Alle Beiträge von Michael Drewniok

Carter Brown – Insel des Todes (Danny Boyd 14)

Detektiv Danny Boyle sucht auf einer abgelegenen Insel den Mörder einer Frau und gerät in die Gruppe der Verdächtigen, die sich rasch recht handfest des lästigen Schnüfflers zu entledigen suchen … – Dieses rasante Krimigarn aus der Feder eines Hochleistungs-Zeilenschinders bietet Sex & Crime pur ohne den Hauch von Anspruch, ist eingebettet in einen simplen, routiniert entwickelten Plot und unterhaltsam vor allem als nostalgisch-entlarvende Rückschau in eine Zeit, als die Männer noch hart und die Frauen willig waren …
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Robert E. Howard – Die Kinder der Nacht

14 Storys eines Meisters der klassischen „Pulp“-Phantastik und des Abenteuers; der unerhörte Schwung eines geborenen Geschichtenerzählers trägt über Logiklücken, Flachfiguren oder Inhaltsklischees mühelos hinweg und lässt vor den Leseraugen versunkene Welten und archaische Gräuel quicklebendig werden: Auch Band 5 der Howard-Edition bietet hohen Lektüregenuss! Robert E. Howard – Die Kinder der Nacht weiterlesen

Jo Nesbø (Nesboe)- Rotkehlchen (Harry Hole 3)

Ein alter Mann will sich für längst vergessenes Unrecht rächen und den norwegischen Kronprinz ermorden. Ihm kommt ein psychisch derangierter Polizeibeamter auf die Spur, die tief in die Vergangenheit und die aktuelle Neonazi-Szene des Landes führt … Eindrucksvoller Krimi mit dem skandinavisch üblichen sozialkritischen Touch, aber ohne Wallander-Tristesse, sondern spannend und mit trockenem Witz erzählt.
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Jennifer McMahon – Winter People. Wer die Toten weckt

In einer abgelegenen Region Neuenglands kehren die Toten zurück, wenn man sie ruft. Leider haben sie sich sehr verändert, weshalb die Wiedersehensfreude rasch Entsetzen und Mord weicht … – Auf zwei Zeitebenen (1908 und Gegenwart) spinnt die Autorin ein erfreulich klassisches Gruselgarn, das mit modernen Schauerlichkeiten durchwebt ist und stimmungsdämpfende Seifenoper-Elemente auf ein erträgliches Maß dämpft: leicht überdurchschnittliche Phantastik.
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[NEWS] James Lee Burke – Weisses Leuchten (Dave Robicheaux 5)

Alles beginnt mit einem Schuss durch ein Fenster im Haus des Öl-Magnaten Weldon Sonnier. Dave Robicheaux wird mit den Ermittlungen beauftragt. Sofort ist er heillos verstrickt im engen Beziehungsgeflecht einer der angesehensten Familien Louisianas. Doch der Clan mauert. Wie soll er in diesem gefährlichen Sumpf aus familiärer Gewalt, jahrzehntealter Schuld und Mafiaverbindungen den Überblick behalten? Unterstützt von seinem Partner Clete Purcel versucht er Licht ins Dunkel zu bringen. Allerdings muss er nicht nur gegen Verbrecher kämpfen, auch die Dämonen seiner eigenen Vergangenheit machen ihm zu schaffen. Gelingt es Dave, dem Druck standzuhalten? (Verlagsinfo)

Paperback: 504 Seiten
Originaltitel: A Stained White Radiance
Pendragon

Peter James – Das Haus in Cold Hill

Familie Harcourt zieht in ein Spukhaus ein, dessen Bewohner es nach dem Willen des dort regierenden Ober-Geistes selbst tot nicht verlassen dürfen; aus Irritation wird Angst, aus nächtlichen Vorfällen nackter Terror, während besagte Familie die Todesfalle zu verlassen versucht … – Quasi ein Kompendium sämtlicher Klischees, die das Genre „Ghost Story“ zu bieten hat; das dürftige, in die Länge gezogene Garn leidet zusätzlich unter Flach-Figuren und objektiv dämlichen Geistern: Stärker als Familie Harcourt leidet wieder einmal die Leserschaft. Peter James – Das Haus in Cold Hill weiterlesen

Patrick Hemstreet – Die Gotteswelle (God Wave 1)

Einem Forscherteam gelingt es, Hirnwellen zur ‚drahtlosen‘ Steuerung von Maschinen einzusetzen. Was vor allem die Medizin revolutionieren sollte, fällt in die Hände einer geheimen Militärgruppe, deren Anführer von der Weltmacht träumt. Spät erkennen die Wissenschaftler die Wahrheit und beginnen sich zu wehren … – Mit Science-Fiction-Elementen angereicherter „Science Thriller“. Die Story ist simpel und wird nicht gerade wortgewandt präsentiert, die Figurenzeichnungen sind schlicht. Als dennoch spannendes Lesefutter genießbar sowie bereits fortgesetzt.
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Ann Granger – Ein schöner Ort zum Sterben (Mitchell & Markby 6)

