Archiv der Kategorie: Abenteuer

Geoffrey Jenkins – Das Logbuch der „Waratah“

1909 verschwand der Großvater, 1967 der Vater, nun geht der Bruder im stürmischen Atlantik vor der südafrikanischen Südspitze verloren: Für Seemann Ian Fairlie wird die Suche nach einem legendären Wrack zum Lebenszweck, von dem er besessen ist, was ihn immer wieder in lebensgefährliche Situationen geraten lässt … – Autor Jenkins versucht fiktiv aber unter Berücksichtigung historischer Fakten die Klärung eines Schiffbruchs, der bis heute ungeklärt blieb. Die ausgezeichnet recherchierte und spannend erzählte Geschichte hakt dort, wo der Verfasser ihr eine „love story“ aufpfropfen will; dennoch überaus lesenswert. Geoffrey Jenkins – Das Logbuch der „Waratah“ weiterlesen

Conn Iggulden – Imperator: Die Götter des Krieges (Imperator 4)


Julius Caesar überschreitet den Rubikon

Rom im ersten Jahrhundert vor Christus: Die Nachricht, dass Julius Cäsar mit seinen Legionen den Rubikon überschritten hat, löst in Rom Panik aus. Der Diktator Pompeius weiß, dass er Cäsars Truppen nichts entgegenzusetzen hat – und setzt sich mit dem Senat nach Griechenland ab. Und so gerät der Einmarsch des jungen Feldherrn in Rom zur Machtdemonstration, seine Wahl zum Konsul zum grandiosen Triumph. Doch dass Cäsar den geschickten Politiker Markus Antonius zum zweiten Konsul macht, trifft einen bis ins Mark: seinen alten, loyalen Freund Brutus! Und so trifft der verbitterte Brutus eine einsame Entscheidung, die den Lauf der Weltgeschichte verändern soll … (Verlagsinfo)

Dieser Bericht beruht auf der Originalausgabe in der Taschenbuch-Edition.

Der Autor

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Bernard Cornwell – Sharpes Feind (Sharpe 11)

Die Schlacht um Portugal: Sharpe in militärischer & amouröser Not

Winter 1812. Wellingtons Armee hat sich nach Portugal zurückgezogen, um das Frühjahr abzuwarten. Doch Ruhe ist nicht in Sicht, denn eine Bande von Deserteuren hat im Namen der britischen Armee fürchterliche Gräueltaten auf spanischem Boden begangen. Wellington gibt den Befehl, die Schurken aufzuspüren und zu bestrafen – eine Aufgabe für Richard Sharpe und seine Schützen. Als sie sich auf den Weg machen, ahnt Sharpe nicht, dass unter den Deserteuren auch sein erbittertster Feind ist: Sergeant Obadiah Hakeswill… (Verlagsinfo)

Der Autor

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Benedikt Böhm – Im Schatten des Manaslu: Speedbergsteigen in der Todeszone

Inhalt

Wir schreiben den 23. September 2012: Die Voraussetzungen für die Besteigung des Mount Manaslu, einem der schwierigsten 8000er im Katalog der 14 größten Herausforderungen des Höhenbergsteigens, könnten kaum besser sein. Mehr als 300 Menschen befinden sich zu dieser Zeit im Basecamp des achthöchsten Gipfels der Erde, allesamt bestrebt an diesem Tag der Tage den Versuch zu starten, die Spitze des Berges zu erreichen. Unter ihnen ist auch der erfolgreiche deutsche Skitourenbergsteiger Benedikt Böhm, der gemeinsam mit seinem langjährigen Weggefährten Basti eine weitere Speedbesteigung plant. Doch als Böhm und seine Begleiter in der Nähe ihres vorherigen Höhenlagers aufschlagen, finden sie ein Bildnis des Grauens vor.

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Bernard Cornwell – Sharpes Rivalen (Sharpe 13)

Der vorliegende Band, der dreizehnte in der Reihe um den britischen Scharfschützen Richard Sharpe, heißt im Original „Sharpe’s Company“ und der Titel benennt im Gegensatz zur deutschen Übertragung recht deutlich den zentralen Konflikt des Geschehens: Denn Richard Sharpe, zu Beginn des Romans noch Captain, muss recht bald fürchten, den Befehl über seine Mannen zu verlieren. Nun hat Sharpe zwar viele Talente, aber ein guter Verlierer war er noch nie …

Doch von vorn: Der Roman beginnt im Jahr 1812 mit der Belagerung von Ciudad Rodrigo. Diese Festung – und ihre große Schwester Badajoz – müssen genommen werden, damit die Briten in Spanien einmarschieren können. Die erfolgreiche Eroberung von Ciudad Rodrigo am Anfang des Buches wirkt als Blaupause für das Finale des Romans, denn diesen Erfolg gilt es zu wiederholen. Das Problem an der Sache ist nur, dass Badajoz viel größer und wehrhafter ist als Ciudad Rodrigo – und demzufolge auch viel schwerer zu erobern.

In dem Sturm auf Ciudad Rodrigo wird Sharpes Freund und Gönner Lawford so schwer verwundet, dass ein Nachfolger für ihn gefunden werden muss, der, als er schließlich eintrifft, Sharpe prompt mitteilt, dass man in London seine Beförderung zum Captain abgelehnt hat. Sharpe findet sich nun also plötzlich als Lieutenant wieder und sitzt zwischen allen Stühlen – kein Platz für einen Kriegshelden wie ihn. Er möchte seinen alten Rang unbedingt wiederhaben und er möchte diesmal sichergehen, dass er ihm nicht wieder genommen werden kann. Also meldet er sich freiwillig zum Himmelsfahrtskommando, das Badajoz erstürmen soll. Denn im unwahrscheinlichen Fall, dass man so ein Himmelfahrtskommando überlebt, wird man sofort befördert.

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Dan Simmons – Der Berg

Das geschieht:

Seit 1921 führt Großbritannien wieder Krieg. Schlachtfeld ist dieses Mal der „dritte Pol“: der Mount Everest, mit 8848 Metern der höchste Berg der Erde. Seine Erstbesteigung soll durch Briten erfolgen. Um dieses Ziel zu erreichen, wird der Everest seit Jahren generalstabsmäßig durch Bergsteiger und Träger ‚belagert‘. Doch jeder Gipfelsturm verlief bisher erfolglos zu oft tragisch. Zuletzt starben 1924 die Meisterkletterer George Mallory und Andrew Irvine.

Mallorys ehemaliger Berggenosse Richard Davis Deacon, Mitglied der gescheiterten Expedition von 1922, kehrt mit seinen Gefährten – dem Franzosen Jean-Claude Clairoux und dem jungen Amerikaner Jacob William Perry – 1925 zum Everest zurück. Er ist heimlich und ohne Billigung des mächtigen „Mount Everest Committee“ gekommen und bedient sich einer List: Angeblich soll das Trio im Auftrag seiner Mutter, die das Unternehmen finanziert, nach dem im Vorjahr am Everest verschollenen Lord Percival Bromley suchen. Tatsächlich will vor allem Deacon vor allem auf den Gipfel. Dan Simmons – Der Berg weiterlesen

Robert Knott: Robert B. Parker’s Bull River (Ein Cole-&-Hitch-Western)

Parker-Western Nr. 6: Teuflische Rache unter Brüdern

Die Marshals Virgil Cole und Everett Hitch liefern den mexikanischen Banditen „Captain“ Alejandro in San Cristóbal ab, wo er mutmaßlich zwei Männer erschossen hat. Da dort gerade ein Bankraub stattgefunden hat, bittet der Sheriff sie, ihm zu helfen. Bei ihren Ermittlungen stoßen sie auf zwei Brüder, die Alejandro aus alten Tagen kennt. Als sie herausstellt, dass der Bankräuber gar nicht der ist, für den er sich ausgab und seine angebliche „Frau“ verschwunden ist, müssen sich die beiden Marshals ausgerechnet mit Alejandro zusammentun, um das geld, den Räuber und die Frau zu finden – sie ist die Tochter des Millionärs, dem fast die ganze Stadt gehört, und dementsprechend wertvoll …

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Robert B. Parker – Resolution (Cole & Hitch 2)

Zwei Gesetzeshüter drehen den Spieß um

Nach der blutigen Auseinandersetzung in Appaloosa landet Everett Hitch in Resolution, einer neuen Stadt im mittleren Westen. So neu, dass es wedern ein Gesetz noch einen Sheriff gibt. Hitch nimmt einen Job in Amos Wolfson’s Saloon als Friedenswächter an. Schnell macht er sich einen Ruf als beschützer der Ladies, die im Hinterzimmer arbeiten, und als Mann, der furchtlos vor den Vollstreckern der O’Malley Mine ist.

