Schlagwort-Archive: Fantasy

Terry Pratchett – Wühler (Nomen 2) (Lesung)

Satire mit Witz: Aufstand der Winzlinge

Vor langer, langer Zeit landete ein Raumschiff auf der Erde. An Bord: die Nomen. Knapp zehn Zentimeter groß und ebenso neugierig wie eigensinnig, leben sie Jahrtausende später in einzelnen Gruppen, die nichts voneinander wissen. Eines Tages muss eine Gruppe, die am Rand einer Autobahn lebt, auswandern. In einem Kaufhaus treffen sie auf völlig andere Mitglieder ihres Volkes. Das Kaufhaus ist deren Universum. Doch dann geschieht etwas wahrhaft Schreckliches. Die Welt geht unter. Und der Untergang hat einen Namen: „Räumungsverkauf“!

In harter Arbeit und unter Überwindung unglaublicher Hindernisse gelingt den Nomen der rechtzeitige Exodus in einen Steinbruch. Zu allem Überfluss kehren auch noch Menschen in den Steinbruch zurück. Die Lage eskaliert …

Der Autor
Terry Pratchett – Wühler (Nomen 2) (Lesung) weiterlesen

Garth Nix – Grimmiger Dienstag (Lesung)

Action und Aufstand wie in Otherland

Eigentlich ist Arthur Penhaligon kein Held. Genau genommen. Ihm ist sogar ein früher Tod vorherbestimmt. Doch dann rettet ihm ein geheimnisvoller Gegenstand das Leben: Das Ding sieht aus wie ein Uhrzeiger und wird von seltsam gekleideten Männern als „Schlüssel zum Königreich“ bezeichnet.

Doch zugleich mit dem Schlüssel erscheinen bizarre Wesen aus einer anderen Dimension, die ihn um jeden Preis zurückgewinnen wollen. In seiner Verzweiflung wagt es Arthur, ein geheimnisvolles Haus zu betreten – ein Haus, das nur er sehen kann und das in andere Dimensionen führt. Dort will er nicht nur sein wahres Schicksal erkennen, sondern auch eine schier unmögliche Aufgabe erfüllen: Er soll sieben Schlüssel besorgen … für ein Königreich.

In seinem zweiten Abenteuer im HAUS, das ein vielfältiges, oftmals feindlich gesinntes Reich birgt, muss er dem zweiten der sieben Lords des Hauses gegenübertreten. Grimmiger Dienstag bedroht Arthurs Familie und den Rest der Welt. Für Arthur beginnt ein Abenteuer, bei dem er an Bord eines Sonnenschiffs gehen, sich mit einem Sonnenbären anfreunden und gefährliche Nichtlinge bekämpfen muss. Doch wie stets helfen ihm auch hierbei seine treuen Gefährten.
Garth Nix – Grimmiger Dienstag (Lesung) weiterlesen

Helmut W. Pesch – Die Kinder von Erin (Kinder-Trilogie 01)

Jugendliche Abenteuer im legendären Irland

Die Geschwister Gunhild und Siggi sowie ihr englischer Freund Hagen sind auf einem irischen Landsitz zu Gast. Eines Nachts taucht vor der Zimmertür ein riesiges Monster auf. Traum oder Realität? Gunhild und Hagen ergreifen jedenfalls die Flucht und geraten mitten in die Mythen- und Zauberwelt von Erin … (Verlagsinfo)
Helmut W. Pesch – Die Kinder von Erin (Kinder-Trilogie 01) weiterlesen

Interview mit Falko Löffler, Schriftsteller und Podcaster

Interview mit Falko Löffler, Schriftsteller und Podcaster

Löffler stellt sich selbst vor: „Hallo, mein Name ist Falko, ich bin 48 Jahre alt und meine Hobbys sind Lesen, Schreiben, Filme und Telespiele. Dummerweise habe ich die alle zu meinem Beruf gemacht, weswegen ich ohne finanzielle Interessen und rein zum Spaß nur noch durch den Wald schlurfen und es joggen nennen kann.“

Falko Löffler (c) Maria Manneck, 2019

Vita:
Jahrgang 1974, geboren in Lauterbach/Hessen, Studium der Germanistik, Anglistik und Medienwissenschaft in Marburg, Abschluss mit einer Magistarbeit über narrative Strukturen in Computerspielen. Über ein Praktikum beim Spiele-Distributor Bomico in die Gamesbranche eingestiegen und von 1996 bis 1999 als studentischer Freiberufler im Marketing mitgearbeitet. Von 1999 bis 2003 Autor und Leveldesigner beim Spieleentwickler Neon Studios (heute keen games) in Frankfurt/Main. Freier Autor und Übersetzer seit 2003. Seit 2018 auch Podcaster.

Bislang hat Löffler eine ganze Reihe Bücher veröffentlicht und übersetzt:

Romane

Drachenwächter. Die Prophezeiung. Roman, Spreeside Verlag, Berlin 2007. ISBN 978-3-939994-02-2 (auch als Hörbuch, gesprochen von David Nathan, ISBN 978-3-939994-03-9)
Cademar. Günstling der Magie. Roman, Spreeside Verlag, Berlin 2008. ISBN 978-3-939994-04-6 (auch als Hörbuch, gesprochen von Thomas Nero Wolff, ISBN 978-3-939994-05-3)
Drachenwächter. Die Jagd. Roman, Spreeside Verlag, Berlin 2009. ISBN 978-3-939994-38-1 (auch als Hörbuch, gesprochen von David Nathan, ISBN 978-3-939994-39-8)
Im Funkloch. Roman, Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2010. ISBN 978-3-423-78244-9
Tiefe Saat. Roman, Spreeside Verlag, Berlin 2017. ISBN 978-3-939994-40-4

Humoristische Sachbücher

Bin ich blöd und fahr in Urlaub? Zuhausebleiben ist der beste Trip. Humor, Goldmann Verlag, München 2014. ISBN 978-3-442-15819-5
Ich kann da nicht nüchtern hin: Familienfeiern und wie man sie überlebt. Humor, Goldmann Verlag, München 2014. ISBN 978-3-442-15843-0

Kurzgeschichtensammlung

Ausgewählt. Fantastische Geschichten. Kurzgeschichtensammlung, kindle direct publishing / Createspace, 2013. ISBN 978-1492133087

Übersetzungen

D.M. Pulley: Das verlassene Haus, amazon crossing, 2019
D.M. Pulley: Das vierzehnte Opfer, amazon crossing, 2018
Tom Bale: Listige Brut, amazon crossing, 2018
Tom Bale: Sieh, wie sie fliehen, amazon crossing, 2017
Jen Williams: Das Kupferversprechen, beBEYOND by Bastei, 2017
D.M. Pulley: Das begrabene Buch, amazon crossing, 2017
D.M. Pulley: Der tote Schlüssel, amazon crossing, 2016
Bryan James: LZR-1143: Kontamination, amazon crossing, 2014

Was machst du gerade, Falko?

Jetzt gerade im Frühsommer 2022 bin ich mit Story und Texten eines größeren Computerspiels beschäftigt. Es ist noch nicht offiziell angekündigt, daher kann ich nicht viel dazu sagen, zumal ich nur eine von vielen Personen bin, die da mitwirkt und nicht – anders als bei einem eigenen Buch – der alleinige Entscheider. Wegen dieses umfangreichen Jobs liegt mein nächstes Buch beim Stand von 2/3 fertig auf Eis. Ansonsten bin ich an einem Podcast beteiligt, für den vier Folgen pro Monat produziert werden wollen.

Jetzt GERADE sitze ich im Dahliengarten des Kunstvereins Fulda, wo meine Frau Mona an einer Gemeinschaftsausstellung beteiligt ist und gerade aufbaut, und schwitze.

