Schlagwort-Archive: HarperCollins

Patrick Hemstreet – Die Gotteswelle (God Wave 1)

Einem Forscherteam gelingt es, Hirnwellen zur ‚drahtlosen‘ Steuerung von Maschinen einzusetzen. Was vor allem die Medizin revolutionieren sollte, fällt in die Hände einer geheimen Militärgruppe, deren Anführer von der Weltmacht träumt. Spät erkennen die Wissenschaftler die Wahrheit und beginnen sich zu wehren … – Mit Science-Fiction-Elementen angereicherter „Science Thriller“. Die Story ist simpel und wird nicht gerade wortgewandt präsentiert, die Figurenzeichnungen sind schlicht. Als dennoch spannendes Lesefutter genießbar sowie bereits fortgesetzt.
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C. J. Cherryh – Hammerfall (The Gene Wars 1)

Auf dem Wüstenplaneten: der Moses mit dem Schicksalskuss

Auf einem Wüstenplaneten bahnt sich ein weltweiter Konflikt an, der von anderen Welten kommt. Doch unter den Wüstenbewohnern wissen nur die „Verrückten“ von dem nahenden Unheil. Die Herrscherin des Planeten schickt einen der Verrückten, Marak, aus, um dessen Vision von einem silbernen Turm im Osten zu folgen und ihr Antworten zurückzubringen. Er findet den Turm und ein paar Antworten, doch wird er noch rechtzeitig zurückkehren, um das richtige Handeln zu initiieren – bevor der Hammerschlag vom Himmel erfolgt?
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C. J. Cherryh – Fortress of Dragons (Galasien-Zyklus 4)

Ritter, Damen, Zauberer: Entscheidungsschlachten

Am Schluss von „Fortress of Owls“ hat Tristen, durch Magie gelenkt, im Schneesturm zwei Frauen gefunden: die verbannten Ladies Orien und Tarien Aswydd, die vormaligen Herzoginnen von Amefel. Nun enthüllt Tarien, dass sie von König Cefwyn ein Kind erwarte – und es wird ein Zauberer! Orien indes steht keineswegs auf der Seite des Guten, sondern arbeitet für eine dunkle Macht – und sie will das Kind für sich haben…
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C. J. Cherryh – Fortress of Owls (Galasien-Zyklus 3)

Ritter & Magie: Mord in der Kathedrale

Zauberei liegt in der Luft! Wie sonst wäre es zu erklären, dass Tristen bei einem Ausritt mit seinen getreuen Amefel-Fürsten erst auf eine geisterhafte Wahrsagerin trifft, die ihn als König tituliert, und dann mitten im dicksten Wetter just auf den befreundeten Südbaron Lord Cevulirn von Ivanor? Cevulirn wurde nach einem tödlichen Duell gebeten, den Königshof zu verlassen und sucht nun Anschluss an Tristen, um diesem beizustehen.
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C. J. Cherryh – Fortress of Eagles (Galasien-Zyklus 2)

Gefahr und Verrat an allen Fronten

Cefwyn ist nunmehr König von Ylesuin, herrscht in der Hauptstadt Guelemara und verfolgt zwei Pläne: seine Braut Ninévrisë offiziell zu heiraten, die schöne Regentin von Elwynor; und zweitens, sein Reich Ylesuin mit Elwynor zu vereinen, zu einem Reich, das einst als glorreiches Galasien bekannt war. Zwei ehrenvolle Pläne fürwahr, indes es gibt erheblichen Widerstand, nicht zuletzt übernatürlicher Art…

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C. J. Cherryh – Fortress in the Eye of Time (Galasien-Zyklus 1)


Neue Fantasy-Welt: Ritter, Ladies und Magie

Der Zauberer Mauryl erschafft einen jungen Mann und versieht ihn mit geheimem Wissen um das Königreich Ylesuin. Tristen ist wie Parzival ahnungslos, was die Welt angeht, in die er gestoßen wird, als Mauryl gegen einen mächtigen Feind unterliegt. Er sucht weisungsgemäß den Kronprinz Cefwyn auf, und dessen Zauberer-Ratgeber Emuin nimmt Mauryls Geschenk an. Doch worin besteht das Geschenk und was ist so Besonderes an einem ahnungslosen jungen Mann aus den Wäldern?

