Schlagwort-Archive: Arne Dahl

[NEWS] Arne Dahl – Fünf plus drei (Berger & Blom 3)

Sam Berger wird gejagt – für einen Mord, den er nicht begangen hat. Doch dann braucht der Geheimdienst seine Hilfe: Der unter dem Tarnnamen Carsten operierende Ex-Geheimdienstler hält ein Mädchen in seiner Gewalt. Und Sam Berger ist der einzige, der sie finden kann. Er setzt sich auf Carstens Fährte, der er nur allzu leicht folgen kann. Denn Carsten verfolgt einen perfiden Plan – er will, dass Berger das Mädchen findet: Sie ist der Schlüssel zu einem terroristischen Verbrechen, das ganz Schweden bedrohen könnte … (Verlagsinfo)


Taschenbuch: 400 Seiten
Piper

Dahl, Arne – Rosenrot

Dag Lundmark war Leiter einer rasch und effektiv durchgeführten Razzia. Der illegale Einwanderer Winston Modisane musste dabei sterben – aber war der Tod des Südafrikaners wirklich unvermeidlich? Paul Hjelm und Kerstin Holm vom A-Team ermitteln in einem Fall, der mehr mit ihnen selbst zu tun hat, als sie wahrhaben wollen. (Verlagsinfo)

_Der Autor_

Arne Dahl, geboren 1963, ist das Pseudonym des schwedischen Krimiautors Jan Arnald, der für jene schwedische Akademie arbeitet, die alljährlich die Nobelpreise vergibt. Seine Romane um Inspektor Paul Hjelm werden laut Verlag von Publikum und Kritik begeistert aufgenommen. 2004 wurde er mit dem wichtigsten dänischen Krimipreis ausgezeichnet, dem „Pelle-Rosenkrantz-Preis“. Mehr Infos unter http://www.arnedahl.net

Die Dahl-Krimis in chronologischer Reihenfolge:

1) [„Misterioso“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2841
2) [„Böses Blut“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2416
3) [„Falsche Opfer“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3730
4) [„Tiefer Schmerz“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5512
5) [„Rosenrot“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3091
6) [„Ungeschoren“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5087
7) „Totenmesse“

_Handlung_

|Der Fall A|

Dies ist die Ausgangsszene. Eines Morgens dringen schwer bewaffnete schwedische Polizisten in die Wohngemeinschaft von fünf schwarzen Asylbewerbern, die abgeschoben werden sollen, ein. Sie können vier der fünf sofort am Boden festnageln, doch der fünfte Asylbewerber, Winston Modisane aus Südafrika, wird von Polizist Dag Lundmark – seine Kollegen nennen ihn Dagge – ins Schlafzimmer gedrängt, wo das Fenster immer offensteht. Kaum dreht sich Dagge um, ergreift Modisane die günstige Gelegenheit und steigt aus dem Fenster zur Brandleiter. Er erklimmt sie und steigt aufs Dach, um von dort den üblichen Fluchtweg ins Dachgeschoss zu nehmen. Doch heute ist die Tür seltsamerweise versperrt. Er gibt keinen Ausweg. Modisane dreht sich um und hält eine Computerdiskette hoch. Dann wird der unbewaffnete Mann mit einem einzigen Schuss hingerichtet.

Diese Aktion hat nicht nur ein Nachspiel, sondern eine ganze Menge. Paul Hjelm und Kerstin Holm sind Kriminalpolizisten in Stockholm. Als Angehörige der A-Gruppe zur Ermittlung in Verbrechen mit internationalem Charakter schalten sie sich ein. Und im Fall des erschossenen Asylbewerbers haben sie sich natürlich einzuschalten. Ihr Chef ist Jan-Olov Hultin, der sich wie ein Oberlehrer aufführt. Als er sie zu sich zitiert, steht bei ihm der Chef der Inneren Abteilung, Niklas Grundström. Die Dienstaufsicht? Haben sie etwas ausgefressen, fragen sich Hjelm und Holm, die früher mal ein intimes Verhältnis hatten.

Grundström sucht Nachwuchskommissare. Er will, dass sich Hjelm und Holm bewerben. Sie können sich bewähren, am besten sofort, indem sie den Fall Modisane übernehmen. Als Holm jedoch den Namen des Schützen hört, erstarrt sie: Dag Lundmark war bis vor sieben Jahren – von 1992 bis 1994 – ihr fester Freund. Doch sie trennte sich von ihm, woraufhin er dem Alkohol verfiel. Er musste eine Entziehungskur machen, aus der er erst vor zwei Monaten entlassen wurde. Die Polizei in einem Stadtteil nahm ihn wieder auf – mit den bekannten Folgen. Holm erklärt sich für befangen und lehnt den Auftrag ab.