Die Situation verschärft sich, als O’Malley die lockere Koalition der Viehzüchter bedroht und beginnt, die Unternehmen der Stadt aufzukaufen. Cole kommt in die Stadt und plötzlich finden sich die beiden Freunde mitten in einem Krieg zwischen O’Malley Männern und den Viehzüchtern wieder… (Verlagsinfo)

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Bernard Cornwell – Sharpes Gefecht (Sharpe 12)

Als treuer Fan von Bernard Cornwells Romanserie um den britischen Scharfschützen Richard Sharpe weiß man natürlich mittlerweile, dass dieser Sharpe ein paar Talente hat: Zum einen ist er ein ziemlich guter Soldat, zum anderen ist ihm auch das Glück hold – eine ziemlich vorteilhafte Kombination. Er hat Schlag bei den Frauen, aber leider auch das nicht gerade beneidenswerte Talent, sich mit geradezu schlafwandlerischer Leichtigkeit Feinde zu machen. Genau so ergeht es ihm gleich zu Beginn seines neuesten Abenteuers, „Sharpes Gefecht“. Seine Scharfschützen treffen in den Bergen, irgendwo zwischen Spanien und Portugal, auf den französischen Brigadier Loup und seine Kavallerie. Dieser Loup ist ein ganz harter Knochen, der die Bergbewohner in Angst und Schrecken versetzt und gerade ein ganzes Dorf dahingemetzelt hat. Passend zu seinem Namen scheint er mehr Biest als Mensch zu sein. Sharpe und Loup geraten unweigerlich aneinander, als Sharpe zwei von Loups Männern hinrichten lässt, die er bei einer Vergewaltigung erwischt hat. Nun darf Sharpe natürlich nicht einfach so feindliche Soldaten an die Wand stellen – schließlich gibt es im Krieg Regeln -, doch geht ihm die ganze Situation so gegen den Strich, dass er gegen besseres Wissen handelt und die Erschießung durchzieht. Loup, der die ganze Sache hilflos mitansehen muss, schwört blutige Rache. Doch bis Loup die Chance dazu erhält, wird es noch dauern.
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W. E. B. Griffin – Geheimauftrag „Roter Drache“

Das geschieht:

Es brennt auf der Welt in diesem Winter 1964. Die Kommunistenteufel aus der UdSSR planen einen weiteren Schurkenstreich gegen die guten Mächte des Westens. In Afrika machen sie sich diverse Wirren zu Nutze, die ausbrachen, weil wirrköpfige Neger-Cäsaren das Joch weiser Kolonialherren abwarfen und sich planlos an der Selbstständigkeit versuchten. Das Ergebnis – die kluge Weltpolizei USA hatte noch gewarnt – sind erwartungsgemäß Chaos und Bürgerkrieg.

Im ehemals belgischen Kongo revoltiert die „Simba-Befreiungsarmee“ unter ihrem Führer Joseph Olenga. Die Simbas halten die Hauptstadt Stanleyville besetzt und haben etwa 1600 europäische Weiße als Geiseln gefangengesetzt. So geht das natürlich nicht, weshalb die Regierungen der USA und Belgiens die Geheimoperation „Dragon Rouge“ ausgeheckt haben: Eine gemischte Truppe aus amerikanischen und belgischen Elitesoldaten soll die Gefangenen befreien. W. E. B. Griffin – Geheimauftrag „Roter Drache“ weiterlesen

Robert B. Parker – Appaloosa (Cole & Hitch 1)

Western-Klischees gegen den Strich gebürstet

Der Farmer Bragg mischt gemeinsam mit seinen Anhängern das Städtchen Appaloosa gehörig auf, sie verbreiten Angst und Schrecken. Die Gesetzeshüter Virgil Cole und Everett Hitch werden gerufen um den Frieden wiederherzustellen. Ein bitterer Kampf beginnt, denn Bragg geht über Leichen, um das Dorf in seinen Besitz zu bringen. Mit der Ankunft der schönen Witwe Allie French verkompliziert sich die Lage. Sie zieht Cole und Hitch in ihren Bann, die Männerfreundschaft wird auf eine harte Probe gestellt. (Verlagsinfo)

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Alexandre Dumas – Der Graf von Monte Christo (Vollständige Ausgabe)

Zur Story

Der junge, redliche Edmond Dantès ist Erster Offizier an Bord des Handelsschiffes „Pharaon“. Als der Kapitän auf der Rückfahrt nach Marseilles unerwartet verstirbt, übernimmt er kommissarisch das Kommando. Bei einem Zwischenstopp auf der Insel Elba hatte Käpt’n Leclère zuvor ein konspiratives Treffen mit dem dort im Exil befindlichen Ex-Kaiser Napoleon Bonaparte, der diesem einen wichtigen Brief offenbar brisantem Inhalts anvertraute. Der letzte Wille des Dahingeschiedenen war nun, dass Edmond eben jenes ominöse Schriftstück statt seiner nach Paris überstelle. Sein treuer Erster Offizier gedenkt genau dies zu tun, nachdem er die „Pharaon“ und ihre Ladung mit sicherer Hand in den Hafen bugsiert, sich an Land über den Zustand seines armen und kränklichen Vaters informiert und dann noch rasch seine Verlobte Mercédès geehelicht hat. Der Reeder Morrel hat dem wackeren Seemann bereits in Aussicht gestellt, dass er auch zukünftig das Kommando über den Dreimaster innehaben wird. Die Beförderung ist quasi reine Formsache.

Doch Dantès hat Feinde. Der Zahlmeister Danglars neidet ihm seinen raschen Aufstieg und wäre selbst gern zum Kapitän der „Pharaon“ geworden. Währenddessen grollt ein anderer ihm die Verlobung mit Mercédès, da er die unglaublich liebreizende Katalanin sofort heiraten würde, wenn ihr Herz nicht voll und ganz Edmond gehören würde: Fernand Mondego. Zusammen mit dem versoffenen Nachbarn des alten Dantès – Caderousse – entsteht ein Komplott, dessen vollständige Ausmaße wohl kaum einer der Intriganten wirklich hat voraussehen können. Alexandre Dumas – Der Graf von Monte Christo (Vollständige Ausgabe) weiterlesen

Walt Becker – Missing Link

Das geschieht:

In Mali, Westafrika, gelingt Samantha Colby, die nach vor- und frühgeschichtlichen Menschenknochen fahndet, in einer Höhle der archäologische Fund ihres Lebens. Unter dem Staub von Jahrzehntausenden kommt das perfekt erhaltene Skelett eines seltsamen Urzeit-Bewohners zum Vorschein: Dieser Zwei-Meter-Mann mit seinem voluminösen Hirnschädel besaß zwar nur vier Finger an jeder Hand, trug aber ein kunstvoll und offensichtlich maschinell fabriziertes Artefakt bei sich, das buchstäblich nicht von dieser Erde ist.

Die junge (und selbstverständlich bildhübsche) Frau, weiß, wen sie rufen muss: Dr. Jack Austin, ihr dreifacher Ex (Lehrer, Mentor, Geliebter), malträtiert die Welt seit Jahren mit der Theorie, die Erde sei vor Äonen von Aliens aus dem Weltall besucht worden, welche die unkultivierten Bewohner von den Bäumen geholt und zivilisiert hätten. Als Rebell gegen das Kultur-Establishment wurde Austin die Luft gesetzt und muss sich nun als akademischer Tagelöhner in Mittelamerika verdingen.

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Petra Hartmann – Das Serum des Doctor Nikola

Das geschieht:

Am 13. Mai 1927 stürzt ein bodenloser Kurssturz die Berliner Börse in eine Krise, die bald das gesamte Finanzwesen an den Rand des Untergangs bringt. Zu den zahllosen Opfern gehört auch der Jungbankier Felix Secundus Pechstein. Als die Privatbank der Familie zusammenbrach, hat sich der Vater eine Kugel in den Kopf geschossen. Pechstein Junior steht hungrig auf der Straße. Für einen Mann mit seinen Kenntnissen hat derzeit niemand Verwendung – mit einer Ausnahme: Doctor Nikola, der unsterblich gewordene Super-Verbrecher, ist trotz seiner beinahe magischen Kräften in den Krisenstrudel geraten. Um seines deutschen Aktienvermögens nicht gänzlich verlustig zu gehen, will er Pechstein anheuern.

Dieser sträubt sich zunächst, denn er findet Nikola unheimlich. Allerdings ist Pechstein auch verliebt, seit er unter die „Kinder des Lichts“ geriet, eine Sekte, die großen Zulauf findet. Unter dem strengen Regiment von Meister Rainhart wird auf die Wiederkehr der antikägyptischen Pharaonenzeit hingearbeitet. Dazu gehören aufwendige Zeremonien, für die Rainhart gern seine bezaubernde Tochter Mathilde als Resonanzverstärker einsetzt.
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deWitt, Patrick – Sisters Brothers, Die

_Das Sublime und der Horror_

Hermann Kermit Warm wird sterben. Sein Tod wurde von dem geheimnisvollen und mächtigen Kommodore befohlen, und die Brüder Charlie und Eli Sisters werden den Auftrag ausführen. Die beiden machen sich auf den Weg von Oregon nach Kalifornien, wo sie Warm aufspüren sollen. Ihre Reise durch den vom Goldrausch geprägten amerikanischen Westen wird allerdings immer wieder von bizarren und blutigen Begegnungen unterbrochen.

Zugleich zeigt sich, wie verschieden die beiden Brüder sind: Charlie ist ein eiskalter, skrupelloser Killer – Eli ein Grübler, der sich mit geradezu existenziellen Fragen beschäftigt. Er beginnt an seinem Beruf zu zweifeln – und an seinem Partner. Doch als die beiden schließlich in Kalifornien eintreffen, nehmen die Ereignisse eine höchst unerwartete Wendung … (Verlagsinfo)

_Der Autor_

Patrick deWitt wurde 1975 auf Vancouver Island in Kanada geboren. Er lebte unter anderem in Kalifornien, Washington und Oregon. Nach „Ablutions: Notes for a Novel“ ist „Die Sisters Brothers“ sein zweiter Roman. Er war für den „Man Booker Prize“ sowie den „Giller Prize“ nominiert, wurde mit dem Rogers Writers‘ Trust Fiction Prize, dem Ken Kesey Award und der Stephen Leacock Memorial Medal for Humour ausgezeichnet und von „Publishers Weekly“, der „Washington Post“ sowie der Canadian Booksellers Association zu den besten Romanen des Jahres gezählt. Patrick deWitt lebt heute mit seiner Frau und seinem Sohn in Portland, Oregon.