Ich habe dich auf einer Jahrestagung der Inklings Gesellschaft kennengelernt. Auf deiner Visitenkarte stand „Schriftsteller“. Bist du das geworden und wenn ja, was hast du alles veröffentlicht?

Zu diesem Zeitpunkt – ist ja schon ein paar Jahre her – hatte ich gerade meine ersten paar Romane veröffentlicht. Ich habe diese schreckliche Angewohnheit, dass meine Visitenkarten möglichst meinen aktuellen Schwerpunkt widerspiegeln müssen, weswegen ich immer neue Karten drucken lasse und einen Stapel alter Karten wegschmeiße. Als ich meinen Magister-Abschluss in der Tasche hatte, musste sofort eine neue Karte her, auf der „M.A.“ hinter dem Namen stand. Ein Jahr später war mir das schon wieder zu prätentiös, also habe ich neue drucken lassen, auf denen schlicht „Autor“ stand. Und als die ersten Romane draußen waren … nun ja … die hast du.

Zuletzt hatte ich eine Visitenkarte, die extrem beliebt war, denn sie war gleichzeitig ein Bonusheft, auf dem ich Treffen mit den Leuten abgezeichnet habe, und wer mich fünf Mal getroffen hat, bekam von mir eine individuelle Kurzgeschichte. Das ist dann etwas ausgeufert, daher verteile ich die nicht weiter.

Meine aktuelle Visitenkarte zeigt dann auch meine derzeitige berufliche Gewichtung. Darauf steht als Jobtitel: „Autor, Übersetzer, Podcaster“.

Worum geht es meist in deinen Geschichten?

Eigentlich mache ich es strategisch völlig falsch. Die erfolgreichen Autor*innen da draußen haben ein klares Profil und eine eindeutige Nische, in der sie sich etablieren. Bei mir hat sich das noch nicht ergeben, aber ich veröffentliche ja erst seit 30 Jahren.

Meine eigene Arbeit spiegelt oft meinen Konsum wider, und der geht in allen Medien querbeet durch die Genres. Ich kann mich für alle Spielarten der Fantastik begeistern, für anarchischen Blödsinn, für kleine und menschliche Geschichten. In meinen eigenen sind die besten Geschichten diejenigen, die mehr als nur ein Flair bieten, die versuchen, einen neuen Blick auf etwas zu werfen. Aber sie sind dann uneindeutig, also schlecht zu platzieren und zu verkaufen.

Daher kann ich es bei mir gar nicht so klar quantifizieren, worum es in den meisten Geschichten geht. Objektiv sind die meisten meiner Bücher Fantasy, aber das heißt nicht, dass ich mich dort am ehesten selbst verorte.

Du hast geschrieben, dass du Computer-Games mit Texten versiehst. Was darf ich mir darunter vorstellen?

Die Textarbeit an Computerspielen ist teilweise deckungsgleich mit der Arbeit an Romanen oder Drehbüchern, manchmal völlig anders. Das Berufsbild „Autor*in von Computerspielen“ ist nicht klar umrissen, nicht mal bei der Begrifflichkeit, wo mal von „Game Writer“, mal von „Narrative Designer“, mal von „Game Designer“ gesprochen wird. Manchmal geht es wirklich um den Entwurf einer Welt oder Dramaturgie wie bei einem linearen Medium.

Aber in den meisten Fällen führt Interaktivität dazu, dass eine Menge Text für eine Menge Situationen und Umstände gebraucht wird. Spielefirmen haben oft versucht, bekannte Autor*innen für ihre Games anzuheuern, und das funktioniert in den wenigsten Fällen, denn nur, wenn diese Leute einen Bezug zum Medium haben. Wer nicht zockt, kann kein Game Writer werden, sondern nur den eigenen Namen vermieten.

Verdienst du daran besser als an Romanen und Geschichten?

Solange man keinen Bestseller schreibt, verdient man mit ALLEM besser als mit Romanen. Nur der kleinste Teil der Veröffentlichungen da draußen rechnet sich, sowohl im Hinblick auf die Gesamtbilanz, wie auch umgerechnet auf die Arbeitszeit, die ich als Autor in ein Buch stecken muss. Ein Roman ist ein Lottoschein mit etwas besseren Gewinnchancen als ein normaler Lottoschein.

Natürlich kann ein Roman auch Abstrahleffekte haben, aber Lesungen, Verfilmungen, Übersetzungen in andere Sprachen – all das ist nur gefragt, wenn das Buch AN SICH schon erfolgreich ist. Der gleiche Fall mit den Vorschüssen. Die meisten Autor*innen können froh sein, wenn die reine Arbeitszeit auf Mindestlohnniveau bezahlt ist.

Bei den Computerspielen bin ich in einer anderen Rolle. Niemand klopft bei mir an, damit ich eine Story aus der Schublade zaubere, aus der ein Spiel gemacht wird. Nein, da bin ich ein Zahnrad im ganzen Team, und ich bin da eher Dienstleister als der kreative Oberhoschi. Entsprechend habe ich in den nun fast 20 Jahren als Freelancer in der Regel von Story- und Textarbeit an Spielen gelebt, und die Bücher kamen immer dann in den Mix, wenn ich entweder eine gute Verkaufschance oder einfach Bock darauf hatte.

Inzwischen bietest du auch Podcasts an. Was ist der Inhalt bzw. die Inhalte dieser Podcasts?

Jochen Gebauer und ich betreiben seit Sommer 2018 den Buchpodcast „Kapitel Eins“. Jochen ist erfahrener Journalist in der Gamesbranche und schon länger professionell im Podcast-Geschäft mit dem Gamespodcast „Auf ein Bier“, den er mit André Peschke betreibt.

Wir veröffentlichen meist alle 14 Tage eine Folge, in der wir ein neues oder altes Buch besprechen oder allgemeine Bücherthemen beackern. Wir führen seit 2020 auch ergänzend eine Crowdfunding-Kampagne durch. Leute, die uns fünf Euro im Monat geben, erhalten exklusiv zwei Bonusfolgen pro Monat – eine weitere Buchbesprechung und ein Interview, das ich führe. Aktuell tun das 300 Leute, und das erlaubt es uns auch, eine professionelle Aufnahme und Nachproduktion zu finanzieren. Unsere Domain ist www.buchpodcast.de

Für mich selbst ist das eine lustige Entwicklung, weil ich Zeit meines Lebens kein großes Interesse am Audio-Medium hatte. Mal eine Drei-Fragezeichen-Kassette als Kind, okay, aber Hörbücher waren nie meins und Radio brauchte ich nur für Musik. Glücklicherweise hatte ich gerade Zugang zum Medium Podcast gefunden, als Jochen bei mir angeklopft hat, sonst hätte ich wahrscheinlich lachend abgewunken.

Bestimmt das Medium den Inhalt bzw. dessen Form (Länge usw.)?

Ich habe für meine Bücher schon einige Radio-Interviews gegeben, und es war immer sehr anstrengend, in ein paar Minuten gepresst zu werden, kurz und prägnant sein zu müssen. Beim Podcast ist das Schöne, dass man höchstens sich selbst eine Längenvorgabe geben kann, aber nicht muss, und natürlich lässt sich in der Nachbearbeitung auch noch etwas ändern.

Podcasts werden in allen möglichen Alltagssituationen gehört, mal ganz intensiv, mal nebenbei. Aber daran denke ich während der Aufnahme nicht. Wir versuchen, eine grobe Struktur einzuhalten, aber erlauben uns auch, in unterschiedliche Richtungen zu galoppieren. Wir können mit Form und Länge auch experimentieren, und das finde ich toll.

