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William Gibson – Neuromancer (Lesung)

„Case ist 24 und seine Karriere am Ende. Das Nervensystem des abgehalfterten Daten-Cowboys ist zerstört, er hat keinen Zugang mehr zur Matrix des Cyberspace. Bis er Molly kennen lernt, eine durch Implantate getunte Kämpferin. Ein unerwarteter Auftrag führt sie in die gefährliche Auseinandersetzung zwischen den künstlichen Zwillings-Intelligenzen Neuromancer und Wintermute …“ (Klappentext)

Der Autor

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Francis, Dick – Verrechnet (Lesung)

_Britische Krimikunst der obersten Liga_

Alexander Kinloch wird überraschend zu seinem kranken Stiefvater Sir Ivan nach London geholt. Dieser bittet Alex, ein wertvolles Rennpferd und einen Goldpokal vor seinen Gläubigern und seiner gierigen Tochter zu verstecken. Der Kampf um Erbe, Pferd und Pokal beginnt.

„Verrechnet“ eröffnet mit lakonischer Ironie einen faszinierenden Blick auf die Abgründe eines Familien-Clans. Die dichte und spannende Inszenierung fasziniert durch ein überraschendes Ende und die unvergleichliche Stimme von Rolf Hoppe als Sir Ivan. (Verlagsinfo)

_Der Autor_

Richard Stanley Francis kam am 31. Oktober (Halloween!) 1920 in Wales als Sohn eines Reitjockeys zur Welt, in dessen Fußstapfen er trat. Nach einem militärischen Intermezzo während des 2. Weltkriegs bei der Luftwaffe ritt Francis wieder. 1956 verletzt er sich bei einem Sturz so stark, dass es das Aus für seine Karriere bedeutete, aber den Start seiner Schriftstellerkarriere. Nach seinen Memoiren mit dem vieldeutigen Titel „The Sport of Queens“ schreibt Francis über 40 Krimis in Folge, die in über 30 Sprachen übersetzt und mehrfach verfilmt wurden. Im Genre erhielt er höchste Auszeichnungen. Er lebt heute auf den britischen Cayman Islands in der Karibik (sie tauchen in dem Grisham-Krimi „Die Firma“ auf).

_Die Sprecher & die Inszenierung_

Der Mitteldeutsche (MDR) und der Südwestrundfunk produzierten das Hörspiel im Jahr 2002. Mit Rolf Hoppe, geboren 1930, und Peter Fricke, geboren 1939, spielen zwei bekannte Bühnen- und TV-Stars mit. Uta Hallant, geboren 1939, ist am besten bekannt als Synchronstimme von Audrey Hepburn, Jamie Lee Curtis und Glenn Close. Sie wirkte an diversen Film- und Fernseharbeiten mit, so etwa an „Der Mörder und die Hure“ aus dem Jahr 1996.

_Handlung_

Der Kunstmaler Alexander Kinloch (Götz Schulte), der im Mittelpunkt der Handlung steht, ist gerade in seinem Haus in Schottland überfallen und ausgeraubt worden. Zum Glück konnte er sich merken, wie die Räuber aussahen und hat sie gezeichnet.

Bis sich die Lage normalisiert, wohnt Alex bei seiner Mutter Lady Vivienne Westering (Uta Hallant) in London. Leider ist es um die Gesundheit ihres Mannes Sir Ivan (Rolf Hoppe), seines Stiefvaters, nicht zum Besten bestellt. Er hat gerade einen Herzanfall überstanden. Seine Genesung verzögert sich, weil er sich zu viele Sorgen macht: um seine Brauerei, sein Rennpferd und um den Pokal des King-Alfred-Rennens, das er jährlich ausrichtet. Doch Sir Ivan vertraut Alex und fragt ihn: „Wo würdest du das Pferd und den Pokal verstecken?“

Fortan kämpft Alex an zwei Fronten. Ausgestattet mit einer Vollmacht von Sir Ivan, versucht er die Brauerei vor der drohenden Insolvenz zu bewahren, denn durch Unterschlagung sind mehrere Millionen verschwunden. Die Firma soll aber im Falle des Todes von Sir Ivan Alex‘ Stiefschwester Patsy Benchmark erben, ein raffgieriges Frauenzimmer, das mit seinem Mann Surtees auf großem Fuß lebt (wobei Surtees eine Geliebte hat, von der sie nichts weiß). Al hat genau zwei Tage Zeit, alles Notwendige zu erledigen. Er heuert einen stämmigen Privatdetektiv an und stürzt sich ins Getümmel.

