Schlagwort-Archive: Der Hörverlag

Lester Powell – Die Dame mit den grauen Löckchen (Hörspiel)

Ein Detektiv zwischen Engel und Teufel

Dies ist der dritte Fall der legendären „Damen-Krimi“-Reihe aus den 1950er Jahren. Philip Odell, Privatschnüffler und ehemaliger Mitarbeiter des Secret Service und des FBI, sitzt im Büro, als es zaghaft an seine Tür klopft. Eine kleine ältere Dame schluchzt: „Meine Tochter ist verschwunden. Finden Sie sie!“ Und schon ist der weichherzige Odell in einen Fall verwickelt, der viel Aufregung, aber wenig Bares verspricht. Und wie immer hat seine scharfsinnige Freundin Heather bei einem Glas in der Mondscheinbar eine rettende Idee …

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Lester Powell – Die Dame im Nebel (Hörspiel)

Dieses Hörspiel bietet den ersten Fall in der legendären „Damen-Krimi“-Reihe aus den 1950er Jahren. Philip Odell, Privatschnüffler und ehemaliger Mitarbeiter des Secret Service, wird von der charmanten Heather McMara gebeten, den Tod ihres Bruders Ricky zu untersuchen. Der war zwar auch ihrer Meinung nach „ein Lump oder Schlimmeres“, an Selbstmord kann sie jedoch nicht glauben.

Bald schon bekommen Heather und Philip eine Ahnung davon, dass Ricky vielleicht nur der Strohmann in einem gefährlichen Netz aus Intrigen, Eifersucht und schmutzigen Geschäften war. Und auch für die beiden Ermittler wird der Fall immer bedrohlicher … (Verlagsinfo) Diese Lady-Krimi wurde verfilmt.

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Lester Powell – Die Dame ist blond (Hörspiel)

Wenn eine Romanfigur zum Leben erwacht

Dies ist der zweite Fall der legendären „Damen-Krimi“-Reihe aus den 1950er Jahren. Philip Odell, Privatschnüffler und ehemaliger Mitarbeiter des Secret Service, sucht mal wieder Arbeit …

„Junger Mann mit bewegtem Vorleben gesucht“ – klar, dass sich Odell auf diese Annonce meldet. Und prompt mit seiner Freundin Heather MacMara in einen neuen Fall verwickelt wird, der sich als reichlich turbulent herausstellt und Heather viel Anlass gibt, eifersüchtig zu werden.

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Meyer, Kai / Semprich, Katja / Seesko, Wolfgang – Drache und Diamant (Das Wolkenvolk 3): Das Hörspiel


Entscheidungsschlacht im Himmelsgebirge

China im Jahre 1761. Nie ist Nugua einem anderen Menschen begegnet. Sie wächst als Mädchen unter Drachen auf, bis die Drachen spurlos verschwinden. So beginnt sie ihre lange Suche in den Weiten Chinas. Sie begegnet unsterblichen Magiern, fliegenden Schwertkämpfern – und Niccolo, einem Jungen mit goldenen Augen. Auch eist auf den Spuren der Drachen unterwegs, doch nun auch auf der Spur der Magierin Mondkind. Er muss das Mädchen töten, um das Wolkenvolk und ganz China zu retten. Doch wie kann er gegen ein Mädchen kämpfen, das er mehr liebt als das Leben?

Die Geheimen Händler bringen Feiqing und Wisperwind in die Himmelsberge, dort treffen sie Niccolo, Nugua, Mondkind und die verschwundenen Drachen wieder. Doch das Gleichgewicht der Welt ist bereits unwiederbringlich aus den Fugen geraten. Die weisen Drachen beschützen das Herz der Berge, doch unter dem unheilvollen Einfluss des Aethers erwacht eine uralte, langst verschwunden geglaubte Kreatur: Pangu, der Urschöpfer der Welt. Haben die Menschen, Riesen und Drachen auch nur die geringste Chance gegen eine solche Macht?

Das Fantasy-Hörspiel wird vom Verlag ab 10 Jahren empfohlen.

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J. R. R. Tolkien – Der Hobbit (Lesung)

Der Bürger als Verbrecher und Großkapitalist

Bilbo Beutlin, der kleine Hobbit, macht sich auf den Weg zum Einsamen Berg, um den rechtmäßigen Schatz der Zwerge zurückzuholen, den der Drache Smaug gestohlen hat. Als er auf seiner Reise mit den Zwergen einen Ring findet und ihn arglos einsteckt, ahnt er nicht, welch wichtige Rolle dieser Zauberring einmal spielen wird – nämlich in der Fortsetzung „Der Herr der Ringe“. Und Gandalf ist fast immer mit von der Partie, als sich Bilbo vom ängstlichen Hobbit zum mutigen Meisterdieb mausert.

Der Autor

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[NEWS] Sophie Cousens – Unsere Zeit ist immer

An jedem Geburtstag läuft für Minnie alles schief – und ein Mann namens Quinn ist der Grund dafür. Beide wurden am Silvesterabend kurz nach Mitternacht im selben Londoner Krankenhaus geboren. Quinn kam eine Minute früher zur Welt und gewann fünfzigtausend Pfund, während Minnie leer ausging. (Verlagsinfo)

Ungekürzte Lesung, 11:46 Std.
Sprecherin: Elena Wilms
der Hörverlag

[NEWS] Stefan Günther – STAR WARS 5-Minuten-Geschichten

Stürze dich mit elf actiongeladenen »Star-Wars«-Geschichten in den Hyperraum: Jedi-Meister Yoda hat einen Lichtschwert-Showdown mit dem gefürchteten Count Dooku, Luke Skywalker und die Rebellen führen einen Kampf gegen die Zeit, um den Todesstern zu zerstören, und die tapfere Rey findet in dem Droiden BB-8 einen neuen Freund.
Das Hörbuch enthält 5-Minuten-Geschichten aus den Filmen Episode I bis VII – galaktische Abenteuer in Lichtgeschwindigkeit! (Verlagsinfo)