Mehr Informationen zum Autor und seinem Werk finden Sie unter [patrickdewitt.net]http:// patrickdewitt.net (Ohne Gewähr).

_Handlung_

Eli Sisters (der Erzähler) will den Mann, den man im Oregon-Territorium des Jahres 1851 den „Kommodore“ nennt, gar nicht sehen. Genug, dass sein Bruder Charlie mit dem Kerl redet, für den sie Leute umlegen. Meist handelt es sich um Menschen, die ihm Geld schulden. Bloß gut, dass Mutter nichts davon weiß. Sie würde ihnen die Leviten lesen. Charlie kommt zurück. Der neue Auftrag lautet, einen Mann namens Hermann Kermit Warm in San Francisco umzulegen. Und wieso? Warm habe dem Kommodore ein Geheimnis gestohlen oder vorenthalten oder was auch immer, meint Charlie. Jedenfalls ist die Bezahlung mal wieder fürstlich. Eli schwört sich, dass es ihr letzter Auftrag ist.

Vorsichtig bahnen sich die beiden Gunmen ihren Weg durch die Wildnis, die sich bis nach Kalifornien erstreckt, also durch Indianerland, das gerade von den Goldsuchern und Glücksrittern in Scharen durchquert wird. Immer wieder stoßen sie verwaiste Jungs, weinende Männer, ausgeraubt und mittellos. Aber auch auf eine Frau, die definitiv eine Hexe sein muss, denn sie belegt Eli mit einem Fluch. Sie entkommen Bären, schließen selber welche, gelangen schließlich nach Jacksonville und Mayfield, wo weitere Barone residieren.

In Mayfields Palast alias Bordell verliert Eli sein Herz an eine Schöne, die auf ihn warten will. Doch Charlie, den nichts schrecken kann außer ein tüchtiger Kater nach einer durchzechten Nacht, verhöhnt sein Bruderherz. Solche romantischen Flausen sollte er sich für später aufheben. Prompt müssen sie sich der Freunde der schönen Hure erwehren.

Schließlich erreichen sie die Stadt der Wunder. San Francisco wird von einem Wald verlassener Schiffe belagert, scheint es Eli. Die Schiffe ankern herrenlos in der Bucht. Sie suchen Morris, den Agenten des Kommodore, doch wie sich herausstellt, ist Morris übergelaufen. Sein Tagebuch verrät, was es mit dieser Wendung auf sich hat.

Demnach ist Hermann Kermit Warm ein Erfinder höchsten Grades. Sein Vater ist ein deutscher Einwanderer und war ein gescheiterter Uhrmacher. Der Sohn suchte sein Glück im Westen, im Gelobten Land, wo das Gold in den Bächen nur aufs Heben wartet. Doch anders als all die anderen Idioten mit ihren Sieben hat Warm eine industrielle Methode ersonnen, mit der sich ganze Seen voll Gold über Nacht vom Gold befreien lassen – mit Chemie!

Es ist diese chemische Formel, hinter der der Kommodore her ist, klarer Fall, denkt Eli. Und Morris, der Agent, muss auf Warms Idee hereingefallen sein, denn er hat offenbar Warms Expedition den Sacramento hinauf finanziert und ausgerüstet. Nun müssen sie schon fast in Indianerland angekommen sein. Die beiden Revolverbrüder machen sich auf den Weg, um die Goldsucherexpedition zu überfallen und Warm zur Rechenschaft zu ziehen.

Doch vor Ort verlaufen die Ereignisse völlig anders als erwartet. Denn der unbekannte Faktor ist eben jene chemische Substanz, deren Wirkung sich als verhängnisvoll erweist …

_Mein Eindruck_

Eli ist der melancholische Beobachter und Denker, der das unmotivierte Töten verabscheut und sich nur in Notwehr verteidigt – in der Regel. Charlie hingegen liebt das Schießen, kennt keine Angst, denn er weiß, dass er immer der Schnellere ist. Bis zu jenem verhängnisvollen Tag, an dem Charlies Schusshand verletzt wird. Von da ab verändert er sich auf für Eli nahezu unheimlich Weise. Auf einmal Eli zum Hüter seines Bruders. Das hat weitreichende Folgen.

In der Auseinandersetzung mit Warm und Morris hätte Charlie ohne sein Handicap sicherlich nicht gezögert, alle über den Haufen zu schießen, um kurzen Prozess zu machen. So aber beginnen die beiden Gunmen mit dem Mann, auf den sie angesetzt wurden, zu reden und erfahren, wie die Dinge in Wahrheit stehen.

Wieder einmal hat sie der Kommodore hinters Licht geführt, sie angelogen und ausgenutzt. Das Gefühl, keinen Deut besser zu sein als all die Gold suchenden Idioten in den kalifornischen Bergen, ist kein angenehmes, findet Eli. Er beschließt, sich der Unternehmung des deutschen Chemikers anzuschließen. Denn ein Mann, der ein gewisses Alter erreicht hat, muss an seinen Lebensabend und sein Auskommen denken, oder? Was wäre besser als ein See voller Gold? Und sobald er den geleert hat, wird Eli mit dem Auftraggeber abrechnen. Allerdings hat er die Rechnung ohne die Chemie gemacht …

|Kapitalismus|

Dies ist kein Öko-Western, no way, Mister. Der Roman schildert eine groteske Odyssee durch ein neues Eldorado, wo sich Gold- und Glückssucher die Zukunft mit den Baronen streitig machen, die wiederum Revolvermänner einsetzen, um ihren Willen durchzusetzen. Es ist eine Zukunft im Aufbau, aber was für eine. Es ist Raubtierkapitalismus in Reinkultur, der hier am Werk ist. Und wer nun an ungesicherte, ungezähmte Börsengeschäfte denkt, der sich wohl nicht verkehrt. Alle arbeiten sich in den Abgrund, und wen kümmert’s, wenn es links und rechts der eigenen Ellbogen Opfer gibt.

|Freunde|

Charlie ist einer voller Ellbogen, doch Eli, sein ungleicher Bruder, denkt darüber nach, was eigentlich passiert – und aus welchen Gründen. Hat eine Hexe sie beide mit einem Fluch belegt? Wer kann das schon genau sagen. Denn weit und breit gibt es keinen Priester, mit dem man darüber debattieren könnte. Gut möglich, dass Tub, das alte Pferd mit dem Hängerücken, der beste Freund in der Wildnis ist. Mit einer wahren Rosskur schafft es Eli, Tub zu einem verlängerten Leben zu verhelfen. Eli ist ja so was von sentimental und dämlich, findet sein Bruderherz.

|San Francisco|

Einer der Höhepunkte der Erzählung ist sicherlich das Kapitel über San Francisco. Wer jemals dort war, weiß, dass es dort Russian Hill und Chinatown gibt, die noch heute an Siedler aus aller Herren Länder erinnern. Anno 1851 ist alles im Aufbau, wird niedergebrannt, wieder aufgebaut, als gäbe es keine Zeit zu verlieren, und natürlich sind die Preise für alles und jedes, von der Hure bis zum Pferd, geradezu exorbitant im Vergleich zum Hinterland.

Auch hier behaupten sich die Brüder, als hätten sie es jeden Tag mit der lebenden Hölle zu tun. Allerdings sind sie froh, endlich herauszukommen und der Warm-Expedition zu folgen. Sie ahnen nicht, was sie erwartet, haben keinen Plan, aber sie sind entschlossen, das Beste draus zu machen. So ist es eigentlich bis heute, und die Republikaner predigen immer noch: „Starve the Beast – hungert die Regierung aus!“, als wären alle noch Pioniere an der Grenze zur Wildnis.

|Krisengewinn|

Mitte des 19. Jahrhunderts gab es eine weltweite Krise, die die USA ganz direkt zu spüren bekamen: Die Hungersnot in Irland brachte nicht nur etwa die Hälfte der Bevölkerung um, sondern trieb auch den Rest zur Auswanderung in die USA. Ende 1848 waren alle März-Revolutionen der reformwilligen Bürger gescheitert, die Reaktion der adeligen und besitzenden Stände hatte gesiegt. Politische und soziale Reformer (Heine, Börne und viele andere) wurden ins Exil nach Frankreich getrieben – oder gleich weiter über den Atlantik, wollten sie nicht im Kerker der Landesfürsten landen.

1849 platzte in diese Krisenstimmung die Nachricht von den Goldfunden in Kalifornien. Wie günstig also, dass die Vereinigten Staaten gerade den Krieg gegen Mexiko gewonnen hatten und ihr Staatsgebiet um ein Drittel erweitern konnten! Nun gehörte Kalifornien, vordem spanisch und mexikanisch, zum Staatsgebiet der USA. Dort gab es ungeheuere Pfründe zu verteilen, und die Landbarone konnten ihren Claim abstecken. Der „Kommodore“ und Mr. Mayfield, der eine eigene Stadt sei Eigen nennt, sind im Roman Beispiele dafür.