Wie groß ist die mögliche Nachfrage im Netz bzw. auf den Smartphones?

Die Nachfrage auf unser Crowdfunding habe ich oben schon erwähnt. Was freie Folgen angeht: Eine öffentlich einsehbare Zahl ist beispielsweise in der populären App „Podcast Addict“ zu sehen, in der die Abo-Zahl jedes Kanals angezeigt wird. Allein dort haben wir im freien Kanal aktuell über 5000 Abonnent*innen.

Nimmt die Nachfrage zu?

Es fluktuiert immer etwas, scheint mir sogar saisonal abhängig zu sein, aber im Schnitt haben wir immer noch leichtes Wachstum. Natürlich haben wir es etwas schwerer, auf uns aufmerksam zu machen, als Kulturkanäle von Öffentliche-Rechtlichen Sendern oder rein kommerzielle Anbieter, die ein Marketingbudget haben.

Wie lässt sich damit Geld verdienen – durch Abos?

Ja, und da ist auch viel in Bewegung. Es gibt Crowdfunding-Seiten wie „Steady“ (dort sind wir mit unserem Buchpodcast), aber auch internationale Anbieter wie Patreon oder Ko-Fi, die sich in ihren konkreten Ausprägungen etwas unterscheiden, aber alle im Prinzip eine Paywall und ein Bezahlsystem als Infrastruktur bieten. Das zu nutzen, heißt natürlich auch, dass zwar einige Gebühren fällig werden, aber der Aufwand, diese Infrastruktur aufzubauen, hält sich für uns sehr in Grenzen.

Was hast du noch so für Pläne?

Wenn ich mit dem Schwitzen im Dahliengarten zu Fulda fertig bin, werde ich mich dem Spiel widmen, das mich weiter auf Trab hält. Dann werde ich ausschlafen. Dann den Roman fertigschreiben. Und der Podcast läuft sowieso.

Darüber hinaus: keine Ahnung. Ich sage schon seit langem, dass ich als Freiberufler nicht weit im voraus plane. Nur immer die nächsten drei Monate. Die sind verplant, also ist alles gut.

Wenn die Frage im ganz großen Bogen gemeint ist: Ich wäre glücklich, einfach weiter mein Zeug querbeet in den Medien zu machen. Um Buzz Lightyear halb zu zitieren: to Ruhestand and beyond!

Das schriftliche Interview führte Michael Matzer.

Diana Wynne Jones – Die Spielleute von Dalemark (Dalemark 1)

Versetzt Berge: die Magie der Musik

Das Königreich Dalemark ist seit Jahrhunderten gespalten. Nur fahrenden Spielleuten wie Clennen und seinen Kindern ist es gestattet, zwischen dem Süden und dem Norden hin und her zu reisen. Manchmal nehmen sie in ihrem Wagen auch Passagiere mit. Ein solcher ist Kialan, ein geheimnisvoller junger Mann, der der Familie nur Unglück zu bringen scheint. Als Clennen getötet wird, sind die Kinder in einer feindlichen Welt ganz auf sich alleine gestellt.

Die Autorin

Die Britin Diana Wynne Jones, geboren 1934, kannte Tolkien und C.S. Lewis und veröffentlichte ihren Debütroman „Changeover“ bereits 1970, also mit 36 Jahren. Bis 1975 suchte sie ihre eigene, originäre literarische Stimme und fand sie ab 1975 mit dem Dalemark-Quartett (s. u.). Die meisten Elemente sind traditioneller Fantasy wie etwa von Tolkien und C. S. Lewis verpflichtet, doch gibt es bereits eigenständige Ansätze, so etwa die Magie der Musik.

Diana Wynne Jones – Die Spielleute von Dalemark (Dalemark 1) weiterlesen

C. J. Cherryh – Der Koboldspiegel

Hexerei im Land der Magyaren

Caroline Cherryh schreibt nicht nur Science-Fiction-Zyklen, sei es um das Union-Allianz-Universum oder um die Rasse der Chanur, sondern auch recht düstere Fantasy, so etwa den Morgaine-Zyklus. Mit ihrer bei uns weiterhin unveröffentlichten Rusalka-Trilogie hat sie ihre Fangemeinde bereits einmal mit den osteuropäischen Sagen und Legenden vertraut gemacht. Diese Tradition setzt sie mit „Der Koboldspiegel“ fort.

C. J. Cherryh – Der Koboldspiegel weiterlesen

Black, Holly / DiTerlizzi, Tony – Die Spiderwick-Geheimnisse – Über Haltung und Pflege von Elfen

Schönes Handbuch für ernsthafte Elfenhalter

Habt ihr auch Elfen im Haus? Keine Sorge, dieser Elfenführer weiß Rat! Man sollte sich von den angeblich niedliche Geschöpfen nicht täuschen lassen – sie sind Blender und Verführer. Vergesst am besten alles, was ihr über Elfen wisst (oder zu wissen glaubt) und lest zu eurem eigenen Schutz diesen Ratgeber. Er verrät den Neulingen unter den Elfenhaltern, wie sie ihren Elf gesund und glücklich erhalten, wie sie ihn hegen, pflegen, füttern, kleiden und unterbringen müssen. (abgewandelte Verlagsinfo)
Black, Holly / DiTerlizzi, Tony – Die Spiderwick-Geheimnisse – Über Haltung und Pflege von Elfen weiterlesen

Michael Moorcock – Die Kriegsmeute (Von Bek 1)

Der Teufel holt den heiligen Gral

In Deutschland tobt der Dreißigjährige Krieg. Nach der Zerstörung Magdeburgs ist Ulrich von Bek, der Kriegshund, des Mordens müde. Auf einem geheimnisvollen Schloss verliebt er sich in eine bezaubernde Frau… und Dienerin Luzifers. Erstaunt erfährt Ulrich von Bek, dass Luzifer zu Gott in den Himmel zurückkehren will. Um seinen guten Willen zu beweisen, will er die Welt vom Leid befreien. Dazu braucht er die Hilfe des unerschrockenen Hauptmanns.

Der Kriegshund erhält einen seltsamen Auftrag: Er soll den Heiligen Gral finden und ihn Luzifer bringen. Doch die anderen Fürsten der Finsternis haben sich gegen Luzifer erhoben, um die Aussöhnung mit dem Himmel zu verhindern. (Verlagsinfo)

Der Autor

Michael Moorcock – Die Kriegsmeute (Von Bek 1) weiterlesen

Garth Nix – Goldener Sonntag (Die Schlüssel zum Königreich 7)

Tag Nr. 7: Das Finale ist erreicht!

Eigentlich ist Arthur Penhaligon kein Held. Genau genommen, ist ihm sogar ein früher Tod vorherbestimmt. Doch dann rettet ihm ein geheimnisvoller Gegenstand das Leben: Er sieht aus wie ein Uhrzeiger und wird von seltsam gekleideten Männern als „Schlüssel zum Königreich“ bezeichnet.

Doch zugleich mit dem Schlüssel erscheinen bizarre Wesen aus einer anderen Dimension, die ihn um jeden Preis zurückgewinnen wollen. In seiner Verzweiflung wagt es Arthur, ein geheimnisvolles Haus zu betreten – ein Haus, das nur er sehen kann und das in andere Dimensionen führt. Dort will er nicht nur sein wahres Schicksal erkennen, sondern auch sieben Schlüssel besorgen …

Sechs Schlüssel hat Arthur bisher aus den magischen Reichen erobert. Doch als er in seine eigene Welt zurückkehren will, stellt er fest, dass die Macht von Lord Sonntag seine eigene übertrifft – er landet in dessen Unvergleichlichen Gärten in Gefangenschaft…

Garth Nix – Goldener Sonntag (Die Schlüssel zum Königreich 7) weiterlesen

Lloyd Alexander – Taran – Das Buch der Drei

Dies ist der erste Roman eines fünfbändigen Fantasy-Zyklus, der es vielleicht nicht mit Tolkiens „Herr der Ringe“ aufnehmen kann, der aber ebenso stark auf Mythen und Fantasythemen zurückgreift. Und die Hauptfigur Taran, die im Laufe des Zyklus eindrucksvoll heranreift, lieferte wie Tolkiens „Herr der Ringe“ die Vorlage zu einem Zeichentrickfilm.

