Schlagwort-Archive: Ullstein

Lars Schütz – Rache, auf ewig

Inhalt

Ein Mann wird in einem Gewächshaus festgehalten. Unter ihm wächst der Bambus, Zentimeter für Zentimeter. Bis ihn die spitzen Sprossen stechen. Bis sie ihn durchbohren. Bis sie ihn qualvoll töten.
Profiler Jan Grall und Rabea Wyler haben schon viele verstörende Fälle bearbeitet, doch was sie an diesem Tatort vorfinden, treibt sie an ihre Grenzen. Ein albtraumhaftes Spiel gegen die Zeit beginnt, denn „der Erlöser“, wie der Täter sich nennt, wird nicht ruhen, bis seine Rache vollkommen ist. (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Was haben ein Regenwald-Zerstörer, ein Mineralölkonzern-Chef, eine Großwildjägerin und Wustbaron gemeinsam? Sie verdienen es, die eigene bittere Medizin zu schmecken – das findet jedenfalls Der Erlöser

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Nele Neuhaus – Zeiten des Sturms (Sheridan-Grant-Reihe Teil 3)

Worum gehts?

Sheridan Grant muss nach der Rückkehr zur Willow Creek Farm feststellen, dass es dort keinen Platz mehr für sie gibt. Sie entschließt sich endgültig, alle Brücken hinter sich abzureißen und irgendwo ein neues Leben zu beginnen.
Sie lernt Paul Sutton kennen und lieben. Der Arzt trägt sie auf Händen und liest ihr jeden Wunsch von den Augen. Sie beschließen ihre Liebe vor Gott unter Beweis zu stellen. Doch plötzlich, kurz vor der Hochzeit, bekommt Sheridan plötzlich Zweifel. Ihr wird auf einmal alles zu eng und bricht erneut aus ihrem neugewonnen Leben aus und kehrt nochmals zurück nach Nebraska.

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Nele Neuhaus – Straße nach Nirgendwo (Sheridan-Grant-Reihe Band 2)

Worum gehts?

Ein heftiger Familienstreit schlägt die 17-jährige Sheridan Grant in die Flucht. Sie möchte nicht länger auf der Willow Creek Farm bei ihrer Adoptivfamilie leben. Sie beschließt nach New York zu reisen und dort als Sängerin durchzustarten. Der Weg dorthin ist jedoch alles andere einfach. Ein blutiger Amoklauf mit tödlichem Ausgang ihres Bruders sorgt für eine Menge Pressewirbel um Sheridan. Sie wird beschuldigt für diese Bluttat hauptverantwortlich zu sein.

Währenddessen gelangt es Detective Jordan Blystone ein jahrzehntelang verschwiegenes, folgenschweres Familiengeheimnis zu lüften und bringt Sheridans intrigante Adoptivmutter Rachel dadurch vor Gericht. Sheridan muss eine schwere Entscheidung treffen. Entflieht sie ein für alle Mal und endgültig ihrer dunklen Vergangenheit oder gibt sie der Sehnsucht nach ihrer Heimat nach?

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Nele Neuhaus – Sommer der Wahrheit (Sheridan-Grant-Reihe Teil 1)

Worum gehts?

Nebraska, im mittleren Westen Amerikas, Anfang der Neunzigerjahre: Die Fünfzehnjährige Sheridan Grant lebt mit ihrer Adoptivfamilie auf einer Farm. Weit und breit gibt es nichts als Maisfelder. Die musikalisch sehr begabte Sheridan leider sehr unter der strengen Hand ihrer Stiefmutter Rachel. Nach dem Unterricht trägt Rachel ihr zahlreiche Arbeiten auf dem Hof und im Haus aus, so dass Sheridan kaum freie Zeit hat.

Gott sei Dank gibt es noch andere Menschen in der Nähe der Farm, die ihr gut zugetan sind und so sogar umwerben. Doch dann geschieht eines Herbstabends etwas Schreckliches und Sheridan wird von da an bewusst, wer es wirklich ernst mit ihr meint.

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Cajus Bekker – Verdammte See. Ein Kriegstagebuch der deutschen Marine

Tragödien und Possenspiele

In diesem »Kriegstagebuch der deutschen Marine«, das 1971 viele Monate lang an der Spitze der Bestsellerlisten stand, werden die Höhepunkte des Marine-Kampfes im Zweiten Weltkrieg geschildert. Dabei stützt der Autor sich auf die amtlichen Kriegstagebücher, von denen viele erst in jüngerer Zeit an deutsche Stellen zurückgegeben wurden… (Verlagsinfo)

Der Autor

Cajus Bekker (* 12. August 1924 in Düsseldorf; † 10. März 1975; eigentlich Hans Dieter Berenbrok) war ein deutscher Journalist und Marine-Schriftsteller. (Quelle: Wikipedia.de)

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Régine Deforges – Die Reisende

