Schlagwort-Archive: Pabel

Kurt Singer (Hg.) – Eiskalt ist die Totenhand

Zwar sammelt diese zudem willkürlich zusammengestoppelte Sammlung Horrorgeschichten der Qualitätsstufen 2 und 3, die jedoch zügig zur unheimlichen Sache kommen und von ihrem Alter bzw. ihrer nostalgischen Verbrämung profitieren: Hier wird noch stimmungsvoll statt metzelstark gespukt, weshalb die autorenseitig gewünschte Gruselwirkung weitgehend erhalten blieb.
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Clifton Adams – Die Stunde des Todes

adams-stunde-des-todes-cover-kleinEx-Marshal Toller hat geheiratet und ist Farmer geworden. Als die Bank- und Eisenbahnräuber-Brüder Brunner das County terrorisieren, zwingt man ihn gegen seinen Willen zurück in den Dienst, obwohl die Chancen denkbar schlecht stehen … – Die nicht nur im Western-Genre beliebte Geschichte vom tapferen Mann, den sein Pflichtbewusstsein wider alle Vernunft zum Handeln zwingt, wird routiniert, ohne Pathos und spannend erzählt, wobei der Verfasser weder ein Heldenlied singt noch sich auf simple Schwarz-Weiß-Zeichnung beschränkt: schmackhaft abgehangene Lektürekost.
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Abraham Merritt – Das Schiff der Ischtar (Teil 1)

Emotionale Reise in die Parallelwelt der Babylonier

Der Archäologe John Kenton, ein Mann des Jahres 1924, verfällt einem uralten Zauber und erreicht eine andere, längst vergessene Welt. Er findet sich plötzlich auf einer Galeere wieder, das die Götter der Babylonier dazu verdammt haben, für alle Ewigkeit die Ozeane einer fremden Welt zu befahren.

John Kenton wird Zeuge des Streites der Götter. Auf der Seite Ischtars nimmt er teil am ewigen Kampf zwischen der Göttin der Liebe und der Rache einerseits und Nergal, dem Totengott, andererseits… (abgewandelte Verlagsinfo)

Dies ist die erste Hälfte des Originalromans. Die zweite Hälfte ist unter dem Titel „König der zwei Tode“ ebenfalls bei Pabel erschienen. Beide Bände enthalten die tollen Illustrationen von Virgil Finlay.


Der Autor

Abraham Merritt lebte von 1884 bis 1943 und war als Journalist, Chefredakteur von „The American Weekly“, Immobilienmakler und Schriftsteller tätig. Er verfasste vor allem Fantasy, obwohl er auch SF-Leser und -Autoren stark beeinflusste. Wegen seines Berufs war er sehr beschäftigt, was seinen Ausstoß nicht besonders groß werden ließ. 1917 erschien seine erste Story, 1918 mit „The Moon Pool“ sein erster Roman.

Dieser enthielt bereits die Merritt-Standardingredienzien der Aliens und der „Lost Race“, die irgendwo auf unserer Erde im Verborgenen überlebt hat – ähnlich wie King Kong. „The Metal Monster“ (1920) beschreibt ein fremdes Kollektivwesen aus Metallteilchen. „The Face in the Abyss“ erschien zuerst 1923 in „Argosy“ und wurde 1930 um den Teil „The Snake Mother“ erweitert, so dass es 1931 als Fix-up-Novel erscheinen konnte.

Weitere Werke: „The Ship of Ishtar“ (1924/26), „7 Footprints to Satan“ (1928, verfilmt), „The Dwellers in the Mirage“ (1932; dt. bei S. Fischer), „Burn Witch Burn!“ (1932/33), „Creep, Shadow!“ (1934, verfilmt), „The Fox Woman and Other Stories“ (Collection, 1949).

Merritts Einfluss rührte weniger von seinen unoriginellen Handlungsverläufen oder seinem überbordenden Stil her als vielmehr von der wirklich originären Kraft, mit der er sich alternative Welten und Realitäten vorstellen konnte. Sam Moskowitz: „Merritt war das überragende Fantasy-Genie seiner Zeit“ („Explorers of the Infinite, Kap. 12, 1963).

