Schlagwort-Archive: Hörbuch

Maeve Binchy – Wiedersehen bei Brenda (Lesung)

Dubliner Geschichten

Das Quentins ist in Dublin eine Institution. Hier isst man nicht nur gut, hier trifft man sich, wenn man ungestört sein will, und fühlt sich unter den liebevollen Blicken der Besitzer Patrick und Brenda Brennan gut aufgehoben.
Jedes Mitglied des Personals hat seine eigene Geschichte zu erzählen und kann von Zeiten berichten, in denen es dem Quentins gar nicht so glänzend ging – und von anderen, in denen der Ruhm des Restaurants die Stadtgrenzen
weit überschritt.

Die junge Ella Brady bekommt den Auftrag, einen Dokumentarfilm über diese Dubliner Institution zu machen, und lernt dabei Menschen kennen, die ihr unvergesslich bleiben werden: Monica, die stets fröhliche australische Kellnerin, und Blouse, Patricks Bruder, hinter dessen scheinbarer Schlichtheit sich ein wacher Geist und ein Herz aus Gold verbergen. Und Ella begegnet Menschen, die dem Leser aus früheren Binchy Romanen wohlvertraut sind:
die vorwitzigen Zwillinge aus Cathys Traum oder die Signora aus der Irischen Signora. Am Ende stellt sich Ella die Frage, ob es wirklich so eine gute Idee ist, die Geschichten aus dem Quentins zu verfilmen. Denn manche Geschichten
bleiben eben besser unerzählt … (Verlagsinfo)
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Allison Pearson – Working Mum (gekürzte Lesung)

Karrieremütter managen das Chaos

Kate Reddy dreht in aller Herrgottsfrühe auf und geht erst um Mitternach, möglichst nach einem Vollbad, ins Heiabettchen. Dort wartet schon der Göttergatte mit seinen sexuellen Ansprüchen. Denen weicht sie gekonnt durch ausgedehntes Zähneputzen aus, so dass sie am Morgen danach mehr Zeit für die Zeit unter der Dusche und am PC (Mails!) hat. Ansonsten hat die fleißige Biene Kate fast alles im Griff – bis ein weiterer Mann ihren Weg kreuzt.

Die Romanvorlage, die sich in USA und UK 4 Mio. Mal verkaufte, wurde 2011 relativ erfolgreich mit Sarah Jessica Parker und Pierce Brosnan verfilmt.
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Dieter Wellershoff – Der Liebeswunsch (Hörbuch)

Im Viereck der Begierden: Liebeswahn und Liebestod

Wellershof erzählt in seinem Roman die dramatische Geschichte eines Ehebruchs und dessen Folgen. Marlene hat vor Jahren ihren Mann Leonhard verlassen, um mit dessen bestem Freund Paul zusammenzuleben. Nur mühsam gelang es ihnen, den Freundschaftsbund wieder in Balance zu bringen. Als Leonhard die junge Anja heiratet, scheint das Glück wiederhergestellt. Aber Leonhard kann Anjas verzweifelten Wunsch nach Liebe nicht erfüllen. Und so wiederholt sich die Geschichte. Anja betrügt ihren Mann mit Paul – und zahlt dafür einen hohen Preis…

Der Autor erzählt die subtile Dramatik des Geschehens aus den wechselnden Perspektiven seiner Figuren. Man erlebt sie in ihren privaten und beruflichen Lebenswelten uns blickt in die Intimität ihrer heimlichen Gedanken und Gefühle. Jeder versucht die anderen zu durchschauen und zu beeinflussen, während sich etwas vollzieht, das ihnen allen aus der Hand gleitet. (Verlagsinfo)
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Carlo Collodi – Pinocchio

Lehrreiche Abenteuer eines hölzernen Straßenjungen

Wer kennt ihn nicht, den von Tischlermeister Geppetto aus einem Stück Holz geschaffenen kleinen Taugenichts Pinocchio, der sich in den Kopf gesetzt hat, ein richtiger Junge zu werden! An der liebevoll produzierten neuen Hörspiel-Version von Titania Medien werden kleine und große Hörer ihre helle Freude haben. (Verlagsinfo)

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[NEWS] CASSANDRA CLARE, ANDREA SAWATZKI – City of Lost Souls (Die Chroniken der Unterwelten 5)

Schauspielerin Andrea Sawatzki liest Cassandra Clare: „City of Lost Souls“ aus der Reihe „Die Chroniken der Unterwelten“ erscheint bei Lübbe Audio.

Kaum ist die Dämonin Lilith besiegt, fehlt von Jace, den Clary über alles liebt, jede Spur – auch ihr finsterer Halbbruder Sebastian ist verschwunden. Doch Jace findet wieder einen Weg zu Clary und enthüllt sein schreckliches Schicksal: Durch Liliths Magie ist er auf immer mit Sebastian und den dunklen Mächten verbunden. Um Jace zu retten, müssen sich auch die Schattenjäger der schwarzen Magie verschreiben. Clary geht dabei den gefährlichsten Weg: Sie möchte Jace’s Seele retten. Aber kann sie Jace überhaupt noch trauen?
(Verlagsinfo)

6 CDs, 451 Minuten

Der Verlag bietet unter dieser Adresse eine Leseprobe an.

[NEWS] JOHN NIVEN, GERD KÖSTER – Straight White Male

John Nivens Zynismus gibt es jetzt auch auf die Ohren: „Straight White Male“ wird bei Random House Audio von Gerd Köster gelesen.

Nivens gnadenlose Satire auf die Literatur- und Filmszene – scharfzüngig und wunderbar komisch!

Kennedy Marr ist ein Autor der alten Schule. Irisch, zynisch bis zum Anschlag, ein Borderline-Alkoholiker und Sex-Süchtiger. Sein Mantra lautet: hart trinken, gut essen und jede Frau flachlegen, die bei drei nicht auf den Bäumen ist. Mittlerweile als Drehbuchautor in L. A. ansässig, flucht er sich durch die kalifornische Literatur- und Filmszene. Doch sein verschwenderischer Lebensstil bringt ihn an den Rand des Bankrotts, bis sich unverhofft eine Lösung anbietet. In England wird er für einen hoch dotierten Literaturpreis vorgeschlagen. Um an das Geld zu kommen, gilt es allerdings, mehrere konfliktbeladene Auflagen zu erfüllen.
(Verlagsinfo)

2 mp3-CDs
Laufzeit: 12h 28min

L. Frank Baum – Der Zauberer von Oz

Uralt-Übersetzung wunderbar vorgetragen

Ein Wirbelsturm hat Dorothy und ihren Hund Toto ins Land Oz geweht. Nur der Zauberer von Oz, der Herrscher des Landes, kann ihr helfen, zurückzufinden. Auf dem Weg zu ihm begegnen die beiden einer Vogelscheuche, einem Holzfäller aus Blech und einem feigen Löwen. Doch damit nicht genug: Das größte Wunder erwartet sie in der Smaragdstadt, wo der Zauberer bereits auf sie wartet … (Verlagsinfo)

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[NEWS] KATHY REICHS, BRITTA STEFFENHAGEN – Totengeld (Lesung)

Britta Steffenhagen liest Kathy Reichs: „Totengeld“ erscheint bei Random House Audio als Hörbuch.

Ein neuer Fall für die Knochenjägerin.

Der Tod einer jungen Frau, deren Leiche an einem einsamen Highway im Straßengraben deponiert wurde, bereitet Forensikerin Tempe Brennan schlaflose Nächte. Der Teenager könnte ohne Papiere ins Land gereist sein, eine Spur, die Tempe zu dem Geschäftsmann John-Henry Story führt. Doch ihr Hauptverdächtiger starb Monate zuvor bei einem mysteriösen Brand. Und dann ist da noch der Fall eines Schmugglers, der kuriose mumifizierte Artefakte in die USA schleust. Könnte eine Verbindung zwischen dem toten Mädchen und dem lukrativen illegalen Handel bestehen? An Tempes neustem Fall ist nichts so, wie es zunächst scheint. Nur auf eines kann die Todesermittlerin sich verlassen: Die Knochen kennen sie Wahrheit.
(Verlagsinfo)

6 CDs, 6h 55 min, gekürzte Lesung
Originaltitel: Bones of the Lost

Gerard Donovan – Der Rächer aus den Wäldern

Der Winter in den Wäldern von Maine ist kalt und einsam. Bisher hat das Julius Winsome nicht gestört, er lebt schon lange allein, und er hat einen treuen Gefährten, seinen Pitbullterrier Hobbes. Als sein Hund eines Nachmittags offenbar absichtlich erschossen wird, bricht Julius Welt zusammen. Und er fasst einen erschreckenden Entschluss … (Verleihinfo)

Der Autor

Gerard Donovan wurde 1959 in Wexford, Irland, geboren und lebt heute im Staat New York. Er studierte Philosophie und Germanistik in Irland, arbeitete in einer bayerischen Käsefabrik, studierte klassische Gitarre in Dublin und trat als Musiker mit Schwerpunkt J. S. Bach auf. Er veröffentlichte Gedichtbände, Shortstorys und Romane und wurde mit dem „Kerry Group Irish Fiction Award“ ausgezeichnet.

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Deon Meyer – Countdown in Kapstadt: Jagd auf Leben und Tod

5 Uhr 36: Ein Telefonanruf reißt Inspector Benny Griessel aus dem Schlaf: Eine junge Amerikanerin ist ermordet aufgefunden worden, eine andere wird durch die Stadt gejagt, und eine berühmte Sängerin hat offenbar ihren Mann erschossen. Und dann ruft auch noch seine Frau an. Sie will ihn treffen und ihm sagen, wie es mit ihnen weitergehen kann. Bennie Griessel hat dreizehn Stunden, die Morde aufzuklären – und sein Leben wieder in Ordnung zu bringen. (bearbeitete Verlagsinfo)

Der Autor

Deon Meyer, Jahrgang 1958, gilt als einer der erfolgreichsten Krimiautoren Südafrikas. Er begann als Journalist zu schreiben und veröffentlichte 1994 seinen ersten Roman. Mit seiner Frau und vier Kindern lebt er in Melkbosstrand. „Das Herz des Jäger“ wurde mit dem ATKV Prose Prize ausgezeichnet, einem begehrten südafrikanischen Literaturpreis. In den USA wurde der Roman zu den zehn besten Thrillern des Jahres ernannt. Zeitgleich erschien im Aufbau Taschenbuch Verlag sein Roman „Der traurige Polizist“. Mehr unter www.deonmeyer.com.

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Luca Novelli – Newton und der Apfel der Erkenntnis

Biographie light: Newton, der Vater der modernen Physik

Sein Gravitationsgesetz revolutionierte die menschliche Sicht auf das Universum. Der Forscher Newton, Vater der klassischen Mechanik und der Himmelsmechanik, Pionier in Mathematik und Optik, gilt als einer der herausragendsten Wissenschaftler aller Zeiten.