Das Leben in vollen Zügen: Erotische Phantasien einer Reisenden

Eine Frau auf Reisen – allein, in einem Zug, einer Wartehalle oder in einem Bahnhofscafé. Sie beobachtet das Geschehen um sich herum, ihre Gedanken schweifen ab… Sind ihre erotischen Begegnungen Traum oder Realität? Hat der attraktive dunkelhäutige Mann in ihrem Abteil wirklich seine Hand in ihre Bluse gleiten lassen? Und was passierte an jenem verregneten Vormittag am Gare Saint-Lazare?
… (Verlagsinfo)
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[NEWS] J. P. Monninger – Liebe findet uns

Es ist der eine letzte Sommer nach der Uni, bevor das echte Leben beginnt. Heather reist mit ihren zwei besten Freundinnen durch Europa. Sie liest Hemingway, lässt sich durch die Gassen der Altstädte treiben. Dass sie Jack begegnet, hätte sie nicht erwartet. Und schon gar nicht, dass sie sich unsterblich in ihn verliebt. Er folgt Stationen aus dem alten Reisetagebuch seines Großvaters. Es ist sein Ein und Alles, und Jack beginnt die Schätze daraus mit Heather zu teilen. Die beiden besuchen die unglaublichsten Orte und verbringen die schönste Zeit ihres Lebens. Bis Jack völlig unerwartet verschwindet. Heather ist verzweifelt, wütend. Was ist sein Geheimnis? Sie weiß: Sie muss ihn wiederfinden. (Verlagsinfo)


Taschenbuch: 416 Seiten
Ullstein

Régine Deforges – Das Unwetter

Nach einem langen Auslandsaufenthalt in Französisch-Indochina kehrt ein Mann Anfang der sechziger Jahre wieder in seine Heimat zurück. Dort tritt er das Erbe seiner mit 26 Jahren während eines Gewitters vom Blitz erschlagenen Tante Marie an. Nur einen Monat zuvor war deren Gatte Edouard gestorben. In einem Schreibtisch entdeckt er in einem Geheimfach das erotische Tagebuch seiner Tante. Soll er die Aufzeichnungen, die eine verliebte Frau vor eineinhalb Jahren niedergeschrieben hat, vernichten, aufbewahren oder nach 20 Jahren veröffentlichen?

Er schreibt:

„Obwohl der Text obszön und manche Szenen nur schwer erträglich sind, fand ich, dass er in seiner schonungslosen Offenheit eine der schönsten Liebesgeschichten darstellt, die zu lesen mir vergönnt war.“

Der Leser ist gewarnt.

|Die Autorin|

Die Französin Régine Deforges ist eine der bekanntesten Schriftstellerinnen Frankreichs. 1968 gründete sie als erste Frau in Frankreich einen Verlag. Auch hierzulande wurde sie mit erotischen Werken in den siebziger und achtziger Jahren bekannt, so etwa mit den Erzählungen in dem Band „Der schwarze Milan“ (Rowohlt). Das besondere Kennzeichen dieser Storys ist einerseits die Tabus überschreitende Erkundung der Erotik und die feinfühlige psychlogische Begründung dieser Forschungsreise und ihrer Entdeckungen.

Bekannter wurde sie in den letzten Jahren mit ihrem historischen Roman „Das blaue Fahrrad“ und dessen Fortsetzung „Die weiße Lilie“, die beide im 2. Weltkrieg spielen, als Frankreich von der Wehrmacht besetzt war.

_Handlung_

Schon nach wenigen Seiten wird klar, dass die Schreiberin dieses Tagebuches einen gewaltigen Dachschaden hat. Als Beweis diene zunächst einmal, dass sie mehrmals das Grab ihres an Krebs verstorbenen Gatten besucht, sich darauf setzt und sich darauf munter einen runterholt. Tut dies eine anständige Frau? Vermutlich nicht.

Außerdem behauptet sie im Text, der geliebte Gatte sei immer noch „bei ihr“. Nun, er erfüllt sie jedenfalls in Gedanken und Gemüt derart, dass sie nicht wagt, von ihm als einem Verstorbenen zu sprechen. Dementsprechend konsterniert reagiert ihre Umgebung auf ihre Einstellung, insbesondere die Schwiegermutter.

Die Wahrheit ist, dass ihr Gatte sie zu solch gewagten sexuellen Handlungen verführt hatte, dass die gewöhnlichen Interaktionen zwischen Männlein und Weiblein nur wenig Reiz bereithalten. Selbst als sein Bruder Jean sie besucht und mit ihr ans Meer fährt, kommt es nicht zum Beischlaf. Stattdessen befiehlt sie ihm, sie in die Brustwarzen zu beißen.

Eine verhängnisvolle Entwicklung bahnt sich bei ihren wiederholten Besuchen auf dem nahen Friedhof an. Denn der Dorftrottel Lulu beobachtet die erotische Mänade aus dem Gebüsch. Lulu hat zwar nix im Kopf, aber dafür umso mehr in der Hose. Obwohl sie ihn bemerkt hat, denkt Marie gar nicht daran, in ihrem aufreizenden Tun innezuhalten. Als ein Gewitter losbricht, reißt sie sich vielmehr die Klamotten vom Leib, um den belebenden Regen zu genießen. Es kommt zu einem ersten Verkehr mit Lulu.