Die vorliegende Audio-CD ist das erste Hörspiel zu einem der fünf-Taran-Romane überhaupt und verdient deshalb wohl besondere Aufmerksamkeit.

Der Autor

Lloyd Alexander, geboren 1924, ist der Autor der „Chroniken von Prydain“ (= Britannien). Ähnlich wie bei Tolkien, der mit „The Hobbit“ (1937) zunächst eine Fantasy für Kinder schrieb, beginnt auch Alexander mit einer leichtfüßigen Kinder-Fantasy, um dann jedoch schnell auf tiefere, dunklere Themen zu sprechen zu kommen. Der erste und Teile des zweiten Bandes fanden Eingang in einen gleichnamigen Zeichentrickfilm aus dem Jahr 1985: „Taran und der Zauberkessel“.

Der |Taran|-Zyklus „Chroniken von Prydain“:

1. „Taran und das Zauberschwein“ bzw. „Das Buch der Drei“ (engl. The Book of Three) (1964)
2. „Taran und der Zauberkessel“ bzw. „Der schwarze Kessel“ (engl. The Black Cauldron) (1965)
3. „Taran und die Zauberkatze“ bzw. „Die Prinzessin von Llyr“ (engl. The Castle of Llyr) (1966)
4. „Taran und der Zauberspiegel“ bzw. „Der Spiegel von Llunet“ (engl. Taran Wanderer) (1967)
5. „Taran und das Zauberschwert“ bzw. „Der Fürst des Todes“ (engl. The High King) (1968) – Gewinner der Newbery Medal, 1969
6. „Der Findling und andere Geschichten aus Prydain“ (engl. The Foundling) (1973) – Sammlung von Kurzgeschichten, die in Tarans Welt Prydain spielen

Die Sprecher, die Produktion

„Das Buch der Drei“ ist eine Produktion des Südwestrundfunks Baden-Baden aus dem Jahr 2004. Die Hörspielbearbeitung besorgte Andrea Otte, die Musik trug „der deutung und das ro“ bei, Regie führte Robert Schoen.

»Jürgen Hentsch gab schon mal den Herbert Wehner in einem Doku-Drama. Tim Sander spielte bei GZSZ den Lover der Figur, die Jeanette Biedermann spielt. Natalie Spinell ist die Lolita in einem Nabokov-Hörspiel. Michael Habeck spricht Ernie, Barnie Geröllheimer, Harry Potters Dobby, aber auch Danny de Vito. Und Tommi Piper ist besser als die Stimme von ALF bekannt.« (Informationen von |Ciao|-Mitgliedern – danke!)

Erzähler: Jürgen Hentsch

Taran (Waisenjunge): Tim Sander

Eilonwy (Prinzessin): Natalie Spinell (Aussprache: e’lónwi)

Dallben (Zauberer): Rolf Schult (Aussprache: da[stimmloses th]ben)

Coll (Kämpfer): Heinrich Giskes

Fflewdur Fflam (Barde): Jens Harzer (Aussprache: flodjir flam)

Fürst Gwydion (einer der Könige von Prydain): Tommi Piper

Gurgi (Waldwesen): Joachim Kaps

Doli (Zwerg): Michael Habeck (Aussprache: dolí)

Eiddileg (Zwergenkönig): Franz Josef Steffes (Aussprache (e[stimmhaftes th]íleg)

Achren (Zauberin): Anja Klein

Handlung

Der Junge Taran lebt als Hilfsschweinehirt beim Schmied Coll und einem Magier namens Dallben. Der Magier hütet das titelgebende „Buch der Drei“, das Taran nicht anfassen darf, selbst wenn der Zauberer, wie so oft, mal wieder schlafend meditiert.

Der Findling Taran kennt seine Eltern nicht, was schon mal ein gutes Zeichen ist: So fangen Heldengeschichten an. Er denkt sich aber nichts dabei. Doch seine Aufgabe als Hilfshirt der Schweine stellt sich plötzlich als ziemlich wichtig heraus, denn Hen Wen, das weiße Hauptschwein, ist ein Orakel, wie er zu seiner größten Verblüffung erfährt. Auf seiner Jagd hinter dem ausgebrochenen Schwein her gerät er tief in den Wald, stößt auf den bösen gehörnten König, wird aber von einem unscheinbaren Waldläufer vor dem Tod bewahrt.

Der Waldläufer entpuppt sich als Fürst Gwydion, der mindestens so berühmt ist wie der Hochkönig und der böse König der Anderswelt Annuvis, Arawn. Und der freundliche Gwydion klärt Taran auf, was es mit dem Orakelschwein Hen Wen auf sich hat und was er selbst, so fern von seiner heimatlichen Burg, im Wald zu suchen hat. Im schönen Prydain (= Britannien) sind die Zeiten rau geworden und es braut sich etwas zusammen.

Ein kleines Waldwesen namens Gurgi weist ihnen den weiteren Weg. Sie stoßen zwar nicht auf das Schwein, doch auch der Anblick des Heerlagers des Gehörnten Königs verschlägt ihnen den Atem: Hier sammelt sich eine Armee, um Prydain zu überfallen und alle zu unterjochen. Sogar untote „Kesselkrieger“ sind zu sehen, und von denen werden die beiden Neugierigen gefangen genommen.

Wider Erwarten landen sie nicht bei dem beobachteten Heer, sondern in Spiral Castle, dem Schloss der Zauberin Achren, deren verführerische Schönheit Taran zunächst betört, aber Gwydion keineswegs. Wenig später findet er sich eingesperrt in einer Kerkerzelle wieder. Er hat schon mit dem Leben abgeschlossen, als ihm eine goldene Kugel durchs Fenster vor die Füße fällt und eine Mädchenstimme ihn auffordert, ihr den leuchtenden Ball zurückzugeben. Es ist die geschwätzige und aufgeweckte Eilonwy, die ehrliche Nichte der bösen Zauberin. Sie kennt nicht nur den Weg aus Tarans Gefängnis, sondern auch den zu seinem Herzen.

Aber das ahnen beide noch nicht, doch es wird ihnen rechtzeitig auffallen, dass sie füreinander bestimmt sind. Doch was wird aus Prydain, das von der Bedrohung nichts ahnt?

Mein Eindruck

Der erfundene Schauplatz ähnelt jenem mythischen Wales, das dem Fantasykenner aus der Geschichtensammlung des „Mabinogion“ aus dem 14. Jahrhundert bekannt ist. Doch die Legenden beruhen auf mündlich überlieferten Erzählungen, die weit älter sind und noch aus der keltischen Kultur kommen.

Das Mabinogi

Insbesondere der vierte Zweig des Mabinogi mit dem Titel „Math Son of Mathonwy“ bietet zahlreiche Referenzen, die der Autor verwendet. Dazu gehört der gesamte Komplex, der mit dem Recken Gwydion und seinem Onkel Math in Caer Dathyl zu tun hat. Math herrscht als Hochkönig über einen Großteil von Prydain. Sein Widersacher ist Arawn, der Fürst der Unterwelt Annuvis. Leider macht der Autor aus den vielschichtigen Vorlagen zu den Figuren Gwydion und Arawn nur ein schwarz-weißes Paar aus Gut und Böse. Der Autor vereinfacht, vielleicht zu Gunsten der kindlichen Verständnismöglichkeiten. Allerdings muss der junge Hörer auch den gehörnten König dem Fürsten der Unterwelt als Vasallen zuordnen.