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Tony Hillerman – Sacred Clowns (Navajo Tribal Police 11)

Heilige Clowns und dunkle Machenschaften

Während einer heiligen Kachina-Zeremonie im Tano-Pueblo erfüllen die Kapriolen der tanzenden heiligen Clowns, der koshare, die Zuschauer mit Spannung. Nur wenige Minuten später wird einer dieser Clowns erschlagen aufgefunden. Es ist die gleiche Todesart wie bei einem Lehrer in der Navajo-Reservation ein paar Tage zuvor. Könnte der weggelaufene Junge Delmar Kanitewa, dessen Onkel der Clown war, die Verbindung sein? Doch Kanitewa ist unauffindbar.
Die Polizeibeamten Jim Chee und Lieutenant Joe Leaphorn glauben, dass die Antwort auf die Rätsel der Verbrechen in der letzten verschlüsselten Botschaft des heiligen Clowns an das Tano-Volk liegt. Aber um die Botschaft zu entschlüsseln, müssen die zwei Navajo-Polizisten sich mit den streng gehüteten Geheimnissen des Stammes befassen…

Der Roman erschien bei uns unter dem irreführenden Titel „Geistertänzer“.

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Tony Hillerman – The Fallen Man (Navajo Tribal Police 12)

Das Skelett im Fels: Bruchlinie der Kulturen

Ein Kletterer findet auf einem heiligen Berg der Navajo ein menschliches Skelett. Wurde der Mann, ebenfalls ein Bergsteiger, hinuntergestoßen oder fiel er? Das fragen sich Joe Leaphorn und Jim Chee von der Navajo-Stammespolizei, die sich mal offiziell, mal inoffiziell mit dem Fall befassen. Sie ahnen nicht, dass der Fund des Skeletts Grund genug ist, sie und andere Zeugen noch elf Jahre nach der Tat zu bedrohen… (Verlagsinfo)

Der Krimi erschien unter dem deutschen Titel “Tod am heiligen Berg”.

Der Autor

Tony Hillerman (27.5.1925 bis 26.10.2008) war ein vielfach ausgezeichneter amerikanischer Kriminalschriftsteller und Autor von Sachbüchern über das Indianerland im Südwesten. Zu seinen bekanntesten Werken gehören die Krimis um die Stammespolizei der Navajos. Sie wurden regelmäßig verfilmt.

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Jennifer L. Armentrout – Steinerne Schwingen (Dark Elements 1)

Ein ganz normales Mädchen sein? Das ist für Layla leider nicht möglich. Während ihre Freundinnen sich um Jungs, die Schule oder das nächste Date sorgen, hat Layla ganz andere Dinge im Kopf. Denn sie gehört zu den Wächtern, die nachts Jagd auf Dämonen machen, um diese vom Antlitz der Erde zu tilgen.
Eines Nachts jedoch wird sie bei ihrer Suche nach Dämonen in eine Falle gelockt und von Roth, einem Hohedämon, der für Layla ganz unerklärliches Interesse an ihr zeigt, gerettet.

Layla ist die Tochter einer Dämonin und eines Wächters. Allein diese Tatsache macht ihr das Leben zur Hölle. Von vielen Wächtern wird sie nicht akzeptiert oder sogar gehasst, mit den Dämonen will sie jedoch selber nichts zu tun haben, und hilft den Wächtern sogar dabei, Jagd auf sie zu machen.

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Tony Hillerman – The Shape-Shifter (Navajo Tribal Police 18)

Der Teppich der Tränen & der Gestaltwandler

Lt. Joe Leaphorn ist eigentlich schon (seit Band 13) in Rente, doch er will nur die Bitte einer möglichen Witwe erfüllen: Ihr Mann, Leaphorns Academy-Kollege, wollte einen berühmten Navajo-Teppich suchen, der überraschend wieder aufgetaucht ist, doch seitdem ist er verschwunden. Tappt Leaphorn in eine raffinierte Falle?

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MacBride, Stuart – Cold Granite (Logan McRae 1)

_Kein Weihnachtsmärchen: Zwischen Kindermord und Lynchjustiz_

Winter in Aberdeen: Morde, Chaos und schreckliches Wetter. Kaum ist Detective Sergeant Logan McRae nach einem Jahr im Krankenhaus wieder zurück im Dienst, als auch schon die erste Leiche im kalten Raum des Leichenkellers seines Hauptquartiers landet: ein vierjähriger Junge, David Read, wurde entführt, stranguliert und danach geschändet. Doch woher weiß der schmierige Journalist Colin Miller, dass man Davids Leiche in einem Graben gefunden hat? Als noch mehr kleine Jungen vermisst gemeldet werden, entbrennt ein Wettlauf zwischen Cops und Presse …

