Schlagwort-Archive: Brandon Sanderson

[NEWS] Brandon Sanderson – Die Stürme des Zorns: Roman (Die Sturmlicht-Chroniken 4)

Die sturmumtoste Welt Roschar droht zu zerfallen. Auf der Zerbrochenen Ebene hat sich der Feldzug des Königreichs Alethkar gegen das geheimnisvolle Volk der Parschendi in einen Stellungskrieg aufgelöst. Dalinar, der Bruder des Königs, wagt zusammen mit dem jungen Hauptmann Kaladin einen verzweifelten Vorstoß – aber schon brauen sich die Großstürme zusammen. Ist dies das Ende? (Verlagsinfo)

Broschiert: 800 Seiten
Originaltitel: Words of Radiance – The Stormlight Archive, Book 2 (Part 2)
Heyne

[NEWS] Brandon Sanderson – Die Worte des Lichts (Die Sturmlicht-Chroniken 3)

Sechs Jahre sind vergangen, seit der König von Alethkar ermordet wurde. Sein Mörder wurde offenbar von dem Volk beauftragt, mit dem der König gerade einen Friedensvertrag unterzeichnet hatte: den Parshendi. In ihrem Rachedurst erklärten die Großprinzen der Alethi den Parshendi erneut den Krieg. Einen Krieg, der inzwischen zu einem Stellungskampf auf der unwirtlichen Zerschmetterten Ebene erstarrt ist, als plötzlich Wesen aus einer längst vergessenen Vergangenheit auftauchen: die Strahlenden Ritter. Können sie den Krieg beenden? (Verlagsinfo)

Broschiert: 976 Seiten
Originaltitel: Words of Radiance – The Stormlight Archive Book 2 (Part 1)
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[NEWS] Brandon Sanderson – Der Weg der Könige (Die Sturmlicht-Chroniken 1)

Roschar ist eine sturmumtoste Welt. Einst von mächtigen Kriegern beherrscht, deren magische Schwerter über Leben und Tod entschieden, droht es nun im Chaos zu versinken. Dalinar, der Großprinz von Alethkar, ist besessen von dem Wunsch, das Geheimnis der Schwerter zu ergründen und das zerfallene Königreich zu einen. Doch der ehemals geniale Heerführer wird von nächtlichen Visionen geplagt, und der Glanz seiner früheren Heldentaten ist längst verblasst. Noch ahnt Dalinar nicht, dass auch der Sklave Kaladin und die junge Adlige Schallan Teil des großen Spiels um das Schicksal der Sturmwelt sind … (Verlagsinfo)

Broschiert: 896 Seiten
Originaltitel: The Way of Kings – The Stormlight Archive, Book 1 (Part 1)
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[NEWS] Brandon Sanderson – Firefight (Die Rächer 2)

Gegen Tyrannen aus Stahl braucht man ein Herz aus Feuer

Steelheart, der scheinbar unbesiegbare Tyrann des ehemaligen Chicago, ist tot – besiegt von David und den Rächern. Nun klafft dort, wo in David jahrelang der Wunsch nach Rache gebrannt hat, ein Loch, und er braucht endlich Antworten auf seine Fragen: Wo kommen diese sogenannten Epics her, Menschen mit übernatürlichen Fähigkeiten? Was macht sie so grausam? Und gibt es eine Zukunft für Davids Liebe zu einer von ihnen – zu Firefight? Eine abenteuerliche Reise quer durch Amerika beginnt … (Verlagsinfo)

Gebundene Ausgabe: 464 Seiten
Originaltitel: Firefight – Reckoners Book 2
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[NEWS] Brandon Sanderson – Der Rithmatist

Abenteuer, Magie und unheimliche Kreidemonster

Wie wird man Magier, wenn man nicht zaubern kann? Mit diesem Problem kämpft Joel tagtäglich, denn nichts wünscht er sich sehnlicher, als ein Rithmatist, ein berühmter Kreidemagier, zu werden. Doch so sehr er sich auch bemüht, seine Kreidefiguren bleiben leblos – bis zu dem Tag, an dem plötzlich das Schicksal aller Rithmatisten auf Joels Schultern ruht. Einem Tag, an dem eine lange verborgene Gabe in ihm erwacht … (Verlagsinfo)

Gebundene Ausgabe: 432 Seiten
Originaltitel: The Rithmatist
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[NEWS] Brandon Sanderson – Die Worte des Lichts. Roman

Die Welt Roschar wird von Stürmen und Machtkämpfen erschüttert. Der Krieg zwischen dem Volk von Alethkar und den geheimnisvollen Parshendi tobt bereits jahrelang – ein Krieg, der magische Geheimnisse aus dunkler Vergangenheit heraufbeschwört. Ein Krieg, in dem einfache Menschen als Helden aufstehen, Jäger zu Gejagten werden und sich Magie in Fluch verwandeln kann.

Sechs Jahre ist es her, dass der König von Alethkar ermordet wurde. Sein Mörder, ein geheimnisvoller, weiß gewandeter Attentäter, wurde offenbar von dem Volk beauftragt, mit dem der König gerade einen Friedensvertrag unterzeichnet hatte: den Parshendi. In ihrem Rachedurst stellten die Großprinzen der Alethi ein Heer zusammen und zogen gegen die Parshendi in den Krieg. Nun, sechs Jahre später, ist dieser Krieg zu einem Stellungskampf auf der unwirtlichen Zerschmetterten Ebene erstarrt. Schon beginnen sich die Adligen in Intrigen aufzureiben, als plötzlich der Attentäter wieder zurückkehrt – und mit ihm Wesen aus einer vergessen geglaubten Vergangenheit: die Strahlenden Ritter mit ihren magischen Klingen. Können sie den Krieg beenden? Werden sie die Alethi und ganz Roschar vor dem letzten, alles zerstörenden Sturm retten können? (Verlagsinfo)

Taschenbuch: 976 Seiten
Originaltitel: Words of Radiance – The Stormlight Archive, Book 2 (Part 1)
Heyne

[NEWS] Brandon Sanderson – Die Worte des Lichts

Die Welt Roschar wird von Stürmen und Machtkämpfen erschüttert. Der Krieg zwischen dem Volk von Alethkar und den geheimnisvollen Parshendi tobt bereits jahrelang – ein Krieg, der magische Geheimnisse aus dunkler Vergangenheit heraufbeschwört. Ein Krieg, in dem einfache Menschen als Helden aufstehen, Jäger zu Gejagten werden und sich Magie in Fluch verwandeln kann.

Sechs Jahre ist es her, dass der König von Alethkar ermordet wurde. Sein Mörder, ein geheimnisvoller, weiß gewandeter Attentäter, wurde offenbar von dem Volk beauftragt, mit dem der König gerade einen Friedensvertrag unterzeichnet hatte: den Parshendi. In ihrem Rachedurst stellten die Großprinzen der Alethi ein Heer zusammen und zogen gegen die Parshendi in den Krieg. Nun, sechs Jahre später, ist dieser Krieg zu einem Stellungskampf auf der unwirtlichen Zerschmetterten Ebene erstarrt. Schon beginnen sich die Adligen in Intrigen aufzureiben, als plötzlich der Attentäter wieder zurückkehrt – und mit ihm Wesen aus einer vergessen geglaubten Vergangenheit: die Strahlenden Ritter mit ihren magischen Klingen. Können sie den Krieg beenden? Werden sie die Alethi und ganz Roschar vor dem letzten, alles zerstörenden Sturm retten können? (Verlagsinfo)

Gebundene Ausgabe: 976 Seiten
Originaltitel: Words of Radiance – The Stormlight Archive, Book 2 (Part 1)
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Brandon Sanderson – Die Seele des Königs

Als „Die Seele des Königs“ in den Vorankündigungen auftauchte, dachte ich erst, es sei die Fortsetzung der Sturmlicht-Chroniken. Nach dem Lesen der Kurzbeschreibung war klar, dass es das nicht ist. Aber erst, als ich mein Exemplar in der Hand hielt, stellte ich fest, dass es sich hierbei nicht um einen Roman, sondern um drei Novellen handelt.

„Die Seele des Königs“ ist die erste der drei.

Nach einem Attentat liegt der König im Koma. Sollte das an die Öffentlichkeit dringen, wird der fünfköpfige Regierungsrat seine Macht verlieren. Deshalb ringen seine Mitglieder sich widerwillig dazu durch, der jungen Fälscherin Shai, die eigentlich hingerichtet werden sollte, die Freiheit anzubieten … wenn sie dafür die Seele des Königs fälscht! Brandon Sanderson – Die Seele des Königs weiterlesen

[NEWS] BRANDON SANDERSON & ROBERT JORDAN: Die Schlacht der Schatten (Das Rad der Zeit 36)

Brandon Sanderson führt bei Piper Robert Jordans Saga „Das Rad der Zeit“ mit dem 36. Band fort: „Die Schlacht der Schatten“.

Ein wahrlich grandioses Finale erwartet alle Robert-Jordan-Fans: Nach »Die Türme der Mitternacht« steht endlich die Letzte Schlacht vor ihrem Ausbruch, und schon fordern die ersten Kämpfe dramatische Opfer. Denn die Kräfte des Lichts beginnen sich gegen seitig zu misstrauen und stehen vor einer verheerenden Spaltung. Wird die Welt des »Rads der Zeit« zerbrechen, oder kann der Sieg doch noch errungen werden? Bestsellerautor Brandon Sanderson führt die phantastische High-Fantasy-Saga zu dem aufregenden Höhepunkt, den Robert Jordan vor seinem Tod für sie erdacht hat.

