Alle Beiträge von Tobias Schäfer

Dmitry Glukhovsky – Outpost: Der Posten

Russland in der nahen Zukunft. Nach dem Krieg sind ganze Landstriche verseucht, die Flüsse vergiftet. Die einzelnen Städte haben kaum noch Kontakt zur Regierung in Moskau. Schon seit Jahren harrt Jegor im Außenposten in Jaroslawl aus. Sein Stiefvater Polkan, der Kommandant des Postens, macht ihm das Leben schwer, und die schöne Michelle interessiert sich nicht für ihn. Jegor träumt von der Welt jenseits der Eisenbahnbrücke, auf der anderen Seite des Flusses. Doch schon seit Jahrzehnten ist niemand mehr über diese Brücke gekommen. Bis heute …
(Verlagsinfo)

Zumindest dem Namen nach wird man als genreaffine Lesenden nicht an Glukhovsky vorbeigekommen sein, wurde doch seine Romanreihe um die Moskauer Metro in einer postapokalyptischen Welt mit zahlreichen Preisen überhäuft und entwickelte sich zu einem Hype. Diverse Romane später entwirft er nun mit Outpost neuerlich eine postapokalyptische Situation im Moskauer Raum, diesmal und vorerst zwar unter freiem Himmel, aber gleichfalls in giftiger Umwelt. Hier liegt der letzte Posten der noch zivilisierten russischen Welt an einer der wenigen nach dem Krieg noch erhaltenen Brücken über die Wolga, deren Wasser von tödlichem Gift verseucht sind, so dass sich die Brücken auch ohne Gasmasken ob der Gase und Nebel, die vom Fluss aufsteigen, nicht überqueren lassen. Und tatsächlich ist bei unserem Eintreffen an diesem Vorposten seit vielen Jahren niemand mehr über die Brücke gekommen. Was verbirgt sich jenseits der Wolga? Ist dort alles totes Land voller unaussprechlicher Monster, oder floriert dort womöglich das wiedererwachte Leben, während die Reste der alten Menschheit sich hinter giftigem Nebel verschanzen?

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Brandon Sanderson – Starsight: Bis zum Ende der Galaxie (Claim the Stars 2)



Ihr ganzes Leben lang hat die junge Spensa davon geträumt, als Raumschiff-Pilotin ihre Heimatwelt gegen die übermächtigen Krell zu verteidigen. Doch als sie endlich am Ziel ist, warten zwischen den Sternen nur bittere Wahrheiten: Alles, was über Spensas Vater behauptet wird, stimmt – er war ein Feigling und ein Verräter, der sein eigenes Team angegriffen hat! Dafür ist alles, was man Spensa über den Krieg erzählt hat, eine Lüge …
Seit sie die Sterne gehört hat, weiß Spensa nicht mehr, was sie glauben darf. Aber eines weiß sie mit Sicherheit: Wenn sie bis ans Ende der Galaxie reisen muss, um die Menschheit zu retten, dann wird sie genau das tun!

(Verlagsinfo)

Spensa fliegt wieder. Sie ist als Teil der Jägerstaffeln der Menschen auf dem Gefängnisplaneten Detritus dabei, die einschließenden Angreifer der „Krell“ genannten Aliens immer weiter zu verdrängen und den Kontrollbereich der Menschen zu vergrößern. Dank ihrer Gabe, in das „Nirgendwo“, eine übergeordnete Dimension, in der überlichtschnelle Kommunikation und auch interstellare Reisen möglich sind, blicken und eindringen zu können, wird sie von einer gleichartigen Alienpilotin erkannt und um Hilfe gebeten. In einer überstürzten Aktion nimmt Spensa den Platz der Fremden ein und dringt in den Herrschaftsbereich der Alienzivilisationen vor, um deren technische Variante des Überlichtfluges zu stehlen und ihrer Art damit die Rückkehr zu den Sternen und die Flucht von der Gefängniswelt zu ermöglichen.

