Schlagwort-Archive: Fantasy

Ursula K. Le Guin – Das ferne Ufer (Erdsee 3)

Geds dunkelste Stunde: Verlockung der Unsterblichkeit

Die beiden ersten Romane des Erdsee-Zyklus wurden mit „Das ferne Ufer“ fortgesetzt, einem eigenständigen Roman, in dem Ged die Hauptrolle spielt. Dieser dritte Roman ist eher angespannt statt spannend, eher weise und nachdenklich machend statt emotional berührend. „Die Geschichten sind maßgeblich von der Philosophie des Daoismus beeinflusst. Das Gleichgewicht der Dinge und das Prinzip des Nicht-Handelns spielen in den Romanen eine wesentliche Rolle.“ (Wikipedia)

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Ursula K. Le Guin – Die Gräber von Atuan (Erdsee 2)

Geds Gabe: die Wiederherstellung von Einheit und Frieden

„Die Gräber von Atuan“, der zweite Band des ERDSEE-Zyklus, setzte einen hohen, sehr hohen Maßstab. Im Erdsee-Zyklus hat Ursula Le Guin eines der schönsten und interessanten Fantasy-Universen geschaffen: eine Welt, die nur aus meerumspülten Inseln besteht und in der Magie funktioniert – Magie, die Urmächte der Welt und des Lebens beherrscht.

Neben Tolkiens Werk (1954/55), das sich nicht explizit an Jugendliche richtete und mit christlichen Motiven überfrachtet ist, ist das von Hallmark Productions verfilmte „Gräber von Atuan das klassische Fantasy-Abenteuer für junge Leser.

Die Autorin
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Ursula K. Le Guin – Der Magier der Erdsee (Erdsee 1)

Ein Meisterwerk der Fantasy

Ursula K. Le Guins Fantasyroman „Der Magier der Erdsee“ ist der Auftakt zum erfolgreichen Jugendbuch-Klassiker-Zyklus um die Erdsee. Im Erdsee-Zyklus hat Ursula Le Guin eines der schönsten und interessanten Fantasy-Universen geschaffen: eine Welt, die nur aus meerumspülten Inseln besteht und in der Magie funktioniert – Magie, die die Urmächte der Welt und des Lebens beherrscht.

„Der Magier der Erdsee“ setzte einen hohen, sehr hohen Maßstab. Neben Tolkiens Werk (1954/55), das sich nicht explizit an Jugendliche richtete und mit christlichen Motiven überfrachtet ist, ist „Der Magier“ das klassische Fantasy-Abenteuer für junge Leser. Auch die Frauenbewegung in der Fantasy schätzte „Der Magier“ und seine Folgebände sehr. Werke wie „Die Traumschlange“ von Vonda McIntyre erinnern daran.

Die Autorin
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Erhard Ringer / Hermann Urbanek (Hg.) – Ashtaru der Schreckliche. Fantasy-Erzählungen

Sherlock in Walhalla und andere gewitzte Aktionen

Diese illustrierte Story-Sammlung umfasst zehn Fantasy-Erzählungen von wirklichen Könnern ihres Fachs: Theodore Sturgeon, H.P. Lovecraft, Katherine Kurtz, Lyon Sprague de Camp, Alan Burt Akers, Poul Anderson, Thomas Burnett Swann und Roger Zelazny sowie zwei AutorInnen aus Deutschland, nämlich Iny Klocke und Stephan de la Motte.

Für die Fans von K. Kurtz dürfte ihre Erzählung „Des Marluks Untergangs“ (1977) von besonderem Interesse sein. Die Handlung spielt einige Jahre vor Beginn des späten Deryni-Zyklus und nach dem Ende des Frühen Deryni-Zyklus, stellt also eine Art Bindeglied dar. Nach Angaben der Wikipedia ist dies der einzige Abdruck der Erzählung in deutscher Sprache.

Diese Ausgabe ist von Johann Peterka illustriert und mit Landkarten von Erhard Ringer versehen worden und stellt ein echtes Sammlerstück dar. Hier findet der Cthulhu-Fan auch eine Landkarte vom „unbekannten“ Kadath.
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Ursula K. Le Guin – Das Wunschtal


Hand in Hand durch Wunderland

„Das Wunschtal“ (The Beginning Place) ist ein relativ früher Fantasyroman der Autorin Ursula K. Le Guin aus dem Jahr 1980. Doch auch hier findet man die gleiche hohe Qualität des Erzählens wie in ihren preisgekrönten und verfilmten Erdsee-Romanen. Allerdings ist die Geschichte selbst wenig bewegend und alles andere als actionreich.

Die Autorin
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Michael A. Stackpole – Es war einmal ein Held

Des Ritters Liebesleid im Zauberwald

Dies ist die Geschichte einer tragischen Liebe – auch wenn das aus dem Klappentext keineswegs ersichtlich ist. Natürlich packt der Battletech-Autor auch noch jede Menge Action zwischen die Buchdeckel, aber dies ist doch das Grundlegende: Wir leiden mit dem größten Helden des Menschenvolkes, Neal Roclawski.

Der Autor

Michael A. Stackpole (* 1957 in Wausau, Wisconsin) ist ein US-amerikanischer Science-Fiction- und Fantasyautor, sowie Spiele- und Computerspieleentwickler. Als Autor bekannt wurde er durch seine Mitarbeit bei der X-Wing-Reihe, die im Star-Wars-Universum angesiedelt ist und bei der Battletech-Romanreihe.