Doch sie lässt sich breitschlagen, dass Befangenheit nicht gegeben sei, und geht mit Hjelm ins Vernehmungszimmer. Dort sitzt bereits Dag und begrüßt seine Ex mit zynisch-schmeichelnden Worten. Doch seine weiteren Worte sind seltsam. In der späteren Auswertung des Überwachungsvideos wird deutlich, dass er eigentlich gar nicht mit Holm und Hjelm redet, sondern mit den zwei Männern hinter dem Einwegspiegel: mit Hultin und Grundström. Wieso?

Seine Angaben müssen selbstverständlich überprüft und mit den Aussagen der vier anderen Polizisten verglichen werden. Also: Modisane flüchtete plötzlich und Lundmark folgte ihm bis aufs Dach des Hauses. Dort zog der Flüchtige eine Pistole Marke Weylander und zielte auf Lundmark. Dieser schoss sofort in Notwehr und traf Modisane tödlich. Saubere Sache.

Holm wendet ein: Aber gehörte die Weylander nicht möglicherweise Lundmark? Woher sollte der Südafrikaner eine so teure Pistole haben? Sie glaubt, Lundmark habe eine illegale Waffe in die Hand seines Opfers gelegt. Und überhaupt: Warum blieb Modisane denn stehen, statt zu flüchten? Doch Lundmark erinnert Kerstin lediglich an die Inschrift in ihrem Verlobungsring, denn sie immer noch trägt: Viele Wasser können die Liebe nicht löschen – ein Zitat aus dem Hohelied Salomos. Sie wird unsicher. Als Lundmark fragt, ob man ihn festhält oder ihn dem Staatsanwalt übergibt, verneint sie. Er kann gehen. Doch Lundmark taucht unter. Er hat noch viel vor …

Im Nachhinein entdecken die Ermittler des A-Teams, dass rein gar nichts an den Angaben zum Tathergang stimmt. Die Notwehr war kaltblütiger Mord, Lundmark handelte im Auftrag eines wichtigen Pharmaunternehmens, und die Asylbewerber sind natürlich auch keine. Zu Modisane erhalten Holm und Hjelm nicht einmal Lebensdaten. Ja, der Tipp für den Einsatz kam nicht einmal von der Migrationsbehörde, sondern von einem Tonband! Der Fall wird immer rätselhafter. Unterdessen wächst Kerstins Nervosität, und sie dreht manisch an ihrem Verlobungsring: Sie fühlt etwas wie ein Schwarzes Loch auf sich zukommen, gesteht sie Paul, und bittet ihn, sie in der Not keinesfalls im Stich zu lassen. Besorgt schwört er.

|Der Fall B|

Ein zweiter Fall scheint nichts mit Modisane und Lundmark zu tun zu haben. Im gleichen Stadtteil wird ein stinkender Einbrecher aufgegriffen. Björn Hagmann stinkt unverkennbar nach Leiche. Nach Zusicherung eines Schlupflochs führt er Arto Söderstedt und Viggo Norlander vom A-Team in die Wohnung von Ola Ragnarsson. Dort finden sie einen Abschiedsbrief vor, doch wie sich herausstellt, wurde der Mann vor zwei Wochen mit Rattengift ermordet. Sie flüchten vor dem Gestank und den wimmelnden Maden ins Freie. Der Einbrecher nutzt die einmalige Chance und verschwindet.

|Der Fall C|

In seinem Abschiedsbrief gibt sich Ragnarsson als Serienmörder aus. Er habe auf einem Acker in Schonen, Südschweden, seine Opfer vergraben. Die Beamten werden nach einigem Suchen fündig. In schwarzen Plastiksäcken finden sie die sterblichen Überreste eines lokalen Bauernpaars, das seit Wochen im Urlaub geglaubt wird. Doch wo ist ihr Adoptivsohn, der siebenjährige Anders Sjöberg?

|Die drei Fälle|

… hängen alle auf eine Weise miteinander zusammen, die sich die Ermittler der A-Gruppe nicht hätten träumen lassen. Kerstin Holm hat immer stärker das Gefühl, dass das Schwarze Loch kurz davor ist, sie zu verschlingen. Sie ahnt nicht, dass es nicht nur um sie geht, sondern um ihre gesamte Abteilung.

_Mein Eindruck_

Selten bin ich auf einen derart verzwickt ausgetüftelten Krimi gestoßen – allenfalls bei Meistern wie Michael Connelly. Drei scheinbar völlig verschiedene Fälle werden aufs Engste miteinander verknüpft und zu einem immer dichteren Geflecht von bösen Vorahnungen und unheilvollen Vorausverweisen verwoben – Kerstins „Schwarzes Loch“. Schon lange vor dem Finale ist mir daher angst und bange geworden, was da wohl auf Kerstin Holm zukommen könnte. Doch dann setzt der Autor noch einen drauf, indem er die Bedrohung auf die gesamte Belegschaft der A-Gruppe ausdehnt, inklusive der schwangeren Sara Svenhagen.