Doch im Nirgendwo lauert eine viel größere Gefahr, die alle Zivilisationen der Galaxis gleichermaßen bedroht: Die Delver, unbegreifliche Wesen, fühlen sich von der Überlichttechnik gestört und drohen, alles Leben der Galaxis zu vernichten. Nur jemand mit Spensas Gabe wäre in der Lage, die Bedrohung abzuwenden …

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Kurd-Laßwitz-Preis 2022: Die Nominierungen

Die Nominierungen für den Kurd-Laßwitz-Preis (KLP) 2022 für die besten Science-Fiction-Werke des Jahres 2021 wurden bekannt gegeben.
Der KLP wird seit 1980 in bis zu acht Kategorien vergeben. Die Nominierung wie auch die eigentliche Wahl erfolgt durch professionell mit der Science Fiction im deutschsprachigen Raum beschäftigte Personen, insbesondere Autoren, Verleger, Lektoren, Fachjournalisten, Herausgeber, Grafiker, bisherige Preisträger und Übersetzer. Die Wahlphase endet mit dem Mai, die Preisverleihung soll am 17.09.2022 im Rahmen des 16. ElsterCon, einer Veranstaltung zur SF-Literatur in Leipzig, erfolgen.

Wir gratulieren allen Nominierten!

In der Kategorie „Beste deutschsprachige Kurzgeschichte“:

Acheronian, Galax: Der stille Besucher
Krieg, Lisa Jenny: Notizen zur Beobachtung von Schildkröten nach einer Bruchlandung
Kugler, Hans Jürgen: Davida
Lengauer, Sybille: Salvation
Mira, Aiki: Das Universum ohne Eisbärin
Mira, Aiki: Vorsicht Synthetisches Leben!
Mira, Aiki: Utopie27
Müller, Markus: Regenmädchen
Rehak, Janika: Onkel Nate oder die hohe Kunst, aus dem Fenster zu schauen
Stöbe, Norbert: Das Ding
 
In der Kategorie „Bester deutschsprachiger Roman“:

Brandhorst, Andreas: Mars Discovery
Edelbauer, Raphaela: Dave
Haupt, Sven: Stille zwischen den Sternen
Hermann, Uwe: Nanopark
Kugler, Hans Jürgen: Von Zeit zu Zeit
Montemurri, Jacqueline: Der Koloss aus dem Orbit
Post, Uwe: Klima-Korrektur-Konzern
Ruth, Janna: Memories of Summer
Vogt, J. C.: Anarchie Déco
Weise, Kathleen: Der vierte Mond

In der Kategorie „Bestes ausländisches Werk“:

Ishiguro, Kazuo: Klara und die Sonne
Johnson, Micaiah: Erde 0
Lam, Laura: Das ferne Licht der Sterne
Le Tellier, Hervé: Die Anomalie
Robinson, Kim Stanley: Das Ministerium für die Zukunft
Stålenhag, Simon: Things from the Flood
Weir, Andy: Der Astronaut
Wells, Martha: Der Netzwerkeffekt

Lina Rather – Schwestern des ewigen Schwarz



Vor Jahren sandte die Erde Ordensschwestern in die weit entfernte Dunkelheit des kolonisierten Weltalls aus, bewaffnet nur mit Kruzifixen und eisernem Glauben. Jetzt befinden sich die Schwestern des Ordens der Heiligen Rita in interstellarer Mission auf einem lebenden, atmenden Schiff, das entschlossen scheint, einen eigenen Willen zu entwickeln. Als der Orden einen Notruf von einer neu gegründeten Kolonie erhält, entdecken die Schwestern, dass nicht nur das Seelenheil ihrer weit verstreuten Gemeinde auf dem Spiel steht. Es droht tödliche Gefahr – und diese geht nicht zuletzt von der eigenen Kirche aus …