Luca Novelli beschreibt das Leben des Genies von den Schultagen auf dem Land über das Studium im ehrwürdigen Cambridge, die großen Entdeckungen, Widrigkeiten und Auseinandersetzungen mit Kollegen bis hin zu seiner Tätigkeit als hochgeschätzter Beamter. Eine spannende Begegnung mit einem der großen Köpfe der Menschheitsgeschichte. (Verlagsinfo)

Der Verlag empfiehlt diese szenische Lesung ab 10 Jahren.

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Novelli, Luca – Newton und der Apfel der Erkenntnis (Lesung)

_Biographie light: Newton, der Vater der modernen Physik_

Sein Gravitationsgesetz revolutionierte die menschliche Sicht auf das Universum. Der Forscher Newton, Vater der klassischen Mechanik und der Himmelsmechanik, Pionier in Mathematik und Optik, gilt als einer der herausragendsten Wissenschaftler aller Zeiten.

Luca Novelli beschreibt das Leben des Genies von den Schultagen auf dem Land über das Studium im ehrwürdigen Cambridge, die großen Entdeckungen, Widrigkeiten und Auseinandersetzungen mit Kollegen bis hin zu seiner Tätigkeit als hochgeschätzter Beamter. Eine spannende Begegnung mit einem der großen Köpfe der Menschheitsgeschichte. (Verlagsinfo)

Der Verlag empfiehlt diese szenische Lesung ab 10 Jahren.

_Der Autor_

Luca Novelli, Autor und Illustrator, arbeitet als wissenschaftlicher Berater für die RAI, das staatliche italienische Fernsehen, und leitete zehn Jahre lang eine Zeitschrift für Grafik und Design.

Für die Reihe „Lebendige Biographien“ erhielt er 2004 den italienischen Andersen-Preis als bester populärwissenschaftlicher Autor. Diese Biografien der genialsten Denker und Erfinder aller Zeiten sind im Arena Verlag erschienen – und bei Audiolino als Hörbücher. (Verlagsinfo)

_Die Sprecher_

Jürgen Uter ist der Erzähler. Peter Kaempfe, der Sprecher der Erklär-Texte, lebt als Schauspieler, Regisseur und Autor in Bremen. Nach dem Schauspielstudium gründete er mit zwei Kollegen die Bremer „Shakespeare Company“ sowie das „Theater aus Bremen“, mit dem er bis heute international weit über 2000 Vorstellungen gab.

Daneben tritt er in Funk und Fernsehen auf, unter anderem im „Tatort“ und in der Kinderradiosendung „Bücherwurm grüßt Leseratte“ des Norddeutschen Rundfunks. Dank seiner ausdrucksstarken Stimme wurde er zu einem der erfolgreichsten Kommentatoren für Fernsehdokumentationen aller deutschen Sendeanstalten. Heute ist er in etlichen Hörspielen und Hörbüchern zu hören und tourt mit Live-Lesungen und einem Soloprogramm durch die Lande. (Verlagsinfo)

In weiteren Rollen diverse andere Sprecher u. a.

Michael Bentzien spielt die Solo-Gitarre: J. S. Bach, Vincenzo Galilei, Giuseppe Brescianello, Fernando Sor u. a..

Regie führte Rainer Gussek.

_Inhalte_

Isaac Newton (1642/43-1726), der genauso wie sein Vater heißt, hat zwei Geburtsdaten. Weil Engalnd noch nicht den neuen gregorianischen Kalender übernommt hat (das folgt erst ca. 1752), wird sein Datum noch nach dem julianischen Kalender berechnet: Es ist der Weihnachtstag 1642, also der 25.12. Nach gregorianischer Zeitrechnung kommt er am 4.1. 1643 zur Welt. Wenige Tage später wird König Charles I hingerichtet, und die Diktator des Oliver Cromwell beginnt. Sie dauert bis 1658, also fast 20 Jahre, und ist von Foltern, Verfolgung und Massakern gekennzeichnet. Der strenge Puritanismus Crommwells duldet weder kluge Frauen („Hexen“) noch fromme Katholiken, in den katholischen Ländern Irland und Schottland werden Tausende hingemetzelt.

Woolthorpe, Isaacs Geburtsort, liegt in Lincolnshire, unweit der Nordsee. Von Anfang an sehnt sich der Junge nach der Ferne, und als er Gelegenheit hat, die Bibliothek seines Onkels William, eines Vikars, zu lesen, macht er sich mit Gusto darüber her. Er wird Klassenbester und spricht und liest mit 16 fließend Latein, die Sprache der Gelehrten, der Wissenschaft – und der Kirche. Als sich schnell zeigt, dass er nicht zum Bauern taugt, geht er zur Universität Cambridge, damals noch ein Ableger der Uni in Oxford. Er muss dienen, um sich seinen Aufenthalt zu verdienen.

Schon als Junge hat er für die schöne Stieftochter von Apotheker Clark in Grantham Dinge gebastelt, darunter eine faltbare Laterne und jede Menge Sonnenuhren. Als er 1661 nach Cambridge kommt und den Eid ablegt, begeistert er sich schnell für die Lehren eines gewissen Cartesius aus Frankreich: René Descartes‘ Naturphilosophie basiert auf einem mechanistischen Weltbild aus diesseitiger Ursache und Wirkung, in dem eine höhere Macht keinen Platz hat. Das ist ebenso revolutionär – und ketzerisch – wie die Ansicht, die Erde kreise um die Sonne. Newton schert sich deshalb wenig um die veralteten, auf der Antike basierenden Lehrpläne und schließt sein Studium der Naturphilosophie, des Latein usw. 1665 ohne Auszeichnung ab.

Die Pest beraubt 1665 und 1666 England eines großen Teils der Bevölkerung, besonders in den Städten wütet das Virus, das durch Rattenflöhe übertragen wird. Das Große Feuer vom September 1666 zerstört 80% aller Gebäude innerhalb der Stadtmauern. Doch Newton hat sich schon 1665 nach Woolthorpe und Grantham in Sicherheit gebracht. Dort notiert er binnen 18 Monaten seine wichtigsten Gedanken und Erkenntnisse, experimentiert mit Prismen usw. Er begründet die Infinitesimal- bzw. Differentialgleichung, stellt eine Theorie des Lichts (Teilchen) und der Schwerkraft auf. Christian Huygens, einer der größten Wissenschaftler seiner Zeit, widerspricht ihm: Licht besteht aus Wellen. Es dauert fast 250 Jahre, um herauszufinden, dass beide recht haben.

1667 öffnet die Uni Cambridge wieder, nachdem die Pest vorüber ist. Newton arbeitet sich vom Minor zum Major Fellow hoch und macht seinen Magisterabschluss. Statt zu faulenzen wie seine gut bezahlten Kollegen, richtet er ein Labor ein und erzeugt Arzneien nach alchimistischen Prinzipien. Wenigstens glaubt er nicht an Schwarze Magie, wenn auch seine Versuche, aus Blei Gold zu machen scheitern. Er schenkt der Royal Academy of Sciences ein neuartiges Teleskop, das mit Spiegeln statt Linsen arbeitet. Deshalb verzerrt es das Bild nicht, sondern ist viel genauer. Die Academy wählt ihn zum Mitglied. Hier trifft er auf seinen Dauerfeind Robert Hooke, der ihm alles neidet und vorwirft. Mit seinen ketzerischen religiösen Ansichten hält Newton deshalb wohlweislich hinterm Berg.

1682 erscheint der Komet, der später nach Edmund Halley, seinem bekanntesten Erklärer, benannt werden wird. Newton ist Halleys wichtigster Förderer. Newton berechnet die Flugbahn des Kometen und stellt das Universelle Gravitationsgesetz auf, das überall im Kosmos Gültigkeit haben soll. Natürlich attackiert ihn Hooke sofort mit anderen Ansichten.

1687 erscheint Newtons erstes und wichtigstes Buch, die „Principia Mathematica“. Er stellt die drei Newtonschen Gesetze auf, die bis Einstein Gültigkeit haben werden: 1) das Trägheitsgesetz, 2) das Beschleunigungsgesetz und 3) das Gesetz der Wechselwirkung. Die Folgen sind weitreichend: Die Tiden werden ebenso berechenbar wie das Gewicht, das sich je nach Ort von der Masse unterscheidet (auf dem Mond ein Sechstel der Erdschwere).

König James II, der katholische Nachfolger Cromwells, scheitert mit seiner Restauration, auch in Cambridge, und man importiert jetzt die Könige: William von Oranien, also aus den Niederlanden, heiratet Königin Mary. (Später importieren die Briten deutsche Monarchen aus Coburg-Sachsen-Gotha, und die in „Windsors“ umbenannten Deutschen sind ja bekanntlich immer noch auf dem Thron.) Doch nun hat das Parlament das Sagen, und die Monarchie existiert nur noch konstitutionell.

Der König macht den nunmehr in London wohnenden Newton zu seinem Münzwardein, das heißt zum Prüfer der königlichen Münzanstalt. Er deckt zahlreiche Betrügereien auf und macht sich unbeliebt, doch der König macht Falschmünzerei fortan zu einem Kapitalverbrechen. Eine lange Friedenszeit bricht an, die man später das Augusteische Zeitalter nennen wird. Es endet spätestens mit dem Siebenjährigen Krieg (1756-1763), der eine neue Weltordnung etabliert – und Napoleon Bonaparte den Weg bereitet.

Newton erwirbt höchste Ehren und wird mit Titeln überhäuft. Sobald sein Intimfeind Robert Hooke gestorben ist, wagt er es, sein Buch über die Optik zu veröffentlichen – er ist ja jetzt auch Präsident der Royal Academy. Kritiker und Rivalen wie Leibniz macht er platt. Er hat immer noch nicht geheiratet, aber seine Nichte Catherine Barton führt ihm den Haushalt. Sie hat insgeheim ein Verhältnis zu Newtons Mentor und Gönner Charles Montague, dem Lord von Halifax, und erbt nach dessen Tod ungeheuere Ländereien. Als er am 20.3.1726 alter Zeitrechnung (also 31.3.1727 neuer Zeitrechnung) an einem Blasenstein und Quecksilbervergiftung (wegen der vielen Laborexperimente) stirbt, vererbt er ihr ein Vermögen, das nach heutigem Wert 10 Mio. Euro beträgt.

Die Grabprozession, die ihn in Westminster Abbey zur letzten Ruhe geleitet, ist extrem umfangreich, und, wie wir aus Dan Browns Roman „Sakrileg“ wissen, befand sich der Dichter Alexander Pope in der Menge. In Newtons Grabmal sind ein Prisma, ein Teleskop und eine Karte des Sonnensystems eingelassen. Sein Erbe: ein geordnetes Universum, das von universellen Gesetzen regiert wird. Lang lebe die Mathematik.

_Mein Eindruck_

Das Hörbuch geht leicht verständlich vor, von der Geburt bis zum Tod der Hauptfigur. Da gibt es keine Schnörkel, keine Rückblenden. Und die Musik mit der klassischen Gitarre lädt zum Speichern und Verdauen des soeben Gehörten ein, so dass dies eines der gemütlichsten Hörbücher ist, die ich seit Langem gehört habe. Das Glossar im Booklet liefert dem neugierigen – oder verwirrten – Hörer etliche Erklärungen, so etwa zu Grundbegriffen, Phänomenen und Personen der Zeitgeschichte wie Leibniz. Was kann also schiefgehen? Eigentlich nichts.

