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Stanislaw Lem – Die lymphatersche Formel (Hörspiel)

„Die lymphatersche Formel“ behandelt ein Thema, das seit E. A. Poe und Meyrinks „Der Golem“ zu großen Visionen in Literatur und Film geführt hat: den Wahnsinn eines genialen Wissenschaftlers, der fatale Konsequenzen hat.

Der Autor

Stanislaw Lem, geboren am 12. September 1921 in Lwòw, dem galizischen Lemberg, lebt heute in Krakow. Er studierte Medizin und war nach dem Staatsexamen als Assistent für Probleme der angewandten Psychologie tätig. Privat beschäftigte er sich mit Problemen der Kybernetik, der Mathematik und übersetzte wissenschaftliche Publikationen. 1985 wurde Lem mit dem Großen Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur ausgezeichnet und 1987 mit dem Literaturpreis der Alfred Jurzykowski Foundation. Am bekanntesten wurde er für die literarische Vorlage für zwei Filme: „Solaris“, das 1961 veröffentlicht wurde.

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Kemelman, Harry – Am Dienstag sah der Rabbi rot (Lesung)

An einem bislang unbescholtenen College in Boston, Massachusetts, ereignet sich eine Bombenexplosion, der offenbar einer der Dozenten zum Opfer fällt. Doch Rabbi David Small hält weder die fünf aufrührerischen Studenten für die Täter noch sich selbst, wie der Staatsanwalt behauptet, sondern findet etliche Ungereimtheiten in der Beweiskette. Um den Täter zu überführen, muss er seine talmudische Gelehrsamkeit bemühen.

_Der Autor_

Harry Kemelman wurde 1908 in Boston geboren und studierte an der |Boston University| und in Harvard. Er arbeitete als Verkäufer und Lehrer, ehe er eine Professur am |State College| in Boston annahm. 1964 erschien der erste Fall für Rabbi David Small, „Am Freitag schlief der Rabbi lang“, der mit dem |Edgar Allan Poe Award| ausgezeichnet wurde. Seitdem veröffentlichte Kemelman noch zehn erfolgreiche Fälle für den Schriftgelehrten und scharfsinnigen Hobbydetektiv, bevor er 1996 88-jährig in Boston starb.

Alle Rabbi-Titel:

Am Freitag schlief der Rabbi lang
Am Samstag aß der Rabbi nichts
Am Sonntag blieb der Rabbi weg
Am Montag flog der Rabbi ab
Am Dienstag sah der Rabbi rot
Am Mittwoch wird der Rabbi nass
Der Rabbi schoss am Donnerstag
Eines Tages geht der Rabbi
Ein Kreuz für den Rabbi
Ein neuer Job für den Rabbi
Als der Rabbi die Stadt verließ

_Die Sprecher /Produktion_

Die Hörspielproduktion entstand 1987 beim WDR. Die literarische Vorlage wurde von Ingo Golembiewski bearbeitet, der den roten Faden herausarbeitete. Regie führte Joachim Sonderhoff. Die Musikuntermalung steuerte Matthias Thurow bei (Länge: 14:10 Minuten).

Der in den siebziger und achtziger Jahren bekannte und beliebte Schauspieler Gerd Baltus tritt als Rabbi David Small auf. Die „bestrickende“ Millicent Hanbury wird von Angela Eckert gesprochen, der Staatsanwalt Ames von Christian Rode. Hervorzuheben ist die distinguierte Stimme von Jürgen Thormann in der Rolle des Police Sergeamts. Thormann spielt auch in [„Die Vorleserin“]XXX ein wichtige Rolle als Magistrat.

_Handlung_

Rabbi Lambden braucht am Bostoner |Windermere College| eine Reisevertretung und bittet daher Rabbi David Small, in seiner Abwesenheit die Seminare für jüdisches Denken und Philosophie abzuhalten. David, der eigentlich an der Bostoner Synagoge arbeitet, willigt ein, nachdem sein sondierendes Gespräch mit Dekanin Millicent Hanbury positiv verlaufen ist. Nur Davids Fraum Miriam hat etwas Zweifel, ob das eine gute Idee ist, denn am Windermere College ereignete sich ein Jahr zuvor ein Bombenanschlag.

Wird schon nix passieren, beruhigt David sie und zieht schon bald in sein winziges Büro ein, das er sich mit dem antisemitisch eingestellten Englischdozenten Hendrix teilen muss. Gleich neben an ist Dekanin Hanburys Büro; beinahe kann man ihre Stricknadeln klappern hören, die sie leidenschaftlich benutzt. David lernt auch Präsident Macomber kennen, der in seinem Zimmer Golf spielt, und Professor Roger Fine, den er noch kennt, seit er ihn und seine Frau getraut hatte.

Schon nach wenigen Tagen kommt Unruhe in die Studentenschaft: Es hat sich herumgesprochen, dass Dekanin Hanbury den beliebten Prof. Fine dazu zwingen will zu kündigen, weil er angeblich einer Studentin bei der Prüfung zu besseren Noten verholfen hat. Die Studenten organisieren einen Sitzstreik, um zu protestieren, was Rabbi Small doch erheblich frustriert: In seinen Unterricht kommt kaum noch jemand.