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Missionierende Nonnen im Weltraum? Diese Idee ist nicht unbedingt neu, wurde in unterschiedlichsten Interpretationen mit unterschiedlichsten Ergebnissen nicht selten formuliert – preisgekröntes Beispiel etwa Mary Doria Russel mit „Sperling“ oder aus jüngerer Vergangenheit Kai Meyer mit der Trilogie um die Maschinengötter. Auch der vorliegende Roman wird als erster Teil beworben, erscheint mit 155 Seiten nun jedoch ziemlich schmal. Diesen Umfang benötigen manche Autoren zumindest, um ihre Prämisse zu formulieren. Was erwartet uns Lesende also in diesem dünnen Büchlein, dass es als eigenständiger Band Bestand haben kann?

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Robert Corvus – Sternenbrücke



Bei der Detonation einer Sternenbrücke geht das Raumschiff von Yul Debarras Frau im Hyperraum verloren. Seitdem zweifelt Yul am Sinn seines Lebens, doch dann erhält er ein einmaliges Angebot: Als Bordarzt heuert er auf einem Raumschiff der Starsilver Corporation an, das die zerstörte Sternenbrücke reparieren soll. Yul nimmt den weiten Unterlichtflug in Kauf, da er hofft, so etwas über das Verschwinden seiner Frau herauszufinden. Doch wird er nach eineinhalb Jahrhunderten in einer Kälteschlafkammer wirklich das im Zielsystem vorfinden, was er sich erhofft hat?

(Verlagsinfo)

Yul lebt in einer Welt, in der es keine Nationalstaaten mehr gibt. Allerdings gibt es gigantische Konzerne, die den Status der Regierung übernommen haben. Hier wird der Angestellte nach Produktivität eingestuft, und offensichtliches Zeichen seiner Stellung ist ein farbiger Speicherkristall, der in die Stirn eines jeden Menschen eingelassen wird. So weiß jeder sofort über den Status seines Gegenüber Bescheid.

Die Implikationen dieser Situation lassen sich leicht extrapolieren aus heutiger Sicht, und so veranschaulicht Robert Corvus im ersten Abschnitt die verfahrene Situation des Protagonisten, der als Arzt eine eigentlich angesehene Stellung innehaben könnte, jedoch aufgrund persönlicher Schicksalsschläge abgestürzt ist.

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Nils Westerboer – Athos 2643



Auf Athos, einem kleinen Neptunmond, stirbt ein Mönch. Rüd Kartheiser, Inquisitor und Spezialist für lebenserhaltende künstliche Intelligenzen, ermittelt. An seiner Seite: Seine Assistentin Zack. Schön, intelligent und bedingungslos gehorsam. Ein Hologramm. Für Rüd die perfekte Frau. Doch das Kloster des Athos verbirgt ein altes, dunkles Geheimnis. Rüd erkennt: Um zu überleben, muss er Zack freischalten.

Das Jahr 2643: Der Neptunmond Athos ist zum Schauplatz eines unerklärlichen Verbrechens geworden. Die lebenserhaltende KI des Klosters steht im Verdacht, gemordet zu haben. Inquisitor Rüd Kartheiser, ein Spezialist im Verhören künstlicher Intelligenzen, wird mit dem Fall beauftragt. Zusammen mit seiner attraktiven holografischen Assistentin Zack, die ihm durch eine Reihe von Sicherheitsbeschränkungen absolut ergeben ist, erreicht er den kleinen, zerklüfteten Mond. Doch die Ermittlungen der beiden treffen auf Widerstand. Während Zacks anziehende Erscheinung bei den Mönchen Anstoß erregt, entpuppt sich die KI des Klosters als gerissene Taktikerin, die ihr Handeln geschickt verschleiert. Als sich unter den Mönchen ein zweiter Todesfall ereignet, begreift Rüd, dass er mehr als je zuvor auf Zacks Hilfe angewiesen ist. Um ihr Potential auszuschöpfen, trifft er – hinsichtlich ihrer Sicherheitsbeschränkungen – eine folgenschwere Entscheidung.