Handlung

Vier Rassen bewohnen die Welt namens Skirren: die sich fast gänzlich absondernden Zwerge; die Elfen, die sich als Kinder der Götter in ihrer Arroganz allen anderen überlegen wähnen; die Reith, ein magisch begabtes Volk, das seine Existenz ganz dem dunklen Todesgott verschrieben hat; und das jüngste und ungestümste Volk, die Menschen.

Zwischen Menschen und Reith tobt ein gnadenloser Vernichtungskampf. Eine allen Völkern bekannte Prophezeiung behauptet, dass der Besitzer des legendären Schwertes Herzspalter ein Reich gewinnen und unbezwingbar sein würde. (Gewisse Parallelen zur Artuslegende lassen sich nicht übersehen.)

In Konkurrenz mit dem Anführer der Reith gelangt unser Held Neal in den Besitz der magischen Klinge und macht sich mit seinem besten Gefährten, dem Elfen Aarundel, auf die Socken, um die verhassten Reith zu bekämpfen. Da ist ein Zauberschwert schon praktisch.

Immer wieder aber gerät er in engen Kontakt mit den Elfen. Er erringt durch seine Integrität, seine Selbstbeherrschung und seinen Mut deren Achtung und Unterstützung, so dass die Elfen in der letzten Völkerschlacht gegen die Reith Partei ergreifen.

Eine wichtige Rolle in der Entwicklung dieser Beziehung spielt Neals Liebe zu einer Elfin. Nicht genug damit, dass jegliche körperliche Berührung zwischen den beiden seinen sofortigen Tod und die Verbannung seiner Liebsten aus dem Reich der Elfen nach sich ziehen würde. Nein, das Elfenweib ist auch noch mit einem der Anführer der Waldbewohner verheiratet. Das kann ja nicht gut gehen.

Die Schlacht gegen die Reith hat ihren Höhepunkt erreicht, da tötet der Magierfürst der Reith im direkten Duell unseren Helden. Mit allen Ehren wird er im Elfenreich beigesetzt.

Doch der Tod ist nicht das Ende, wie wir aus der Artuslegende wissen. Fünfhundert Jahre später wird Neal mit Hilfe von Elfenzauber wiedererweckt, um erneut ins Geschick der oft allzu machtgierigen Menschen einzugreifen. Die Elfin Gena ist die Enkelin von Neals Freund Aarundel und soll Graf Berengar, einem Fürsten der Menschen, aus einem politischen Schlamassel helfen …

Mein Eindruck

Immer wechselt die Erzählperspektive zwischen diesen beiden Handlungs- und Zeitebenen, die 500 Jahre auseinanderliegen, hin und her. Der Autor, der bislang vor allem durch seine Battletech– und Shadowrun-Romane bekannt wurde, zeichnet die Passagen, die sich um die geliebte Elfin drehen, recht realistisch.

Doch unerfüllte Sehnsucht führt leicht zu Melancholie. Man leidet unwillkürlich mit dem Helden; sein Schmerz, den wohl jeder einmal angesichts verschmähter oder unerhörter Liebe verspürt hat, berührt uns tief. Dagegen lassen einen die die actionbetonten Teile des Romans, die Schlachten und Zweikämpfe, weitgehend kalt. Hier bietet der Autor allenfalls Durchschnittsqualität.

Insgesamt also ein elegisch-romantischer Ritterroman in einer exotischen Welt, der jedoch jeden Artus-Fan zufrieden stellen dürfte.

Originaltitel: Once a hero, 1994
Aus dem US-Englischen übertragen von Mina H. L. Buts

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Noon, Jeff – Alice im Automatenland

Einfallsreiche und witzige Phantasie um Alice

Der britische Kultautor Jeff Noon erzählt Alices weitere Abenteuer im Wunderland und hinter den Spiegeln, vor allem aber ihren Kampf gegen die Schlangenkönigin.

Es war einmal an einem trüben, verregneten Tag in Manchester, irgendwann im Jahre 1860. Eigentlich sollte die kleine Alice ihre Mathematikaufgaben machen, aber im Moment interessiert sie viel mehr, wo die fehlenden zwölf Teile ihres Puzzles geblieben sind. Außerdem wird sie vom Papagei ihrer Großtante abgelenkt, der sie schließlich überredet, seine Käfigtür ein winziges Stück zu öffnen. Als der Vogel davonfliegt, hinein in die riesige Großvateruhr, lä,uft ihm Alice sofort hinterher.

Und als sie der Uhr wieder entsteigt, befindet sich Alice im Manchester des Jahres 1998, einer Welt der Automatenwunder, die dennoch von der Atmosphäre des vergangenen Jahrhunderts durchdrungen ist. Auf der Jagd nach dem Papagei gerät Alice in Rätsel über Rätsel, sucht nach den zwölf Puzzleteilen, führt Dispute mit den merkwürdigsten Kreaturen, wird von einer unsichtbaren Katze namens Quark begleitet und trifft in einem von Kletterrosen überrankten Cottage sogar Mr. Dodgson alias Lewis Carroll. Und bei alledem versucht sie, irgendwie den Weg zurück in ihre eigene Zeit wiederzufinden. (Verlagsinfo)

Der Autor

Der britische Schriftsteller Jeff Noon, der sich in dieser Fortsetzung der zwei klassischen Alice-Romane „Zenith O’Clock, writer [= righter] of wrongs“ nennt, ist der einfallsreiche Autor der phantastischen Romane „Vurt“ (dt. „Gelb“), „Pollen“ (dt. gleich) und „Nymphomation“ (noch nicht übersetzt). Sie spielen alle in seiner Heimatstadt Manchester. Und dies ist auch zum großen Teil der Schauplatz der wundersamen Ereignisse in „Automated Alice“.