Nahe des kleinen Landstädtchens Bamford wird die Leiche eines vierzehnjährigen Mädchens gefunden. Chefinspektor Allan Markby übernimmt den Fall. Deutliche Spuren führen hinauf nach Park House und deren noch immer einflussreichen Herrin Markbys Kopfschmerzen nehmen zu, als seine heimliche Liebe Meredith Mitchell sich privatdetektivisch ins Geschehen mischt, das bald in einem neuen Mord gipfelt. – Moderner Landhauskrimi nach bekanntem Muster; klassische Vorbilder werden maßvoll mit aktuellen Elementen (Promiskuität und Drogen) sowie Seifenoper (Markby balzt und Mitchell ziert sich) gemischt, um das in fünf früheren Thrillern gewonnene Stammpublikum wiederzufinden.
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Agatha Christie – Ein Mord wird angekündigt (Miss Marple 4)

Ein Mord wird angekündigt und tatsächlich begangen. Der Täter muss sich unter den Zeugen befinden, doch die sind so unverdächtig, dass ihnen eine listige Privat-Ermittlerin auf die Schliche kommen muss … – Der vierte Miss-Marple-Roman bietet einen ebenso bizarren wie spannenden Mordfall, der auf klassisch englische Krimi-Art gemächlich, gründlich und unterhaltsam aufgeklärt wird. In die typische Betulichkeit mischen sich ironische Spitzen, die allzu offensive Realitätsferne unaufdringlich abfedern.
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Robert E. Howard – Die Geier von Wahpeton

Eine Gangsterbande, terrorisiert ein Wild-West-Städtchen. Der Sheriff heuert einen Revolverhelden an, der dem Treiben ein Ende bereiten soll. Dieser muss feststellen, dass sein Auftraggeber der Anführer der Bande ist … – Dass Robert E. Howard, der Schöpfer des Barbarenkriegers Conan, auch Western-Storys schrieb, ist hierzulande kaum bekannt. Das Ergebnis ist interessant, denn Howard macht zwischen Corcoran und Conan kaum einen Unterschied. „Im Schatten der Geier“ entwickelt sich dadurch zum Fantasy-Western und überrascht mit bizarren Einfällen.
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Louise Welsh – V5N6: Tödliches Fieber [Plague-Times-Trilogie 1]

Moderatorin Stevie Flint entdeckt erst ihren toten Freund, dann wird sie krank: In London grassiert eine Epidemie, die ihre Opfer entweder tötet oder sie in mörderische Raserei treibt. Der verstorbene Freund gehörte zu einer Forschergruppe, die an einem Medikament forschten, das außer Kontrolle geriet. Stevie hinterließ er entsprechende Beweise, die ihr nun allerlei Bösewichte entwenden wollen … – Auftaktband einer Thriller-Trilogie, die Verbrechen und Seuchen-Grusel allzu routiniert aber recht spannend miteinander verknüpft. Louise Welsh – V5N6: Tödliches Fieber [Plague-Times-Trilogie 1] weiterlesen

Stuart MacBride – Totenkalt (Logan McRae 10)

Als im schottischen Städtchen Banff mehrere Leichen auftauchen, wird die örtliche Polizei durch eine Gruppe Sonderermittler ‚verstärkt‘, die vor allem für Hektik und Unruhe sorgen. Trotz privaten und beruflichen Drucks kommt ein unkonventioneller Polizist dem Täter auf die Schliche … – Der 10. Roman der Logan-McRae-Serie bietet das übliche Durcheinander aus Kriminalfall und (krimineller) Nebenhandlung, was Autor MacBride mit der typischen Mischung aus Dramatik, Drastik und Slapstick präsentiert: Das Ergebnis ist spannend und witzig sowie deutlich überraschungsstärker als der Vorgängerband.
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James Ellroy – Hollywood, Nachtstücke

Fünf Kurzgeschichten und eine Novelle bilden Bausteine einer halb imaginären Chronik der Stadt Los Angeles in den anderthalb Jahrzehnten nach dem II. Weltkrieg. Sie wurden von einem Autor verfasst, der von dieser Stadt gleichermaßen fasziniert wie abgestoßen ist, was die durchweg spannenden aber düsteren Storys manchmal sogar ein wenig zu deutlich prägt. Lokalkolorit und ein gut recherchiertes historisches (aber nie sklavisch beachtetes) Umfeld komplettieren das schwermütige „Noir“-Vergnügen.
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Clifford D. Simak – Heimat Erde

Auf der zum Friedhofsplaneten umgestalteten Erde stoßen Reisende auf neues Leben, was von der kriminellen Verwaltung totgeschwiegen wird. Beim Versuch, die Geheimnisse der Erde zu lüften, geraten die Besucher an Mutanten, Roboter, Gespenster u. a. seltsame Zeitgenossen … – Zwar routiniert und wortgewaltig aber ohne echten Plot oder roten Faden spult der Autor in diesem Spät-Roman vor allem „Daheim-ist’s-am-schönsten“-Nostalgien ab, die er mit selten erklärten Rätseln aufpolstert: lesbar, aber keines der ‚guten‘ Simak-Werke.
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James Ellroy – Crime Wave. Auf der Nachtseite von L. A.

