Riordan, Rick (Autor) / Kaminski, Stefan (Sprecher) / Ohm, Lotte (Sprecherin) – rote Pyramide, Die (Die Kane-Chroniken 1) (Lesung)

_|Die Kane-Chroniken|-Trilogie:_

01 _“Die rote Pyramide“_
02 „Der Feuerthron“
03 „The Serpents Shadow“ (noch ohne dt. Titel)

_Abenteuer- und lehrreiche Kopie nach Percy-Jackson-Vorbild_

Ein Besuch im Museum? An Heiligabend? Eine bescheuerte Idee, finden Sadie und Carter. Aber ihr Vater, der berühmte Ägyptologe Dr. Julius Kane, will ihnen gar keine verstaubten Sarkophage zeigen – er plant nichts weniger, als den ägyptischen Gott Osiris zu beschwören. Doch das geht schief, und er wird von einem unheimlichen glutroten Kerl entführt. Um ihn zu befreien, müssen die Geschwister es mit der gesamten ägyptischen Götterwelt aufnehmen. (Verlagsinfo)

_Der Autor_

Rick Riordan war viele Jahre lang Lehrer für Englisch und Geschichte. Mit seiner Frau und seinen zwei Söhnen lebt er in San Antonio, Texas, und widmet sich ausschließlich dem Schreiben. „Percy Jackson. Diebe im Olymp“ war sein erstes Buch für junge Leser. Dessen Verfilmung mit Pierce Brosnan und Uma Thurman lief ab 11. Februar 2010 in deutschen Kinos.

Der PERCY-JACKSON-Zyklus (im Buch bei Carlsen):

1) Diebe im Olymp
2) Im Bann des Zyklopen
3) Der Fluch des Titanen
4) Die Schlacht um das Labyrinth
5) Die letzte Göttin (Hörbuch, Oktober 2011)
6) The Ultimate Guide (2010)

DIE KANE-CHRONIKEN:

1) Die rote Pyramide (Hörbuch 01/2012)
2) Der Feuerthron (Hörbuch 15.3.2013)
3) The Serpent’s Shadow (2012)

HELDEN DES OLYMP

1) Der verschwundene Halbgott (Hörbuch 12.10.2012)
2) Der Sohn des Neptun (Hörbuch 14.3.2013)
3) The Demigod Diaries (Sachbuch) – August 2012
4) The Mark of Athena (Oktober 2012)
5) The House of Hades (Oktober 2013)
6) geplant für Herbst 2014

_Der Sprecher/Die Sprecherin_

Stefan Kaminski, geboren 1974 an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ sein Schauspielstudium absolviert. Als Sprecher ist er v.a. durch seine Live-Hörspiele am Deutschen Theater und sein „Stimmen-Morphing“ bekannt. Mehr Info: http://www.kaminski-on-air.de

Lotte Ohm studierte Schauspiel an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig. Im Fernsehen war sie bereits in diversen Produktionen wie „Tatort“ und „Polizeiruf 110“ zu sehen. Sie spielt am Deutschen Theater in Berlin.

Regie im Studio Wort zu Berlin führte Gabriele Kreis.

_Handlung_

Carter Kane ist der vierzehnjährige Sohn des Ägyptologen Dr. Julius Kane. Zu Heiligabend besucht er seine zwei Jahre jüngere Schwester Sadie bei ihren Großeltern in London, bei denen sie seit dem Tod ihrer beider Mutter lebt. Ihr Vater fühlt sich verfolgt und umklammert seine Arbeitstasche, als er Carter zu den Fausts begleitet. Sieht jener Typ im Trenchcoat dort nicht verdächtigt aus? Er schickt Carter vor. Als Sadie und Carter zurückkommen, spricht ihr Dad mit dem Typen im Trenchcoat: Er nennt sich Amos, und offenbar kennt er Dad, denn er nennt ihn Julius. Julius verfolgt offenbar einen Plan, um die Kinder zu schützen. Doch vor wem oder was? Kaum ist Amos weg, schlägt ihr Dad einen Besuch im British Museum vor. Warum nicht?

Ein Zwischenstopp an Cleopatra’s Needle, dem berühmten Obelisken mitten in London. Hier sah ihr Dad Mom zum allerletzten Mal. War es ein Unfall? Er schweigt über dieses Geheimnis. Seitdem trägt Sadie wie ihr Bruder ein Schutzamulett. Wie in einem Blitz erscheinen ein Mann und eine junge Frau aus dem Nichts. Sie sehen irgendwie ägyptisch aus, findet Sadie. Dad reagiert sofort: ins Taxi!

