teil 1 von 2, Folge 140) weiterlesen

John Sinclair Classics – Der Albtraum-Friedhof (Folge 40)

Die Handlung:

Inmitten des Schwarzwalds nahe einem Friedhof liegt das Waldhotel König, in dem der deutsche BKA-Beamte Will Mallmann seinen Urlaub verbringt. Am Frühstückstisch begegnet er dem sonderbaren Archäologen Xaver Jurc, der in der Umgebung nach Zeugnissen der Etrusker sucht – und kurz darauf steigen die Toten aus ihren Gräbern!(Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Diesmal hat sich der Verlag an die Hörspielumsetzung des GESPENSTER-KRIMI-Heftromans mit der Nummer 176 gemacht, der erstmalig am 25. Januar 1977 am gut sortierten Bahnhofskiosk oder manchmal auch in einer Buchhandlung zu bekommen war. Das Titelbild des Hörspielcovers ist dabei eine Neuinterpretation der Thematik.

John Sinclair Classics – Der Albtraum-Friedhof (Folge 40) weiterlesen

Rebecca Gablé – Das Lächeln der Fortuna (Lesung)

Ein farbenprächtiger Gobelin des Mittelalters

Nach dem Tod seines Vaters, des wegen Hochverrats angeklagten Earl of Waringham, zählt der zwölfjährige Robin zu den Besitzlosen und ist der Willkür der Obrigkeit ausgesetzt. Besonders Mortimer, der Sohn des neuen Earl, schikaniert Robin, wo er kann. Zwischen den Jungen erwächst eine tödliche Feindschaft. Aber Robin geht seinen Weg, der ihn zurück in die Welt von Hof und Adel – an die Seite des charismatischen Duke of Lancaster – führt.

Doch das Rad der Fortuna dreht sich unaufhörlich, und während ein junger, unfähiger König England ins Verderben zu reißen droht, steht Robin plötzlich wieder seinem alten Todfeind gegenüber … (Verlagsinfo)

Die Autorin
Rebecca Gablé – Das Lächeln der Fortuna (Lesung) weiterlesen

John Sinclair – Werwolf-Omen (Folge 139)

Die Handlung:

Mitten in der Nacht lief mir auf einer einsamen Landstraße das Mädchen Laura Ascot vor den Wagen – und flüchtete in die Dunkelheit! Sekunden später huschte an ihrer Stelle ein Wolf zwischen den hohen Gräsern der Böschung entlang. Ich folgte seiner Spur und geriet in einen Kampf, in dem sich Werwölfe und Vampire als erbarmungslose Gegner gegenüberstanden … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Diesmal hat sich der Verlag an die Hörspielumsetzung des Heftromans mit der Nummer
372 gemacht, das erstmalig am 19. August 1985 am gut sortierten Bahnhofskiosk oder manchmal auch in einer Buchhandlung zu bekommen war.

John Sinclair – Werwolf-Omen (Folge 139) weiterlesen

King, Stephen – Brennen muss Salem (Lesung)

_Anti-Dracula: Vampire in Neuengland_

Ben Mears, ein mittelmäßiger Schriftsteller, kehrt nach Jahren in seine Heimatstadt Salem’s Lot zurück. Er interessiert sich auffällig für das Marstenhaus, das als Spukhaus gilt und seit dem rätselhaften Tod seiner Bewohner im Jahr 1939 leer steht. Von diesem Haus geht eine unheimliche Kraft aus, und bald zeigt sich, wer in Salem’s Lot sein Unwesen treibt: ein Vampir. Ben Mears wagt es mit einigen Helfern, darunter einem alten Mann, einer jungen Frau und einem Jungen, den Kampf gegen die Macht des Bösen aufzunehmen. Doch dieses Wagnis kostet furchtbare Opfer …

Der Roman ist die amerikanische Antwort auf Bram Stokers Klassiker [„Dracula“.]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3489

_Der Autor_

Stephen King, geboren 1947 in Portland, Maine, ist einer der erfolgreichsten amerikanischen Schriftsteller. Schon als Student veröffentlichte er Kurzgeschichten, sein erster Romanerfolg, „Carrie“ (verfilmt), erlaubte ihm, sich nur noch dem Schreiben zu widmen. Seitdem hat er weltweit 400 Millionen Büchern in mehr als 40 Sprachen verkauft. Im November 2003 erhielt er den Sonderpreis der |National Book Foundation| für sein Lebenswerk. (Verlagsinfo) Er lebt in Bangor, Maine, und Florida. Seine Erstleserin ist immer noch seine Frau und Schriftstellerkollegin Tabitha King. Inzwischen schreibt auch sein Sohn Joe Hill erfolgreich: „Blind“ ist bei |Heyne| erschienen.

Sein Hauptwerk, das zeigt sich immer deutlicher, ist der Zyklus um den dunklen Turm. Er besteht aus folgenden Bänden:

„Schwarz“ (ab 1978); „Drei“; „Tot“; „Glas“; „Wolfsmond“; „Susannah“; „Der Turm“ (2005).

_Stephen King bei |Buchwurm.info|_ (Auswahl):

[„Brennen muss Salem – Illustrierte Fassung“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3027
[„Briefe aus Jerusalem“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3714 (Audio)
[„Friedhof der Kuscheltiere“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3007 (Audio)
[„Puls“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2383
[„Trucks“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2327 (Audio)
[„Colorado Kid“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2090
[„The Green Mile“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1857 (Audio)
[„Das Leben und das Schreiben“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1655
[„Atemtechnik“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1618 (Audio)
[„Todesmarsch“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=908
[„Der Turm“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=822 (Der Dunkle Turm VII)
[„Der Sturm des Jahrhunderts“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=535
[„Tommyknockers – Das Monstrum „]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=461
[„Achterbahn“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=460
[„Danse Macabre – Die Welt des Horrors“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=454
[„Christine“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=453
[„Der Buick“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=438
[„Atlantis“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=322
[„Das Mädchen“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=115
[„Im Kabinett des Todes“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=85
[„Duddits – Dreamcatcher“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=45

_Der Sprecher_

Jürgen Kluckert hat an der Schauspielschule „Ernst Busch“ studiert und spielte Rollen im „Tatort“, bei „SOKO“ und „Liebling Kreuzberg“. Auch am Theater und als Synchronstimme, u. a. von Morgan Freeman, Nick Nolte, Robbie Coltrane und Chuck Norris, wurde er bekannt. 1994 übernahm er die Synchronisation von Benjamin Blümchen.

Kluckert liest die ungekürzte Romanfassung der Übersetzung von 1995. Die Aufnahme erfolgte in den dc-Tonstudios, NRW-Berlin, unter der Regie von Kati Schaefer. Die Musik stammt von Dennis Kassel und Dicky Hank, die Aufnahmeleitung oblag Klaus Trapp.