Robert Jordan, geboren 1948 in Charleston im US-Bundesstaat South Carolina, schrieb zunächst »Conan«-Romane und begann in den Neunzigerjahren seinen weltberühmten Zyklus »Das Rad der Zeit«, ein in der Fantasy einzigartiges Werk epischer Breite, das weltweit unzählige Fans gefunden hat. 2007 verstarb Robert Jordan an einer seltenen Blutkrankheit. Weiteres zum Autor unter: www.radderzeit.de Brandon Sanderson, geboren 1975 in Nebraska, lebt als freier Autor und Lektor in Utah. Nach seinem Debütroman »Elantris« widmet er sich seit 2007 der Vollendung von Robert Jordans »Das Rad der Zeit«.
(Verlagsinfos)

Originaltitel: A Memory of Light (Teil 1)
Übersetzung: Andreas Decker
Taschenbuch, 624 Seiten, kartoniert
ISBN-13: 978-3492268257

Band 37, „Das Gedächtnis des Lichts“, ist für Juli 2013 angekündigt und beendet die Saga.

Brandon Sanderson – Der Pfad der Winde (Die Sturmlicht-Chroniken 1, Teil 2)

Die Sturmlicht-Chroniken:

Band 1 (Teil 1): „Der Weg der Könige“
Band 1 (Teil 2): „Der Pfad der Winde“
Band 2: – angekündigt für Ende 2012 / Anfang 2013 –
Band 3: – angekündigt für „ein Jahr nach Band 2“ –

In einem Augenblick des Zornes auf Jasnah hat Shallan nun doch noch den Seelengießer der Prinzessin gestohlen. Eigentlich könnte sie nun nach Hause zurückkehren, doch sie kann sich von ihren Studien nicht recht losreißen. Bis es zu spät ist …

Kaladin hat den Großsturm überlebt. Die Erkenntnis, dass die Brückenmänner als Köder benutzt werden, hat ihm allerdings jede Hoffnung genommen, er könnte das Los seiner Männer innerhalb der Armee verbessern. Also fängt er an, an einem Fluchtplan zu basteln …

Dalinar hat sich eigentlich schon dazu durchgerungen, zugunsten Adolins abzudanken. Als jedoch die Königinmutter Navani ihm und seinen verblüfften Söhnen nach einer seiner Visionen beweisen kann, dass diese echt sein müssen, überdenkt er seine Situation völlig neu …

„Der Pfad der Winde“ ist genauso dick wie sein Vorgänger. So richtig in Bewegung geraten ist die Sache zwar noch nicht, aber allmählich tut sich was. So einfach lassen sich die Fortschritte im Einzelnen jedoch gar nicht aufzudröseln, weil Brandon Sanderson alles extrem dicht miteinander verknüpft hat. Charaktere und Handlung lassen sich da kaum noch trennen.

Kaladin gelingt es nach einem Gespräch mit dem Narren des Königs, sich endlich von seinen Selbstzweifeln zu verabschieden, was ein echter Gewinn ist. Gleichzeitig machen sich immer deutlicher besondere Fähigkeiten bei dem jungen Mann bemerkbar, die denen Szeths verblüffend ähneln, was ein ganze Menge neuer Fragen aufwirft.

Auch Shallan macht einige wichtige Entdeckungen, sowohl in Bezug auf den Seelengießer als auch im Hinblick auf ihre eigenen Fähigkeiten. Das führt zu einer massiven Veränderung ihrer Position.

Dalinar wiederum ist sich nun zwar sicher, dass er nicht verrückt wird, weiß aber noch immer nicht, woher seine Visionen stammen und ob er ihnen trauen kann. Auch sein schwieriges Verhältnis zu Navani macht ihm zu schaffen. Bis Sadeas ihm – eher unfreiwillig – zu Hilfe kommt.

Letzten Endes haben sämtliche Charaktere am Ende an Selbstsicherheit gewonnen, sie sind alle an ihren Probleme ein Stückchen gewachsen. Diese Weiterentwicklung hat der Geschichte sehr gut getan und darf sich im nächsten Band ruhig noch weiter fortsetzen.

Gewonnen hat die Geschichte auch durch die Rückblenden in Kaladins Vergangenheit. Die gab es zwar auch schon im ersten Band, dort unterstrichen sie jedoch eher den depressiven Zustand Kaladins, während sie diesmal auch Antworten auf viele Andeutungen und Fragen liefern, zum Beispiel, wie Kaladin zum Sklaven geworden ist. Dadurch sind viele Zusammenhänge deutlich geworden, was die Handlung insgesamt kompakter und einheitlicher wirken lässt.

Der Aspekt der Magie wurde ebenfalls ausgebaut, und das in zwei verschiedene Richtungen, die zumindest bisher nichts miteinander zu tun zu haben scheinen.
Aufgrund all dieser neuen Entwicklungen stört es auch nicht allzu sehr, dass Shallan sich noch immer fast ausschließlich im Bibliothekskomplex aufhält, und dass die Alethi noch immer in ihrem festgefahrenen Krieg mit den Parschendi festhängen, zumal durch die neue Taktik, für die Dalinar endlich einen Partner gefunden hat, auch hier das monotone Muster der bisherigen Kriegsführung aufgebrochen wurde. Und zu guter Letzt wartet Brandon Sanderson am Ende des Buches noch mit einer saftigen Überraschung auf.

Mit anderen Worten, jetzt, wo die Angelegenheit langsam Fahrt aufnimmt, wird es zunehmend spannend und interessant. Die Längen, die der erste Band teilweise noch aufwies, fehlen hier. Die Charaktere haben sich durch ihre Entwicklung ein wenig vertieft, und die Verwirrung, die der Leser im ersten Band angesichts vieler Andeutungen und fehlender Zusammenhänge noch empfand, löst sich allmählich auf. Trotzdem bleiben immer noch genug Fragen offen, um die Neugier auf den dritten Band wachzuhalten. Romantikfreunde setzt dieser Zyklus ziemlich auf Diät, aber wer es episch, geheimnisvoll und rätselhaft mag, ist hier auf jeden Fall richtig, zumal die diversen Kampf- und Schlachtszenen dafür sorgen, dass auch Actionfans nicht zu kurz kommen. Die Geduld, die es braucht, um sich einzulesen, lohnt sich spätestens ab dem zweiten Band.

Brandon Sanderson gehört zu denjenigen, die bereits als Kinder phantastische Geschichten schrieben. Sein Debütroman „Elantris“ erschien 2005, seither war er ungemein fleißig. Neben den |Sturmlicht-Chroniken| schreibt er an seinem Jugendbuchzyklus |Alcatraz|, der inzwischen bis Band vier gediehen ist, sowie an den beiden Serien |Warbraker| und |Dragonsteel|. Außerdem hat er das Angebot angenommen, nach Robert Jordans Tod dessen Zyklus |Das Rad der Zeit| zu Ende zu bringen. Auch dafür sind drei Bände veranschlagt, von denen zwei bereits erschienen sind. In der deutschen Übersetzung wurden die Bände offenbar geteilt, zusätzlich zu den beiden, im letzten Jahr erschienen Büchern wurden für Oktober zwei weitere angekündigt. Gleiches scheint auch für die |Sturmlicht-Chroniken| zu gelten, denn im englischen Original existiert bisher nur ein Band, während die deutsche Übersetzung mit „Der Pfad der Winde“ bereits bei Band zwei angekommen ist.

Hardcover: 784 Seiten
Originaltitel: The Way of Kings – The Stormlight Archive 1 (Teil 2)
Aus dem Amerikanischen von Michael Siefener
 ISBN: 978-3-453-26768-8
 http://www.randomhouse.de/heyne
 http://www.brandonsanderson.com

Der Autor vergibt: (4.5/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (7 Stimmen, Durchschnitt: 4,86 von 5)

Sanderson, Brandon – Weg der Könige, Der (Die Sturmlicht-Choniken 1, Teil 1)

Die Sturmlicht-Chroniken:

Band 1: „Der Weg der Könige“
Band 1 (Teil 2): „Der Pfad der Winde“ (08.08.2011)
Band 2: – angekündigt für Ende 2012 / Anfang 2013 –
Band 3: – angekündigt für „ein Jahr nach Band 2“ –

Kaladin ist der Sohn eines Chirurgen und wurde von seinem Vater dazu ausgebildet, ebenfalls Chirurg zu werden. Inzwischen ist er allerdings ein Sklave, der täglich ums Überleben kämpfen muss. Sein Wunsch, anderen Menschen zu helfen, scheint jedoch unverwüstlich zu sein …

Shallan ist eine junge Adlige, deren Familie in ziemlichen Schwierigkeiten steckt. Deshalb will sie unbedingt von Prinzessin Jasnah als Mündel angenommen werden. Diese Position würde sie in die Lage versetzen, einen kniffligen Plan in die Tat umzusetzen. Doch je besser Shallan ihre Mentorin kennen lernt, desto größer werden ihre Skrupel …

Szeth ist eine Waffe. Und diejenigen, die über den Einsatz dieser Waffe entscheiden, haben ihm einen extrem unangenehmen Auftrag erteilt: Töte den König von Alethkar!

Dalinar, der Bruder des Königs, war einst ein viel bewunderter, starker Krieger. In letzter Zeit aber hat er regelmäßig Anfälle und Visionen, die er nicht deuten kann. Dalinar ist überzeugt davon, dass diese Visionen wichtig sind, doch im Heer machen bereits Gerüchte über Schwäche und Wahnsinn die Runde …

„Der Weg der Könige“ ist ein richtig dicker Schinken, und das liegt nicht unbedingt an der Tiefe der Charakterzeichnung. Tatsächlich erfährt man über die Charaktere nicht allzu viel. Kaladin war schon als Junge hin- und hergerissen zwischen Heilen und Kämpfen, denn obwohl er Letzteres gar nicht gelernt hat, beherrscht er es ziemlich perfekt. Seine Überzeugung, auch durch Kämpfen andere Menschen retten zu können, wird allerdings schon bald über den Haufen geworfen. Wer – oder besser, was genau – Kaladin tatsächlich ist, erfährt der Leser jedoch nicht. – Schallan liebt vor allem die Naturwissenschaften, und wäre ihre Familie nicht in Gefahr, würde sie das Studium bei Prinzessin Jasnah in vollen Zügen genießen. Wie genau es aber gekommen ist, dass ausgerechnet sie die Familie retten muss, obwohl sie doch noch eine Menge Brüder hat, ist bisher nicht klar geworden. – Von Szeth erfährt man nur, dass ihm das Töten nicht gefällt. Was dazu geführt hat, dass er eine solche Aufgabe auferlegt bekam, ist nirgendwo erwähnt. – Und auch Dalinar ist zumindest bisher noch auf den inneren Kampf beschränkt, der sich in ihm abspielt, seine Unsicherheit im Hinblick auf seine Visionen und seine Bemühungen, das Reich zusammenzuhalten.