Ungekürzte Lesung mit Stefan Günther
1 CD, 1h 17min
der Hörverlag

[NEWS] Maria Nikolai – Töchter der Hoffnung

Meersburg, Ende 1917: Die junge Helena Lindner lebt mit ihrer Familie in einem wunderschönen, verwinkelten Palais am Ufer des Bodensees. Während der Erste Weltkrieg das Land ausblutet, reift in ihr der Traum, das Haus eines Tages zu einem Grandhotel auszubauen und über die Ortsgrenzen hinaus bekannt zu machen. Gemeinsam mit der launigen, aber liebenswürdigen Köchin Käthe kreiert sie die „Meersburger Schlosstorte“, nicht ahnend, dass diese bald zum Markenzeichen des Hauses werden soll – dem Zuckerbäckerpalais am See. Als mit dem Frieden neuer Glanz ins Hotel einzieht, begegnet Helena einem jungen russischen Maler, der für längere Zeit im Haus logiert. Als sich die beiden näherkommen, entdecken sie unerwartete Gemeinsamkeiten, die tief in ihre eigene Vergangenheit führen… (Verlagsinfo)

Ungekürzte Lesung
13:09 Std. Spieldauer
Sprecherin: Beate Himmelstoß
Der Hörverlag
audible

Hermann Hesse – Siddharta (Lesung)

Heute hängen Millionen Menschen der Religion des Buddhismus an. Sie glauben an die Lehre des Buddha, des Erleuchteten. Doch den Menschen, den man den Buddha nennt, hat es einmal wirklich gegeben: den Brahmanensohn Siddharta. Dies ist seine fiktive Lebensgeschichte.

Das Buch

Siddharta“ entstand in den Jahren nach Hesses Indienreise 1911, die vier Monate dauerte, und erschien erstmals im „Ulysses“-Jahr 1922. Es hatte bis 2005 eine weltweite Auflage von 2,5 Mio. Exemplaren in 42 Sprachen erreicht – eines der erfolgreichsten deutschen Bücher überhaupt. Das Hörbuch gibt das Buch komplett, also ungekürzt wieder.

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[NEWS] Fredrik Backman – Eine ganz dumme Idee

Neues vom Bestsellerautor von Ein Mann namens Ove.
Eine Kleinstadt in Schweden, kurz vor dem Jahreswechsel: An einem eher grauen Tag finden sich sieben Fremde zu einer Wohnungsbesichtigung zusammen. Sie alle sind irgendwie unzufrieden, sie alle wollen irgendwie einen Neuanfang wagen – doch was dann passiert, hat niemand kommen sehen. Denn wegen der furchtbar dummen Idee eines völlig ungeübten Bankräubers werden auf einmal alle Beteiligten zu Geiseln. Auch wenn davon niemand überraschter ist als der Geiselnehmer selbst.
Was folgt, sind aufregende Stunden, in denen am Ende diese eine dumme Idee und die Kraft menschlicher Nähe das Leben aller Beteiligter komplett verändert haben werden…
(Verlagsinfo)

Lesung: 11:35 Std.
Sprecher: Steffen Groth
der Hörverlag

[NEWS] Ursula Poznanski – Saeculum

Fünf Tage Leben wie im Mittelalter: im tiefsten Wald, ohne Handy, ohne Strom. So ein Live-Rollenspiel ist eigentlich nicht Bastians Ding. Seiner neuen Freundin Sandra zuliebe fährt der Medizinstudent dennoch mit. Über dem abgelegenen Waldstück, in dem das Abenteuer stattfindet, soll angeblich ein Fluch liegen. Als immer mehr unerklärliche Ereignisse geschehen, beginnt ein tödlicher Wettlauf gegen die Zeit. (Verlagsinfo)


Gekürzte Lesung mit Aleksandar Radenković
1 MP3-CD, 6h 3min
der Hörverlag

Henning Mankell – Die Pyramide

An der schwedischen Küste stürzt ein Sportflugzeug von Drogenkurieren ab. In dem ansonsten so idyllischen Städtchen Ystad, wo Kommissar Kurt Wallander tätig ist, explodiert wenig später das Haus zweier ehrbarer Schwestern. Und zu guter Letzt wird Wallanders Vater in Ägypten wegen Pyramidenbesteigung verhaftet. Unser Serienheld hatte es offenbar schon im Jahr 1989 nicht leicht in seinem Beruf.

_Der Autor_

Henning Mankell wurde 1948 in Schweden geboren. Heute verbringt der Schriftsteller, Drehbuchautor und Intendant die eine Jahreshälfte in Moçambique, wo er seit 1996 das |Teatro Avenida| in der Hauptstadt Maputo leitet. Die andere Jahreshälfte verbringt er in Schweden. Für sein vielseitiges Werk wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, so etwa mit dem |Deutschen Krimi-Preis| und mit dem |Deutschen Bücherpreis|.

„Die Pyramide“ erschien 2002 in dem Erzählband „Wallanders erster Fall“. Auch die anderen Erzählungen aus dem Storyband „Wallanders erster Fall“ sind im Hörbuch zu bekommen.

_Die Sprecher_

Kurt Wallander (KW) wird diesmal gesprochen von Heinz Kloss, der schon beinahe jugendlich klingt: Im Jahr 1989 ist Wallander erst Anfang Vierzig. Schon schon in dieser Anfangsphase seiner Laufbahn als Kommissar hat Wallander einen engen Assistenten: Martinsson. Er wird gesprochen von Thomas B. Hoffmann. KWs namenlosen Vater spricht Peter Groeger, seine Tochter Linda (die später in die Fußstapfen des Vaters tritt) Katrein Frenzel.

Das Hörspiel erarbeitete Dramaturg Moritz Wulf Lange von der Produktionsgesellschaft |STIL|, die schon „Der Mann, der lächte“ hervorgebracht hat (mit durchwachsenem Ergebnis). Regie, Musik, Schnitt und Ton erfolgten in Personalunion von Simon Bertling und Christian Hagitte.

_Handlung_

Am Anfang werden wir erstaunt Ohrenzeugen eines Flugzeugabsturzes an der Küste von Südschweden. Es ist ein Rätsel: Was machten die Piloten des Sportflugzeugs in dieser Gegend, und warum stürzte ihre Maschine ab?

Es folgen einleitende Musik und Ansage.

Kurt Wallander erzählt in der Ich-Form von seiner kürzlich zurückliegenden Scheidung von Mona, die mit seiner Tochter Linda nach Malmö gezogen ist. Im Verlauf der Handlung taucht Linda allerdings mehrmals frustiert von Monas Kontrollfanatismus bei ihrem Vater auf. KW hat jetzt die Krankenschwester Emma Lundin zur Freundin.