Die Handlanger dieser Barone sind Gunmen wie die Sisters Brothers. Die Ironie der Handlung besteht nun genau darin, die Stützen dieser Konstruktion als wacklig, illegitim und vorübergehend zu präsentieren – ein „Haschen nach Wind“, wie der Prediger Salomo schreibt. Folglich ist auch das Treiben der Sisters Brothers ohne jedes Fundament, ein reines Zuträgergeschäft, ein Leben von der Hand in den Mund. Am Schluss haben sie genau das Gleiche gewonnen wie alle anderen, denen wir im Buch begegnen: absolut nichts. Die Endstation heißt „Hotel Mama“. Immerhin: Sie haben überlebt. Wenn das kein Witz ist.

|Das Sublime|

Es gibt nur sehr wenige Augenblicke, in denen die Brüder eine höhere Ebene der Existenz und Erkenntnis erreichen. Einer davon ist das Tagebuch von Agent Morris. Der andere Moment ist jenes nächtliche Ereignis, als sich durch das Wunder der Chemie das Gold am Grund des Bibersees zeigt. Das ganze Wasser strahlt golden, als wäre die Sonne hineingefallen.

Doch wie man schon an den vielen dialektischen Wendungen oben gemerkt hat, folgt auf diesen Moment, in dem sich das Erhabene zeigt, der blanke Horror, verursacht ebenfalls durch die Chemie. Die Aussage ist ziemlich klar: Durch unsere Technologie – Chemie, Physik, Informatik – sind wir gleichermaßen in der Lage, die Welt in ein Paradies oder in eine Hölle zu verwandeln. Der Schlüssel zur Wahl, was wir wollen, liegt in uns selbst.

_Die Übersetzung _

Die sprachliche Leistung des Übersetzers Marcus Ingendaay ist schlichtweg superb. Sie hat mich immer wieder begeistert, besonders wenn der Stil genau jener nahezu antiken Zeit um 1850 angepasst ist. Die Menschen dachten anders als wir, folglich sprachen und schrieben sie auch ganz anders.

Die verschiedenen Stilebenen genau wiederzugeben, gelingt Ingendaay immer wieder mit verblüffender Detailgenauigkeit. Auf diese Weise wird jede Seite nicht nur inhaltlich, sondern auch sprachlich und gedanklich zu einer Entdeckung. Die Druckfehler, die ich trotz allem fand, hielten sich sehr in Grenzen. Es handelt sich meist um falsche Endungen, also das Übliche.

_Unterm Strich_

Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen, also in wenigen Tagen. Nicht nur, dass die Kapitel kurz und die drei teile überschaubar sind, hilft bei der Bewältigung. Vielmehr sind es die ungewöhnlichen Szenen, mit denen der Autor an jeder Ecke aufwartet. Der Leser ahnt nie, was auf der nächsten Seite an grotesken oder makabren Wundern auf ihn wartet.

In der Mitte erfährt die Handlung, wie es sich gehört, eine unerwartete und fundamentale Wendung. Die Reise auf den Spuren Warms führt ins Ungewisse, wo keine der gewohnten Regeln mehr gelten und unerhörte Finge geschehen können. Es bleibt dem Leser nichts anderes übrig, als die Seiten in sich aufzusaugen. Eine Wendung jagt die Nächste, und was als packende Auseinandersetzung beginnt, wandelt sich unversehens zur Tragödie und von da zur Komödie.

Mit anderen Worten: Der Western ist ein literarisches Wunderwerk, und man muss kein Westernliebhaber wie ich sein, um seinen Gefallen daran zu finden. Allerdings seien zartbesaitete Gemüter eindringlich gewarnt: Schreckliche Dinge geschehen, und wer sich vor Blut und Gewalt fürchtet, sollte das Buch gar nicht erst aufschlagen.

|Gebunden: 352 Seiten
Originaltitel: The Sisters Brothers (2011)
Aus dem US-Englischen von Marcus Ingendaay
ISBN-13: 978-3442547005|
http://www.randomhouse.de/manhattan

Bowley, Graham – Kein Weg zurück: Leben und sterben am K2

Das Szenario ist ein Altbekanntes: Eine Tragödie während einer Expedition mehrerer Extrembergsteiger lässt sich in den Medien immer gut vermarkten. Das Publikum ergötzt sich am Schicksal der Verunfallten, die Zweifel ob der dringenden Notwendigkeit bzw. des Sinns hinter einem solchen Unternehmen werden wieder lauter, und wenn das Ganze auch noch genutzt wird, um direkt ein Buch darüber zu schreiben, fragt man sich regelrecht, ob die betroffenen Autoren schon darauf warten, sich endlich auf die verkaufsträchtigen, erfolgversprechenden Skandale zu stürzen.

Im Falle von Graham Bowley sieht die Sache allerdings ein bisschen anders aus. Als im August 2008 mehrere Menschen am zweithöchsten Berg der Welt den Tod fanden, interessierte sich der Journalist kein bisschen für die Extrembergsteigerei. Stattdessen lieferte er lediglich einen Bericht zur Tragödie ab, der es jedoch auf die Titelseite der New York Times brachte und in der Folge für viele Diskussionen sorgte, die auch an Bowley nicht spurlos vorübergingen. Dennoch war es für ihn zunächst nur eine Pflichtaufgabe, den weiteren Verlauf der Mission zu dokumentieren und die Leserschaft auf dem Laufenden zu halten.

Er reiste schließlich zu den Überlebenden, sprach mit Angehörigen, vertiefte sich immer weiter in die Materie und verspürte plötzlich selber diese Faszination für das Höhenbergsteigen und die großen Opfer, die Menschen dafür aufbringen, ihre extremen Ziele zu verfolgen, sodass er am Ende genügend Stoff für ein ganzes Buch und noch viel meehr beisammen hatte. In „Kein Weg zurück“ schildert er schließlich in Form eines realitätsnahen, authentischen Abenteuerromans, was am 1. und 2. August – zumindest den verlässlich erscheinenden Quellenangaben zufolge – wirklich am K2 passierte, und entführt seine Leser in eine Welt, in der es unter extremsten Bedingungen irgendwann nur noch um Leben und Tod geht!

_Inhalt:_

1. August 2008: Auf diesen einen Moment haben einige auserwählte Bergsteiger aus zahlreichen Nationen ihr Leben lang gewartet. Die Wetterbedingungen für die Besteigung des K2 sind so gut wie seit Monaten nicht mehr, die Vorbereitungen für den heiß ersehnten Gipfelaufstieg sind getroffen, und als in den ganz frühen Morgenstunden die ersten Expeditionen den Weg an die Spitze wagen, kann die wochenlang diskutierte Theorie nun endlich in die Praxis umgesetzt werden. Doch der Weg hierhin war bereits lang und beschwerlich.

Da eine Vielzahl verschiedener Nationen mit unterschiedlichen Expeditionen das Basislager säumt, wurde beschlossen, dass die Besteigung des Gipfels in zwei unabhängigen Etappen unternommen werden muss. Die Gefahr, in der pikantesten Zone des Berges, dem Flaschenhals, steckenzubleiben oder mit übermäßiger Gewichtsbelastung die seit Jahren ruhenden Eistürme des dortigen Seracs in Bewegung zu bringen, teilen sich die Mitglieder auf und entwerfen einen ‚Schlachtplan‘, an den man sich nach tagelangen Diskussionen nun auch zu halten gedenkt.

Dennoch scheinen die Planungen nicht bis in letzte Detail durchdacht, weil die einzelnen Gruppen beim Aufstieg andere Vorstellungen von der pragmatischen Vorgehensweise haben. Und so entsteht genau an jener Stelle, die alle Bergsteiger, die je den K2 besteigen wollten, am meisten fürchten, der erste Kollaps. An den Seilen entsteht ein Stau, die körperlich leistungsfähigeren Bergsteiger müssen ihr Tempo ungewollt drosseln, und dank dieser Verzögerungen sind die meisten dazu gezwungen, den letzten Grat viele Stunden später zu erklimmen, als es ursprünglich angedacht war.

Ein Serbe kommt ums Leben, ein Sherpa stürzt ebenfalls ab, doch der Strom zieht unermüdlich gen höchstem Punkt und erreicht diesen auch zu großen Teilen – allerdings zu einer Zeit, die für den noch beschwerlicheren Abstieg mehr als bedenklich ist. Und so kommt es bei der nächtlichen Rückkehr zu einer folgenschweren Tragödie: Gruppen werden getrennt, Teilnehmer müssen der enormen Erschöpfung Tribut zahlen, weitere Bergsteiger stürzen in die Tiefen, rettende Seile sind nicht mehr dort, wo sie vorher angebracht waren, Rettungsmissionen scheitern, und von den insgesamt 24 Menschen, die am 1. August ihr Ziel vor Augen hatten, werden 11 nicht mehr in ihre Heimat und zu ihren Familien zurückkehren …

_Persönlicher Eindruck:_

Bücher über Tragödien am Berg gibt es zuhauf, vor allem was das Thema 8000er anbelangt. Doch in den meisten Fällen handelt es sich hierbei um persönliche Erlebnisberichte, die in der Nachdokumentation oftmals auch Lücken oder Beschönigungen enthalten, welche die Darstellung zumindest in einzelnen Aspekten ein Stück weit unglaubwürdig erscheinen lassen. Insofern ist die Herangehensweise von Graham Bowley natürlich gerade deswegen begrüßenswert, weil er als neutraler Betrachter mit dem Thema umgeht und keine Wertungen in seine Geschichten einfließen lässt. Stattdessen stützt er sich auf den teils gegensätzlichen Aussagen von Beteiligten und Sachkundigen und gewinnt dadurch eine sehr authentische Perspektive auf jene Dinge, die sich am Schicksalsberg so vieler Bergsteiger ereignet haben.