Andererseits. Es müsste ja auch ein verborgener Mensch namens Newton existiert haben. Mehr als einmal erwähnt der Erzähler, Newton haben religiöse Ansichten und Überzeugungen besessen, die im Widerspruch zu den akzeptierten Lehren seiner Zeit standen. Seine Mitgliedschaft bei den Freimaurern ist mittlerweile bekannt, wird aber ebenso wenig thematisiert oder erläutert wie seine ketzerischen Ansichten, den Unitarismus. Daran lässt sich ablesen, dass diese „Biographie light“ wirklich nur die Oberfläche kratzt. Man sollte sie eher als Einladung verstehen, sich näher mit diesem Menschen zu beschäftigen.

Gut fand ich hingegen, dass Newtons Epoche nicht unter den Teppich gekehrt, sondern vielmehr zu einem biografischen Faktor gemacht wird. Wenn es die Pest nicht gegeben hätte, wäre er nie aufs Land gereist und hätte dort nie seine „Principia Mathematica“ ausgetüftelt. Wenn es das Great Fire of London anno 1666 gegeben hätten, hätte es keinen Bedarf an Wiederaufbau mit neuen Ideen gegeben. Der große Brand, so wird klar, stellt eine Zäsur zwischen dem mittelalterlichen und dem neuzeitlichen London dar. Es ist Newtons große Chance.

Zu diesen neuen Ideen gehören, wie erwähnt, die drei Newtonschen Gesetze rund um die Universalkraft der Gravitation. Auch mit der Optik hat er sich eingehend befasst, wie detailliert erklärt wird. Dass er sich mit Alchemie beschäftigte, wird erwähnt, aber nicht weiter vertieft. Wie jedoch die Wikipedia deutlich macht, hatten alchimistische Ideen, die Newton aus 370 Büchern schöpfte, beträchtlichen Einfluss auf seine Grundideen der Orbitalmechanik und des Spektrums (was „Erscheinung“ bedeutet). Während er sich öffentlich politisch korrekt gab, betrieb er also insgeheim verbotene Forschungen.

_Die Sprecher_

Mein Eindruck ist naturgemäß eng mit der akustischen Präsentation der Inhalte verbunden. Wir haben es mit einer quasi-szenischen Lesung zu tun, die wie ein Hörspiel daherkäme, wenn es eine dramatische Handlung besäße. So aber bekommen wir eine Vielzahl von Stimmen präsentiert. Da ist zum einen ein Erzähler, der die Einleitung und den Begleittext spricht.

Und schließlich spricht noch Newton himself in der Ich-Perspektive. Das ist für mich der wichtigste Beitrag gewesen, denn hier erfahren wir endlich, wie es bei Newtons so zuging. Diverse Stimmen kommentieren Newton und Ereignisse, und auch Robert Hooke trägt den einen oder anderen – recht komischen – Satz bei. Auch Hochrufe gehören zum Repertoire der Stimmen.

|Geräusche|

Im Gegensatz zum „Einstein“-Hörbuch sind bei „Newton“ kaum irgendwelche Geräusche zu registrieren. Vielleicht wurden sie als störend in den Hintergrund gedrängt. Mal hören wir Newton zeichnen, mal einen Biss in den berühmten Apfel. Applaus brandet bei den beliebten öffentlichen Hinrichtungen auf – ein makabrer Kommentar auf Newtons Epoche.

|Die Musik|

Eine prominente Zutat ist die Musik, die man nicht ohne Weiteres erwarten würde. Der Konzertgitarrist Michael Bentzien spielt Lauten- und Gitarrenstücke aus dem 18. und 19. Jahrhundert: von J. S. Bach, Fernando Sor, Giuseppe Brescianello, Vincenzio Galilei u. a. Die meisten Stücke, die als Pausenfüller oder im Hintergrund gespielt werden, sind ruhig und heiter, manche auch getragen und gravitätisch, wenige flott und dynamisch. Die Gitarre spielt das Intro und das Outro, ist also durchaus wichtig. Eine warme, heitere und abgeklärte Stimmung durchzieht die ganze Lesung.

Ganz am Schluss ist noch der Audiolino-Jingle zu hören. Er klingt wie eine Kadenz auf einem Glockenspiel.

|Das Booklet|

… enthält ein Glossar der wichtigsten Begriffe, von A wie Alchimie bis Z wie Zentripetalkraft. Man erfährt aber auch etwas über kompliziertere Begriffe wie etwa die Refraktion (in Prismen) oder den Halleyschen Kometen, der alle 75,3 Jahre an der Erde vorüberfliegt.

_Unterm Strich_

Die inszenierte Lesung ist für junge Leser gedacht, die an die großen Erfinder und Forscher herangeführt werden sollen. Daher darf man weder umfassende noch tiefschürfende oder gar komplizierte Zusammenhänge erwarten. Immerhin aber ergibt sich aus Newtons Biografie ein oberflächlicher Eindruck: Ein neugieriger Bursche, der durch die klassischen Schriften mit größeren Ideen in Kontakt kommt und klar erkennt, dass er ein öffentliches und ein geheimes Leben führen muss, um Erfolg in beiden haben zu können.

In diesem Licht wirkt die Bestattungszeremonie umso ironischer, denn sie ehrt nur den öffentlichen Menschen Newton, nicht den Ketzer und Alchimisten Newton. Kein Geringerer als John Maynard Keynes, der immerhin ein einflussreiches Wirtschaftsmodell erfand, nannte Newton den „letzten Magier seiner Zeit“ und nicht etwa den ersten Wissenschaftler. Man sollte beide Erscheinungen – Spektren – dieses Forschers zusammensehen, will man ihn ganz verstehen. Zum Glück geht das Hörbuch auch auf seine allzu menschlichen Seiten ein, etwa auf das geckenhafte Auftreten, das Niederhalten von Rivalen und die intensive Imagepflege.

|Das Hörbuch|

Diese inszenierte Lesung lebt vor allem von den Stimmen und der Musik. Die Stimmen präsentieren Newton und seine Landsleute, während die Musik seine Zeit zumindest anklingen lässt. Ob die gespielten Stücke so richtiges Barock sind, wage ich zu bezweifeln, aber sie sind sehr angenehm zu hören – ganz besonders für Gitarristen wie mich. Bach (1685-1750) etwa kommt erst nach Newtons Tod richtig zur Geltung, und Sor (1778-1839) gehört ins 19. Jahrhundert. Brescianello hingegen lebte von ca. 1690 bis 1758, starb in Stuttgart und ist schon eher als Zeitgenosse Newtons zu bezeichnen. Wie auch immer: Die Gitarrenstücke laden zum Verdauen der vielen Fakten aus Newtons Leben und Ideengut ein.

|Audio-CD mit 70:27 Minuten Spieldauer
Originaltitel: Newton e la formula dell‘ antigravità, 2008;
Aus dem Italienischen von Anne Braun
ISBN-13: 978-3867371339|
http://www.audiolino.de

Nix, Garth – Mächtiger Samstag (Die Schlüssel zum Königreich 6) (Hörbuch)

_|Die Schlüssel zum Königreich|:_

01 [„Schwarzer Montag“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3719
01 [„Schwarzer Montag“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3172 (Hörbuch)
02 [„Grimmiger Dienstag“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3725
02 [„Grimmiger Dienstag“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4528 (Hörbuch)
03 [„Kalter Mittwoch“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4242
03 [„Kalter Mittwoch“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5101 (Hörbuch)
04 [„Rauer Donnerstag“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4831
04 [„Rauer Donnerstag“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5051 (Hörbuch)
05 [„Listiger Freitag“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5626
06 _“Mächtiger Samstag“_
07 „Goldener Sonntag“

_Die Erstürmung des Himmels: Arthurs sechste Station_

Arthur Penhaligon war eigentlich dem Tod geweiht. Doch man ließ ihn nicht sterben, sondern erlegte ihm eine schier unlösbare Aufgabe auf: Er muss sieben Schlüssel zum Königreich von sieben Erzfeinden besorgen. Arthur Penhaligon, Held wider Willen, hat Großes geleistet: Fünf Gegner sind besiegt und mussten ihre Schlüssel an ihn abgeben.

Nun ist nach fünf Abenteuern die Jagd auf den Schlüssel der mächtigen Lady Samstag dran. Sie ist die älteste Bewohnerin und größte Zauberin des HAUSes, und sie befehligt unzählige Magier. Ehe Arthur sich’s versieht, muss er an allen Fronten kämpfen: Das Nichts droht, das HAUS aufzulösen, Arthurs Mutter ist verschwunden. Seine Heimatstadt wird angegriffen. Er kann nicht einmal in das anscheinend uneinnehmbare Ober-HAUS gelangen – und selbst wenn: Den sechsten Schlüssel zu erobern ist vielleicht nicht ausreichend, um die zaubernden Horden von Lady Samstag und ihr Streben nach der absoluten Macht aufzuhalten … (Verlagsinfo)

Der Verlag empfiehlt das Hörbuch ab zehn Jahren.

_Der Autor_

Garth Nix wurde 1963 in Melbourne / Australien geboren. Nach seinem Studium arbeitete er in einer Buchhandlung, später als Verleger, Buchhandelsvertreter, Zeitungsredakteur und Marketingberater. Seit 2002 bestreitet er seinen Lebensunterhalt ausschließlich als Autor. Er lebt heute mit seiner Frau, einer Verlegerin, und seinem Sohn in einem Vorort von Sydney. Zu seinen bekanntesten Büchern gehört die „Abhorsen“-Trilogie, die komplett bei Carlsen und Lübbe erschienen ist („Sabriel“, „Lirael“, „Abhorsen“).

_Der Sprecher_

Oliver Rohrbeck, geboren 1965 in Berlin, ist Schauspieler und Synchronsprecher. Er ist bekannt für seine Sprechrolle als Justus Jonas in der Hörspielserie „Die drei Fragezeichen“. Als Sprecher synchronisierte er Hauptrollen in vielen Filmen und ist die deutsche Stimmbandvertretung von Ben Stiller.

Rohrbeck liest eine von Frank Gustavus gekürzte Fassung. Regie führte Kerstin Kaiser, die Aufnahmeleitung hatte Christian Päschk. Die Musik steuerte Andy Matern bei.

_Der Komponist_

Andy Matern wurde 1974 in Tirschenreuth, Bayern geboren. Nach seiner klassischen Klavier-Ausbildung arbeitete er einige Jahre als DJ in Clubs. Seit 1996 ist er als freiberuflicher Keyboarder, Produzent, Remixer, Songwriter und Arrangeur tätig. Er kann trotz seiner jungen Jahre bereits mehr als 120 kommerzielle CD-Veröffentlichungen vorweisen. Darunter finden sich nationale und internationale Chart-Platzierungen mit diversen Gold- und Platin-Auszeichnungen.