_Handlung_

Als Ben Mears in sein Heimatstädtchen Jerusalem’s Lot zurückkehrt, lernt er die junge Frau Susan Porter kennen. Sie wiederum erkennt den Autor vom Umschlag seiner Bücher wieder, die sie in der Ortsbücherei ausgeliehen hat. Was er ihr verschweigt: Eigentlich wollte er es in der Großstadt zu etwas bringen, aber der Tod seiner Frau Miranda bei einem Motorradunglück hat ihn aus der Bahn geworfen.

Nun will er sich den Dämonen seiner Vergangenheit stellen und ein neues Buch darüber schreiben. Erst wenn er wieder mit sich im Reinen ist, so hofft er, kann er einen Neuanfang wagen. Und für diesen Exorzismus muss er noch einmal in das Marstenhaus zurück. Dieser alte Kasten thront auf einem Hügel über der Stadt wie ein dunkler Gott. Als er einmal bei einer Mutprobe in das Haus ging, stieß er auf die von der Decke baumelnde Leiche des bereits 1939 gestorbenen Besitzers Hubert Marsten. Er hatte sich erhängt, nachdem er seine Frau erschossen hatte. Hatte sich Ben dieses Erlebnis nur eingebildet oder war es real? Um dies herauszufinden, muss Ben noch einmal in das verfluchte Haus gehen. Da sieht er zu seinem Erstaunen ein Auto davor stehen.

Beim lokalen Immobilienmakler will er das Haus mieten, muss jedoch erfahren, dass es bereits verkauft wurde, an einen Mann namens Straker und seinen Partner, einen gewissen Mr. Barlow. Straker eröffnet einen Antiquitätenladen in der Hauptstraße. Ben ist enttäuscht, doch die freundliche Zuneigung Susans muntert ihn wieder auf. Sie stellt ihn ihren Eltern vor, doch die sind überrascht. Ist Susan denn nicht mehr die Verlobte von Floyd Tibbits? Susan sagt nein, doch Floyd scheint noch nichts davon zu wissen. Das dürfte Ärger geben, und Susans Mutter lehnt Ben, diesen „windigen Schreiberling anrüchiger Romane“, von vornherein ab.

Noch ahnt keiner außer einem Totengräber, dass ein Hund tot aufgefunden wurde. Er wurde an das schmiedeeiserne Tor des Friedhofs gehängt. In der folgenden Nacht wird einer der beiden Jungen der Glicks vermisst. Ralph war mit seinem Bruder Danny auf dem Weg durch den Wald, um Mark Petries Monstersammlung zu bewundern, als etwas im Wald sie angriff. Aber was war es? Als Danny ohne seinen Bruder wieder auftaucht, ist er schwer verletzt und steht unter Schock.

Ben Mears beteiligt sich sofort an der Suche nach Ralph, die jedoch ergebnislos verläuft. Der Arzt Jimmy Cody stellt bei Danny Glick mit Verwunderung hochgradige Anämie fest und bemerkt die kleinen Bisswunden an Dannys Hals nicht. Vielleicht hält er sie für Abschürfungen. Am nächsten Tag muss er bestürzt Dannys Tod feststellen. Als Ben davon erfährt, kommt ihm die Häufung dieser Fälle, die noch nicht als Verbrechen erkennbar sind, als nicht ganz zufällig vor. Er bringt sie gefühlsmäßig in Zusammenhang mit dem Auftauchen von Straker und Barlow im Marstenhaus. Da liegt er goldrichtig.

Noch ahnen er und Susan nichts von der wahren Natur der Gefahr, doch der Schatten des Verhängnisses macht sich bemerkbar, als der Totengräber, der den Hund fand, Danny Glicks Sarg öffnet und die Leiche darin die Augen aufschlägt und ihn hypnotisiert. Den Biss in den Hals spürt Mike Ryerson kaum noch …

_Mein Eindruck_

Anders als sein Romandebüt „Carrie“ erreicht Kings Vampirroman „Brennen muss Salem“ (1975) ein klassisches Niveau, auf dem es seine Aufgabe als moderne, amerikanische Antwort auf Stokers „Dracula“ (1897) erfüllen kann. Selbstredend kannte King das britische Vorbild und hat es immer wieder gelesen, wie er im Vorwort zur Ausgabe von 1999 schreibt. Kings Roman beschreibt das gleiche Gefühl einer Invasion durch etwas Falsches, zieht die Geschichte aber völlig anders auf.

|Anti-Dracula|

Während Stoker seinen Grafen die Invasion Britanniens aus den Gräbern heraus vorantreiben lässt, quasi als Rache der Toten, so beginnt Kings Roman völlig im Normalen, nämlich in der typischen neuenglischen Kleinstadt – mit einem Unterschied: Das Marsten-Haus ist wieder bewohnt. Die Invasion hat bereits begonnen, doch es vergeht mindestens ein Drittel des Buches, bis sie als solche erahnt, benannt, erörtert wird, und noch einmal ein Drittel, bis sie auch bekämpft wird. Denn es kann nicht sein, was nicht sein darf, zumal in der Kleinstadt, wo jeder jeden kennt.

Lieber halten sich die Einwohner an den zurückgekehrten Neuling Ben Mears und nennen ihn einen Eindringling, der weiß Gott was im Schilde führt. Man bekämpft lieber den Teufel, den man kennt (pfui, ein Schriftsteller!) als einen Teufel, von dem man noch gar nicht zugeben will, dass er vielleicht existieren könnte. Bis es dann schließlich zu spät ist.

|Invasion|

Die perfide Invasion geht mit überraschender Leichtigkeit vonstatten. Zum einen hat der Tod keine Macht mehr über die vom Obervampir infizierten Opfer. Diese wiederum infizieren ihre Nächsten: Freunde, Eltern, Geschwister, Geliebte. Die Invasion weist die Charakteristika einer Epidemie auf. Doch die Überträger müssen, ähnlich wie Elfen und anderes Zaubervolk, willkommen geheißen und ins Haus gebeten werden. Das setzt die Bekanntheit, ja Vertrautheit mit dem Überträger voraus. Auf diesem Infektionsweg ist es gerade die private und intime Mitmenschlichkeit, die den Opfern den Garaus macht und schließlich zum Untergang der Stadt führt. (Auch „The Stand – Das letzte Gefecht“ beginnt mit einer Seuche …) Auch Ben Mears wird dadurch zur Zielscheibe.