Achterbahnfahrt

Die Handlung hat etwas von einer Achterbahnfahrt an sich. Der Held, der zunächst als „hässliches Entlein“ vorgestellt und zwei mächtigen Gestalten, einem Schmied und einem Merlin-ähnlichen Zauberer, beschützt wird, erwirbt sich diverse Gefährten, die ihm helfen, wenn er sich mal wieder überschätzt hat. Insbesondere Eilonwy ist mit ihrer spitzen Zunge eine ständige Quelle von Freude und Witz, auch wenn sie einen Mann damit schnell in den Wahnsinn treiben könnte.

Auch Fflewdur Fflam, ein ehemaliger König, der jetzt als Barde durch die Lande zieht, ist interessant. Er hat vom Ober-Barden von Wales, dem berühmten Taliessin, eine magische Harfe erhalten, doch ihre Saiten reißen, sobald ihr Besitzer auch nur die geringste „Verschönerung der Wahrheit und Wirklichkeit“ erzählt – wozu Barden und Dichter von Natur aus neigen. Fflam hat also immer gut zu tun, seine Harfe in Schuss zu halten.

Das Waldwesen Gurgi weiß ebenfalls zu faszinieren. Dieser keltische Charakter, der auch in C. J. Cherryhs Kelten-Fantasien wie etwa „Der Baum der Träume und Juwelen“ sowie „Faery in Shadow“ zu finden ist, erweist sich im Laufe der Zeit als treuer und anhänglicher Gefährte, auch wenn er bisweilen ein wenig aufdringlich und in hygienischer Hinsicht abstoßend erscheint.

Die Feinde

Die Feinde sind nicht weniger einfallsreich gezeichnet. So verfügt der gehörnte König über einen schwarzen Kessel (der der Fortsetzung den Titel gibt), aus dem Zombiekrieger erzeugt werden können. Da sich diese nicht töten lassen, bilden sie für jeden einen Furcht einflößenden Feind. Zum Glück ist ihr Aktionsradius abhängig von der Entfernung vom Kessel, so dass es eine Chance gibt, ihnen zu entkommen.

Auch die Lüfte sind nicht sicher. Ähnlich wie die schrecklichen Reittiere, die Tolkiens Ringgeister durch die schwarzen Lüfte von Mordor tragen, suchen gefräßige Vögel, die Gwythaint, wehrlose Wanderer wie Taran heim. Doch die Gwythaint sind nicht von Geburt an so, sondern werden von ihrem Herrn Arawn dazu erzogen und ausgebildet, Fleisch zu begehren und für ihn zu spionieren. Dass Taran einen jungen Gwythaint aus einer Dornenhecke befreit und sich der Gerettete revanchiert, wurde im Hörspiel gestrichen.

Aber auch die Zwerge, das Kleine Volk, dürfen nicht fehlen. Durch einen Zauber lockt König Eiddileg ahnungslose Wanderer in sein unterirdisches Reich. Doch bei Taran & Co. gerät er an die Falschen. Er muss ihn ziehen lassen und gibt ihm einen Führer, Doli, mit. Denn Doli taugt in Zwergenaugen nicht: Er vermag sich nicht unsichtbar zu machen, zumindest nicht auf Kommando.

Die böse Zauberin, die Taran und den Recken Gwydion gefangennimmt, heißt Achren und ähnelt einer weiteren Figur aus dem Mabinogion: Arianrhod, was „Silberrad“ (= Mond) bedeutet. Leider setzt sie sich kaum mit dem jungen Taran auseinander. Doch im Hörspiel wird ihre verführerische Konfrontation Gwydions ganz direkt geschildert. Sie ist offensichtlich ganz schön durchgeknallt.

Der Auftritt Eilonwys entschädigt dafür mehr als reichlich. Sie ist nicht nur selbst eine Schülerin der Magie – weshalb sie ja ihre Tante Achren besucht -, sondern findet in den Felsenhallen unter dem Spiral Castle ein superwichtiges Zauber- und Königsschwert, Durinwyn. Selbstverständlich wird es eine entscheidende Rolle spielen.

Die Sprecher, die Produktion

Zur Einstimmung beginnt das Hörspiel mit einem keltisch anmutenden, möglicherweise walisischen Volkslied. Es wird noch des Öfteren im Hintergrund angespielt und stammt von einem Duo mit einem bemerkenswerten Namen: „der deutung und das ro“. Dabei handelt es sich um Tobias Unterberg und Robert Beckmann, die bereits die Hörspielproduktion „Schloss Draußendrin“ unterstützten und bei alternativen Bands wie |The Inchtabokatables|, |Milar Mar| oder |Deine Lakaien| mitmischen. Der Zuhörer mit ein wenig Erfahrung in keltisch inspirierter Folk-Musik fühlt sich sofort in selige Zeiten von |Clannad|-Konzerten zurückversetzt. Wo immer man in Irland, Schottland oder Wales als Tourist hingelangt, kann man diese Art von Musik finden. Denn diese ist nicht einfach Touristenattraktion, sondern ein integraler Teil der Identität der keltischen Völker.

Wir sind also schon mal auf der richtigen Baustelle. Dann erklingt das helle „Ping!“ aus der Schmiede von Coll. Sofort entspinnt sich der erste Dialog zwischen Taran, Coll und dem Magier Dallben. Wenig später tragen die Abenteuer Taran hinfort, bis zum glücklichen Ausgang. Mehr darf nicht verraten werden. Doch bei den walisischen Namen sollte man die Ohren spitzen. Sie sind für unsere Hörgewohnheiten doch recht ungewöhnlich. Siehe dazu meine Aussprachehinweise oben.

Die Stimmen der Sprecher finde ich sehr passend und angemessen. Es gibt kein Zögern, keine falschen Töne, so dass die Sätze ganz natürlich klingen und nicht, als hätte man sie ein Dutzend mal geübt. Ich war erstaunt, dass Tommi Piper, der mit einer Fernsehserie in den 70ern oder 80ern bekannt wurde, inzwischen eine derart tiefe und raue Stimme hat, dass er ohne weiteres die Autorität ausstrahlt, die einem Fürsten wie Gwydion gebührt. Am lustigsten ist sicher die Stimme der quicklebendigen Prinzessin Eilonwy, die Taran in Grund und Boden plappert.

Da dies ein Hörspiel ist, gibt es nicht nur Stimmen, sondern auch Geräusche. Dazu gehören grunzende, quiekende Schweine ebenso wie reißende Harfensaiten. Am eindrucksvollsten sind jedoch das Erdbeben unter dem Spiral Castle und die finale Schlacht gegen den Gehörnten König: Blitz und Donner kommen hier in einer beeindruckenden Kombination zusammen. Die Tonregie hat saubere Arbeit geleistet.

Unterm Strich

Insgesamt bietet dieser erste Band von Tarans Abenteuern ein enorm hohes Maß an kuriosen Einfällen und sehr viel Kurzweil für junge Leser. Die Action ist nicht zu brutal und keiner der Gefährten Tarans muss sterben oder ein größeres Opfer bringen. (Das ändert sich in den Folgebänden.) Vielmehr scheint Taran hier auf einer Art Einkaufstour für nette und hilfreiche Gefährten zu sein, mit denen er sämtliche Fährnisse überwinden und den gehörnten König besiegen kann.