Ich fand es ein wenig schade, dass die Figuren so stark auf einige wenige Punkte ihrer Persönlichkeit beschränkt waren. Bei Dalinar störte es mich noch am wenigsten, Shallan dagegen wirkt schon ein wenig flach, und auch Kaladin darf sich durchaus noch entwickeln.

Ähnliches gilt für den Entwurf der Welt. Es ist eine kahle, abweisende Welt. Regelmäßig toben tödliche Stürme über das Land hinweg, was dazu geführt hat, dass selbst die Vegetation mit Stein gepanzert ist oder sich beim geringsten Anzeichen von Gefahr versteckt. Der Großteil der Handlung spielt auf einer Ebene, die in zahllose Stücke unterschiedlicher Größe zerbrochen ist. Die Spalten zwischen den Stücken sind schroff, tief und werden bei jedem Sturm von tödlichen Wassermassen geflutet. Ein wenig wohnlicher wirkt die Stadt, in der Schallan sich aufhält, allerdings beschränkt die Beschreibung sich hier großteils auf die Bibliothek, in der Shallan ihren Studien nachgeht.
Auch die Darstellung der Magie ist lückenhaft. Sie beruht bisher hauptsächlich auf Sturmlicht, einer Art Energie. Diese Energie wird gewonnen, indem Edelsteine dem Sturm ausgesetzt und dabei sozusagen aufgeladen werden. Diese Energie kann aber nicht nur für Magie, sondern auch für Maschinen benutzt werden. Edelsteine sind deshalb von immenser Bedeutung und werden auch als Zahlungsmittel benutzt. Szeth allerdings scheint die Energie direkt in sich aufzunehmen, wie er das schafft, ist unklar.

Dabei wäre genug Raum gewesen, um diesbezüglich etwas mehr ins Detail zu gehen. Zumindest hätte man die Handlung zugunsten dieser Details problemlos ein wenig kürzen können, denn stellenweise zieht sie sich schon ziemlich. Vor allem der Teil in den Kriegslagern hätte Straffung vertragen. Nicht, dass es uninteressant gewesen wäre, wie Kaladin sein persönliches Tief überwindet und erneut den Kampf ums Überleben auf für seine Leidensgenossen aufnimmt, oder wie die Situation für Dalinar immer schwieriger wird. Was stört, ist die Tatsache, dass sonst nichts geschieht. Ich hätte nicht gedacht, dass ich so was mal sagen würde, aber hier wurde schon ein wenig zu viel Augenmerk auf die Entwicklung von Personen gelegt, vor allem, weil sich diese Entwicklung nur auf einen einzigen Punkt bezog.

Vielleicht hätte Brandon Sanderson diesen Eindruck ein wenig abmildern können, wenn er seine Handlungsstränge etwas mehr gemischt hätte. Statt dessen hat er sich stets über längere Zeit auf höchstens zwei dieser Stränge konzentriert und die anderen währenddessen komplett ruhen lassen. Im Falle von Szetz ist es sogar so, dass er fast nur in den Zwischenspielen vorkommt und kaum als eigener Handlungsstrang bezeichnet werden kann.

Insgesamt blieb ein durchwachsener Eindruck zurück. Es braucht Zeit, bis man sich eingelesen hat, da der Autor von Anfang an ziemlich gnadenlos mit spezifischen Begriffen um sich wirft, deren Bedeutung der Leser sich erst erschließen muss. Die Ideen im Zusammenhang mit der Magie, der Kultur und der Historie der Welt klingen aber sehr vielversprechend, die Figuren sind sympathisch und nachvollziehbar. Ein Plot ist bisher allerdings kaum auszumachen, da die Handlung trotz diverser Kämpfe gegen Feinde und Ungeheuer großteils auf der Stelle tritt. Da es sich um einen Mehrteiler handelt, ist davon auszugehen, dass Figuren, Magie und Historie noch weiter ausgebaut werden, schließlich gibt es eine ganze Menge Fragen zu beantworten, und darauf bin ich ziemlich neugierig. Ich hoffe allerdings, dass sich die Handlung im nächsten Band etwas zügiger entwickelt, als sie es bisher getan hat.

_Brandon Sanderson gehört_ zu denjenigen, die bereits als Kinder phantastische Geschichten schrieben. Sein Debütroman „Elantris“ erschien 2005, seither war er ungemein fleißig. Neben den Sturmlicht-Chroniken schreibt er an seinem Jugendbuchzyklus Alcatraz, der inzwischen bis Band vier gediehen ist sowie an den beiden Serien Warbraker und Dragonsteel. Außerdem hat er das Angebot angenommen, nach Robert Jordans Tod dessen Zyklus Das Rad der Zeit zu Ende zu bringen. Auch dafür sind drei Bände veranschlagt, von denen zwei bereits erschienen sind. In der deutschen Übersetzung wurden die Bände geteilt, zusätzlich zu den beiden, im letzten Jahr erschienen Büchern wurden für Oktober zwei weitere angekündigt. Gleiches gilt auch für die Sturmlicht-Chroniken, denn im englischen Original existiert bisher nur ein Band, trotzdem kommt im August eine Fortsetzung unter dem Titel „Der Pfad der Winde“ in die deutschen Buchläden.

Hardcover: 896 Seiten
Originaltitel: The Way of Kings – The Stormlight Archive 1 (Teil 1)
Aus dem Amerikanischen von Michael Siefener
 Mit zehn Schwarzweiß-Abbildungen
 ISBN: 978-3-453-26717-6
http://www.randomhouse.de/heyne
 http://www.brandonsanderson.com

Der Autor vergibt: (4.0/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (2 Stimmen, Durchschnitt: 5,00 von 5)

Brandon Sanderson – Der Weg der Könige (Die Sturmlicht-Choniken 1, Teil 1)

Die Sturmlicht-Chroniken:

Band 1: „Der Weg der Könige“
Band 1 (Teil 2): „Der Pfad der Winde“
Band 2: „Die Worte des Lichts“
Band 3: „Die Stürme des Zorns“

Die Handlung:

Dies ist die Geschichte von Dalinar, Heerführer von Alethkar und Bruder des ermordeten Königs. Seit dem Tod des Königs sind die Fürsten des mächtigsten Reiches von Roschar zerstritten, und der Krieg mit dem Barbarenvolk im Osten zieht sich länger hin als erwartet. Dabei trägt Fürst Dalinar nicht nur schwer an dem Vermächtnis seines toten Bruders, sondern auch an den unheimlichen Visionen, die ihn des Nachts überfallen: Visionen aus einem vergangenen Zeitalter, als die Völker von Roschar vereint waren, als die Menschen noch Seite an Seite mit den Göttern kämpften und die magischen Schwerter dem Schutz des Lebens dienten. Visionen, die in Fürst Dalinar nicht nur eine neue Hoffnung auf Einheit unter den Menschen wecken, sondern auch eine tiefe Furcht. Denn noch weiß keiner, welches Schicksal die Zukunft von Roschar für all jene bereithält, die das Rätsel der Vergangenheit lösen können … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Verlage halten sich ungern zurück, wenn es um das Bewerben eines neuen Titels geht. Gern wird auch mal ein Fantasy-Roman aus dem eigenen Programm als neuer „Herr der Ringe“ vorab gefeiert. Einige Romane können dem standhalten, einige nicht. „Der Weg der Könige“ von Brandon Sanderson scheint ein Weg zu werden, den einige sicher gern mitgehen werden. Ich schreibe „werden“, da dieses Buch der Auftakt einer geplant zehnbändigen Reihe und noch nicht abzusehen ist, womit der Autor noch aufwartet.

In diesem Buch wartet er auf jeden Fall mit sehr vielen Erklärungen auf, um seine neue Welt zu erklären. Auf knapp 900 Seiten wird der Leser überwiegend in die Welt eingeführt, statt mit abenteuerlicher Handlung konfrontiert. Es wird sicher nicht wenige Leser geben, die sich gute 500 Seiten dieses Buch hätten schenken wollen, um dem interessanten Ende schneller näher zu kommen oder um einfach wieder ein wenig neuer Action zu begegnen. Gegen Ende nimmt der Roman dann aber endgültig Fahrt auf und hinterlässt auch den allseits bekannten leicht faden Beigeschmack eines ersten Teils einer Reihe.

Freunde der epischen Fantasy werden allerdings durch die ausführliche, einbändige Einführung in alles rund um Roschar belohnt. Wie sieht die Tier- und Pflanzenwelt aus? Warum bauen die Bewohner ihre Unterkünfte in Höhlen oder aus Stein und alle zeigen in die gleiche Richtung? Was kann man mit den Edelsteinen noch so alles anstellen, außer sie als Währung zu gebrauchen? Geschichte, Religion, Mythologie, alles wird vom Autor erklärt, der sich offenbar richtig lange und richtig viele Gedanken darüber gemacht hat. Nach eigener Aussage seit Mitte der 1990er und teilweise noch weit davor.

Welcher der vielen Charaktere, die im Buch auftreten, wird später noch eine wichtige Rolle spielen? Kaladin, Schallan, Dalinar oder einer der anderen? Jasnah oder Szeth vielleicht? Wer ist hier eigentlich der Hauptgegner und was haben die Könige mit den magischen Schwertern vom Prolog mit allem zu tun? Was sagen die Visionen aus, die Dalinar quälen? Es sind eine Menge Infos und Fragen, die der Leser zu verarbeiten hat. Einige Fragen werden beantwortet, einige nicht. Fortsetzung folgt, wie das oftmals so ist.