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Mary Robinette Kowal – Die Berechnung der Sterne

»Frauen gehören in die Küche, nicht in den Weltraum« – eine weit verbreitete Meinung in den USA der 1950er Jahre. Die junge Physikerin Dr. Elma York, die als menschlicher »Computer« täglich die Flugbahnen von Raketen berechnet, lässt sich davon jedoch nicht abhalten.

Schließlich steht die Menschheit vor ihrer größten Herausforderung: Ein gigantischer Meteoriteneinschlag hat das Klima für immer verändert, sodass die Eroberung des Alls sehr viel dringlicher geworden ist. Die Widerstände sind zahlreich, doch als erste Astronautin in den Weltraum zu fliegen ist Elmas größter Traum – und niemand wird sie daran hindern!

Ausgezeichnet mit dem Hugo-, Nebula- und Locus-Award

In ihrem Roman »Die Berechnung der Sterne« zeichnet die Autorin Mary Robinette Kowal eine alternative Version der Geschichte, in der in den 1950er Jahren ein Meteorit auf die Erde stürzt, der das Weltklima so stark aus dem Gleichgewicht bringt, dass die Menschheit auf lange Sicht dort nicht mehr wird weiterleben können.

Somit besteht die Notwendigkeit, weitaus größere Anstrengungen zu unternehmen, ein Raumfahrtprogramm auf die Beine zu stellen, als das in der Realität der Fall war. Von dieser großen Ausnahme abgesehen, basiert der Roman jedoch weitgehend auf tatsächlichen historischen Fakten. Nicht nur die Auszüge aus Zeitungsartikeln oder Radioberichten an den Kapitelanfängen sind zu einem Teil authentisch – auch die Situation der Frauen, die Karriere im Raumfahrtprogramm machen wollten, ist von wahren Begebenheiten inspiriert.
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Jay Kristoff – Das Babel-Projekt: Lifelike

Was unterscheidet Mensch und Maschine?

Die 17-jährige Eve kann sich gerade so mit Roboterkämpfen über Wasser halten – bis sie vernichtend geschlagen wird und auch das letzte Geld verliert. Auf der Suche nach einem Ausweg findet sie Ezekiel, ein Lifelike-Androide, die wegen ihrer Ähnlichkeit zu Menschen und überlegenen Kampfkunst verboten sind. Unerklärlicherweise vertraut sie ihm, obwohl seine Behauptungen ihr gesamtes Leben infrage stellen. Eve bricht in die Wüste aus schwarzem Glas auf, um die Wahrheit über ihre Vergangenheit und sich selbst herauszufinden. Aber manche Geheimnisse sollten besser ungelüftet bleiben …

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Der deutsche taschenbuch verlag hat mit diesem Roman ein schön aufgemachtes Hardcover verlegt. Der Unter- oder Obertitel „Das Babel-Projekt“ legt die Vermutung nahe, es handle sich hierbei um den ersten Teil eines Mehrteilers. Und ein Blick in das Buch zeigt auf den ersten Seiten gleich eine interessante Reminiszenz an den Vater der Roboter- und KI-Geschichten Isaac Asimov, dessen Roboter-Gesetze hier eine tragende Rolle spielen. Dass Kristoff bisher Autor vor allem düsterer Fantasy in Deutschland in Erscheinung trat, lässt für den Roman auch einiges an unliebsamen Überraschungen vermuten. Er selbst gibt in seiner Vorstellung an, keinen Sinn für Happy-Ends zu haben. Nun, ein Jugendbuch soll es sein.