Nichtsdestotrotz war Merritts Prosa wortreich und gefühlsbetont. Wiederholt benutzte er das romantische Frauenbild der Viktorianer (für die eine Frau entweder Jungfrau oder Teufelin war) in den schönen, doch bösartigen Priesterinnen, die bei ihm auftauchen. In seiner Zeit, der Great Depression, drückte er die eskapistische Sehnsucht nach Andersartigkeit und Geheimnissen mit einer emotionalen Kraft aus wie kaum ein anderer.

Handlung

Der Kriegsveteran John Kenton hat ein Faible für Altertümer. Aber was gibt es denn noch zu entdecken, fragt er sich, wenn man bereits das Jahr 1924 schreibt? Da schickt ihm der Archäologe, den er nach Mesopotamien geschickt hat, eine große Kiste in sein feudales New Yorker Domizil. In der Kiste befindet sich ein großer Steinblock von den Maßen 120 x 120 x 90 Zentimeter. Solchen Stein hat Kenton noch nie gesehen. Er soll aus den Ruinen des 4000 Jahre alten Uruk stammen, ist also rund 6000 Jahre alt. Damals herrschte König Sargon der Erste über Babylonien.

Das Schiff

Seine Nase erspürt einen sonderbar verführerischen Duft, seine Augen stoßen auf einen Spalt, der den Felsblock teilt. Als er den Spalt erweitert, zerfällt der Block in zwei Teile – und enthüllt das Modell eines ein Meter langen Schiffsmodells. Es handelt sich um eine Rudergaleere, die aus zwei Teilen zu bestehen scheint: Ein Teil ist weiß wie Elfenbein, die andere Hälfte schwarz wie Ebenholz. Überall auf dem Deck stehen fein geschnittene Figuren, die wie aus Glas oder Edelstein gemacht zu sein scheinen.

Der Sturz

Ein seltsamer Zauber ergreift Kenton und er stürzt in die Tiefe – um auf dem Deck eben dieses Schiffes aufzuschlagen, direkt neben der Trennlinie. Auf der schwarzen Seite des Schiffs lauern ein neugieriger Trommler und ein dunkel gewandeter Priester auf den Neuankömmling, doch die Amazonen, die im weißen Teil leben, erwischen Kenton zuerst. Da er in einen blauen, persischen Mantel gekleidet ist, halten sie ihn für einen Abgesandten von Nabu, ihres Gottes der Weisheit, und behandeln ihn mit Respekt.

Der Fluch

Die Anführerin der Amazonen ist Lady Sharane. Sie ist bewandert in allen religiösen Dingen und erzählt ihm die Geschichte des Schiffes, das seit Urzeiten auf den Ozeanen der Welt unterwegs ist. Einst verliebten sich eine Priesterin der Ischtar, der Göttin der Liebe und der Rache, und ein Priester des Totengottes Nergal ineinander. Der Rat der Götter sollte diesen Frevel bestrafen, doch wer von ihnen hatte denn das Recht, über die Liebe zu urteilen, fragte Nabu der Weise. Deshalb wurde keiner der beiden getötet, sondern beide auf dieses Schiff verbannt – bis in alle Ewigkeit. Die Strafe bestand darin, dass die Liebenden einander zwar täglich sehen, einander aber nie berühren durften. Eine Qual ohne Ende.

Sharane

Doch diese Zeit ist längst vorbei, und die Liebenden fort. Doch die Vertreter Ischtars und Nergals bewohnen das Schiff der Götter immer noch. Kenton sieht eine Chance, die Rolle des Züngleins an der Waage zu spielen. Doch bevor ihm ein entsprechender Plan in den Sinn kommt, verliebt er sich in die schöne, einsame Sharane und erzählt ihr seine Geschichte.

Ganz schlechte Idee! Sie durchschaut seine Maskerade. Voll Verachtung lässt sie ihn gefangen nehmen. Als der Priester Nergals diese Beute für sich fordert, legt Sharane Kenton auf die Trennlinie. Bevor es zur Übergabe kommen kann, spült eine Woge Kenton über Bord. Erst beim nächsten Besuch in dieser Parallelwelt taucht Kenton wieder neben dem Schiff auf. Doch er verfehlt die über Bord hängende Goldkette Ischtars und erwischt die Eisenkette Nergals.