Ben Mears blickt schon frühzeitig durch, weil in ihm das Misstrauen gegen das Marsten-Haus tief sitzt: Er hat dort einmal ein Horrorerlebnis gehabt, als er noch ein Junge war. Aber er weiß auch aus seiner Lektüre, was ein Vampir ist, was er tut und womit man ihn bekämpft. In diesem Wissen wird er durch den Lehrer und durch den Pfarrer unterstützt. Nur das richtige Wissen über den Feind kann zum Sieg über ihn führen, das wusste schon Sun Tzu im alten China. Allerdings gibt es etwas, was Ben Mears und seine Mitstreiter brauchen, das ihnen in ganz Neuengland nur eine einzige Institution geben kann: die katholische Kirche.

|Segen von oben|

Diese Bedingung kam für mich doch etwas überraschend. In „Dracula“ begnügen sich die wackeren Vampirjäger um Prof. Van Helsing mit Eichenpflöcken, silbernen Kruzifixen und allerlei frommen Sprüchen, aber keiner braucht den Segen der Mutter Kirche. Ganz anders in Salem’s Lot: Hier müssen die Vampirjäger – Mears, Cody, Mark Petrie – in Pater Callahans Kirche erst die Beichte ablegen und um Vergebung ihrer Sünden bitten, bevor der Pater sie segnen kann und ihnen Weihwasser etc. mitgibt.

Was hat dies zu bedeuten? Nun, ganz offensichtlich geht es darum, einen Exorzismus auszuführen, und den kann man nicht erfolgreich durchziehen, wenn das eigene Gewissen nicht absolut rein und gesegnet ist. Denn die schwarzen Flecken auf der Seele würde der Widersacher als Erstes aufs Korn nehmen, in der Erwartung, dass sich sein Opfer vor Schuldgefühlen windet, wodurch es eine leichte Zielscheibe wird. Der Widersacher, in diesem Falle Barlow, ist ein uraltes Wesen aus den Tiefen der Zeit und nimmt keine Rücksicht auf irgendwelche amerikanischen Gernegroß-Vampirjäger. Es erlebt jedoch eine Überraschung nach der anderen. Katholisch gesegnete Amerikaner haben eben doch einiges an Artillerie vorzuweisen …

|Exorzist|

Man sollte bedenken, dass nur fünf Jahre vor „Brennen muss Salem“ „Der Exorzist“ veröffentlicht wurde und dessen Verfilmung durch William Friedkin alle Besucherrekorde schlug. Von diesem Film könnte sich King ein paar Tipps hinsichtlich eines ordentlichen Exorzismus‘ abgeschaut haben. Und wie dort muss auch in „Brennen muss Salem“ der Priester einen hohen Preis bezahlen.

|Bewährtes Muster|

An diesem frühen Roman lässt sich schon das Strickmuster vieler späterer Bestseller Kings ablesen, wie etwa „Tommyknockers“ und „ES“. Es ist die detailliert geschilderte Kleinstadt mit ihrem engmaschigen Netz aus Beziehungen und Abhängigkeiten, die der Autor einer plötzlichen, fremdartigen Bedrohung aussetzt. Das Übernatürliche wird häufig mit einem bestimmten Ort, etwa wie in „das Haus Usher“, verbunden und lässt sich dort am besten bekämpfen. Die Kämpfer sind ganz unterschiedlich, ebenso wie ihre Methoden und ihr Glaubenssystem. Denn ohne Glaube, Liebe und Hoffnung – in dieser Dreieinigkeit – ist der Kampf von vornherein verloren.

|Der Sprecher|

Tobias Kluckert ist ein vielseitiger und sehr erfahrener Sprecher, der Morgan Freeman, Chuck Norris und Nick Nolte seine Stimme geliehen hat. Insbesondere Freeman und Nolte sind mir als Charakterdarsteller bekannt, und besonders Freeman ist eine hohe Integrität zu eigen. Diese Integrität kommt wiederum dem Erzähler der Geschichte von Salem’s Lot zugute, denn sie verleiht ihm eine Glaubwürdigkeit und Autorität, die für die Präsentation eines so ungeheuren Geschehens wie dem Kampf gegen einen uralten Vampir notwendig ist.

Kluckert gelingt es, die Emotionalität einer Szene ebenso wiederzugeben wie eine Figur genau zu charakterisieren. Sein Sheriff Gillespie spricht behäbig und sehr tief, ganz im Gegensatz zu dem agilen Ben Mears. Die Frauenfiguren wie Susan und Ann Porter haben allgemein eine höhere Tonlage und eine sanftere Sprechweise, genau wie Mark Petrie, der ja erst zwölf Jahre ist. Im finalen Showdown muss Mark unglaublich mutige (oder verzweifelte) Taten vollbringen, und wenn er mal spricht, klingt er häufig ängstlich und leise.

Man darf nun aber nicht meinen, dass alle Figuren leise reden, im Gegenteil. Bens Konfrontation mit dem Vampir ist recht lautstark, und die entsprechenden Rufe der beiden Kontrahenten lässt der Sprecher klar und deutlich aus den Lautsprecherboxen klingen. (Natürlich nicht so laut, dass das Trommelfell des Hörers geschädigt wird.)

Nur mit Kluckerts Aussprache mancher amerikanischer Namen bin ich nicht ganz einverstanden. Er spricht den Namen des Polizisten Parker Gillespie [gilspi] statt wie üblich [gi’léspi] aus, analog zu dem Namen des bekannten Jazzmusikers. Den Namen der Familie Dougall hätte ich [du:gl] statt [dagl] ausgesprochen, in der Hoffnung, dass mir ein nativer Sprecher Recht gibt. Aber dies sind offensichtlich Einzelfälle, über die es sich nicht zu streiten lohnt.

Geräusche hat die Lesung nicht vorzuweisen, und auch keine Hintergrundmusik, dafür jedoch ein In- und ein Outro, das dem düsteren Thema der Geschichte angemessen ist.

_Die Übersetzung_

… stammt von Peter Robert und ist die erste vollständige deutsche Version des Originals. Zuvor veröffentlichten der |Zsolnay|- (Hardcover) und der |Heyne|-Verlag (Taschenbuch) eine gekürzte Übersetzung, die Ilse Winger und Christoph Wagner im Jahr 1979 angefertigt hatten. Ich habe diese alte Version mit dem Original verglichen und zahlreiche Kürzungen vorgefunden, so dass diese Fassung in keiner Weise den Absichten des Autors entsprochen haben dürfte.

Erst Peter Robert hat eine gültige Übertragung angefertigt. Zum Glück folgt die Lesung Kluckerts dieser Fassung. Die enthält sämtliche Motti, darunter zahlreiche Gedichte des griechischen Lyrikers Georgios Seferis (dessen Namen Kluckert sogar korrekt ausspricht!), aber auch ein in den USA bekanntes Gedicht von Wallace Stevens. Dessen Titel „The emperor of ice cream“ leiht dem mittleren Teil des Roman seinen Titel.