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Kameron Hurley – Der Sterne Zahl

Am äußeren Rand des Universums tobt seit Jahrhunderten ein verheerender galaktischer Krieg, in dem hunderte von Weltschiffen zum Einsatz kommen. Um diesen epochenalten Konflikt endlich zu beenden, muss ein verzweifelter Plan gelingen: Anat, die Anführerin des Weltschiffs Katazyrna und der furchterregendsten Schlachtentruppe im Grenzbereich, sehnt sich nach Frieden. Dafür bietet sie ihrer Rivalin die Hand ihrer Tochter Jayd an, die ihr ganzes Leben davon geträumt hat, die Armeen ihrer Mutter zum Sieg zu führen. Doch dank einer einzigartigen Fähigkeit, ist sie das ideale Druckmittel. Daher willigt sie schließlich ein, den Rest ihres Lebens mit der größten Feindin ihrer Familie zu verbringen.
Nun liegt es an Jayds Schwester Zan, die den Krieg verabscheut, die verstoßenen Kämpferinnen zum Sieg zu führen und Jayd zu retten. Doch der Plan läuft ganz und gar nicht wie ursprünglich gedacht …
Eine epische und aufregende Geschichte über tragische Liebe, Rache und Krieg von einer der derzeit am meisten gefeierten Autorinnen des Genres.
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Micaiah Johnson – Erde 0

Stell dir vor, du kannst in andere Welten reisen – aber nur wenn du dort bereits tot bist …
Ausgerechnet ihre Herkunft, die ihr bislang immer im Weg stand, wird für die junge Cara zum Ticket in ein besseres Leben: Der charmante Wissenschaftler und Firmenmogul Adam Bosch sucht Menschen aus prekären Verhältnissen, denn er hat einen Weg gefunden, in parallele Welten zu reisen – doch dieser Weg steht nur denen offen, die in der Parallelwelt bereits tot sind.
Als Weltenspringerin soll Cara möglichst viele Informationen für Adam sammeln. Bei einem ihrer Sprünge begegnet sie jedoch einer Version von Adam, die als despotischer Herrscher die ganze Welt unterdrückt. Kann Cara Adam und dem, was er angeblich für die Erde 0 plant, wirklich trauen?

Die amerikanische Autorin Micaiah Johnson legt mit »Erde 0« einen Science-Fiction-Roman vor, der nicht nur mit detailliert und glaubwürdig ausgearbeiteten Parallelwelten, vielfältigen Charakteren und einer rasanten Story besticht, sondern fast nebenbei auch hoch aktuelle Themen wie Diversity, Armut und gesellschaftliche Ausgrenzung behandelt.
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Basma Abdel Aziz – Das Tor

Ein nicht näher benanntes Land im Nahen Osten: Seit der Niederschlagung der Revolution brauchen die Bürger für jede noch so kleine Kleinigkeit in ihrem Leben – sei es die Überweisung zum Arzt oder die Erlaubnis, Brot zu kaufen – die Genehmigung des Staates. Um die zu erhalten, müssen sie sich vor einem riesigen Tor anstellen, das angeblich jeden Tag nur einer gewissen Anzahl an Anträgen stattgibt. In Wirklichkeit aber öffnet sich das Tor niemals, und die Schlange der Menschen, die in der glühenden Hitze warten, wird länger und länger, ihre Verzweiflung immer größer. Und doch will keiner von ihnen die Hoffnung aufgeben, dass das Tor eines Tages aufgehen wird …(Verlagsinfo)

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Caroline Hofstätter – Das Ewigkeitsprojekt

Als Dr. Sarah Berger an einem friedlichen Morgen vor die Tür ihres Hauses tritt, erkennt sie, dass Hills View nicht nur ruhig ist – es ist zu ruhig. Über Nacht sind alle Bewohner verschwunden. Aber wohin? Wie konnte eine ganze Stadt völlig lautlos evakuiert werden und warum haben die Bewohner ihre Häuser penibel aufgeräumt, bevor sie die Stadt verließen?

