Jojo Moyes – Mein Herz in zwei Welten

Endlich ist Louisa Clark zurück! Nachdem sie im ersten Band der Reihe („Ein ganzes halbes Jahr“) ihre große Liebe Will Traynor kennengelernt und auch wieder verloren hat, war sie im zweiten Band („Ein ganz neues Leben“) damit beschäftigt, wieder auf die Beine zu kommen und schlicht zu überleben und den Verlust zu verkraften. Nun begleiten wir Lou ein drittes Mal, und zwar in ein völlig neues Leben. Im vorigen Band hat sie sich neu verliebt und eine neue Arbeitsstelle angeboten bekommen – in Manhattan. Und diese tritt sie in „Mein Herz in zwei Welten“ nun an. Sie wird die persönliche Assistentin von Agnes Gopnik – der jungen Gattin eines schwerreichen Geschäftsmanns. Der Einstand in New York und auch im Leben der Millionäre ist schwer, und doch fühlt Lou sich schnell wohl. Sie hat das Gefühl, dass Agnes sogar zu einer Freundin wird.

Bei einem Event lernt sie Josh kennen, der Will Traynor verblüffend ähnlich sieht. Als ihr Freund Sam sie in New York besuchen kommt und leider aufgrund einer Lebensmittelvergiftung das ganze Wochenende über nicht aus dem Badezimmer herauskommt, hat die junge Liebe einen schweren Knacks bekommen. Die darauffolgende Trennung und ein Missverständnis wegen Josh erschüttern das Vertrauen schwer. Und dann betritt eine weitere Person den „Ring“ und wirbelt die Liebe zwischen Lou und Sam gehörig durcheinander.

Aber auch im Job läuft es nicht so gut, denn Lou entdeckt Agnes Geheimnis und muss für ihre Treue der vermeintlichen Freundin gegenüber bitter bezahlen. Bald darauf steht sie auf der Straße und ist in New York ganz allein…

Über den Teich

Das neue Buch von Jojo Moyes ist geprägt vom Neuanfang. Lou hat sich wieder gefangen, aber ist immer noch nicht gefestigt. In New York baut sie sich ein neues Leben auf. Auch das fällt ihr anfangs nicht leicht, doch mit den Wochen lebt sie sich ein und baut eine Beziehung zu ihrer Chefin auf. Aber natürlich läuft es bei Jojo Moyes alles nicht so leicht, denn die Wege der Liebe sind bei ihr niemals geradlinig, und so auch hier. Als Lou meint, mitten im neuen New Yorker Leben zu stehen, bricht alles wieder zusammen und sie steht vor dem nichts. Hier leidet man wie immer mit Lou mit und vergießt beim Lesen vielleicht sogar die eine oder andere Träne. Doch so mutlos wie im letzten Band ist Lou nicht – stattdessen nimmt sie ihr Leben tatkräftig wieder in die Hand.

Jojo Moyes‘ Bücher leben von ihren Charakteren – Menschen mit Ecken und Kanten, die nicht wirklich in starre Muster passen. So auch hier. Louisa Clark kennen wir ja schon hinlänglich, und auch im neuen Buch bleibt sie sich und ihrem ungewöhnlichen Stil – mit einigen wenigen Ausnahmen – treu. Ihre Chefin ist polnische Einwanderin, die als Masseurin gearbeitet und dabei ihren jetzigen Ehemann kennen gelernt hat. Auf den ersten Blick wirkt sie wie eine Frau, die sich auf Teufel komm raus ihren Millionär angeln wollte. Doch Agnes ist anders. Sie liebt ihren Mann wirklich und hat viel für ihn aufgegeben. Zudem muss sie in Kauf nehmen, dass sie bei allen gesellschaftlichen Anlässen – und davon gibt es mehr als genug – stets geschnitten und beleidigt wird.

Besonders interessant ist aber Mrs. De Witt, die kauzige Nachbarin mit dem ollen Mops, den sie über alles liebt. Sie scheint nur auf Streit aus. Sobald Agnes Klavier übt, klingelt die Nachbarin und beschwert sich über den Lärm und wenn sie einem im Flur begegnet, hat sie eigentlich immer einen gehässigen Spruch auf den Lippen. Aber auch hier steckt viel mehr hinter der Fassade, wie sich im Laufe des Buches noch zeigen wird.

Liebeskarussell

Im Mittelpunkt steht aber natürlich Lou, die in diesem Buch von ihrem Freund Sam getrennt lebt, weil er weiterhin in England arbeitet, während sie in New York ihr Glück versucht. Die Trennung fällt den beiden schwerer als gedacht, und obwohl sie beide eigentlich nicht eifersüchtig sind, merken sie, wie die Distanz die Eifersucht doch aufleben lässt. Insbesondere als Josh und Sams neue Kollegin auftreten und sich mehr oder weniger intensiv in die Beziehung einmischen wollen. Das Liebeskarussell dreht sich in diesem Buch wieder recht schnell und bleibt am Ende an einer Stelle stehen, die ich persönlich mir gewünscht habe.

„Mein Herz in zwei Welten“ wird alle Fans von Jojo Moyes wieder vollauf zufrieden stellen. Ich habe das Buch an nur wenigen Tagen verschlungen und hoffe sehr, dass es bald eine Fortsetzung geben wird, die weiteren Einblick in Lous Leben gewährt, denn inzwischen ist sie fast schon zu einer Freundin geworden, von der man sich nur ungern verabschiedet.

Gebundene Ausgabe: 592 Seiten
ISBN-13: 978-3785725450
www.rowohlt.de/verlage/wunderlich

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