Romane

Vurt (dt. Gelb, ISBN 3-442-44449-7, ISBN 3-442-54007-0)
Pollen (dt. Pollen, ISBN 3-442-44408-X, ISBN 3-442-54031-3)
Automated Alice (dt. Alice im Automatenland, ISBN 3-442-54065-8)
Nymphomation
Needle in the Groove
Falling Out Of Cars

Theaterstücke

Woundings
Vurt – the theatre remix
Alphabox
Somewhere the Shadow
The Modernists

Das Buch ist schwierig ins Deutsche zu übertragen: Die Anzahl der Wortspiele und Doppeldeutigkeiten ist nämlich derartig groß, dass eine Übertragung zwingend ein völlig anderes Werk hervorbringt – etwa so, als wollte man Lewis Carrolls berühmtes Nonsens-Gedicht „Jabberwocky“ übertragen (was ja in der Tat getan wurde).

Handlung

Eines Tages im Jahr 1860 fliegt Alices Papagei Whippoorwill in den Kasten der Großvateruhr und verschwindet. Die um ihren Liebling bangende Alice folgt ihm in das Uhrwerk und landet auf der anderen Seite im Jahr 1998 (wie sie sehr viel später herausfindet) – in einem Termitenbau. Die Termiten sind (wie weiland der weiße Hase) alle sehr in Eile – kein Wunder, sind es doch Computermiten! Sie stellen Berechnungen an, etwa zur Quadratwurzel aus -1 (die es reell nicht geben kann).

Wenig später landet Alice in einem Gartenschuppen, wo ein grobschlächtiger Mann Puppen aus altem Krempel zusammensetzt und dieses Gebilde mit Hilfe einer Handvoll Computermitenerde „belebt“. So zum Beispiel eine Puppe namens James Marshall Hentrail, genannt „Jimi“, der ein höllisches Gitarrengejaule auf einem Tennisschläger („a terrible racket“) veranstaltet … Auch ein gewisser Quentin Tarantula wird erwähnt und ein Trompetespieler namens Long Distance Davis, genannt Miles …

Auf der Jagd nach ihrem entflogenen Papagei trifft Alice auf ihre Zwillingsschwester, Automated Alice, genannt Celia. „Celia“ ist ein Anagramm aus den Buchstaben von Alices Namen. Und Celia stammt aus dem Jahr 1998, aus Manchester. In der großen Stadt erleben die beiden verrückte und erschreckende Abenteuer. So wird Alice zum Beispiel des Mordes angeklagt und landet im Gefängnis. Sie kann entkommen und entdeckt eine Verschwörung der Bürokraten Manchesters, der „Civil Serpents“ (statt civil servants). Die schlangenförmigen Serpents haben nämlich ein wissenschaftliches Experiment mit „Chrononen“ an den nichts ahnenden Bürgern durchgeführt, um sie zu Gehorsam und Gesetzestreue zu bringen. Statt des erhofften Ergebnisses entstanden jedoch Mischungen aus Tier und Mensch, ja, aus Ding und Mensch. Alice trifft Zebramenschen und wandelnde Küchenspülen (und Zenith O’Clock).

Verfolgt von der Herrin der Schlangen landet Alice wieder im alten Häuschen, in dem sie 1860 lebte. Dort setzt sie alle zwölf Puzzlestücke, die sie bei ihren Abenteuern todesmutig gesammelt hat, zusammen – doch da bleibt ein Loch! In der Zooszene, die entsteht, fehlt ein Mädchen … Alice hüpft in das Loch hinein – und landet wieder im selben Moment, in dem sie das Jahr 1860 verlassen hatte – rechtzeitig zur Grammatikstunde mit Tante Ermintrude. Wo sie doch so viel zu erzählen hätte …

Mein Eindruck

Ich kenne nur wenige Bücher, die in gleichem hohen Maß wie „Automated Alice“ geistiges Vergnügen am verrückten Abenteuer (auch sprachlich!) und emotionale Anteilnahme am Schicksal der Hauptfigur in jener genialen Weise zu verbinden vermögen, wie es Noon hier gelungen ist. Das Buch sprüht vor Einfällen, einer verrückter und doch plausibler als der andere, ganz im Stil und Ton der Alice-Bücher. Selbst die Gedichte treffen den gleichen Esprit. Und es gibt eine ganze Reihe von Szenen und Sätzen, die den Leser über die eigene Beschaffenheit und Wahrnehmung der Wirklichkeit nachdenken lassen.

Fazit: Highly recommended! Nicht nur für junge Menschen. Für alle Alice-Fans ein Muss!