Am Eingang zum Museum erkennen die Wärter und Bediensteten Dr. Kane sofort und winken ihn hinein zur Hauptattraktion der aktuellen Ausstellung: dem Original des Rosetta-Steins, der die Übersetzung der Hieroglyphen ins Griechische und dann ins Englische ermöglichte. Er sei 1799 gefunden worden, erklärt der Leiter der Ausstellung. Er öffnet die Vitrine und holt Dokumente heraus. Doch Julius Kane überlistet Dr. Martin und sperrt ihn ein.

Endlich allein – das ist die erhoffte Gelegenheit! Sadie sieht ihren Dad in einem blau leuchtenden Kreis, wie er direkt auf den Rosetta-Stein Hieroglyphen schreibt, die Sadie lesen kann: „Öffne dich! Osiris, komm!“ Sie will ihn noch warnen, doch es ist bereits zu spät: Der Stein fliegt in die Luft …

Als das Trio wieder erwacht, hören sie ein höhnisches Lachen. Da steht ein glutroter Mann, den Dad zurück in die Unterwelt, die Duat, schicken will. Doch der Rote lacht nur und wehrt alle Angriffe ab: „Die FÜNF sind freigesetzt!“ Dann droht er Dad und sperrt ihn in einen leuchtenden Sarg. Dad ruft noch: „Lauft!“, bevor sein Sarg im Boden versinkt. Doch der Rote wird in seinem Angriff auf die Kinder aufgehalten, als zwei Zauberer erscheinen und ihn vertreiben können. Die beiden sind das Paar, das sie an Cleopatra’s Needle gesehen und stehengelassen haben, ein Franzose und eine Ägypterin.

Die beiden Kane-Kinder, die alle Verhöre geduldig über sich haben ergehen lassen, werden von Kommissar Williams im Namen der Regierung des Landes verwiesen. Als Amerikaner müssen sie zurück in die Vereinigten Staaten. Die Großeltern sind erschüttert, können aber nichts unternehmen. Amos, Dads Bruder, holt sie zum Flughafen ab, denken die Geschwister, doch weit gefehlt: Amos zeichnet ein Boot in die Luft, setzt es auf die Themse, heißt alle einsteigen, Sadie Katze Muffin mitnehmen – und schon geht’s los!

Wie auf einer Achterbahn sausen sie durch die Finsternis, bis sie in Brooklyn anlangen. Gegenüber des Flusses liegt der Lichterglanz Manhattans. Auf einem Lagerhaus erhebt sich eine fünfstöckige Villa, in die Amos seine Passagiere führt. Er tut ja gerade so, als stünde die Villa in einem der Bezirke des alten Ägypten, stutzen sie. Ist er vielleicht plemplem?

Das Innere der Villa ist weitaus größer als ihre Abmessungen vermuten lassen: ein Saal von gigantischen Ausmaßen versetzt Sadie in Erstaunen. Darin steht eine Riesenstatue von Thot, dem Gott mit dem Ibiskopf, der ein Ankh hält, ein Henkelkreuz, das für das Leben steht. Thot ist der Gott des Wissens und der Erfinder der Schrift, doziert Amos. Sadie wundert sich über einen Pavian, der ein T-Shirt trägt: Er heiße Cheops, sagt Amos, und sei der Butler. Carter übergibt Amos Dads Arbeitstasche. Cheops bringt die Kids auf ihre Zimmer. Sadie vermisst ihren Dad in all dieser Magie.

Carter träumt, er befinde sich im alten Ägypten und begegne zwei Dämonen. Da ist auch wieder der rote Gott, und vor diesem werfen sich die Kröte und der Vogel in den Staub. Sie erzählen ihm, an dieser Stelle solle ein Tempel in der Stadt namens Phoenix gebaut werden. Der Rote erwidert, er werde einen Sturm schicken und dann Phoenix niederbrennen. Das klingt nicht gut für die Stadt in Arizona. Als Carter erwacht, hört er in seinem Kopf eine Stimme, die ihn beruhigt. Er müsse sich jedoch gegen IHN, den Roten, wappnen.

Als sie am Pool chillen, erklärt ihnen Onkel Amos endlich, was hier eigentlich abgeht. „Julius wollte den Gott Osiris herbeirufen, aber das ging schief.“ Das haben sie gesehen, weiß Gott. Was sie aber erstaunt, ist Amos‘ Behauptung, die alten Götter Ägyptens seien bis heute lebendig. Die Villa hier sei ein Tempel, ein Lebenshaus, ein per-Ankh. Mom und Dad seien Magier, deren magische Fähigkeiten angeboren seien bzw. waren. Genau wie bei Cater und Sadie – den zaubermächtigsten Kane-Kindern seit Jahrhunderten.