Kurz nachdem am Freitag, den 13. November, eine Studentendelegation vergeblich bei Hanbury zugunsten Fines interveniert hat, explodiert eine Bombe in Hanburys Büro. Hanbury selbst hatte ihr Büro wütend verlassen. Merkwürdigerweise befindet sich das einzige Opfer im Zimmer nebenan: Prof. Hendrix liegt mit eingeschlagenem Schädel in seinem Blut. Offenbar hat die Erschütterung seine geliebte Homer-Büste zum verhängnisvollen Sturz auf seinen Gelehrtenschädel veranlasst. Seine Leiche bietet keinen schönen Anblick.

Und einen äußerst ungewöhnlichen obendrein, findet der ermittelnde Staatsanwalt Ames. Denn wie die Obduktion ergibt, starb der arme Prof. Hendrix spätestens um 14:40 Uhr, wohingegen sich die Explosion erst um 15:05 Uhr ereignete. Wer also brachte den Professor um? Und aus welchem Grund? Weil er ein Antisemit war? Am Ende fällt der Verdacht des Staatsanwalts sogar auf Rabbi David Small. Denn wie konnte der Mörder in Hendrix verschlossenes Büro gelangen? Nur der Rabbi, der sich mit Hendrix das Büro teilen musste, hatte noch einen Schlüssel, oder?

_Mein Eindruck_

Dass Rassismus, Sexismus, Antisemitismus und dergleichen auch nicht vor den Mauern von Colleges und Universitäten Halt machen, wissen wir spätestens seit Philip Roths Roman „Der menschliche Makel“. Doch Harry Kemelman schrieb seine Storys über den Rabbi David Small schon etwa 20 Jahre zuvor, und offensichtlich wusste er, wovon er redete. So viel also zur andauernden Aktualität von Kemelmans Erzählungen.

Aber Kemelman weiß auch einen gediegenen Kriminalfall zu konstruieren, ohne dass der Leser gleich durch irgendwelche Logiklöcher fällt. Das Geflecht der Beziehungen zwischen den Angestellten des Windermere College ist das erste, was er vor uns ausbreitet, denn nur daraus – und nicht etwa von außen – entwickelt sich das kriminelle Geschehen.

Die üblichen Ermittler tauchen auf: der Polizeisergeant, der Staatsanwalt. Beide kommen mit ihrem Latein nicht allzu weit, denn im zeitlichen Ablauf kann irgendetwas nicht stimmen, wie schon die Diskrepanz zwischen Hendrix‘ Todeszeitpunkt und der Bombenexplosion zeigt. Fieserweise hat der Täter aber auch falsche Spuren gelegt.

Doch Rabbi Small weiß Abhilfe. Obwohl es die Herren Ermittler zunächst zum Schmunzeln bewegt, verweist Rabbi auf den jüdischen Talmud. Diesen würden Rabbis in aller Welt, die ja nicht bloß Religionslehrer, sondern auch Rechtssprecher seien, dazu heranziehen, um Gerechtigkeit zu finden. Denn der Talmud biete eine Methode an, mit der man auf ebenso einfache wie stringente Art und Weise die Wahrheit herausfinden könne. Dazu müsse man allerdings erst einmal alle Fakten kennen und alle Möglichkeiten berücksichtigen. Und wie sich zeigt, sind die Beziehungen zwischen den Beteiligten des Falles dabei von besonderer Bedeutung. Interessant ist jedenfalls, dass der Junggeselle Hendrix von einem Kollegen als „sexbesessen“ bezeichnet wird …

|Die Sprecher /Produktion|

Gerd Baltus besticht durch seine Darstellung des Taldmudgelehrten David Small. Er ist zugleich verständnisvoll gegenüber der neuen Umgebung des Colleges, andererseits auch wieder enthusiastisch, wenn es um seinen Talmud geht, der ja von den Ermittlern nicht ernst genommen wird. Baltus vermittelt in diesem heiklen Umfeld den Rabbi als eine sehr sympathische Figur.

Die Ermittlungsgespräche von Sergeant Schroeder und Staatsanwalt Ames sind aber auch sauber herausgearbeitet. Schließlich geht es darum, die Wahrheit herauszufinden. Jedermann außer dem Rabbi scheint ein gutes Alibi zu haben, und Dekanin Hanbury sogar mehrere. Diese bleibt uns fast bis zuletzt als harmlose, aber in der Sache Roger Fine ziemlich autoritär auftretende Amtsinhaberin in Erinnerung.

Wie stets bei Krimis empfiehlt sich das mehrfache Anhören des Hörspiels. Aufgrund des umfangreichen Personals könnte der Überblick verloren gehen. Und beim zweiten Anhören werden schnell weitere Details und Zusammenhänge deutlich. Ein häufigeres Anhören würde aber wohl nur Langeweile erzeugen, denn dafür ist die Handlung einfach nicht komplex genug.

|Musik & Geräusche|

Die Geräusche haben ein erstaunlich hohes Niveau, das man sonst nur vom Fernsehen kennt. Nicht nur die Tonqualität in den unterschiedlichsten Umgebungen (Büro, Autofahren, Park, Treppenhaus) ist erstklassig, sondern auch Effekte wie etwa Hall (im Treppenhaus) oder Blätterrascheln (Park). Wer beim Hallen von mehreren Stimmen gleichzeitig nicht genau aufpasst, erhält einen schwammigen Sound, der einem Durcheinander nahe kommt. Das ist zum Glück nicht der Fall, vielmehr sind alle Stimmen in Stereoton sauber zu unterscheiden.