Infos: Automated Alice, 1996
Deutsch bei Goldmann/Manhattan
Oktober 1999
218 Seiten
ISBN 3442540658
EAN: 9783442540655

https://www.randomhouse.de

Elizabeth Hand – Die Mondgöttin erwacht

Wenn die Göttin herniedersteigt

Washington DC, die Universität der Erzengel und des Heiligen Johannes des Göttlichen. Für die junge Anthropologiestudentin Katherine Sweeney Cassidy der Eintritt in ein verheißungsvolles neues Leben. Bis sie der uralten Bruderschaft der Benandanti auf die Spur kommt – einem Geheimbund gelehrter Magier, die die Geschicke der patriarchalischen westlichen Kultur seit Jahrtausenden beherrschen – und in einen Strudel aus Grauen und Lust gerät. Denn die Ära der Benandanti ist vorüber, und die Wiederkunft der göttlichen Mondmutter Othiym steht unmittelbar bevor.

Doch Othiym ist alles andere als eine gütig Nährende, und je mehr rituelle Morde in ihrem Namen geschehen, umso stärker wird die Macht ihres grausamen Matriarchats, das die Welt wieder in Besitz nehmen will… (Verlagsinfo)

„Waking the Moon“ wurde mit dem Otherwise Award (vormals Tiptree Award) und dem Mythopoeic Award ausgezeichnet.

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Terry Carr (Hrsg.) – Jenseits aller Träume. Sieben moderne Fantasy-Stories

Der Komponist des Teufels und andere schräge Gestalten

In dieser Anthologie sind 7 Fantasy-Erzählungen amerikanischer und englischer AutorInnen vereinigt:

– Die Story des Mannes, für den die zeit rückwärts läuft;
– Die Story vom Wanderer in Schwarz;
– Die Story von der Stadt der Unsterblichen;
– Die Story vom verhexten Land;
– Die Story des vergessenen Komponisten;
– Die Story von der Stimme des anderen;
– Und die Story von der Ersatzmutter.

Vertreten sind Roger Zelazny, John Brunner, Jorge Luis Borges, Katherine MacLean und andere.
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Abraham Merritt – Das Volk der Fata Morgana. Fantasy-Klassiker

Kampf gegen den Krakengott

Der junge Bergwerksingenieur Leif Langdon hat auf einer Expedition nach Zentralasien erlebt, dass ihn das aussterbende Volk der hellen Uiguren, wikingerartiger Krieger, für die Reinkarnation eines uralten Helden ihres Stammes hält – des unbesiegbaren Dwayanu. Für sie ruft er den furchtbaren Krakengott Khalk’ru und flieht entsetzt, als er seine Tat begreift.

Aber wer Khalk’ru gerufen hat, der muss auch seinem Ruf folgen – und Monate später ruft der Gott Leif, im äußersten Alaska, in einem Tal, das unter einer ewigen Fata Morgana verborgen liegt. Mit der Herrin der weißen Wölfe und dem gewaltigen Schmied Tibur kämpft Leif um die Macht und um das Leben der schönen Evalie, die zum Opfer für Khalk’ru bestimmt ist. Aber der heißeste Kampf tobt in ihm selbst, als Dwayanu, der grausame Krieger der Vorzeit, Macht über seine Seele zu gewinnen beginnt … (Verlagsinfo)
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Abraham Merritt – Das Gesicht im Abgrund. Fantasy-Klassiker

Im Reich der Schlangenfrau

Von der Hoffnung erfüllt, mit Hilfe einer seltsamen Landkarte einen Schatz der alten Inkas zu finden, macht sich Nicholas Graydon, ein Bergbauingenieur, gemeinsam mit drei Abenteurern auf den Weg in ein Gebiet der Kordilleren, das bisher noch kein Weißer betreten hat. Habgier, Goldfieber und Hass lassen die Expedition zu einem Fiasko werden. Nur Graydon überlebt – und er gelangt nach Yu-Atlanchi, dem verbotenen Land. Dort – unter Geschöpfen, die zeitlos sind und für die der Tod unbekannt ist – lernt Graydon, der Mann des 20. Jahrhunderts, die Wunder und Schrecken eines Volkes kennen, das viel älter als die Menschheit ist… (Apex-Verlag)
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Eric Van Lustbader – Moichi (Dai-San-Zyklus 4)

Fernost-Fantasy: Schwerter, Sex und Zauberei

Die Mächte der Finsternis sind besiegt (vgl. „Dai-San“), aber das Leben auf der Erde ist alles andere als friedlich. Moichi, ehemaliger Begleiter Ronins, versucht den Mord an einem Freund sowie einen Doppelmord aufzuklären und eine entführte Frau wiederzufinden. Zusammen mit der Tochter des Anführers der Bujun-Samurai bricht er in den unerforschten Nordwesten auf.

Zusammen mit der Frau, die ihm den entscheidenden Hinweis gibt, macht er sich auf die Suche nach dem Mörder. Von dem Wunsch nach Rache beseelt, gerät er immer wieder in tödliche Gefahren, bevor es ihm endlich gelingt, die Macht jener schrecklichen Hexe zu brechen, die soviel Unheil angerichtet hat. (abgewandelte Verlagsinfo)

Hinweis: „Ronin“ bedeutet im Japanischen „herrenloser Krieger“.