Da er ein Händchen für den Umgang mit Frauen hat, verschafft er sich deren Loyalität und Unterstützung. Da wäre einmal seine Schwester Emily, dann noch die Bankfrau Margaret Morden und schließlich eine Mrs. Newton, die Witwe des verstorbenen Buchhalters, der die Millionen unterschlagen hat. Als sich abzeichnet, dass die Gegenseite vor fiesen Tricks nicht zurückschreckt, sehen die Damen ein, dass Rückzug die klügere Seite der Kriegsführung sein kann und begeben sich in Deckung.

Unterdessen fliegen die Fetzen, als die Benchmarks mit ihrem rabiaten Anwalt Grenchester (Peter Fricke) gegen Alex und Co. antreten. Ein Glück, dass Sir Ivan nicht mehr miterleben muss, wie man versucht, Alex lebendig zu grillen …

_Mein Eindruck_

Es geht doch nichts über herzliche Familienbande. Wobei das mit der Bande diesmal wörtlich zu nehmen ist. Die raffgierigen Erben scheinen vor nichts zurückzuschrecken, dabei werden sie selbst hinters Licht geführt. Zum Leidwesen von Alex merken sie das aber reichlich spät. Die Kavallerie erscheint mal wieder erst in letzter Sekunde. Das macht richtig Laune.

Das Hörspiel, bei dem Klaus Zippel Regie führte, unterhält den Zuhörer bestens mit unerwarteten Enthüllungen, rätselhaften Verbindungen und genialen ironischen Dialogen, um dann in ein actionreiches Finale zu münden. Aber eines ist schon recht erstaunlich: Die Guten hören alle auf Alex‘ Stimme der Vernunft und machen bei seinen Maßnahmen mit, mit denen er die Erbschleicher von seiten der Benchmarks austrickst. Sir Ivan hätte keinen besseren Erben und Sachwalter haben können. Und das alles kriegt ein Kunstmaler zustande?! Offenbar bietet die Kunstakademie neuerdings Schnellkurse in Betriebswirtschaftslehre und Kriminalistik an …

_Die Sprecher & die Inszenierung_

Die Inszenierung des von Alexander Schnitzler bearbeiteten Hörspiels verzichtet auf jegliche verwirrenden Nebenhandlungen. (Die einzige, die man vielleicht so bezeichnen könnte, dreht sich um den Buchhalter, der die Unterschlagungen begangen haben soll.) Dementsprechend leicht kann man dem Handlungsverlauf folgen. Der Zuhörer hält natürlich zu Alex, dem designierten Kronprinzen, und bangt mit, wenn er seine Maßnahmen einfädelt. Es ist schon sehr befrieidgend, wie die „guten“ Ladys auf seine Linie einschwenken und nachgerade nach seiner Pfeife tanzen. Schade, dass die Opposition nicht mitmacht.

|Die Sprechrollen|

Die Sprecher sind ausgezeichnet. Kein Wunder bei so vielen Profis. Rolf Hoppe spielt den sterbenden Patriarchen so glaubwürdig, dass man Sir Ivan nur viel Erfolg bei der Ausführung seiner Pläne wünschen kann. Götz Schulte trägt den braven Alex so redlich und aufrichtigen Herzens vor, dass ihm automatisch alle unsere Sympathien gelten. Uta Hallant ist als Lady Westering die Verkörperung von Würde und mütterlicher Wärme, worin sie effektvoll mit Patsy Benchmark, der gierigen Möchtegernerbin – typisch Middle Class! – kontrastiert. Am eindrucksvollsten fand ich hingegen Karin Gregorek in der Rolle als Margaret Morden – eine wahre Dame von Welt, die man hier zu hören bekommt. Den Jago im Stück gibt hingegen Peter Fricke als Anwalt Oliver Grenchester, der eine Menge auf dem Kerbholz hat und in der Wahl seiner Mittel nicht zimperlich ist – schließlich geht es um Millionen.

|Musik und Geräusche|

Musik gibt es nur selten und Geräusche fast gar nicht. Das dämpft zwar den realistischen Eindruck, hebt aber die Wirkung der geschliffenen Dialoge hervor. Die Musik erklingt nur zweimal. Dadurch wird das Hörspiel zu einem klassischen Dreiakter wie am Theater.

|Das Booklet|

Das Booklet sieht mit acht Seiten zwar umfangreich aus, doch die Hälfte davon ist Informationen plus Foto zum Autor gewidmet. Abzüglich der Frontseite verbleiben gerade mal zwei Seiten für drei Sprecherbiografien und die Credits. Man könnte von einem gewissen Ungleichgewicht des Informationsgehalts sprechen. Da ich vermute, dass vor allem das Booklet für den relativ hohen Preis von 15 Euro verantwortlich ist, finde ich diese Leistung ziemlich schwach. Andere 1-CD-Hörspiele kosten bei D>A<V nur 8 Euro.