Die Musik ist ein Kapitel für sich und somit Geschmackssache. Sie wurde mit einem Synthesizer erzeugt, der noch über keine Samples verfügte, allenfalls Cembalo. Daher klingt die Musik künstlich. Sie hat zwei Funktionen: zu untermalen und Pausen in Szenenwechseln zu füllen. Während die Pausenfüller wie sehr knappe Werbejingles klingen, bildet die zweimal eingesetzte Szenenuntermalung einen dezent vernehmbaren Klangteppich, der sich nicht aufdrängt – schließlich soll der Dialog zu verstehen sein. Man kann sich also lediglich über die als Kontrapunkt eingesetzten Pausenfüller streiten, aber das ist wie gesagt Ansichtssache.

_Unterm Strich_

Das Hörspiel klingt von der Tonqualität her und aufgrund der guten Dramaturgie wie ein Fernsehkrimi à la „Derrick“. Wenn man keine allzu hohen Ansprüche hinsichtlich der Komplexität einer 40 Minuten währenden Handlung stellt, so wird man mit einer spannenden Erzählung mit einem ungewöhnlichen Ermittler, einem Rabbi, belohnt. Erst dem Rabbi gelingt es, den Kreis der Verdächtigen in die richtige Richtung auszudehnen.

Die Sprecher erwecken die Handlung quasi zum Leben, doch die Abfolge der sauber abgetrennten Szenen erinnert ein wenig zu sehr ans biedere deutsche Fernsehen der siebziger und achtziger Jahre. Es gibt vermutlich Schlimmeres.

Was mich aber immer noch verwirrt, ist der rätselhafte Titel. Er passt überhaupt nicht zum Inhalt, denn die Haupthandlung mit der Bombenexplosion findet an einem Freitag, den 13., statt. Und natürlich sieht der Rabbi an keiner einzigen Stelle rot. Das würde auch den sympathischen Eindruck verderben, den er hinterlässt.

|Umfang: 52 Minuten auf 1 CD|

Bradbury, Ray – Leviathan \’99 (Hörspiel)

Ahabs Begegnung mit dem Monster der Leere

Ismael fliegt 2099 mit einer bizarren Mannschaft im Raumschiff „Cetus 7“ den Sternen entgegen. Dem Kapitän raubte vor 30 Jahren der Komet Leviathan das Augenlicht. Seitdem ist er – wie einst Ahab vom weißen Wal Moby Dick – besessen, sich mit dem Riesenkometen zu messen. Ob das wohl gut geht?

Der Autor

Raymond Bradbury, geboren 1920 (und immer noch quicklebendig!) in Waukegan, Illinois, ist einer der bekanntesten Erzähler der USA, und zwar nicht nur in der Science-Fiction, sondern auch im sogenannten Mainstream. Als Ray vierzehn Jahre alt war, übersiedelte seine Familie nach Kalifornien, wo er 1938 seinen Highschool-Abschluss machte. Diesen Verlust der Heimat hat er immer wieder verklärend thematisiert.

1937 kam er erstmals mit der Science-Fiction-Szene Kaliforniens in Kontakt, als er Ray Harryhausen (Film), Forrest Ackerman (Fandom) und Henry Kuttner (Autor) traf. Zum Teil konnte er seine Träume mit ihnen erfüllen. Harryhausen wurde zu einem der größten Trick- und Special-Effects-Könner auf dem Gebiet des phantastischen Films („Kampf der Titanen“ u.v.a.), während Bradbury später als Autor weit über die Grenzen des Genres hinaus bekannt wurde.

Die Schriftstellerin und Drehbuchautorin („Star Wars Episode V“) Leigh Brackett beeinflusste ihn wesentlich in seiner Entwicklung. 1943 wurde sein Stil poetischer, nostalgisch und zeigte einen Hang zum Makabren. Die damals großen Magazine wie die „Saturday Evening Post“ sollen sich angeblich um seine Storys gerissen haben. Er schrieb für John Huston 1955/56 das Drehbuch zu „Moby Dick“.

In letzter Zeit ist es still um Bradbury geworden, aber von ihm erscheinen immer noch aufwändig gemachte Novellen- und Storybände. Ridley Scott hat in seinem Film „Blade Runner“ eine Hommage eingebaut: Das Hotel, in dem der Showdown stattfindet, heißt „The Bradbury“. Und der Regen fällt wie in Bradburys Story „The Day It Rained Forever“ unablässig.

Seine wichtigsten Werke:

[Fahrenheit 451]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=400 (1953, verfilmt 1966 von F. Truffaut)
Der illustrierte Mann (1951, verfilmt 1968 mit Rod Steiger, dt. Titel: „Der Tätowierte“)
[Die Mars-Chroniken]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1294 (1946-50, verfilmt 1980 mit Rock Hudson)

Die Sprecher und ihre Rollen

Ismael: Jürgen Goslar
Kapitän: Wolfgang Büttner
Quell: Günther Stutz
Redleigh: Heinz Stoewer
Rogers: Olaf Bison
Ellery Colworth: Anfried Krämer
Der Warner: Max Noack
Der Kleine: Yodok Seidl

Das Hörspiel hat Regisseur H. B. Fortuin 1969 für den Hessischen Rundfunk eingerichtet. Die Musik besorgte Tristram Cary.