Anders als der Anfang vermuten lässt, geht es nicht um Asylbewerber und wie sie von skrupellosen Geschäftemachern ausgebeutet werden. Dieses Thema hat schon Ian Rankin in seinem Krimi „So soll er sterben“ (Fleshmarket Close) zur Genüge beackert, um nur ein Beispiel zu nennen. Ich hoffe, ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage, dass zwei der Asylbewerber als Industriespione nach Schweden gekommen sind. Doch ihre Spionage dient einem guten und hehren Zweck: Sie wollen ein eigenes Anti-Aids-Medikament produzieren, einen HIV-Blocker. Damit soll die extrem hohe Infektionsrate in Südafrika gesenkt werden. Ob es ihnen wohl gelingt? Es wäre ihnen zu wünschen.

Dieses Vorhaben hat nur sehr am Rande mit dem zu tun, was Dag Lundmark mit seiner Ex Kerstin Holm und ihrem Team vorhat. Es ist ein Mittel zum Zweck, um sie in seine Falle zu locken. Doch halt! Wie konnte es überhaupt dazu kommen, dass Kerstin zu seinem Fall hinzugezogen wurde? Schuld daran ist nämlich Grundström. Und auf diesen hat es Lundmark möglicherweise abgesehen. Ich hätte erwartet, dass mindestens Grundström, wenn nicht sogar Hultin mordsmäßig Dreck am Stecken haben, wie man es zuweilen bei Rankin vorfindet. Doch leider läuft dieser Verdacht ins Leere. Diesen führungskritischen Ansatz fand ich ziemlich unbefriedigend umgesetzt. Nur einer in der polizeilichen Führungsetage findet den Tod, aber nicht in Stockholm.

|Ekel und Blut|

Bei ihren Ermittlungen stoßen Arto, Viggo, Jorge und Gunnar nicht nur auf halbflüssige Leichen, die vor Maden wimmeln. Auch Leichen in Plastiksäcken schrecken sie nicht so sehr, wie es ein abgeschlagener Kopf tut, der von der Türkante auf den werten Polizistenschädel kullert. Jorge hätte sich fast eingemacht, doch Gunnar kann ihn gerade noch beruhigen. Dieser Schädel blutet zwar, doch er beißt nicht.

|Botschaften|

Ganz im Gegenteil: Der Schädel trägt eine Botschaft – eine Zigarrenhülle steckt in der Kehle. Und wieder einmal hat der Killer, der sie an der Nase herumführt, ein Bibelzitat als Botschaft an seine Verfolger hinterlassen. Zum Glück gibt es ein paar Leute in der A-Gruppe, die genügend bibelfest sind, um die Hinweise zu entschlüsseln und auf die Psyche des Killers ein Licht zu werfen. Der Autor kann es sich nicht verkneifen, von einem netten, kleinen Bibelseminar zu sprechen.

|Humor|

Überhaupt macht er sich ein Späßchen daraus, wo immer nur möglich Aspekte des Humors und der Ironie aus seinen Szenen und Figurenbeschreibungen herauszukitzeln. Solche Humorblitze lockern die ansonsten recht düstere und beklommene Gefühlslandschaft der A-Truppe etwas auf. Im Finale legt der Autor einige makabre Aspekte an den Tag, und spätestens hier schlägt der Humor um in Bitterkeit . Das tut der Spannung aber keinen Abbruch, sondern hilft, den Leser abzulenken. Dann trifft ihn die Wucht der Bedrohung umso härter – genauso wie es den Helden der A-Gruppe ergeht.

Reichlich fragwürdig finde ich den Kniff des Autors, den Showdown mit dem Morgen des 11. September 2001 zeitlich zusammenfallen zu lassen. Die Bilder aus dem Fernseher sind so albtraumhaft, dass der Killer fragt: !Ist das echt?! Die gleiche Frage könnte man ihm stellen. Ob diese Verbindung im moralischen Sinne legitim ist, bezweifle ich. Aber die Parallele dürfte den Leser wie ein Tiefschlag treffen.

_Unterm Strich_

„Rosenrot“ ist ein sehr unterhaltsamer Krimi, der zwar realitätsnah erzählt wird, aber doch mit einer umso ausgetüftelteren Storyline bis zum Finale für Spannung sorgt. Splattereffekte haben ebenso ihren Platz wie der Psychohorror, der sich in Kerstin Holm entwickelt. Humoristisch-ironische Szenen sorgen für ein entspannendes Element.

Unbefriedigend sind lediglich die abgedroschenen Bibelzitate und die fehlende Darstellung der Schuld der Verantwortlichen. Auch die Parallele zum 11. September ist nicht ohne Weiteres hinzunehmen. Für mich steht jedoch fest, dass ich auch Dahls andere Krimis gerne lesen werde.