Doch es ist nicht nur dieser Aspekt, der „Kein Weg zurück“ deutlich aus dem Wust an vergleichbaren Publikationen heraushebt. Auch die Tatsache, dass hier nicht bloß berichtet, sondern auch tatsächlich erzählt wird, trägt dazu bei. Die Dokumentation ist keine solche im klassischen Sinne, sondern eine tragische Geschichte, in welcher der Leser schnell mit den einzelnen Charakteren und Typen vertraut gemacht wird, schnell Sympathien entwickelt, mitfühlt, eine ähnliche Faszination für die Leidenschaft der ‚Hauptfiguren‘ verspürt und schließlich auch in sehr vielen Details ein Gefühl dafür bekommt, was dieser Berg und die hiermit verbundene Herausforderung bedeuten.

Bowley schmückt die Geschichte mit vielen Fakten aus, lässt dabei aber die emotionale Seite der Geschichte niemals außen vor. Einzelne Schicksale werden sehr genau beleuchtet, gleichzeitig aber auch dargestellt, wie der Tod am Berg sich auf das Verhalten der Mitreisenden auswirkt. Jeder kämpft am Ende ums eigene Überleben, das wird vor allem dann klar, wenn Leichen aufgespürt werden, Mitglieder der eigenen Expedition urplötzlich aus der Seilschaft gerissen werden oder die Sherpas bei ihrer Mission, den gut bezahlenden Kunden zufriedenzustellen, ihr eigenes Leben aufs Spiel setzen, nur um ihrem Job gerecht zu werden.

Speziell dieser Punkt wird in „Kein Weg zurück“ sehr deutlich, aber auch erschreckend zur Sprache gebracht: Die Träger und Helfershelfer müssen ihre Familien durchbringen und haben durch ihre Tätigkeit einen Weg gefunden, der Armut zu entkommen, müssen dabei aber darauf gefasst sein, jeden Tag mit ihrem Leben zu bezahlen. Bowley schildert auch ihr persönliches Schicksal, zeigt ihre Sorgen auf und präsentiert sie vor allem nicht als Menschen zweiter Klasse, so wie es im gleichen Zusammenhang schon sehr oft geschehen ist – und dieser Teil der Geschichte gefällt womöglich am besten.

Doch natürlich liegt das Hauptaugenmerk bei den einzelnen Todesopfern, dem unschönen, vergeblichen Kampf ums Überleben und ihrem teils unwürdigen Ableben, das in Sekundenschnelle über sie hereinbricht. Aber auch hier findet man feine Unterschiede: Der Autor geht zwar auf die Ursachen ein, verrennt sich dabei aber nicht in den Wahn, das Spektakuläre besonders herauszuarbeiten. Man lernt die Schützlinge, die an diesen beiden Augusttagen ihr Leben verloren haben, aus nächster Nähe kennen, findet aber keinen Anlass, lediglich die Tragödie zu begutachten. Dafür geschehen zu viele Dinge parallel, die zwar in einer sehr stark herausgearbeiteten Chronologie präsentiert, aber teilweise so rapide in die Erzählung eingeflochten werden, dass man vielleicht genau das erlebt, was den Bergsteigern auch durch den Kopf gegangen ist – nämlich dass der Tod ein hoher, aber zu erwartender Preis ist, dass man persönliche Verluste in Kauf nehmen muss, dass es aber direkt nach einem solchen Zwischenfall weitergehen muss, damit man nicht selber ebenfalls auf der Strecke bleibt.

Es sind erschreckende Eindrücke, angefangen bei der leichtsinnigen Planung über das noch leichtsinnigere Vorgehen am Berg bis hin zu den zahlreichen Opfern, die diese beiden Tage gefordert haben. Doch die Faszination, die von diesen Schilderungen ausgeht, die sehr lebensnahe Darstellung des Höhenbergsteigens und schließlich das gesamte Mysterium K2 werden in keinem anderen Buch so packend und mitreißend aufgefangen wie in „Kein Weg zurück“. Nicht nur begeisterte Alpinisten und Kenner der Materie werden anerkennen müssen, dass Bowley hier einen Text veröffentlicht hat, welcher der ganzen Thematik mehr als würdig ist!

|Originaltitel: No Way Down. Life and Death on K2
Übersetzung: Karina Of, Ulrike Frey
320 Seiten, gebunden
ISBN-13: 978-3890293905|
http://www.piper-verlag.de/malik/

Johnson, Ronald – Glutroter Horizont

_Das geschieht:_

Journalist Joe Lennard ist nur selten im heimatlichen London anzutreffen. Lieber hält er sich dort auf, wo just etwas los ist auf dieser Welt. Augenblicklich macht er jedoch Urlaub auf den Bahamas. Er hat die „Shark“, das Boot des alten Moses Mackay gechartert. Die beiden Männer kreuzen die karibische See.

Lennard möchte dem einsamen Atoll Bravo Key einen Besuch abstatten. Hier werden Moses und er von einem Hurrikan überrascht und müssen Unterschlupf in den Höhlen der kleinen Insel suchen. Während das Unwetter tobt, wird die „Firestreak“ auf die Klippen geworfen. Lennard und Moses können sechs Männer und eine Frau retten.

Damit ist es vorbei mit der Ruhe im Tropenparadies. Kapitän Carlos Camenidas und seine Leute entpuppen sich als bis an die Zähne bewaffnete Exilkubaner, die sich auf ihre Heimatinsel einschleichen wollen, um dort eine Konterrevolution gegen den verhassten Fidel Castro anzuzetteln.

Ein irrwitziger Plan, der Lennard misstrauisch stimmt, zumal er in Camenidas einen Castro-Anhänger wiederzuerkennen glaubt, dem er vor Jahren auf Kuba begegnet war. Ist der Kapitän ein Doppelagent? Lennard ist abgelenkt, denn da ist noch die junge Belle Brannigan, die mit den Männern reist. Sie ist von Camenidas und seinem Plan überzeugt, aber trotzdem nicht abgeneigt, sich in Lennard zu verlieben. Das sieht Caminidas gar nicht gern.

Die Motoren der „Firestreak“ sind defekt, also lässt Camenidas kurzerhand die „Shark“ besetzen. Lennard und Moses können flüchten. Sie planen den Kampf gegen die Piraten. Dabei müssen sie nicht nur wegen der feindlichen Überzahl vorsichtig sein, denn Camenidas hat inzwischen Belle von der Geliebten zur Geisel degradiert …

|Große Gewehre auf kleiner Insel|

Terror und Tod auf einer einsamen Tropeninsel: Wahrlich kein neuer Einfall, der hier freilich gut umgesetzt wurde. Der Kontrast zwischen dem paradiesischen Eiland und dem Kampf auf Leben und Tod ist freilich reizvoll und wird effektvoll genutzt. Ein Wirbelsturm, tiefe Höhlen, hohe Klippen, ein uraltes Fort aus bunter Piratenzeit: Johnston gelingt es, die Kulisse voll in den Dienst der Handlung zu stellen. Zu Lande und zu Wasser wird gerauft und geschossen (sogar ein Düsenjäger greift an), wobei das Meer zusätzlich von unfreundlichen Kreaturen bewohnt wird, die spannungsfördernd ins Geschehen eingreifen.

Anspruchsvoll ist unsere Geschichte nicht, aber es macht Spaß sie zu lesen. Man wird durchaus an die karibischen Episoden diverser James-Bond-Klassiker oder anderer Action-Streifen der 1960er Jahre erinnert, was sicherlich vom Verfasser gewollt ist. Die geradlinige Handlung und die wohldosierten Landschaftsbeschreibungen lassen vor dem geistigen Auge des Lesers sowieso einen Film ablaufen.

|Nicht denken, sondern handeln|

Unzweifelhaft ein (unvermuteter) Pluspunkt: die Figurenzeichnung. Sie fällt wesentlich vielschichtiger aus, als man es in einem simplen Abenteuerroman vermuten würde. Zwar ist Joe Lennard der rasende Reporter schlechthin; ein einsamer Wolf, der die Welt durchstreift und sich fürchtet, von einer Frau ‚angebunden‘ zu werden. Praktisch (aber logisch begründet) ist natürlich die Nahkampfausbildung aus Kriegszeiten, die auf Bravo Key eindrucksvoll zum Einsatz kommt.

Gleichzeitig sind Lennard Selbstzweifel und Schwächen nicht fremd. Gewalt erfüllt ihn mit Skrupeln, die nur der Selbsterhaltungstrieb überwinden kann. Außerdem hegt er trotz erheblicher Kritik mehr Sympathie für Fidel Castro und seine Sache, als es für einen braven angelsächsischen Kommunistenfresser dieser Ära üblich ist.

Lennard und der alte Moses Mackay sind Freunde und Kampfgefährten ohne peinliche Verbrüderungsobsessionen. Heutzutage fallen Passagen auf, die einzig dem Zweck dienen, zu verdeutlichen, dass „Neger“ (das durfte man damals noch sagen) und „Weiße“ einfach nur Menschen sind. In den 1960er Jahren war das noch längst keine Selbstverständlichkeit.

|Schöne Frau und nicht gar zu hässlicher Schurke|

Pech hat Belle Brannigan, denn die weibliche Gleichberechtigung war noch nicht ganz so weit. Abenteuerlustig ist sie, aber in die Karibik reist sie wahlweise als Geliebte oder Gefangene diverser starker Männer. Hier und da darf sie ihren Unmut über diverse Ungerechtigkeit äußern, aber dabei ist sie meist gefesselt sowie leicht beleidigt und läuft über den Sand davon, wobei der Verfasser ihre körperlichen Vorzüge zur Geltung kommen lässt.