Elf „True-Crime“-Storys, Kurzgeschichten und Autobiografisches aus der Feder von James Ellroy. Die Beiträge erschienen ursprünglich in einem US-Magazin und beschäftigen sich mit der fiktiven und tatsächlichen Geschichte der Filmstadt Los Angeles, wobei Ellroy sich auf die kriminellen Aspekte konzentriert, zu denen er, ein ehemaliger Verbrecher, selbst Substanzielles beizutragen weiß: interessant und intensiv, zumal die Leidenschaft des Verfassers sich jederzeit mitteilt.
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Bracken MacLeod – Im finsteren Eis

Ein Versorgungsfrachter strandet im nordpolaren Eis. Kommunikation und Maschinen fallen aus, niemand wird zur Hilfe kommen: 16 Männer müssen sich selbst helfen. Ihr Versuch, sich über das Eis in Sicherheit zu bringen, endet in einer unglaublichen Entdeckung – und in einer Katastrophe … – Mystery-Mischung aus Horror und Science Fiction, die vor allem in den ersten beiden Dritteln viel Stimmung und Rätsel-Spannung aufbaut; die Auflösung kann dem wie so oft nicht gerecht werden: trotzdem unterhaltsam.
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Clive Cussler – Höllenjagd (Isaac Bell 1)

In den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts jagt ein Detektiv einen Räuber und Serienkiller. Unter Nutzung zeitgenössischer Hightech liefern sich die Gegner ein unbarmherziges Duell, das sie kreuz und quer durch die USA führt … – Sicher der beste Abenteuerroman, den Cussler seit Jahren geschrieben hat; von den Zwängen seiner Dirk-Pitt-Serie befreit, entwirft der Veteran des technikorientierten Abenteuer-Thrillers ein altmodisches, rasantes, mit historischen Fakten geschickt aufgepolstertes Spektakel, das einfach Spaß macht!
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Robert Galbraith – Die Ernte des Bösen (Cormoran Strike 3)

Als ausgerechnet dem einbeinigen Privatdetektiv Cormoran Strike ein abgetrenntes Frauenbein zugeschickt wird, ahnt dieser, dass jemand, mit dem er einst aneinandergeriet, Rache nehmen will. Leider gibt es mindestens drei Kandidaten, die sämtlich untergetaucht sind … – Der dritte Strike-Roman schildert primär das Aufwärmen kalter Spuren, was wortreich mit den Beziehungsproblemen der Mit-Detektivin Robin verwoben wird. Da Autorin Joanne K. Rowling – sie steckt hinter dem männlichen Autoren-Pseudonym – schreiben kann und über trockenen Witz verfügt, wird die Überlänge dieses Romans nur selten zum Problem.
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Clive Cussler – Akte Atlantis [Dirk Pitt 15]

Endlich wird Atlantis (wieder-) entdeckt, aber leider beanspruchen Hitler-Klone und ihre Schergen die dort gebunkerten Schätze; ein Fall für Dirk Pitt, der dem braunen Pack mit Mut und unter Einsatz von Hightech ordentlich einheizt … – Der 15. Band der Pitt-Serie leidet unter einem überfrachteten Plot und kontraproduktiv grotesken Schurken, kann aber wenigstens als Unterwasser-Abenteuer Boden wettmachen: ganz sicher kein Höhepunkt der Serie, aber als Lesefutter verwertbar.
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Hal Clement – Eiswelt

Obwohl sie von einem Planeten kommen, auf dem Schwefel als atembares Gas gilt, treibt es handelstüchtige Aliens auf die aus ihrer Sicht tödlich kalte Erde, wo sie ungeachtet aller Schwierigkeiten Kontakt mit einer Menschenfamilie aufnehmen … – Science-Fiction-Roman „für die Jugend“, geschrieben von einem Lehrer, der allerdings auch Schriftsteller war und den erhobenen Zeigefinger vermeidet. Die Aliens sind keine Feinde, primär die Physik sorgt für spannende Probleme, was heutige Leser abschrecken mag, aber nicht sollte, denn dies ist nostalgische SF-Unterhaltung der weiterhin lesenswürdigen Art. Hal Clement – Eiswelt weiterlesen