An der Absturzstelle des Flugzeugs in Mossby erfährt KW, dass es sehr tief geflogen sein muss, denn es war nicht auf dem Radarschirm aufgetaucht. Wahrscheinlich war es ein Drogenkurier, der seine Fracht abwarf. Auf dem Revier verhört KW vergeblich einen aalglatten Drogenhändler namens Holm, der Südschweden mit Heroin versorgt. Sein Haus liegt in der Nähe der Absturzstelle. Dort wurden starke Scheinwerfer bemerkt, die nun aber verschwunden sind: die Abwurfstelle?

Etwas mehr Erfolg hat Wallanders Order, in dem explodierten Haus der Schwestern Eberhardsson notfalls bis in den Keller zu graben. Heureka! Die Experten finden nicht nur die zwei verkohlten Leichen der Schwestern, sondern auch einen versteckten Safe, in dem sage und schreibe fünf Millionen schwedische Kronen deponiert sind. Diese enorme Summe haben die beiden sicher nicht mit ihrem Strickwarenladen verdient. Jemand hatte etwas gegen ihren Reichtum: Sie wurden per Genickschuss hingerichtet. War es Holm? Er ist untergetaucht.

Unterdessen fliegt Wallanders alter Vater nach Ägypten, um die Pyramiden von Gizeh zu besuchen. Diesen Vorsatz nimmt er ein wenig zu wörtlich, denn die Polizei buchtet ihn wegen verbotenen Besteigens der Cheops-Pyramide ein. Sie verlangen per Telegramm 10.000 Kronen Buße von KW, sonst muss sein Vater zwei Jahre lang in ägyptischen Gefängnissen schmachten. KW fliegt hin und überzeugt den Alten, dass der es zwei Jahre lang ohne Malen nicht im Knast aushalten würde. Auch KW bewundert die nachts angestrahlten Weltwunder.

Und dieser Anblick bringt ihn auf die zündende Idee: Wer konnte denn die starken Scheinwerfer besorgen, um dem Drogenkurierflugzeug die Abwurfstelle zu markieren?

_Mein Eindruck_

„Die Pyramide“ ist ein ziemlich geradliniger Kriminalfall und wäre schon relativ früh vorhersehbar, wenn nicht Wallanders Ermittlungen mit Episoden aus seinem Privatleben variiert würden. Und auf dieser Seite seines Lebens hat er ja sozusagen die „Erleuchtung“, um in dem festgefahrenen Fall die richtige, die wichtigste Frage zu finden. Denn die Pyramide ist auch der schematische Aufbau des Falles. KW hat drei Ecken des Falls, aber ihm fehlt sozusagen die Spitze der Pyramide, der gemeinsame Nenner, um die richtige Lösung zu finden.

Wallander teilt uns auch seine Erkenntnis mit, dass sein Abmühen in dem Polizeijob ebenfalls einer Pyramide gleichkommt. Er und seine Kollegen mühen sich an zahlreichen kriminalistischen Fronten ab, doch die Spitze der Pyramide erreichen sie in den seltensten Fällen. So auch in diesem Fall. Wer waren die Geldgeber und Drahtzieher der Drogengeschäfte in Südschweden? KW wird es nie herausfinden, es sei denn, ihm kommt Kommissar Zufall zu Hilfe.

Denn am Ende der Geschichte gibt es einen erbitterten Schusswechsel, in dem der Kommissar ins Kreuzfeuer gerät, und später einen toten Hauptzeugen. Dumm gelaufen, Herr Wallander.

|Die Sprecher|

Alle Sprecher klingen wie professionell ausgebildete Schauspieler. Yara Blümel beispielsweise war schon in dem Poe-Hörspiel „Die Maske des Roten Todes“ zu hören. Heinz Kloss spricht wie schon in „Der Mann, der lächelte“ unseren Lieblingskommissar. Allerdings klingt seine Stimme, wie gesagt, schon fast jugendlich. Sie hebt sich deutlich von der Stimme von Wallanders Mentor, dem alten Kommissar Rydberg (Peter Panhans), ab. Interessant fand ich den mit einem Akzent versehenen Ägypter Radwan, gesprochen von Marc Oliver Bögel.

|Geräusche & Musik|

Wie bereits angedeutet, gibt es zwei akustische Höhepunkte des Hörspiels: am Anfang und am Ende. Der Flugzeugabsturz klingt fast, als säße der Hörer selbst im Cockpit der Piloten. Keine Angst, hier stürzt keine Stuka mit lautem Geheul ab, sondern lediglich ein Sportflugzeug.

Das finale Feuergefecht schließlich findet auf Holms Bauernhof statt: Im Hintergrund bellt ständig ein Schäferhund, und Wallander stutzt, als das Bellen aufhört. Gerade noch rechtzeitig, denn schon in der nächsten Sekunde peitscht ein ziemlich realistisch klingender Schuss durch die hell erleuchtete Fensterscheibe, an der er eben noch stand. Man kommt sich vor wie im Wildesten Westen. Schade, dass diese CD keinen DD-5.1-Sound hat!

Die Musik von Bertling / Hagitte versteht es, auf wirkungsvolle Weise Spannung zu erzeugen und Bedrohung anzudeuten. Dies geht auch mit einfachen Mitteln, wie zu hören ist. Der Einsatz der Musik erfolgt niemals aufdringlich, sondern unterstützend.

_Unterm Strich_

Anders als in „Der Mann, der lächtelte“ sind diesmal keine Fehler in der akustischen Umsetzung festzustellen. Deshalb konnte ich das Hörspiel unbeschwert genießen: die geradlinige Kriminalhandlung um Drogenhandel wird durch mehrere Ereignisse in Wallanders Privatleben – vor allem die Verhaftung seines übereifrigen Vaters – variiert.

Interessant, dass die Erleuchtung, die Wallander zur Aufklärung des Falls verhilft, gerade aus dieser Nebenhandlung abgeleitet ist. Aber so arbeitet eben unser Gehirn manchmal: Per Assoziation kommen in unseren Träumen die seltsamsten und verblüffendsten Verbindungen zustande.

Im Mankellschen Werk nimmt diese Erzählung sicher nur einen Platz auf den unteren Rängen ein, doch sie gewährt uns einen Einblick in die Anfänge des Meisterkommissars. Für Einsteiger liefert sie genaue Profile zur Hauptfigur, seinem Vater und seiner Tochter – allesamt Figuren, die im späteren Werk laufend auftauchen.