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Eric Van Lustbader – Ronin (Dai-San-Zyklus 1)

Science Fantasy: Helden zwischen Zauber und Sex

In ferner Zukunft dämmert die Menschheit ihrem Ende entgegen. Die Mächte der Finsternis sammeln sich gegen die letzen Menschen auf einer sterbenden Erde. Nur ein einsamer Kämpfer kann die Katastrophe abwenden: Ronin, der Bewohner eines unterirdischen Imperiums. Seine Welt ist eine Welt des Kampfes. Das Militär ist allgegenwärtig. Eines Tages hört Ronin zufällig, dass es noch anderes Leben auf der Erdoberfläche gibt. Aber bevor er seine lebensgefährliche Reise in die verbotene Welt unter der Sonne antreten kann, muss er noch eine Schriftrolle finden, die das Geheimnis zur Rettung der Menschheit birgt…

Hinweis: „Ronin“ bedeutet im Japanischen „herrenloser Krieger“.
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Katherine Kurtz & Deborah Turner Harris – Der Schatz der Templer (Der Adept 3)

Wehe, wenn sie losgelassen!

Die Tempelritter waren bis zu Beginn des 14. Jahrhunderts, bevor sie verboten wurden, einer der wichtigsten Orden, der sich der Eroberung und Bewahrung des Heiligen Landes sowie seiner Heiligtümer verschrieben hatte. Sie waren Krieger und besaßen eine festgefügte Hierarchie. Nicht jeder konnte Mitglied werden, und als der französische König Philipp der Schöne abgewiesen wurde, ließ er die Templer gnadenlos verfolgen. Viele flohen ins katholische Schottland.
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Guy Gavriel Kay – Das Komplott (Die Reise nach Sarantium 1)

Nach Byzanz segeln und überleben

Der vierteilige Doppelroman entführt den Leser in eine spätantike Zeit mit anderen Namen und anderem Geschichtsverlauf, doch es ist deutlich, dass Sarantium dem alten Byzanz (Ost-Rom) entspricht: Den Bänden sind Zitate aus dem Gedicht „Sailing to Byzantium“ des irischen Dichters W. B. Yeats vorangestellt.

Der 2001 bei Heyne veröffentlichte Zyklus „Die Reise nach Sarantium“ besteht aus folgenden Bänden:

1) Das Komplott (06/9141)
2) Das Mosaik (06/9142)
3) Der neunte Wagenlenker (06/9165)
4) Herr aller Herrscher (06/9166)

Der Autor
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Dunmore, Helen – Im Sog des Meeres (Indigo 1)

Deep Blue Sea

Die beiden Geschwister Sapphire und Conor leben in Cornwall nahe am Meer. Nachdem ihr Vater Mathew Trewhalla möglicherweise spurlos in Indigo, wie die Unterwasserwelt poetisch in einem seiner Lieder heißt, verschwunden ist, fühlt sich Sapphy mehr und mehr in seinem Bann. Mit einem der Mer, die in Indigo leben, erkundet sie diese Welt, doch der Frieden täuscht. Unschuldige Menschen geraten in Gefahr. Sapphy muss sich entscheiden, zu welcher Welt sie gehören will: zu den Mer oder zu ihrem eigenen Luftvolk.

Die Autorin

Helen Dunmore ist im englischen Yorkshire geboren und lehrte in Finnland Englisch, bevor sie sich dem Schreiben zuwandte. Sie hat zahlreiche belletristische Romane, Kinder- und Jugendbücher sowie Gedichtbände veröffentlicht. „Indigo – Im Sog des Meeres“ ist der erste Band einer Reihe über den Kontakt mit dem Mervolk im Reich Indigo. Der nächste Band trägt den Titel „Indigo – Im Bann der Gezeiten“ und erschien im März 2007 ebenfalls bei cbj.

Handlung

„Ach, wäre ich doch in Indigo
Und teilte die salzige See
In den tiefsten Fluten,
wo weder Liebe noch Leid
mich bedrücken …
Sag mir den Grund,
warum du mich verschmähst …“

Bevor ihr Vater Mathew spurlos verschwand, hörte die neunjährige Sapphire, die Ich-Erzählerin, ihn immer dieses wehmutsvolle Lied singen. Und sie fragte sich, wo dieses Indigo liegen mochte. Bestimmt hat es etwas mit dem Meer zu tun, das nicht weit von Sapphys Zuhause an die Küste von Cornwall brandet. Das Rauschen ist immer zu hören. Hier lebt Sapphy mit ihrem drei Jahre älteren Bruder Conor und ihrer Mutter Jennie. Ihre Mutter kann das Meer nicht ausstehen, und deshalb kommt es immer wieder zu Streit mit ihrem Mann, der das Meer liebt und immer zum Angeln hinausfährt. Bis er nach einem besonders heftigen Streit gar nichts mehr zurückkommt.

Ein Jahr später haben sich die verbliebenen Familienmitglieder an die fiesen Gerüchte gewöhnt, wonach Mathew es wie sein gleichnamigen Vorfahr gemacht habe und mit einer anderen Frau durchgebrannt sei. Nur dass damals die Frau in dem Lied eine Meerjungfrau war. Während Jennie als Kellnerin arbeitet, schwänzen Sapphire und Conor so oft wie möglich die Schule. Sie gehen lieber in ihre abgelegene Lieblingsbucht und erkunden die Wasserwelt.

Bis Sapphire ihren Bruder mit einem anderen Mädchen in ihrer Bucht sieht. Doch als sie näherkommt, verschwindet das Mächen. Conor leugnet, dass da jemand war, und sie will ihn nicht des Lügens zeihen. Schon bald hat sie nämlich selbst Gesellschaft auf einem Uferfelsen. Es ist ein Junge, dessen Füße in einem Robbenschwanz enden. Er nennt sich Faro und sagt, er gehöre zum Volk der Mer, die in Indigo, der Welt unter Wasser, leben. Und das Mädchen, mit dem Conor gesprochen habe, sei Elvira, seine Schwester. Also doch!, freut sich Sapphire.