Diesmal gibt es vor dem Totengott kein Entkommen mehr…

Mein Eindruck

Die Geschichte folgt dem Prinzip der Achterbahn in räumlicher, zeitlicher und emotionaler Hinsicht. Ruhe und Langeweile sehen ganz anders, wenn John Kentons Schicksal ihn von einer Seite des Schiffs, von oben nach unten, vom Schiff zurück in seine eigene Zeit führt. Er ist anfangs nicht Akteur, sondern Poseur – ein Schwindler, der mit der gefundenen Welt spielt.

Doch Kentons Spiel wird von Sharane entlarvt und von Nergals Schergen bestraft. Fortan muss sich Kenton seinem Schicksal ernsthafter widmen. Er hat sich in die schöne Sharane verliebt und will sie erobern. Doch wie kann er das, wenn er als Rudersklave angekettet ist und üble Peitschenhiebe erdulden muss? Zunächst steht ihm ein Wikinger zur Seite, dem er geholfen hat. Später gesellen sich weitere Verbündete hinzu, denn es gelingt ihm, einen Schlafzauber zu überlisten und so seine Schläue zu beweisen.

Kenton und Co. erringen erst die Oberhand, dann Sharanes Liebe, doch nicht umsonst ist dies das Schiff der Götter. Diese greifen in Gestalt von weiteren Kriegern ein, und nach einem weiteren Kampf wird Sharane entführt. Kenton schwört, dass er sie zurückgewinnen wird, und folgt in klassischer Irrfahrt à la Odysseus ihrer Spur. Er wird sie erst auf der Insel der Zauberer wiedersehen – sofern die Götter es ihm gestatten. Und das wird erst im zweiten Band dieses Romans erzählt.

Erotik & Action

Laut Nachwort haben die amerikanischen Fantasy-Leser diesen Roman immer wieder unter die Top Ten gewählt. Das kann ich anhand der Lektüre der ersten Hälfte allerdings nicht nachvollziehen. Zu konventionell ist der Plot, geradezu klischeehaft die Zeichnung der erotischen Sharane, die sich überglücklich schätzt, Kenton endlich als ihren „Gebieter“ in die Arme schließen und ihn verwöhnen zu dürfen.

Das ist noch das althergebrachte Frauenbild des 19. Jahrhunderts. Sharane – selbst ihr Name ist nahezu orientalisch – ist das Inbild weiblicher Verführungskraft, gewandet in zarteste Schleier und Seide. Doch statt sie besitzen können, verspottet sie den Helden auch noch! Kein Wunder also, dass sich Kenton mächtig anstrengt, sie zu erobern.

Ziemlich deutlich sind hingegen die beiden männlichen Freunde Kentons herausgearbeitet, mit denen er Leiden erduldet und den Kampf gegen Nergal aufnimmt. Der Wikinger Trygg und der zwergenhafte Trommler Gigi haben beide eine Vorgeschichte vorzuweisen, die erklärt, wie es kam, dass sie auf diesem verfluchten Schiff der Götter landeten. Das ist sowohl romantisch als auch humorvoll berichtet. Es macht verständlich, warum die gesamte Erzählung so viel Charme ausstrahlt und den nostalgischen oder konservativen Leser bis heute in ihren Bann schlagen kann.

Die Übersetzung

Obwohl diese Übersetzung schon 1977 erschien, ist sie doch bemerkenswert frei von Druckfehlern. Das hat mich sehr gefreut. Der sprachliche Stil der Übersetzerin erinnert allerdings stark an die fünfziger und sechziger Jahre, als Karl May wiederentdeckt wurde. Damit könnte die Generation Y, die nach 1998 geboren wurde, durchaus ihre Schwierigkeiten haben. Für Sammler der älteren Generation passt der altmodische Stil allerdings genau zum altmodischen Garn à la Henry Rider Haggard, das Merritt hier spinnt.