Handlung

„Nennt mich Ismael.“ Man schreibt das Jahr 2099, und Ismael Jones, unser Erzähler, berichtet, dass er als erstes Kind im Weltraum geboren wurde und seine Eltern Ex-Marsianer waren. Sein Vater nannte ihn Ismael nach dem wandernden Gottessucher aus der Bibel. Und tatsächlich versteht sich Ismael als ein Wanderer, über Gras- und andere Meere, wie etwa die des unendlichen Kosmos, des Sternenmeers.

Eines Tages wird er im Raumfahrer-Wohnheim einem Zimmergenossen namens Quell zugewiesen. Quell ist drei Meter hoch und ein Telepath, er stammt von einer Inselwelt im Andromedanebel, wo Tiermenschen aufwachsen. Ismael fragt uns: „Was ist menschlich?“ Statt zu streiten, beschließen sie, lieber Freunde zu werden. Sie suchen eine neue Heuer, und ihre Wahl fällt auf die „Cetus 7“ (cetus = Wal), denn sie ist das größte jemals gebaute Raumschiff.

Hätten sie doch nur ein anderes Schiff gewählt! Ein „Warner“ namens Elias tut genau das: Er warnt sie vor dem Kapitän der Cetus 7, einem verrückten Albino, dem ein Unfall mit einem Kometen namens Leviathan die Augen ausgebrannt habe. Doch sie hören nicht auf ihn und helfen, das Schiff auszurüsten. Es ist eine seltsame Crew: zumeist Gnome und Zwerge, gezüchtete Genies, die allzu gerne spielen. Nur wenige Menschen sind an Bord, und der Käptn ist nirgends zu sehen. Vor dem Ablegen besuchen sie einen Gottesdienst und lauschen der Predigt des robotischen Pater Ellery Colworth, der schon seit hundert Jahren tot ist. Seine Botschaft: Alles ist Gottes Schöpfung, deshalb gilt es, alles Leben zu achten.

Am 2. August ’99 geht’s los. Vom Käptn hat Ismael nur ein seltsames Geräusch gehört: sein Körperradar, das der Blinde benötige, heißt es. Nach fünfzig Tagen nähert sich die Cetus 7, gesteuert vom Ersten Offizier Redleigh, einem Planeten im Sternbild Schwan. Doch statt ihn zu erkunden, befiehlt der Käptn eine Inspektion. Erstmals bekommt Ismael ihn zu Gesicht, den Albino mit dem Wärmesensor vor den Augen. Er kommt ihm unheimlich vor, wie „der Geist von Hamlets Vater, der neue Gespenster ausbrütet“.

Wer den Kometen Leviathan als Erster sichtet, bekommt eine Belohnung. Alle dreißig Jahre kommt das Ungetüm in diese Raumgegend, wo es einst dem Käptn das Augenlicht raubte. Dafür will er sich rächen und das Monster, diese „Lawine des Nichts“, für immer zerstören. Das ist der heilige Auftrag der Besatzung der Cetus 7. Und der Kapitän schwört sie gnadenlos darauf ein: den Kometen zerstören oder beim Versuch sterben. Es ist Wahnsinn.

Doch wo bleibt dabei die Achtung vor allen Geschöpfen Gottes, die Pater Colworth predigte, fragt der Erste Offizier. Das sei doch Gotteslästerung. Nichts da, bügelt der Kapitän die Kritik Redleighs nieder. Der Leviathan beging vielmehr als Erster eine Gotteslästerung an des Käptns Fleisch! Und für seine Rache sei er bereit, sich selbst zu opfern.

Die Monomanie des Kapitäns manifestiert sich immer wieder. Sie lassen einen Mond mit wundervollen toten Städten ebenso links liegen wie zwei irdische Raumschiffe. Nichts darf von der Jagd auf das Ungeheuer ablenken. Ismaels telepathischer Freund Quell ist von einer düsteren Vorahnung erfüllt; er „hört“ Stimmen von Toten und lässt sich eine Totenrüstung anfertigen (keinen Sarg).

Nach einem Hinweis von einem anderen Kapitän kommt es endlich zur finalen Konfrontation. Doch sie verläuft viel schrecklicher, als Ismael sich das hätte ausmalen können. Denn Leviathans furchtbare Kraft liegt nicht so sehr in seiner „körperlichen“ Erscheinung, sondern vielmehr in seiner Beeinflussung der Zeit …

Mein Eindruck

Die Zeit ist das zugrunde liegende Hauptthema der Erzählung, die 1968 zuerst veröffentlicht wurde. Das Universum wird hier endlich als das begriffen, was zu begreifen am schwersten fällt: Dass relativistische Zeit nicht immer die gleiche Rolle spielt und stets relativ zum Ort und zum Betrachter existiert.

Der Leviathan, der alle dreißig Jahre in die Nähe der Erde fliegt, ist wie ein Pendel der Regelmäßigkeit, während alles andere vergeht und verschwindet. Ganz besonders natürlich der Mensch. Deshalb muss der Kapitän aufbegehren. Allein schon der Flug mit Lichtgeschwindigkeit, den die Cetus unternimmt, entfernt die Besatzungsmitglieder mit relativistischer Geschwindigkeit von allen ihren momentanen Zeitgenossen. Sie stranden in ihrer eigenen Zeit, die sie wie in einer Kapsel mit sich nehmen: eine zusammengeschweißte Gruppe.