Das Mervolk

Die Mer sind magische Wesen, wie Sapphy bald feststellen kann, denn als Faro sie mit auf eine Exkursion nimmt, versetzt er sie in die Lage, unter Wasser zu atmen wie ein Fisch. Conor kann dieses Kunststück längst nicht so gut wie sie, meint Faro, denn Sapphy habe mehr Eigenschaften von ihrem Vater geerbt als von ihrer wasserscheuen Mutter. Unter Wasser erschließt sich Sapphy eine faszinierende Welt voll unbekannter Lebewesen. Aber Faro wettert auch gegen das Luftvolk, die Menschen, die immer weiter in die Buchten und Lebensräume des Mervolks vordringen und sie verschmutzen.

Als Sapphy nach Hause zurückkehrt, wird sie von Conor gegenüber den Vorwürfen ihrer Mutter in Schutz genommen. Doch Sapphy muss erschrocken feststellen, dass die Zeit in Indigo anders verläuft als an Land. Was sie für nur wenige Minuten hielt, waren hier in Wahrheit fast ein halber Tag! Und wenn sie noch länger unten geblieben wäre? Wären dann an Land Wochen und Monate vergangen?

Gefahr

Ihre Mutter hat im Restaurant, in dem sie kellnert, einen australischen Taucher namens Roger kennen gelernt. Nachdem Conor und Sapphy ihre Vorbehalte gegen diesen Eindringling in ihre Familie niedergekämpft haben, müssen sie allerdings erfahren, dass Roger und sein Freund Gray vorhaben, nach einem Wrack zu tauchen, das an einer Stelle liegt, die dem Mervolk heilig ist. Sie müssen Faro warnen!

In einem dramatischen Wettlauf um Zeit versuchen Conor und Sapphy, das Leben der beiden Taucher zu retten und zugleich Faro klarzumachen, dass die Taucher nicht sterben dürfen. Fast zu spät erkennen sie, welche Rolle die Robben in diesem Drama spielen …

Mein Eindruck

Ich habe diesen schönen und fantasiereichen Jugendroman an nur einem Nachmittag mit Interesse und Vergnügen gelesen. Es gibt keinerlei Verständnisprobleme, denn das Buch sollte auch für zehnjährige Kinder leicht zu lesen sein. Die erfahrene Autorin versteht es, sich glaubwürdig und genau in die Erlebniswelt der Kinder hineinzuversetzen und die Interaktionen in der Kleinfamilie der Trewhallas lebendig darzustellen. Dabei ist die Erlebniswelt ziemlich gut im Hier und Jetzt verankert, wenn auch die Vergangenheit in Cornwall immer sehr lebendig ist.

Insbesondere die junge Sapphy ist ein fantasiebegabtes Kind, das schnell Verantwortungsbewusstsein entwickeln muss. Ihre Verantwortung gilt nicht nur ihrer Mutter, sondern auch ihrem Bruder und dem Mervolk. Aber sie kann sich auch nicht gegen Eindringlinge wie den Taucher Roger stellen, nur weil dieser besonders neugierig auf Schiffswracks ist und obendrein ihre Mutter mag. Sapphy muss wählen, ob sie Roger beschützen oder sich auf die Seite Faros stellen soll. Es ist nicht einfach, die richtige Seite zu wählen, wenn man keinen Vater mehr hat, der einem sagt, was richtig ist.

Der Vater

Dieser schon nach sechzig Seiten verschwundene Vater ist eine fast mythische Gestalt. Das Buch beginnt und endet mit ihm. Er ist ein Wiedergänger jenes Balladenvorfahren, der angeblich einer Meerjungfrau in die Tiefen Indigos folgte. Und allmählich findet Sapphy in Detektivarbeit heraus, dass Mathew tatsächlich der Nachfahre seines Namensvetters war und sie selbst somit eine halb Meerjungfrau. Es gibt nur eine Figur in dieser Geschichte, die über ein solches Wissen verfügt.

Granny Crane ist eine alte Frau, ist aber von wesentlich mehr Lebensmut erfüllt als so manche Zwanzigjährige. Die Einsiedlerin erscheint der kleinen Sapphy erst wie eine Hexe aus dem Märchen, doch die Granny ist wesentlich mehr: ein Erdgeist aus uralter Zeit, der um das Gleichgewicht zwischen den Mächten von Land und Meer bemüht ist. Daher auch das weit zurückreichende Gedächtnis an den ersten Mathew Trewhalla. Und die Granny ist selbstredend ein Freund der Tiere, ihrer dienstbaren Geister: Bienen und Eulen beispielsweise.

Verständigung

Ein wichtiger Aspekt der Geschichte ist stets die Verständigung. So wie Granny die Bienensprache versteht, muss auch Sapphy eine neue Sprache lernen: die des Mervolks. Sie sieht geschrieben wie altes Keltisch aus, denn bis vor etwa hundert Jahren sprachen die Menschen in Cornwall ihr eigenes Gälisch, genau wie die Iren, Schotten und Waliser. Diese Sprache hat sich die Autorin also nicht neu einfallen lassen, aber der Einsatz des alten Gälisch ist eine sehr willkommene Bereicherung bei den Kontakten zwischen Sapphy und Faro. Und die Sprache spielt eine wichtige Rolle im dramatischen Finale, als Sapphy und Conor die Taucher vor dem Mervolk retten müssen.