In solchen Motti macht sich bemerkbar, dass King kein Groschenschreiberling ist, sondern ein gebildeter Englischlehrer, der erzählen kann. Den Ritterschlag zum ernsthaften Schriftsteller erhielt er erst vor wenigen Jahren – was sofort einen Aufschrei empörter Kritiker zur Folge hatte.

|Statt eines Booklets|

… sind die Hüllen der CDs mit Informationen bedruckt, die über die Biografie des Autors, sein Werk und über den Sprecher eingehend Auskunft geben. Selbst ein King-Fan findet in dieser Biografie noch interessante Details, so etwa die, dass er seinen verfilmten Bestseller „Carrie“ (1974) bereits in die Mülltonne geworfen hatte, weil er das Manuskript zu schlecht fand, bevor seine Frau Tabitha es wieder herausfischte und ihn dazu brachte, das Buch weiterzuschreiben. Für die Filmrechte bekam King seinen ersten dicken Scheck: 400.000 Dollar …

_Unterm Strich_

„Brennen muss Salem“ wurde 1979 fürs Fernsehen verfilmt, der Streifen wird aber nur selten gezeigt. Das liegt sicherlich zum einen daran, dass das Thema Vampire von King nicht gerade originell behandelt wurde, aber auch daran, dass die Darstellung unbedingt die breite Leinwand des Romans benötigt, um funktionieren zu können.

Erst durchs literarische Erzählen vieler winziger Details und der Überlagerung von Erzählsträngen und Zeitebenen macht der Roman dem Leser sinnfällig, dass die neuen Besitzer des Marstenhauses keine gewöhnlichen Besucher sind, sondern innerhalb der räumlichen und zeitlichen Existenz der Stadt Jerusalem’s Lot eine Anomalie und Invasion darstellen, die ihr Fortbestehen bedroht.

Doch so wie sich ein Organismus gegen eine Infektion wehren muss, so gibt es auch in Jerusalem’s Lot Elemente, die die Invasion der Vampire bekämpfen, solche, die sich ihr beugen, und solche, die keine Ahnung haben. Natürlich gibt es auch feindliche Übernahmen, so etwa im Fall von Susan Porter. Wenn sie ihren Geliebten Ben Mears in die Reihen der Vampire einreihen möchte, so kommt es zu einem tiefgreifenden emotionalen Konflikt seitens Ben. Er muss sich fragen, was der Untod für ihn bedeuten würde – ewiges Leben an Susans Seite und / oder ewige Verdammnis? Was würde der echte Tod für Susan bedeuten – ewiges Nichtleben, aber dafür Erlösung?

Der Showdown zwischen Ben und dem Obervampir läuft in mittlerweile klassisch gewordener Manier ab, aber nicht ganz so, wie man es aus „Dracula“ kennt. Die ungekürzte Version, die hier wiedergegeben wird, enthält einen zusammengehörigen Pro- und einen Epilog, der die Hauptgeschichte wie einen Rahmen umgibt und das weitere Schicksal Ben Mears‘ und Mark Petries in knappen Worten erzählt.

|Das Hörbuch|

Tobias Kluckert ist als deutsche Stimme von Morgan Freeman und anderen jedem Filmfreund ein Begriff, zumindest in akustischer Hinsicht, und kann seine Stimme mit Integrität und Autorität, aber auch Warmherzigkeit verbinden. Diese seltene Kombination kommt der Präsentation eines so ungeheuren Geschehens wie einer Vampirinvasion sehr zugute. Kluckert kann nicht nur ruhig erzählen, sondern auch Figuren individuell gestalten und Szenen mit einer angemessenen Stimmung schildern. Nur mit seiner Aussprache von zwei amerikanischen Namen bin ich nicht ganz einverstanden.

Fazit: Volle Punktwertung für diese Produktion.

|Originaltitel: Salem’s Lot, 1975
Aus dem US-Englischen übersetzt von Peter Robert
1237 Minuten auf 17 CDs|
http://www.luebbe-audio.de

Clive Barker – Das dritte Buch des Blutes (Lesung)

Der Leichentuchkiller: Wildwest in Soho

Leser mit schwachen Nerven seien gewarnt: Clive Barker ist nichts für zart besaitete Gemüter! In seinen phantastischen Geschichten beschwört er voller Wortgewalt das Grauen und geht über alles hinaus, was man sich in seinen schlimmsten Alpträumen vorgestellt hat. (Verlagsinfo) Für seine „Bücher des Blutes“ bekam Clive Barker 1985 den |World|- und den |British Fantasy Award|. Seine Schrecken sind (meist) in der realen Welt angesiedelt, im Hier und Jetzt, oft sogar mitten in der Großstadt.

Das Hörbuch enthält zwei ausgewählte Erzählungen und ist für Hörer ab 14 Jahren zu empfehlen.

Der Autor

Clive Barker, 1952 in Liverpool geboren, ist der Autor von bislang zwanzig Büchern, darunter die sechs „Bücher des Blutes“. Sein erstes Buch für Kinder trägt den Titel „The Thief of Always“ (Das Haus der verschwundenen Jahre). Er ist darüber hinaus ein bekannter bildender Künstler, Filmproduzent und -regisseur [(„Hellraiser 1“)]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2433 sowie Computerspiel-Designer

Er lebt in Beverly Hills, Kalifornien, mit seinem Lebenspartner, dem Fotografen David Armstrong, und ihrer Tochter Nicole. Sie teilen sich das Haus mit vier Hunden, fünf Goldfischen, fünfzehn Ratten, unzähligen wilden Geckos und einem Papagei namens Malingo.

Seit 2002 veröffentlicht Barker einen Zyklus von wunderschön illustrierten Kinderbüchern mit dem Titel [„Abarat“.]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1476 Alle Bücher spielen in der titelgebenden Fantasywelt, die – wie könnte es anders sein – auch einige teuflische Figuren vorweisen kann. Sie machen der 16-jährige Heldin Candy Quackenbush das Leben im Abarat schwer.

Der Sprecher und andere Mitwirkende

Matthias Koeberlin, geboren 1974, absolvierte die Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ in Potsdam. Für seine Verkörperung des Ben in „Ben & Maria – Liebe auf den zweiten Blick“ erhielt er den Günther-Strack-Fernsehpreis. Für seine Interpretation des Lübbe-Hörbuchs [„Das Jesus-Video“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=267 wurde er für den Deutschen Hörbuchpreis des WDR (2003) nominiert. In der ProSieben-Verfilmung des Bestsellers spielte er den Stephen Foxx.

Regie führte Kerstin Kaiser, die musikalischen Motive stammen von Andy Matern.