Der Dramaturg, die Produktionsgesellschaft STIL sowie die Regisseure haben zusammen mit den professionellen SprecherInnen saubere Arbeit abgeliefert, so dass ihnen eine maximale Wertung meinerseits nicht vorenthalten werden kann.

|Umfang: 72 Minuten auf 1 CD|

Theorin, Johan – Öland (Hörspiel)

_Spätsommermord auf Öland_

An einem Spätsommertag des Jahres 1972 verschwindet Julias kleiner Sohn Jens im dichten Nebel der Insel Öland. 20 Jahre später erhält sie einen Anruf von ihrem Vater Gerlof: Es gebe ein neues Beweisstück und er bitte sie, nach Öland zurückzukehren und die Suche wieder aufzunehmen. Dort geht das Gerücht um, der unheilbringende Nils Kant sei der Mörder. Dabei war dieser dreifache Mörder schon 1962 unter die Erde gebracht worden. Oder geistert er immer noch über die weite Kalkebene von Öland?

_Der Autor_

Johan Theorin, geboren 1963 in Göteborg, verbringt den Sommer seit seiner Kindheit auf Öland. Die mythische Landschaft der Insel regte ihn zu seinem Roman „Öland“ (2007) an. Es ist der Auftakt zu einer Tetralogie, deren Teile sich jeweils einer Jahreszeit widmen – „Öland“ spielt im Herbst, „Nebelsturm“ (2008) im Winter, „Blutstein“ (deutsch 2011) im Frühling.

„Öland“ wurde als bestes Krimidebüt ausgezeichnet, „Nebelsturm“ mit dem Preis für den besten Kriminalroman des Jahres, verliehen von der Schwedischen Krimiakademie.

_Die Sprecher/Die Inszenierung_

|Die Rollen:|

Julia: Astrid Meyerfeldt
Gerlof, ihr Vater: Traugott Buhre
Martin Malm, Reeder: Götz Naleppa
Torsten: Klaus Herm
Ernst: Matthias Brenner
Sven: Martin Brauer
Jens, Julias Sohn: Anton Weniger
Nils Kant: Andreas Schmidt
Maja: Christine Oesterlein
Astrid: Ingeborg Medschinski
Lennart, Polizist: Götz Schubert
Gunnar, Immobilienhai: Udo Schenk

Das Hörspiel bearbeitete Andrea Czesienski. Regie führte Götz Naleppa, die Musik trug Werner Cee bei. Die Produktion erfolgte durch das Deutschlandradio Kultur 2009. Das Buch erschien im Piper Verlag.

_Handlung_

|Prolog, 1972|

Ein Junge spricht mit einem Mann, weil er sich auf der Hochebene von Öland verirrt hat: Es herrscht dichter Nebel. Der Mann beruhigt den Jungen, er kenne sich aus. Er nennt sich Nils Kant. Und er nimmt den Jungen mit. Auf Nimmerwiedersehen.

|Haupthandlung, 1992|

Die Alkoholikerin Julia Davidsson, die in Göteborg als Krankenschwester arbeitet, bekommt einen Anruf von ihrem Vater Gerlof, der immer noch auf Öland lebt, jetzt in einem Altersheim. Es geht um Julias verschwundenen Sohn Jens. Der wurde damals nicht gefunden. Aber jetzt gibt es eine neue Spur: Er hat Jens’ Sandalette in einem Päckchen erhalten, das aus einem der Hauptorte der Insel kam. Julia will kommen. Die Sache lässt ihr keine Ruhe, seit 20 Jahren.

Auf der Insel trifft sie Ernst Andersson, den Steinmetz, der am Steinbruch lebt. Sie steht vor ihrem verfallenen Sommerhäuschen. Hier kann sie nicht wohnen. Aber sie war seinerzeit immer gerne hier. Ernst vertraut ihr an, dass er mit Gerlof immer noch daran arbeite, die Zusammenhänge von damals auf die Reihe zu bekommen. Er lädt sie zu sich ein, seine Skulpturen anzusehen. Aber jetzt erwarte er einen Gast …

Im Altersheim will sie sofort die Sandale sehen. Ja, es ist eindeutig die von ihrem Sohn. Die Polizei sollen sie dann also in ihrem Labor untersuchen, meint Gerlof. Er gibt ihr Unterkunft im Bootshaus. Er hat schreckliche Schuldgefühle, weil er damals seinen Enkel unbeaufsichtigt ließ. Er muss den Fehler wiedergutmachen.

Der Steinmetz ist tot. Es muss ein Unfall gewesen sein, sagt Lennart Henriksson, der Polizist der Insel, der sich vor 20 Jahren ebenfalls an der Suche nach Jens beteiligt hat. Ernst Andersson wurde von seiner eigenen Statue erschlagen. Wirklich, fragt sich Gerlof. Aber nicht laut. Es war Ernst, der die Postkarten fand, die Nils Kant immer an seine Mutter Vera schrieb, als er in Südamerika lebte. Gerlof hat Nils im Verdacht, etwas mit Jens’ Tod zu tun gehabt zu haben. Aber der Ablauf stimmt nicht: 1972, als die Sund-Brücke eröffnet wurde und Jens verschwand, war Nils bereits zehn Jahre unter der Erde. Der Polizist Lennart hat ihn doch persönlich identifiziert, nicht wahr? Und doch …

Nils Kant schreibt 1946 an seine Mutter: Habe letztes Jahr zwei deutsche Deserteure erschossen, die vom Festland zur Insel geschwommen sind. Als einer die Hand in die Tasche steckte, schoss er. Notwehr, ganz klar. Aber der Deutsche wollte ihm lediglich seine Beute anbieten: Edelsteine und Gold, geraubt natürlich. Dabei brauchte Nils das Zeug gar nicht – er stammt aus der reichsten Familie auf der Insel. Dennoch wurde er dafür verfolgt. Den Kommissar Davidsson erschoss er dann auch noch. Musste fliehen, ab nach Südamerika, bis 1962.

Gerlof rät Julia, den ehemaligen Totengräber Torsten zu besuchen. Das mit Nils’ Beerdigung hatte alles seine Ordnung, jau, nur komisch, dass Nils’ Mutter Vera dabei lächelte. Julia fährt zu Lennart, um ihm Jens’ Sandale zur Untersuchung zu geben. Sie lernt einen ordentlichen, unverheirateten und freundlichen Mann kennen, der alleine lebt. Sie will Veras Haus besichtigen, die bei einem Unfall auf der Treppe abstürzte und starb. Seltsam, dass sie da schon völlig verarmt war. Wo ging all ihr Geld hin?