Carlos Camenidas ist als Figur eine echte Überraschung. Er tritt entschlossen und rücksichtslos auf, aber ein menschenverachtender Fanatiker ist er nicht. In einem langen Rückblick schildert Johnston seinen traurigen Werdegang im korrupten, von mörderischer Geheimpolizei tyrannisierten Vor-Castro-Kuba. Camenidas ist der Repräsentant derer, die sich von der Revolution tatsächlich Gerechtigkeit erhofften. Dass sie den einen Diktator (Battista) gegen einen anderen (Castro) eintauschten, blieb ihnen unklar – sie wollten es eigentlich auch gar nicht wissen.

Nichtsdestotrotz endet für Camenidas dieses Abenteuer mit einer Niederlage, aber immerhin nicht mit jenem möglichst scheußlichen Tod, den ihm Hollywood als ‚gerechte Strafe‘ zweifellos reserviert hätte. Solche Ausgewogenheit vollendet den günstigen Eindruck, den dieser von der Zeit bzw. seinen Lesern längst vergessene aber unterhaltsame Roman hinterlässt.

_Autor_

Ronald Johnston (geb. 1926) ist viele Jahre für die britische Handelsmarine zur See gefahren. Diese Erfahrungen fließen in seine Abenteuerromane ein, die stets mit dem Wasser zu tun haben. Bekannt geworden ist er mit einer Serie über die Erlebnisse der fiktiven „Inoco-Oil-Company“-Tankerflotte, was in diesen politisch bzw. ökologisch korrekten Zeiten wohl kaum noch möglich wäre.

Dieser Johnston ist übrigens der Vater von Paul Johnston, der ebenfalls Schriftsteller geworden ist und dem sein Durchbruch mit der orwellschen Krimi/Science-Fiction-Serie um den schottischen Ermittler Quintilian Dalrymple gelang.

|Taschenbuch: 151 Seiten
Originaltitel: Red Sky in the Morning (London : Collins 1965)
Übersetzung: Hans-Ulrich Nichau|
[www.randomhouse.de/goldmann]http://www.randomhouse.de/goldmann

Boothby, Guy Newell – Expedition des Doctor Nikola, Die

_Die |Doctor Nikola|-Reihe:_

Band 1: [„Die Rache des Doctor Nikola“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6319
Band 2: _“Die Expedition des Doctor Nikola“_
Band 3: „The Lust of Hate“ (1898, noch ohne dt. Titel)
Band 4: „Dr Nikola’s Experiment“ (1899, noch ohne dt. Titel)
Band 5: „Farewell, Nikola“ (1901, noch ohne dt. Titel)

_Das geschieht:_

Nach zahlreichen Entführungen, Intrigen u. a. Bosheiten ist es Dr. Nikola endlich gelungen, das ersehnte chinesische Zauberstäbchen an sich zu bringen. Mit ihm kann er sich als hochrangiges Mitglied einer Geheimgesellschaft tarnen und als solches den Zugang zum tief im gebirgigen Zentrum Tibets gelegenen Tempel einer Sekte erschwindeln, die sich dort seit dem dritten vorchristlichen Jahrhundert verborgen hält. Im Laufe dieser langen Zeit haben die Mönche unglaubliche Mysterien aufgedeckt.

Nikola ist besonders am Geheimnis des ewigen Lebens interessiert. Die lange und gefährliche Expedition will er nicht ohne einen mutigen und starken Gefährten an seiner Seite unternehmen. Nikolas Wahl fällt auf den jungen Abenteurer Wilfried Bruce. Dieser ist bekannt für seine Fähigkeit, sich so überzeugend als Chinese zu maskieren, dass er Orte bereisen konnte, an die zuvor nie Europäer gelangt sind.

Derzeit hat Bruce nach Schanghai verschlagen, wo er nach einer Möglichkeit sucht, seine leere Geldbörse zu füllen. Die 10.000 Pfund, die Nikola ihm bietet, sind ihm daher sehr willkommen. Getarnt macht man sich auf den langen und gefährlichen Weg nach Tibet. Unterwegs rettet Bruce die Missionarstochter Gladys Mary Medwin vor fremdenfeindlichen Chinesen.

Auch sonst verläuft die ohnehin riskante Expedition nicht ohne gefährliche Zwischenfälle. Mehrfach kommt man den beiden Schwindlern auf die Schliche. Nur Nikolas unglaublichem Einfallsreichtum und Bruces Wagemut ist das Entkommen zu verdanken. Die Glückssträhne der Reisenden wird freilich über ihre Zerreißgrenze hinaus gespannt, als sie ihr Ziel erreichen. Tief im Himalaya und fern aller Hilfe müssen sie extrem misstrauischen Mönchen ihre Geheimnisse entreißen …

_Der Weg ist das Ziel: Reisen als Abenteuer_

1895 hatte Guy Newell Boothby mit „Die Rache des Doctor Nikola“ das Interesse einer Leserschar erregt, deren Zahl groß genug war, dass der Autor – ein Unterhaltungs-Routinier, der jedes Genre bediente – das Eisen schmiedete, solange es heiß blieb, und umgehend eine Fortsetzung folgen ließ. „Die Expedition des Doctor Nikola“ fand auf einem anderen Kontinent und mit anderen Figuren statt; nur Nikola blieb. Die Verbindung zum ersten Teil stellte Boothby her, indem er seinen neuen Helden Wilfried Bruce in Schanghai auf einen Landsmann treffen lässt, zu dessen Freunden ‚zufällig‘ jemand zählt, der Nikolas Treiben in Australien ertragen musste: Boothby nahm sich nie die Zeit für raffinierte Handlungselemente, sondern spann ein einfaches Garn. Dies bedingte einerseits einen offensichtlichen Schematismus, sorgte aber andererseits für eine Schlichtheit, die seine Geschichten altern (i. S. von reifen) aber nicht veralten ließ.

Die Reise ist ein ideales Medium für eine stringente Abenteuergeschichte. Es gilt, von Punkt A nach Punkt Z zu gelangen. Die Buchstaben dazwischen markieren Zwischen- und Überfälle, Naturkatastrophen und Irrwege, aber auch wundersame Orte, die durch ausführliche Beschreibungen gewürdigt werden. Der Weg ist mindestens ebenso wichtig wie das Ziel, das nichtsdestotrotz den Höhepunkt markiert. Boothby folgt dem Vorgabemuster perfekt. In Schanghai beginnt die Expedition, und die stattliche Entfernung zum tibetischen Zielkloster lässt Raum für die genannten und andere Verwicklungen, mit denen die Handlung verlängert wird, ohne dass dies auf Kosten der Spannung geht.

|Männer der Tat, Frauen fürs Herz|

Zwei Identifikationsfiguren stellt Boothby in den Mittelpunkt der Geschichte. Da ist natürlich Nikola, den er bereits im ersten Teil sehr geheimnisvoll eingeführt hatte. Seine Mysterien musste Nikola sich bewahren, weshalb Boothby wiederholte, abwandelte und vertiefte, was er in „Die Rache des Doctor Nikola“ bereits erwähnt hatte. Also glänzt Nikola abermals durch erstaunliche Hypnosen, ergeht sich in Andeutungen früherer (Un-) Taten und ist generell ein solcher Übermensch, dass sich der Leser durchaus wundert, wieso er eigentlich Hilfe benötigt.

Doch genau dies ist der Punkt: Nikola ist als Handlungsfigur nur bedingt tauglich. Er kann nicht kämpfen, leiden und Gefühle zeigen, ohne dadurch seinen Status zu gefährden. Nikola muss geheimnisvoll bleiben. Deshalb stellt ihm Boothby Wilfried Bruce an die Seite, der vor positiven Eigenschaften und edlen Gefühlen schier platzt. Bruce ist dem Mann, um den und mit dem wir bangen. Ihn mögen wir, ihm trauen wir. Er ist tüchtig, aber nicht so talentiert, dass wir uns ihm gegenüber klein fühlen. Ein Mann wie Bruce kann glaubhaft in Gefahr geraten, aus denen er sich mit Muskelkraft und Köpfchen und nicht mit Magie, Hinterlist und Geheimwaffen à la Nikola befreien wird. Er ist so anständig und worttreu, dass nicht einmal Nikola umhin kommt, ihn mehrfach zu retten, obwohl er ihn schurkisch hätte zurücklassen können.

Außerdem ist Bruce der Idealpartner für die weibliche Figur. Dass Nikola eine Missionarstochter oder überhaupt eine Frau an seiner Seite auch nur duldet, mutet unwahrscheinlich an. Zu Gladys Mary Medwin gehört ein Bruce. Er wird sie retten, beschützen und sich schließlich in sie verlieben. Boothby folgt den viktorianischen Vorgaben, die der Frau – zumal im Trivialroman – eine passive Rolle zuwiesen. Gladys mag es irgendwie nach China geschafft haben, doch sobald sie in Nikolas und Bruces Gesellschaft gerät, kann sie gerade noch auf eigenen Beinen stehen. Ansonsten übernehmen die Männer das Denken und Handeln.