Sie begegnen auf ihrem Flug durch die Sternenmeere den „verlorenen Kindern der Zeit“: Radio- und Fernsehbotschaften aus dem Jahr 1939. Wir hören Reden des „Führers“, eine Ansprache von Chamberlain aus dem Jahr 1938, dann das Lied „Lili Marleen“ und dergleichen mehr. Doch für den Kapitän hat dies natürlich keine Bedeutung. Sollte es aber, ist er doch ebenfalls ein Rattenfänger, der seine Anhänger in den Untergang führt und den Rest der Welt mitreißt.

Und dann die erste Begegnung mit Leviathan. Seine unheimliche Weiße setzt Strahlen frei, die gemäß der Phantasie des Autors die Zeit krümmen. Die Cetus 7 gerät in ein Sargassomeer der Zeit, dümpelt in einer Flaute irgendwo im Abseits dahin, bevor sie sich aus eigener Kraft wieder befreit. Erneuter Angriff auf den Kometen, das große weiße Ungeheuer, zu dem der Kapitän es hochstilisiert.

Und als Ergebnis versprengt das große weiße Geheimnis die kleinen Menschlein in alle Zeiten, sei es in die Zeit Shakespeares oder in die Lincolns. Nur Quell in seiner Totenrüstung und Ismael, obwohl gestrandet in der Zeit, können hoffen, jemals wieder von einem Raumschiff gefunden zu werden. Und da Ismael uns Bericht erstattet, gelingt ihm das wohl auch. Er ist nicht nachtragend. Leviathan ist eben nur ein Geschöpf Gottes, nicht etwa Shiva selbst, der Gott der Zerstörung. Wer immer wieder vergeblich versucht, gegen das Universum aufzubegehren wie einst Faust und viele Heroen mehr, das sind gebrochene und wütende Menschen wie der Kapitän. Und dabei werden sie eins mit ihrem Ziel, das sie aufnimmt.

Besonders interessant ist vielleicht in diesem Zusammenhang, nun, da die Anklänge an „Moby Dick“ unübersehbar sind, dass es der Autor selbst war, der zusammen mit Regisseur John Huston das Drehbuch zur famosen Verfilmung von 1956 ablieferte. Diese Arbeit, die er 1955/56 in London verrichtete, hinterließ sicherlich einen bleibenden Eindruck bei Bradbury. Und nur ein Dutzend Jahre später wurde daraus die vorliegende Erzählung. Diese hat der Hessische Rundfunk in ein Hörspiel umgesetzt.

Die Sprecher

Es gibt drei oder vier Kategorien von Sprechern. Sie lassen sich gemäß ihrer Einstellung zum numinosen Leviathan einteilen. Da sind einmal die romantischen Träumer wie Ismael und Quell. Sie achten den Kometen als Gottes Schöpfung, bewundern auf eine passive Weise die Wunder des Weltraum. Ihnen diametral gegenüber steht der Kapitän, ein reiner Tatmensch, der keinen Zweifel an der Notwendigkeit zur Vernichtung des Kometen aufkommen lässt.

Und doch gibt es Zweifler. Zu ihnen gehört der Erste Offizier, der sogar an Meuterei denkt und den Kapitän, den er für offensichtlich wahnsinnig hält, mit der Pistole bedroht. In die gleiche Kategorie gehört der Warner Elias, dessen Worte Ismael und Quell in den Wind schlagen. Als letzte Kategorie könnte man diejenigen Crewmitglieder zählen, die kaum zu Wort kommen und einfach nur Mitläufer sind.

Der wichtigste Sprecher in diesem Reigen ist natürlich derjenige, der die Handlung am meisten bewegt: der Kapitän. Selbst wenn er nicht körperlich anwesend ist, so beherrscht sein Geist doch sein Schiff und die gesamte Besatzung. Durch die Weißheit seiner Haut, seine Blindheit, die Kyborg-Gerätschaften ist er als Über-Mensch ausgewiesen, und seine angeblichen Visionen heben ihn sowieso in den Status eines religiösen Führers empor. Einem solchen Mann zu trotzen, grenzt schon an Frevel.

Wolfgang Büttner füllt diese faustische Ahab-Figur mit einem enormen Stimme aus, die zum schmeichelnden Raunen ebenso fähig ist wie zum tobenden Brüllen. Das klingt dann sehr theatralisch. Und zudem kann er hier einen ellenlangen Monolog halten, als sei er Hamlet, der seines Vaters Tod kontempliert. Aber so wird „Ahab“ als ein gequälter Mensch sicht- und hörbar, der in der Vernichtung seines Zerstörers endlich Erlösung aus seiner Qual finden will. Untergang ist Befreiung. Galt das auch für Hitler? Diese Radiozitate aus den Jahren 1938/39 wurden nicht zufällig ausgewählt.

Jürgen Goslar als Ismael hingegen ist der genaue Gegensatz. Er hat stets etwas Heiteres, Insichruhendes in seiner Stimme, und wir können uns auf ihn verlassen, denn offensichtlich hat ihn „Ahabs“ Wahnsinn nicht angesteckt. Beim Angriff bleibt er als Einziger auf der Cetus 7 zurück. Er ist der außenstehende Beobachter, der nur berichtet, aber nicht wertet. Quell trägt ihm zu, was zwischen dem Kapitän und seinem Ersten Offizier vor sich geht. Wir müssen uns selbst einen Reim darauf machen, was passiert.

