Schlagwort-Archive: Argon

[NEWS] Jay Kristoff – Nevernight. Die Prüfung

Mia Corvere ist ein Kind der Schatten, und sie kennt nur ein einziges Ziel: Rache an denjenigen zu üben, die ihre Familie hingerichtet haben. Ihre Feinde sind die mächtigsten Männer des Reiches – ein General, ein Konsul und ein Kardinal –, doch Mia ist zu allem entschlossen. Sie macht sich auf den Weg zur Enklave der Roten Kirche, einem geheimen Assassinenorden, um die Kunst des Tötens zu erlernen … (Verlagsinfo)

3 MP3-CDs
19 Std. Spieldauer
Sprecher: Robert Frank
argon

Val McDermid – Vergeltung

Spannend & blutig: Die Rache des Ausbrechers

Bisher galt dieses Gefängnis als absolut ausbruchsicher. Doch nach zwölf Jahren Haft gelingt Jacko Vance, einem perfiden Mädchenmörder, durch eine raffinierte, lange geplante Täuschung die Flucht. Jacko ist besessen von einem einzigen Gedanken: gnadenlose Vergeltung – an allen, die ihn hinter Schloss und Riegel gebracht haben. Vor allem aber an Carol Jordan und Tony Hill. Und er hat sich etwas Hinterhältigeres als deren Tod ausgedacht: Er will seine Feinde ins Mark treffen, ihnen ihr Liebstes nehmen. Seine ersten Opfer sind Carols Bruder und dessen Frau … (Verlagsinfo)

Die Autorin

Val McDermid – Vergeltung weiterlesen

[NEWS] John Katzenbach – Die Grausamen

Marta, ehemalige Drogenfahnderin, hat bei der Verfolgung eines Dealers versehentlich ihren Partner erschossen. Ihr Kollege Gabe hängt seit einer Familientragödie an der Flasche. Die beiden »Wracks« sind dem Polizeichef ein Dorn im Auge und werden in die Abteilung für Cold Cases abgeschoben. Beim Blättern in den Akten fällt Gabe der 20 Jahre alte Fall der verschwundenen Tessa auf. Kurz darauf stolpert er über vier Morde an jungen Männern, damals fast zur selben Zeit verübt. Die Taten wurden nie aufgeklärt – obwohl die zwei besten Ermittler des Dezernats damit befasst waren. Marta und Gabe forschen nach, doch je tiefer sie graben, desto größer werden die Widerstände, auf die sie stoßen … (Verlagsinfo)

Gekürzte Lesung auf 6 CDs
Laufzeit: ca. 7 Std.
Sprecher: Uve Teschner
argon

[NEWS] Susann Pásztor – Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster

»Wovor ich mich fürchte? Dass mein Leben irgendwie egal ist.«

Wie begegnet man einer Frau, die höchstens noch ein halbes Jahr zu leben hat? Fred glaubt, es zu wissen. Er ist alleinerziehender Vater und hat sich zum ehrenamtlichen Sterbebegleiter ausbilden lassen, um seinem Leben mehr Sinn zu geben. Aber Karla, stark, spröde und eigensinnig, arrangiert sich schon selbst mit ihrem bevorstehenden Tod und möchte nur etwas menschliche Nähe – zu ihren Bedingungen. Als Freds Versuch, sie mit ihrer Vergangenheit zu versöhnen, grandios scheitert, ist es nur noch Phil, sein 13-jähriger Sohn, der Karla besuchen darf. Doch dann trifft Hausmeister Klaffki in einer kritischen Situation die richtige Entscheidung – und verhilft Fred zu einer zweiten Chance. (Verlagsinfo)