Zeichnungen & Karte

Diese bislang einzige deutschsprachige Ausgabe enthält die originalen Illustrationen von Virgil Finlay aus dem Jahr 1948. Sie sind äußerst gekonnt und vermitteln durchgehend die Generalthemen Action und Romantik. Die dem Buch vorangestellte Landkarte ist nicht sonderlich hilfreich für das Verstehen dieses ersten Bandes: Gerade mal die letzten Stationen der Schiffsreise sind am unteren Rand erwähnt. Der ganze Rest des Reisewegs bezieht sich auf das Geschehen im zweiten Band „König der zwei Tode“. Bemerkenswert ist die Zeichnung eines siebenstufigen Tempels auf besagter Insel…

Unterm Strich

Der Autor hat wie schon so häufig in seinen Romanen (s.o.) einen Mann der Gegenwart in die abenteuerlichen Tiefen der Vergangenheit geworfen und daraus eine berauschende Mischung aus Erotik, Romantik und Action gemixt, die beide Geschlechter unter den Lesern gleichermaßen anspricht. Beziehungsweise ansprach, denn die Klischees sind mittlerweile doch weitgehend überholt. (Hoffe ich jedenfalls.)

Vermutlich nur für Fans und Sammler konservativer Fantasy erschließt sich hier indes ein Schatzkästlein von Action-Abenteuern und erotischen Schilderungen, die den Leser bis heute auf eine wirkungsvolle Achterbahnfahrt schickt – zeitlich, räumlich und sehr emotional.

Wer die sinnlichen Geschichten aus „Tausendundeiner Nacht“ mag und sie mit babylonischer Geschichte à la „Gilgamesch“-Epos verknüpft, sollte sich noch einen guten Schuss Piraten-Action hinzudenken – fertig ist der „Ischtar“-Cocktail. Und man braucht nicht mal einen Captain Jack Sparrow für diesen Trip.

Michael Matzer © 2016ff

Taschenbuch: 171 Seiten
Info: The Ship of Ishtar, 1924
Aus dem US-Englischen von Lore Strassl
www.vpm.de

Der Autor vergibt: (3.5/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (No Ratings Yet)

A. E. van Vogt/E. Mayne Hull – Im Reich der Vogelmenschen (Utopia Classics 19)

Vogt Hull Vogelmenschen Cover kleinVogelmenschen entführen ein im Pazifik kreuzendes U-Boot in eine weit entfernte Zukunft. Hier führen sie Krieg gegen eine Rasse intelligenter Fischmenschen, den die Vögel zu verlieren drohen. Die Verstärkung aus der Vergangenheit mag sich nicht auf ihre Seite stellen, sondern versucht den Ausgleich und gerät erst recht zwischen die Fronten … Klassische Unterhaltungs-Science Fiction, zelebriert ohne literarischen Anspruch von einem der Großmeister des Genres, mit dem im Final wieder einmal die Pferde (bzw. Außerirdischen) durchgehen.
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Terry Carr – Die Werwölfin (Terra Fantasy 69)

Carr Terry Werwölfin Cover kleinInhalt:

Sechs Autoren erzählen nicht von fremden Fantasy-Welten voller Magie, sondern konfrontieren reale Menschen mit dem Übernatürlichen:

– Hugh Walker: Vorwort, S. 7-9

– Peter S. Beagle: Die Werwölfin (Farrell and Lila the Werewolf, 1969), S. 10-37: Die Beziehung wird kompliziert, als er feststellt, dass sie sich bei Vollmond in einen Werwolf verwandelt und dabei abstoßende Gewohnheiten pflegt.

– R. A. Lafferty: Adam hatte drei Brüder (Adam Had Three Brothers, 1960), S. 38-50: Da sie der Fluch der Erbsünde nie traf, können ihre Nachfahren ohne Arbeit und Plackerei auf Kosten der Adamssöhne und Evastöchter ein angenehmes, juristisch fragwürdiges Leben führen. Terry Carr – Die Werwölfin (Terra Fantasy 69) weiterlesen

Donald R. Benson (Hg.) – Straße der Verdammnis

Benson Strasse der Verdammnis Cover kleinInhalt:

Zwischen 1939 und 1943 widmete sich das US-Magazin „Unknown“ der humorvollen Mystery Fiction. Sieben dieser angejahrten aber weiterhin unterhaltsamen Storys werden hier gesammelt:

– Hugh Walker: Vorwort, S. 7-9

– Henry Kuttner: Der fehlgeleitete Heiligenschein (The Misguided Halo, 1939), S. 10-33: Mr. Young erhält irrtümlich einen Heiligenschein, der seine Spießbürger-Welt gründlich durcheinanderbringt, woraufhin er ungeschickt zu ‚sündigen‘ versucht, um den lästigen Kopfschmuck loszuwerden. Donald R. Benson (Hg.) – Straße der Verdammnis weiterlesen

Frederik Pohl/Jack Williamson – Duell in der Tiefe (Undersea 1)

Pohl Williamson Undersea1 Duell Cover 1978 kleinJemand versucht Jim Eden zu töten. Die Spur führt tief unter den Ozean in die Tiefsee-Stadt Thetis Dome, wo sich das Rätsel zwar klärt, die Attentäter den jungen Mann aber in eine Todesfalle locken können … – Science Fiction „für die Jugend“ der 1950er Jahre, deshalb mit sämtlichen einschlägigen Klischees belastet aber vor allem in der Schilderung einer zukünftigen Unterwasserwelt weiterhin lesenswert: auf simple Weise durchaus ein Klassiker. Frederik Pohl/Jack Williamson – Duell in der Tiefe (Undersea 1) weiterlesen

John Crawford – Der Geisterhügel

Crawford Geisterhügel Cover kleinDas geschieht:

Drei Jahre hat Terry Amberly seinen Bruder Malcolm nicht mehr gesehen. Nun kehrt er kehrt zurück nach Redferne, einem Nest irgendwo in Mittelengland, um den Älteren zu begraben. Als Selbstmord wurde Malcolms Tod ad acta gelegt, was Terry ganz und gar nicht glauben mag: Mit einem Dolch im Herzen lag Malcolm im Schatten der „Drohenden Steine“ auf Cranston Hill, dem „Geisterhügel“. Dort soll es des Nachts umgehen, wie die notorisch abergläubische Dorfbürgerschar munkelt.

Vor entsprechenden Nachforschungen wird Terry eindringlich gewarnt. Wie üblich, wenn Spuk (oder fauler Zauber) im Spiel ist, drücken sich jene, die mehr wissen, so kryptisch aus, dass Terry schnurstracks zum Geisterhügel stürmt. Dort wird ihm dämonisch wunderlich ums Hirn, worauf er den Rückzug ins Dorf antritt. Nun ist Quellenstudium angesagt. In Malcolms Haus findet Terry Beweise dafür, dass sich der Privatgelehrte intensiv mit schwarzer Magie beschäftigt hat, die in Redferne seit jeher zum Alltagsleben gehört. Schon im Mittelalter kam der Teufel in Gestalt des furchtbaren Edward Cranston über die Dörfler. John Crawford – Der Geisterhügel weiterlesen

Robert E. Howard/Ramsey Campbell – Die Krieger von Assur

Howard Campbell Krieger Cover kleinInhalt:

Diese Kollektion sammelt drei zu Lebzeiten ihres Verfassers Fragmente gebliebene und später vollendete Kurzgeschichten sowie ein Gedicht, die den puritanischen Gottesstreiter in den Mittelpunkt stellen; hinzu kommt eine von Robert E. Howards ‚historischen‘ Abenteuergeschichten:

– Hugh Walker: Vorwort, S. 7-10

– Die Straße Azraels (The Road of Azrael, 1976), S. 10-67: Mit seinem Waffenbruder, dem Türken Kosru Malik, jagt Kreuzritter Sir Eric de Cogan im Jahre 1109 durch die Wüste die Entführer seiner Verlobten und gerät zwischen die Fronten aufrührerischer Perser, Araber – und Wikinger.

– Die Burg des Teufels (The Castle of the Devil, 1978), S. 67-88: Im deutschen Schwarzwald ist Solomon Kane, Gottes selbst ernannter Kämpfer für Gerechtigkeit, zu ‚Gast‘ bei Baron von Staler, um dessen wahnsinnigen Schreckensregiment ein Ende zu bereiten.

– Die Stadt des Mondgottes (Hawk of Basti, 1979), S. 88-117: Im tiefsten Afrika hilft Solomon Kane einem alten Kameraden, sich zum König über einen Kriegerstamm aufzuschwingen.