_Der Autor_

Stuart MacBride war schon alles Mögliche: Ein Grafikdesigner, dann ein Anwendungsentwickler für die schottische Ölindustrie und jetzt Kriminalschriftsteller. Mit seiner Frau Fiona lebt er in Nordostschottland. Seine Krimis um Detective Sergeant Logan McRae spielen in Aberdeen. Mehr Infos finden Sie unter [www.stuartmacbride.com]http://www.stuartmacbride.com

|Logan McRae:|

1) _“Cold Granite“_ (2005) = [„Die dunklen Wasser von Aberdeen“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2917
2) „Dying Light“ (2006) = [„Die Stunde des Mörders“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3739
3) „Broken Skin“ (2007) = [„Der erste Tropfen Blut“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4940
4) „Flesh House“ (2008) = [„Blut und Knochen“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?
5) „Blind Eye“ = „Blinde Zeugen“
6) „Dark Blood“ (2010) – noch ohne dt. Titel
7) „Shatter the Bones“ (2011) – noch ohne dt. Titel
8) – für 2014 angekündigt –

_Handlung_

Kaum ist Detective Sergeant Logan McRae nach einem Jahr im Krankenhaus wieder einen Tag zurück im Dienst, als er bereits einen neuen Chef bekommt – Detective Inspector Insch – eine Aufpasserin, Police Costable Jackie Watson, und eine Leiche. Der vierjährige David Reid wurde von einem Spaziergänger in einem Graben am Fluss Don gefunden. David wurde entführt, stranguliert und dann geschändet und verstümmelt. Doch als McRae bei der Mutter eintrifft, ist diese bereits katatonisch, während ihr wütender Vater Logan einen Boxhieb in den Bauch versetzt. Logan muss schon wieder ins Hospital, aus Angst, die Nähte der 23 Stichwunden, die er bei einem Einsatz erlitten hat, könnten wieder aufgehen.

Aber woher wussten die Reids überhaupt schon vom Tod des Jungen? Der Verdacht fällt auf den Autor der entsprechenden Schlagzeile in der Tageszeitung. McRae und Watson statten Colin Miller einen Besuch ab. Er scheint der bestgehasste Mann in der ganzen Redaktion des „Aberdeen Press & Journal“ zu sein, behängt mit Goldklunkern, als wäre es Lametta. Seine Kolleginnen sind neugierig, ob man ihn endlich verhaftet, und ein Kollege packt ungefragt schmutzige Details aus. Miller selbst mauert: Quellen sind vertraulich.

Aber sie haben ihn nicht das letzte Mal gesehen, denn wenige Stunden später wird ein weiterer Junge als vermisst gemeldet: der fünfjährige Richie Erskine, Sohn der ledigen und erst 21-jährigen Elisabeth Erskine. Hier kommt McRae das Verhalten der Mutter nicht ganz koscher vor und teilt das Insch auch mit. Immer schön vorsichtig mit Verlautbarungen, und die Medien schön bei Laune halten – so lautet die Gratwanderungsparole Inschs. Doch auch diesmal scheint der Journalist mehr zu wissen, als er aus den Verlautbarungen wissen kann. Logan und Insch werden wütend: Es muss einen Verräter in den eigenen Reihen geben.

Und wie nicht anders zu erwarten, fällt der Verdacht bald auf Logan – schließlich hat er sich mit Miller getroffen, um Informationen über einen Mordfall zu erhalten, den Inschs Kollegin Steel bearbeitet. Ein Mann ist tot im Hafenbecken gefunden worden – mit abgehackten Knien. Offensichtlich handelt es sich um einen Mord unter Gangstern, denn die abgehackten Kniescheiben senden eine Botschaft. Doch wie lautet sie und an wen ist sie gerichtet? Logans Ermittlung wird von Millers Infos beflügelt: Es soll sich um einen Mann aus Edinburgh handeln, der für den Gangster Malcolm Maclennan Geschäfte einfädeln sollte. Doch mit Malk the Knife treibt man keine Scherze. McRae befürchtet, ein Gangsterkrieg könne in Aberdeen ausbrechen.

Doch die Reihe der verschwundenen Kinder reißt nicht ab. Peter Lumley verschwindet auf dem Gang zum Supermarkt an der Ecke. Der Stiefvater ist untröstlich. Nicht genug damit, findet eine Schulklasse, die eine Ökolehrstunde absolviert, auf einer Müllkippe eine Mädchenleiche. Die Pathologin stellt fest, dass das in eine Packklebrolle eingewickelte Mädchen nicht aus dem Königreich stammen kann: Es hatte mal Tuberkulose, und die entsprechenden britischen Melderegister kennen dieses vierjährige Mädchen nicht. Zum Glück findet Jackie Watson einen Kassenzettel, der zu einem bestimmten Mann führt …

Colin Millers Schlagzeile versetzt die Gemüter der Stadt in Aufruhr. Als ein Staranwalt für den verurteilten Kinderschänder Colin Greaver vor Gericht einen Freispruch erreicht, schlägt die Empörung hohe Wogen. Der Anwalt, der gerade strahlend seinen Triumph verkünden will, bekommt von einem Opfer Greavers einen Fausthieb ins Gesicht. Das entsprechende Video besorgt sich Inspector Insch als Bildschirmschoner.