Andy Matern wurde 1974 in Tirschenreuth, Bayern geboren. Nach seiner klassischen Klavier-Ausbildung arbeitete er einige Jahre als DJ in Clubs. Seit 1996 ist er als freiberuflicher Keyboarder, Produzent, Remixer, Songwriter und Arrangeur tätig. Er kann trotz seiner jungen Jahre bereits mehr als 120 kommerzielle CD-Veröffentlichungen vorweisen. Darunter finden sich nationale und internationale Chart-Platzierungen mit diversen Gold- und Platin-Auszeichnungen.

Bereits Andy Materns erste Hörbuch-Rhythmen erreichten schnell Kultstatus bei den Fans und der Fachpresse. Durch seine musikalische Mitarbeit wurde „Der Cthulhu-Mythos“ zum besten Hörbuch des Jahres gewählt (Deutscher Phantastik Preis 2003). Andy Matern lebt und arbeitet in München. (Verlagsinfos)

Das Hörbuch bietet lediglich eine Auswahl aus den Storys des Buches, das 1984 erstmals erschien.

Die Erzählungen

1) Sündenböcke

Auf einem Segeltörn stranden die vier jungen Besatzungsmitglieder auf einer winzigen Hebrideninsel vor Schottland. Raymond, Jonathan, Angela und Frankie, die Köchin. Ray, der irgendwie das Kommando übernommen zu haben scheint, flucht über Nebel, Funkstille und überhaupt alles, was ihm über den Weg läuft. Nach einer Weile des Herumärgerns machen sich die vier Twens auf den Weg, um die öde Insel zu erkunden, auf der ihre |Emmanuelle| gestrandet ist.

Sie machen ein paar beunruhigende Entdeckungen. Erst einmal: Es wohnt keine Menschenseele hier, und es stinkt erbärmlich. Unrat und massenhaft Fliegen wirken nicht gerade einladend. Auf der anderen Seite stoßen sie auf einen Pferch, in dem drei krank aussehende Schafe weiden. Seltsam: Hat man die Viecher hier ausgesetzt? Aber wofür? Jonathan, der besoffen ist, nennt Angela, die zu Ray gehört, ein „dummes Luder“, und Frankie nennt ihn dafür ein „fieses Schwein“. Jonathan wiederum flucht über die „bekackten Schafe“, von denen eines zusammengebrochen ist. Mit einem Stein schlägt er dem wehrlosen Tier den Schädel ein. Als er wieder aus seinem Blutrausch erwacht, kotzt er sich die Seele aus dem Leib.

Frankie, die angeekelt ist, wundert sich über den Gestank und die ständig rieselnden und klappernden Steinlawinen. Was kann sie bloß verursachen? Inzwischen hat Ray herausgefunden, dass diese Insel ein Grabhügel für die Gefallenen der Weltkriege ist. Sie wurden hier angeschwemmt. Einer der kullernden Stein trifft Jonathans Schädel und schlägt ihn ein.

Da taucht ein Einheimischer auf, ein Fischer, wie es scheint. Er jammert: „Was habt ihr angerichtet? Ihre Gaben …“ Er hat das getötete Schaf gesehen. Die Schafe waren Gaben der Anerkennung an die Toten.

Diesen Frevel sollen die Anwesenden, ob Besucher oder Einheimische, mit dem Leben bezahlen. Denn nun machen sich alle Steine der Insel auf verhängnisvolle Weise selbständig …

Mein Eindruck

Die Erzählung greift drei Themen auf und verknüpft sie auf komplexe Weise. Die vier Reisenden auf dem Boot mit dem bezeichnenden Namen „Emmanuelle“ sind nicht miteinander verheiratet und frönen der freien Liebe, wenn auch nicht untereinander, sondern in den Paaren Ray & Angela sowie Frankie & Jonathan. Ihre lustbetonte Weltanschauung wird konfrontiert mit den zwei Themen Tod und Religion. Der Grabhügel gehört den Toten, welche nach Anerkennung heischen wie auf einem Friedhof. Stattdessen verhöhnt der besoffene Jonathan die Toten, indem er die Gabe der Anerkennung, eines der Schafe, mutwillig erschlägt.

Obwohl von Kreuzen und Kirchen weit und breit nicht die Rede ist, hat Jonathan dennoch gegen ein religiöses Gebot verstoßen: Ehrung der Toten. Die Sühne des Frevel kann nur in seinem eigenen Tod bestehen, doch dabei bleibt es nicht: Alle müssen sterben, damit sie sich dem Totenheer anschließen, selbst die relativ unschuldige Frankie.

Von Anfang an spielt der Text auf Jesus an. Raymond, der Anführer, soll einen „Jesus-Komplex“ haben, und seine Freundin Angela versucht „die Speisung der Fünftausend“. Ray schließlich sieht im Tod aus, als wolle er übers Wasser wandeln, doch er ist nur eine Marionette jener Puppenspieler, die auf der Insel der Toten das Sagen haben. Diese Puppenspieler haben für Jesus genauso wenig übrig wie Ray. Sie sind Heiden und verlangen Anerkennung, Huldigung. Ihre Strafe für Frevel ist nicht nicht christliche Vergebung, sondern heidnische Vergeltung. Die Opfer werden selbst Mitglieder des Totenreichs.

2) Bekenntnisse eines (Pornografen-) Leichentuchs

Ronny Glass, 32, dementiert, dass er jemals ein Pornograph gewesen sei, ja, er mochte nicht mal Sex, denn er war schließlich mit Bernadette, einer braven Katholikin, verheiratet und hatte zwei ebenso brave Töchter mit ihr. Der Buchhalter hatte nur ein einziges Laster, das ihm zum Verhängnis wurde: Habgier.

Eines Tages bot ihm ein Unternehmer namens McGuire einen Buchhaltungsjob in Soho an, den Ronny gleich hätte ablehnen sollen. Aber wie gesagt: Habgier. Und McGuire ist großzügig, denn er braucht Ronny, um seinem zwielichtigen Unternehmen einen seriösen Anstrich zu verleihen. Worin dieses besteht, entdeckt Ronny nur durch Zufall. Er stolpert in die Lagerhalle, und da stehen sie: Paletten voller Pornomagazine. Ronny kann sich kaum sattsehen an den Schweinereien. „Sex pur! Grauenvoll!“ Diese Ablehnung amüsiert McGuire keineswegs und er droht, Ronnys guten Ruf zu zerstören, sollte er nicht kooperieren. Angstvoll haut Ronny zu, doch McGuire schlägt zurück.

Ronny muss Bernadette anlügen und kann nicht schlafen. Am Sonntag ist seine Ehe ruiniert, sein Ruf zerstört: Die Sonntagszeitungen pfeifen es von allen Dächern, dass er ein Pornograph sei. Seltsam, dass McGuire kein einziges Mal erwähnt wird. Ronny sinnt auf Mord und greift McGuire und dessen Männer tätlich an, doch er zieht schließlich den Kürzeren und landet in der Leichenhalle. Hier beginnt Ronnys zweites Leben.