– Die Krieger von Assur (The Children of Asshur, 1979), S. 118-160: Auf seiner Wanderung durch Afrika gerät Solomon Kane an die Nachfahren assyrischer Eroberer, die ihn für einen Aufstand gegen ihren grausamen König gewinnen können.

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Michel Parry (Hg.) – Acht Teufelseier

Parry Teufelseier Cover kleinSowohl die Freunde der klassischen, fein gesponnenen Geistergeschichte als auch die Fans des eher grellen Horrors der „Pulp“-Ära werden in dieser Sammlung bedacht; Herausgeber Parry präsentiert acht Storys über meist schwarze Magie, die in der Regel grausig auf den Verursacher zurückschlägt: Den Leser erwarten keine Meisterwerke aber vor allem in deutscher Übersetzung meist seltene, oft gelungene Genrestücke. Michel Parry (Hg.) – Acht Teufelseier weiterlesen

Michel Parry (Hg.) – Lautlos schleicht das Grauen

Parry Michel Lautlos Cover kleinHerausgeber Parry sammelt sieben klassische und moderne Kurzgeschichten, die von Teufelspakten und Flüchen sowie von Exorzismen und anderen Versuchen, das Böse auszutreiben, erzählen; diese enden für die Betroffenen meist übel aber für den Leser unterhaltsam, wobei ein zusätzlicher Reiz durch die Konfrontation von altem Aberglauben mit moderner Gegenwart entsteht. Michel Parry (Hg.) – Lautlos schleicht das Grauen weiterlesen

Christopher Evans (Hg.) – Die Angst hat tausend Namen

evans-angst-hat-tausend-namen-cover-kleinDen ‚echten‘ Monstern & Gespenstern steht subtiler und wesentlich erschreckender jenes Grauen gegenüber, das im eigenen Hirn wurzelt, denn ihm kann man nicht entkommen. Herausgeber Evans, ein Psychologe, präsentiert sieben Geschichten von Menschen, die sich buchstäblich selbst verrückt machen oder deren Angstvorstellungen real werden: spannend und unter der genannten Prämisse doppelt unheimlich.
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Abraham Merritt – Flieh, Hexe, flieh!

merritt-hexe-cover-1973-kleinIm modernen New York verwandelt eine uralte Hexe ihre Opfer in Puppen, die sie mordend gegen ihre Feinde schickt. Ein Psychiater will ihr im Bund mit einem Gangster und einem Cowboy das Handwerk legen … – Dieser Horror-Klassiker erschien in Deutschland zu Unrecht fast unbemerkt, denn die einfache Geschichte wird sauber entwickelt und sorgfältig erzählt. Nicht grundlos ist hat sie viele spätere Genre-Romane und Filme beeinflusst: im positiven Sinn altmodischer Grusel.
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Will C. Brown – Der Fluch von Massacre Bend

Ein Viehtrieb durch das gesetzlose Indianerterritorium wird zur Bewährungsprobe für einen jungen Ex-Soldaten, der sich rehabilitieren möchte, falls er und die ihm anvertrauten Männer (und eine Frau) den Kampf gegen Comanchen, Schmuggler und Armeefunktionäre überleben … – Klassischer Western mit allen bekannten und bewährten Klischees; spannend, flott und mit sparsam aber kundig eingebrachten historischen Fakten erzählt: kein Muss aber ein deutliches Kann.
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Hans Joachim Alpers (Hg.) – Gefährten der Nacht

Alpers Gefährten der Nacht Cover kleinIn zwölf Storys gehen keine Gespenster oder Werwölfe um; thematisiert werden die traumhaften, surrealen Seiten der Phantastik, die sich oft hart an der Grenze zur psychischen (Selbst-) Täuschung selbst im Rahmen der selbst geschaffenen Welten einer ‚logischen‘ Erklärung entziehen; während die angelsächsischen Texte mindestens überzeugen, fallen die deutschen Kurzgeschichten deutlich ab. Hans Joachim Alpers (Hg.) – Gefährten der Nacht weiterlesen

