Alle Beiträge von Michael Drewniok

[NEWS] A. E. van Vogt – Die Expedition der Space Beagle

Die Zukunft: Längst haben die Menschen die Erde hinter sich gelassen und sich aufgemacht, neue Welten zu entdecken. So wie die fast tausendköpfige Besatzung der Space Beagle, eines gewaltigen Forschungsraumschiffes, das von Planet zu Planet reist, um neue Kulturen zu erforschen. Einer von ihnen ist Dr. Elliott Grosvenor. Grosvenor ist ein Nexialist, ein Universalgelehrter, für den die Reise zu den Sternen die Krönung seiner wissenschaftlichen Karriere ist. Fremde Planeten und feindlich gesinnte Aliens machen die Expedition für ihn zum größten Abenteuer seines Lebens … (Verlagsinfo)

Taschenbuch: 332 Seiten
Originaltitel: The Voyage of the Space Beagle
Heyne

Mavis Doriel Hay – Geheimnis in Rot

Seit jeher duckt sich Familie Melbury vor ihrem herrischen Oberhaupt, das zudem den Daumen auf der Geldbörse hält. Ausgerechnet zu Weihnachten platzt einem Angehörigen der Kragen, was besagtes Oberhaupt nicht überlebt. Die Polizei steht vor einer ganzen Schar nur bedingt trauernder Nachfahren und Erben mit fragwürdigen Alibis … – Die schöne, sorgfältig übersetzte Buchausgabe ermöglicht hierzulande die Erstbekanntschaft mit einer Autorin, die den klassischen britischen Kriminalroman durchaus kraftvoll mit drei Werken bereicherte. Mavis Doriel Hay – Geheimnis in Rot weiterlesen

Ed McBain – Acht schwarze Pferde (87. Polizeirevier 38)

Zum vierten Mal fordert ein genialer Verbrecher das 87. Polizeirevier zu einem ‚Ratespiel‘ heraus, an dessen Ende ein ganz großes Ding steht. Der Wettlauf beginnt, und am Laufbahnrand bleiben Leichen zurück … – Der 38. Roman der Serie um das 87. Revier bringt den mysteriösen, psychopathischen, unterhaltsamen „Tauben“ zurück. Dabei wird deutlich, dass zum ‚Spiel‘ auch Mord gehört, was der Story einen ernsten Unterton verleiht; auch aufgrund der (inzwischen reizvoll veralteten) Detailschilderung der Polizeiarbeit ist dies ein lesenswerter Krimi. Ed McBain – Acht schwarze Pferde (87. Polizeirevier 38) weiterlesen

Mary Hottinger (Hg.) – Horror. Klassische und moderne Gruselgeschichten von Charles Dickens bis Ernest Hemingway

22 kurze und längere Geschichten erzählen von einem Schrecken, der nicht immer übernatürlich ist, sondern im Menschenhirn geboren wird, wo er sich monströs entwickelt und für einen realen Horror verantwortlich ist, vor dem jedes Gespenst kapitulieren muss. Die Herausgeberin gibt sich streng literarisch, liegt dabei keineswegs immer richtig, legt aber insgesamt eine Sammlung vor, die ihre Wirkung nicht verloren hat, obwohl (oder gerade weil) manche Story inzwischen nostalgisch tüchtig angestaubt = veredelt ist.
Mary Hottinger (Hg.) – Horror. Klassische und moderne Gruselgeschichten von Charles Dickens bis Ernest Hemingway weiterlesen

Agatha Christie – Fata Morgana (Miss Marple 5)

Auf einem zur Besserungsanstalt umgebauten Landgut trachtet offenbar jemand der reichen Hausherrin nach dem Leben. Die besorgte Schwester schleust eine alte Freundin – die kriminalistisch erfahrene Miss Marple – in die Villa ein. Dennoch kommt es zum Mord; zwar nicht an besagter Hausherrin, aber Miss Marple spürt, dass Ermittlungseile notwendig ist … – Der fünfte Roman mit Miss Marple (= Christies 43. Kriminalroman) bietet Mystery und Rätsel in (allzu) routinierter Vollendung, liefert aber genretypische Kost und die übliche = finale Überraschung. Agatha Christie – Fata Morgana (Miss Marple 5) weiterlesen