Nachdem sich sein Geist in das Leichentuch übertragen hat, bevor der Körper entsorgt wird, kann sich Ronny wieder auf den Weg machen, um seine Rache zu vollenden. Doch wie stellt es ein Leichentuch an, einen schwer bewachten Gangsterboss um die Ecke zu bringen?

Mein Eindruck

Thematisch dreht sich die Story um die Verflechtung der Unterwelt mit der Polizei, auch wenn es sich „nur“ um so genannte Pornographen handelt (von denen es in Merry Old England einige gibt) sowie um die Verstrickung eines unbescholtenen Mannes mit diesen kriminellen Kreisen.

In erzählerischer Hinsicht entwickelt sich die anfängliche Blut & Mord-Story zu einer immens grotesken Gespenstergeschichte. Ein auf der Straße wandelndes weißes Leinentuch, das Mordgedanken hegt? Wie lächerlich? Doch der Autor hieße nicht Barker, wenn er dieses irrsinnige Konzept nicht mit tödlicher Präzision und Beharrlichkeit ins Ziel steuern würde. Auch am finalen Schauplatz des Showdowns hagelt es wieder groteske Momente, so etwa der, als McGuire entdeckt, dass es seine Frau mit seinem Leibwächter treibt. Da fliegen wieder die blauen Bohnen um die Wette!

Doch was wird aus Ronny, dem heroisch rächenden Buchhalter mit den ungeahnten Machoqualitäten? Er endet als Wischtuch in einer Kirche. Dort haben die Spermaflecken, die der Pfarrer beim Fotografieren einer Nutte verursacht, schließlich nichts zu suchen. Der Kreis der Sünde schließt sich.

Der Sprecher

Als ausgebildeter Schauspieler weiß Koeberlin seine Stimme wirkungsvoll einzusetzen und die Sätze deutlich und richtig betont zu lesen. Auch die Aussprache aller englischen Namen und Bezeichnungen geht reibungslos vonstatten. Aber die Flexibilität seiner Stimme scheint noch relativ begrenzt zu sein. Der weiblichen Stimmlage passt sich Koeberlin ein wenig an. Selten sinkt die Lautstärke zu einem Flüstern herab oder erhebt sich zu einem Fauchen. Keuchen, Zischen, sogar Würgen gehören zum breiten Repertoire der situationsbetonten Darstellung.

Die Betonung hat sich inzwischen der des |Lübbe|-Stammgastes David Nathan angenähert, und das tut Koeberlins Vortrag sichtlich gut. Er ist wesentlich eindringlicher als noch beim „ersten Buch des Blutes“, besonders in der grotesken „Leichentuch“-Erzählung. Seine stimmliche Darstellung im Zusammenspiel mit den Soundeffekten und der Hintergrundmusik bildet ein eindringliches Stück Kopfkino, das mir selbst nach Wochen immer noch in Erinnerung geblieben ist.

Die Musik

Die Musik von Matern ist dasjenige Stilelement, das den Zauber dieser Lesung ausmacht. Sie kommt selbstverständlich als Intro und Outro zum Einsatz, und regelmäßig ist an den spannenden und dramatischen, sprich; gruseligsten Stellen Hintergrundmusik zu hören. Diese nun aber zu charakterisieren, stellt sich als schwierige Aufgabe heraus. Ich konnte kein einzelnes Motiv heraushören, vielmehr handelt es sich um Klangfolgen mit klassischen Instrumenten (und wohl dem einen oder anderen Synthesizer), die eine Atmosphäre der Beunruhigung, Anspannung, kurzum: des Grauens erzeugen. Um diese Wirkung erzielen, hat Andy Matern jedenfalls ganze Arbeit geleistet.

Unterm Strich

Ich kann das Hörbuch mit Einschränkungen empfehlen. Eine Einschränkung betrifft das Fehlen von drei der fünf Erzählungen aus der literarischen Vorlage: „Rohkopf Rex“, „Der Zelluloidsohn“ und „Menschliche Überreste“. „Sündenböcke“, die erste Erzählung des Hörbuchs, verrät etwas von der Sprachgewalt und Stimmungsmalerei, zu der Barker in seinen besten Geschichten fähig ist. „Bekenntnisse eines (Pornographen-) Leichentuchs“ ist mehr auf groteske Effekte und handfeste Action aus, sozusagen die Wildwestversion einer Gespenstergeschichte.

Die seit dem „ersten Buch des Blutes“ beträchtlich verbesserte Vortragskunst des Sprechers eignet sich meines Erachtens gut für die dramatischeren gruseligen Stellen. Massiv wird Koeberlin unterstützt von Andy Materns ausgezeichnet passender Musik, die für die entsprechende Gänsehaut sorgt.

Books of Blood vol. 3, 1984
Aus dem Englischen übersetzt von Peter Kobbe
147 Minuten auf 2 CDs

http://www.luebbe-audio.de/

Andrea Camilleri – Der Hund aus Terracotta (Lesung)

In einem Waffenversteck der sizilianischen Mafia findet Commissario Montalbano eine unheimliche Szene: ein eng umschlungenes Paar Leichen, bewacht von einem Hund aus Terrakotta.

Des Rätsels Lösung war bereits einmal im deutschen Fernsehen zu erfahren. Wer den Film verpasst hat, kann die Lösung in diesem Hörspiel herausfinden.

Der Autor

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John Sinclair – Albtraum-Comic (Folge 138)

Die Handlung:

Eine einsame, regnerische Nacht in London. Auf dem Heimweg geriet ich in eine Polizeikontrolle und suchte vergeblich nach meinem Dienstausweis… als sich der Uniformierte vor mir in einen Werwolf verwandelte! Im nächsten Moment erhielt ich die Nachricht, dass Bill entführt war – und Sheila tot! Und das war nur der Anfang des morbiden Spiels, das Harold Painter sich für mich ausgedacht hatte… (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Diesmal hat sich der Verlag an die Hörspielumsetzung des Heftromans mit der Nummer
370 gemacht, das erstmalig am 5. August 1985 am gut sortierten Bahnhofskiosk oder manchmal auch in einer Buchhandlung zu bekommen war.