Ungekürzte Lesung auf 6 CDs
Laufzeit: ca. 7 Std.
Sprecher: Heikko Deutschmann

[NEWS] Scott Bergstrom – Cruelty. Ab jetzt kämpfst du allein

Um deine Feinde zu besiegen, musst du so hart werden wie sie
Zehn Jahre ist es her, seit ihre Mutter ermordet wurde. Gwen verbringt den Todestag mit ihrem Vater. Dann reist er geschäftlich nach Paris. Tags darauf stehen zwei Unbekannte vor ihrer Tür. Sie erzählen eine unglaubliche Geschichte: Ihr Vater ist CIA-Agent. Und bei einem Einsatz spurlos verschwunden. Wurde er entführt oder wollte er sich absetzen? Die CIA stellt die Ermittlungen jedenfalls schnell ein. Gwen hat eine einzige Spur: den Namen seines letzten Kontaktmanns. Eine gefährliche Reise über mehrere Kontinente beginnt, dem Zentrum der Gefahr entgegen. Gwen erkennt: Wenn man seine Gegner besiegen will, muss man mindestens so hart und grausam werden wie sie. (Verlagsinfo)

Gekürzte Lesung auf 6 CDs
Laufzeit: ca. 7 Std.
Sprecherin: Anja Stadlober

[NEWS] Horst Evers – Der kategorische Imperativ ist keine Stellung beim Sex

Das Leben ist wunderbar, macht aber verdammt viel Arbeit
Wie können wir den mannigfaltigen Tücken des Daseins begegnen? Horst Evers macht den Alltagstest und erzählt Geschichten mitten aus dem Hier und Jetzt: Er verbessert fremde Sprachen derart, dass man sie versteht, ohne sie zu sprechen; entwickelt Sportarten, deren Ausübung man vor dem eigenen Körper geheim halten kann; lässt sich online massieren, und findet endlich sinnvolle Kompromisse für die respektvolle Smartphone-Nutzung während persönlicher Gespräche: »Ein Stirnband mit einer Halterung für das Smartphone des Partners. Sie trägt mein Telefon vor der Stirn, ich trage ihres vor der Stirn, und so können wir gleichzeitig Mails checken und uns trotzdem innig in die Augen schauen. Ist auch für die Körperhaltung besser.« (Verlagsinfo)

Ungekürzte Live-Lesung des Autors: 5 CDs
argon

[NEWS] Stephenie Meyer – The Chmemist. Die Spezialistin

Nach dem sensationellen Welterfolg ihrer »Twilight«-Serie mit weltweit über 155 Millionen verkauften Exemplaren nun der neue Ausnahme-Pageturner der Weltbestsellerautorin Stephenie Meyer – knallhart, kompromisslos und ultraspannend.

Sie hat für eine geheime Spezialeinheit der US-Regierung als Verhörspezialistin gearbeitet. Sie weiß Dinge. Zu viele Dinge. Deshalb wird sie jetzt selbst gejagt, bleibt nie länger an einem Ort, wechselt ständig Name und Aussehen. Drei Anschläge hat sie knapp überlebt. Die einzige Person, der sie vertraut hat, wurde umgebracht.
Doch jetzt hat sie die Chance, wieder ein normales Leben zu führen. Dafür soll sie einen letzten Auftrag ausführen. Was sie dabei herausfindet, bringt sie jedoch in noch größere Gefahr, macht sie verwundbar. Denn zum ersten Mal in ihrem Leben gibt es einen Mann an ihrer Seite, der ihr wirklich etwas bedeutet. Und sie muss alles dafür zu tun, damit sie beide am Leben bleiben – mit ihren ganz eigenen Mitteln …

Luise Helm, preisgekrönte Schauspielerin und Synchronsprecherin, ist die deutsche Stimme von Scarlett Johansson. Ihr feines Gespür für Charaktere und ihre hinreißend schöne Stimme machen sie zu einer sehr beliebten Hörbuchsprecherin, die auch Stephenie Meyer sofort überzeugt hat. (Verlagsinfo)

2 MP3-CDs
Spieldauer: 900 Min.
Sprecherin: Luise Helm
argon

Félix J. Palma – Die Landkarte des Himmels

_|Viktorianische Trilogie|:_

1 [„Die Landkarte der Zeit“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6708
2 _“Die Landkarte des Himmels“_
3 „Die Landkarte …“ (Titel steht noch nicht fest)