Nach einer Zeit der Krankheit und Genesung , während der sie die Annäherungsversuche des verliebten Trottels registriert, kommt es eines Nachts zu einem Höhepunkt ihrer sexuellen Begegnungen mit Lulu, als dieser sie seiner Familie vorstellt …

_Mein Eindruck_

Das Büchlein lässt sich ebenso einfach wie flott lesen, denn die Sätze sind ebenso kurz wie der Gesamttext. Nur ca. 83 Seiten umfassen die verschiedenen Texte, von denen das Tagebuch natürlich den Löwenanteil einnimmt. Es ist an den verblichenen Gatten Edouard gerichtet. Seine Funktion besteht nicht nur in einem Erlebnisbericht für die Nachwelt, sondern vielmehr als Beichte und Rechenschaftsbericht vor dem verlorenen Geliebten, den sie schon bald wiederzusehen hofft. Diese letzten Zeilen kommen für den Leser ziemlich unvermittelt. Mit einem gewissen Schock registriert er, dass sich die Schreiberin wieder einmal ein Unwetter ausgewählt hat, um den Übergang ins Jenseits zu vollziehen. Wurde sie wirklich vom Blitz erschlagen, wie die Zeitung schreibt?

|Freie Liebe|

Dieser Edouard muss ein ziemlicher Freigeist gewesen sein. Er propagierte die freie Liebe, also auch freien, außerehelichen Sex. Und zwar nicht nur mit Menschen. Was Marie in seinem Namen vollzieht, ist eng mit Gewittern verbunden. Diese sind nicht nur Erschütterungen aus den Elementen der Natur, die den Menschen in Aufruhr versetzen und ihn zu Veränderungen treiben. Sie sind auch Symbole für die Kraft der Natur und vor allem für die Präsenz des Animalischen im Menschen. Diese Triebkräfte freizusetzen, hat sich Marie – ohne es zu formulieren – vorgenommen. So gedenkt sie den Willen ihres geliebten Edouard zu erfüllen.

|Wichtige Zusatztexte|

Vier Zusatztexte stellen den Inhalt des Tagebuchs in einen anderen Kontext. Textimmanent gesehen, führen zwei Zeitungsmeldungen die Handlung fort. Darüber schweige ich. Doch dem Tagebuch sind zwei weitere externe Texte beigefügt. Der wichtigere der beiden ist ein Fragment von Georges Bataille aus seinem Roman „Madame Edwarda“, den er 1941, 1945 und 1956 veröffentlichte. In dem Fragment kommen eine Marie und ein Edouard vor. Dieser stirbt, doch Marie ist nicht schnell genug mit Ausziehen, um ihm seinen letzten Wunsch zu erfüllen. |“Sie stand neben dem Toten, abwesend, über ihrem Selbst, in schwerfälliger Ekstase befangen, überwältigt.“| (S. 87) Die Schlüsselbegriffe sind „über ihrem Selbst“ und „Ekstase“. Marie ist in spirituellem Sinne außer sich.

Verstärkt wird diese Charakterisierung Maries durch einen Auszug aus einem frommen Gedicht der Theresia von Lisieux: |“Mein Vielgeliebter, laß mich bald / Die Milde Deines ersten Lächelns ahnen / Und laß mich in meinem glühenden Taumel, / Ach, laß mich in Deinem Herzen mich bergen! / Seliger Augeblick! Welch unaussprechliches Glück, / Wenn ich den süßen Klang Deiner Stimme hören werde, / Wenn ich den göttlichen Glanz Deines anbetungswürdigen Antlitzes / Schauen werde zum ersten Mal!“| – Dies klingt, als wolle eine unschuldige Nonne, erfüllt von spiritueller Leidenschaft, endlich als „Braut Jesu“ die Vereinigung vollziehen – im Jenseits.

|Die literarische Tradition|

Und von dieser Ausgangslage ausgehend entspinnt Régine Deforges ihre Novelle „Das Unwetter“. Damit stellt sie ihren Text in eine relativ ehrwürdige Tradition: die der erotischen Literatur Frankreichs. Dazu zählen neben Bataille sicher auch Pauline Réage („Geschichte der O“), Jean de Berg („Das Bild“) und der Marquis de Sade („Justine oder das Mißgeschick der Tugend“).

Georges Bataille gilt als Verfechter des libertären Erotismus, der die Erotisierung des gesamten Erlebens forderte und in seinen Schriften auch schilderte, so etwa in „Die Geschichte des Auges“ (1928). Bataille, auf den sich Deforges hier beruft, ist jedoch ein ganz anderer Autor als der bekanntere de Sade. Bataille hat 1943 und 1949 eine soziale Theorie aufgestellt, „deren Ziel die Erfassung der menschlichen Totalität ist, zu der die hohen und niederen Aspekte des Seins gleichermaßen zählen“, wie das „Harenberg Lexikon der Weltliteratur“ ausführt (S. 306). |“Im fiktionalen Werk wie in seiner Literaturkritik manifestiert sich Batailles Suche nach dem Absoluten, das nur in herausragenden Momenten der Existenz, im Augenblick der ’souveränen Kommunikation‘ erreicht werden kann.“|