Der Autor bringt seinen Figuren spürbar Sympathie entgegen, und dieses Verständnis gilt auch für den oder die Schurken im Stück. Denn was ist es, was einen Menschen „böse“ macht? Es ist bei Dahl manchmal reine Ansichtssache. Und so kommen zwar Einbrecher recht ungeschoren davon, aber der Killer nicht. Es ist keine Schwarzweißwelt, die Dahl zeichnet, sondern eine mit vielen Grauzonen und fließenden Übergängen. Genau deshalb ist sie so interessant.

|Taschenbuch: 399 Seiten
Originaltitel: De största vatten (2002)
Aus dem Schwedischen übersetzt von Wolfgang Butt
ISBN-13: 978-3492048095|
http://www.piper.de

[NEWS] Arne Dahl – Sechs mal zwei (Berger & Blom 2)

Zwei Dinge sind Desiree Rosenqvist von der Stockholmer Polizei klar: Dieser Brief wurde in völliger Verzweiflung und Paranoia geschrieben. Und er enthält geheime Details eines alten Mordfalles. Desiree kontaktiert Sam Berger, der mit Molly Blom in den schwedischen Norden aufbricht: Was steckt hinter diesem Brief? Aber jemand will die beiden um jeden Preis davon abhalten, dem Geheimnis auf den Grund zu gehen. Doch das ist nicht ihr einziges Problem – nach den Enthüllungen ihres letzten Falls werden sie vom Geheimdienst verfolgt. Und sie wissen nicht einmal, ob sie einander vertrauen können …
(Verlagsinfo)

Taschenbuch: 400 Seiten
Originaltitel: Inland
Piper

[NEWS] Arne Dahl – Fünf plus drei (Berger & Blom 3)

Sam Berger wird gejagt – für einen Mord, den er nicht begangen hat. Doch dann braucht der Geheimdienst seine Hilfe: Der unter dem Tarnnamen Carsten operierende Ex-Geheimdienstler hält ein Mädchen in seiner Gewalt. Und Sam Berger ist der einzige, der sie finden kann. Er setzt sich auf Carstens Fährte, der er nur allzu leicht folgen kann. Denn Carsten verfolgt einen perfiden Plan – er will, dass Berger das Mädchen findet: Sie ist der Schlüssel zu einem terroristischen Verbrechen, das ganz Schweden bedrohen könnte …
(Verlagsinfo)

Broschiert: 400 Seiten
Originaltitel: Mittvatten
Piper

[NEWS] Arne Dahl – Sechs mal zwei (Berger & Blom 2)

Zwei Dinge sind Desiree Rosenqvist von der Stockholmer Polizei sofort klar: Der Brief, den sie in Händen hält, wurde in einem Zustand völliger Verzweiflung und Paranoia geschrieben. Und er enthält Details eines ihrer alten Mordfälle, die nur der Mörder selbst oder eine ihm vertraute Person kennen kann. Desiree kontaktiert Sam, der zusammen mit Molly Blom in den schwedischen Norden aufbricht, um die Verfasserin des Briefs zu finden: Wer ist sie, und warum wendet sie sich an Desiree und Sam? Jemand aber scheint sie um jeden Preis davon abhalten zu wollen, dem Geheimnis auf den Grund zu gehen. Doch das ist nicht Berger und Bloms einziges Problem – denn nach den Enthüllungen ihres letzten Falls werden sie auch vom schwedischen Geheimdienst verfolgt. Und sie wissen nicht einmal, ob sie einander vertrauen können … (Verlagsinfo)

Broschiert: 400 Seiten
Originaltitel: Hinterlands
Piper

Arne Dahl – Gier. Opcop 01

Eurocops im Kampf gegen den modernen Minotaurus

Während des G20-Gipfels in London werden zwei Menschen auf grausame Weise getötet. Sterbend flüstert eines der Opfer rätselhafte Worte in Arto Söderstedts Ohr. Arto, vormals ein Ermittler der Gruppe A in Schweden, ist jetzt bei Europol. Sind sie der Schlüssel zu einem alle Dimensionen sprengenden Verbrechen?

Weitere Verbrechen lassen selbst den erfahrensten Europol-Ermittlern den Atem stocken. Und bald kosten die Ermittlungen auch einigen von ihnen das Leben… (abgewandelte Verlagsinfo)

Der Autor

Arne Dahl ist das Pseudonym des schwedischen Krimiautors Jan Arnald, der für jene schwedische Akademie arbeitet, die alljährlich die Nobelpreise vergibt. Seine Romane um die A-Gruppe in Stockholm werden laut Verlag von Publikum und Kritik begeistert aufgenommen.