Das Hörspiel, das vom Sender SWR selbst als „Taran und das Zauberschwein“ (der frühere Buchtitel) angekündigt wird, ist eine professionelle Produktion ohne irgendwelche Ausfälle oder Mängel. Vielmehr bereitet die schnelle Abfolge der Begegnungen und Abenteuer unterhaltsame Kurzweil für junge Hörer. Es mag sich aber als hilfreich erweisen, das Buch zu lesen, um die Zusammenhänge ein wenig besser zu durchschauen. Man kann aber alternativ das Hörspiel mehr als einmal anhören und sich so die Zusammenhänge selbst erarbeiten. Denn was dafür nötig ist, ist vollständig vorhanden.

Mein Fazit daher: eine hundertprozentige Empfehlung für „Das Buch der Drei“. Auch die Fortsetzung mit dem Titel „Der schwarze Kessel“ ist bereits als Hörbuch-CD erhältlich.
www.luebbe-audio.de

John Norman – Priest-Kings of Gor (Gor 3)

Der Krieg der Götter

Tarl Cabot, der furchtlose Krieger der Gegenerde, ist zurück! Seine Reise führt ihn diesmal in das Sardargebirge, um das Geheimnis der mysteriösen Priesterkönige zu lösen. In ihm brennt der Schrei nach Rache, die Verpflichtung, sein verschwundenes Volk zu rächen, vor allem aber seine geliebte Gefährtin Talena wiederzufinden. Wird ihm sein Vorhaben gelingen oder wird sich das Schicksal erneut gegen ihn wenden? (Basilisk-Verlag)

Handlung

In dieser Fortsetzung des 2. Bandes macht sich Tarl Cabot auf den Weg, um die Gründe für die Vernichtung seiner Heimatstadt Ko-ro-ba und das Verschwinden seiner Lieben herauszufinden, und zwar direkt von deren Verursachern, den Priesterkönigen. Er weiß nicht, ob er auf seinem Weg ins Sardargebirge nicht unversehens von ihrem Todesstrahl getroffen wird, ja, ob er es überhaupt schaffen wird, in ihre Festung einzudringen, von der noch niemand zurückgekehrt ist. Aber er sucht seine verschwundene Frau Talena, die er in Band 1 gewonnen hatte. Und so kann ihn nichts aufhalten. Als er in die Schluchten und Höhlen des Sardar eindringt, ist er in keinster Weise auf die folgenden Ereignisse und Erkenntnisse vorbereitet.

Das Nest

John Norman – Priest-Kings of Gor (Gor 3) weiterlesen

McKillip, Patricia – Schatten über Ombria

Sprachgewaltige Fantasy

Der König ist tot, lang lebe der König – doch wie lange noch? Unter dem wachsenden Schatten der zaubermächtigen Regentin muss der junge Thronerbe überleben, oder die Stadt wird untergehen. Die Freunde, die Kyel lieben, beschließen ihn unter Lebensgefahr zu retten, doch sie haben nicht mit der Macht der Regentin gerechnet.

Die Autorin

Patricia McKillip zählt mittlerweile zu den wichtigsten Fantasyautorinnen der Gegenwart, sie wird bereits auf eine Stufe mit Ursula K. Le Guin (Erdsee-Zyklus) gestellt.

Die am 29.2.1948, einem Schaltjahr, geborene Patricia McKillip hat 1975 den |World Fantasy Award| für ihren wundervollen Roman „Die vergessenen Tiere von Eld“ (dt. bei Heyne) erhalten, 1980 den |Locus Award| für „Der Harfner im Wind“ (Band 3 der Erdzauber-Trilogie).

Neben der Erdzauber-Trilogie sind noch „Die Königin der Träume“ (Heyne), „Winterrose“ und „Das Lied des Basilisken“ (Klett-Cotta) auf deutsch erschienen. Bei Bastei-Lübbe erschienen zwei schmale Romane, die Duologie „Das Herz des Schwans“: „Die Zauberin und der Schwan“ (1991; Nr. 20282) sowie „Der Prinz und der Feuervogel“ (1993; Nr. 20294). Im November 2005 erscheint „Im Drachenturm“ bei Blanvalet.

McKillip lebt in Roxbury im US-Bundesstaat New York.

Handlung

Die Handlung hat keine Hauptfigur, mit der sich der Leser identifizieren könnte – das ist eines der Mankos dieses Buches. In „Das Lied des Basilisken“ gab es einen Musiker, dessen Kunst zugleich Magie war, und wir folgten seinem Werdegang und schlussendlichen Erfolg. In „Schatten über Ombria“ entwickeln sich mehrere Figuren, und wir sind gezwungen, uns ihre Erlebnisse und ihr Zusammenspiel einzuprägen. Aber auch die Stadt Ombria selbst spielt eine eminent wichtige Rolle. Die Handlung erstreckt sich über mehrere Monate.

Da alle positiven wie negativen Wechselwirkungen in diesem Buch auf gegensätzlichen Paaren aufgebaut sind, versuche ich die Figuren in zwei Lager einzuordnen.

Die Geschichte beginnt zünftig mit einer Verstoßung aus dem Stand der Unschuld und des Wohlbefindens: Lydea, die Tochter eines Schankwirts, war jahrelang die geliebte Konkubine des nun sterbenden Fürsten von Ombria, Royce. Noch während während Royce Greve auf dem Sterbelager liegt, verstößt die boshafte neue Regentin Domina Perle, genannt die Schwarze Perle, Lydea aus dem Palast. Man sagt, die Regentin wisse mit Gift und schwarzer Magie umzugehen …

Lydea muss in ihrer schönen Kleidung, in ihren teuren Schuhen durch die verkommenen Gassen des düsteren Hafenviertels außerhalb des Palastes fliehen. Nur weil ihr jemand hilft, sich zu verstecken, entkommt sie Banditen und Dieben, um sich schließlich bei ihrem Vater als Scheuermagd und Schankmädchen zu verdingen. So schnell kann’s gehen.

Doch geholfen wurde ihr von einem ganz besonderen Mädchen: Mag ist der „Wachsling“, das möglicherweise aus Wachs geformte Dienstmädchen einer weiteren mächtigen Zauberin, Faey. Doch Faey ist wie Domina Perle keineswegs menschlich. Die heilkundige Hexe scheint in einer anderen Dimension Ombrias zu leben, zumindest in der Unterstadt. Hier gibt es Geister, viele Schatten und nutzbare Magie. Faey lässt sich die Nutzung ihrer Magie gut bezahlen. Und so kommt es, dass sie eines Tages einen Auftrag Domina Perles annimmt: Sie soll den unerwünschten Neffen des mittlerweile verstorbenen Fürsten vergiften. Sie muss sich also in die Staatsangelegenheiten einmischen.

Dieser Neffe, Ducon, ist ein Bastard, der wie ein Albino aussieht und offenbar, wie Mag, die Fähigkeit besitzt, beide Seiten Ombrias zu sehen: die des Lichts und die der Schatten, die des Palasts und die der Unterstadt, wo die Geister leben (darunter auch sein verstorbener Vater). Ursprünglich als Erzieher des Nachfolgers des Fürsten, des neunjährigen Kyel Greve, angestellt, streunt Ducon Greve zunehmend durch die Gassen und Schänken des düsteren Hafenviertels, um den Zugang zu Unterstadt zu finden. Dabei zeichnet er unablässig, was er sieht. Diese Zeichenkohle ist es, die Faey vergiftet. Ducon gerät ins Delirium, bis er schließlich zusammenbricht und in die Unterstadt stürzt.

Es ist nur Mag zu verdanken, dass Ducon nicht getötet wird. Denn sie hat inzwischen von ihrer Freundin Lydea erfahren, dass Ducon die letzte Hoffnung Ombrias auf Rettung ist, denn die Hexe im Palast will Kyel Greve ebenso töten wie Ducon, um danach Alleinherrscherin (und Piratin) zu sein.