|Selbsttranszendenz|

Deforges greift gar nicht so hoch. Sie lässt ihre Heldin Marie D. gar nicht nach den Sternen greifen. Doch dem Leser ist schnell klar, dass Marie auf der gleichen Straße wandelt wie O, ihre berühmtere Schwester. Wo sich O in freiwilige Sklaverei begibt, um den Wunsch ihres geliebten René zu erfüllen, dort begibt sich Marie, in totaler Hingabe an die Wünsche des geliebten verstorbenen Edouard, auf den Weg der totalen Hingabe an die Wünsche von Lulu und seiner Familie. Um die vollkommene Ekstase zu erfahren, opfert sie sich, so umschreibt sie es zwischen den Zeilen, auf dem Altar ihrer Liebe zu Edouard. Dies ist ist aber keine pathetische Selbstzerstörung, sondern führt zur Selbstranszendenz.

Nach dieser Aufgabe der Persönlichkeit zugunsten der Erfüllung ihres sexuellen Wesens bleibt ihr nichts anderes mehr zu tun als die Aufhebung der eigenen körperlichen Existenz. Wie es Bataille klar war und wie Susan Sontag in ihrem klarsichtigen Essay „The pornographic imagination“ deutlich formuliert hat, ist der konsequente Endpunkt sexueller Erfüllung nicht die endlose Variation und Rekombination von sexuellem Vergnügen, wie uns de Sade glauben machen will, sondern der Tod. Anti-Erotiker würden dies als „Sakrileg“ bezeichnen. Doch für Deforges und ihre Heldin ist es ein „Sakrament“, das hier bis zu letzten Konsequenz vollzogen. Und Theresia von Lisieux hätte ihr darin beigepflichtet.

_Unterm Strich_

Régine Deforges ist eine der letzten Vertreterinnen der älteren erotischen Literaturtradition Frankreichs. Zu ihrer Generation zähle ich auch Emmanuelle Arsan, Anais Nin, die Freundin Henry Millers, sowie die Frau, die unter dem Pseudonym „Pauline Réage“ publizierte. Ihre Generation wurde von der so genannten „Hurenliteratur“ (die eigentliche Bedeutung von „pornos graphein“) abgelöst. Was Marie Darrieusecq („Schweinerei“) und Catherine Breillat („Romance XXX“) anfingen, wird heute bereits in einem breiteren Strom in die Buchhandlungen gespült. Zumindest in Frankreich. Hierzulande schämt man sich noch, dergleichen im Buchladen auszustellen.

Die Generation der Deforges ist mir weitaus lieber. Ihre Heldin Marie mag vielleicht in einem ländlichen Nimmerland leben und sich dort erotisch austoben, aber ihre Sexualität ist nicht deformiert und zur ausgebeuteten Ware gemacht worden. Ihre Sexualität ist sozusagen spirituell – eine Ansicht, über die heutige Autorinnen nur noch lachen können. Aber sie hat ein menschliches Antlitz, und das ist mehr, als man von so mancher moderner Heldin sagen kann. Maries Wahn ist nicht krank, sondern heilig, ihr Sex nicht Sakrileg, sondern Sakrament. Und so etwas hat offenbar keinen Platz mehr in unserer Zeit. Kein Wunder: Sakramente lassen sich weder kaufen noch verkaufen.

Für die heutige Leserin hält „Das Unwetter“ vielleicht nur wenig Neues bereit. Selbst ein Gangbang ist heute schon selbstverständlich.

Kerley, Jack – Einer von hundert

_Explosiver Showdown in Mobile, Alabama_

Man muss ein Dieb sein, um einen Dieb zu überführen. Und wie fasst man einen Serienmörder? Detective Carson Ryder hat auch hierfür gute Voraussetzungen: Sein Bruder sitzt als Frauenkiller hinter Gittern und versorgt ihn immer wieder mit wertvollem Insiderwissen. Doch diesmal scheint der Mörder schneller zu sein … (Verlagsinfo)

_Der Autor_

Jack A. Kerley lebt in Newport, Kentucky, seine Hauptfigur Carson Ryder arbeitet jedoch bei der Polizei von Mobile, Alabama. Der frühere Werbetexter ist verheiratet und hat mehrere Kinder.

Romane aus der |Carson Ryder|-Reihe:

1) „Einer von hundert“ (The Hundredth Man, 2004)
2) „Der letzte Moment“ (The Death Collectors, 2005)
3) [„Den Wölfen zum Fraß“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7064 (A Garden of Vipers, 2006)
4) [„Bestialisch“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7063 (Blood Brother, 2008)
5) [„Buried Alive“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6817 (2010)
6) „Little Girls Lost“
7) „In the Blood“
8) „The Broken Souls“

_Handlung_

Als der obduzierende Gerichtsmediziner Alexander Caulfield im Dickdarm einer männlichen Leiche eine Bombe, ist er zu überrascht, um schnell genug zu reagieren. Die Explosion reißt ihm die Finger ab. Seine Laufbahn, kaum begonnen, ist schon wieder zu Ende. Aber seine Chefin Clair Peltier, die ihn kurz zuvor eingestellt hat, sieht eine günstige Gelegenheit, das Institut für Rechtsmedizin von Mobile, Alabama, einmal gründlich renovieren zu lassen. Doch es warten bereits weitere unangenehme Entdeckungen auf sie …