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King, Stephen – Briefe aus Jerusalem (Lesung)

_Schaurig: der Untergang des Hauses Boone_

Als Charles Boone sich nach Chapelwaite in Neu-England aufmacht, ahnt er noch nicht, dass auf dem ererbten Landsitz ein verhängnisvoller Fluch lastet. Doch schon bald, so verraten seine Briefe, wecken seltsame Geräusche und hartnäckige Gerüchte in der Nachbarschaft seinen Argwohn: ein verschollenes Dorf, wo das Böse regiert, ein mysteriöses Schattenwesen, das Blutzoll fordert – über kurz oder lang gerät Charles Boone an den Rand des Wahnsinns …

_Der Autor_

Stephen King, geboren 1947 in Portland, Maine, ist einer der erfolgreichsten amerikanischen Schriftsteller. Schon als Student veröffentlichte er Kurzgeschichten, sein erster Romanerfolg, „Carrie“ (verfilmt), erlaubte ihm, sich nur noch dem Schreiben zu widmen. Seitdem hat er weltweit 400 Mio. Büchern in mehr als 40 Sprachen verkauft. Im November 2003 erhielt er den Sonderpreis der National Book Foundation für sein Lebenswerk. (Verlagsinfo) Er lebt in Bangor, Maine, und Florida. Seine Erstleserin ist immer noch seine Frau Tabitha King.

Sein Hauptwerk ist der Zyklus um den dunklen Turm. Er besteht aus folgenden Bänden:

Schwarz (ab 1978); Drei; Tot; Glas; Wolfsmond; Susannah; Der Turm (2005).

_Stephen King bei |Buchwurm.info|_ (Auswahl):

[„Brennen muss Salem – Illustrierte Fassung“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3027
[„Friedhof der Kuscheltiere“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3007 (Audio)
[„Puls“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2383
[„Trucks“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2327 (Audio)
[„Colorado Kid“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2090
[„The Green Mile“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1857 (Audio)
[„Das Leben und das Schreiben“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1655
[„Atemtechnik“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1618 (Audio)
[„Todesmarsch“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=908
[„Der Turm“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=822 (Der Dunkle Turm VII)
[„Der Sturm des Jahrhunderts“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=535
[„Tommyknockers – Das Monstrum „]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=461
[„Achterbahn“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=460
[„Danse Macabre – Die Welt des Horrors“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=454
[„Christine“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=453
[„Der Buick“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=438
[„Atlantis“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=322
[„Das Mädchen“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=115
[„Im Kabinett des Todes“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=85
[„Duddits – Dreamcatcher“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=45

_Der Sprecher_

Joachim Kerzel, 1941 in Hindenburg/Oberschlesien geboren, erhielt seine Ausbildung an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover. Als gefragter Synchronsprecher leiht er Jack Nicholson, Dustin Hoffman, Dennis Hopper und vielen anderen Stars seine sonore Stimme. Ganz besonders im Gedächtnis geblieben ist mir seine Beteiligung an der Hörbuchfassung von Stephens Kings „Das Mädchen“, die er zusammen mit Franziska Pigulla bestritt. Seine sonore Stimme macht aus jedem Gegenstand etwas Grandioses. Daher ist er häufig auch in der Werbung zu hören, so etwa zu den Medienproduktion um Peter Jacksons „Herr der Ringe“-Verfilmung.

Kerzel liest den ungekürzten Text, den man in der Storysammlung „Nachtschicht“ nachlesen kann. Atmosphärisch zum Grusel passende Musik von Michael Maranetti leitet die einzelnen Kapitel ein.

Produktion und Regie lagen in den Händen von Marc Sieper, die Tontechnik bediente Horst-Günter Frank. Aufgenommen wurde im SMT Sound Master Studio, Berlin.

_Handlung_

Am 2. Oktober 1850 bezieht Charles Boone das Haus Chapelwaite in Massachusetts, das seinem verstorbenen Cousin Stephen gehörte und das Charles geerbt hat. Es gehört der Familie der Boones seit fast einem Jahrhundert, erbaut von den Brüdern Robert und Philipp Boone, die sich im Jahr 1789 zerstritten und auf diese Weise zwei getrennte Zweige der Familie schufen. Charles stammt aus dem Süden, er ist mit seinem Diener Calvin McCann angereist, um hier einen Roman zu schreiben.

Doch wie er seinem Freund Granson, den er neckisch „Bones“ nennt, in vielen Briefen schreibt, ist es mit dem Herrenhaus nicht zum Besten bestellt, und auch der Garten ist völlig verwildert. Hier starben nicht nur Stephen, sondern auch die junge Marcella und ihr Vater Robert, Charles‘ Großvater. Dass das Haus bei den Dorfbewohnern von Preacher’s Corners nicht gut angesehen ist, kann Charles verstehen, aber dass man ihn für verrückt hält, weniger. Die Putzfrau Mrs. Cloris warnt ihn vor gewissen Eigenschaften des Hauses und fleht ihn geradezu an, wegzuziehen, bevor ihm etwas Schlimmes zustößt.

Sehr störende Geräusche poltern in den Mauern der 23 Zimmer. Auf der Suche nach deren Ursache stößt Calvin in der Bibliothek auf eine versteckte Landkarte und ein verschlüsselt abgefasstes Tagebuch, das aus dem Jahr 1789 stammt. Auf der Karte ist der Ort Jerusalem’s Lot eingetragen, der jenseits des Flusses Royal liegen muss. In diesem Dorf ist ein Turm eingezeichnet, vermutlich der Kirchturm, und dabei steht: „der Wurm, der Verderben bringt“.

Am 17. Oktober machen sich Charles und Cal auf den Weg, um Jerusalem’s Lot zu erkunden. Das Dorf sieht aus, als stamme es aus dem 17. Jahrhundert und sei von den englischen Puritanern errichtet worden. Keine Menschenseele ist zu sehen, und es stinkt abscheulich. Als sie schließlich die Kirche betreten, verschlägt es ihnen den Atem. Zunächst sehen sie ein Gemälde, das Charles nur als Obszönität bezeichnen kann – eine pralle Rubens-Madonna, die von fetten Würmern umwimmelt wird. Noch schlimmer aber ist das, was über der Stelle hängt, wo sich der Altar befinden sollte: Das goldene Kreuz hängt verkehrt herum! Hier waren Satansanbeter am Werk. Das Fass zum Überlaufen bringt schließlich das Buch, das Charles aufgeschlagen auf der Kanzel findet. Es trägt den verfluchten Titel: „Die Geheimnisse des Wurms“ – de vermis mysteriis …

Am 20. Oktober ist Charles in der Lage, seinem Freund einen Brief über das zu schreiben, was er und Cal im Keller fanden. Charles hat eine 36-stündige Ohnmacht hinter sich und fühlt sich sehr schwach. Die Geräusche in den Wänden sind schrecklicher denn je zuvor. Man hat ihn von Bauer Thompsons Hof gejagt wie einen räudigen Hund, im Dorf will ihm keiner mehr helfen. Charles spürt, dass ein Verhängnis naht.