Und so werden sich bei diesem Buch sicher die Lager teilen. Den einen wird zu viel erklärt und beschrieben anstatt eine Handlung voranzutreiben, so sie denn eine erkennen konnten und den anderen hat genau diese langsame und ausführliche Einführung in die neue Welt gefallen.

Die zum Teil farbigen Illustrationen und Karten im Buch sind wirklich schön anzusehen und das „Ars Arcanum“ am Ende gibt einen tabellarischen Überblick über die zehn Essenzen und ihre Eigenschaften.

Die Teilung von Romanen für den deutschen Sprachraum

Leider hat der Verlag nicht auf eine Teilung des Romans verzichtet und so ist der Roman zwar ein Brocken, dennoch aber nur die Hälfte von dem, was er hätte sein können. Leider wird dieses Vorgehen im Fantasy-Bereich gerne praktiziert, um den geneigten Fan mehrfach zur Kasse zu bitten. Beim „Rad der Zeit“ zum Beispiel hatte man sogar zum Teil drei Bücher aus einem gemacht.

Wo ich gerade beim „Rad der Zeit“ bin, einer von vielen Fantasy-Fans geliebten Reihe, kann ich direkt die Verbindung zu Brandon Sanderson herstellen. Denn nach dem Tod des Schöpfers Robert Jordan hat Brandon Sanderson den Auftrag bekommen, dessen vorgeschriebene Manuskripte aufzuarbeiten, um die Reihe so zum Abschluss zu bringen. Und das Material ist so umfangreich, dass es für drei Bücher reicht. Auf Englisch wohlgemerkt, denn auf Deutsch werden sie jeweils wie gehabt geteilt.

Und da Sanderson erstmal das letzte „Rad der Zeit“-Buch fertigstellen will, dauert es noch mindestens anderthalb Jahre, bis in den USA der zweite Band dieser Reihe erscheinen wird. Schade, aber, das Warten lohnt sich auf jeden Fall für alle, die eine lange Lese-Reise nicht scheuen oder bevorzugen.

Der Autor

Brandon Sanderson, 1975 in Nebraska geboren, schreibt seit seiner Schulzeit phantastische Geschichten. Er studierte Englische Literatur und unterrichtet Kreatives Schreiben. Sein Debütroman „Elantris“ avancierte in Amerika auf Anhieb zum Bestseller. Seit seinen Jugendbüchern um den jungen Helden Alcatraz und seiner großen Saga um die „Kinder des Nebels“ gilt der junge Autor auch in Deutschland als einer der neuen Stars der Fantasy. Er wurde auserwählt, Robert Jordans großen Fantasy-Zyklus „Das Rad der Zeit“ fortzuschreiben. Brandon Sanderson lebt mit seiner Familie in Provo, Utah. (Verlagsinfo)

Mein Fazit:

Der Auftakt zu einer epischen Fantasy-Reihe, die sich eine Menge Zeit lässt, so gut wie alles und jeden ausführlich vorzustellen. Wer nicht von einer Schlacht zur nächsten hetzen muss, kann hier eine schöne und interessante Zeit verbringen und richtig tief abtauchen. Und Roschar ist absolut eine Reise wert.

Hardcover: 896 Seiten
Originaltitel: The Way of Kings – The Stormlight Archive 1 (Teil 1)
Aus dem Amerikanischen von Michael Siefener
Mit zehn Schwarzweiß-Abbildungen
ISBN: 978-3-453-26717-6
www.randomhouse.de/heyne
www.brandonsanderson.com

Der Autor vergibt: (4/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (No Ratings Yet)

Sanderson, Brandon – Sturmklänge

Die junge Siri ist zwar eine idrisische Prinzessin, da sie aber die jüngste von vier Geschwistern ist, ist sie eigentlich ziemlich unwichtig. Zumindest glaubt sie das. Bis ihr Vater zu ihrem Schrecken plötzlich beschließt, sie an Stelle ihrer ältesten Schwester Vivenna als Braut nach Hallandren zu schicken.

Vivenna ist fast so entsetzt wie Siri. Immerhin wurde sie selbst seit frühester Kindheit darauf vorbereitet, Hallendrens Gottkönig zu heiraten. Wozu all diese harten Jahre strengster Erziehung, wenn ihr Vater nun auf einmal die jüngere Schwester ihr vorzieht? Vivenna ist nicht in der Lage, sich mit der neuen Situation einfach abzufinden …

Auch in Hallandren ist man überrascht – und mißtrauisch. Die Jüngste der Prinzessinnen ist ein unbeschriebenes Blatt, da alle hallandrenischen Spione auf die Älteste angesetzt waren. Was hat Hallandren von ihr zu erwarten? Unterwanderung? Ein Attentat? Oder gar Krieg?

Tatsächlich denkt Siri an nichts von all dem. Sie ist ein überschwänglicher Wildfang, der seine Zeit bisher damit verbracht hat, den Unterricht zu schwänzen und stattdessen in der Wildnis herumzustreifen. Aufgrund dieser fehlenden Erziehung ist sie noch ein wenig naiv, äußerst unbefangen und politisch völlig ahnungslos. Auf die neue Umgebung reagiert sie deshalb zunächst mit Angst und Unsicherheit. Da sie jedoch weit aufgeschlossener und unvoreingenommener ist als ihre Schwester, lernt sie mit der Zeit, sich zurechtzufinden.

Vivenna, die Siri nach Hallandren folgt, um sie aus den Fängen des Gottkönigs zu befreien, tut sich wesentlich schwerer damit, sich anzupassen. Die strenge und fromme junge Frau mit der ausgeprägten Selbstbeherrschung fühlt sich im Gegensatz zu Siri von der Flut der Farben und von der ungewohnten Kleidung der Leute in Hallandrens Hauptstadt abgestoßen. Je länger sie sich allerdings dort aufhält und je mehr sie erlebt, desto mehr geraten ihre Überzeugungen und Glaubenssätze ins Wanken …

Lichtsang, der Gott des Heldenmuts, dagegen hat keine Glaubenssätze. Im Gegenteil ist er fest davon überzeugt, kein Gott zu sein. Da er aber keine Möglichkeit hat, sich dem Kult um seine Person zu entziehen, flüchtet er sich in übertriebenen Spott und Leichtfertigkeit und weigert sich beharrlich, sich an den politischen Intrigen der Götter untereinander zu beteiligen.

Und dann wäre da noch Vasher, der Mann in der Rolle des geheimnisvollen Kämpfers. Sein Erscheinungsbild erinnert fast an einen Landstreicher, allerdings besitzt er ein ziemlich ungewöhnliches Schwert, das er auf noch ungewöhnlichere Weise benutzt.

Brandon Sanderson hat hier eine äußerst vielschichtige Charakterzeichnung abgeliefert. Keiner seiner Charaktere lässt sich von Anfang an in eine Schublade stecken, nicht einmal Nebenfiguren wie Blaufinger, der Haushofmeister des Palastbezirks. Gleichzeitig sind sie sehr lebendig und glaubwürdig gezeichnet, sowohl in ihrer Ausgangssituation als auch in ihrer Entwicklung, soweit vorhanden. Vor allem Lichtsang und Vivenna fand ich ausgesprochen gut gelungen, und selbst Vasher, über den man erst spät etwas und dann nur wenig erfährt, entwickelt ein gewisses Maß an Persönlichkeit.

Der Kontext, in den der Autor seine Figuren gesetzt hat, ist ziemlich komplex. Das fängt schon damit an, dass hier Magie und Religion nicht eindeutig zu trennen sind. Magie besteht zunächst darin, mithilfe von Farbe und menschlichem Hauch totes Material zum „Leben“ zu erwecken. Je nach Kommando kann das erweckte Material bestimmte Aufgaben erfüllen, ein Seil zum Beispiel etwas aktiv in die Höhe befördern.

Mit Hauch ist allerdings nicht einfach menschlicher Atem gemeint, sondern eine Art Energie. Jeder Mensch besitzt von Geburt an einen Hauch. Für die meisten Erweckungen ist jedoch mehr als ein Hauch erforderlich, außerdem bedeutet der Besitz einer großen Anzahl Hauche sowohl gesellschaftlichen Status als auch einen Zuwachs an Fähigkeiten und magischer Kraft.

Zugleich ist Hauch aber auch die Nahrung der Götter, die sie von ihren Gläubigen beziehen. Die Menschen können auch ohne Hauch leben, die Götter jedoch sterben, wenn sie nicht jede Woche einen menschlichen Hauch aufnehmen. Dabei besitzen sie selbst ebenfalls einen Hauch, der um ein Vielfaches stärker ist als der menschliche, den sie jedoch nicht einsetzen können, ohne zu sterben.

Der Einfluss der Götter basiert daher weniger auf ihrer im Grunde eher eingeschränkten magischen Macht als vielmehr darauf, dass sie „zurückgekehrt“ sind: Menschen, die aufgrund der besonderen Umstände ihres Todes erneut zum Leben erwacht sind. Das Volk betrachtet sie als besondere Beschützer, an die sie Bittgesuche richten, die sie um Rat fragen und Ähnliches.

Kommt die Politik dazu, wird die Sache noch komplizierter: Offiziell ist Idris lediglich eine Provinz Hallandrens. Allerdings herrschen dort die Nachkommen jener Familie, die einst auf dem Thron von Hallandren saß! Seit dem Vielkrieg, der zu dieser Situation geführt hat, fürchten die Götter und Priester von Hallandren, die Könige von Idris könnten irgendwann die Herrschaft über Hallandren zurückfordern. Dabei ist Idris dazu politisch gar nicht in der Lage, obwohl das kleine Gebirgsland sämtliche Pässe in die nördlichen Königreiche und nahezu sämtliche Kupfervorkommen des Landes kontrolliert.