Kaum hat Logan den verschwundenen Richard Erskine wiedergefunden, als er von der Nachricht erschüttert wird, auf dem Grundstück eines städtischen Einsammlers von überfahrenen Tieren sei eine weitere Mädchenleiche entdeckt worden. Selbstverständlich wird sofort der Kadaversammler verdächtigt, der bei vielen Cops unter dem vielsagenden Beinamen „Roadkill“ bekannt ist. Natürlich wird der Mann, ein früherer Gelehrter, sofort auch für den verschwundenen Peter Lumley und das Mädchen im Müllsack verantwortlich gemacht – dafür sorgt allein schon Colin Miller, der Schmierfink.

Doch McRae hat seine Zweifel an Roadkills Schuld. Der Mann ist schließlich schizophren und somit unzurechnungsfähig. Als er eine überzeugende Tötungstheorie für das unbekannte Mädchen präsentieren kann, muss Insch den Verdächtigen zähneknirschend freilassen. Doch Roadkill kommt nicht weit. Die aufgeputschte öffentliche Meinung will Blut sehen …

_Mein Eindruck_

Wieder einmal hängt alles mit allem zusammen, und die vielen Handlungsstränge führen zueinander. Zwar kann die Hauptfigur Logan „Lazarus“ McRae zwei oder drei Fälle aufklären, aber er muss hilflos miterleben, wie der unschuldige Roadkill praktisch nicht nur einmal, sondern zweimal hingerichtet wird. Aber er selbst ist gehörig durch die Tatsache abgelenkt, dass ein alter Schurke ihn mit seinem Messer in kleine Stücke schneiden will. Dafür, dass er einen Rentner zusammengeschlagen hat (um sein Leben zu retten), wird er sofort vor die Dienstaufsicht gezerrt. Deren Vertreter hat ihn sowieso bereits auf dem Kieker, weil McRae angeblich ein Verräter ist, der mit der Presse kollaboriert.

|Showdown|

Als schließlich alle Unklarheiten beseitigt zu sein scheinen und nur noch ein Täter übrig bleibt, kommt es durch unglückliche Umstände zu einem sagenhaft spannenden Showdown in einem Steinbruch. Auch hier muss McRae wieder sein Leben einsetzen und Bauchtritte einstecken, denn er will unbedingt Police Constable Jackie Watson vor dem Tod bewahren. Wenn die Frau, die McRae liebt, nicht an einem Messerstich stirbt, dann an Unterkühlung. Und das gilt es um jeden Preis zu verhüten.

Leichter gesagt als getan. Denn der Winter hat Aberdeen fest im Griff und lässt die Granitstadt zwei Wochen vor Weihnachten im Schneegestöber versinken. Dieses Romandebüt ist das Weihnachtsgeschenk des Autors an seine Heimatstadt, und welches bessere Thema könnte es zur Geburt des Jesuskindes geben als eben die Serienmorde an kleinen Kindern?

|Kleine Opfer|

Schon viele Krimiautoren – nicht zuletzt auch schottische wie Ian Rankin oder Val McDermid – haben sich des Themas angenommen. Interessant war jedes Mal, welche Ursachen und Gründe für diese Verbrechen gefunden und präsentiert wurden. Die Gründe, die MacBride liefert, sind vielfältig. Dass Kinder verschwinden, hat mehrere Ursachen: Das eine Kind wurde entführt, das andere angefahren „Roadkill“ wäre dafür die zynische Bezeichnung), das dritte fiel einem Unfall zum Opfer. Doch was ist mit David Reid, Peter Lumley und dem neuesten Opfer?