Colin Dexter – Eine Messe für all die Toten (Inspector Morse 4)

In einer englischen Kleinstadt nahe Oxford sind diverse Bürger mit ihren Leben unzufrieden. Ihre Wege kreuzen sich regelmäßig in der Kirche, wo plötzlich der Tod durch Gift, Messer oder Würgehalsband beunruhigend oft zu Gast ist: Dies ist ein idealer Fall für den urlaubsgelangweilten Chief Inspector Morse, der jedoch zum Wettlauf mit dem Tod ausartet … – Der vierte Band der wunderbaren (und endlich neu aufgelegten) Serie um Morse und den geplagten Sergeant Lewis bietet nicht nur einen komplexen Plot, sondern auch einen für den Rätselkrimi erstaunlich modernen Blick auf das im Genre gern aber falsch gepflegte und allzu harmlos dargestellte Kleinstadt- und Alltagsböse. Colin Dexter – Eine Messe für all die Toten (Inspector Morse 4) weiterlesen

Alistair MacLean – Geheimkommando Zenica

Auf dem Balkan sind im Weltkriegsjahr 1943 7000 jugoslawische Partisanen in einer nazideutschen Todesfalle gefangen. Sechs britische Spezialagenten werden auf ein ebenso geheimes Kommandounternehmen geschickt, um das entscheidende Scherflein zu einem gewagten Rettungsplan beizutragen … – Um seine realgrausamen Aspekte bereinigt, wird der Krieg zum Abenteuer, das tatkräftigen Männern die Gelegenheit gibt, heldenhaft ins Weltgeschehen einzugreifen. In diesem Kontext bietet Autor MacLean anspruchsarme, aber gelungene Unterhaltung. Alistair MacLean – Geheimkommando Zenica weiterlesen

Stephen Hunter – Der 47. Samurai (Bob Lee Swagger 4)

Ex-Scharfschütze Bob Lee Swagger möchte in Japan ein Schwert aus dem Zweiten Weltkrieg abliefern. Als die Unterwelt erfährt, dass es sich um ein altes und sagenhaftes Samurai-Schwert handelt, bringt sie es gewaltsam an sich, was Swaggers Gerechtigkeitssinn weckt; bald tobt ein blutiger Krieg, in dessen Verlauf die Opferzahl rasant in die Höhe schnellt … – Der vierte Band der Serie führt Bob Lee Swagger nach Japan, wo er ein wenig zu seitenstark in die Samurai-Mythologie abtaucht, wodurch ausführlich geschilderte Mord- und Metzel-Szenen aber nicht zu kurz kommen: erneut sehr unterhaltsam für eine hartgesottene Leserschaft. Stephen Hunter – Der 47. Samurai (Bob Lee Swagger 4) weiterlesen

Ed McBain – Totes Ohr am Telefon (87. Polizeirevier 27)

Auch die Kriminellen der Großstadt Isola erleben Frühlingsgefühle, weshalb die Polizisten des 87. Reviers gut beschäftigt sind. Ausgerechnet jetzt meldet sich „der Taube“, ein ebenso genialer wie psychopathischer Verbrecher, der einen neuen Coup ankündigt, um die Polizei herauszufordern … – Der 27. Roman der Serie um das 87. Revier gewinnt durch den dritten Auftritt des charismatischen „Tauben“ an Schwung, bietet aber auch sonst alltägliche und bizarre Übeltaten, die vom eingespielten Team des besagten Reviers unterhaltsam gelöst werden: wie üblich ein Lektüre-Vergnügen. Ed McBain – Totes Ohr am Telefon (87. Polizeirevier 27) weiterlesen

Caleb Carr – Die Einkreisung

In New York City, schon 1896 mehr Moloch als Metropole, tötet eine Serienmörder grausam Kinder; da seine Opfer arm sind, will die Obrigkeit seine Taten vertuschen, was ein ehrlicher Polizeichef nicht duldet und deshalb einen Psychologen, einen Journalisten und eine Frau damit beauftragt, den Täter zu entlarven … – Zeitgenössisches Unwissen und Vorurteile im Konflikt mit moderner Kriminalistik sorgen im Bund mit einem gut erdachten und entwickelten Plot für spannende Unterhaltung: ein beinahe schon klassischer Historien-Thriller, der anlässlich seiner (TV-) Verfilmung neu aufgelegt wurde. Caleb Carr – Die Einkreisung weiterlesen