Erfreulicherweise beeinträchtigt dieses Klischee nicht die Handlung. Was in „Die Rache des Doctor Nikola“ noch für endlose Kitsch-Tiraden gesorgt hatte, entfällt dieses Mal: Gladys bleibt eine absolute Randfigur. Hin und wieder denkt Bruce sehnsuchtsvoll an sie, aber ansonsten konzentriert er sich auf das Abenteuer. Hier einfallsreich in eine aktionsreiche Handlung zu investieren, erweist sich als die beste Idee des Verfassers.

|Exotik und die Patina der Reife|

Realität ist dabei Boothbys Stärke nicht. Dem eifrigen Leser trivialer Romane ist so etwas seit jeher bewusst; es stört nicht, sondern fördert sogar das Lektürevergnügen: Die gern (auch vom jeweiligen Verfasser) vorgebrachte Behauptung präziser Faktenrecherche ist Unfug – glücklicherweise, denn die Unterhaltung existiert zwar auch auf dem Boden der Realität, so richtig blüht sie aber erst im milden Klima der Fiktion.

Guy Newell Boothby ist niemals in China gewesen. Die Schilderung von Land und Leuten entsprechen höchstens zufällig der Wirklichkeit. Seine wahren Inspirationsquellen bildeten jene zeitgenössischen Halbwahrheiten, Übertreibungen und Klischees, die in den Kreisen seines angelsächsischen Publikums kursierten. Sie klangen immerhin wahr und waren auf jeden Fall interessanter als die schnöde Realität, die auch die tatsächlich existierenden Himalaja-Klöster Tibets nicht verschont und ihnen bei genauer Betrachtung den Ruf des Mysteriösen raubt.

Boothbys China und Tibet sind bunte Kulissen für die Abenteuer eines Reiseromans. Die zentralen Protagonisten sind Ausländer, weder Dr. Nikola noch Wilfried Bruce wurden in Asien geboren. Dennoch gebärden sie sich – wenn nicht verkleidet – ganz selbstverständlich als Herren des Landes. Zumindest in diesem Punkt entspricht Boothby einer historischen Realität, die den Fernen Osten ins Interesse europäischer Kolonialmächte rückte. China war keine offizielle Kolonie, doch Ende des 19. Jahrhunderts nach verlorenen Kriegen gegen England und Japan sowie innenpolitisch geschwächt den ausländischen ‚Handelspartnern‘ ausgeliefert.

|Zeitloses Abenteuer nach Genre-Regeln|

Diese unschönen Wahrheiten werden selbstverständlich wortlos übergangen. Immerhin hält sich Boothby mit diskriminierenden Äußerungen zurück. (Wobei offenbleiben muss, was in der Übersetzung bzw. Bearbeitung eventuell getilgt wurde.) Er setzt auf die Exotik der Schauplätze. ‚Seine‘ Chinesen und Tibeter sind fremd und unheimlich aber Träger einer eigenständigen, uralten und – Boothby macht daraus keinen Hehl – durchaus hochstehenden Zivilisation. Er bedient sich hier eines weiteren bewährten Motivs des klassischen Abenteuerromans. Tief in grauer Vorzeit verwurzelte, von der Gegenwart isolierte Gemeinschaften, die im Besitz lange vergessenen Geheimwissens sind, waren in der zeitgenössischen Unterhaltungsliteratur ungemein beliebt. Autoren wie Henry Rider Haggard (1856-1925) oder Edgar Rice Burroughs (1875-1950) stützten sich immer wieder auf archaische Ur-Völker. In der Schilderung seltsamer und unterhaltsam ‚barbarischer‘ Regeln und Sitten mussten die Autoren ihrer Fantasie keine Zügel anlegen.

In diesen Kapiteln kann Boothby glänzen. Das Finale endet – auch dies genretypisch – in einer wilden Flucht vor erbosten Verfolgern. Dieses Mal ließ der Verfasser seiner Geschichte mit Bedacht einige lose Enden: Sie ließ sich bei Bedarf fortsetzen, was 1899 mit „Das Experiment des Doctor Nikola“ geschah.

In Deutschland erschien „Die Expedition des Doctor Nikola“ erstmals 1912. Selbst vom antiquarischen Buchmarkt ist dieses Werk längst verschwunden. Die aktuelle Ausgabe, Teil einer vierbändigen, neu oder erstmals aufgelegten sowie neu übersetzten Doctor-Nikola-Ausgabe, liest sich angemessen ‚retro-steif‘ aber stets flüssig und ist wieder schön als Paperback mit Klappenbroschur aufgemacht. Auf den dritten Teil kann man sich unter diesen Bedingungen erst recht freuen!

_Autor_

Am 13. Oktober 1867 wurde Guy Newell Boothby im australischen Glen Osmond, einer Vorstadt von Adelaide, geboren. Die Boothbys gehörten zur Oberschicht, Guys Vater saß im Parlament von Südaustralien. Der Sohn besuchte von 1874 bis 1883 die Schule im englischen Salisbury, dem Geburtsort seiner Mutter.

Nach Australien zurückgekehrt, versuchte sich Boothby als Theaterautor. Sein Geld verdiente er allerdings als Sekretär des Bürgermeisters von Adelaide. Beide Tätigkeiten wurden nicht von Erfolg gekrönt. Boothbys Lehr- und Wanderjahre führten ihn 1891/92 kreuz und quer durch Australien sowie den südasiatischen Inselraum. Sein 1894 veröffentlichter Reisebericht wurde zum Start einer außergewöhnlichen Schriftstellerkarriere.

1895 siedelte Boothby nach England um, heiratete und gründete eine Familie. Er schrieb nun Romane, wobei er sämtliche Genres der Unterhaltungsliteratur bediente und lieferte, was ein möglichst breites Publikum wünschte. Boothby war ein findiger und fleißiger Autor, der überaus ökonomisch arbeitete, indem er seine Worte nicht niederschrieb, sondern in einen Phonographen diktierte und die so besprochenen Wachswalzen von einer Sekretärin in Reinschrift bringen ließ. Jährlich konnten auf diese Weise durchschnittlich fünf Titel erscheinen. Boothbys Einkünfte ermöglichten ihm den Kauf eines Herrenhauses an der Südküste Englands, in dem er mit seiner Familie lebte, bis er am 26. Februar 1905 im Alter von nur 37 Jahren an einer Lungenentzündung starb.

|Paperback: 213 Seiten
Originaltitel: Dr. Nikola (London : Ward, Lock & Co. 1896)
Übersetzung: Michael Böhnhardt
Cover: Ernst Wurdack
ISBN-13: 978-3-938065-63-1|
[doctornikola.blogspot.com]http://doctornikola.blogspot.com
[www.wurdackverlag.de]http://www.wurdackverlag.de

_Guy Newell Boothby bei |Buchwurm.info|:_
[„Pharos der Ägypter“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=297

Thiemeyer, Thomas – Korona

_Amanda „Amy“ Walker_ ist eine Gorillaforscherin im ugandischen Ruwenzori-Mountains-Nationalpark. Dieses wolkenverhangene und nebelige Gebirge an der Grenze Ugandas zur Demokrantischen Republik Kongo, gerne auch als „Mondberge“ und Nilquelle bezeichnet, wurde erst im Jahr 1888 erforscht. Tourismus zu den Berggorillas ist zwar möglich, erfordert jedoch körperliche Fitness. Diese scheint ihr neuer Mitarbeiter Ray Cox durchaus zu besitzen, doch das ist nicht das Problem. Cox ist ein ehemaliger Häftling, der Ex-Knacki saß im berüchtigten irischen Gefängnis Mountjoy ein. Doch er besitzt auch eine vorzügliche wissenschaftliche Ausbildung. Trotzdem ist Amy nicht ganz wohl zumute, sie vermutet zu Recht, dass mehr hinter der „persönlichen Bitte“ steckt, Cox ins Team aufzunehmen. Ray Cox interessiert sich auffallend für den im Ruwenzori verschollenen William Burke, einem dekorierten Forscher aus Amys Team.

Amy bricht zusammen mit ihm und drei weiteren Teammitgliedern auf, um ein Auge auf die in letzter Zeit verhaltensauffälligen Gorillas zu werfen, die zu allem Überfluss erneut von Wilderern heimgesucht wurden. Dabei stoßen sie auf den Stamm der Bugonde, die ihnen Hinweise über den Verbleib des verschollenen William Burke geben. Die Gruppe entdeckt eine verlassene Stadt, eine Hinterlassenschaft des ehemals mächtigen Königreichs Kitara.

Richard Mogabe aus dem Basiscamp macht sich derweil Sorgen: Heftige Sonnenaktivitäten – ungewöhnlich starke Flares – legen die Kommunikation in weiten Teilen der Erde lahm. Eine besonders heftige Eruption droht das Gebiet der Ruwenzori zu treffen, doch Kommunikationsausfall und extreme Wetterschwankungen sind nicht die einzige Bedrohung. Ein Portal zu der „anderen Seite“ hat sich geöffnet und ein alptraumhaftes Wesen aus uralten Mythen ist in unsere Welt gelangt. Aufgrund widriger Umstände bleibt Amys Gruppe keine andere Wahl, als Burke in die fremde Welt zu folgen …

_Durch nebelverhangene Berge im Herzen Afrikas in eine andere Welt_

Thomas Thiemeyer (* 1963) studierte Kunst und Geologie in Köln und machte sich sowohl als Schriftsteller als auch Illustrator einen Namen, seine Umschlagillustrationen wurden mehrfach mit dem Kurd-Laßwitz-Preis ausgezeichnet. Die wunderschönen Cover aller seiner bisher erschienen Romane, „Medusa“, „Reptilia“, „Magma“, „Nebra“ und dem neuen „Korona“ hat Thiemeyer selbst gestaltet.