_Die Handlung:_

New York 1829: Der Forscher Jeremiah Reynolds bricht mit einem Expeditionsteam zum Südpol auf. Das Ziel ist die Entdeckung des Eingangs zum Mittelpunkt der Erde. Doch im Ewigen Eis macht die Mannschaft eine andere spektakuläre Entdeckung: ein Raumschiff. Kurz darauf werden die Expeditionsmitglieder von einem geheimnisvollen Wesen attackiert. Sie kämpfen, doch schon bald wächst die Gewissheit, dass der grausame und perfide Angreifer nicht von dieser Welt ist.

Einige Jahrzehnte später findet der Schriftsteller H. G. Wells – bekannt bereits aus „Die Landkarte der Zeit“ – in einem geheimen Saal des Londoner Naturkundemuseums den toten Außerirdischen, der durch einen Unfall wieder zum Leben erwacht. Die Invasion der Extraterrestren kann beginnen. Oder ist alles nur ein Spiel?
(Verlagsinfo)

_Das Hörerlebnis:_

Führte Félix J. Palma seine Charaktere und uns im ersten Teil seiner viktorianischen Trilogie mit der „Zeitmaschine“ von H. G. Wells aufs Glatteis, gehts diesmal um den „Krieg der Welten“, der anstehen soll. H. G. ist natürlich wieder mit dabei und er hat auch das Gefühl, dass er die Alien-Invasion aufhalten kann … wenn sie denn real ist … aber, es sieht verdammt danach aus! Und nicht nur Mr Wells ist wieder mit von der Partie, sondern auch Hauptmann Shackleton und „Zeitreisen“-Murray. Dass wenig bis nichts ist, wie es auf den ersten Blick scheint, das hat Palma uns ja in seiner „Landkarte der Zeit“ schon erleben lassen … von daher ist bei allem Geschilderten immer Vorsicht geboten.

Auf die gewohnt komplexe Art und Ausdrucksweise führt uns eine dritte Person spannend durch die Geschichte und die verschiedenen Handlungsstränge. Und wir können so manches Mal über die Hintergründe der Ereignisse grinsen und darüber, was denn nun wahr und was Fiktion ist oder über das, was für das eine oder andere halten. Dabei macht es immer wieder Spaß zu erleben, was sich Palma einfallen lässt, um die Alien-Gläubigen und auch gern mal die Hörer hinters Licht zu führen. Vereinigt er doch wieder einmal hervorragend klassische Erzählkunst, Fantasy, Science-Fiction mit Romantik und packt noch eine Alien-Invasion obendrauf.

Was das Ganze aber nun mit der Liebschaft von und zu der jungen Emma zu tun hat, der Besitzerin der „Landkarte des Himmels“, das erfährt der Hörer gerade soeben zu dem Zeitpunkt, als ihm dieser Handlungsfaden zu langweilig und unwichtig erscheint. Dann aber entpuppt sich auch diese kleine Geschichte als clever konstruierte und eingewebte Idee.

Stefan Kaminski nimmt den Hörer mit in die Welt von Félix J. Palma. Wer den ersten Teil der Trilogie bereits gehört hat, der kennt die langen Schachtelsätze und die altertümlich angehauchte Sprache schon, in der der Autor schreibt. Kaminski schafft es hier spielend, trotz langer Dauersätze, das Interesse des Hörer aufrechtzuerhalten. Mehr noch, durch seine einfühlsame Art, die Story vorzutragen, zieht der Sprecher ihn in diese Welt hinein. Und der wiederum lässt sich gern auf ein besonderes Abenteuer ein, voller Irrungen, Ver-Wirrungen und feinsinnigem Humor.