Tatsächlich fürchtet Idris nichts mehr, als irgendwann von Hallandren doch noch vollständig unterworfen zu werden, denn seine Bewaffnung ist schlecht und die Anwendung von Magie ist in Idris aus religiösen und ethischen Gründen verpönt, Hallandren dagegen verfügt über eine ganze Armee von Leblosen, womit erweckte Leichen gemeint sind. So belauern sich beide Seiten gegenseitig voller Misstrauen und in ständiger Erwartung, dass der andere demnächst angreifen wird.

Dabei bildet der Rat der Götter, der über Hallandren herrscht, keineswegs eine einheitliche politische Front. Kriegsbefürworter stehen Kriegsgegnern gegenüber, und überall wird intrigiert und geschachert. Das geht so weit, dass eine der Göttinnen Siris unschuldige Naivität als Maske abtut, weil sie sich nicht vorstellen kann, dass jemand in dieser Position keine geheimen Absichten verfolgt.

Um das Maß vollzumachen, hat Brandon Sanderson seine Handlung auch noch auf mehrere Stränge verteilt. Während im Palast die verwirrte und eingeschüchterte Siri und der Gottkönig allmählich einander näherkommen, versucht Vivenna mit Unterstützung einer Söldnergruppe, eine Art Partisanenkrieg auf die Beine zu stellen, um den drohenden Krieg wenigstens bis zum Winter hinauszuzögern und Idris so eine bessere Position zu verschaffen. Von den Hallandrenern wird dies wiederum als Vorstufe zu einem Angriff durch Idris verstanden, was dazu führt, dass Lichtsang, der über zehntausend Soldaten der Leblosenarmee das Kommando hat, immer mehr ins Visier seiner göttlichen Kollegen gerät. Und dazwischen huscht Vascher hin und her, ohne dass klar wäre, auf welcher Seite er steht.

Alle diese Handlungsstränge sind nicht nur geschickt miteinander verbunden, sie bedingen einander und führen so zu einer immer stärkeren Zuspitzung der Situation. Und während der gesamten Entwicklung spielt der Autor gekonnt mit den Erwartungen des Lesers, nur um ihn dann mehrmals kräftig zu überraschen, was nicht nur für Abwechslung sorgt, sondern auch für wachsende Spannung.

Herausgekommen ist dabei ein dichter und facettenreicher Roman, dessen präziser Aufbau den Leser trotz aller Komplexität souverän durch die Handlung führt, der mit seinen ausgesprochen menschlichen und lebensechten Charakteren für jeden Leser eine Identifikationsfigur bietet, trotz aller Konflikte und Kämpfe ohne Splatter auskommt und auch ohne einen absoluten übermächtigen Bösewicht Spannung zu erzeugen weiß. Die einzelnen Aspekte sind hervorragend ausbalanciert, sodass das Buch weder actionlastig noch detailverliebt oder psychologisch überfrachtet daherkommt. Fantasy vom Feinsten!

Brandon Sanderson gehört zu denjenigen, die bereits als Kinder phantastische Geschichten schrieben. Sein Debütroman „Elantris“ erschien 2005, seither war er ungemein fleißig. Neben seiner Trilogie Mistborn schreibt er an seinem Jugendbuchzyklus Alcatraz, der inzwischen bis Band vier gediehen ist, sowie an Robert Jordans Zyklus Das Rad der Zeit, dessen vorletzter Band unter dem Titel „Towers of Midnight“ Anfang November in die Buchläden kommt. Außerdem erschien Ende August unter dem Titel „The Way of Kings“ der erste Band seines Zyklus‘ Die Sturmlicht-Chroniken.

Taschenbuch: 762 Seiten
Originaltitel: Warbraker
Deutsch von Michael Siefener
ISBN-13: 978-3453527133

 www.brandonsanderson.com

Der Autor vergibt: (5.0/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (2 Stimmen, Durchschnitt: 5,00 von 5)

Sanderson, Brandon – Herrscher des Lichts (Mistborn 3)

Mistborn

Band 1: „Kinder des Nebels“
Band 2: „Krieger des Feuers“

Nach der Schlacht um Luthadel versucht Elant Wager, inzwischen erneut König und Oberster Herrscher, sein Reich wieder zu einen und die Menschen in seiner Hauptstadt zu versammeln. Denn nur dort kommt noch genug Sonnenlicht zum Erdboden durch, um Pflanzen wachsen zu lassen. Vor allem aber braucht Elant den Zugang zu einer Höhle unter einem Ministeriumsgebäude in Fadrex. Vier Höhlen dieser Art haben sie bereits gefunden, und dort fanden sich vor allem Vorräte jeglicher Art, außerdem aber auch eine Metallplatte mit Hinweisen des ehemaligen Obersten Herrschers Raschek. Vin erhofft sich von der fünften Platte die Lösung des Rätsels, wie sie das Wesen bekämpfen kann, das sie unwissentlich an der Quelle der Erhebung frei gelassen hat und das offensichtlich ein gefährlicher Feind ist. Doch in Fadrex hat sich ein ehemaliger Obligator namens Yomen zum Herrscher aufgeschwungen und ist nicht bereit, mit Elant und Vin zusammenzuarbeiten.

Außerdem macht Urteau, ehemals Stammsitz der Wager, große Schwierigkeiten. Nach einer Volkserhebung herrscht hier der sogenannte Erste Bürger, der ebenfalls unter keinen Umständen mit Elant kooperieren will. Spuki, der hier Informationen sammelt, muss schon bald feststellen, dass es damit allein nicht getan ist …

TenSoon, der Kandra, der sich so sehr mit Vin angefreundet hatte, dass er den Vertrag der Kandra gebrochen hat, ist derweil in sein Heimatland zurückgekehrt, aber nicht nur, um seine verdiente Strafe auf sich zu nehmen, sondern auch, um sein Volk zu warnen. TenSoon ist sicher, dass bald ein Ereignis eintreten wird, das von den Kandra ein besonderes Opfer verlangen wird. Doch die Führer seines Volkes wollen ihm nicht glauben …

Die Stimmung in diesem dritten Band ist noch düsterer als in seinem Vorgänger. Ständig bebt die Erde, inzwischen regnet so viel Asche vom Himmel, dass sie ganze Landstriche verschüttet, und Marsch, Kelsiers Bruder, ist – wenn auch gegen den Willen seines eigenen Selbst – damit beschäftigt, immer neue Diener für das Geschöpf zu schaffen, das Ruin genannt wird. In diesem Zusammenhang wird eine dritte Art von Magie wichtig, die zwar bisher auch schon vor kam, aber noch nie beim Namen genannt wurde: die Hämalurgie. Zum ersten Mal erfährt der Leser, was es mit der Macht der Stahlinquisitoren auf sich hat und warum sie Allomanten und Ferrochemikern so weit überlegen sind. Dabei stellt sich Marschs Antwort auf die Frage, wie er zum Inquisitor gemacht worden sei, als ziemliche Untertreibung heraus.

Auch sonst ist dieser dritte Band ein gutes Stück blutiger ausgefallen als der erste. In den Kämpfen gegen die Kolosse, von denen es über das gesamte Buch verteilt gleich mehrere gibt, wimmelt es nur so von abgehackten Gliedmaßen und Köpfen.

Nicht ganz so drastisch geraten sind die Ereignisse in Urteau. Zwar ist auch Spuki mit einer Menge Grausamkeit konfrontiert, allerdings geht der Autor hier nicht ins Detail, was dem Leser die Möglichkeit gibt, seine Vorstellungskraft einfach mal eine Weile auszuschalten.

Tatsächlich sind die Ereignisse in Urteau während der ersten Hälfte des Buches ziemlich wichtig. So wichtig, dass auf diesem Handlungsstrang zunächst mehr Gewicht liegt als auf dem um die eigentliche Heldin Vin, die sich in Fadrex aufhält. Zum Einen geht es hier um die Hämalurgie, zum Anderen um Sazed, der sich nach Tindwyls Tod mit massiven Zweifeln an seiner Tätigkeit als Bewahrer herum schlägt. Beides ist sehr gut gemacht. Sazeds Ringen um seinen verlorenen Glauben dient nicht nur der Charaktervertiefung, es verstärkt auch die düstere Stimmung, die dem gesamten Band zu Grunde liegt, und die Veränderungen in Spukis Wesen drehen gehörig an der Spannungsschraube.
Leider reißt dieser Spannungsbogen etwa in der Mitte des Buches ab, als das Rätsel um die Hämalurgie gelöst ist. Daraufhin zieht die Handlung sich erst mal eine Weile, bis die Ereignisse in Fadrex etwas mehr in Schwung kommen. Mit dem zügigeren Erzähltempo kommen ein paar Haken, die die Handlung schlägt, und auch nochmal ein rasanter Kampf zwischen Vin und den Stahlinquisitoren. Die endgültige Zuspitzung dagegen empfand ich eher dramatisch als spannend, und der Schluss war – obwohl ich aufgrund der Zitate am Beginn der Kapitel recht früh ahnte, wer der Held aller Zeiten sein würde – eine echte Überraschung.

Allerdings ging es nicht ganz ohne logische Brüche ab. Zum Beispiel Sazeds Aussage, Spukis Botschaft, die er von Hauptmann Goradel hatte überbringen lassen, hätte sie alle gerettet. Tatsächlich jedoch hat Marsch diese Botschaft abgefangen.

Auch blieben einige Fragen offen: Warum sollte Raschek es für nötig gehalten haben, die Umlaufbahn des Planeten um die Sonne zu verändern? Was hat zu der Existenz der beiden Wesenheiten Ruin und Bewahr geführt? Und welches sind die beiden letzten allomantischen Metalle und welche Fähigkeiten verleihen sie? Fast scheint es, als hätte der Autor sich hier noch die Option für eine Fortsetzung offen gehalten.