Als die junge Ärztin erkennt, was hinter den rätselhaften Ereignissen in Hills View steckt, befindet sie sich bereits mitten im Ewigkeitsprojekt. Daraus zu entkommen, wird selbst mit aller wissenschaftlichen Logik nicht einfach, denn die Gesetze der Physik gelten nicht länger und selbst eine Tasse Kaffee ist nicht, was sie zu sein scheint …(Verlagsinfo)

Der Romanerstling einer neuen Stimme der SF aus Österreich – aktuell und tiefgründig …

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Michael Marcus Thurner – Perry Rhodan: Schwarze Saat (Dunkelwelten 1)

Über das Volk der Onryonen ist nicht viel bekannt, da sie auf weit verstreuten Dunkelwelten leben, wo sie vor dem Zugriff Fremder geschützt sind. Doch nun wollen die Onryonen des Planeten Jolyona die Beziehungen zur Erde verbessern, und Perry Rhodan übernimmt die Verhandlungen. Auf der Dunkelwelt haben sich noch andere, seltsame Lebensformen entwickelt, die in den Tiefen des Planeten existieren. Es stellt sich heraus, dass es jahrzehntausende alte Verbindungen zur Erde gibt, und Perry Rhodan stößt auf eine Gefahr, die er selbst vor langer Zeit durch eine Zeitreise ausgelöst hat …

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Die unermessliche Vielfalt des galaktischen Lebens macht auch vor der Besiedlung sogenannter Dunkelwelten nicht halt – Welten, die einst ihre Sonnensysteme verließen und sich auf die lange, dunkle Reise durch die Leere des Kosmos begaben. Perry Rhodan, der unsterbliche Mensch von der Erde, findet sich stets an den Brennpunkten des Zusammenlebens wieder. Und so ist es kein Wunder, dass eine vermeintlich trockene Diplomatenmission auf eine der Dunkelwelten nicht nur zur Integration dieses Neulings in die galaktische Gemeinschaft dient, sondern Rhodans Anwesenheit gleich Auslöser für das Erwachen einer uralten Macht ist. Und plötzlich geht es um das Überleben einer Zivilisation und auch um das seinige.

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Cory Doctorow – Wie man einen Toaster überlistet

Nach vielen Jahren in Flüchtlingsheimen und Notunterkünften kann Salima endlich in ein Hochhausapartment umziehen. Das Gebäude ist zwar neu, aber damit fangen die Probleme erst an: Der intelligente Toaster gibt auf einmal den Geist auf und nimmt nur noch das Brot der Toastermarke an. Dann fällt der Kühlschrank aus. Als Salima feststellt, dass selbst der Fahrstuhl die ärmeren Mieter benachteiligt, fasst sie einen Entschluss. Es muss doch einen Weg geben, sich in die Haushaltsgeräte zu hacken und sie wieder frei verfügbar zu machen! Gesagt, getan …

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Mit Cory Doctorow gibt es einen Autor von höchst klarer Sicht auf das, was die Zukunft von Alexa und Co. bedeuten könnte. Diese Novelle, eine Geschichte von großem Unterhaltungswert und angenehmer Knappheit, zeigt den Lesenden anhand eines der typischen Einsatzgebiete smarter Haushaltshilfen, in welche Abhängigkeit dieser Weg führt. Von der Möglichkeit der allgegenwärtigen Kontrolle, hier nur zwischen den Zeilen angedeutet, ganz zu schweigen …

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Dirk van den Boom – Der Kalte Krieg: Aume reist

Woher kommt die mysteriöse Schiffsintelligenz Aume – und was ist ihre wahre Mission? Ein zusammengewürfeltes Team wird mit einer Geschichte konfrontiert, die nicht nur weit in die Vergangenheit reicht, sondern auch unabsehbare Konsequenzen für die Gegenwart hat. Die Angriffe der Kalten erreichen eine neue Qualität, das Imperium kann sich auf die eigenen Leute nicht mehr verlassen, und die lange verschollen geglaubten Kath treten auf den Plan. Für Aume und ihre Begleiter beginnt eine Reise, deren Ende höchst ungewiss ist.