Unterdessen findet Gerlof heraus, dass das Päckchen von Martin Malm abgeschickt wurde, dem ehemaligen Reeder und reichsten Mann der Insel. Seit einem Schlaganfall sitzt Martin allerdings bewegungsunfähig in einem Rollstuhl und kann kaum sprechen. Was macht er nun mit all seinem Reichtum? Gerlof zeigt ihm ein Gruppenfoto: Martin neben August Kant und einem jungen Mann – wer könnte das wohl sein? Welchen Deal schloss Martin anno 1972 mit den Kants ab, der ihm das Überleben erlaubte, während alle anderen Frachtsegler, wie Gerlof, durch die neue Brücke bankrottgingen? Und wer fügte Martin die tiefe Narbe auf seiner Stirn zu?

Viele Fragen, die schmerzhafter Antworten harren. Gerlof ist fest entschlossen, sie zusammen mit Julia zu bekommen. Jens’ Tod darf nicht ungesühnt bleiben. Und die Verantwortlichen leben noch immer auf Öland …

_Mein Eindruck_

Die Absicht des Autors war es, den Krimi stark in die Nähe der Gespenstergeschichte zu rücken, und das Hörspiel versucht sein Bestes, dieser Intention gerecht zu werden: Nils Kant – ein Wiedergänger? Es hat ja schon verrücktere Stories gegeben. Nur dass das ganze Ambiente der Handlung in einem rauen, realistischen Rahmen platziert ist, der sturmumtosten, meerumspülten Insel Öland vor Schwedens Ostküste. Seit Wallander, Marklund und Larsson ist dieser realistische Ton Pflicht für Schwedenkrimis. Deshalb traut der Leser bzw. Hörer dem suggerierten Gespensterplot nicht so ganz: Es muss eine rationale Erklärung geben. Und es gibt sie, zur Erleichterung des Publikums. Die Erklärung allerdings wirkt um ein Haar tödlich. Das ist der Haken an der Wahrheit.

Gerlof und seine Tochter sind ja alles andere als ein gewieftes Ermittlerduo, ganz im Gegenteil. Eine einsame Alkoholikerin mit gebrochenem Herzen und ein alter gebrechlicher Mann aus dem Altersheim – wen sollen die denn schon aufstöbern, fragt man sich. Aber sie werden verzweifelt angetrieben von dem Wunsch, Aufklärung über das Schicksal von Jens zu erhalten und die Täter, sofern sie noch existieren, anzuklagen. Und sie kommen weit, viel weiter als erwartet.

Im Hörspiel muss der Hörer logische Sprünge vollziehen, um mit den Lücken in der Handlung zurechtzukommen. Das ist leichter als es klingt. Denn der nächste Schritt wird stets durch einen Verdacht oder einen Hinweis vorbereitet. So gelangt der hartnäckige Gerlof von A nach B und schließt zu dem Mann, der ihn umbringen will. Ein unscheinbarer Mensch, ein freundlich daherredender Bursche, der einen gerne ein Stück des Wegs nach Hause bringen möchte – und dann unerwartet vom Weg abweicht …

Die zweite Ebene der Handlung betrifft natürlich die drei Ebenen der Vergangenheit: die Zeit vor 1962/63, dann das Jahr 1962/63 und schließlich 1972. Der Leser muss diese Ebenen, die laufend vermischt werden, auseinanderhalten und die Informationen entsprechend zuordnen, um ein Bild der Ereignisse in der Vorgeschichte zu erhalten, das stimmig ist. Schlauerweise fehlen die entscheidenden Puzzleteilchen jedoch bis zum Schluss. Für Gerolf bedeuten sie fast den Tod.

Und wer ist dieser Nils Kant überhaupt, der in den Köpfen herumgeistert? Aus den Postkarten erhalten wir Andeutungen, in was er verwickelt war. Er ist nicht nur einmal der Auslöser tragischer Ereignisse, sondern mindestens zweimal: 1945 und 1972. So beschwört er seine eigene Nemesis herauf. Und was 1972 vertuscht worden ist, findet noch 20 Jahre später die gerechte Strafe.

Der Autor legt hier ein optimistisches Weltbild an den Tag, in dem Gerechtigkeit möglich ist. Ja, sogar Wahrheit und Sühne. Nötig zur Erlangung dieser Ideale sind offenbar Mut, Unerschrockenheit und sicher auch ein gewisses Maß an Verzweiflung in Gerolf und Julia. Aber auch Kommissar Zufall spielt eine gewisse Rolle, andernorts auch „Glück“ genannt. Mehr darf hier nicht verraten werden, aber es wirkt schon ein wenig aufgesetzt, was mit Nils Kants Kriegsbeute geschehen ist.

_Die Sprecher/Die Inszenierung_

Zunächst ist es für den mit der schwedischen Aussprache etwas gewöhnungsbedürftig, wenn hier einer „jülja“ (Julia) und einem „järluf“ (Gerlof) die Rede ist. Dafür klingen Namen wie Ernst, Astrid, Torsten, Jens und Nils für unsere Ohren doch sehr vertraut.

|Die Sprecher|

Die zentrale Rolle spricht Traugott Buhre. Der 2009 im Alter von 80 Jahren gestorbene Schauspieler war „einer der großen Charakterdarsteller des deutschsprachigen Theaters“. Da hat das Booklet völlig recht. Außer an den großen Bühnen wie Wien oder Hamburg trat er auch in „Derrick“- und „Tatort“-Krimis auf. In „Öland“ trägt er Gerlof die Ermittlung der Davidssons in das Auge des Sturms und riskiert dafür ohne weiteres das eigene Leben. Buhre klingt dabei nicht rachsüchtig, sondern wie ein rücksichtsloser Wahrheitssucher. Doch Gerlof ist ja kein junger Springinsfeld, sondern an die 70 Jahre alt. Der Drahtzieher hinter Jens’ Verschwinden hätte theoretisch leichtes Spiel mit ihm. Das macht das Finale so packend.

Julia, gesprochen von Astrid Meyerfeldt, ist eine gebrochene Frau, hängt an der Flasche und ist einsam. Aber von ihrem Vater hat sie den Durst nach der Wahrheit geerbt. Sie fällt auf den Polizisten Lennart Henriksson herein und gerät so in Gefahr.