Insgesamt fand ich Mistborn spannend und interessant. Vor allem die Idee der Metalle und ihrer Nutzung hat mir gut gefallen und auch die Darstellung der Duelle zwischen Vin und ihren allomantischen Gegnern war sehr temporeich und gelungen. Dass mit dem Fortschreiten des Zyklus‘ immer mehr der sympatischen Charaktere aus Kelsiers Mannschaft weg fielen, fand ich dagegen schade. Im Grunde war das nur konsequent und normalerweise stört mich das auch nicht sonderlich, aber in diesem speziellen Fall hatte es massive Auswirkungen auf die Gesamtstimmung des Zyklus‘, die sich dadurch massiv verdüstert hat, was natürlich Absicht war.

In einer Sache dagegen ist Brandon Sanderson seiner eigenen Vorgabe nur teilweise treu geblieben: Das Ende ist durchaus nicht so unhappy, wie es sich auf seiner Homepage ursprünglich angehört hat. Der Schluss war aber so unerwartet und interessant, dass ihm dieses Detail keinen Abbruch tut. Alles in allem ein äußerst lesenswerter Zyklus.

Brandon Sanderson gehört zu denjenigen, die bereits als Kinder phantastische Geschichten schrieben. Sein Debütroman „Elantris“ erschien 2005, seither war er ungemein fleißig. Neben seiner Trilogie Mistborn schreibt er an seinem Jugendbuchzyklus Alcatraz, der inzwischen ebenfalls bis Band drei gediehen ist, sowie an den beiden Serien Warbraker und Dragonsteel. Außerdem hat er das Angebot angenommen, nach Robert Jordans Tod dessen Zyklus Das Rad der Zeit zu Ende zu bringen und so kam im Herbst 2009 Band 12 des Zyklus‘ unter dem Titel „The Gathering Storm“ in die Buchläden. Bis zum endgültigen Schluss sollen noch zwei weitere Bände folgen.

Taschenbuch: 992 Seiten
ISBN-13: 978-3453523388
 Originaltitel: The Hero of Ages – Mistborn 3
 Deutsch von Michael Siefener
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Der Autor vergibt: (5.0/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (1 Stimmen, Durchschnitt: 5,00 von 5)

Sanderson, Brandon – Krieger des Feuers (Mistborn 2)

Mistborn

Band 1: „Kinder des Nebels“

Vin ist es tatsächlich gelungen, den Obersten Herrscher zu töten. Jetzt ist das Reich zerfallen und obwohl es dem idealistischen, jungen Elant Wager gelungen ist, sich zum König über Luthadel zu machen, die Skaa zu befreien und der Stadt eine Verfassung zu geben, ist seine Herrschaft alles andere als stabil. Der neu gebildete Rat ist ständig zerstritten, die Versorgung der Menschen ist nicht gesichert und dann taucht auch noch eine Armee vor den Toren der Stadt auf.

Eine weit gravierendere Folge als das politische Chaos, das der Tod des Obersten Herrschers hinterlassen hat, ist jedoch etwas ganz anderes. Etwas Schleichendes, Ungreifbares, und die einzigen, die es zu bemerken scheinen, sind Vin … und Sazed.

Vin verändert sich in diesem Band nicht allzu sehr. In ihrer Beziehung zu Elant ist sie noch unsicher. Seinen Heiratsantrag hat sie abgelehnt, weil sie das Gefühl hat, nicht gut genug zu ihm zu passen, schließlich ist sie weder adlig noch besonders weiblich und nicht im mindesten repräsentativ. Noch mehr beunruhigt sie allerdings das, was sie beobachtet, wenn sie nachts die Stadt durchstreift und auf dem Dach über Elants Arbeitszimmer sitzt, um ihn vor Attentätern zu schützen.

Elant ist viel zu beschäftigt mit der prekären Situation, in der sich Luthadel befindet, um auf Vins zaghafte Hinweise einzugehen, er hält sie einfach für überarbeitet, schließlich schläft sie kaum. Außerdem glaubt auch er, dass Vin eigentlich jemand Besseren als ihn verdient hat, schließlich ist sie eine mächtige Allomantin, während er nur ein glückloser König ist, der weder von seinen Gegnern respektiert wird noch von seinem Volk.

Etwas gegen Letzteres zu unternehmen, ist Tindwyl extra aus Terris nach Luthadel gereist. Die strenge Bewahrerin ist Mitglied der Synode, der geheimen Anführer der Terriser, und sie ist nur gekommen, weil Sazed sie darum gebeten hat. Denn eigentlich hält sie nichts davon, sich in die aktuelle Politik einzumischen. Und so erteilt sie Elant auch keinerlei Rat im Hinblick auf die Entscheidungen, die er zu treffen hat. Dafür poliert sie seine äußere Erscheinung kräftig auf. Mit erstaunlichem Erfolg.

Nicht ganz so konstruktiv verhält sich Zane. Der Nebelgeborene ist sozusagen die Geheimwaffe von Straff Wager, Elants Vater. Eine ziemlich widerwillige Geheimwaffe! Zane ist es leid, von seinem Vater benutzt zu werden, zumal er keinerlei Achtung für den arroganten Tyrannen hegt. Noch viel dringender als von seinem Vater will er jedoch von der Stimme befreit sein, die er ständig hört. Aus irgendeinem Grund ist er der Meinung, dass Vin die einzige ist, die ihm helfen kann. Und so spielt Zane sein eigenes Spiel …

Was die bereits bekannten Charaktere angeht, kann man nicht unbedingt von einer Vertiefung sprechen. Die Selbstzweifel, die Vin noch immer quälen, und nicht nur Vin sondern auch Elant, erhalten die beiden jedoch weiterhin menschlich und verhindern ein Abrutschen ins Klischee des selbstaufopfernden Helden, was vor allem im Falle des idealistischen Elant wichtig ist. Die beiden Neuzugänge Tindwyl und Zane sind zwar ebenfalls nicht unbedingt tief schürfend, aber doch lebendig und erfreulich eigenständig dargestellt. Vor allem Zane und sein seltsames Verhalten waren ein Gewinn, und sei es nur, weil hier jemand geheimnisvoll, gefährlich und verzweifelt ist, ohne gleichzeitig sexy und gutartig zu sein.

Tatsächlich ist es so, dass Zane nicht nur durch sein eigenartiges Werben um Vin interessant wirkt, er ist auch für die Handlung als solche wichtig. Die Stimme, die er hört, hat wohl nicht nur aus Jux und Tollerei in seinem Kopf herum gespukt. Und auch die Andeutung im Hinblick auf den Nebelmantel, den er nie trägt, lässt vermuten, dass weit mehr hinter seiner Person steckt als nur ein Mann, der versucht, unsichtbare Ketten zu sprengen. Wenn meine Vermutung allerdings stimmen sollte, dann müsste er seinen Kampf mit Vin eigentlich überlebt haben.
Genau betrachtet ist Zane – zusammen mit Vin – derjenige, der die beiden Handlungsstränge miteinander verbindet.

Der eine Strang ist der politische. Hier geht es um Macht und Herrschaft, um Intrigen und Verrat. Straff Wager ist nicht der einzige Adlige, der Elant die Herrschaft über Luthadel streitig macht und im Rat sitzen durchaus nicht nur Männer, die hauptsächlich das Wohl des Volkes im Sinn haben. Außerdem hat sich ein Spion in den engeren Kreis um Elant und Vin eingeschlichen. Das zieht einige Verwicklungen und Wirrungen nach sich.

Der andere Strang ist der magische. Und der ist mindestens so verworren wie der politische. Was Vin mit ihren Instinkten längst ahnt, will Sazed wissenschaftlich beweisen. Doch er stolpert immer wieder über Widersprüche. Der Dunkelgrund und die Legenden über den Helden aller Zeiten sind ein Rätsel, das sich durch das gesamte Buch zieht und durch Sazeds Vergleiche mit anderen Texten und Vins Beobachtungen nur immer verwirrender zu werden scheint.

Während Sazed vorwiegend mit seiner Forschung und Elant und Kelsiers alte Mannschaft fast ausschließlich mit Politik beschäftigt sind, sind Vin und Zane die einzigen, die für beide Teile der Handlung eine Rolle spielen.

Bis die Ausgangspositionen für beide Handlungsteile aufgebaut sind, dauert es eine Weile und anfangs tat ich mich ein wenig schwer, bei der Sache zu bleiben. Der kurze, aber heftige Kampf ganz zu Anfang des Buches hatte zwar meine ungeteilte Aufmerksamkeit, doch dann zog sich die Entwicklung der Ereignisse etwas, bis die Handlung endlich richtig in Fahrt kam. Danach aber konnte ich das Buch kaum noch weg legen!
Dabei waren es nicht die geschickt aufgebauten magischen und politischen Verwicklungen allein, die mich gefangen nahmen. Viele Details am Rande geben der Geschichte zusätzlich Leben und Farbe, zum Beispiel Vins Gespräche mit ihrem Kandra. Die Informationen, die hier auftauchen, sind nicht nur später für die Handlung wichtig, sie erweitern auch den Hintergrund, vor dem die Geschichte spielt.

Positiv auch der überraschende Schluss des Buches. Dass all das Gerangel der Mächtigen und Möchtegernmächtigen letztlich zu einer Schlacht führen würde, war abzusehen, dennoch ist es dem Autor gelungen, den Verlauf der Kämpfe abwechslungsreich zu gestalten und dabei nicht allzu sehr in blutigen Details zu versinken. Nach einer kurzen Atempause zieht er die Spannung noch ein weiteres Mal an. Durch die vielen, teilweise extrem kurzen Zitate zu Beginn jeden Kapitels sowie Sazeds angestrengtes Nachgrübeln über die Bedeutung der Texte, die er studiert hat, ist dem Leser klar, dass hier ein Haken liegt. Und bis zuletzt rätselt er, wo und wie er wohl umgangen werden kann.