Und obwohl auch die Charaktere (und Aliens) aus Palmas Roman in „Jules-Verne-Deutsch“ sprechen, so gelingt es Kaminski auch hier, die Dialoge lebendig ins nostalgische Kopfkino des Hörers zu transportieren. Jeder bekommt seine eigene dezente Note verliehen und ist gut von den anderen Gesprächspartnern zu unterscheiden, ohne dass es unnatürlich klingt. Und so kann er auch jedes Gefühl, das sich in ihnen regt, glaubhaft und authentisch vermitteln … sogar in verschiedenen Lautstärken und Intensitäten.

_Der Autor und der Sprecher:_

|Félix J. Palma| wurde 1968 in Sanlúcar de Barrameda geboren und lebt heute in Sant Feliu de Guíxols an der Costa Brava. „Die Landkarte der Zeit“ wurde in zwanzig Sprachen übersetzt und war in vielen europäischen Ländern und in Amerika ein Bestseller.

|Stefan Kaminski| ist seit 2001 Ensemblemitglied am Deutschen Theater. In seinem Live-HörSpiel-Theater Kaminski ON AIR schlüpft er fließend in alle Rollen und verleiht Filmklassikern, Theater- und Opernstoffen ein neues Gewand. Für seine herausragende Arbeit als Hörbuchsprecher wurde er u. a. mit dem Deutschen Hörbuchpreis und dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet. (Verlagsinfos)

_Die Ausstattung:_

Die in schwarz gehaltenen und mit einem futuristischen Alien-Kampfläufer bedruckten CDs stecken in schwarzen Papierhüllen mit Sichtfenster und sind in einer stabilen Papp-Klappbox zusammengefasst.

Das mehrseitige Booklet ist ansprechend in „Weltraumblau“ gestaltet. Hier werden die vielen Charaktere der Geschichte nicht nur aufgezählt, sondern auch mit einer zusätzlichen Kurz-Info beschrieben. Des Weiteren gibt es noch Informationen dazu, wie viele Tracks auf den CDs sind und wie lang die Gesamtspieldauer der einzelnen CDs ist. Außerdem liegt noch ein Gesamtverzeichnis des Verlages bei.

_Mein Fazit:_

Wer weiß, was ihn bei Félix J. Palmas Trilogie erwartet, der wird hier eine Menge feinhumorigen Spaß haben und sich gern zusammen mit den an Marsmenschen glaubenden Terranern an der Nase herumführen lassen. Das gelingt Palma gekonnt mit Hilfe von Stefan Kaminski, der nicht nur die altertümliche Sprache und die verschachtelten Sätze mit glaubhaftem Leben füllt, sondern auch die Charaktere authentisch auf die klassische Kopfkinoleinwand des Hörers projiziert. Manchmal ist hier der Weg das Ziel und es ist ein Genuss, den Ausführungen Kaminskis zu lauschen, auch wenn er grad die Story nicht weiter voranzutreiben scheint. Und wenn dann tatsächlich echte „Marsmenschenmonster“ auftreten, dann wirds sogar richtig spannend und teilweise schockierend.

Ein wenig „Men in Black“, ein wenig „Akte X“, ein wenig sehr viel „Invasion of the Body Snatchers“ und „The Thing“, aber nett entlehnt und nicht dreist in die eigene Story eingearbeitet. „Die Landkarte der Zeit“ ist ein rundum gelungenes und sehr kurzweilig klassisches Abenteuer, das dem Vorgänger in nichts nachsteht. Das macht Lust auf den dritten Teil der Reihe, weil hier nicht nur eine plötzliche Wendung geboten wird, die alles bislang gehörte auf den Kopf stellt, sondern mehrere.

|Gekürzte Lesung auf 9 Audio-CDs
Gesamtspielzeit: 10:11 Std., aufgeteilt auf 113 Tracks
Originaltitel: El mapa del cielo
Aus dem Spanischen von Willi Zurbrüggen
ISBN-13: 978-3-8398-1186-3|
http://www.argon-verlag.de

Julie Cross – Sturz in die Zeit (Tempest 1)

_|Tempest|-Trilogie:_

Band 0: „Tomorrow is Today“ (kostenlose Prequel-Kurzgeschichte, ohne dt. Übersetzung)
Band 1: _“Sturz in die Zeit“_
Band 2: „Vortex“ (15.01.2013)
Band 3: – angekündigt –