Doch ob sich dies mit dem Grauen messen lasse, auf das er mit Cal im Keller gestoßen ist, wagt er zu bezweifeln. Er soll sich täuschen.

_Mein Eindruck_

Mit Hilfe der kunstvollen und schon in der Schauerliteratur des 18. Jahrhunderts bewährten Erzähltechnik führt uns der erfahrene Autor in dieser Gruselgeschichte auf die Pfade, die vor ihm bereits Edgar Allan Poe, Bram Stoker (The lair of the white worm) und Howard Phillips Lovecraft ausgetreten haben. Die Parallelen aufzuzeigen, würde jetzt aber zu weit führen. Jedenfalls hat es alle Motive bereits einmal gegeben, aber die Zusammenstellung ist neu.

Charles Boone glaubt wie Roderick Usher, der letzte Angehörige eines verfluchten Geschlechtes zu sein, das sich eines schrecklichen Verbrechens gegen den rechten Glauben schuldig gemacht hat. Dieses Verbrechen wurde zuerst von dem puritanischen Sektierer James Boon ab dem Jahr 1710 begangen, in dem Jerusalem’s Lot gegründet wurde. Es wurde wiederholt und erweitert, als Phillip Boone im Jahre 1789 das verbotene Buch „De vermis mysteriis“ erhielt und zu unheiligen Riten verwendete.

All dieses Drumherum dient lediglich dazu, Schauder ob der Blasphemie zu erzeugen, die diese beiden Sektierer begingen. An dieser Stelle wird es sehr amerikanisch. Die amerikanische Kultur basiert bekanntlich auf der puritanischen Morallehre, die allen Sinnengenuss mit Strafe bedroht. Sie ist besonders in Neu-England noch immer lebendig. Wie muss also auf Charles Boone im Jahr 1850 – Poe war gerade mal ein Jahr tot – der Anblick einer wollüstigen Madonna und eines umgedrehten Kreuzes in einer neuenglischen Kirche gewirkt haben!

|VORSICHT SPOILER!|

Doch wie er aus dem Tagebuch seines Vorfahren Robert, der 1789 gegen James Boon und Philip vorgehen wollte, erfährt, bestand der Erfolg dieser „unheiligen Riten“ nicht in Tod und Vernichtung, sondern im genauen Gegenteil. Die Kolonie Jerusalem’s Lot blühte und gedieh, allerdings mit einem kleinen Schönheitsfehler: Der Inzest, den der Gründer James Boon mit seinen Frauen und deren Töchtern (und diese wieder untereinander mit seinen Söhnen) trieb, führte zu genetischen Defekten wie Schwachsinn usw.

Damit nicht genug, erlangte James Boon offenbar ein überlanges Leben. Als Philip ihn kennen lernte, muss er schon über hundert Jahre alt gewesen sein. Das war selbst für das 18. Jahrhundert eine unnatürlich lange Zeit. Warum konnte Boon so lange alle Krankheiten abwehren? Die Antwort, die Philip so begeistert auf seine Seite trieb, muss wohl in der Verehrung des Wurmes zu suchen sein, der sich unter der Kirche aufhielt. Was diese Kreatur darstellt und woher sie stammt, lässt sich bei HPL nachlesen: Yog-Sothoth, einer der Großen Alten von den Sternen.

Nur durch diesen Zusammenhang kann der Leser bzw. Hörer das Rätsel lösen, welches das Verschwinden der gesamten Bevölkerung von Jerusalem’s Lot im Jahre 1789 umgibt. Wo sind alle hin? Sind sie zu den Sternen verschwunden, durch das Dimensionstor, das Yog-Sothoth, der Torwächter, für sie öffnete?

|SPOILER ENDE|

Wie Roderick Usher sieht auch Charles Boone sein Ende nahen, denn er sieht sich verflucht (Usher macht sich des Inzests schuldig). Allerdings befindet er sich im Irrtum, als er meint, er sei der Letzte seines Geschlechts. Die Pointe des kurzen Briefromans ist köstlich, denn sie wird ins Jahr 1971 verlegt, Und wieder einmal ist es Oktober …

|Der Sprecher|

Joachim Kerzel ist einer der Stammsprecher der Hörspielserie „John Sinclair, Geisterjäger“ und natürlich abonniert auf alle Rollen von Dustin Hoffman und Jack Nicholson. Mit seiner großen Spielfilmerfahrung bringt er die entsprechende Stimmodulation mit: mal tief, mal bebend, mal raunend – kurz und gut: zum Fürchten. Obwohl diese Aufnahme aus dem Jahr 1999 stammt, ist sie immer noch so frisch wie am ersten Tag.

Die Musik von Michael Marianetti besteht zum einen aus einem fetzigen, von der E-Gitarre betonten In- und Outro, zum anderen aus zahlreichen musikalischen Motiven, die als Hintergrundmusik eingesetzt werden. Mit ihren dunklen Tönen und Akkorden trägt diese Hintergrundmusik an und vor emotional intensiven Stellen wie etwa den Kirchenszenen zu einer starken Anspannung des Hörers bei, so dass sie mit Kerzels Vortrag eine einheitliche Wirkung erzielt.

_Unterm Strich_

„Briefe aus Jerusalem“ ist purer Horror in der Manier von Lovecraft und Poe: die verfluchte Vergangenheit, deren langer Arm auch den letzten Nachkommen einholt und vernichtet. Und das Zentrum, wo das Böse sich zeigt, ist natürlich die Kirche des verlassenen Dorfes. Und eines Nachts zeigt sich dort der „Eroberer Wurm“, wie ihn schon Poe in seiner Schauererzählung „Ligeia“ besang. Doch der Wurm ist nicht mehr eine Metapher, sondern eine Erfindung Lovecrafts: einer der Großen Alten, die von den Sternen kamen.

Ein Glück, dass King später nicht mehr an die Lovecraftschen Erfindungen anknüpfte, sondern sich modernere Unholde als die Großen Alten suchte: Vampire. Diese tauchen in seinem Roman „Salem’s Lot“ auf: „Brennen muss Salem“. Mit Salem’s Lot ist natürlich das Dorf Jerusalem’s Lot gemeint, aber auch Salem, die Puritanerkolonie der Hexenprozesse im 17. Jahrhundert.

Gerade an der schönsten schaurigen Stelle dieses genialen Hörbuchs riss mich ein Telefonanruf aus wohligen Schauern! Meine dringende Empfehlung daher: Vor dem Anhören das Telefon ausstöpseln, die Tür abschließen und die Fensterläden schließen. Vielleicht noch eine oder zwei Kerzen für die schummrige Stimmung, dann kann’s losgehen – mit dem Untergang des Hauses Boone …

|105 Minuten auf 2CDs|
http://www.luebbe-audio.de