Musik und Geräusche

Die Musik wurde vollständig auf einem elektronischen Instrument erzeugt, das ich als Laie für einen Synthesizer halte. Für eine Orgel wären diese Töne und Klangfarben jedenfalls sehr ungewöhnlich, klassische Instrumente kommen überhaupt nicht vor. Da Synthis heutzutage völlig out sind, klingt diese Klanguntermalung ebenfalls antiquiert, und zwar so sehr, dass sie an „Raumpatrouille Orion“ erinnert und, wie die Kultserie, einen gewissen Retro-Charme ausübt. Die wenigen Geräusche, die vorkommen, sind nicht der Rede wert.

Unterm Strich

Obwohl das Hörspiel in der Art seiner Darstellungstechniken seine Entstehungszeit nicht verleugnen kann, so bietet es doch eine recht interessante Geschichte, die im Grunde von überzeitlicher Bedeutung ist: Der tätige Mensch muss es mit den Kräften des Kosmos aufnehmen, will er es wagen, dorthin vorzudringen. Und so ist das Scheitern immer ganz nahe im Bereich des Möglichen. Dass eine Raumreise aber auch die Begegnung mit dem Göttlichen sein kann, will jedoch dem Kapitän der „Cetus 7“ nicht in den Sinn: Er hält den Kometen Leviathan für eine Ausgeburt der Hölle.

Die recht geschickt und nah am Vorbild erzählte Geschichte ähnelt Herman Melvilles „Moby Dick“ bis ins Detail, denn Bradbury schrieb schließlich das Drehbuch für John Hustons famose Verfilmung des Romans. Wer sich jedoch ebenso deftige Action erhofft wie im Film, der wird vom Hörspiel ziemlich enttäuscht sein. Das Vergnügen ist eher intellektueller Natur, wenn auch die Regie versuchte, die Konfrontationen zur Erzeugung von Spannung zu nutzen. Der Erfolg dieser Bemühung hält sich in Grenzen.

Für Science-Fiction-Freunde ist das Hörspiel eine Gelegenheit, mal wieder eine Story aus dem Storyband „I sing the body electric!“ zu genießen. Doch schon 1968 war Bradburys Erzählkunst nicht mehr ganz taufrisch – kein Wunder, nach 30 Jahren ständiger Produktion (und der Mann schreibt heute noch!). Die große Erleuchtung oder Entdeckung sucht man deshalb in der Story vergeblich.

Originaltitel: Leviathan, 1968
Übersetzung von Hanns A. Hammelmann
80 Minuten auf 1 CD

William Gibson – Neuromancer (Lesung)

„Case ist 24 und seine Karriere am Ende. Das Nervensystem des abgehalfterten Daten-Cowboys ist zerstört, er hat keinen Zugang mehr zur Matrix des Cyberspace. Bis er Molly kennen lernt, eine durch Implantate getunte Kämpferin. Ein unerwarteter Auftrag führt sie in die gefährliche Auseinandersetzung zwischen den künstlichen Zwillings-Intelligenzen Neuromancer und Wintermute …“ (Klappentext)

Der Autor

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Francis, Dick – Verrechnet (Lesung)

_Britische Krimikunst der obersten Liga_

Alexander Kinloch wird überraschend zu seinem kranken Stiefvater Sir Ivan nach London geholt. Dieser bittet Alex, ein wertvolles Rennpferd und einen Goldpokal vor seinen Gläubigern und seiner gierigen Tochter zu verstecken. Der Kampf um Erbe, Pferd und Pokal beginnt.

„Verrechnet“ eröffnet mit lakonischer Ironie einen faszinierenden Blick auf die Abgründe eines Familien-Clans. Die dichte und spannende Inszenierung fasziniert durch ein überraschendes Ende und die unvergleichliche Stimme von Rolf Hoppe als Sir Ivan. (Verlagsinfo)

_Der Autor_

Richard Stanley Francis kam am 31. Oktober (Halloween!) 1920 in Wales als Sohn eines Reitjockeys zur Welt, in dessen Fußstapfen er trat. Nach einem militärischen Intermezzo während des 2. Weltkriegs bei der Luftwaffe ritt Francis wieder. 1956 verletzt er sich bei einem Sturz so stark, dass es das Aus für seine Karriere bedeutete, aber den Start seiner Schriftstellerkarriere. Nach seinen Memoiren mit dem vieldeutigen Titel „The Sport of Queens“ schreibt Francis über 40 Krimis in Folge, die in über 30 Sprachen übersetzt und mehrfach verfilmt wurden. Im Genre erhielt er höchste Auszeichnungen. Er lebt heute auf den britischen Cayman Islands in der Karibik (sie tauchen in dem Grisham-Krimi „Die Firma“ auf).

_Die Sprecher & die Inszenierung_

Der Mitteldeutsche (MDR) und der Südwestrundfunk produzierten das Hörspiel im Jahr 2002. Mit Rolf Hoppe, geboren 1930, und Peter Fricke, geboren 1939, spielen zwei bekannte Bühnen- und TV-Stars mit. Uta Hallant, geboren 1939, ist am besten bekannt als Synchronstimme von Audrey Hepburn, Jamie Lee Curtis und Glenn Close. Sie wirkte an diversen Film- und Fernseharbeiten mit, so etwa an „Der Mörder und die Hure“ aus dem Jahr 1996.