Arne Dahl – Gier. Opcop 01 weiterlesen

[NEWS] Arne Dahl – Hass (Opcop-Gruppe 4)

Am gefährlichsten ist das Verbrechen, wenn es persönlich wird. – »Hass« ist der vierte Fall für Paul Hjelms geheime Opcop-Ermittler, die in jeder Hinsicht um ihr Überleben kämpfen. Dem Gegner geht es um nichts geringeres als die Manipulation der menschlichen DNA. Arne Dahls kriminalistisches Meisterstück und der Abschluss »des besten Thriller-Quartetts unserer Zeit«! Dagens Nyheter (Verlagsinfo)

Taschenbuch: 576 Seiten
Originaltitel: Sista paret ut
Piper

Arne Dahl – Tiefer Schmerz

Packend und vielschichtig: Angriff der Rachegöttinnen

Ein Zuhälter dient im Tierpark von Stockholm den Vielfraßen als Futter, ein arabischer Handy-Dieb wird auf den Schienen einer U-Bahn-Station zerstückelt und einem ehemaligen KZ-Häftling wird ein Draht in die Schläfe gestoßen … Diese eher privaten Lebensläufe verknüpft der Autor mit globalen Problemen, so dass sich mehr ergibt als „nur“ eine Kriminalgeschichte.

_Der Autor_

Arne Dahl – Tiefer Schmerz weiterlesen

Dahl, Arne – Ungeschoren (Hörbuch)

Spannender Schwedenkrimi mit Magie-Touch

Mittsommer steht bevor, der Moment, da alle Toten zum Leben erwachen, die hellste Nacht des Jahres, die Zeit der Hoffnung, Sehnsüchte und Mythen. In Stockholm werden im Juni die Leichen von vier Menschen gefunden. Unterschiedlich getötet, verbindet sie zunächst nur ein winziges Detail: Sie alle tragen eine kleine Tätowierung an der Kniekehle, die zusammen ein Wort ergeben, einen Namen, der mit der Mittsommernacht zusammenhängt. Doch der Täter hat sein Werk noch nicht vollendet. Ist er zu gerissen für die Ermittler von der A-Gruppe?

Der Autor

Arne Dahl ist das Pseudonym des schwedischen Krimiautors Jan Arnald, der für jene schwedische Akademie arbeitet, die alljährlich die Nobelpreise vergibt. Seine Romane um Inspektor Paul Hjelm werden laut Verlag von Publikum und Kritik begeistert aufgenommen. 2004 wurde er mit dem wichtigsten dänischen Krimipreis ausgezeichnet, dem „Pelle-Rosenkrantz-Preis“. Mehr Infos unter http://www.arnedahl.net.

Weitere Dahl-Krimis sind:

[Misterioso]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2841
Tiefer Schmerz
[Böses Blut]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2416
[Falsche Opfer]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3730
[Rosenrot]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3091

Der Sprecher

Till Hagen ist die deutsche Stimmbandvertretung für Filmstars wie Kevin Spacey, Billy Bob Thornton oder Kevin Kline. Er hat alle Dahl-Romane aufgenommen.

Der Text wurde von Hannelene Limpach gekürzt. Die Aufnahmeleitung hatte Francois Smesny inne, die Technik von |Lambda Audiovision| in Berlin dirigierte Andreas Fuhrmann.

Handlung

Mit einem schönen Fest ist der bisherigen Chef der A-Gruppe, der Kripo-Abteilung für Gewaltverbrechen mit internationalem Charakter, Jan-Olof Hultin, verabschiedet worden. Sogar ein Fotograf war dabei und schoss spektakuläre Bilder. Nun versucht sich Kerstin Holm in die Rolle als Hultins Nachfolgerin einzuarbeiten, doch ständig wird sie abgelenkt von der Sorge um ihren Sohn Anders, der sie erst seit einem Jahr kennt. Verheiratet ist sie nicht, was eine zusätzliche Bürde bedeutet.

Früher hat Kerstin am besten mit Paul Hjelm zusammengearbeitet. Doch den hat man nun zum Landeschef der Internen Abteilung der Kripo gemacht, und bekanntlich sind die „Internen“ bei den Polizisten alles andere als beliebt. Niklas Grundström ist sein Untergebener auf der Ebene der A-Gruppe. Grundström hat einen sehr merkwürdigen Anruf plus Fax erhalten. Der anonyme Anrufer beschuldigt José Chavez, Hjelms bisherigen Partner in der A-Gruppe, in Drogengeschäfte in Sundsvall verwickelt gewesen zu sein. Chavez ist in Vaterschaftsurlaub, also jederzeit zu erreichen, zumal er ja mit Sara Svenhagen, Ermittlerin der A-Gruppe, verheiratet ist. Die Sache ist zu ernst, um sie einem anderen zu überlassen, denkt Hjelm. Doch er darf Chavez nicht einmal ahnen lassen, dass er hinter dem Rücken seines Exkollegen gegen ihn ermittelt.