Bereits Andy Materns erste Hörbuch-Rhythmen erreichten schnell Kultstatus bei den Fans und der Fachpresse. Durch seine musikalische Mitarbeit wurde „Der Cthulhu Mythos“ zum besten Hörbuch des Jahres gewählt (Deutscher Phantastik Preis 2003). Andy Matern lebt und arbeitet in München. (Verlagsinfos)

_Der Hintergrund _

Gepriesen sei die Architektin! Sie schuf die wahre Welt, das HAUS. Dies ist der Mittelpunkt aller Schöpfung, das Königreich aller Realität. Es ist eingeteilt in die sieben Wochentage von Montag bis Sonntag, und diese wiederum sind in jeweils zwölf Stunden eingeteilt. Minuten- und Stundenzeiger sind die Insignien eines jeden Tages – und mächtige Instrumente.

Rundherum liegen die sekundären Reiche, zu denen auch unsere bescheidene Welt zählt. Und SIE ließ alles darin archivieren. Als SIE sah, dass es gut war, verabschiedete SIE sich, hinter ließ jedoch das VERMÄCHTNIS, in dem sie bestimmte, dass nur Sterbliche das Königreich erben können. Das VERMÄCHTNIS besteht vollständig aus Text, wie sich denken lässt. Doch die sieben Treuhänder vollstreckten das VERMÄCHTNIS nicht, sondern teilten sich die Macht in ihren sieben Herrschaftsbereichen. Das VERMÄCHTNIS teilten sie in sieben Stücke, von denen jedes woanders versteckt wurde.

Eines Tages begab es sich, dass das Bruchstück von MONTAG, ein auf einem toten Stern in Glas versiegelter Kristall, der von metallischen Wächtern bewacht wurde, von einem Inspektor des ARCHIVs begutachtet wurde. Die Wächter, nach Äonen des Wachens müde geworden, meldeten dem Inspektor keinerlei besondere Vorkommnisse. Doch als er sich die Nase putzte, bemerkte er aus dem Augenwinkel ein kleines flinkes Etwas vorbeihuschen. Nein, dachte er, ich muss mich getäuscht haben.

Doch er hatte sich nicht getäuscht: Ein kleines Stück VERMÄCHTNIS-Text bemächtigt sich jedoch der Transferplatte, mit der er vom ARCHIV gekommen ist, und verschwindet damit. Oh-oh, denkt der Inspektor. Damit hat er Recht. Wenig später kommen zwei großmächtige Herren, die Silberstöcke tragen. Sie sagen, sie kämen von einem, der sogar noch höher stehe als MONTAG. Oh-oh, denkt der Inspektor. Das gibt großen Ärger.

_Handlung_

|Lady Samstag|

Lady Erhabener Samstag überblickt ihre Domäne. Sie steht in ihrem gläsernen Büro auf der Spitze eines sechs Kilometer hohen Turmes auf Bürozellen. An diesem Turm wird seit rund zehntausend Jahren gebaut, und sein Ziel ist unübersehbar: der Boden der Domäne von Lord Sonntag. Dessen unvergleichliche Gärten, gestützt von vier riesigen Bäumen, haben an ihrer Unterseite eine Schwachstelle, durch die Lady Samstag mit einem Sturmbock stoßen will, um seine Domäne zu erobern. Denn diese, so behauptet sie, stehe rechtmäßig ihr zu.

Ihr Verwalter, Abenddämmerung, tritt vor, um Bericht zu erstatten. Das vorrückende Nichts habe bereits die Fernen Weiten und das Untere HAUS verschlungen, es schicke sich nun an, das Mittlere HAUS anzugreifen. Lady Samstag ist sich der Präsenz des Thronanwärters namens Arthur Penhaligon wohl bewusst, und auch der Pfeifer, der Thron Sohn der ARCHITEKTIN, hat Absichten auf ihre Herrschaft. Doch Arthur befindet sich noch in den Sekundären Reichen der Sterblichen. Die Herrscherin befiehlt die Beseitigung der Kinder des Pfeifers und den Angriff auf Sonntags Domäne in vierzig Minuten, also exakt um Mitternacht.

|Arthur|

In den Sekundären Reichen, die unserer bekannten Welt entsprechen, stehen die Dinge nicht zum Besten. Arthur hat zwar Dr. Freitag besiegt und zahlreiche Schläfer aus ihrem HAUS befreit. Doch wohin mit 2000 Schlafenden? Seine Freundin Blatt und er sind ratlos. Martine, die Assistentin von Lady Freitag, hilft ihnen.

Da ruft Erasmus, Arthurs ältester Bruder, an: Alle sollten spätestens in zehn Minuten in einen Bunker oder tiefen Keller. Der Grund: Das militärische Oberkommando hat beschlossen, den „Seuchenherd“ zu beseitigen und will dann vier Atombomben auf das östliche Krankenhaus abwerfen! Arthur befindet sich davon nur einen Kilometer entfernt. Was soll er tun? Er nimmt seinen fünften Schlüssel und verhängt einen Zeitstopp über seiner Stadt, der sie wie eine Blase schützt. Die Uhrzeiger bleiben bei 23:57 Minuten stehen. Aber für wie lange?

|Im HAUS|

Er öffnet ein Portal zum Haus und begibt sich in Lord Montags Thronsaal. Doch auch dorthin ist das Nichts bereits vorgedrungen. Er gebietet ihm Einhalt, und die Nichts-Woge bleibt stehen. Er braucht einen Ratgeber: Dr. Skamandros. Er transferiert dorthin und findet ihn im Kohlenkeller, während hinter ihm das Nichts das Untere HAUS verschlingt. Dr. Skamandros rät ihm zu einem Besuch beim ALTEN, der an eine riesige Uhr gekettet sei. Doch der ALTE fragt ihn nur, was Arthur eigentlich wolle, wenn er das Erbe der ARCHITEKTIN antrete. Eines ist klar: Arthur ist bereits zu sechs Zehnteln ein unsterblicher Bürger des HAUSes.

Er transferiert mit Skamandros zur Zitadelle in der vierten Domäne. Hier hält DAME PRIMUS die Stellung für ihn, besitzt sie doch die anderen vier Schlüssel. Die große Machtfülle macht sie hochnäsig. Sie verplappert sich sogar: Die Vernichtung des HAUSes, so hoffe, sie, werde verzögert. Arthur beharrt auf dem Aufhalten der Zerstörung. Nach einigen Debatten einigen sie sich darauf, dass sie sich teilt, um andere Aufgaben zu erledigen, während er sich zu Samstags Domäne aufmacht, um der Lady ihren Schlüssel und den sechsten Teil des Vermächtnisses abzunehmen. Lord Sonntag hat sich in einem Brief an Arthur für neutral erklärt.

|Die Domäne von SAMSTAG|

Das Pfeiferkind Susi Blau begleitet ihn, und mit ihr und einer zur Intelligenz erhobenen Ratte namens Stachelborste gelangen sie unentdeckt in die untersten Tiefen der sechsten Domäne. Dr. Skamandros hat ihm ein Schutz-Etui für den fünften Schlüssel gegeben. Überall lauern hier Wachtzauberer darüber, dass kein Unbefugter Magie einsetzt.

Mit Stachelborstes Hilfe verkleiden sich Arthur und Susi in Pfeiferkinder, die als „Schmieraffen“ für alle technischen Arbeiten am hohen Turm von Lady Samstag zuständig sind. Eine Transportkette bringt sie aus dem Untergrund an die Erdoberfläche der Domäne. Hier trifft ihn der Regen, der ständig fällt, zum ersten Mal, und erstmals hört er die Stimme des Vermächtnisses in seinem Kopf. Es ruft ihn, damit er es findet. Aber noch stellt er keinen Zusammenhang zwischen der Stimme und dem Regen her, das wäre ja auch zu unwahrscheinlich. Doch nach dem dritten Ruf ist die Schlussfolgerung unausweichlich: Er muss das Becken finden, wo sich der unablässige Regen sammelt.

Dem schiebt Alice, die Truppführerin der Schmieraffen, entschieden einen Riegel vor. Sie will ihr Leben noch eine ganze Weile behalten und kann mit Verrätern oder Spionen rein gar nichts anfangen. In letzter Sekunde entdeckt er Alices Verrat. Doch die Wachtzauberer werden auf ihn aufmerksam, als er den fünften Schlüssel einsetzt …

|Zeitstopp|

Unterdessen bemerkt Blatt im Krankenhaus, dass der Minutenzeiger der Uhr im Krankenhaus um eine Minute vorgerückt ist. Martine ist aus Angst vor dem Ende geflohen. Wie soll sie, Blatt, alleine 2000 Schläfer in eine atombombensichere Unterkunft bringen? Da erschüttert ein Beben das Krankenhaus. War das die Bombe – oder etwas aus dem HAUS?

_Mein Eindruck_

Die Story braucht diesmal einen langen Anlauf, um so richtig in die Gänge zu kommen. Arthur braucht beine Weile, um die wahre Lage der Dinge herauszubekommen, sowohl im HAUS, dessen Bürger er wird, aber auch in seiner Heimat. Ob der Zeitstopp, den er als Magier dort bewirkt, wirklich hält? Wir wagen es zu bezweifeln. Und als verlautet, dass der Pfeifer im HAUS eine Nichts-Bombe gezündet habe, kommt der Verdacht auf, dass es einen Zusammenhang geben könnte. Doch Arthurs Showdown mit dem Pfeifer lässt bis Band 7 auf sich warten.

Spannender ist da schon Arthurs Vordringen in Samstags Herrschaftsbereich. Die Domäne wird von einem babylonischen Turm beherrscht, der nichts weniger als die Eroberung des Himmels zum Ziel hat, nämlich die Domäne von Lord Sonntag. Die Parallele zum Alten Testament ist unübersehbar. Doch hier herrscht kein „babylonisches Sprachengewirr“, sondern eine streng überwachte Hierarchie: Die Bürger-Magier auf der einen Seite, die Pfeiferkinder auf der anderen.

Eine Sache, die Arthur und Susi beträchtlich hilft, ist der Umstand, dass den Pfeiferkindern von den Bürgern regelmäßig das Gedächtnis „geschrubbt“ wird. Wenn sie also keine Ahnung von ihrem neuen Job haben, lässt sich das ganz leicht entschuldigen. Doch sobald er seinen fünften Schlüssel einsetzt, um sich eines misstrauisch gewordenen Bürgers zu erwehren, ergreift die Bürokratie Gegenmaßnahmen. Zu seinem Glück verkündet Lady Samstag in dieser brenzligen Lage die Endphase des Angriffs auf Sonntags Domäne.

Dass sich der sechste Teil des Vermächtnisses im Regen verbirgt, der à la „Blade Runner“ fortwährend fällt, habe ich schon erwähnt. Doch welche Endform das Vermächtnis besitzt und wie es ihm helfen kann, soll hier nicht verraten werden. Richtig gut wie das Finale: Der „Sturmbock“ schlägt ein, und die Eroberungsschlacht um Lord Sonntags Domäne ist schnell in vollem Gang. Dessen Verteidiger sind ungewöhnlich: Insekten und Würmer. Arthur ist nun scharf auf Lady Samstags Schlüssel …

_Der Sprecher_

Oliver Rohrbeck ist ja schon ein alter Hase im Synchronsprechergeschäft und in Sachen Hörspielserie (s. o.). Seine „normale“ Stimme eignet sich gut für Kinderstoffe, also Märchen, Fantasy und ähnliches, denn sie erklingt nicht besonders tief oder autoritär, ist also sympathisch. Jedenfalls alles andere als furchteinflößend, schon gar nicht, wenn er mit der hohen Stimme einer weiblichen Figur spricht, oder sich gestelzt und hochnäsig ausdrückt, etwa als Dame Primus. Vielfach erklingen im Turm Meldungen, Berichte und Befehle, die alle sehr autoritär und streng daherkommen. Diesmal ist für zwischenmenschliche Gefühle kaum Platz.