Michel Parry (Hg.) – Draculas Rivalen

Sammlung von zehn Kurzgeschichten, in denen unterhaltsam und manchmal einfallsreich bewiesen wird, dass der Vampir-Kosmos Platz genug für Blutsauger bietet, deren Name nicht Dracula lautet; klassischer Grusel trifft auf den eher trashigen Horror der „Pulp“-Ära, hinzu kommen einige moderne Storys: keine Meisterwerke, aber sämtliche Storys sind „Edward“- und „Betsy“-frei und schon deshalb die Lektüre wert!

Michel Parry (Hg.) – Draculas Rivalen weiterlesen

Jordi Llobregat – Die Anatomie des Teufels

In Barcelona geht 1888 ein Serienmörder um. der seine Opfer rätselhaft verstümmelt. Die Polizei ist nicht nur unfähig, sondern auch korrupt, weshalb sich ein junger Gelehrter, ein abgebrühter Journalist und ein Medizinstudent zusammentun, um den Täter zu stellen, der jedoch gut in Barcelonas Oberschicht vernetzt ist … – Aus bewährten Versatzstücken stellt Autor Llobregat geschickt einen Thriller zusammen, der Historie, Krimi und Horror effektvoll und spannend mischt: gutes Lesefutter, das selten überrascht, aber durchgängig unterhält. Jordi Llobregat – Die Anatomie des Teufels weiterlesen

[NEWS] Colin Dexter – Eine Messe für all die Toten (Chief Inspector Morse 4)

Seit Ewigkeiten ist in der verschlafenen Gemeinde St. Frideswide nichts Aufregendes mehr passiert. Jeden Sonntag pilgern die Schäfchen brav in die Kirche, werfen ein paar Pence in die Kollekte, beichten die üblichen Vergehen und lassen sich von ihren Sünden freisprechen. Bis eines Tages der Kirchenvorsteher ermordet wird – während des Gottesdienstes. Das kommt Chief Inspector Morse ganz gelegen, der sich in seinem Urlaub fürchterlich langweilt. Als kurz darauf der Pfarrer höchstselbst vom Kirchturm in den Tod springt, stehen Morse und sein treuer Sergeant Lewis vor einem kriminalistischen Rätsel … (Verlagsinfo)

Taschenbuch: 288 Seiten
Originaltitel: Service of All the Dead
Unionsverlag

M. R. C. Kasasian – Der Fluch des Hauses Foskett (Sidney-Grice & March-Middleton/Gower-Street-Detective 2)

Im London des Jahres 1882 soll Privatermittler Grice die finanziell miteinander verbandelten Mitglieder eines Vereins voreinander beschützen. Trotzdem kommen sie rasch nacheinander sowie grässlich zu Tode, was seinem Ruf arg abträglich ist … – Auch im zweiten Band der „Gower-Street-Detective“-Serie versucht Autor Kasasian nicht zu verbergen, dass es sich hier um einen weiteren Historienkrimi im Sherlock-Holmes-Stil handelt; Dr. Watson ist hier eine (selbstbewusste) Frau, das viktorianische London ein Pfuhl alltäglicher Ungerechtigkeit, und Splatter-Effekte sind keineswegs verpönt: ordentliches Lesefutter. M. R. C. Kasasian – Der Fluch des Hauses Foskett (Sidney-Grice & March-Middleton/Gower-Street-Detective 2) weiterlesen

Sheila Radley – Das Unheil in Person (Douglas Quantrill 3)

Als in einer englischen Kleinstadt ein Skelett entdeckt wird, rührt die Polizei eine sorgfältig vertuschte aber nie überwundene Tragödie auf, die nun ihre gnadenlose Fortsetzung findet … – Der dritte Fall für Chief Inspector Quantrill bietet makelloses englisches Krimi-Handwerk. Die meisterlich dargestellte Dorf-Idylle, die gleichzeitig Gefängnis ist, ist die Ideal-Kulisse für eine ebenso schauerliche wie traurige Geschichte, die von der Verfasserin nichtsdestotrotz humorvoll präsentiert und gebührend überraschend aufgelöst wird: ein zeitloses Lektüre-Vergnügen. Sheila Radley – Das Unheil in Person (Douglas Quantrill 3) weiterlesen