_Handlung_

Der Kunstmaler Alexander Kinloch (Götz Schulte), der im Mittelpunkt der Handlung steht, ist gerade in seinem Haus in Schottland überfallen und ausgeraubt worden. Zum Glück konnte er sich merken, wie die Räuber aussahen und hat sie gezeichnet.

Bis sich die Lage normalisiert, wohnt Alex bei seiner Mutter Lady Vivienne Westering (Uta Hallant) in London. Leider ist es um die Gesundheit ihres Mannes Sir Ivan (Rolf Hoppe), seines Stiefvaters, nicht zum Besten bestellt. Er hat gerade einen Herzanfall überstanden. Seine Genesung verzögert sich, weil er sich zu viele Sorgen macht: um seine Brauerei, sein Rennpferd und um den Pokal des King-Alfred-Rennens, das er jährlich ausrichtet. Doch Sir Ivan vertraut Alex und fragt ihn: „Wo würdest du das Pferd und den Pokal verstecken?“

Fortan kämpft Alex an zwei Fronten. Ausgestattet mit einer Vollmacht von Sir Ivan, versucht er die Brauerei vor der drohenden Insolvenz zu bewahren, denn durch Unterschlagung sind mehrere Millionen verschwunden. Die Firma soll aber im Falle des Todes von Sir Ivan Alex‘ Stiefschwester Patsy Benchmark erben, ein raffgieriges Frauenzimmer, das mit seinem Mann Surtees auf großem Fuß lebt (wobei Surtees eine Geliebte hat, von der sie nichts weiß). Al hat genau zwei Tage Zeit, alles Notwendige zu erledigen. Er heuert einen stämmigen Privatdetektiv an und stürzt sich ins Getümmel.

Da er ein Händchen für den Umgang mit Frauen hat, verschafft er sich deren Loyalität und Unterstützung. Da wäre einmal seine Schwester Emily, dann noch die Bankfrau Margaret Morden und schließlich eine Mrs. Newton, die Witwe des verstorbenen Buchhalters, der die Millionen unterschlagen hat. Als sich abzeichnet, dass die Gegenseite vor fiesen Tricks nicht zurückschreckt, sehen die Damen ein, dass Rückzug die klügere Seite der Kriegsführung sein kann und begeben sich in Deckung.

Unterdessen fliegen die Fetzen, als die Benchmarks mit ihrem rabiaten Anwalt Grenchester (Peter Fricke) gegen Alex und Co. antreten. Ein Glück, dass Sir Ivan nicht mehr miterleben muss, wie man versucht, Alex lebendig zu grillen …

_Mein Eindruck_

Es geht doch nichts über herzliche Familienbande. Wobei das mit der Bande diesmal wörtlich zu nehmen ist. Die raffgierigen Erben scheinen vor nichts zurückzuschrecken, dabei werden sie selbst hinters Licht geführt. Zum Leidwesen von Alex merken sie das aber reichlich spät. Die Kavallerie erscheint mal wieder erst in letzter Sekunde. Das macht richtig Laune.

Das Hörspiel, bei dem Klaus Zippel Regie führte, unterhält den Zuhörer bestens mit unerwarteten Enthüllungen, rätselhaften Verbindungen und genialen ironischen Dialogen, um dann in ein actionreiches Finale zu münden. Aber eines ist schon recht erstaunlich: Die Guten hören alle auf Alex‘ Stimme der Vernunft und machen bei seinen Maßnahmen mit, mit denen er die Erbschleicher von seiten der Benchmarks austrickst. Sir Ivan hätte keinen besseren Erben und Sachwalter haben können. Und das alles kriegt ein Kunstmaler zustande?! Offenbar bietet die Kunstakademie neuerdings Schnellkurse in Betriebswirtschaftslehre und Kriminalistik an …

_Die Sprecher & die Inszenierung_

Die Inszenierung des von Alexander Schnitzler bearbeiteten Hörspiels verzichtet auf jegliche verwirrenden Nebenhandlungen. (Die einzige, die man vielleicht so bezeichnen könnte, dreht sich um den Buchhalter, der die Unterschlagungen begangen haben soll.) Dementsprechend leicht kann man dem Handlungsverlauf folgen. Der Zuhörer hält natürlich zu Alex, dem designierten Kronprinzen, und bangt mit, wenn er seine Maßnahmen einfädelt. Es ist schon sehr befrieidgend, wie die „guten“ Ladys auf seine Linie einschwenken und nachgerade nach seiner Pfeife tanzen. Schade, dass die Opposition nicht mitmacht.