Aber warum wollte Dad Osiris beschwören, fragt Carter und Sadie weiß es: „Er wollte Mom von den Toten zurückrufen!“ Das sei Wahnsinn, findet Carter. Amos erklärt, der rote Gott namens Seth sei einer von fünf Göttern, die Julius stattdessen verbotenerweise freisetzte. Denn er brach damit den Bann, der nach Moms Tod über ihn verhängt worden war. Das Magierpaar seien nur Beobachter und Wächter. Sagt Amos wirklich die Wahrheit, fragen sich die beiden Kids.

Eins sei jedenfalls klar: Sadie und Carter müssten in ägyptischer Magie unterwiesen werden, nicht nur, um sie zu schützen, sondern auch, um sie vor Dummheiten zu bewahren. Und der Rote, fragt Carter. Dieser Agent des Chaos könne mit seinem Sturm nicht nur die Stadt Phoenix zerstören, sondern die gesamten USA dem Erdboden gleichmachen. Gar nicht gut. Da wollen sie sich mal lieber mit der Ausbildung beeilen, um ihm rechtzeitig das Handwerk legen zu können. Doch wieviel Zeit haben sie? Viel weniger, als sie gehofft hatten …

_Mein Eindruck_

Es ist nicht leicht, es mit einem Gott wie Seth aufzunehmen. Er hat jede Menge Handlanger in Gestalt von Dämonen, die ihm lästige Angreifer wie Sadie und Carter vom Leibe halten. Doch die Kane-Geschwister sind auch nicht irgendwer: In Carter wohnt der Geist von Horus, dem Sohn des Osiris, und in Sadie kommt eine noch eindrucksvollere Göttin zum Vorschein: Isis, die Gattin von Osiris.

Doch bevor die beiden Götter den beiden Jugendlichen helfen können, müssen diese lernen, mit ihren magischen Fähigkeiten, die sie von Mom und Dad geerbt haben, zurechtzukommen und sie zu beherrschen. Wie schon in Camp Half Blood durchlaufen sie eine Art Zaubererschule nach dem Vorbild von Hogwarts. So können sie etwa ihre Seele, das Ba, auf eine Geistreise schicken, um in der Geisterwelt, der Duat, andere Geister zu treffen und Neues zu erfahren. Die junge Magierin Zia Raschid ist ihre Lehrerin, und Bastet, die katzengestaltige Göttin, steht ihn als Kriegerin zur Seite.

Beistand von diesen beiden Damen benötigen sie dringend, denn es gibt auch eine Gegenseite unter den Menschen. Ein Franzose namens Dejardin, der über ähnliche magische Fähigkeiten verfügt, besitzt das wertvollste Buch, das sie brauchen, um es mit Seth aufnehmen zu können. Darin steht das Ritual, das man ausführen muss, um Seth aufzuhalten. Das Ritual selbst wiederum besteht aus zwei Komponenten: Man muss den wahren Namen Seths aussprechen und eine Feder der Göttin Ma’at, die die Wahrheit anzeigt, werfen.

Die Befolgung all dieser Spielregeln ist nötig, um Seths Werk aufzuhalten. An seinem Geburtstag am Jahresende will er eine Pyramide errichten, die all seine Macht konzentriert, und die Vereinigten Staaten übernehmen. Nicht witzig! Eine unangenehme Begleiterscheinung: der Megasturm, der alle Menschlein hinwegfegen wird. Keine Frage also, ob man ihn aufhalten soll oder nicht. Doch wie sich zeigt, wird es extrem knapp …

|Percy Jackson reloaded|

Wieder einmal hat Rick Riordan, der Schöpfer des PERCY-JACKSON-Zyklus‘, seine jugendlichen Helden aus der amerikanischen Gegenwart – sie stammen aus Los Angeles – in eine mythische Vergangenheit versetzt, um die Welt, wie wir sie kennen, vor dem Untergang zu bewahren. Das war schon so ziemlich der Plot des PERCY-JACKSON-Zyklus‘, nur dass es dort um die griechische Götterwelt ging.

Neben der Erledigung von allerlei Aufgaben erleben die Geschwister jede Menge Abenteuer, bekämpfen die seltsamsten Ungeheuer und Dämonen, werden aber dann doch in letzter Sekunde gerettet. Sadie verliebt sich in keinen anderen als Anubis, den Führer der Toten, der in einem schmucken Jüngling wohnt. Aber ob sie ihre Eltern je wiedersehen werden, darf hier nicht verraten werden.

_Der Sprecher/Die Sprecherin_

Die beiden Sprecher wechseln sich häufig ab. Deshalb muss der Hörer aufpassen, welchen Blickwinkel er oder sie gerade einnimmt, den von Carter oder den von Sadie. Nach einer Weile identifiziert man die Stimme von Kaminski automatisch mit der der Figur des Carter Kane.