_Die Handlung:_

Jackson Meyer, Student in New York, hält sich für einen ganz normalen Neunzehnjährigen, bis er zufällig feststellt: Er kann für ein paar Stunden in der Zeit zurückreisen. Alles ist nur ein harmloser Spaß, bis eines Tages die Katastrophe passiert: Zwei Fremde überfallen ihn und seine Freundin Holly – und erschießen Holly. In seiner Panik stürzt Jackson in die Vergangenheit und landet plötzlich zwei Jahre vor dem Ereignis. Von da an hat er nur eines im Sinn: zurückzukommen und Holly zu retten. Er wird ALLES dafür tun. ALLES – für seine große Liebe. (Verlagsinfo)

_Mein Eindruck:_

So dramatisch sich der Klappentext liest, so plastisch lässt die Autorin den Leser die Situation auch empfinden. Zwar ist der Roman aus der von nur wenigen Lesern geschätzten Ich-Perspektive des Protagonisten Jackson heraus geschrieben, das hat aber den Vorteil, dass man emotional viel mehr mit eingebunden ist. Denn durch den flüssigen Erzählstil und die gut gelungene Übersetzung fliegt der Leser geradezu durch die Tracks und mit Jackson zusammen durch die Zeit. Und so haben wir keinen Info-Vorsprung und auch nur die Puzzleteile zur Verfügung, die Jackson in der Vergangenheit sammelt und müssen zusammen mit ihm die seltsamen Umstände klären, die zu dem Schuss auf Holly geführt haben.

Denn, je mehr Jackson in der Vergangenheit bohrt, desto komplexer wird die ganze Geschichte. Das war nicht einfach nur ein Einbruch, der schiefgelaufen ist, irgendwas ist da faul. Und nicht nur das, plötzlich wird ihm sogar sein eigener Vater suspekt. Jackson ist verwirrt, der Hörer ist verwirrt, aber beide sind extrem gespannt darauf, was er als Nächstes herausfinden wird. Denn es ist recht schnell nicht einfach nur noch eine Liebesgeschichte, eine Zeitreisegeschichte oder eine Wer-hats-getan-Geschichte, es ist viel mehr und vermischt sich zu einem wirklich fesselnden, spannenden und clever durchdachten Konstrukt.

Auch ist es spannend für den Leser, die Liebesgeschichte zwischen Holly und Jackson selbst für ihn neu zu erleben. Am Anfang des Hörbuches sind sie bereits ein Paar, nach seinem Sprung in die Vergangenheit lernen sie sich wieder neu kennen. Aber unter anderen Umständen und Voraussetzungen.

Und immer bevor die Lesung zu einer Teen-Schnulze werden kann, werden Jackson und der Hörer wachgerüttelt und an die seltsamen Dinge erinnert, in die sein Vater verstrickt zu sein scheint. Wer sind die Männer, die Holly im Jahr 2009 erschießen werden? Warum hat Jackson diese Fähigkeit? Warum erkennen ihn in der Vergangenheit andere, die genau zu wissen scheinen, wer und was er ist und woher er kommt … gibt es noch andere wie ihn? Was hat die CIA damit zu tun? Wer sind die „Feinde der Zeit“? Was ist TEMPEST? Diese und noch viel mehr Fragen werden aufgeworfen. Die meisten werden auch beantwortet.

Er ist verwirrend, er ist spannend, er ist romantisch, er ist gefährlich, er ist zärtlich und schüchtern, er ist schnell und gewalttätig und vor allem raubt dieser Roman seinen Hörern Zeit, denn die fliegt beim Hören nur so dahin, aber sie wird gern geopfert … den Sprecher kann man ja auch schlecht zur Eile antreiben, wenns grad mal wieder richtig spannend wird.