Als Carson Ryder und sein Partner bei der PSET-Arbeitsgruppe, Harry Nautilus, zu der Leiche im Park von Mobile gerufen werden, bemerken sie erst einmal den Menschenauflauf. Und das mitten in der Nacht. Was die Aufmerksamkeit auf sich zieht, ist der Umstand, dass die Leiche des Mannes geköpft wurde. Aber wo ist das edle Haupt? Der frühere Polizeisprecher jetzige Ermittlungsleiter Captain Squill und sein schleimender Schatten Brewley haben schnell eine Theorie bei der Hand: ein Racheakt. Ryder kauft ihm dieses lächerliche Ermittlungsvorgehen nicht ab und sucht ein wenig: Schnell wird man im Gebüsch fündig. Squill schäumt ob dieser Bloßstellung und schwört seinerseits Rache. Es soll nicht bei diesem Zusammenstoß bleiben. Squill will die PSET demontieren, das psychopathologische und soziopathologische Ermittlungsteam.

Allerdings bleibt es nicht bei dieser ersten geköpften Leiche. Nachdem es sich bei der Ersten um einen jungen Tunichtgut handelte, ist diesmal ein Grafikdesigner an der Reihe. Nichts scheint die beiden Männer zu verbinden. Doch beide verfügen über einen auffallend guten Körperbau und makellose Haut. Eine ganze Weile tappen Carson und Harry im Dunkeln und klopfen den Hintergrund der beiden Opfer ab. Wie sich herausstellt, haben beide Bekanntschaftsanzeigen in einem bestimmten Magazin der alternativen Szene von Mobile geschaltet oder beantwortet. Ist es wirklich reiner Zufall, dass das Gebäude genau dieser Redaktion wenig später bis auf die Grundmauern niederbrennt?

Ryder verbirgt ein schlimmes Geheimnis vor den Behörden und seinem Arbeitgeber. Sein Bruder Jeremy Ridgefield sitzt als psychopathischer Frauenmörder in einer psychiatrischen Anstalt mit Hochsicherheitstrakt ein. Aber Jeremy Hat seinem Bruderherz schon einmal im Fall eines Pyromanen und Serienmörders geholfen, was Carson den Aufstieg in die PSET-Spezialeinheit einbrachte. Nun besucht er ihn wieder. Doch Jeremy macht ihm schnell klar, dass es keine Leistung ohne Gegenleistung gibt …

Der unglückselige Alexander Caulfield hat in der Gerichtsmedizin eine Nachfolgerin: Ava Davanelle. Carson interessiert sich für die am Operationstisch so strenge Frau. Doch als er zufällig ihr Gespräch mit Dr. Peltier, ihrer Chefin, belauscht, macht Davanelle einen ganz anderen Eindruck: niedergeschlagen, wütend, kurzum: völlig außer Fassung. Carson hat dieses Syndrom schon einmal beobachtet: bei einem Alkoholiker. Als es ihm gelingt, Ava zu einem Abendessen einzuladen, bestätigt sich sein Verdacht. Ihr Alkoholkonsum kennt keine Grenzen. Wenige Tage sieht er sich vor der Aufgabe, der haltlos gewordenen Geliebten unter die Arme greifen zu müssen, bevor sie in die Hände von Vergewaltigern und Mädchenhändlern fällt. Doch plötzlich verschwindet sie spurlos.

Zusammen mit Harry und der Mordkommission durchkämmt Carson ein immer größeres Gebiet. Darin stößt er auf den einsam lebenden Alexander Caulfield. Steckt er etwa hinter Avas Entführung?

_Mein Eindruck_

Wie schon in dem phänomenal konstruierten „Buried Alive“ (siehe meinen Bericht) gelingt Kerley in seinem Romandebüt ein spannendes Garn, das mich mit zahlreichen herausragenden Eigenheiten nicht nur überzeugt, sondern mit seinem actionreichen Finale auch völlig begeistert hat.

Zunächst fängt die Ermittlung ebenso verwirrend an, wie es für die Emittler sein muss. Carson Ryder ist jedoch ein ehemaliger Psychologiestudent, der von Nautilus zur Polizeiarbeit gebracht wurde. Er verfügt nicht nur über Einfühlungsvermögen, sondern auch über Einfallsreichtum und Kombinationsgabe. Allerdings ist er kein zweiter Sherlock Holmes, denn er lässt sich von seinem verbrecherischen Bruder helfen, wenn es um das Finden ausgefallener psychologischer Zusammenhänge geht. Mit dem Bruderherz Jeremy verbindet ihn eine leidvolle Familiengeschichte. Sie spielt auch in späteren Bänden immer wieder eine Rolle, denn psychisch sind die beiden Brüder aneinandergekettet.