Die dritte Hauptfigur, die hier preisgegeben werden kann, ist ohne Zweifel der unheilvolle Geist von Öland, Nils Kant. Andreas Schmidt spricht ihn, in den Postkarten-Zitaten voll Liebe für seine Mutter Vera, dann in den Rückblenden mit zunehmender Emotionalität, denn Nils ist nicht nur frustriert, sondern auch in Lebensgefahr.

Dass Regisseur Naleppa eine Rolle innehat, hat nichts zu bedeuten: Sein Martin Malm ist praktisch sprechunfähig.

|Geräusche|

Durch verschiedene Effekte versucht die Inszenierung den Eindruck zu erwecken, die Handlung spiele auf einer windumtosten, meerumspülten Insel. Das ist für die Dramaturgie wichtig, denn es lässt die Entwicklung der Ereignisse unentrinnbar erscheinen: eine kleine Bühne, auf der sich ein Drama um Leben und Tod abspielt.

Der Sound der Wellen, die an den Strand rauschen, klingt echt, aber mit dem Wind hapert es doch gewaltig. Ich war in den Universal Studios und weiß, wie ein künstliches Windgeräusch erzeugt wird – mit einem gerät, das ich selbst kurbeln durfte. Genauso handgemacht klingen die Windgeräusche. Zumindest an einer Stelle.

Realistischer wirken da schon mechanische Geräusche, wie etwa von einem Automotor oder von einem Helikopter sowie von einer Schusswaffe. An einer Stelle schlagen Autotüren zu, so dass es klingt wie Schüsse; das ist entweder keine besonders gelungene Überschneidung oder eine völlig beabsichtigte …

|Musik|

So etwas wie melodische Musik im üblichen Sinn ist hier nicht zu finden. Vielmehr erzeugt Komponist Cee eine „Wall of Sound“, die eine bestimmte Stimmung erzeugt – meist eine bedrohliche oder mystische. Sie hält den Krimi stets im Bereich der Gespenstergeschichte. Nur im Intro ist eine klagende Frauenstimme wie in einer Kantilene zu hören. Im Outro ist nur jene Wall of Sound zu hören und der ewige Wind.

|Booklet|

Das vierseitige Booklet liefert Infos zum Autor, den Sprechrollen, den Mitwirkenden sowie die Credits.

_Unterm Strich_

Die Handlung des Krimis ist selbst noch in der stark verdichteten und reduzierten Form als Hörspiel noch packend und anrührend. Die Auflösung des Rätsels wird den Leser auf jeden Fall schocken, das garantiere ich.

In der Originalform als Buch spielen sicher die menschlich-sozialen Hintergründe und die Landschaft eine viel stärkere Rolle. Wer sich für Öland interessiert, sollte deshalb unbedingt zum Buch greifen. Auch im Hinblick auf die drei Fortsetzungen, die der Autor entweder bereits publiziert hat oder noch veröffentlicht (siehe oben).

|Das Hörspiel|

Mit bescheidenen Mittel und in der kurzen Zeitspanne von rund 60 Minuten eine solch komplexe, über vier Zeitebenen verteilte Geschichte umzusetzen, ist schon eine ungewöhnliche Leistung. Dabei bleibt die Handlung durchweg verständlich, sofern man ein wenig Erfahrung mit Schwedenkrimis hat. Gewöhnungsbedürftig ist allerdings die korrekte Aussprache der Namen, aber auch die eingeschobenen Postkarten-Zitate von Nils Kant. Nicht so begeistert war ich von der Musik und den Geräuschen. Alles in allem bekommt man für rund 13 Euronen ein spannendes und bewegendes Hörspiel, das aber gebraucht sicherlich noch billiger zu erstehen ist. Ich empfehle dennoch die Buchform.

|Audio-CD mit 67 Minuten Spieldauer
Originaltitel: Skumtimmen (2007)
Aus dem Schwedischen übersetzt von Kerstin Schöps
ISBN-13: 978-3-86717-648-4|

_Johan Theorin bei |Buchwurm.info|:_
[„Öland“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4855

[NEWS] Rosa Schwarz – Ostwind – Spuren im Wald: Ostwind Abenteuerreihe 2

Eine Rinderherde bricht in Panik aus, neben dem Waldweg liegt ein verletztes Reh … die Menschen rund um Gut Kaltenbach sind in Aufregung: Kann es sein, dass ein Wolf umherstreift? Mika lässt sich von der Hysterie nicht anstecken. Doch dann will ihre Oma den freiheitsliebenden Ostwind von seiner Koppel in den engen Stall holen. Mika beschließt, dem rätselhaften Unwesen auf den Grund zu gehen … (Verlagsinfo)

Ungekürzte Lesung auf 3 CDs
Spieldauer: ca. 3:40 Std.
Sprecherin: Rubina Nath
der Hörverlag

Douglas Adams – Per Anhalter ins All (Hörspiel)

_Die Antwort lautet „42“_

Dieses Hörbuch bietet die Handlung der ersten zwei Romane [„Per Anhalter durch die Galaxis“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1491 und „Das Restaurant am Ende des Universums“. Das sind nach allgemeiner Ansicht sowieso die besten Teile der fünfteiligen Trilogie.

_Der Autor_

„Douglas Adams hasste das Schreiben“, wie uns sein Freund Ken Follett verriet. Dennoch wurde er ausgerechnet mit den fünf Romanen seiner Anhalter-Trilogie weltbekannter Kultautor. Aus der Trilogie wurden nicht nur die anfänglichen BBC-Hörspiele von anno 1978, sondern auch Schallplatten, Filme und Handtücher (die Kausalität ist wie immer arbiträr und rein zufällig).

Er starb viel zu früh im Jahr 2001 vor der Fertigstellung eines neuen Romans, der posthum in dem Sammelband „Lachs im Zweifel“ (|Heyne|) abgedruckt wurde.

_Die Sprecher & die Produktion_

Das Hörspiel wurde 1981/82 von mehreren Rundfunksendern produziert, darunter BR, SDR und WDR. Die Musik und Geräusche steuerte Frank Duval bei.

Wenigstens die Sprecher sind vom Feinsten: Dieter Borsche und Bernhard Minetti traten schon in den 40ern und 50ern vor die Kamera und natürlich auf der Bühne auf. Minetti spricht den Wal, der auf Magrathea abstürzt. Borsche spricht die Rolle des Planetendesigners Slartibartfass, der besonders auf die Fjorde Norwegens stolz ist. Denn natürlich hat er auch die Erde entworfen.