Dieser Täter ist auf Missbrauch aus. Er sucht zwar nur Zärtlichkeit, die er selbst vermisst, doch er ist auch extrem labil und kann jederzeit gewalttätig werden. Er blickt auf eine Geschichte des Kindesmissbrauchs und des Gehasstwerdens zurück: Er wurde selbst von seinem Vater missbraucht und in ein Jugendheim gesteckt, wo sich dessen Leiter Greaver an dem Elfjährigen fortwährend vergehen konnte. Der Täter also als Opfer – ist das nicht ein wenig zu einfach argumentiert, fragt sich der Leser. Andererseits wirkt es plausibel, welchen Abscheu der Täter gegenüber Frauen an den Tag legt. Seine einzige Zuneigung gilt kleinen Jungen, weil er glaubt, die würden sich nicht wehren.

|Rot sehen|

Dass verschwundene und ermordete Kinder einen Nerv der Gesellschaft treffen, wird ebenso deutlich wie die Abschottung der Menschen gegeneinander: Wie die drei Affen wollen die Mieter in einem verdächtigen Haus nichts sehen, nichts hören und nichts sagen. Aber sie informieren sich durch die Medien und kommen zu dem Schluss, dass man der Welt da draußen nicht mehr trauen kann – was sie wiederum in ihrer verdrängenden Haltung bestärkt.

Immer wieder, fast in jeder zweiten Szene, spielen die Nachrichtenmeldungen und die Schlagzeilen der Stadt eine Rolle. Die Medien erzeugen einen ungeheuren Druck, unter dem die Polizei zu agieren hat. Inspector Insch nimmt die Verdächtigen nur zu gerne fest und quetscht sie aus, doch leider handelt es sich allzu oft um die Falschen. Dass Unschuldige freigelassen werden müssen, wirft wiederum kein gutes Licht auf die Effizienz seiner Truppe. Schon bald liegen die Nerven blank. Verräter in den eigenen Reihen werden gesucht, ja, sogar aus der schottischen Hauptstadt Edinburgh wird Hilfe geschickt: So als könnten die Cops von Aberdeen nicht mal ihren eigenen Hintern mit einer Landkarte finden.

Die Lynchjustiz ist nur ein weiterer Dreh an der Schraube der öffentlichen Reaktion auf die Sensationsgier und Panikmache der Medien, die damit ihre Auflagen steigern. Das macht es den Cops nur schwerer, den wahren Täter zu finden. Daran, ihm eine Falle zu stellen, ist überhaupt nicht mehr zu denken – Colin Miller hat schon alles ausposaunt. Doch wer ist seine Quelle, zerbricht sich McRae den Kopf. Bis es ihm voll Entsetzen wie Schuppen von den Augen fällt. Die Antwort stand stets direkt vor seiner Nase …

_Unterm Strich_

MacBrides Debütkrimi zeigt keinen souveränen Inspektor Rebus, der sowohl über Autorität wie auch Durchblick verfügt, sondern eine Polizeitruppe, die eben diesen Durchblick verzweifelt vermissen lässt. Hier ist ein vielköpfiges Netzwerk von Mitarbeitern am Werk, das sowohl unter den Unzulänglichkeiten der Ausbildung und des Menschseins leidet, aber dennoch unter dem Druck der Politik, der Justiz und vor allem der öffentlichen Meinung Glanzleistungen zu vollbringen hat. Als Folge rackert jeder so gut er oder sie eben kann, und es ist ein Wunder, wenn jemand wie McRae mal seine Ausbildung benutzt, um zwei und zwei zusammenzuzählen – und eine Lösung zu finden.

Dadurch, dass McRaes Truppe stets drei oder vier Fälle gleichzeitig zu lösen hat, entsteht ein ganz anderer Eindruck als in Ian Rankins Krimis, die ständig in McBrides Romanen auftauchen. Ian Rankin ist das abgelehnte Gegenbild zum eigenen Entwurf. Wer Rankin liebt, wird deshalb MacBride ablehnen: viel zu nah am Leben, viel zu blutig und grausam, viel zu verwirrend. Oder viel zu wahrhaftig? Vielleicht schafft es der Autor aus diesem Grund nie, über vier Sterne hinauszukommen.

In seinem Debüt ergeht sich der Autor noch in Rankin-typischen Natur- und Stadtbeschreibungen, um eine bestimmte Stimmung heraufzubeschwören. Im sechsten McRae-Krimi „Dark Blood“ ist dieses Element fast ganz verschwunden, zugunsten einer fast theaterhaften Inszenierung des kriminalistischen Geschehens. Doch das Markenzeichen dieser Krimis ist geblieben: der sarkastische Humor, der nicht nur von solchen Beschreibungen getragen wird, sondern nicht zuletzt auch von den Figuren selbst. Das macht die Romane zu unwiderstehlich und unterhaltsam.

Wer die Bücher im Original lesen will – wie ich – sollte über sehr gute Englischkenntnisse verfügen und sich mit dem in Kneipen gesprochenen Englisch auskennen, das man nicht im BBC-Fernsehen hört. Aber wer englische Seifenopern im Original versteht, der hat einen guten Ausgangspunkt.

|Taschenbuch: 592 Seiten
ISBN-13: 978-0007193141|
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