Während sich Carson und Nautilus auf den üblichen Krümelpfad von Hinweisen begeben, gibt es zwei folgenreiche Entwicklungen. Captain Squill hat Ryder weiterhin auf dem Kieker, denn er will zum stellvertretenden Polizeipräsidenten gewählt werden. Und Squill unternimmt zusammen mit Brewley alles, um dieses Ziel zu erreichen. Zum Glück ahnen wir bereits, dass er dabei gegen Ryder den Kürzeren ziehen wird.

Die andere Entwicklung ist Carsons wachsende Zuneigung zu der alkoholkranken Ava Davanelle. Diese tiefer werdende Beziehung dient nicht etwa bloß der Vermenschlichung des Junggesellen Ryder, sondern führt später auch direkt zum Serientäter; denn dieser hat es auf Ava abgesehen. Abgesehen davon zeigt sich im Umgang mit der Frau nicht nur Carsons humanes Engagement, sondern auch sein Humor.

Der Serientäter entfernt den Opfern nicht nur den Kopf, er hinterlässt auch Botschaften. Die Botschaften, die er in die Haut eintätowiert, muten Ryder zunächst völlig rätselhaft an. Doch sobald er einen Schlüssel hat, ergeben auch diese Inschriften einen – nicht wenig perversen – Sinn. Leider ist ihm der Mörder immer einen Schritt voraus, und Ryder fragt sich nach dem Grund. Dann endlich schaut er sich die Installationen der Gerichtsmedizin mal genauer an …

Wie gesagt, hat mich am meisten jedoch das Finale überzeugt. In einem Regensturm suchen Carson und Harry den Fluss ab, der nach Mobile fließt, um nach dem Versteck von Avas Entführer zu suchen. Einfacher gesagt als getan. Erst kentert das Boot, dann müssen sie auch noch den reißenden Fluss überqueren. Carson entkleidet sich bis auf die Haut – und wo steckt er jetzt sein Messer, seine einzige Waffe, hin? Da kommt guter Rat teuer, aber wir kennen Ryder nicht: Er steckt das Messer unter die eigene Haut (autsch!), um beide Hände freizuhaben. Wie sich bald zeigt, wird er das Ding noch dringend nötig haben …

Der Showdown ist nicht nur packend und voller Überraschungen, sondern auch, wie es sich für Amis gehört, höchst explosiv. Da kann man nur hoffen, dass Ryder und Nautilus diesmal den Richtigen erwischt haben.

_Die Übersetzung _

Andree Hesse übertrug nicht nur in den meisten Fällen genau in der Bedeutung, sondern auch im Jargon und Tonfall. So etwas findet man selten. Deshalb merkt man beim Lesen auch schnell, dass sich die Ermittler immer etwas sarkastisch und schnoddrig ausdrücken. Kann man ihnen ja angesichts ihrer meist blutigen Arbeit nicht verdenken. Leider wurde Hesse schon im nächsten Kerley-Roman abgelöst.

Seite 96: „Gesicht …, das an der Decke prankte“. Richtig heißt es „prangte“.

Seite 276 und 288: Zunächst kann sich der Leser nichts unter einer „lividen Verfärbung“ der Haut einer Leiche vorstellen. „Livid“ kommt in unserem täglichen Wortschatz einfach nicht vor, wenn man kein Mediziner ist. Nur aus dem Kontext können wir allmählich erschließen, dass es „bläulich“ bedeutet. Der Übersetzer wollte den Fachjargon offenbar beibehalten.

Seite 297: Was hat sich der Leser denn unter „Diätsodawasser“ vorzustellen? Ganz einfach: eine kalorienarme Limo. Das hätte man aber auch so ausdrücken können, oder? Möglicherweise ist diese umständliche Ausdrucksweise auf das Redigieren des Textes zurückzuführen, so dass eine zusätzliche Zeile vor einem Absatz gewonnen wurde. Sprache geht manchmal seltsame Wege.

_Unterm Strich_

Die Ermittlung selbst ist nicht gerade eine Offenbarung für den Krimikenner, und selbstverständlich führt sie erst einmal in die Irre. Dass die Vorgesetzten die Ermittlung sabotieren, um sich selbst zu profilieren, kennt man ja schon von anderen Krimiautoren, so etwa Michael Connelly. Auch die obligatorische Romanze des Detektivs gehört zum Standardrepertoire.

Ungewöhnlich ist hingegen die Beziehung Ryders zu seinem Bruder, dem Frauenmörder: Kann er ihm wirklich trauen? (Natürlich nicht.) Etwas verblüffender ist da schon die Psychologie des Serientäters, über die hier leider nichts verraten werden darf. Einigermaßen umwerfend fand ich hingegen die Auflösung des Falls und das explosive Finale. Lediglich die Klischees und die Druckfehler hindern mich daran, diesem Thrillerdebüt die volle Punktzahl zuzusprechen.