Leiche Nummer 1

Sara Svenhagen bekommt von Kerstin Holm den Auftrag, diese Sache mit der Kurdin aufzuklären. Sara nimmt Lena Lindberg, das neueste Mitglied der A-Gruppe, mit. Die Kurdin Nasga nennt sich inzwischen Rosa Beckmann. Sie wird verdächtigt, ihren eigenen Bruder Nedim mit einem Messer getötet zu haben. Erst sagt Nasga, Nedim sei bereits tot gewesen, als sie ihn fand, dann sagt sie, sie habe ihn umgebracht. Sie hat Angst, die Zelle zu verlassen, Angst vor Nedims Mörder. Sara und Lena kommt die junge Frau sehr verwirrt vor.

Nummer 2

Arto Söderstedt übernimmt mit dem baumlangen Viggo Norrlander einen anderen merkwürdigen Fall im Juni. Der Fernsehkritiker Lars Inge Rundström hat offenbar den Fernsehproduzenten Svedt in dessen Garage mit frei Schüssen getötet. Aber nun erklärt Rundström, sich an nichts mehr erinnern zu können. Hm, aber er hatte doch zuvor frische Munition für seine Pistole von der Heimwehr gekauft, nicht wahr? Schon. Und er hat sich doch über Svedts neue Doku-Soap „Make over“ ereifert, oder etwa nicht? Schon. Und die Kugeln, die das CSI-Team in Svedt und in der Garagenwand fand, entsprechen der Munition, die Rundström benutzte. Also? Der Mann faselt etwas von einem Wesen, auf das er geschossen habe. Was soll das jetzt wieder?

Nummer 3

Gunnar Nyberg hat es besonders schwer in der A-Gruppe. Nicht wegen Kerstin Holm, sondern wegen des Neuzugangs Jon Andersson. Der ist zwar superintelligent, aber leider auch schwul, wie jeder weiß. Und mit Schwulen kann Nyberg nicht. Als die polnische Krankenschwester Elzbieta Kopanska ermordet aufgefunden wird, entdeckt Andersson auf ihren Kontodaten, welche die polnische Polizei bereitwillig übermittelt hat, dass sie zu viel auf ihrem Konto hatte. Sie bekam eine regelmäßige Zuwendung von unbekannter Seite. Kerstin schickt Andersson in Kopanskas Heimatstadt Posen bei Danzig.

Dort erzählt ihm der Kommissar, dass Kopanska eine Kopfjägerin war. Sie betrieb „aktive Sterbehilfe“ in einem der Krankenhäuser und erhielt von einem Beerdigungsinstitut eine Kopfprämie. Das Institut partizipierte dann nämlich bei den Angehörigen des Verstorbenen vom staatlichen Sterbegeld – ein ordentlicher Batzen. Als ihr der Boden wegen eines Skandals zu heiß wurde, haute Kopanska nach Schweden ab. Aber wer brachte sie um?

Nummer 4

Ausgerechnet ein Gerichtsmediziner findet die vierte Leiche, und zwar in seinem See, wo er nach dem Joggen zu tauchen pflegt. Die Leiche ist männlich, etwa 40 Jahre alt, hat ein ausgesägtes Loch im Schädel und das fehlende Knochenstück im Mund stecken – wie eine Oblate in der katholischen Messe. Was dem Pathologen aber besonders auffällt, ist die kleine Tätowierung in der rechten Kniekehle: ein U. Die Identität des Toten lautet Juha Niemälä, wo Arto Söderstedt, der Finne, herausfindet. Und schau an: Niemäla schlug nicht nur seine Frau Marja Lisa, sondern war auch der Fotograf auf der Pensionsfeier der A-Gruppe. Söderstedt wittert Unrat. Will jemand der A-Gruppe an den Karren fahren, sie in etwas reinreiten?

Der Code

Holm und Co. rätseln über den Zusammenhang, der die vier Leichen verbindet. Alle mutmaßlichen Täter, welche die A-Gruppe in Gewahrsam hat, beteuern ihre Unschuld. Es werden sogar fünf. Da fragt sich die Gruppe: Wenn eines des fünf Opfer eine Tätowierung hat, warum nicht auch die anderen? Der Pathologe hat dieses Detail übersehen, wie er zu seinem Schmerz gesteht. Drei weitere Buchstaben finden sich: P, C und K. Zusammen ergeben die vier Buchstaben P.U.C.K. Das ist der Name jenes ordnenden Geistes in Shakespeares Stück „A Midsummer Night’s Dream“. Will Puck gegenwärtige Verhältnisse zurechtrücken?

Kerstin Holm arbeitet wieder mit Paul Hjelm zusammen. Beide glauben, dass Puck noch nicht fertig ist mit seinem Werk, wie auch immer es aussieht. Und als sie von José Chavez hören, dass seine kleine Tochter Isabell verschwunden ist, da ahnen sie, dass der Einsatz in diesem Spiel soeben erheblich erhöht worden ist.