Als Erzähler fungiert Rolf Boysen, der am bekanntesten in seiner TV-Rolle als General Wallenstein wurde. Den obercoolen Playboy Zaphod Beeblebrox mit den zwei Köpfen und drei Armen spricht Klaus Löwitsch, der im TV stets entweder Kriminaler und Kriminelle spielen musste.

Am Anfang wunderte ich mich darüber, dass der Sound so leise ist. Diese Lautstärke ist leider durchgehend festzustellen. Abhilfe: Bässe aufddrehen und pump up the volume!

_Handlung_

Arthur Dent, bis dato unbescholtener Erdenbürger, hat einen echt miesen Tag, der damit beginnt, dass ein besessener Bulldozerführer sein Haus abreißen will. Es soll im Auftrag der Stadt und der Baufirma, die einer Adligen gehört, einer lukrativen Umgehungsstraße weichen. Arthur entschließt sich zur Liegeblockade.

Bis sein beinahe bester Freund mit dem seltsamen Namen Ford Prefect (ein prefect ist an einer englischen Schule so etwas wie ein Klassensprecher) vorbeischaut, der in Wahrheit von einem Planeten in der Nähe des Sterns Beteigeuze stammt. Ford lädt Arthur zu einem Bierchen ein, solange noch Zeit sei, denn schließlich gehe in 10 Minuten und 25 Sekunden die Welt unter. Das passiert dann auch: Eine Vogon-Bauflotte sprengt die Erde, um einer Hyperraum-Umgehungsstraße Platz zu schaffen.

Zum Glück werden sie per Anhalter mitgenommen. Die Bauarbeiter der Vogonen, die Dentrassi, haben sie in ihr Schlafquartier eingelassen. Hier outet sich Ford als Redakteur eines intergalaktischen Reiseführers, dessen Vorderseite die Buchstaben „KEINE PANIK“ schmücken. Ein so genannter „Babelfisch“ versetzt die beiden in die Lage, mit anderen Wesen zu kommunizieren.

Natürlich will der Käptn der Vogonen sie sofort wieder über Bord werfen lassen, doch zuvor lässt er sie noch die schrecklichen Gedichte, die er zu schreiben beliebt, hören (sie sind im 2. Booklet abgedruckt). Arthur und Ford winden sich in Qualen. Dabei ist die Vogon-Lyrik nur die drittschlechteste im Universum.

Kaum aus der Luftschleuse hinausgestoßen, tritt der unwahrscheinlichste aller Fälle ein: Sie werden von einem anderen Raumschiff aufgegabelt, das gerade des Weges fliegt: Die „Herz aus Gold“ ist mit dem unendlichen Unwahrscheinlichkeits-Drive ausgestattet, was die Rettung ermöglichte. Sie wurde von Zaphod Beeblebrox geklaut, einem zweiköpfigen Playboy, dessen Stimme fast stests von einem Echo begleitet ist, was recht sonderbar klingt.

In seiner Begleitung befinden sich Eddie der föhliche Computer, Marvin der paranoide Androide bzw. melancholische Roboter sowie die Londoner Astrophysikerin Trillian. Trillian heißt eigentlich Tricia Macmillan und ist ein Mädchen, das Arthur mal auf einer Party im Londoner Stadtteil Islington kennen gelernt hatte. Sie mag weiße Mäuse lieber als Spinnen, ist aber ansonsten sehr intelligent.

Zaphod ist ein Tunichtgut – er erfand den Pangalaktischen Donnergurgler – und Schatzjäger. Daher landen alle auf der seit fünf Millionen Jahren verlassenen Welt Magrathea, die einst die Heimat von Planetendesignern war, als noch Bedarf an Luxusplaneten bestand. Die Erde ist einer davon. Allerdings erweist sich auch, dass man Anrufbeantworter-Botschaften, selbst wenn sie aus dem Subäther kommen, nicht ignorieren sollte, wenn sie auf eine mögliche Gefahr hindeuten: Die „Herz aus Gold“ wird von Atomraketen anvisiert …

_Mein Eindruck_

Douglas Adams spielte gerne Theater und mit der Sprache. Da gab es schon mal den einen oder anderen Berührungspunkt mit der Truppe von „Monty Python“. Die Vorliebe für Absurditäten und satirisch-bissigen Humor teilt er mit Cleese & Co., tendierte aber mehr Richtung Hörspiel und Buch statt Film & Fernsehen.

In seiner fünfteiligen Anhalter-Trilogie nahm er eine ganze Menge Dinge auf die Schippe, wobei der Produktionsprozess ziemlich chaotisch gewesen sein muss, denn alles fand unter höchstem Zeitdruck statt (wie fast alles bei Adams, wie die Romanschlüsse belegen). In der frei beweglichen Form einer Science-Fiction-Satire jedenfalls fand Adams die optimal geeignete Literaturform, um alle möglichen lieb gewonnenen Philosophien, Moralvorstellungen, Theorien usw. zu hinterfragen. Er konnte seine Figuren kreuz und quer durch Raum und Zeit schicken, ohne dass man ihn wegen mangelnden (oder übermäßigen) Realismus‘ verklagen konnte.

Was mir immer am besten an den Büchern gefallen hat, ist einerseits die Umkehrung vermeintlich fest gefügter Vorstellungen, dann wieder umwerfende Vergleiche, schließlich dann die überbordende Fülle an erfundenen Wesen. Philosophierende Wale, experimentierende Mäuse, lebendig werdende Pilotensessel, qietschvergnügte Computer (Eddie), melancholische Androiden (Marvin) – und natürlich Miliways, das Restaurant am (räumlichen? zeitlichen?) Ende des Universums.

Kein Wunder, dass die Romane die Vorlagen für Unmengen noch heute gebräuchlicher Redensarten lieferten: „Die Antwort ist 42.“ Wenn das die Antwort [auf das Leben, das Universum und alles andere] ist, wie lautet dann die Frage? „Deep Thought“ stammt zwar von Adams, gibt’s aber auch von IBM („Deep Blue“).