Der Buchtitel bezieht sich auf das Bewerbungsverfahren, bei dem „einer von hundert“ zum Zuge kommt. Denn wenn nicht Caulfield von Peltier ausgewählt worden wäre, dann wäre Ava Davanelle die Kandidatin mit den hundert Punkten gewesen – und mit der Bombe …

|Taschenbuch: 458 Seiten
Originaltitel: The Hundredth Man (2004)
Aus dem US-Englischen von Andree Hesse
ISBN-13: 978-3548259499|
[www.ullsteinbuchverlage.de/ullsteinhc]http://www.ullsteinbuchverlage.de/ullsteinhc

_Jack Kerley bei |Buchwurm.info|:_
[„Der letzte Moment“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2124
[„Buried Alive“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6817
[„Bestialisch“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7063
[„Den Wölfen zum Fraß“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7064

Jo Nesbo – Messer

Worum gehts?

Harry Hole geht es schlechter denn je. Nicht nur, dass er seinen Job bei der Kriminapolizeit los ist, nein, auch seine Ehe mit Rakel ist endgültig gescheitert. Kein Wunder, dass er der Versuchung des Alkohols dieses Mal nicht länger widerstehen konnte.

Als er eines Morgens ohne jede Erinnerung der letzten Nacht aufwacht und seine Kleidung voller Blut ist, beginnt jedoch erst der wahre Albtraum.

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Sarah Stankewitz – Perfectly Broken

Inhalt

Als Brooklyn Manchester verlässt, will sie nur eines: mit ihrer schmerzhaften Vergangenheit abschließen und den Tod ihrer großen Liebe verarbeiten. Die neue Wohnung in Bedford ist ihre letzte Rettung. Sie sieht sogar darüber hinweg, dass ihr Apartment durch eine Tür mit dem Schlafzimmer ihres Nachbarn Chase verbunden ist. Immer wieder dringen Geräusche und Gesprächsfetzen durch die verschlossene Tür, und Brooklyn erfährt viel über Chase. Sie fühlt sich von dem Fremden, dem sie noch kein einziges Mal begegnet ist, auf unerklärliche Weise angezogen. Als Chase dann beginnt, ihr Nachrichten zu schreiben und ihr auf dem Klavier ihr Lieblingsstück vorzuspielen, gerät Brooklyn in einen Strudel aus widersprüchlichen Gefühlen: In ihr kämpft die Anziehung zu einem Fremden mit ihrem eigenen Widerstand. Denn sie hatte ihr Herz für immer einem anderen versprochen … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

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Sarah J. Naughton – The Other Couple – Böses Erwachen

Inhalt

Asha schwebt im siebten Himmel: Ausgerechnet sie, das unscheinbare Mädchen von nebenan, hat eine gute Partie gemacht. Oliver ist attraktiv, charismatisch und erfolgreich, und ihre Vorfreude auf die Flitterwochen in Vietnam entsprechend groß. Doch kaum sind sie dort, ist Oliver seltsam distanziert und sucht ständig Streit.
Als Asha im Krankenhaus langsam zu Bewusstsein kommt, kann sie sich an nichts erinnern. Nur eines weiß sie: Die Idylle ist zum Albtraum geworden. Denn Oliver ist tot. (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Bis auf winzige Ausnahmen – die ich nicht nenne, weil das die Überraschung verderben würde – gibt drei Zeitstränge, die sich abwechseln: Die Hochzeitsfeier in England, die ersten Tage der Hochzeitsreise in Vietnam und die Geschehnisse nach Olivers Tod. Die Zeitabschnitte enden oft mit einem Cliffhanger, was enorme Spannung erzeugt, da man erst zwei Kapitel später erfährt wie es weitergeht. Dabei sind die jeweiligen Handlungseinheiten sehr gut strukturiert, so dass keine Verwirrung aufkommen kann.

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Wilson Tucker – Zeit-Bombe

Ungeachtet aller Schutzmaßnahmen werden die Mitglieder einer Partei gezielt umgebracht. Ein unkonventionell ermittelnder Polizist findet heraus, dass der Attentäter unter Einsatz der Zeitreise mordet; eine Erkenntnis, die ihm der Täter selbst nicht grundlos ermöglicht hat … – Heiligt der (gute) Zweck alle Mittel? Autor Tucker spielt diese Frage vor allem spannend, aber durchaus auch moralisch sowie konsequent durch, wobei der Text dem Inhalt nicht immer gewachsen ist, d. h. Abschweifungen und Logiklöcher aufweist: dennoch interessant (und angenehm kurz). Wilson Tucker – Zeit-Bombe weiterlesen

[NEWS] Tania Carver – Jetzt gehörst du mir (Marina Esposito 8)

Colchester: In kurzer Abfolge werden drei Männerleichen gefunden, die alle große Ähnlichkeit mit DI Phil Brennan haben. Bei jedem Opfer hat der Täter außerdem eine Tarotkarte mit dem Motiv des Gehängten hinterlassen. Auf der Rückseite: Phils Name. Steckt hinter den Morden die Stalkerin, die ihm schon seit Langem nachstellt?
Um das herauszufinden, muss Phil nach Colchester. Doch er kommt nie dort an. Seine Frau, Profilerin Marina Esposito, setzt alles daran, ihren Mann zu finden, bevor es zu spät ist. (Verlagsinfo)


Taschenbuch: 400 Seiten
Originaltitel: The Lost Girl
Ullstein

Nele Neuhaus – Muttertag

Worum gehts?