Mein Eindruck

In der ersten Hälfte des Hörbuch wusste ich, wie bei Dahl üblich, nicht, wo die Reise hingeht. Vielmehr erschienen Details wie die Verabschiedungsfeier für Hultin recht belanglos, doch im Nachhinein erhält sie ihre Relevanz für die Geschichte und einen recht ironisch-bitteren Beigeschmack. Nacheinander tauchen dann die Leichen auf, denen entsprechende Ermittlungen folgen.

Mindestens ebenso wichtig ist dem Autor jedoch die Vorstellung der einzelnen Ermittler, unter denen sich ja einiges geändert hat. So ergibt sich erst aus der Beschreibung Jorge Chavez‘ die Besonderheit des Vorgehens von Hjelm gegen ihn – hinter Chavez‘ Rücken. Und nur dann können wir auch mit Chavez und Hjelm mitfiebern, als Isabell verschwindet. Es gibt dann – ebenso üblich bei Dahl – einen überraschenden und dramatischen Showdown.

Die Botschaft

Diesmal bekommt der Leser bzw. Hörer die Botschaft des Autors vorbuchstabiert, und zwar gleich mehrmals – das fand ich aufdringlich. Dahl bedient sich des Mörders als Sprachrohr, denn „Puck“ ist auf einer höchst moralischen Mission. So wie der schelmische Geist der Mittsommernacht allerlei Schabernack mit Herrschern, Handwerkern und diversen Elfen treibt, so will auch der schwedische PUCK die Verhältnisse, nach denen die A-Gruppe agiert, kräftig aufmischen. Und dabei zugleich auf einige Missstände aufmerksam machen.

Die Hauptkritik PUCKs richtet sich dagegen, dass in der modernen Gesellschaft nur noch nach dem BUCHSTABEN des Gesetzes gehandelt, gedacht, ermittelt und verurteilt wird. Er will, dass nach dem ursprünglichen GEIST, in dem das Gesetz geschrieben wurde, gehandelt und geurteilt wird. Siehe die Ermittlung Paul Hjelms, der allein aufgrund eines anonymen Hinweises gegen seinen eigenen Kollegen Chavez ermittelt.

Die Besonderheit, die Hjelm charakterisiert, ist seine Position bei den Internen. Er darf grundsätzlich zu niemandem über seine ehrverletzende Ermittlung sprechen, nur zu Vorgesetzten und Beteiligten (er ermittelt allein). In diesem stillschweigenden Vorgehen macht sich neben der ersten auch die zweite Kritik PUCKs fest: Die Sprache der Ermittler verbindet sie nicht mehr, sondern trennt sie voneinander, sehr zu ihrem Nachteil, als es darum geht, PUCK zu finden. Erst ziemlich spät merken Holm und Hjelm, dass sie hinter dem gleichen Mann herjagen. Und da ist es für die kleine Isabell bereits zu spät, so scheint es.

Die Lösung?

Ganz klar: Eine neue Sprache muss her. Leichter gesagt als getan. Man nehme nur mal Kerstin Holm. Sie ist auf Liebesentzug, und als Lena Lindberg in einem Single-Lokal einen Lover namens Viktor vermittelt, ist sie über den Sex wirklich froh. Erst später bekommt sie heraus, dass Viktor überhaupt nicht das ist, was er zu sein vorgibt. Und ihm hatte sie ihren Sohn Anders anvertraut. Umgekehrt wird es aber auch nicht gern gesehen: Als Jorge Chavez sich eher leger als liebevoll um seine schlafende Tochter kümmert, meldet ihn sofort eine besorgte Parkbesucher als Kindesentführer. Offensichtlich ist das Urvertrauen zwischen Menschen vollständig verlorengegangen.

Die Tiefenstruktur

Ob dabei eine neue Sprache wirklich Abhilfe schaffen könnte, ist zu bezweifeln, geht es doch um etwas viel Fundamentaleres als die Ausdrucksfähigkeit. Um es in den Begriffen von Noam Chomskys Linguistik zu formulieren: Die Oberflächenstruktur der Ausdrücke ist zwar korrumpiert, aber es ist die Tiefenstruktur der Begriffe, Gedanken und Gefühle, die es zu reformieren gilt. Zwischen diese zwei Schichten liegen die Lügen, die Täuschungen, auch der Selbstbetrug. Dinge also, die in der Mittsommernacht zum Vorschein kommen, auch in der von Shakespeare.

Falsches Bewusstsein kommt auch in der Polizeitruppe selbst vor, und Puck hätte seine helle Freude daran: Rassisten, Schwulenhasser, Chauvis und viele Abartige mehr kommen zum Vorschein, als sich Paul Hjelm auf die Spur von Jorge Chavez und Jon Andersson setzt. Aber auch er kann nicht verhindern, dass Andersson ein Messer in den Bauch gerammt bekommt.