Das Einzige, was mich ein wenig genervt hat, war die Herumreiterei auf dem Altersunterschied zwischen den beiden im Jahr 2007, als wäre er 50 und sie 12. Da merkt man, dass das Buch unter „amerikanischen Umständen“ geschrieben wurde. Bei uns würde und könnte niemand etwas dagegen haben, dass ein 19-Jähriger eine 17-jährige Freundin hat. Im Buch wird es von Jackson selbst so tabuisiert als wäre es Kinderschändung. Für deutsche Verhältnisse absolut nicht nachvollziehbar und an jeder Stelle des Hörbuches für einen kopfschüttelnden Stirnrunzler gut.

Auch die Liebesgeschichte selbst ist keine normale Boy-meets-Girl-Story, denn eigentlich ist Jackson ein Player, der erst spät … vielleicht sogar zu spät … zu schätzen weiß, was er an Holly hatte und auch an seiner verstorbenen Schwester, es ihr aber nie gesagt hat. Alles Gefühle, die unter die Haut gehen, ihm und dem Hörer, denn plötzlich bekommt Jackson durch seine Fähigkeit die Chance etwas zu tun … kann er die Vergangenheit vielleicht doch verändern, um die Zukunft neu zu schreiben?

|Zeitreisen für Autoren, die es sich leicht machen wollen … oder?|

Werden beim Hören schnell Erinnerungen an „Und täglich grüßt das Murmeltier“ wach, was in der Story selbst auch als Vergleich herangezogen wird, so erinnert die gefühlvolle Dramatik an „Die Frau des Zeitreisenden“ und die Action an „Jumper“. Und jetzt kommt der Teil mit dem „sich etwas leicht machen“: Jacksons Sprünge haben keinerlei Auswirkungen … weder auf die in der Vergangenheit besuchten Personen noch auf die Geschichte der Welt. Einzig sein Wissen verändert sich durch die Besuche in der vergangenen Zeit, weil er eher zu Recherchezwecken hin- und herspringt.

Und auch sein MIT-schlauer Freund Adam, der sich genauso wie seine im echten Leben bereits verstorbene Schwester irgendwie ein wenig fix davon überzeugen lässt, dass Jackson wirklich aus der Zukunft stammt, kann nicht wirklich mit für den Hörer befriedigenden Antworten aufwarten, was die fehlenden Zeitparadoxe betrifft. Es gibt halt keine.

Auch muten die Sprünge selbst ziemlich merkwürdig an. Dass er springt, ist ja ok und spannend … aber, wieso ist er dann körperlich weiterhin die ganze Zeit über in seiner „Homebase“, dem Platz, von dem aus er springt? Schließlich taucht er ja nicht als beobachtender Geist in der Vergangenheit auf, sondern physisch und er kann auch mit anderen Leuten interagieren. Die aber, wie bereits erwähnt, erinnern sich praktischerweise an nichts mehr, sobald Jackson wieder in seiner „Homebase“ angekommen ist.

Und ab der Mitte des Hörbuches wird dann auch diese Meinung des Lesers durch den weiteren Storyverlauf zwangsredigiert und Logiklücken werden geschlossen. Denn auch das Zeitspringen selbst ist nicht so einfach und unkomplex, wie man dachte … und das ist gut so und erhöht ab diesem Punkt den Spannungsbogen noch mal erheblich, weil die Autorin an der Action-Schraube dreht und Jackson immer mehr über sich und seine Vergangenheit herausfindet.

|Das Prequel|

Wer des Schul-Englischen mächtig ist, der kann und sollte sich im Internet kostenlos die Prequel-Teaser-Kurzgeschichte „Tomorrow is Today“ als Nachschlag zum Buch downloaden. Diesen hat die Autorin vor der Veröffentlichung des Buches in den USA unter das Internet-Volk gestreut. Diese Seiten hätten sich auch prima als Vorgeschichte in der deutschen Ausgabe von TEMPEST gemacht, sind hier aber leider auch nicht im Hörbuch enthalten oder anderweitig als Übersetzung im Angebot des Verlages gelandet. In einer anderen Zeitleiste sind sie es bestimmt!