Die Wirkung der Bücher geht daher weniger von der mangelnden Spannung aus (es gibt kaum Spannungsbögen), sondern vielmehr von der Faszination durch die Überraschungen und Wendungen aus – etwa so, als ob man ein großes Geschenkpaket mit Ideen öffnen würde.

|Sprecher & Inszenierung|

Laserschüsse hallen durch den Korridor, wo ein Computer, hinter dem sich unsere Helden verschanzt haben, unheimliche Töne von sich gibt. Sie deuten an, dass er gleich in die Luft fliegen wird. Das alles ist natürlich nicht ganz einfach akustisch umzusetzen, aber der Soundlieferant – Duval? Der Sender? – schafft das durchaus zufrieden stellend. Allerdings klingt das noch wie die erste Kinoversion von „Krieg der Sterne“ aus dem Jahr 1977. Will heißen: für uns Heutige doch schon recht altbacken und spielzeugmäßig. Nur selten passen Soundkulisse und Ambiente gut zusammen, so etwa die Zigeunergeigen im „Milliways“. Aber mit dieser Meinung stehe ich möglicherweise allein auf weiter Flur. Über die „Musik“ von Frank Duval schweige ich lieber: ein Produkt ihrer Zeit, klingt sie absolut veraltet.

Bei den Sprechern erfreut die Professionalität der jungen Garde – die der alten sowieso, aber es fällt doch auf, wie viele alte Sprecher aufgeboten werden: Borsche, Boysen, Minetti (der Nestor des deutschsprachigen Theaters). Am besten gefiel mir noch der ultracoole Klaus Löwitsch, besonders dann, wenn er schon ein wenig angesäuselt klingt (was ihm nicht schwer gefallen sein kann, Friede seiner Asche).

Daneben treten wahnsinnig viele Nebenfiguren auf, die gar nicht in den Credits aufgeführt werden. So etwa die weißen Mäuse Benny und Frankie, die unsere Helden nach dem Untergang der Erde und mit dem Ende des somit abrupt beendeten 10-Millionen-Jahre-Experiments der Mäuse mit dem Auftrag losschicken, die Frage auf die Antwort „42“ zu finden. Und natürlich „Deep Thought“ und viele andere.

_Unterm Strich_

Mein Eindruck von diesem beinahe bekanntesten aller Hörspiele ist also durchaus gespalten. Die Adams-Komponente ist witzig und einfallsreich, doch die Umsetzung ist je nach Geschmack entweder ein Kuriosum oder eine Katastrophe. Am besten ist derjenige dran, der dieses Hörspiel zum ersten Mal hört und noch nie etwas von Douglas Adams gelesen hat. Aber über die Musik wundert sich derjenige dann doch ein wenig …

|Literatur-Hinweis|

Wer mehr über den echten und wahren (ja, den gab es) Douglas Adams erfahren möchte, sollte unbedingt Neil Gaimans Biografie etc. lesen, die den ungemein beruhigenden Titel [„Keine Panik!“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1363 trägt und ebenfalls wie die Adams-Trilogie im |Heyne|-Verlag erschienen ist.

|291 Minuten auf 6 CDs|

[NEWS] Andreas Gruber – Rache-Box. Die ersten drei Fälle für Pulaski und Meyers: Rachesommer – Racheherbst – Rachewinter

Rache ist süß? Rache ist vor allem spannend! Das beweist Andreas Gruber mit seiner Reihe um den zynischen Leipziger Kommissar Walter Pulaski und die engagierte Wiener Anwältin Evelyn Meyers. Gemeinsam begeben sich die beiden auf Serienmörderjagd quer durch Deutschland und Österreich. In dieser Box befinden sich die ersten drei Fälle des beliebten Ermittler-Duos. (Verlagsinfo)

5 CDs, Laufzeit ca. 39 Std.
Ungekürzte Lesung mit Achim Buch
der Hörverlag

Isabel Allende – Im Reich des goldenen Drachen (Lesung)

Spannendes Mystik-Abenteuer im Himalaya

Dieses Buch ist das zweite Abenteuer von Alex und Nadia. Isabel Allende mischt wie schon in „Die Stadt der wilden Götter“ Realität und magisch-mystische bzw. mythische Elemente. Dazu die Autorin: „Das Leben ist voller Geheimnisse. Und das Ziel von Literatur ist es, Geheimnisse zu ergründen. Wenn du Träumen, Visionen und Vorahnungen in deinem alltäglichen Leben und deiner schriftstellerischen Arbeit Raum lässt, scheint sich die Realität zu erweitern.“

Das Jugendbuch ist ab 12 Jahren geeignet, das Hörbuch ist 598 Minuten lang, also fast 10 Stunden. Hörproben und Infos gibt es unter www.hoerverlag.de.

Die Autorin

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Isabel Allende – Die Stadt der wilden Götter (Lesung)

In ihrem ersten Jugendbuch nimmt die Bestsellerautorin den Leser mit auf die Reise ins Innere des brasilianischen Dschungels, zu Menschenwesen, die noch nie Stahl, Waffen oder weiße Haut gesehen haben. Für die beiden Kinder in der Expedition wird dies eine Reise des Wachsens und der Verwandlung.

Das Hörbuch bietet laut Verlag die vollständige Lesung ohne jedwede Kürzung.

_Die Autorin_

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Lewis Carroll / Oliver Sturm – Die Jagd nach dem Schnatz (Hörspiel)

Sinnlich-hintersinnige Nonsens-Sch(n)atzsuche

Neun Männer und ein Biber landen auf einer Insel, um dort den sagenhaften Schnatz zu jagen. Doch was ist dieses Fabelwesen? Einen Schnatz zu erkennen, ist gar nicht so einfach – und ihn zu fangen noch viel schwieriger! Weit und breit taucht kein Harry Schotter® auf, um den Schnatzjägern einen hilfreichen Hinweis zu geben. Doch der furchtlose Captain ist ein Meister darin, seine Mannen zu motivieren, und so gelingt dem Bäcker, was keiner mehr für möglich gehalten hätte. Leider ist er gleich darauf auf Nimmerwiedersehen verschwunden.

Das Hörspiel ist für Kinder ab 7 Jahren geeignet, gibt der Verlag an.

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Thomas A. Barron – Merlin – Wie alles begann (Hörbuch)

„Merlin – Wie alles begann“ ist der erste Teil einer erfolgreichen Saga um die Jugend des legendären Zauberers: Sie erzählt von jener Zeit, als Merlin noch nicht der berühmteste aller Magier war, noch nicht der weise Lehrmeister des jungen Königs Artus, sondern ein Kind, dessen Mutter seine Herkunft mit einem geheimnisvollen Schweigen umgibt. Klar, dass er seine Wurzeln erkunden muss. Denn das bedeutet, die Quelle seiner Fähigkeiten zu ergründen.

Der Autor

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