Humor und Komik

In sein Schauerstück hat Arne Dahl auch Szenen von grotesker Komik und ironischem Humor eingebaut. Auf der Pensionierungsfeier Hultins gelingt dem Fotografen (wer auch immer dies sein mag) ein wunderbarer Schnappschuss: Einem der Gäste fliegt das Toupet weg, als er gerade über einen der Tische mit gegrätschten Beinen hechtet – eine unfreiwillige Vorstellung und Enthüllung. Das Haarteil ist ein Dingsymbol für Tarnung und Täuschung, das Generalthema des Romans.

Jon Andersson befragt in Polen die Verwandten der im Krankenhaus ermordeten Opfer der Krankenschwester Kopanska, die später selbst Opfer eines Mordes geworden ist. Unter diesen Angehörigen befindet sich die Witwe eines Admirals, die gottfroh ist, dass der alte Kerl endlich unter der Erde ist. Ihre Ausdrucksweise lässt sich hier nicht wiedergeben.

Der Sprecher

Till Hagen erweist sich als erprobter und stilsicherer Bühnenschauspieler, der genau weiß, wie eine Figur zu charakterisieren ist. Aber auch die Situationen hat er im Griff, in denen sich eine Figur, die sich bislang ganz „normal“ verhielt, auf einmal als jemand anderer zeigt. Ihm gelingt es besonders, die Nebenfiguren hervorragend zu charakterisieren. Er flüstert, schreit, ruft und brüllt sogar, kann aber auch sehr leise und ironisch sein.

Doch Hagen besitzt eine zweite Seite. Mit seiner tiefen Stimme ist er durchaus in der Lage, bedrohliche Stimmlagen und autoritative Stimmen darzustellen, so dass die einem Krimi angemessene Spannung entsteht. Hagen gelingen dank der Erzählkunst des Autors beeindruckende Charakterzeichnungen.

Geräusche und Musik gibt es keine, aber das ist auch gar nicht nötig, wie ich finde. Das Booklet informiert über alle Mitwirkenden und über die Krimireihe.

Unterm Strich

Arne Dahls Krimis sind nie lediglich Thriller, sie sind auch Spiegelbild und Kritik der schwedischen Gesellschaft. In dieser Hinsicht kann er Henning Mankell durchaus das Wasser reichen. Nur dass dieser ungleich populärer ist und einen afrikanischen Background besitzt (Mankell lebt ja in Mosambik). Wie Mankell verfügen Dahls Krimis über ein festes Stammpersonal, das an den Rändern zwar durchaus wechselt, aber im Kern gleich bleibt: die A-Gruppe der „Kriminalpolizei zur Ermittlung bei Gewaltverbrechen von internationalem Charakter“.

Das heißt, diese Ermittler haben von Haus mit Ausländern zu tun. Was ich durchaus interessant finde, aber stets kommen ihnen dabei schwedische Einheimische in die Quere, so auch diesmal. Das finde ich noch viel interessanter. Auch unter Schweden finden sich Faschisten, Rassisten und Hasser von Schwulen und Ausländern. Ihnen hält Dahl den Spiegel vor, und diesmal hat er sich als Puck verkleidet, der Geist der Mittsommernacht. (Man muss Shakespeares Stück nicht kennen; die Figuren geben den Inhalt wieder.)

Nach dem Volksglauben hat diese Nacht für die Liebe eine magische Bedeutung. Wenn man sieben bestimmte Blumen pflückt, so eine Legende des Aberglaubens, werde der bzw. die ersehnte Geliebte an einen denken. Daran klammert sich die faszinierende Kurdin Rasga alias Rosa Beckmann. Das Erscheinen von schattenhaften Wesen, die offenbar Gedanken lesen können, verwirrt nicht nur die Ermittler. Fast gerät der Roman zu einem Werk von Charles de Lint oder einem anderen Autor von Urban Fantasy.

Doch der „Zauber der schwedischen Mittsommernacht“ entpuppt sich als aufgesetzte Masche des Autors, um den wahren Sachverhalt möglichst lange verschleiern zu können. Das fällt angesichts all der Täuschungen, des Hintergehens (Hjelm vs. Chavez) und des Selbstbetrugs (z. B. Kerstin Holm) wirklich nicht schwer. Am Schluss muss die Wahrheit zum Vorschein kommen. Aber ob sie einen angenehmen Anblick bietet, steht zu bezweifeln.

Mir dauerte es etwas zu lange mit der Aufklärung der Verbrechen. Aber das war bei Dahls Krimis noch nie anders. Wenigstens lässt Till Hagens wunderbar feinfühliger und ironischer Vortrag vergessen, was der Autor an magischem Geschwurbel in die Handlung hineinfabriziert hat. In der gekürzten Fassung ist davon zum Glück nicht mehr allzu viel übrig geblieben.

Aus dem Schwedischen übersetzt von Wolfgang Butt
454 Minuten auf 6 CDs
ISBN-13: 978-3-88698-303-2

http://www.sprechendebuecher.de