Einziger Wehrmutstropfen an diesem zweiten Band ist, dass mir Kelsier ein wenig fehlte, nicht nur die Figur als solche, sondern auch ihre Wirkung auf die Mitglieder der Mannschaft. Sie alle wirkten diesmal etwas gedämpft, sofern sie überhaupt auftauchten. Denn das Augenmerk liegt diesmal so stark auf Elant und Vin, dass die Mannschaft ein wenig an den Rand gedrängt wird. Die Stimmung fällt dadurch düsterer aus als im ersten Band, was durch das weit weniger positive Ende des Buches noch verstärkt wird. Der Neugier auf das Finale tut das allerdings keinen Abbruch.

Brandon Sanderson gehört zu denjenigen, die bereits als Kinder phantastische Geschichten schrieben. Sein Debütroman „Elantris“ erschien 2005, seither war er ungemein fleißig. „Kinder des Nebels“ ist der erste Band seiner Trilogie Mistborn, die auf Englisch bereits komplett erschienen ist und deren dritter Band unter dem Titel „Herrscher des Lichts“ im April auf deutsch erscheinen soll. Des Weiteren schreibt er an seinem Jugendbuchzyklus Alcatraz, der inzwischen ebenfalls bis Band drei gediehen ist, sowie an den beiden Serien Warbraker und Dragonsteel. Außerdem hat er das Angebot angenommen, nach Robert Jordans Tod dessen Zyklus Das Rad der Zeit zu Ende zu bringen, und so kam im Herbst 2009 Band 12 des Zyklus‘ unter dem Titel „The Gathering Storm“ in die Buchläden. Bis zum endgültigen Schluss sollen noch zwei weitere Bände folgen.

Taschenbuch: 896 Seiten
ISBN-13: 978-3453523364
 Originaltitel: The Final Empire 1 – Mistborn
 Deutsch von Michael Siefener
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Der Autor vergibt: (5.0/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (1 Stimmen, Durchschnitt: 5,00 von 5)

Brandon Sanderson – Kinder des Nebels (Mistborn 1)

Vin ist sechzehn und auf der Straße aufgewachsen. Überlebt hat sie nur, weil ihr großer Bruder ihr eingebläut hat, keinem Menschen jemals zu vertrauen – und weil sie etwas besitzt, was sie ihr Glück nennt: Eine Art innere Energie, die sie befähigt, andere Menschen zu besänftigen. Damit kommt sie zumindest einigermaßen über die Runden.

Doch eines Tages tauchen zwei Männer im Schlupfwinkel ihrer Bande auf, die ihr gesamtes bisheriges Leben auf den Kopf stellen! Plötzlich findet sie sich in einer Truppe von Revolutionären wieder, die versuchen, den Obersten Herrscher zu stürzen. Ein wahnwitziges Unterfangen, denn der Oberste Herrscher ist nicht einfach nur ein mächtiger Mann. Er ist ein Gott!

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Sanderson, Brandon – Alcatraz und die dunkle Bibliothek

Alcatraz ist schon ein wirklich merkwürdiger Name für einen Jungen. Andererseits ist Alcatraz Smedry auch ein ziemlich seltsamer Junge. Immerhin geht nahezu alles zu Bruch, was er in die Hand nimmt, von komplizierter Technik bis hin zu einfachsten Dingen wie Kochtöpfen und Türklinken. Und als würde ihm diese absonderliche Tatsache im alltäglichen Leben nicht schon genug zu schaffen machen, steht eines Tages auch noch ein alter Mann vor der Tür und behauptet, sein Großvater zu sein. Innerhalb von Minuten verwandelt sich Alcatraz‘ Leben in völliges Chaos, gerade so, als hätte er es selbst in die Hand genommen …

Um es gleich vorweg zu sagen: Dieses Buch ist schlicht nur schräg!

Alcatraz scheint im Grunde ja ein recht normaler Teenager zu sein. Seine Kindheit bestand darin, ständig von einer Pflegefamilie zur nächsten abgeschoben zu werden, und die daraus resultierenden Verlustängste haben dazu geführt, dass er sich gegenüber seiner Umwelt komplett abgeschottet hat. Was natürlich nicht heißen soll, dass er sich nicht immer noch ein intaktes, stabiles Zuhause wünscht, nur scheint dieser Wunsch angesichts der Schäden, die Alcatraz bei jeder Gelegenheit anrichtet, völlig unerfüllbar.

Sein Großvater ist da schon ein wenig abgedrehter. Der wuselige und stets gutgelaunte kleine Mann mit dem weißen Haarkranz und Schnauzbart trägt nicht nur einen Frack und ständig wechselnde Brillen mit bunten Gläsern, er fährt auch einen Oldtimer, der gerade mal Schrittgeschwindigkeit schafft, und hält das Wort „schön“ für einen Fluch.

Außerdem wäre da noch Sing Sing erwähnenswert, ein Hüne von einem Mann, der in einem blauen Kimono herumläuft, aber statt eines Samuraischwertes ein Gewehr auf dem Rücken mit sich herumträgt, zusätzlich zu einer ganzen Anzahl großkalibriger Hand- und Schnellfeuerwaffen, die er in diversen Halftern an Arme und Beine geschnallt hat.

Das mürrische, junge Mädchen in Alcatraz‘ Alter dagegen hat außer seiner scharfen Zunge nur eine kleine Handtasche dabei, die sie, wenn sie sich ärgert, den Leuten um die Ohren haut.

Ihr Gegenspieler wirkt in seinem eleganten schwarzen Anzug und mit seinem verbindlichen Lächeln neben dieser seltsamen Gruppe geradezu gewöhnlich. So lange er vor sein verbliebenes Auge nicht ein Monokel hält, dessen Glas farbig ist …

Und das ist erst der Anfang. Denn mit den bereits mehrfach erwähnten bunten Brillengläsern hat es eine Bewandtnis. Sie sind das Werkzeug der Okulatoren. Und je nachdem, woraus diese unterschiedlichen Linsen hergestellt wurden, kann der Okulator sie für das Verfolgen von Spuren, das Auffinden von Auren, aber auch als Waffe benutzen. Überhaupt scheint Glas der Rohstoff schlechthin zu sein, denn aus ihm werden nicht nur Linsen, sondern auch dehnbare Wände, unzerstörbare Gefängnisgitter und einbruchsichere Tresore hergestellt. In Anbetracht dessen wundert es den Leser kaum noch, dass man die Fahrzeuge, die Großvater Smedry und seine Truppe benutzen, weder betanken noch lenken muss.

Spätestens hier wird klar, dass der Leser es mit Magie zu tun hat. Und natürlich stürzt Alcatraz, der in einer völlig nichtmagischen Welt aufgewachsen ist, erst mal in ziemliche Verwirrung, als er erfährt, dass das ständige Demolieren von allem Möglichen seine magische Gabe ist, so wie es die Gabe seines Großvaters ist, stets zu spät zu kommen, oder die seines Vetters Sing Sing zu stolpern.

Schließlich, als wäre das alles noch nicht skurril genug, stellt sich heraus, dass Alcatraz‘ wohlbekannte, nichtmagische Welt nur deshalb so ist, weil die Bibliothekare dabei sind, die Welt zu erobern, indem sie Wissen unterdrücken. Die Ausmaße dieser Verschwörung nehmen mit fortschreitender Enthüllung immer aberwitzigere Züge an und stellen bald sämtliche Verschwörungstheorien, die je auf dieser Welt in Umlauf waren, völlig in den Schatten.

Nicht minder aberwitzig als die Verschwörung sind die Versuche des Autors, den Leser davon zu überzeugen, dass er nicht nur kein Held, sondern sogar ein ziemlich schlechter Mensch ist, was er hauptsächlich dadurch zu beweisen sucht, dass er der Autor eines Buches ist. Die regelmäßig eingestreuten Kommentare des Erzählers dienen zum einen dazu, dem Leser klarzumachen, was für linke Tricks Autoren anwenden, wenn sie ihre Geschichten erzählen, aber auch dazu, ihn von der geschilderten Verschwörung zu überzeugen.

Das Schräge an der Sache ist, dass Brandon Sanderson dabei so ziemlich alles verdreht und ins Gegenteil verkehrt. Nicht nur, dass Alcatraz sich ständig mit der bissigen Bastille darüber streitet, ob nun Schwerter oder Schusswaffen, Feuer oder elektrisches Licht, Treppen oder Aufzüge moderner und fortschrittlicher sind. Auch die Bezeichnung von Büchern, die in der wirklichen Welt spielen, als Fantasy und umgekehrt gehört dazu. Diverse Absurditäten wie die mit den Dinosauriern (selber lesen!) runden die ganze Sache ab.

Um ehrlich zu sein: Ich würde das Buch nicht als spannend bezeichnen. Aber es ist so verrückt und gleichzeitig so trocken erzählt, so voller Überraschungen und voller ironischer Anspielungen – sei es nun auf den Boom der Verschwörungstheorien, den |american way of thinking| oder die Literatur im Allgemeinen und ihre Produzenten im Besonderen – dass ich mich jederzeit köstlich amüsiert habe und gelegentlich laut lachen musste. Das Lesen dieses Buches hat wirklich Spaß gemacht.

Brandon Sanderson gehört zu denjenigen, die bereits als Kinder phantastische Geschichten schrieben. Sein Debütroman „Elantris“ erschien 2005, seither hat er weitere Romane geschrieben. „The final Empire“ und „The Well of Ascension“ sind Teile seiner Trilogie Mistborn. Außerdem arbeitet der Autor an zwei weiteren Serien, Warbraker und Dragonsteel. „Alcatraz und die dunkle Bibliothek“ ist der erste Band einer Jugendbuchserie, deren Fortsetzung unter dem Titel „Alcatraz und das Pergament des Todes“ im November dieses Jahres erscheint.