Doch da es in der Geschichte einige bedrohliche Situationen darzustellen gilt, muss Rohrbeck zu ein paar Hilfsmitteln greifen. Er kann ohne Weiteres seine Stimmlage absenken, um autoritär zu wirken, er kann sie aber auch verzerren, denn mehrfach wird durchs Telefon gesprochen. Und wenn die Figuren denken, so spricht er mit einem deutlichen Halleffekt und mit doppelter Stimme. Das sollte jedem jungen Zuhörer klarmachen, dass im Augenblick nicht laut geredet wird.

|Geräusche|

Die Tonregie hat diesmal eine Unmenge von Geräuschen hinzugemischt. Dazu gehören vielfach metallische Sounds und das Zischen von Dampf – Samstags Domäne ist vollmechanisiert. Im Finale sind vielfach Knalle, Kampfgeräusche und ein Donnern zu hören. Sind dies Kanonen – oder Atombombenexplosionen aus den Sekundären Reichen?

|Die Musik|

Die Hintergrundmusik von Andy Matern wird meist recht dezent und vielfältig eingesetzt. Sie drängt sich niemals in den Vordergrund, sondern bildet einen Klangteppich, der unterbewusst die Emotionen des Zuhörers steuert, die der jeweiligen Szene angemessen sind. Das kann sowohl bedrohlich als auch fröhlich, dynamisch oder entspannt wirken. Wer genau hinhört, kann hören, wie die einzelnen Motive wiederholt werden. Eines davon erinnerte mich stark an den Soundtrack von „Inception“: ein von Bläsern getragener Teppich von tiefen Akkorden.

Die Instrumente sind in der Regel elektronisch, nur bei einem wiederkehrenden Leitmotiv – eine kurze Abfolge von elegischen Tönen – wird ein elektrisches Piano eingesetzt. Ich fand die Musik, die überraschend häufig zu hören ist, sehr passend. Ihre vielfältige Dynamik ist ernstgemeint und kein Kasperletheater, genau richtig für das Thema des Kampfes und der Eroberung des HAUSes.

_Unterm Strich_

Auch dieses sechste Hörbuch des siebenteiligen Zyklus „Die Schlüssel zum Königreich“ wartet mit zahlreichen Rätseln, Wundern, Gefahren und Kämpfen auf. Der junge Zuhörer bangt mit Lord Arthur ebenso mit wie mit der jungen Blatt, die auf ihre eigene Art ums Überleben kämpfen muss.

Nachdem er bereits fünf Schlüssel erobert hat, tritt Arthur recht autoritär auf. Dazu steht seine immer noch zaghafte, jungenhafte Stimme, die der Sprecher ihm verleiht, in einem gewissen Widerspruch, der mich verwirrt hat. Arthur erscheint schwach, wo er eigentlich stark ist. Zusammen mit Susi und dem Vermächtnis setzt er sich gegen zahlreiche Widersacher durch, bis er sich schließlich dem finalen Angriff von 5000 Bürgern und Lady Samstag auf Sonntags Domäne anschließt.

Würde man dieses Finale als Anime realisieren, wäre ein gewaltiges Panorama vonnöten, denn die Ausmaße von Trum, Rakete und Sturmbock sind gigantisch – die Apotheose der Maschinerie. Die Viktorianer hätten dies geliebt, und das steht völlig in Einklang mit der grundlegend viktorianischen Kultur und Umgebung des HAUSes. Warum der Autor ausgerechnet diese vergangene Epoche gewählt hat, bleibt sein Geheimnis. Aber es distanziert das HAUS von Arthurs eigener Gegenwart und erlaubt dem Leser bzw. Hörer dadurch einen eigenen Standpunkt, der Kritik erlaubt.

Der Sprecher Oliver Rohrbeck bietet dem Hörer, vor allem dem kindlichen Zuhörer ab 12 bis 13 Jahren, eine breite Palette von stimmlichen Tonlagen und Klang-Effekten, die zu einer Charakterisierung verschiedenster Wesen beitragen. Mit ein wenig Phantasie kann sich der Zuhörer daher die fremde Welt des HAUSes viel besser vorstellen. Die Geräusche tragen noch mehr zum Realismus bei, überlagern aber nie den Vortrag.

Dennoch fragte ich mich zu Anfang und in der Mitte, wann die Handlung denn endlich spannend werden würde. Die Action lässt bis zur vierten CD auf sich warten. Und dann fällt der Showdown mit der Zauberin auch noch aus. Ich war ein wenig enttäuscht, aber vielleicht wird Samstag noch für Band 7 gebraucht.

Ein Vergleich mit dem Buch deckt zahlreiche Kürzungen auf. Außerdem entgehen dem Hörer so die schönen Zeichnungen, die Daniel Ernle beigesteuert hat.

|4 Audio-CDs mit 269 Minuten Spieldauer
Originaltitel: Superior Saturday (2008)
Aus dem Australischen Englisch von Axel Franken
ISBN-13: 9783785738474|
http://www.luebbe.de

_Garth Nix bei |Buchwurm.info|:_

[„Sabriel“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1109 (Das alte Königreich 1)
[„Lirael“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1140 (Das alte Königreich 2)
[„Abhorsen“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1157 (Das alte Königreich 3)

Riordan, Rick (Autor) / Kaminski, Stefan (Sprecher) / Ohm, Lotte (Sprecherin) – rote Pyramide, Die (Die Kane-Chroniken 1) (Lesung)

_|Die Kane-Chroniken|-Trilogie:_

01 _“Die rote Pyramide“_
02 „Der Feuerthron“
03 „The Serpents Shadow“ (noch ohne dt. Titel)

_Abenteuer- und lehrreiche Kopie nach Percy-Jackson-Vorbild_

Ein Besuch im Museum? An Heiligabend? Eine bescheuerte Idee, finden Sadie und Carter. Aber ihr Vater, der berühmte Ägyptologe Dr. Julius Kane, will ihnen gar keine verstaubten Sarkophage zeigen – er plant nichts weniger, als den ägyptischen Gott Osiris zu beschwören. Doch das geht schief, und er wird von einem unheimlichen glutroten Kerl entführt. Um ihn zu befreien, müssen die Geschwister es mit der gesamten ägyptischen Götterwelt aufnehmen. (Verlagsinfo)

_Der Autor_

Rick Riordan war viele Jahre lang Lehrer für Englisch und Geschichte. Mit seiner Frau und seinen zwei Söhnen lebt er in San Antonio, Texas, und widmet sich ausschließlich dem Schreiben. „Percy Jackson. Diebe im Olymp“ war sein erstes Buch für junge Leser. Dessen Verfilmung mit Pierce Brosnan und Uma Thurman lief ab 11. Februar 2010 in deutschen Kinos.

Der PERCY-JACKSON-Zyklus (im Buch bei Carlsen):

1) Diebe im Olymp
2) Im Bann des Zyklopen
3) Der Fluch des Titanen
4) Die Schlacht um das Labyrinth
5) Die letzte Göttin (Hörbuch, Oktober 2011)
6) The Ultimate Guide (2010)

DIE KANE-CHRONIKEN:

1) Die rote Pyramide (Hörbuch 01/2012)
2) Der Feuerthron (Hörbuch 15.3.2013)
3) The Serpent’s Shadow (2012)

HELDEN DES OLYMP

1) Der verschwundene Halbgott (Hörbuch 12.10.2012)
2) Der Sohn des Neptun (Hörbuch 14.3.2013)
3) The Demigod Diaries (Sachbuch) – August 2012
4) The Mark of Athena (Oktober 2012)
5) The House of Hades (Oktober 2013)
6) geplant für Herbst 2014

_Der Sprecher/Die Sprecherin_

Stefan Kaminski, geboren 1974 an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ sein Schauspielstudium absolviert. Als Sprecher ist er v.a. durch seine Live-Hörspiele am Deutschen Theater und sein „Stimmen-Morphing“ bekannt. Mehr Info: http://www.kaminski-on-air.de

Lotte Ohm studierte Schauspiel an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig. Im Fernsehen war sie bereits in diversen Produktionen wie „Tatort“ und „Polizeiruf 110“ zu sehen. Sie spielt am Deutschen Theater in Berlin.

Regie im Studio Wort zu Berlin führte Gabriele Kreis.

_Handlung_

Carter Kane ist der vierzehnjährige Sohn des Ägyptologen Dr. Julius Kane. Zu Heiligabend besucht er seine zwei Jahre jüngere Schwester Sadie bei ihren Großeltern in London, bei denen sie seit dem Tod ihrer beider Mutter lebt. Ihr Vater fühlt sich verfolgt und umklammert seine Arbeitstasche, als er Carter zu den Fausts begleitet. Sieht jener Typ im Trenchcoat dort nicht verdächtigt aus? Er schickt Carter vor. Als Sadie und Carter zurückkommen, spricht ihr Dad mit dem Typen im Trenchcoat: Er nennt sich Amos, und offenbar kennt er Dad, denn er nennt ihn Julius. Julius verfolgt offenbar einen Plan, um die Kinder zu schützen. Doch vor wem oder was? Kaum ist Amos weg, schlägt ihr Dad einen Besuch im British Museum vor. Warum nicht?

Ein Zwischenstopp an Cleopatra’s Needle, dem berühmten Obelisken mitten in London. Hier sah ihr Dad Mom zum allerletzten Mal. War es ein Unfall? Er schweigt über dieses Geheimnis. Seitdem trägt Sadie wie ihr Bruder ein Schutzamulett. Wie in einem Blitz erscheinen ein Mann und eine junge Frau aus dem Nichts. Sie sehen irgendwie ägyptisch aus, findet Sadie. Dad reagiert sofort: ins Taxi!

Am Eingang zum Museum erkennen die Wärter und Bediensteten Dr. Kane sofort und winken ihn hinein zur Hauptattraktion der aktuellen Ausstellung: dem Original des Rosetta-Steins, der die Übersetzung der Hieroglyphen ins Griechische und dann ins Englische ermöglichte. Er sei 1799 gefunden worden, erklärt der Leiter der Ausstellung. Er öffnet die Vitrine und holt Dokumente heraus. Doch Julius Kane überlistet Dr. Martin und sperrt ihn ein.