Im Wohnhaus einer stillgelegten Fabrik wir die Leiche eines Mannes gefunden. Bei den sterblichen Überresten handelt es sich um den ehemaligen Besitzer und Bewohner des Hauses, Theo Reifenrath. Doch bei seiner Leiche soll es nicht bleiben, denn Pia Sander und Oliver von Bodenstein entdecken auf demselben Grundstück menschliche Knochen. Diese liegen neben einem verwahrlosten, fast verhungert Hund. Die rechtsmedizinische Untersuchung hat ergeben, dass es sich bei den Knochen um mehrere Frauen handelt, die bereits vor vielen Jahren starben. Auch wenn Theo Reifenrath ein merkwürdiger Kauz war, so kann sich niemand im Dorf vorstellen, dass es sich bei ihm um einen Serienmörder handelt.

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John Fowles – Mantissa

Amüsant: Der Schriftsteller im Clinch mit seiner Muse

Ein Mann erwacht unversehens in einem Krankhausbett. Nacheinander bekommt er Besuch von einer Gruppe weiblicher Gestalten, allen voran die strenge Dr. A. Delfie. Erst im Verlaufe der geschliffenen Dialoge à la Menippus stellt sich heraus, dass unser „Held“ ein Schriftsteller ist und mit den Musen (https://de.wikipedia.org/wiki/Muse_(Mythologie)) seiner Schaffenskraft ringt, insbesondere mit Erato (https://de.wikipedia.org/wiki/Erato).

Der Autor

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Wilson Tucker – Die Unheilbaren

Ein Blitzkrieg verheert den Osten der USA. Der halbe Kontinent ist verwüstet, die Bevölkerung verseucht. Da kein Gegenmittel bekannt ist, werden die wenigen Überlebenden mit Waffengewalt ferngehalten. Im Osten herrschen Hunger und Tod. Ein Ex-Soldat versucht die Grenze zu durchbrechen … – Diese scheinbar typische „Doomsday“-Science-Fiction aus der Ära des Kalten Krieges überrascht durch eine differenzierte Weltsicht. Der Angreifer wird nie enthüllt; Autor Tucker konzentriert sich auf den Überlebenskampf der Opfer, die von ihren eigenen Mitbürgern ausgegrenzt werden, bis sie hoffentlich bald gestorben sind: keine Lektüre für Trump-eltiere. Wilson Tucker – Die Unheilbaren weiterlesen

Ed McBain – Acht schwarze Pferde (87. Polizeirevier 38)

Zum vierten Mal fordert ein genialer Verbrecher das 87. Polizeirevier zu einem ‚Ratespiel‘ heraus, an dessen Ende ein ganz großes Ding steht. Der Wettlauf beginnt, und am Laufbahnrand bleiben Leichen zurück … – Der 38. Roman der Serie um das 87. Revier bringt den mysteriösen, psychopathischen, unterhaltsamen „Tauben“ zurück. Dabei wird deutlich, dass zum ‚Spiel‘ auch Mord gehört, was der Story einen ernsten Unterton verleiht; auch aufgrund der (inzwischen reizvoll veralteten) Detailschilderung der Polizeiarbeit ist dies ein lesenswerter Krimi. Ed McBain – Acht schwarze Pferde (87. Polizeirevier 38) weiterlesen

Ed McBain – Totes Ohr am Telefon (87. Polizeirevier 27)

Auch die Kriminellen der Großstadt Isola erleben Frühlingsgefühle, weshalb die Polizisten des 87. Reviers gut beschäftigt sind. Ausgerechnet jetzt meldet sich „der Taube“, ein ebenso genialer wie psychopathischer Verbrecher, der einen neuen Coup ankündigt, um die Polizei herauszufordern … – Der 27. Roman der Serie um das 87. Revier gewinnt durch den dritten Auftritt des charismatischen „Tauben“ an Schwung, bietet aber auch sonst alltägliche und bizarre Übeltaten, die vom eingespielten Team des besagten Reviers unterhaltsam gelöst werden: wie üblich ein Lektüre-Vergnügen. Ed McBain – Totes Ohr am Telefon (87. Polizeirevier 27) weiterlesen

Per Mertesacker – Weltmeister ohne Talent: Mein Leben, meine Karriere

Worum gehts?

Per Mertesacker – der blonde, lange Schlacks, oder wie man ihn in England liebevoll nennt – „Big Fucking German“. Nicht nur aufgrund seiner für den Fußball nicht optimalen Körpergröße von 1,99 Meter sticht er aus der breiten Masse heraus. Darüber hinaus ist er für seine faire Spielweise und sein taktisches Verständnis bekannt.

„Weltmeister ohne Talent“ ist die packende Autobiografie eines sympathischen Mannes, dessen Karriere ganz klein begann und groß geendet ist. Er beschreibt zahlreiche emotionale Momente wie seine Wechsel zu den unterschiedlichen Vereinen, mehrere verpasste Titel bei großen Turnieren und als Höhepunkt den Gewinn der Weltmeisterschaft in Brasilien.

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