Nun kann Mag, die an Tochterstelle adoptierte Dienstmagd, Faey (die eigentlich unparteiisch bleiben will) davon abhalten, Ducon zu töten. Vielmehr beschließen Mag, Lydea und Ducon, unter Lebensgefahr in den Palast zurückzukehren, um den kleinen Kyel Greve zu retten und die Regentin zu stürzen. (Man sieht, sie alle haben sich mittlerweile gewaltig verändert.) Von der mächtigen Zauberin maskiert, wagen sie es, direkt unter der Nase der Schwarzen Perle gegen sie zu intrigieren und Kyel Mut zu machen.

Das kann natürlich nicht lange gutgehen. Als Mag der Regentin in die Hände fällt, muss Faey reagieren. Ihr Gegenangriff erschüttert die Grundmauern des Palastes und verändert die gespaltene Stadt für immer. Was mit einer Verstoßung begann, endet mit einer Wiedergeburt.

Mein Eindruck

Drei Symbole

McKillip ist viel zu sehr Künstlerin, um es für nötig zu halten, irgendetwas davon logisch zu erklären. Stattdessen beobachtet sie lediglich, dringt dabei aber in eine Tiefe vor, die anderen AutorInnen des Fantasy-Genres verwehrt zu sein scheint (eine Ausnahme gibt es: Ursula K. Le Guin). Das bedeutet, dass sich der junge oder erwachsene Leser seinen eigenen Reim auf die Gründe des Geschehens machen muss. Hier spielt Logik des Verstandes keine Rolle, sondern vielmehr ein Ursache-Wirkung-Prinzip, das auf der Wechselwirkung von Emotionen beruht.

Wie schon angedeutet, spielen Dualismen eine große Rolle. Die zentralen Metaphern dafür sind der Spiegel, das Zeichnen und Passagen.

A) Spiegel

Wie mit Monitoren überwacht Domina („die Herrin“) Perle mit Hilfe zahlreicher Zauberspiegel ihr Herrschaftsgebiet. Statt Schönheit zu reflektieren, dienen ihre Spiegel nur ihrer Machtausübung. Domina und die Spiegel sind Teil des Schattens, der über Ombria liegt. Doch ihr Blick reicht nicht bis in die Unterstadt der Geister, wo die Zauberin Faey herrscht und Mag sich versteckt. Hier, im Zwielicht der Geister und der Magie, erwächst eine Gegenkraft zu Dominas Herrschaft. (McKillip beschreibt Ombria, als handelte es sich um eine menschliche Figur, mit allen Schichten und Aspekten.)

B) Zeichnungen

Ducons Zeichnungen sind eine weitere wichtige Metapher. Wie der Fotograf in Antonionis „Blow-up“ ist er besessen vom Gesehenen, denn sein Blick dringt tiefer als das Auge gewöhnlicher Menschen. Ducon gelingt der Durchbruch zur Geisterdimension. Schließlich sind seine Zeichnungen nicht mehr tot, sondern können auf magische Weise – im Zwischenreich des Möglichen – das Gezeichnete zum Leben erwecken, so etwa seinen Vater. Dieser ist eine Verbindung mit der Vergangenheit, die Ombria einen weiteren Aspekt hinzufügt: Die Stadt entwickelt sich in wiederkehrenden Zyklen, die Untergang und Wiedergeburt durchlaufen. Das Herrschergeschlecht Greve pflanzt sich daher nicht linear und ungebrochen fort, sondern weitverzweigt in obskuren Verästelungen: Ducon ist eine davon, doch die vielversprechendste.

C) Passagen

Durchgänge sind das dritte zentrale Symbol. Neben dem Durchbruch zur Unterstadt sind hier vor allem Lydeas Verstoßung aus der Palasttür aufzuführen und die unzähligen Geheimtüren im ausgedehnten Palast. Wie in einem italienischen Renaissancepalast gehen Diener und Intriganten durch unsichtbare Tapetentüren ein und aus, um ihre Herrschaft oder ihre Mitverschwörer zu treffen. Es handelt sich um einen Palast im Palast, eine Schachtel in einer größeren Schachtel und so weiter. Das erinnerte mich an Mervyn Peakes Schloss Gormenghast.

Nach Royces Tod machen sich auch die Ex-Minister und Ducons Vettern Hoffnungen auf den Thron, doch zuvor muss der junge Erbe sterben. Daher spielt Ducon (und später Lydea und Mag) ein riskantes Doppelspiel mit Kyles Gegnern: Prompt werden Attentate auf ihn verübt.

Kurz vor Schluss führt eine Tür in das verhängnisvolle Schlafzimmer der Schwarzen Perle. In diesem Zentrum der Schwarzen Magie erwartet die angekettete Mag und Ducon Greve ihr Schicksal.

Dieser Raum hat sein Gegenstück in Faeys Haus. Hier wird betäubender Tee serviert und Gift gebraut, Geister sprechen, und magische Amulette finden sich in seinen Winkeln. Es es wichtig, daran zu denken, dass die Bewohnerin dieses Hauses kein Mensch ist, sondern ein Wesen, das älter ist als Ombria selbst. Wir erfahren nicht, was Faey ist, genau wie so vieles andere der Erforschung durch die Vorstellungskraft überlassen bleibt.

Dass diese dualen Konflikte sich am Schluss nicht alle in Wohlgefallen auflösen, dürfte einleuchten. Der Sieg des Guten ist wieder einmal bittersüß und überschattet von Opfern.

Die Sprache

Der Ton dieser Handlung und für diese Art von zwielichtiger Welt ist nicht der von Allerwelts-Fantasy à la Raymond Feist oder Robert Jordan (obwohl die auch ihre Qualitäten haben). Die Sprache nähert sich vielmehr dem Gothic Horror eines Edgar Allan Poe an, nur dass dessen Melodramatik fehlt. Wer „The Cask of Amontillado“ oder „Morella“ und „Ligeia“ gelesen hat, weiß, wovon ich rede.

McKillips Prosa ist an Poesie geschult und führt so zuweilen zu ungewöhnlichen Fügungen, um eine Empfindung oder eine Figur zu beschreiben. Sie ermöglicht sogar leise Ironie. Dies ist keine anspruchslose Sprache, wie man sich denken kann. Tatsächlich konnte ich daher immer nur wenige Kapitel (alle sind zwischen 9 und 12 Seiten lang) auf einmal lesen. Ich brauchte zwei Monate für das 300-Seiten-Buch.

Die Sprache lebt in der deutschen Fassung natürlich von den Qualitäten des Übersetzers. Hans J. Schütz hat Tad Williams, H. P. Lovecraft und Peter S. Beagle übersetzt (neben vielen anderen). Er macht seine Sache sehr gut. Nur an manchen Stellen erschienen mir seine Fügungen und Wortwahl als zu gestelzt, zu geschraubt und mitunter antiquiert, aber das trifft wohl auch auf McKillips Sprache zu. Genervt haben mich lediglich viele Tippfehler. Offenbar spart Klett-Cotta nun auch am Korrektor, um den Preis niedrig halten zu können: Dieses Buch kostet 2 Euro weniger als das bessere „Das Lied des Basilisken“. (Beide Romane sind bei Klett-Cotta vergriffen.)