_Unterm Strich_

"Verrechnet" bietet britische Krimikunst aus der obersten Liga, das ist schon richtig. Humorvolle Unterhaltung und spannendes Geschehen halten sich wirkungsvoll die Waage, so dass dem Zuhörer nie langweilig wird – solange er den Überblick über die Fülle der Figuren behält. Zum Glück ist eine Liste der Rollen beigefügt.

Den guten Eindruck der Produktion trübt lediglich der relativ hohe Preis von rund 15 Euro für ein 1-CD-Hörbuch. Für einen geringeren Preis hätte ich gerne mit zwei Seiten weniger Autorenbiografie vorlieb genommen.

|51 Minuten auf 1 CD|

[NEWS] Otfried Preußler – Der Räuber Hotzenplotz und die Mondrakete

Sensation! Ein neuer Hotzenplotz erobert die Herzen seiner Fans und kapert nun auch Ihre Ohren. Das Hörspiel »Der Räuber Hotzenplotz und die Mondrakete« basiert auf einem bisher unveröffentlichten Manuskript von Otfried Preußler, das vom WDR als vergnügliches Hörspiel adaptiert wurde.
Als der Räuber Hotzenplotz mal wieder aus dem Gefängnis ausgebrochen ist, sind Kasperl und Seppel fest entschlossen, ihn wieder einzufangen. Ihre Idee: Sie wollen den Räuber ein für allemal auf den Mond schießen! Dafür basteln sie aus einer Papprolle und einem Kartoffelsack eine Mondrakete. Ob der berüchtigte Hotzenplotz darauf reinfallen wird? (Verlagsinfo)

Audio-CD
Hörspiel: ca. 55 Minuten
Der Audio Verlag

[NEWS] Renate Bergmann – Das kann man doch noch essen. Renate Bergmanns großes Haushalts- und Kochbuch

Die Hausfrau heutzutage ist auch nicht mehr das, was sie mal war. Da werden nur noch Tiefkühlpizzen aufgewärmt und wie man Fenster richtig putzt, das weiß keine. Ganz im Gegensatz zu unserer Online-Omi: »Ich schamponiere gerade die Teppichfransen ein, damit sie wieder schön weiß werden. Derweil der Schaum einzieht, mache ich mal den Hefeteig.« Und: »Ein Stich Butter muss immer ran ans Gemüse, sonst kann der Körper die Fittamine gar nicht verarbeiten.« Renate Bergmann weiß zu vielem etwas zu sagen und vor allem: alles besser. Ihre Weisheiten, Ideen, Ratschläge und Rezepte sind auf diesem amüsanten Hörbuch versammelt. (Verlagsinfo)

Lesung mit Carmen-Maja Antoni
2 CDs
ca. 2 h 38 min Spieldauer
dav

Peter V. Brett – Das Flüstern der Nacht (Dämonenzyklus 2)

Nur wenig Neues von Dämonen & Erlösern

Lange mussten die Bewohner von Thesa in Furcht vor der Dunkelheit leben. Erst seit sich der Tätowierte Mann den nächtlichen Dämonen mit magischen Siegeln entgegenstellt, hegen sie wieder Hoffnungen. Mehr noch: Sie folgen ihrem Erlöser voll Zuversicht in den Kampf. Doch aus dem Süden rückt ein Heer nach Thesa vor, das an seinen eigenen Erlöser glaubt. Haben die Thesaner nun einen neuen Feind? Und wer wird der wahre Erlöser sein?

Auch der zweite Teil der spannenden Trilogie erzählt von einer Welt voll Mystik und fantastischer Gestalten. Sprecher Jürgen Holdorf entwickelt mit nuancenreicher Stimme ein schaurig-schönes Panorama finsterer Dämonen und mutiger Helden.

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Stanislaw Lem – Die lymphatersche Formel

„Die lymphatersche Formel“ behandelt ein Thema, das seit E. A. Poe und Meyrinks „Der Golem“ zu großen Visionen in Literatur und Film geführt hat: den Wahnsinn eines genialen Wissenschaftlers, der fatale Konsequenzen hat.

Der Autor

Stanislaw Lem, geboren am 12. September 1921 in Lwòw, dem galizischen Lemberg, lebt heute in Krakow. Er studierte Medizin und war nach dem Staatsexamen als Assistent für Probleme der angewandten Psychologie tätig. Privat beschäftigte er sich mit Problemen der Kybernetik, der Mathematik und übersetzte wissenschaftliche Publikationen. 1985 wurde Lem mit dem Großen Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur ausgezeichnet und 1987 mit dem Literaturpreis der Alfred Jurzykowski Foundation. Am bekanntesten wurde er für die literarische Vorlage für zwei Filme: „Solaris“, das 1961 veröffentlicht wurde.

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