Der Humor in der Geschichte ist von sehr feiner Ironie. Diese wird am deutlichsten in jenen für Sapphy peinlichen Situationen, wenn sie ihre Eigenart als halbe Meerjungfrau verbergen muss. Vor ihrer wasserscheuen und stets von wirtschaftlichen Sorgen erfüllten Mutter kann sie das gut verstecken, doch nicht vor dem aufmerksamen Roger, der anscheinend eine feine Antenne für Sapphys Eigenart hat. Durch diese Gegenüberstellungen wird Sapphy indirekt charakterisiert.

Nachspiel

Auch das Nachspiel der Rettungsaktion für die Taucher verlangt Sapphy und Conor einiges an Einfallsreichtum ab, und sie lügen, dass sich die Balken biegen. Wie konnten sie bloß so schnell zum Boot der Taucher hinausschwimmen? Wow, das ist ja olympiareif! Und wie ist es ihnen bloß gelungen, jeweils einen ausgewachsenen Mann mitsamt Taucherausrüstung über den Bootsrand zu hieven? Roger betrachtet Sapphy und ihren Bruder mit neuen Augen. Aber Sapphy würde nicht wollen, dass ich ihre Geheimnisse verrate.

Unterm Strich

Für zehnjährige Leserinnen ist das Buch eine ideale Einführung in eine im Grunde knifflige Umstellungs- und Entscheidungssituation. Da hat die jugendliche Heldin, der man noch deutlich das kindliche Verhalten anmerkt, Erstkontakt mit einer neuen Erlebniswelt, eben Indigo, und muss sie doch verbergen und geheimhalten. Niemand würde ihr glauben und ihre Mutter würde vor Sorgen schier umkommen. Doch die Schwierigkeiten, die sich aus diesem Konflikt für Sapphy ergeben, können nicht ausbleiben, und so muss sie immer größere Verantwortung übernehmen, bis es schließlich um das Leben des neuen Freundes ihrer Mutter geht.

Diese Entwicklung ist weder langweilig noch oberlehrerhaft dargestellt, sondern im Gegenteil lustig und unterhaltsam. Wer Delphine als wunderbare Tiere ansieht, der kommt hier voll auf seine Kosten. Und wer immer schon mal wissen wollte, ob er oder sie von einer Meerjungfrau abstammt, ist bei Granny Crane genau an der richtigen Adresse. Diese Welt im kleinen Cornwall mag idyllisch erscheinen, und für manchen Zeitgenossen mögen die Figuren naiv wirken, aber dennoch wird hier ein großer Konflikt glaubwürdig ausgetragen: Der Angriff des Menschen auf das Meer hat längst katastrophale Ausmaße angenommen – was, wenn sich das Meer, repräsentiert durch Faro & Co., wehrt? (Man muss nicht [Schätzing]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=731 heißen, um sich die Folgen ausmalen zu können.)

Und wie kann man überhaupt mit einer fremden Kultur zurechtkommen und eine völkerverbindende Freundschaft schließen? In Zeiten, da ein „Kampf der Kulturen“ mit immer schärferen Formen ausgetragen wird, ist auch diese Frage von wachsender Bedeutung. Die Autorin ist um Antworten nicht verlegen, hat sie doch in Finnland ihre eigene Sprache gelehrt und somit auch ihre eigene Kultur. Sprache und kulturelle Werte sind eins, und um sie vermitteln zu können, sind Unvoreingenommenheit und Interesse für das Andere Voraussetzung für den Erfolg des Kontakts. Das lernt die jugendliche Heldin Sapphy ebenfalls sehr schnell. „Sapphire“ heißt ein blauer Edelstein, und das deutet darauf hin, dass Sapphy die optimale Vermittlerin zwischen der blauen Welt Indigo (ein dunkelblauer Farbstoff) und jener der Menschen ist.

Fazit: volle Punktwertung. Ich freue mich auf die im März 2007 bei |cbj| veröffentlichte Fortsetzung „Indigo – Im Bann der Gezeiten“, in der Sapphy hoffentlich ihren Vater wiederfindet.

Ähnlicher Lesestoff ist die AQUAMARIN-Trilogie von Andreas Eschbach.

Originaltitel: Ingo, 2005
320 Seiten, aus dem Englischen von Knut Krüger
Ab 12 Jahren empfohlen

http://www.cbj-verlag.de

Patricia McKillip – Das Lied des Basilisken

Poetische Fantasy: Ein Lied von Rache und Erlösung

Diese Fantasy ist die wunderbar erzählte Geschichte einer Vergeltung für erlittenes Unrecht, eine Geschichte von Erlösung und Befreiung. Der Stil ist literarisch, die Bilder poetisch und komisch, der Schauplatz erinnert an die italienische Renaissance und den hohen Norden.

Dieses Buch sowie „Schatten über Ombria“ werden der amerikanischen Autorin hoffentlich endlich den deutschen Durchbruch als eine der bedeutendsten Fantasyautorinnen bescheren.
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Tom Arden – Der goldene Baum (Der Kreis des Orokon Band 4)

Die Drachenschlacht

Dies ist der zweite Teil des zweiten Romans in Tom Ardens Zyklus „Der Kreis des Orokon“. Da der Held, Jemany, insgesamt fünf göttliche Kristalle, die verloren gingen, suchen muss und er in jedem ganzen Roman nur einen findet, gibt es entsprechend auch fünf Bände dieses Zyklus‘ – und zumindest ist nach dem deutschen Band 10, „Der fünfte Kristall“, kein weiterer Teil mehr erschienen.