James White – Gefangene des Meeres

Während des II. Weltkriegs treffen auf hoher See Menschen und Außerirdische zusammen. Beide Gruppen geraten in Not und müssen einander helfen, um überleben zu können … – Ein kleiner Klassiker der Science Fiction, der nicht schleimiges Grauen aus dem All gegen bis an die Zähne bewaffnetes Erdenvolk antreten lässt. Stattdessen präsentiert der Verfasser lebendige Figuren in einer spannenden, intelligenten, ungewöhnlichen Story, die durch ihren versöhnlichen Grundton und Einfallsreichtum besticht.
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Edward D. Hoch – Schock um Mitternacht

hoch-schock-cover-kleinSeit 2000 Jahren jagt er die Vertreter des Bösen auf der ganzen Welt: Simon Ark, unsterblicher Ghostbuster mit ausgeprägten detektivischen Fähigkeiten, die er in den hier versammelten fünf Fällen auch dringend benötigt, da sein Wild bevorzugt Besitz von willensschwachen Menschen ergreift, die ausgesprochen kriminell vorgehen … – Fünf Storys im schattigen Bereich zwischen Realität und Jenseits, wobei auch der rein menschliche Wahnsinn nicht ausgespart bleibt: routinierter, etwas anderer und auch deshalb interessanter Grusel der metzelfreien Art.
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Michel Parry (Hg.) – Raritäten aus des Teufels Küche

Parry Raritäten kleinSammlung von acht klassischen und jüngeren Geschichten, die sich mit Schwarzer Magie befassen. Naturgemäß geht bei der Beschwörung von Dämonen und Teufeln etwas schief, was grässliche Folgen für den unvorsichtigen Zaubermeister zeitigt. Die Storys sind unterhaltsam bis wirklich spannend, sie enden mit einem meist moralischen aber grimmigen Schlussgag. Eine besondere Erwähnung verdient das Titelbild der deutschen Ausgabe, das es so heutzutage wohl nicht mehr gäbe.

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Lester Del Rey – Der unschuldige Roboter

Del Rey Roboter Cover kleinDas geschieht:

In einer zeitlich nicht näher bestimmten Zukunft sind die Planeten und großen Monde des Sonnensystems von Menschen besiedelt. Auch der große Jupiter-Trabant Ganymed trägt diverse Kolonien, die hauptsächlich vom Verkauf seltener Kräuter und Pilze leben. Sunvalley ist eine davon, geleitet von Gouverneur Roger Simpson. Sein Sohn Paul wächst auf dem luftleeren Mond auf – ein latent gefährlicher Ort für einen Heranwachsenden. Dem 16-Jährigen wurde daher schon als Kind ein Roboter zugeteilt. „Rex“ ist ein komplexes Gerät, das nicht nur als sturer Beschützer, sondern auch als Begleiter konstruiert wurde. In dieser Eigenschaft wurde er seinem menschlichen Herrn zum Freund. Paul hat Rex tief ins Herz geschlossen und teilt seine Gedanken mit ihm; menschliche Freunde sind rar auf Ganymed.

Damit ist es nun vorbei, denn Vater Roger wird auf die Erde zurückversetzt. Die Freude ist groß, bis sich herausstellt, dass Rex aufgrund der hohen Frachtkosten zurückgelassen werden soll. Das erträgt Paul nicht und rückt aus. Er will den weiten Weg zur Erde nur zusammen mit Rex antreten. Dieser ist einverstanden: Rex hat ein Selbstbewusstsein entwickelt. Das macht ihn zum echten Partner, der seinem menschlichen Freund aus mancher Schwierigkeiten helfen kann. Lester Del Rey – Der unschuldige Roboter weiterlesen

August Derleth (Hg.) – Rendezvous mit dem Würgeengel

derleth-wuergeengel-kleinHorror-Spezialist Derleth sammelt in dieser Anthologie acht Kurzgeschichten, in denen harmlose Zeitgenossen mit brodelndem Wahnsinn und den Bewohnern eher unterirdischer als übernatürlicher Welten konfrontiert werden, was sie selten überleben. Obwohl es heftig zur gruseligen Sache geht, bestechen diese Erzählungen durch Stil, Stimmung oder rabenschwarzen Humor: ein Tipp für die Freunde des ‚kurzen‘ aber kräftigen Horrors. August Derleth (Hg.) – Rendezvous mit dem Würgeengel weiterlesen