Originaltitel: Alcatraz Versus the Evil Librarians
Übersetzt von Charlotte Lungstrass
 Paperback, 304 Seiten

ISBN-13: 978-3-453-52414-9

www.brandonsanderson.com
http://www.heyne.de

Der Autor vergibt: (5.0/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (1 Stimmen, Durchschnitt: 5,00 von 5)

 

Sanderson, Brandon – Elantris

Eines Morgens erwacht Prinz Raoden von Arelon und stellt entsetzt fest, dass die Shaod ihn ereilt hat, die Verwandlung zum Elantrier. Noch vor zehn Jahren hätte ihn diese Verwandlung zu einem gottähnlichen, magischen Wesen gemacht. Doch heute, nach der Reod, die der strahlenden, magischen Stadt Elantris und ihren Bewohnern den Untergang brachte, bedeutet die Shaod ewige Verbannung ins Innere von Elantris‘ verrottenden Mauern. Doch Resignation liegt Prinz Raoden nicht …

Als Sarene, die Tochter des teoischen Königs und Raodens Braut, in Arelon eintrifft, wird ihr zu ihrer Überraschung mitgeteilt, dass Raoden verstorben sei. Dennoch beschließt Sarene zu bleiben. Zum einen verbieten ihr die Klauseln des Ehevertrages, einen anderen Mann als Raoden zu heiraten, zum anderen will sie das Bündnis zwischen Teod und Arelon nicht gefährden. Nur gemeinsam sind die beiden Länder in der Lage, sich gegen die wachsende Bedrohung aus Fjorden zu behaupten.

So kommt es, dass der hochrangige Priester namens Hrathen, der eben erst aus Fjorden eingetroffen ist, um die Arelenen zu bekehren, auf außergewöhnlich hartnäckigen Widerstand stößt. Es dauert allerdings nicht lange, da macht das Verhalten eines jungen Priesters namens Dilaf ihm weit mehr Sorgen als die Rückschläge im politischen Duell mit der teoischen Prinzessin …

Hrathen ist ein ziemlich leidenschaftsloser Mensch mit einem von Logik und Vernunft bestimmten Naturell. Seinem Gott bringt er weder Liebe noch Verehrung entgegen, er dient ihm, weil sein Verstand ihm sagt, dass die Religion des Shu-Dereth aufgrund ihrer Struktur die überlegene ist, zumindest in weltlicher Hinsicht. Die spirituelle Seite ist für den trockenen Denker zweitrangig. Kein Wunder, dass er seine Anhänger weniger durch seine Predigten gewinnt als durch sachliche und teilweise höchst handgreifliche Argumente, sprich: Bestechung und Erpressung. Zwar widersprechen diese Methoden den Lehren seiner Religion, doch diese Widersprüche argumentiert er geschickt weg. So lange, bis sich herausstellt, dass seine Maßnahmen nicht ausreichen.

Dilaf ist das genaue Gegenteil von Hrathen. Nur mit Mühe hält er seine Emotionen im Zaum, die fast ausschließlich aus fanatischem Hass gegen die Elantrier bestehen. Schon bald ist klar, dass ein so unversöhnlicher, gnadenloser Hass nicht allein aus religiösen Motiven entstanden sein kann. Und auch, dass er sich nicht allein durch Hrathens Befehle in Schach halten lässt. Obwohl Dilaf sich niemals offen widersetzt, kocht er sein eigenes Süppchen. Der Mann, den Hrathen ursprünglich für ein nützliches Werkzeug hielt, entpuppt sich als unbeherrschbar, und das in mehr als einer Hinsicht.

Sarene entspricht einem Frauentypus, der momentan äußerst beliebt ist: Sie ist intelligent, stark, selbstbewusst, politisch geschickt, und das alles in einer von Männern dominierten Gesellschaft, die diese Eigenschaften bei Frauen nur mäßig schätzt. Raodens Vater König Iadon nimmt sie nicht ernst, was er bald bereuen wird. Immerhin kann Sarene die Unterstützung von Raodens früherem Freundeskreis gewinnen und damit einige von Hrathens Maßnahmen durchkreuzen, was ihr den widerstrebenden Respekt des Priesters einbringt.

Raoden bekommt von all dem zunächst nichts mit. Er ist damit beschäftigt, seine Situation zu verbessern, und nicht nur seine. Raoden kann hervorragend mit Menschen umgehen, er ist verantwortungsbewusst, hartnäckig und ein unverwüstlicher Optimist. Nicht nur, dass er bestrebt ist, aus Elantris‘ Elend so viel Gutes wie möglich herauszuschlagen, er will auch unbedingt hinter das Geheimnis des AonDor, der elantrischen Magie kommen. Trotz der Skepsis seines Freundes Galladon ist Raoden überzeugt, dass in dem Geheimnis um Elantris‘ Untergang der Schlüssel zu ihrer aller Rettung liegt.

Sandersons Charakterzeichnung ist eine recht gemischte Angelegenheit. Die Personen sind zwar stellenweise durchaus detailliert dargestellt, haben Gedanken und Gefühle, diese bleiben aber doch noch zu sehr am Rande, um für eine wirklich tiefgründige Darstellung auszureichen. Auch haben Raoden und Sarene einen gewissen Hang zum Klischee: Raoden ist zu sehr der perfekte Prinz, und auch Sarene besitzt einfach zu wenig eigene Charakteristika, um aus dem Gros der emanzipierten Protagonistinnen herauszustechen. Dilaf ist allein deshalb ungewöhnlich, weil mir seine am Ende aufgedeckte Vorgeschichte nicht ganz stimmig schien: Ein Gefühl wie Liebe passt irgendwie nicht zu jemandem, der Dinge tut, wie dieser Mann sie getan hat. Gelungen fand ich dagegen die Darstellung Hrathens, der durch Dilaf immer mehr in Bedrängnis gerät und letztlich in einen Gewissenskonflikt stürzt, aus dem er sich nur mit Mühe befreien kann.

Nicht ganz so durchwachsen ist die Handlung geraten. Anfangs zieht sie sich etwas, Sanderson lässt sich viel Zeit mit der Einführung seiner Personen und Situationen. Auch sind die ersten kleinen Geplänkel zwischen Sarene und Hrathen noch nicht gerade weltbewegend. Erst als Raoden sich dem Studium des AonDor zuwendet und Sarene ihre Witwenprüfung ablegt, kommt allmählich Schwung in die Geschichte. Wirklich interessant wird es, als Sarene herausfindet, was es mit König Iadons Geheimgang auf sich hat. Ab diesem Zeitpunkt wartet der Autor immer wieder mit gelegentlichen Haken auf, die den Ereignissen eine neue Wendung geben, sowie mit diversen Andeutungen, die dem Leser einige unangenehme Ahnungen bescheren. Zugleich zieht das Erzähltempo spürbar an. All das führt dazu, dass sich der Spannungsbogen im letzten Drittel massiv strafft.

Abgesehen vom Spannungsbogen bietet die Geschichte auch einen gelungenen Handlungshintergrund. Die Aonen und ihre Verbindung zu Arelon fand ich eine interessante Idee. Auch wenn der Autor nur so weit ins Detail gegangen ist, wie es für die logischen Zusammenhänge der Ereignisse notwendig war, bildete die Knobelei, diese wenigen Dinge herauszufinden, eine angenehme Abwechslung zu den politischen Ränken außerhalb Elantris. Weitere Aspekte aus der „Umgebung“ – die Nachbarländer, die jeskerische Religion, ja selbst die eigentliche Religion der Arelenen, der Shu-Kareth – werden nur oberflächlich gestreift. Einerseits schade, andererseits nicht wirklich wichtig, und eine detaillierte Ausarbeitung all dieser Aspekte hätte auf jeden Fall den Rahmen des ohnehin schon knapp neunhundert Seiten dicken Romans gesprengt.

Umso erstaunlicher, dass es keine Fortsetzung gibt. Wie gesagt, Potenzial für eine weitere Ausarbeitung der Welt wäre vorhanden, und Sanderson selbst deutet mit den Überlegungen, die er Raoden am Ende des Buches in den Kopf setzt, durchaus in diese Richtung. Zudem ist eigentlich nicht anzunehmen, dass ein Mann mit so absolutem Herrschaftsanspruch wie der Wyrn von Fjorden diesen aufgibt, nur weil er ein paar Mönche verloren hat. So kommt es, dass die Geschichte letztlich fast ein wenig unfertig wirkt. Vielleicht gewöhnt man sich aber auch einfach nur daran, dass so viele Autoren beim Schreiben einer Geschichte einfach kein Ende finden.

Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen. Zwar war die Einlesephase etwas lang, und die Charaktere sowie der Entwurf der Welt blieben zugunsten der Handlung ein wenig auf der Strecke, letztlich aber entwickelte sich aus dem Schlagabtausch zwischen Hrathen und Sarene, Raodens Detektivarbeit in Elantris und dem zunehmenden Druck durch Dilaf ein interessanter und zunehmend spannender Roman mit rasantem Ende.

Das Lektorat war ausnehmend gut. Schade fand ich nur, dass der Kartenausschnitt so klein geraten ist. Ohne den ovalen Rahmen wären einige Dinge bezüglich des AonDor vielleicht leichter nachzuvollziehen gewesen. Dem Verständnis der Inhalte hat es aber nicht geschadet.

Brandon Sanderson gehört zu denjenigen, die bereits als Kinder phantastische Geschichten schrieben. Sein Debütroman „Elantris“ erschien 2005, seither hat er drei weitere Romane geschrieben. „The final Empire“ und „The Well of Ascension“ sind Teile seiner Trilogie Mistborn, sein neuestes Buch „Alcatraz versus the Evil Librarians“ ist ein Jugendbuch und erscheint jetzt im Herbst auf Englisch. Außerdem arbeitet der Autor an zwei weiteren Serien, Warbraker und Dragonsteel. Er lebt mit seiner Frau in Provo, Utah.

Originaltitel: Elantris
Übersetzt von Ute Brammertz
 Paperback, 896 Seiten, 13,5 x 20,6 cm
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Der Autor vergibt: (4.0/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (2 Stimmen, Durchschnitt: 4,50 von 5)