Thomas H. Cook – Taken – Wir sind nicht allein (Band 1)

Passend zur kürzlich angelaufenen Science-Fiction-Serie „Taken“ gibt es jetzt auch die Begleitbücher zu den ersten beiden Folgen in der so genannten „Pro7-Edition“, also quasi die Begleitbücher zur Fernsehrserie von Steven Spielberg. Es handelt sich dabei um zwei ca. 200 Seiten starke Bücher, in denen die Geschichte um die mysteriöse [UFO-Landung in Roswell]http://de.wikipedia.org/wiki/UFO-Absturz__von__Roswell aus dem Jahre 1947 mit all ihren Folgen für die direkt betroffene Bevölkerung bzw. die ganze Welt geschildert wird. Anders als im Fernsehen, schildert Thomas H. Cook, der Autor der Bücher, die Geschichte jedoch nicht mit vielen Efekten, sondern konzentriert sich lediglich auf den wesentlichen Teil des Plots. Dass dabei manche Details verloren gehen, die man als Fan der Serie noch vor Augen hat, ist dabei eigentlich recht ungewöhnlich, denn im Normalfall zieht man ja immer das Buch dem Film vor. Dieses Mal sieht die Sache jedoch anders aus – aber wenn man bedenkt, dass Erfolgsregisseur Steven Spielberg hinter dem Projekt „Taken“ steht, kann man das schon einmal durchgehen lassen …

Story:

Als Captain Russell Keys 1945 aus dem Krieg zurück in seine Heimat kehrt, ist er nicht mehr derselbe. Nicht nur die Eindrücke der Schlachten haben eine bleibende Nachwirkung hinterlassen, auch die Tatsache, dass Russell eine Zeit lang eigentlich hätte tot sein sollen (er stürzte mit einem Flugzeug in die Tiefe), nach einem bislang unaufgedeckten Blackout aber weiterhin am Leben ist, beschäftigt den Veteranen nach seiner Rückkehr. Doch erst einmal genießt Russell die Idylle in seinem Geburtsort, heiratet seine Jugendliebe Kate und bekommt mit ihr den ersten und einzigen Sohn Jesse.

Während all dies geschieht, macht an anderer Stelle Commander Owen Crawford eine bedrohliche Entdeckung. Mitten in der Wüste entdecken er und seine Crew das Wrack eines abgestürzten Raumschiffs sowie drei verstorbene und einen lebenden Insassen. Doch das Raumschiff hatte eigentlich Platz für fünf Wesen. Bei einer ersten Obduktion ergibt sich, dass die außerirdischen Wesen enorme Kräfte besitzen und dazu in der Lage sind, durch mentale Kräfte Leute in ihrer Nähe zu töten. Ab diesem Zeitpunkt wird Owen immer mehr klar, welch enorme Bedrohung das noch vermisste Wesen für die gesamte Weltbevölkerung ausmacht. Zusammen mit seinen Kollegen Marty und Howard macht er sich auf die Suche nach dem verschwundenen Objekt und schreckt dabei vor keinem Mittel zurück.

Derweil ist Russell hinter das schreckliche Geheimnis gstiegen, dem er sein Leben zu verdanken hat. Doch eigentlich wäre er lieber gestorben, wenn er nur daran denken muss, dass er eine Zeit lang in der Gewalt außerirdischer Lebensformen gewesen ist, die ihm zudem einen Tumor eingepflanzt haben, den er auch seinem Sohn vererbt hat. Zu spät begreifen Russell und Jesse, welche Folgen dies für sie und alle Beteiligten haben wird …

Bewertung:

Thomas H. Cook beschreibt die Geschichte um die Entdeckung außerirdischen Lebens prinzipiell recht simpel und kommt immer wieder schnell auf den Punkt. Das ist zwar in manchen Situationen durchaus angebracht, raubt dem Ganzen aber tweilwiese auch die Spannung und den Erzählcharakter, da es zwischendurch vorkommt, dass Cook nur noch einzelne Fakten aneinanderreiht und anschließend wieder eine großen Zeitsprung macht. Das mag im TV problemlos funktionieren, verlangt aber an dieser Stelle nach einer ausführlichen Erklärung, zumindest in den Abschnitten, in denen plötzlich fünf Jahre vergehen und niemand genau weiß, was in der Zwischenzeit geschehen ist. Die Tatsache, dass die Einleitungen zu den unterschiedlichen Unterkapitel mit Zeit- und Ortsangaben beginnen, unterstützt die Wirkung der puren Berichterstattung dabei umso mehr, ist aber für den eigentlichen Erzählstrang nur von zweitrangiger Bedeutung.

Andererseits muss man aber auch ganz klar sagen, dass die Geschichte an sich so gut ist, dass man die einzelnen Schwächen des Buches oft so hinnehmen kann, denn irgendwie gelingt es dem Autor dann doch, den Leser bei der Stange zu halten. Trotzdem bleibe ich dabei: Im direkten Vergleich gebe ich der Fernsehserie, zumindest bei diesem ersten Band, klar den Vorzug. Zum einen wegen den starken, wenn auch dezent verwendeten Spezialeffekte, die im Buch naturgemäß nicht so zur Anwendung kommen können, und zum anderen aufgrund der Tatsache, dass die bewegten Bilder in diesem Fall einfach mehr Ausdrucksstärke aufweisen als die geschriebenen Worte. Ich erwähnte es aber bereits einleitend: bei einem etablierten Produzenten wie Steven Spielberg, aber auch in diesem Genre allgemein ist das sicher keine Schande.

Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
vgs

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