Handlung

In diesem Band erreicht die komplexe Handlung mehrere Höhepunkte.

Der erste besteht wohl darin, dass der Zauberer Toth-Vexrah es schafft, in eine irdische, sprich: menschliche Hülle zu schlüpfen und so sein Unwesen zu treiben: Es ist der Erste Minister von Ejland. Infolgedessen ziehen die Truppen Ejlands wieder einmal gegen die Rebellen aus dem unterworfen geglaubten Zenzau. Es kommt zur Entscheidungsschlacht vor den Toren der alten zenzanischen Hauptstadt Wrax.

Jem und sein wiedergefundener Vaga-Freund Rajal ziehen einer Prophezeiung gemäß ebenfalls dorthin, geraten aber im Wald in die Gesellschaft einer Rebellenbande um den Roten Rächer, Bob Scarlet. Er ahnt nicht, dass dieser in Wahrheit sein verschwundener Vater und somit der rechtmäßige König von Ejland ist. Und Bob Scarlet verrät es ihm nicht. Die Rebellen schicken Jem in die Stadt Wrax, um dort den „Ladenbesitzer“ zu suchen sowie den grünen Kristall der Göttin Viana.

Jem und Rajal müssen zusammen einen übernatürlichen Kampf gegen die Geister des Königs und die Königin der Schwerter bestehen, bevor sie den grünen Kristall bekommen können. Ihre beiden Geistkörper tauchen in der hiesigen Realität als ein roter und ein grüner Drache über den Truppen auf, die sich bereits in der Entscheidungsschlacht befinden. Doch plötzlich taucht aus dem Nichts ein weit größerer blauer Drache auf, der das Blatt zugunsten der Ejländer wendet. In der Form dieses Drachens verbirgt sich der dem Bösen (Toth-Vexrah) anheimgefallene Polty, der ewige Gegenspieler Jems.

In den Wirren der Niederlage verschwindet Cata, die als Mann verkleidet bei den Eijländern mitgezogen und zu den Rebellen übergelaufen war. Und Jems Onkel, Lord Empster, gibt sich als eine Art Gandalf-Figur zu erkennen, der den jungen Jem auf die Spur des nächsten Kristalls setzt, der irgendwo weit im Süden jenseits des Meeres wartet. Jem ist klar, dass er die einzige Chance darstellt, der Ausbreitung des Bösen Einhalt zu gebieten. Und er sehnt sich nach einem Wiedersehen mit Cata.

Unterm Strich

In diesem Band müssen wir Gottseidank auf die zahlreichen Auftritte von Umbecca Veeldrop verzichten, der sentimentalen und bigotten Gouveneurswitwe, die dank eines Mordes endlich ihren Adelstitel erhält. Ja, Arden deutet stets so gemeine Dinge über den Adel an. So taucht in Agondon auch ein Gegenstück zum berüchtigten Hellfire Club aus dem 18. Jahrhundert auf.

Im Wald nahe Wrax spielt sich schließlich ein Drama ab, das weit mehr Ähnlichkeit mit Tolkien hat, allerdings stets unterbrochen von komischen Einlagen zweier traurigen Gestalten, den Soldaten Morvy und Crum. Sie erinnern ein wenig an Shakespeares Soldaten in „Heinrich V.“ oder die Totengräber in „Hamlet“ und dienen dazu, Ernst und Pathos der Haupthandlung zu kompensieren.

Wie man sieht, versteht Arden sein Handwerk. Dennoch vermisst man die Emotionalität eines Tolkien oder Terry Brooks. Die Romantik wird hier als Sentimentalität präsentiert und Heldentum als Mischung aus Zufall und notgedrungenem Kämpfen mit dem Rücken zur Wand.

Originaltitel: Second Book of the Orokon. The King and Queen of Swords, part 3+4, 1998
Aus dem Englischen übertragen von Wolfgang Thon

Homepage des Autors: http://www.tomarden.com

Arden, Tom – Geheimnis im Spiegel, Das (Der Kreis des Orokon Band 3)

Zeitreise ins 18. Jahrhundert

Dies ist der erste Band des zweiten Romans um den „Kreis des Orokon“. Der zweite Teil hat den Titel „Der goldene Baum“.

Handlung

Der junge Jemany hat die Bestimmung seines Lebens erkannt: Er ist ausgezogen, um die fünf Kristalle des Orokon zu finden und wieder zu vereinen. Arden, Tom – Geheimnis im Spiegel, Das (Der Kreis des Orokon Band 3) weiterlesen

Tom Arden – Der rote Schlüssel (Der Kreis des Orokon Band 2)

Zusammen mit „Der Tanz des Harlekin“ ist dies Tom Ardens erste deutsche Veröffentlichung. Ein guter Anfang, der zu großen Hoffnungen Anlass gibt. „Atmosphärisch dichte, intelligente und mitreißende Fantasy“, urteilte das US-Fachmagazin LOCUS. Die vollständige Lektüre des ersten Romans, den der deutsche Verlag in zwei Bände aufgeteilt hat, fördert aber auch einige Schwächen zutage.

Handlung

Tom Arden – Der rote Schlüssel (Der Kreis des Orokon Band 2) weiterlesen