Lotte Ohm ist mir nicht als eindrücklich in Erinnerung, eher im Gegenteil: Im Vergleich zur fulminanten Darstellungskunst von Kaminski wirkt sie blass und ihre Darstellung der Sadie flach und farblos. Das wird der aktiven Rolle der Figur in keinster Weise gerecht. Dass sie in einer höheren Stimmlage spricht, versteht sich fast von selbst.

Stefan Kaminski ist es somit, der das Hörbuch trägt. Auf seine Auftritte mit Carters Stimme habe ich mich immer gefreut. Am besten kommt aber seine Sprachkunst zur Geltung, wenn er die schrägsten Typen porträtieren soll. Dejardin etwa spricht mit französischem Akzent, der ihn arrogant erscheinen lässt. Kaminski gibt dem fiesen Gott Seth eine enorm tiefe Stimme, die höhnisch und überheblich wirkt. Wer würde ihm nicht eine reinwürgen wollen? Die Monster und Dämonen, die Seth schickt, sind entweder dämlich oder wirken zumindest in ihrer Sprechweise so. Eine Kröte etwa quakt.

Es liegt nahe, dass Kaminski auch Tiere „spricht“. Der Affe Cheops Quietscht und kreischt, wohingegen die Göttin Bastet, verkörpert in der Katze Muffin, schnurrt wie ein richtiger Stubentiger. Wenn sie Kummer hat, miaut sie höchst kläglich. Dass Vögel krächzen und Falken schreien, liege nahe. Carter nimmt als Horus-Verkörperung die magische Gestalt eines Falken an und Sadie materialisiert als Milan. Uschebtis hingegen sind kleine magische Diener, ungefähr wie Hauselfen in Hogwarts. Sie sprechen auch mit genauso hohen Stimmen, und der Netteste davon heißt Marshmallow.

|Musik/Geräusche|

Dieses Hörbuch weist weder Musik noch Geräusche auf, kostet aber trotzdem rund 20 Euronen.

_Unterm Strich_

Der Plot ist uns von den Percy-Jackson-Büchern recht vertraut, und wer den ersten Film gesehen hat, dürfte keine Schwierigkeiten haben, das Handlungsprinzip wiederzuerkennen. Man nehme zwei Zauberlehrlinge, die erblich vorbelastet sind und auf eine Mission geraten: Sie wollen ihre verschwundenen Eltern wiederfinden. Damit dies gelingt, müssen sie erst die Welt vor dem fiesen Gott Seth retten, der auch gleich die USA plattmachen will. Selbstredend brauchen sie allerlei Hilfe, nicht zuletzt ihre eigenen magischen Fähigkeiten.

Als wäre dies lediglich ein anderes Spielbrett, auf dem die Regeln der altägyptischen Mythologie herrschen, inszeniert der Autor mehr oder weniger die gleiche Handlung. Zu den Spielmöglichkeiten gehören Geistreisen, Verkörperungen, magische Rituale und jede menge Portale, die es zu durchschreiten gilt. Und wer hätte das gedacht? Am Schluss machen die beiden Zauberlehrlinge, nunmehr graduiert, ihr eigenes Camp Half Blood auf.

Man merkt eben, dass Riordan lange Jahre Pädagoge war und nun sein Anliegen darin sieht, seine Schüler, pardon!, Leser und Hörer, durch die Abenteuer der Figuren sowohl zu unterhalten als auch zu informieren. Am Schluss sollen sie in der Lage sein, selbständig zu denken und moralisch zu handeln – nicht selbstverständlich in einer Umgebung des krassen kapitalistischen Materialismus wie den USA. Insofern ist Riordans Dauerprojekt durchaus zu loben.

|Das Hörbuch|

Diese akustische Umsetzung des 600-Seiten-Buches wird praktisch allein von Stefan Kaminski getragen, dessen Sprachkunst wirklich eindrucksvoll ist. Lotte Ohm verblasst dagegen, was ihrer Figur der Sadie nicht gerecht wird. Dass es weder Musik noch Geräusche gibt, finde ich schade. Ärgerlich ist deshalb der hohe Preis.

|6 Audio-CDs
Spieldauer: 8:01 Std.
Tracks: 132
Originaltitel: The Red Pyramid (The Kane-Chronicles 1)
Gelesen von Stefan Kaminksi und Lotte Ohm
Vom Verlag empfohlen ab 11 Jahren
ISBN: 978-3-86742-115-7|
http://www.silberfisch-hoerbuch.de

_Rick Riordan bei |Buchwurm.info|:_
[„Im Bann des Zyklopen“ (Percy Jackson 2) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7273
[„Der Fluch der Titanen“ (Percy Jackson 3) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7344
[„Die Schlacht um das Labyrinth“ (Percy Jackson 4) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7362

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