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Auf große Begeisterung ist der erste Band bei mir gestoßen. Möge er den KLP gewinnen, den Science-Fiction-Jury-Preis aus Deutschland, der dieses Jahr doch mit hochkarätiger Konkurrenz in den Nominierungen aufwartet (unter anderem hier und hier). Hier also liegt nun der Mittelteil der Trilogie um den Kalten Krieg vor.

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Walter Moers – Der Bücherdrache

In den Katakomben von Buchhaim erzählt man sich eine alte Geschichte vom sprachmächtigen Drachen Nathaviel. Angeblich besteht er aus lauter Büchern, die von der mysteriösen Kraft des Orms durchströmt sind. Die Legende besagt, der Bücherdrache habe auf jede Frage die richtige Antwort.

Der Buchling Hildegunst Zwei, benannt nach dem zamonischen Großschriftsteller Hildegunst von Mythenmetz, macht sich eines Tages auf den Weg in den Ormsumpf, wo Nathaviel hausen soll. Dabei wagt er sich in Bereiche der Katakomben, in denen es von Gefahren wie den heimtückischen Bücherjägern nur so wimmelt. Und er ahnt nicht, dass die größte Gefahr, die ihm droht, vom Bücherdrachen selber ausgeht.

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Rückkehr in die Katakomben Buchhaims an die Seite des Buchlings Hildegunst, auf der Spur unglaublicher Mythen und Abenteuer. Zamonien aus der Warte eines liebenswerten Zyklopen. Eine neue Facette, illustriert mit moers‘scher Detailiertheit. Und ein Hauch des alten Orm.

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Andreas Eschbach – NSA

Weimar 1942: Die Programmiererin Helene arbeitet im Nationalen Sicherheits-Amt und entwickelt dort Programme, mit deren Hilfe alle Bürger des Reichs überwacht werden. Erst als die Liebe ihres Lebens Fahnenflucht begeht und untertauchen muss, regen sich Zweifel in ihr. Mit ihren Versuchen, ihm zu helfen, gerät sie nicht nur in Konflikt mit dem Regime, sondern wird auch in die Machtspiele ihres Vorgesetzten Lettke verwickelt, der die perfekte Überwachungstechnik des Staates für ganz eigene Zwecke benutzt und dabei zunehmend jede Grenze überschreitet …

Was wäre, wenn es im Dritten Reich schon Computer gegeben hätte, das Internet, E-Mails, Mobiltelefone und soziale Medien – und deren totale Überwachung?


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George Orwell schrieb mit „1984“ die Dystopie der totalen Überwachung. Inzwischen leben wir darin. Geht da noch mehr?

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Andy Weir – Artemis

Jazz Bashara ist kriminell. Zumindest ein bisschen. Schließlich ist das Leben in Artemis, der ersten und einzigen Stadt auf dem Mond, verdammt teuer. Und verdammt ungemütlich, wenn man kein Millionär ist. Also tut Jazz, was getan werden muss: Sie schmuggelt Zigaretten und andere auf dem Mond verbotene Luxusgüter für ihre reiche Kundschaft. Als sich ihr eines Tages die Chance auf einen ebenso lukrativen wie illegalen Auftrag bietet, greift Jazz zu. Doch die Sache geht schief, und plötzlich steckt Jazz mitten drin in einer tödlichen Verschwörung, in der nichts Geringeres auf dem Spiel steht, als das Schicksal von Artemis selbst.

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Nach dem Blockbuster der neue Roman von Andy Weir. Kann man als Schriftsteller glücklich sein über derlei Formulierungen? Die Erwartungshaltung von Leserinnen und Lesern wird entsprechend hoch geschraubt, man denkt an den trockenen, ironischen Humor Mark Whatneys. Man kauft das Buch. Zumindest dafür sind die Vermarktungsstrategien kurzfristig gut. Die Erfahrung lehrt, dass man als Leser glücklich sein kann, wenn sich ein zweiter Roman nicht als völlige Niete herausstellt. »Artemis«, der Roman vom Mond. Wie nah kommt er den Erwartungen?