Wieder einmal handelt ein Thiemeyer-Roman in Afrika, inspiriert von den Erlebnissen auf seiner Afrikareise zu den Gorillas strickte der Autor daraus eine Story, die an einen Mix aus „The Time Machine“ von H.G. Wells und „Predator“ erinnert. Liebe und Rache kommen auch nicht zu kurz. Wieder einmal präsentiert der Autor seine bewährte Mischung aus Mystik, Science Fiction und Wissenschaft. Auffallend ist, wie schnell Thiemeyer in Vergleich zu seinen vorherigen Romanen in die Vollen geht. Konflikte schwelen nicht, sie brechen sehr schnell aus, die Handlung schreitet viel flotter voran als gewohnt, sie ist auch actionreicher als üblich. Das hat sie auch nötig, denn es steckt viel Erzählstoff in diesem Roman – vielleicht zu viel. So kommen viele faszinierende Handlungselemente einfach zu kurz, und so paradox es klingt, während die Charaktere selbst viel ausgereifter und besser beschrieben sind als in allen vorherigen Thiemeyer-Romanen (mir haben insbesondere Cox und Mogabe gefallen), so kann man dies über ihre Gruppendynamik und insbesondere Amy Walker nicht sagen. Auch wenn Amy ein risikobereites Naturell hat, als Frau alleine einen langjährigen Häftling abholen und später gezielt für eine nicht ungefährliche Expedition eine Gruppe aus Personen zusammenstellen, die in Konflikt miteinander stehen, ist nicht nur ungewöhnlich, es wirkt leider arg konstruiert. Dasselbe gilt auch für den „persönlichen Gefallen“, der Ray Cox in das Team brachte.

Es blieb wohl nicht genug Platz für all das, was Thiemeyer erzählen wollte. So enstand ein Eintopf, der zwar ganz klar auf einem bewährten Thiemeyer-Rezept beruht, aber einfach zu viel von allem und zu wenig von jedem enthält. Das soll nicht heißen, dass „Korona“ mir nicht gefallen hätte. Ein guter Roman, der mich jedoch nicht so begeisterte wie seine Vorgänger, insbesondere „Magma“ und „Nebra“. Die Mischung aus Mystik und Krimi in „Nebra“ sagte mir persönlich einfach mehr zu als der wilde Science-Fiction- und Mystik-Mix von „Korona“, der mir nicht ganz so gut gemundet hat.

_Fazit:_

Ein packender Roman, der von den profunden Afrikakenntnissen Thomas Thiemeyers profitiert. Die temporeiche Mischung aus Science Fiction, Afrika und Mystik ist – so seltsam es klingt – mit Ideen überfrachtet, weniger wäre hier mehr gewesen. Schade, die zahlreichen schmackhaften Leckerbissen gehen leider ineinander unter, hier stimmt die Mischung der Geschichte nicht. Zwar ist der Roman immer noch gut, doch wer Thiemeyer noch nicht gelesen hat, dem empfehle ich eher die wesentlich runderen Romane „Magma“ und „Nebra.“

http://www.thiemeyer.de/

_Mehr von Thomas Thiemeyer auf |Buchwurm.info|:_

[Interview mit Thomas Thiemeyer 03/07 – »Magma ist großes Kino«]http://www.buchwurm.info/artikel/anzeigen.php?id=74
[Interview mit Thomas Thiemeyer 09/04 – »Am liebsten male ich groß, fett und in Öl.«]http://www.buchwurm.info/artikel/anzeigen.php?id=25
[„Medusa“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=482
[„Reptilia“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1615
[„Magma“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3415
[„Magma“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4796 (Hörbuch)
[„Nebra“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id_book=5602
[„Korona“ (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6606

Jack London – Lockruf des Goldes

Die Handlung:

Elam „Burning Daylight“ Harnish ist einer der härtesten Kerle unter den Goldsuchern in Alaska. Sein Riecher für die richtigen Stellen zum Graben und sein Geschäftssinn lassen ihn reich, aber auch korrupt werden. In der großen Stadt lernt er, unter den Finanzhaien zu schwimmen, und verliebt sich gerade hier zum ersten Mal in seinem Leben. Wird die Liebe den alten Harnish in ihm zurückbringen?

Mein Eindruck:

Das Buch ist in drei Teile gegliedert, die alle ihren eigenen Charme besitzen, weil sie eigentlich aus drei unterschiedlichen Genres stammen.

Teil eins

Hier wird der harte Kerl, der Goldsucher „Burning Daylight“, beschrieben, der seinen Spitznamen daher hat, dass er seine Mitstreiter mit dem Ausruf: „Burning Daylight!“ zu wecken pflegt. Der Leser erfährt, wie sehr Harnish dem Glücksspiel verfallen ist, das ihn nicht nur sein Vermögen kostet, sondern auch fast das Leben. Er ist ein harter Hund, der fest an sich und seine Überzeugungen glaubt. Und als er, seinem Riecher folgend, am Klondike River seine Claims absteckt, wird er schnell reich.

Teil zwei

Jetzt zieht es ihn in die große Stadt, und nachdem ihm drei „Finanzexperten“ in New York sein Vermögen abgenommen haben, verändert sich sein Wesen, nachdem er seine Lektion gelernt hat. Er geht nach San Francisco und wird mit seinem Riecher für Geschäfte und die richtigen Investitionen in die Zukunft wieder sehr reich. Aber er verändert sich, wird hartherzig, legt an Gewicht zu und hat nur noch wenig gemein mit dem Mann, der er einmal gewesen ist.

Teil drei

Dann verliebt er sich zum ersten Mal in seinem Leben (im zarten Alter von 36 Jahren) in seine Sekretärin, die aber nichts von ihm wissen will, da er nur in sein Geld verliebt zu sein scheint. Er erkennt, dass sie Recht hat, lässt das Geschäft und die Großstadt hinter sich und zieht mit ihr auf eine Ranch. Happy End.

Und was lernen wir daraus?

„Geld verdirbt den Charakter“. So hätte man Jack Londons erfolgreichen Roman auch zusammenfassen können. Vom sympathischen, harten Kerl, der, wenn er etwas anpackt, es auch richtig machen will, über den reichen, geldgierigen und unnachgiebigen Geldsammler bis hin zum Geläuterten, erlebt der Leser die Stationen des Lebens von „Burning Daylight“.

Zwar wird sich der Leser eher weniger mit einem Goldsucher identifizieren können, der in Alaska Ende des 19. Jahrhunderts gelebt hat, aber die Veränderungen seiner Charakterzüge lassen sich auf jede Zeit und jede Gegend der Welt übertragen. Vielleicht ist auch das ein Grund dafür, warum das Buch nicht nur zu Londons Lebzeiten sehr erfolgreich war. Auch heute noch sagt vielen zumindest der Titel etwas.

Die Rechtschreibung

Die Vorlage für diese Neuausgabe stammt aus dem Jahr 1973. Dementsprechend ist auch dieses Buch, wie auch schon die Vorgänger der „Abenteuer“-Serie des Verlages, nicht auf dem aktuellen Stand der deutschen Rechtschreibung.

Der Anhang

Im Nachwort interpretiert Sebastian Domsch den Roman und schildert die zeitlichen Hintergründe der Geschichte und Vorbilder des Protagonisten. Außerdem gibt es für den Leser noch ein paar interessante Informationen zu Jack London, die nicht in der nachfolgenden Zeittafel zu Leben und Werk Londons zu finden sind.

Mein Fazit:

Drei Bücher zum Preis von einem. Goldrausch-Abenteuer, Finanzgeschichte und Liebesgeschichte. Von jedem genug, um eine interessante Lebensgeschichte zu erzählen. „Lockruf des Goldes“ ist besonders für Film und Fernsehen geeignet und wird immer mal wieder gezeigt und umgesetzt.

Ein amerikanischer Klassiker, der diesen Titel zu Recht trägt und 100 Jahre nach der Erstveröffentlichung immer noch spannend, gemein und romantisch ist.

Die „Klassiker der Abenteuerliteratur„:

Dieses war das letzte Buch der kleinen und feinen Reihe, die bei dtv als Neuausgabe im Laufe dieses Jahres erschienen ist. Fraglich ist, wen sich der Verlag als Käufer vorgestellt hat und wen er mit teilweise jahrzehntealten Übersetzungen in der veralteten deutschen Rechtschreibung zum Kauf überreden möchte. Die durchaus interessanten Anhänge und Zeittafeln reichen da sicherlich nicht aus.

Auch fehlen mir in der Reihe Klassiker wie „Moby Dick“, „Gullivers Reisen“ und „Die drei Musketiere“, um jetzt nur die zu nennen, die mir in diesem Moment in den Kopf kommen.

Taschenbuch: 256 Seiten
Originaltitel: Burning Daylight (1910)
Aus dem Amerikanischen von Erwin Magnus
Mit einem Nachwort und einer Zeittafel von Sebastian Domsch
ISBN-13: 978-3423138864
www.dtv.de

Dieses Buch gehört zur Reihe „Klassiker der Abenteuerliteratur“ von dtv:

Daniel Defoe: „Robinson Crusoe“
Jules Verne: „Reise zum Mittelpunkt der Erde“
Robert L. Stevenson: „Die Schatzinsel“
Karl May: „Der Schatz im Silbersee“
Jack London: „Lockruf des Goldes“

&Der Autor vergibt: (4/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (No Ratings Yet)