|Die Sprechrollen|

Die Sprecher sind ausgezeichnet. Kein Wunder bei so vielen Profis. Rolf Hoppe spielt den sterbenden Patriarchen so glaubwürdig, dass man Sir Ivan nur viel Erfolg bei der Ausführung seiner Pläne wünschen kann. Götz Schulte trägt den braven Alex so redlich und aufrichtigen Herzens vor, dass ihm automatisch alle unsere Sympathien gelten. Uta Hallant ist als Lady Westering die Verkörperung von Würde und mütterlicher Wärme, worin sie effektvoll mit Patsy Benchmark, der gierigen Möchtegernerbin – typisch Middle Class! – kontrastiert. Am eindrucksvollsten fand ich hingegen Karin Gregorek in der Rolle als Margaret Morden – eine wahre Dame von Welt, die man hier zu hören bekommt. Den Jago im Stück gibt hingegen Peter Fricke als Anwalt Oliver Grenchester, der eine Menge auf dem Kerbholz hat und in der Wahl seiner Mittel nicht zimperlich ist – schließlich geht es um Millionen.

|Musik und Geräusche|

Musik gibt es nur selten und Geräusche fast gar nicht. Das dämpft zwar den realistischen Eindruck, hebt aber die Wirkung der geschliffenen Dialoge hervor. Die Musik erklingt nur zweimal. Dadurch wird das Hörspiel zu einem klassischen Dreiakter wie am Theater.

|Das Booklet|

Das Booklet sieht mit acht Seiten zwar umfangreich aus, doch die Hälfte davon ist Informationen plus Foto zum Autor gewidmet. Abzüglich der Frontseite verbleiben gerade mal zwei Seiten für drei Sprecherbiografien und die Credits. Man könnte von einem gewissen Ungleichgewicht des Informationsgehalts sprechen. Da ich vermute, dass vor allem das Booklet für den relativ hohen Preis von 15 Euro verantwortlich ist, finde ich diese Leistung ziemlich schwach. Andere 1-CD-Hörspiele kosten bei D>A<V nur 8 Euro.

_Unterm Strich_

"Verrechnet" bietet britische Krimikunst aus der obersten Liga, das ist schon richtig. Humorvolle Unterhaltung und spannendes Geschehen halten sich wirkungsvoll die Waage, so dass dem Zuhörer nie langweilig wird – solange er den Überblick über die Fülle der Figuren behält. Zum Glück ist eine Liste der Rollen beigefügt.

Den guten Eindruck der Produktion trübt lediglich der relativ hohe Preis von rund 15 Euro für ein 1-CD-Hörbuch. Für einen geringeren Preis hätte ich gerne mit zwei Seiten weniger Autorenbiografie vorlieb genommen.

|51 Minuten auf 1 CD|

[NEWS] Otfried Preußler – Der Räuber Hotzenplotz und die Mondrakete

Sensation! Ein neuer Hotzenplotz erobert die Herzen seiner Fans und kapert nun auch Ihre Ohren. Das Hörspiel »Der Räuber Hotzenplotz und die Mondrakete« basiert auf einem bisher unveröffentlichten Manuskript von Otfried Preußler, das vom WDR als vergnügliches Hörspiel adaptiert wurde.
Als der Räuber Hotzenplotz mal wieder aus dem Gefängnis ausgebrochen ist, sind Kasperl und Seppel fest entschlossen, ihn wieder einzufangen. Ihre Idee: Sie wollen den Räuber ein für allemal auf den Mond schießen! Dafür basteln sie aus einer Papprolle und einem Kartoffelsack eine Mondrakete. Ob der berüchtigte Hotzenplotz darauf reinfallen wird? (Verlagsinfo)

Audio-CD
Hörspiel: ca. 55 Minuten
Der Audio Verlag

[NEWS] Renate Bergmann – Das kann man doch noch essen. Renate Bergmanns großes Haushalts- und Kochbuch

Die Hausfrau heutzutage ist auch nicht mehr das, was sie mal war. Da werden nur noch Tiefkühlpizzen aufgewärmt und wie man Fenster richtig putzt, das weiß keine. Ganz im Gegensatz zu unserer Online-Omi: »Ich schamponiere gerade die Teppichfransen ein, damit sie wieder schön weiß werden. Derweil der Schaum einzieht, mache ich mal den Hefeteig.« Und: »Ein Stich Butter muss immer ran ans Gemüse, sonst kann der Körper die Fittamine gar nicht verarbeiten.« Renate Bergmann weiß zu vielem etwas zu sagen und vor allem: alles besser. Ihre Weisheiten, Ideen, Ratschläge und Rezepte sind auf diesem amüsanten Hörbuch versammelt. (Verlagsinfo)

Lesung mit Carmen-Maja Antoni
2 CDs
ca. 2 h 38 min Spieldauer
dav

Peter V. Brett – Das Flüstern der Nacht (Dämonenzyklus 2)

Nur wenig Neues von Dämonen & Erlösern

Lange mussten die Bewohner von Thesa in Furcht vor der Dunkelheit leben. Erst seit sich der Tätowierte Mann den nächtlichen Dämonen mit magischen Siegeln entgegenstellt, hegen sie wieder Hoffnungen. Mehr noch: Sie folgen ihrem Erlöser voll Zuversicht in den Kampf. Doch aus dem Süden rückt ein Heer nach Thesa vor, das an seinen eigenen Erlöser glaubt. Haben die Thesaner nun einen neuen Feind? Und wer wird der wahre Erlöser sein?

Auch der zweite Teil der spannenden Trilogie erzählt von einer Welt voll Mystik und fantastischer Gestalten. Sprecher Jürgen Holdorf entwickelt mit nuancenreicher Stimme ein schaurig-schönes Panorama finsterer Dämonen und mutiger Helden.

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