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Dirk van den Boom – Der Kalte Krieg: Canopus

Das Imperium der Menschen in ferner Zukunft: ein politischer und wirtschaftlicher Gigant auf tönernen Füßen, mit Feinden an allen Grenzen und einem aggressiven Kurs der Expansion. In ihm leiden Menschen wie Außerirdische unter Kriegsbedingungen: Seit Jahren lebt das Imperium mit einem militärischen Konflikt, den es wahrscheinlich verlieren wird. Der »Kalte Krieg« zehrt an den Ressourcen und an den Nerven, innere Konflikte brechen auf und Loyalitäten werden infrage gestellt.
Mittendrin: ein aus dem Kriegsdienst entlassener Veteran, ein Sklave ohne Erinnerung an seine Identität, eine Wissenschaftlerin, deren Vergangenheit sie einholt, ein havarierter Frachterpilot, eine Soldatin und ein Waisenkind sowie eine Rebellin, die über Leichen geht. Ihr aller Leben wird unter mysteriösen Bedingungen miteinander verbunden und ihr Schicksal führt sie auf einen Kurs, der nach Canopus und weit darüber hinaus weist.

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Dieser Titel ist nominiert für den Kurd-Laßwitz-Preis 2019!

Literaturpreisträger Dirk van den Boom startet eine neue Reihe im Atlantis-Verlag. In diversen Verlautbarungen schrieb er wiederholt, die schriftstellerischen Arbeit langweile ihn schnell, also müsse er dies durch Abwechslung und mehrere parallel laufende Projekte wettmachen. Und nachdem 2017 seine neunbändige Military-SF-Reihe um den »Tentakelkrieg« ihren Abschluss fand, musste nun Ersatz her. »Der kalte Krieg« trägt seine Ausrichtung bereits im Titel; es ist natürlich wieder Military-SF, made in Germany. Das soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Boom weiß, wie er seine Geschichten erzählen muss, um mehr darin zu verpacken als militärische Auseinandersetzungen. Und so entfaltet sich hier eine vielschichtige Erzählung, bei der dem Leser nun wirklich nicht langweilig wird …

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Andreas Brandhorst – Die Tiefe der Zeit

Seit vielen Tausend Jahren führt die Menschheit Krieg gegen die geheimnisvollen Crul. Und seit ebenso langer Zeit erzählt man sich Geschichten von der Hauptstreitmacht des Feindes, die seit Ewigkeiten durch die Weiten des interstellaren Raums unterwegs ist, um eines Tages die Kernwelten der menschlichen Zivilisation zu vernichten. Der ehemalige Soldat Jarl, dem man Verrat und Mord zur Last legt, ist auf der Flucht vor den eigenen Verbündeten. Als Gejagter muss er die legendäre Erde finden, jenen mythischen Ursprungsplaneten der Menschen. Denn dort soll die größte aller Waffen lagern, eine Waffe, die den Krieg beenden und Frieden bringen kann. Jarls Suche führt ihn durch die Tiefe der Zeit. Doch er ahnt nicht, dass er nur ein Werkzeug in einem viel größeren Plan ist …

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Schon auf den ersten Seiten sorgt Andreas Brandhorsts besonderer Stil für das schnelle, sich seinem Universum öffnende Eintauchen, so dass man als Leser geneigt ist, die Zeit des realen Lebens zu vergessen und sich ganz in der Geschichte zu versenken. Brandhorst breitet erneut eine Welt einer zukünftigen Möglichkeit aus, mit Menschen, die sich gesellschaftlich, biologisch und geistig fortentwickelt haben und sich nun mit einem grundlegenden Problem konfrontiert sehen, einer Gefahr für alles, woran sie glauben und was sie definiert.

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