[NEWS] Caleb Carr – Die Einkreisung

New York 1896: Unter Polizeichef Theodore Roosevelt kommt es zu einem grauenvollen Mord, der sich als Teil einer ganzen Mordserie erweist. Mit den Ermittlungen wird Dr. Kreisler beauftragt, ein Vorläufer Sigmund Freuds. Gegen erbitterte Widerstände gelingt es ihm, mittels eines detaillierten Psychogramms den Mörder einzukreisen. (Verlagsinfo)

Taschenbuch: 736 Seiten
Originaltitel: The Alienist
Heyne

James Carlos Blake – Red Grass River

In den ersten beiden Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts tobt in den Sümpfen Floridas eine erbitterte Familienfehde zwischen Schwarzbrennern und Gesetzeshütern, die sich zu regelrechten Kriegen mit rivalisierenden Gangsterbanden ausweitet und für außerordentliche Opferzahlen sorgt … – Großartige Mischung aus Historien-Roman und Thriller. Handlung, Figuren, Landschaftsdarstellung (und Übersetzung): alles vom Feinsten. Hinzu kommt eine erstaunliche atmosphärische Dichte, was „Red Grass River“ insgesamt zu einer der sicherlich besten Neuerscheinungen des Jahres aufwertet. James Carlos Blake – Red Grass River weiterlesen

Sylvain Neuvel – Giants: Zorn der Götter (Themis Files 2)

Die Entdeckung und Nutzung eines außerirdischen Riesenroboters weckt die Aufmerksamkeit der ursprünglichen Eigentümer. Sie schicken Kampfmaschinen, denen die Erde nichts entgegenzusetzen hat; die Ausrottung der Menschheit ist nur zu verhindern, wenn das eigentliche Motiv des Gegners entschlüsselt werden kann … – Der zweite Teil der „Themis Files“ wird erneut durch E-Mails, Protokolle, Tagebucheinträge usw. ‚erzählt‘, was weiterhin erstaunlich gut funktioniert sowie verbirgt, dass die Story oft auf der Stelle tritt: trotzdem unterhaltsam. Sylvain Neuvel – Giants: Zorn der Götter (Themis Files 2) weiterlesen

[NEWS] Alistair MacLean – Die Kanonen von Navarone

Ägäis, November 1943: Nach einer missglückten Inselbesatzung sind rund 1200 britische Soldaten vom Feind eingekesselt. Ein Rettungskonvoi ist auf dem Weg, doch thronen über der zu passierenden Meerenge die gigantischen Geschütze der unzerstörbaren Inselfestung von Navarone. Eine Handvoll Spezialisten um Captain Keith Mallory wird ausgesandt, um die Geschütze gezielt auszuschalten. Während der Trupp gegen die Kälte, den Berg und eine feindliche Übermacht ankämpft, ist der größte Gegner jedoch die Zeit: Die Kanonen von Navarone müssen schweigen, bevor die Rettungsschiffe in Schussweite kommen. (Verlagsinfo)

Taschenbuch: 356 Seiten
Originaltitel: The Guns of Navarone
HarperCollins

Michael Connelly – Ehrensache (Harry Bosch 20)

Zwangspensioniert und gelangweilt wechselt Harry Bosch die Seiten und ermittelt für seinen Halbbruder, einen Anwalt, in einem Mordfall, für den ein Mann vor Gericht steht, auf den die Beweise ein wenig zu deutlich weisen. Bosch sticht tatsächlich in ein Wespennest aus Korruption und Verschwörung, deren Nutznießer ihn erst heimlich und dann direkt in die Zange nehmen … – Band 20 der Harry-Bosch-Serie ist ein „Crossover“ mit Connellys Mickey-Haller-Reihe. Eindeutig im Vordergrund steht jedoch Bosch, der einmal mehr routiniert einen verwickelten Kriminalfall aufdröselt: nicht der beste Beitrag zur Serie, aber erneut lesenswert, weil spannend und mit vielen bissigen Kommentaren zum Thema US-„Law-&-Order“ gewürzt. Michael Connelly – Ehrensache (Harry Bosch 20) weiterlesen