Endlich allein – das ist die erhoffte Gelegenheit! Sadie sieht ihren Dad in einem blau leuchtenden Kreis, wie er direkt auf den Rosetta-Stein Hieroglyphen schreibt, die Sadie lesen kann: „Öffne dich! Osiris, komm!“ Sie will ihn noch warnen, doch es ist bereits zu spät: Der Stein fliegt in die Luft …

Als das Trio wieder erwacht, hören sie ein höhnisches Lachen. Da steht ein glutroter Mann, den Dad zurück in die Unterwelt, die Duat, schicken will. Doch der Rote lacht nur und wehrt alle Angriffe ab: „Die FÜNF sind freigesetzt!“ Dann droht er Dad und sperrt ihn in einen leuchtenden Sarg. Dad ruft noch: „Lauft!“, bevor sein Sarg im Boden versinkt. Doch der Rote wird in seinem Angriff auf die Kinder aufgehalten, als zwei Zauberer erscheinen und ihn vertreiben können. Die beiden sind das Paar, das sie an Cleopatra’s Needle gesehen und stehengelassen haben, ein Franzose und eine Ägypterin.

Die beiden Kane-Kinder, die alle Verhöre geduldig über sich haben ergehen lassen, werden von Kommissar Williams im Namen der Regierung des Landes verwiesen. Als Amerikaner müssen sie zurück in die Vereinigten Staaten. Die Großeltern sind erschüttert, können aber nichts unternehmen. Amos, Dads Bruder, holt sie zum Flughafen ab, denken die Geschwister, doch weit gefehlt: Amos zeichnet ein Boot in die Luft, setzt es auf die Themse, heißt alle einsteigen, Sadie Katze Muffin mitnehmen – und schon geht’s los!

Wie auf einer Achterbahn sausen sie durch die Finsternis, bis sie in Brooklyn anlangen. Gegenüber des Flusses liegt der Lichterglanz Manhattans. Auf einem Lagerhaus erhebt sich eine fünfstöckige Villa, in die Amos seine Passagiere führt. Er tut ja gerade so, als stünde die Villa in einem der Bezirke des alten Ägypten, stutzen sie. Ist er vielleicht plemplem?

Das Innere der Villa ist weitaus größer als ihre Abmessungen vermuten lassen: ein Saal von gigantischen Ausmaßen versetzt Sadie in Erstaunen. Darin steht eine Riesenstatue von Thot, dem Gott mit dem Ibiskopf, der ein Ankh hält, ein Henkelkreuz, das für das Leben steht. Thot ist der Gott des Wissens und der Erfinder der Schrift, doziert Amos. Sadie wundert sich über einen Pavian, der ein T-Shirt trägt: Er heiße Cheops, sagt Amos, und sei der Butler. Carter übergibt Amos Dads Arbeitstasche. Cheops bringt die Kids auf ihre Zimmer. Sadie vermisst ihren Dad in all dieser Magie.

Carter träumt, er befinde sich im alten Ägypten und begegne zwei Dämonen. Da ist auch wieder der rote Gott, und vor diesem werfen sich die Kröte und der Vogel in den Staub. Sie erzählen ihm, an dieser Stelle solle ein Tempel in der Stadt namens Phoenix gebaut werden. Der Rote erwidert, er werde einen Sturm schicken und dann Phoenix niederbrennen. Das klingt nicht gut für die Stadt in Arizona. Als Carter erwacht, hört er in seinem Kopf eine Stimme, die ihn beruhigt. Er müsse sich jedoch gegen IHN, den Roten, wappnen.

Als sie am Pool chillen, erklärt ihnen Onkel Amos endlich, was hier eigentlich abgeht. „Julius wollte den Gott Osiris herbeirufen, aber das ging schief.“ Das haben sie gesehen, weiß Gott. Was sie aber erstaunt, ist Amos‘ Behauptung, die alten Götter Ägyptens seien bis heute lebendig. Die Villa hier sei ein Tempel, ein Lebenshaus, ein per-Ankh. Mom und Dad seien Magier, deren magische Fähigkeiten angeboren seien bzw. waren. Genau wie bei Cater und Sadie – den zaubermächtigsten Kane-Kindern seit Jahrhunderten.

Aber warum wollte Dad Osiris beschwören, fragt Carter und Sadie weiß es: „Er wollte Mom von den Toten zurückrufen!“ Das sei Wahnsinn, findet Carter. Amos erklärt, der rote Gott namens Seth sei einer von fünf Göttern, die Julius stattdessen verbotenerweise freisetzte. Denn er brach damit den Bann, der nach Moms Tod über ihn verhängt worden war. Das Magierpaar seien nur Beobachter und Wächter. Sagt Amos wirklich die Wahrheit, fragen sich die beiden Kids.

Eins sei jedenfalls klar: Sadie und Carter müssten in ägyptischer Magie unterwiesen werden, nicht nur, um sie zu schützen, sondern auch, um sie vor Dummheiten zu bewahren. Und der Rote, fragt Carter. Dieser Agent des Chaos könne mit seinem Sturm nicht nur die Stadt Phoenix zerstören, sondern die gesamten USA dem Erdboden gleichmachen. Gar nicht gut. Da wollen sie sich mal lieber mit der Ausbildung beeilen, um ihm rechtzeitig das Handwerk legen zu können. Doch wieviel Zeit haben sie? Viel weniger, als sie gehofft hatten …

_Mein Eindruck_

Es ist nicht leicht, es mit einem Gott wie Seth aufzunehmen. Er hat jede Menge Handlanger in Gestalt von Dämonen, die ihm lästige Angreifer wie Sadie und Carter vom Leibe halten. Doch die Kane-Geschwister sind auch nicht irgendwer: In Carter wohnt der Geist von Horus, dem Sohn des Osiris, und in Sadie kommt eine noch eindrucksvollere Göttin zum Vorschein: Isis, die Gattin von Osiris.

Doch bevor die beiden Götter den beiden Jugendlichen helfen können, müssen diese lernen, mit ihren magischen Fähigkeiten, die sie von Mom und Dad geerbt haben, zurechtzukommen und sie zu beherrschen. Wie schon in Camp Half Blood durchlaufen sie eine Art Zaubererschule nach dem Vorbild von Hogwarts. So können sie etwa ihre Seele, das Ba, auf eine Geistreise schicken, um in der Geisterwelt, der Duat, andere Geister zu treffen und Neues zu erfahren. Die junge Magierin Zia Raschid ist ihre Lehrerin, und Bastet, die katzengestaltige Göttin, steht ihn als Kriegerin zur Seite.

Beistand von diesen beiden Damen benötigen sie dringend, denn es gibt auch eine Gegenseite unter den Menschen. Ein Franzose namens Dejardin, der über ähnliche magische Fähigkeiten verfügt, besitzt das wertvollste Buch, das sie brauchen, um es mit Seth aufnehmen zu können. Darin steht das Ritual, das man ausführen muss, um Seth aufzuhalten. Das Ritual selbst wiederum besteht aus zwei Komponenten: Man muss den wahren Namen Seths aussprechen und eine Feder der Göttin Ma’at, die die Wahrheit anzeigt, werfen.

Die Befolgung all dieser Spielregeln ist nötig, um Seths Werk aufzuhalten. An seinem Geburtstag am Jahresende will er eine Pyramide errichten, die all seine Macht konzentriert, und die Vereinigten Staaten übernehmen. Nicht witzig! Eine unangenehme Begleiterscheinung: der Megasturm, der alle Menschlein hinwegfegen wird. Keine Frage also, ob man ihn aufhalten soll oder nicht. Doch wie sich zeigt, wird es extrem knapp …

|Percy Jackson reloaded|

Wieder einmal hat Rick Riordan, der Schöpfer des PERCY-JACKSON-Zyklus‘, seine jugendlichen Helden aus der amerikanischen Gegenwart – sie stammen aus Los Angeles – in eine mythische Vergangenheit versetzt, um die Welt, wie wir sie kennen, vor dem Untergang zu bewahren. Das war schon so ziemlich der Plot des PERCY-JACKSON-Zyklus‘, nur dass es dort um die griechische Götterwelt ging.

Neben der Erledigung von allerlei Aufgaben erleben die Geschwister jede Menge Abenteuer, bekämpfen die seltsamsten Ungeheuer und Dämonen, werden aber dann doch in letzter Sekunde gerettet. Sadie verliebt sich in keinen anderen als Anubis, den Führer der Toten, der in einem schmucken Jüngling wohnt. Aber ob sie ihre Eltern je wiedersehen werden, darf hier nicht verraten werden.

_Der Sprecher/Die Sprecherin_

Die beiden Sprecher wechseln sich häufig ab. Deshalb muss der Hörer aufpassen, welchen Blickwinkel er oder sie gerade einnimmt, den von Carter oder den von Sadie. Nach einer Weile identifiziert man die Stimme von Kaminski automatisch mit der der Figur des Carter Kane.

Lotte Ohm ist mir nicht als eindrücklich in Erinnerung, eher im Gegenteil: Im Vergleich zur fulminanten Darstellungskunst von Kaminski wirkt sie blass und ihre Darstellung der Sadie flach und farblos. Das wird der aktiven Rolle der Figur in keinster Weise gerecht. Dass sie in einer höheren Stimmlage spricht, versteht sich fast von selbst.

Stefan Kaminski ist es somit, der das Hörbuch trägt. Auf seine Auftritte mit Carters Stimme habe ich mich immer gefreut. Am besten kommt aber seine Sprachkunst zur Geltung, wenn er die schrägsten Typen porträtieren soll. Dejardin etwa spricht mit französischem Akzent, der ihn arrogant erscheinen lässt. Kaminski gibt dem fiesen Gott Seth eine enorm tiefe Stimme, die höhnisch und überheblich wirkt. Wer würde ihm nicht eine reinwürgen wollen? Die Monster und Dämonen, die Seth schickt, sind entweder dämlich oder wirken zumindest in ihrer Sprechweise so. Eine Kröte etwa quakt.

Es liegt nahe, dass Kaminski auch Tiere „spricht“. Der Affe Cheops Quietscht und kreischt, wohingegen die Göttin Bastet, verkörpert in der Katze Muffin, schnurrt wie ein richtiger Stubentiger. Wenn sie Kummer hat, miaut sie höchst kläglich. Dass Vögel krächzen und Falken schreien, liege nahe. Carter nimmt als Horus-Verkörperung die magische Gestalt eines Falken an und Sadie materialisiert als Milan. Uschebtis hingegen sind kleine magische Diener, ungefähr wie Hauselfen in Hogwarts. Sie sprechen auch mit genauso hohen Stimmen, und der Netteste davon heißt Marshmallow.

|Musik/Geräusche|

Dieses Hörbuch weist weder Musik noch Geräusche auf, kostet aber trotzdem rund 20 Euronen.

_Unterm Strich_

Der Plot ist uns von den Percy-Jackson-Büchern recht vertraut, und wer den ersten Film gesehen hat, dürfte keine Schwierigkeiten haben, das Handlungsprinzip wiederzuerkennen. Man nehme zwei Zauberlehrlinge, die erblich vorbelastet sind und auf eine Mission geraten: Sie wollen ihre verschwundenen Eltern wiederfinden. Damit dies gelingt, müssen sie erst die Welt vor dem fiesen Gott Seth retten, der auch gleich die USA plattmachen will. Selbstredend brauchen sie allerlei Hilfe, nicht zuletzt ihre eigenen magischen Fähigkeiten.