Unterm Strich

Für diesen Fantasyroman mit Gothic-Horror-Elementen sollte man sich Zeit nehmen und ihn notfalls zweimal lesen. McKillip gelingt es, aus einer bedrückenden Atmosphäre heraus Gefühle der Hoffnung entstehen zu lassen, die zu Aktionen werden. Die Geschichte Ombrias ist eine zyklische Geschichte von Verstoßung, ständiger Bedrohung und Wiedergeburt. Die (anspruchsvolle) Sprache ist der Magie der Handlung ebenbürtig, ermöglicht sie im Grunde erst. Doch dass der Handlung eine Hauptfigur fehlt und sie auf drei bis fünf Figuren verteilt ist, macht es nicht einfach, ihr zu folgen. Auch auf die Druckfehler hätte ich verzichten können.

Das Buch eignet sich für Freunde guter phantasievoller Geschichten ab etwa 14 Jahren, die durchaus mal auf Action verzichten können.


Originaltitel: Ombria in shadow, 2002
Aus dem US-Englischen übertragen von Hans J. Schütz
Deutsch bei Klett-Cottas Hobbit-Presse.

Larry Niven – Wenn der Zauber vergeht… Fantasyroman

Sword & Sorcery-Roman als Comicbook-Ersatz

Einst war die Magie allgegenwärtig. Zauberei beherrschte die junge Erde, eine Welt der Illusionen, Phantasmen und Wunder. Aber die Magier der Vorzeit gingen zu verschwenderisch mit dem MANA um, der Zauberkraft, und der Zauber verschwand. Barbaren konnten die nunmehr schutzlosen Mauern der Städte und Burgen stürmen, und die Griechen eroberten das prächtige Atlantis.

Nun macht DER MAGIER mit seinem Gefährten, dem indianischen Amerikaner Klumpfuß auf, um die Magie wieder zurückzubringen. Dazu bedient er sich des Wissens des ältesten und bösesten aller Zauberer, der in einem Totenschädel eingeschlossen ist, und der Kraft eines jungen Griechen, der sich aus dem Untergang Atlantis’ retten konnte.

„Über 50 Illustrationen von Esteban Maroto machen das Buch zu einem kleinen Schatz für jeden Fantasy-Freund.“ (Verlagsinfo)
Larry Niven – Wenn der Zauber vergeht… Fantasyroman weiterlesen

Kevin Hearne – Tinte & Siegel. Die Chronik des Siegelmagiers 1

Feen in Glasgow: Der Siegelagent ermittelt

Al MacBharrais ist gesegnet. Gesegnet mit einem ungewöhnlichen schönen Schnurrbart, einem Sinn für kunstvoll gemixte Cocktails – vor allem aber mit einem einzigartigen magischen Talent. Er schreibt mit Geheimtinte kraftvolle Zaubersprüche. Und als ehrbarer Schotte setzt er alles daran, unsere Welt vor den schurkischen Knechten verschiedener Pantheons zu schützen, im Besonderen vor Feenwesen, die alles andere als nett sind. (Verlagsinfo)

Der Autor
Kevin Hearne – Tinte & Siegel. Die Chronik des Siegelmagiers 1 weiterlesen

Jack Vance – Drachenbrut. Vier Romane

Geschichten von Menschen, Bäumen und Drachen

In diesem Band sind vier Novellen und Kurzromane gesammelt, die sich um das Thema Menschen und Drachen ranken.

1) Die letzte Festung (The Last Castle, 1966)
2) Die Drachenreiter (The Dragon Masters, 1963)
3) Der Baum des Lebens (Son of the Tree, 1964)
4) Die Häuser von Iszm (The Houses of Iszm)

In einer fernen Zukunft, irgendwo auf von Menschen besiedelten Welten, ist die Wissenschaft so weit fortgeschritten, dass sie nach einer Weile nicht mehr von Magie zu unterscheiden ist – gemäß dem Clarke’schen Axiom, das genau dies besagt. An diesen Orten hat die Menschheit andere gesellschaftliche Verhaltensweisen entwickelt, um zu überleben. Von Menschen und Drachen und von Drachen und Menschen berichten Vances abenteuerliche Erzählungen.
Jack Vance – Drachenbrut. Vier Romane weiterlesen

Peter S. Beagle – Das Volk der Lüfte

Ein Volk von Hexen und Göttinnen

Die „Liga für archaische Vergnügungen“ unternimmt aufregende Zeitreisen ins Mittelalter. Dort versucht Nicolas, der Sohn einer Göttin, sich vom Fluch der Unsterblichkeit zu lösen. (Verlagsinfo) Sicherlich kein leichtes Unterfangen.

Der Autor

Peter S. Beagle wurde 1939 in Manhattan geboren und wuchs in der New Yorker Bronx auf. Während seiner Zeit auf der Highschool nahm er an einem Autorenwettbewerb teil und erhielt als ersten Preis ein College-Stipendium. So verbrachte er die folgenden vier Jahre auf der Pittsburgh University.
Peter S. Beagle – Das Volk der Lüfte weiterlesen

Harald Braem – Der König von Tara

Magisches Irland an der Zeitenwende

Der „historische“ Fantasyroman beschreibt Geschehnisse an einer Zeitenwende, als sich die vorchristliche irische Gesellschaft an einem Wendepunkt befand. Die Magie schwindet, neue Ideen lösen sie ab. Und mittendrin spielt sich eine klassische Dreiecksgeschichte ab, die einer historisch verbürgten Legende entnommen ist: der Sage um die Liebe zwischen dem Helden Diarmaid und der zauberkundigen Königstochter Grainne, die aber schon dem finsteren Feldherrn Finn versprochen ist.

Der Autor
Harald Braem – Der König von Tara weiterlesen

Tanith Lee – Im Herzen des Vulkans (Birthgrave-Trilogie 1)

Frühe feministische Fantasy

Die Angehörige einer beinahe verschwundenen Rasse von Superwesen erwacht im Herzen eines Vulkans. Draußen wird sie aufgrund ihrer übermenschlichen Kräfte als Göttin verehrt. Sie stellt erstaunt fest, dass nicht nur ihre Berührung, sondern allein ihr Name heilen können. Denn ein Dämon im Vulkan hat ihr vorausgesagt, dass sie überall das Böse verbreiten werde.

Sie entdeckt, dass es noch weitere Abkömmlinge der alten Rasse auf der Welt gibt. Doch sie wird von ihnen nur benutzt, als Frau wie als Zauberin. Sie wird versklavt und gedemütigt, aber sie nicht auf bei ihrer Suche nach ihrem Ursprung und ihrer Bestimmung. (aus der Verlagsinfo)

Mit dieser Trilogie hat sich die Engländerin Tanith Lee (geb. 1947, gest. 2015) auf Anhieb den Ruf erworben, neben C. J. Cherryh und Katherine Kurtz die wichtigste Vertreterin der gehobenen epischen Fantasy zu sein. (ergänzte Verlagsinfo)

Die Autorin
Tanith Lee – Im Herzen des Vulkans (Birthgrave-Trilogie 1) weiterlesen

Michael Moorcock – Gloriana oder Die unerfüllte Königin (revidierte Fassung)

Preisgekrönte Fantasykomödie

In einem England des 16. Jahrhunderts, das es nie gab, lebt die unerfüllte Königin Gloriana. Obwohl ihr Reich sich bis nach Asien erstreckt und die Wissenschaft floriert, ist sie unglücklich: Sie kommt nie zum Höhepunkt. Das will Quire ändern, einer der zahllosen Geheimagenten des Lordkanzlers Montfallcon. Quire verbündet sich mit dem ärgsten Feind des Kanzlers und verführt die Königin, um das Reich zum Einsturz zu bringen. Doch er hat nicht mit Glorianas Reaktion gerechnet…

Der Roman wurde mit dem World Fantasy Award ausgezeichnet.

Der Autor

Michael Moorcock – Gloriana oder Die unerfüllte Königin (revidierte Fassung) weiterlesen