Als wäre dies lediglich ein anderes Spielbrett, auf dem die Regeln der altägyptischen Mythologie herrschen, inszeniert der Autor mehr oder weniger die gleiche Handlung. Zu den Spielmöglichkeiten gehören Geistreisen, Verkörperungen, magische Rituale und jede menge Portale, die es zu durchschreiten gilt. Und wer hätte das gedacht? Am Schluss machen die beiden Zauberlehrlinge, nunmehr graduiert, ihr eigenes Camp Half Blood auf.

Man merkt eben, dass Riordan lange Jahre Pädagoge war und nun sein Anliegen darin sieht, seine Schüler, pardon!, Leser und Hörer, durch die Abenteuer der Figuren sowohl zu unterhalten als auch zu informieren. Am Schluss sollen sie in der Lage sein, selbständig zu denken und moralisch zu handeln – nicht selbstverständlich in einer Umgebung des krassen kapitalistischen Materialismus wie den USA. Insofern ist Riordans Dauerprojekt durchaus zu loben.

|Das Hörbuch|

Diese akustische Umsetzung des 600-Seiten-Buches wird praktisch allein von Stefan Kaminski getragen, dessen Sprachkunst wirklich eindrucksvoll ist. Lotte Ohm verblasst dagegen, was ihrer Figur der Sadie nicht gerecht wird. Dass es weder Musik noch Geräusche gibt, finde ich schade. Ärgerlich ist deshalb der hohe Preis.

|6 Audio-CDs
Spieldauer: 8:01 Std.
Tracks: 132
Originaltitel: The Red Pyramid (The Kane-Chronicles 1)
Gelesen von Stefan Kaminksi und Lotte Ohm
Vom Verlag empfohlen ab 11 Jahren
ISBN: 978-3-86742-115-7|
http://www.silberfisch-hoerbuch.de

_Rick Riordan bei |Buchwurm.info|:_
[„Im Bann des Zyklopen“ (Percy Jackson 2) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7273
[„Der Fluch der Titanen“ (Percy Jackson 3) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7344
[„Die Schlacht um das Labyrinth“ (Percy Jackson 4) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7362

Eschbach, Andreas – Herr aller Dinge (Lesung)

_Der Fluch der Allmacht: philosophischer SF-Roman_

Als Kinder begegnen sie sich zum ersten Mal: Charlotte, die Tochter des französischen Botschafters und Hiroshi, der Sohn einer Hausangestellten. Von Anfang an steht der soziale Unterschied spürbar zwischen ihnen. Doch Hiroshi hat eine Idee. Eine Idee, wie er den Unterschied zwischen Arm und Reich aus der Welt schaffen könnte. Um Charlottes Liebe zu gewinnen, tritt er an, seine Idee in die Tat umzusetzen – und die Welt damit in einem nie gekannten Ausmaß zu verändern. Was mit einer bahnbrechenden Erfindung beginnt, führt ihn allerdings bald auf die Spur eines uralten Geheimnisses – und des schrecklichsten aller Verbrechen … (Verlagsinfo)

_Der Autor_

Andreas Eschbach, Jahrgang 1959, studierte in Stuttgart Luft- und Raumfahrttechnik, bevor er als Software-Entwickler und Berater arbeitete. Schon als Junge schrieb er seine eigenen Perry-Rhodan-Storys, bevor er mit „Die Haarteppichknüpfer“ 1984 seine erste Zeitschriftenveröffentlichung landen konnte.

Danach dauerte es noch elf Jahre bis zur Romanfassung von „Die Haarteppichknüpfer“, danach folgten der Actionthriller „Solarstation“ und der Megaseller „Das Jesus Video“, der mit dem renommierten Kurd-Laßwitz-Preis für den besten deutschsprachigen Science Fiction-Roman des Jahres 1998 ausgezeichnet und fürs Fernsehen verfilmt wurde.

Seitdem sind die Romane „Eine Billion Dollar“, „Perfect Copy“, „Exponentialdrift“, „Die seltene Gabe“, „Das Marsprojekt 1-5“ sowie „Der Letzte seiner Art“ erschienen, einige davon zudem als Hörbuch. Auch das Sachbuch „Das Buch der Zukunft“ gehört zu seinen Publikationen. Eschbach hat mehrere Anthologien herausgegeben und eine Reihe von literarischen Auszeichnungen erhalten. Heute lebt als freier Schriftsteller in der Bretagne.

_Der Sprecher_

Matthias Koeberlin, geboren 1974, absolvierte die Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ in Potsdam. Im Jahr 2000 erhielt er den Günter-Strack-Fernsehpreis. Er spielte den Stephen Foxx in der ProSieben-Verfilmung des Bestsellers „Das Jesus-Video“. Für seine Interpretation der Hörbuchfassung von Eschbachs Bestseller wurde er für den Deutschen Hörbuchpreis des WDR (2003) nominiert. 2007 gewann er gegen renommierte Konkurrenz als „Bester Schauspieler“ den „Deutschen Fernsehpreis“. Er lebt mit seiner Familie in Köln.

Regie in den L.A. Tonstudios Köln führte Kerstin Kaiser, aber die Nachbearbeitung erfolgte in den d.c. Studios NRW. Die Musik trug Andy Matern bei. Die Textfassung stammt von Klaus Prangenberg.

_Der Komponist_

Andy Matern wurde 1974 in Tirschenreuth, Bayern geboren. Nach seiner klassischen Klavier-Ausbildung arbeitete er einige Jahre als DJ in Clubs. Seit 1996 ist er als freiberuflicher Keyboarder, Produzent, Remixer, Songwriter und Arrangeur tätig. Er kann trotz seiner jungen Jahre bereits mehr als 120 kommerzielle CD-Veröffentlichungen vorweisen. Darunter finden sich nationale und internationale Chart-Platzierungen mit diversen Gold- und Platin-Auszeichnungen.

Bereits Andy Materns erste Hörbuch-Rhythmen erreichten schnell Kultstatus bei den Fans und der Fachpresse. Durch seine musikalische Mitarbeit wurde „Der Cthulhu Mythos“ zum besten Hörbuch des Jahres gewählt (Deutscher Phantastik Preis 2003). Andy Matern lebt und arbeitet in München. (Verlagsinfos)

_Handlung_

Hiroshi Kato ist der Sohn einer Wäscherin, die an der Tokioter Botschaft Frankreichs arbeitet. Charlotte Malroux ist die Tochter des an dieser Botschaft arbeitenden französischen Botschafters. Zusammen verbringen sie einige Zeit miteinander. Rückblickend erkennt Hiroshi, dass es die Zeit war, in dem ihm die beste Idee seines Lebens kam: Wie man alle Menschen auf der Erde reich machen könnte.

Er hat eine Begabung, um neue Dinge zu bauen. Doch Charlottes Gabe ist völlig andersartig. Wenn sie Gegenstände berührt, kann sie deren Geschichte und die Gefühle sowie Gedanken ihrer Benutzer erspüren. So was hat Hiroshi noch nie gehört, aber es erweist sich als folgenreich. Als Charlotte sie das Messer von Hiroshis verschwundenem Vater „liest“, erfährt er, dass der Vater aus einer superreichen Familie in Texas lebt, doch seine Mutter nach Japan zurückgekehrt ist.

Eines Tages besuchen sie zusammen mit einer Aufpasserin die Tokioter „Insel der Heiligen“, einen nur einmal im Jahr geöffneten Shinto-Schrein. Darin liegt, auf der gleichnamigen Insel, ein schwarzes Messer aus Obsidian. Es soll 3000 Jahre alt sein und dem ersten Kaiser Japans gehört haben. Als es Charlotte mit Hiroshis Hilfe gelingt, das Messer zu berühren und zu „lesen“, stößt sie einen markerschütternden Schrei aus und fällt in Ohnmacht. Am nächsten Tag sind die Malroux‘ abgereist.

Als Hiroshis Vater zu Besuch kommt, bietet er dem mittlerweile 14 Jahre alten Jungen einen Studienplatz an den besten Unis der USA an. Wenige Jahre später ist aus Hiroshi am berühmten Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Boston ein brillanter Querdenker geworden, der nur noch nebenher büffelt, um seine Scheine in Informatik und Kybernetik zu machen. Er hat ein Gerät patentiert und lizenziert, mit dem Innendekorateure, Bauleiter und Architekten einen Raum dreidimensional ausmessen können – den „Zauberstab“. Mit den Lizenzgebühren finanziert er sein Studium.

Doch dann ereignen sich zwei Wendepunkte in seinem Leben. Auf einer Einweihungsparty sieht er Charlotte wieder: Sie ist mit einem Milliardenerben verlobt und sieht aus wie ein Model. Dennoch kann er mit ihr problemlos über alte Zeiten reden, als wäre sie seine Schwester. Und ja: Sie hat ihre „seltene Gabe“ immer noch, allerdings viel schwächer als seinerzeit. Sie studiert Anthropologie und will in die Archäologie – kein Wunder bei ihrem Interesse für uralte Objekte, die sie „lesen“ kann. Ein paar Tage später unternimmt sie mit ihm eine „Expedition“ in die Vergangenheit der Menschheit und der Erde: Die 32 Kilometer, die sie quer durch Boston gehen, entsprechen 3,2 Mio. Jahren – so alt sind die ältesten Funde von menschlichen Fossilien. Aber was geschah einst in den riesigen zeitlichen Lücken zwischen den Funden?

Die andere Begegnung bringt Hiroshi in Berührung mit dem Investor Jens Rasmussen. Der amerikanische Unternehmer ist das genaue Gegenteil einer „Heuschrecke“ und findet, dass Hiroshi angemessen für seine geniale Erfindung, den „Zauberstab“, bezahlt werden müsse. Genauer gesagt: mit 3 Mio. Dollar. Das ist zwar viel, aber zu wenig, um Hiroshis nächstes Projekt finanzieren zu können. Rasmussen erkennt beim zweimaligen Durchlesen der Projektbeschreibung, was dies bedeutet: eine Zeitenwende …

_Mein Eindruck_

Wir verfolgen die sehr unterschiedlichen Lebensläufe eines nahezu geschwisterlichen Paares und erleben mit ihnen einschneidende Geschehnisse in der Menschheitsgeschichte mit. Charlotte liefert uns den Einblick in größte ZEITLICHE Tiefen, führt uns aber auch zu einem dramatischen Ereignis im russischen Eismeer. Hiroshi hingegen nimmt uns mit auf eine Reise in tiefste RÄUMLICHE Dimensionen, denn er befasst sich mit den kleinsten Bausteinen des natürlichen (Atome) und künstlichen (Naniten) Lebens. Auf diese Weise können wir uns ein vierdimensionales Bild von der Menschheitsgeschichte machen, von den frühesten Anfängen bis zur jüngsten transhumanen Verwandlung.

Obwohl Charlotte eine übernatürliche Fähigkeit besitzt, die schon fast Fantasy-mäßige Möglichkeit weckt, ist es doch für den Durchschnittsleser, der, sagen wir, nur Krimis oder historische Romane kennt, viel leichter, ihre Schilderungen nachzuvollziehen. Bei Hiroshis Szenen sind eindeutig solche Leser / Hörer im Vorteil, die sich mit Science-Fiction und den jüngsten technischen Entwicklungen wie der Nanotechnologie befasst haben. Nanos gehören zwar mittlerweile zum Alltag, etwa Schutzbelägen für Autokarosserien oder Fenster. Aber dennoch haben die wenigsten Leute eine Vorstellung davon, worum es sich eigentlich handelt: winzige Maschinen, die bis in die Blutbahn und die Lunge gelangen können.

Das ganze Buch wird folglich von der Entwicklung dieser beiden Hauptfiguren und ihrer sich vertiefenden Beziehung zusammengehalten. Die Frage, die sich jeder Leser / Hörer stellt, ist jedoch, ob sie endlich ihre tiefe, einzigartige Liebe erkennen und in die Tat umsetzen können. Dies gelingt Hiroshi am Schluss auf eine unnachahmliche Weise, die nicht nur Charlotte die Tränen in die Augen treibt.

|Das Generalthema|

Soweit, so schön, doch worum geht es überhaupt? Ohne zuviel vom Plot verraten zu wollen, so lässt sich doch schnell erkennen, dass es im Grunde um die Beherrschung einer neuen revolutionären Technologie geht. Hiroshi will ja die Welt verbessern. So möchte er etwa mit seinen ersten Kleinrobotern (die selbständig Kopien von sich erstellen können) die unzähligen Deponien von Müll wieder in Wertstoffe umwandeln. Ein hehres Unterfangen, das nur leider an einem Geburtsfehler scheitert: am Kopiervorgang selbst. Schon die dritte Generation ist unfähig, die gegebenen Befehle korrekt auszuführen und baut Mist. Hiroshi muss von vorne anfangen.

Aber auch die Nanotechnologie hat ihre Tücken. Hiroshi überwindet in deren Entwicklung unvorstellbare Hürden. Die Details würden zu weit führen. Aber wieder einmal bauen seine „Kreaturen“ Mist: Sie entnehmen allen Fischen im Meer einen bestimmten Giftstoff – auf einmal mehren sich Meldungen von Fischsterben an allen Küsten. Bloß gut, dass alle Nanos einen Kill-Befehl verstehen.

Die folgerichtige Konsequenz aus diesen Fehlern lautet, dass sich der Schöpfer mit seinen Kreaturen vereinigen muss. Andere Menschen würden ihn nun nicht mehr als Menschen definieren, da er nun auf einer anderen Ebene existiert und anderen Parametern gehorcht. Diese Entfremdung hat verheerende Folgen für Hiroshi und seine Schöpfung. Die Menschheit wendet sich gegen ihn. Das ist höchst ironisch: Aus dem Möchtegern-Wohltäter ist ein Feind geworden, den es zu vernichten, zumindest aber auszubeuten gilt.

|Action|

Das zweifellos unterhaltsamste Kapitel gehört Charlotte. Im russischen Eismeer will sie mit ihrer Expedition ja eigentlich menschliche Fossilien suchen und insgeheim dem Ursprung einer lokalen Sage von einem schwarzen Teufel nachgehen, der einst auf die Erde gefallen sein und im „ewigen“ Eis gefangen sein soll. Nun, sie findet definitiv mehr als einen Teufel, nämlich eine verborgene Kolonie von Naniten. Als diese unerwartet ein Festmahl an Nähr- und Rohstoffen in Gestalt von Menschenkörpern geboten bekommen, entwickeln sie ein unheimliches Eigenleben …

|Jargon|

An einigen Stellen merkt man deutlich, dass Eschbach ein Software-Entwickler gewesen ist. Selbst im gekürzten Hörbuchtext wird noch Jargon verwendet, der Hörer, die nicht das Geringste von Software verstehen, vor erhebliche Verständnisprobleme stellen kann. Das ist von Supercomputern, Routinen und Prozeduren, von Programmcode und Kill-Befehlen die Rede – alles ganz gewöhnlicher Krempel für einen Entwickler, aber eine Hürde für Laien.

_Der Sprecher_

Als ausgebildeter Schauspieler weiß Koeberlin seine Stimme wirkungsvoll einzusetzen und die Sätze deutlich und richtig betont zu lesen. Er verleiht den beiden Hauptfiguren minimal unterschiedlichen Stimmlagen zu, lässt sie kichern und flüstern, besorgt klingen und schluchzen.

Koeberlin lässt aber insbesondere „Ausländer“ anders sprechen. Das funktioniert am besten mit den rauen Akzenten der Russen und der argentinischen Militärs. Aber auch die Amis kann man leicht heraushören. Vielfach werden die Stimmen der Militärs und Forscher durch Effektfilter verfremdet, so dass es einigermaßen realistisch klingt, wenn sie sich mit Hilfe von Sprechfunk usw. verständigen. Dann ist die jeweilige Stimme entsprechend verzerrt. Funksprüche klingen oft abgehackt.

Aber es gibt auch Zustände der Figuren, die sich nicht immer „normal“ klingen lassen. So hat etwa Charlottes Expeditionskamerad Morley schwere Probleme, das auf der Insel Gesehene und Erlebte zu verarbeiten. Er ist erst der Panik nahe, dann deliriert er. Der Sprecher könnte an dieser Stelle leicht albern klingen, kann es aber gerade noch vermeiden.

Zu meiner Freude hat sich Koeberlin in den letzten Jahren einige Sprachen angeeignet. Ganz besonders seine Aussprache des Spanischen ist makellos. Daher kann ich ihm sowohl eine unterhaltsame als auch kompetente Vortragsweise bescheinigen. Doch die Figuren zum Leben zu erwecken, gelingt ihm im Grunde nur bei den beiden Hauptfiguren. Das liegt aber daran, dass wir uns emotional mit ihnen identifizieren können, während die Kürzungen des Hörbuchs keine weiteren wichtigen Nebenfiguren zulassen.

|Musik|

Andy Materns musikalische Beiträge zeigen sich vor allem in den Intros und Outros, die auch am Ende jeder CD erklingen. Percussion, Synthigeiger und ein Bass bekommen einen dynamischen Klangteppich zustande, der immer wieder im Hintergrund für Spannung sorgen kann. Andere Instrumentalisierungen, etwa mit Flöte und Harfe, sorgen für Entspannung. Es ist dieser Wechsel, der die Dramaturgie des Plots unterhaltsam macht. Denn zuviel des einen wie des einen wäre ja langweilig.

Geräusche gibt es keine, daher brauche ich darüber keine Worte zu verlieren.

_Unterm Strich_

„Herr aller Dinge“ – ja, dies zu werden gelingt Hiroshi Kato in vollem Umfang. Dummerweise hat der Rest der Menschheit etwas dagegen, hat sie doch schon Schwierigkeiten, sich auf nur einen Gott zu einigen. Leider erweist sich Hiroshis Wohltäterschaft als zwar gut gemeint, aber schlecht gekonnt. Die Wirklichkeit hat entschieden etwas dagegen, sich verbessern zu lassen.

Folglich kann er seinen größten Erfolg nur im zwischenmenschlichen Bereich erzielen: Mit seinen gottähnlichen Kräften gelingt es ihm, einen Menschen von einer tödlichen Krankheit zu heilen (und dreimal darf man raten, um wen es sich handelt). Merke: Der einzige Preis, den die Menschen von einem Gott einfordern und akzeptieren, ist ein Opfer. Damit kennen sie sich selbst aus, und künftige „Götter“ sollten sich das hinter die Ohren schreiben.

Ich fand die ganze Geschichte faszinierend entworfen und stellenweise spannend geschildert, so etwa auf der russischen Eismeerinsel. Allerdings nimmt sich der Autor dort selbst auf die Schippe oder stellt sich ein Bein, weil er Anklänge an „Star Wars“ und „Superman“ zur Sprache bringt. Die „Festung der Einsamkeit“ ((http://de.wikipedia.org/wiki/Festung__der__Einsamkeit)) ist die Heimstatt von Supie himself, und wer sie zitiert, evoziert entsprechende Erlebnisse des Lesers / Hörers. Diese wirken jedoch ein wenig deplatziert. Ich mochte eben „Superman“ noch nie.

|SF-Vorbilder|

Dafür gibt es jedoch jede Menge Vorbilder in der Science-Fiction. Die wichtigsten sind wohl der Roman „Blutmusik“ von Greg Bear, in dem sich der Forscher-Schöpfer mit seinen Kreaturen vereint und ein transzendentes Wesen (sprich: Gott) wird; zum anderen die Maschinenwesen in Gregory Benfords CONTACT-Zyklus. Auf diese feindliche Zivilisation stoßen die menschlichen Expeditionen, die ihr Vorspiel in „Meer der Nacht“ erleben.

|John von Neumann|

Die Maschinenwesen können sich ebenso wie die Kleinroboter und Naniten, die Hiroshis erschafft, kopieren und vermehren. „Die Von-Neumann-Sonde ist ein hypothetisches Konzept für selbstreplizierende Raumschiffe, das auf der Idee der selbstreproduzierenden Automaten des Mathematikers John von Neumann beruht“, schreibt die Wikipedia korrekt. Solche Automaten können jede Form und Größe annehmen, versteht sich, ganz kleine ebenso wie ganz große. Hiroshi, der geniale Alleskönner, baut sie alle. (Wer mehr über Eschbachs Ansichten über Nanotechnologie wissen will, lese sein „Buch von der Zukunft“, das 2004 bei Rowohlt veröffentlicht wurde.)

|Die Aliens|

Größte Mühe hatte ich jedoch mit der Frage, warum Hiroshi Raketen ins All schießt. Im gekürzten Hörbuchtext wird dies nur minimal begründet. Welche Außerirdischen sollen die Raketen erreichen, wenn die Aliens keine bekannten Spuren hinterlassen haben? Genau diesen Punkt widerlegt die Handlung: Die Aliens waren – und sind! – schon da, nämlich auf der russischen Eismeerinsel.

Und von da ab werden die Dinge so verwickelt, dass ich auf das Buch beziehungsweise die vollständige Audio-Lesung in MP3-Format verweise. Jedenfalls bleibt einem die Spucke weg, wenn der Autor seine eigene galaktische Vision entwirft, die sich durchaus mit Entwürfen bei „Perry Rhodan“ messen kann. Eschbach hat ja mehrfach sowohl für diese größte deutsche SF-Reihe geschrieben als auch für sein Universum der „Haarteppichknüpfer“ groß dimensionierte Entwürfe geliefert. Mit seinem Entwurf begründet er, warum wir bzw. unsere Sonden und Teleskope bislang auf kein einziges Anzeichen von Leben gestoßen sind. Es wirkt wie leergefegt …

|Das Hörbuch|

Der Sprecher liest gewohnt gekonnt vor und erweckt zumindest die beiden Hauptfiguren zum Leben. Die Musik sorgt für Spannung und Entspannung. An einigen Stellen merkt man, dass der Autor mal Softwareentwickler war und sich mit vielen modernen Technologien bestens auskennt – siehe sein „Buch von der Zukunft“.

|8 Audio-CDs
Spieldauer: 574 Minuten
ISBN: 978-3-7857-4515-1|
http://www.luebbe.de

_Andreas Eschbach beim |Buchwurm|:_
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