Eine deutsche Version liegt vor, sie durfte nur aufgrund der Kostenlosigkeit des Originals nicht zusammen mit dem Buch verkauft werden. Sie ist als herunterladbare PDF-Datei in das Gewinnspiel eingebaut worden. Bis man sie aber findet, muss man einige Stationen auf der Rätselreise hinter sich gebracht haben.

|Das Hörerlebnis|

Matthias Koeberlin gelingt es, den Hörer schon innerhalb der ersten Minuten in die Story hineinzuziehen. Die Autorin bietet ihm dafür eine gute Vorlage und er füllt sie mit seiner lebendigen Vortragsweise mit einer Menge Leben.

Beschreibende Szenen, Dialoge zwischen den Charakteren, Zeitsprünge, Romantik, gute und böse Männer und Frauen … alles und alle klingen authentisch und wie erlebt erzählt und nicht vom Skript abgelesen. Dabei muss Koeberlin seine Stimme nicht großartig verstellen, er schafft das durch Variation des Vorlesetempos. Wobei er mir für meinen Geschmack manchmal aus dramaturgischen Gründen ein wenig zu lange pausiert, auch gern mal mitten im Satz. Und an einigen Stellen hätte es gern noch ein wenig mehr Feuer und vor allem Schauspiel vor dem Mikro sein dürfen. Aber da mosere ich schon auf einem Niveau, auf das viele andere Sprecher bei ihren Lesungen gar nicht erst kommen.

|Die Ausstattung|

Die blau bedruckte MP3-CD steckt in einem stabilen Digipac. Die 135 MP3-Dateien tragen lediglich die Tracknummern als Namen. Zusätzlich finden wir auf der CD noch zwei versteckte Dateien, die wohl aus Versehen mit auf die Scheibe geraten sind und als Erstellungsdatum den „15.07.2004“ tragen. Ein zusätzliches Schmankerl aus der Vergangenheit für Zeitreise-Fans?

Die Qualität der MP3s ist mit 128 Kbps und 44.1 kHz für eine Lesung ok. Wenn der Verlag eine höhere Qualität gewählt hätte, um penible Qualitätsjunkies mit 192 oder 320 Kbps zufriedenzustellen, dann hätte die Lesung nicht auf eine CD gepasst.

Im ID3-Tag der MP3s finden wir die Namen der Autorin und des Sprechers sowie den Titel des Hörbuchs. Ein Cover, das sich auf Playern der iPod-Touch-Generation immer nett im Display macht, gibts an dieser Stelle auch zu sehen.

Im und am Digipac finden wir kurze Infos zu Julie Cross und Matthias Koeberlin sowie einen Kurzkommentar des Sprechers. Ein Klappentext und technische Infos zu dem Titel fehlen auch nicht. Als Booklet gibt der Verlag ein Gesamtverzeichnis seiner lieferbaren Titel mit dazu.

_Die Autorin und der Sprecher_

|Julie Cross| wurde in Heidelberg geboren und lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in Illinois, in der Nähe von Chicago. Dies ist ihr erster Roman.

|Matthias Koeberlin| ist ein beliebter Film- und Fernsehschauspieler, der als Sprecher in zahlreichen Hörbüchern, wie z. B. in Mario Giordanos „Apocalypsis“, für atemlose Spannung sorgt. (Verlagsinfos)

_Mein Fazit:_

Eine Lovestory mit Zeitreiseaspekten ist zwar nicht neu, diese hier hat aber ihre eigene Dramatik und entwickelt ihre ganz eigene Dynamik. Denn auch wenn Jackson in der Vergangenheit (erstmal) nichts verändern kann, so wird sein eigenes Leben verändert, denn wenig scheint tatsächlich so zu sein, wie Jackson es beim ersten Erleben gedacht hat.

Matthias Koeberlin nimmt seine Hörer vom ersten Track an mit auf diesen Freifall und fesselt sofort an die Story. Lebendig vorgetragen, fast wie selbst erlebt, lässt er diese Young-Adult-Zeitreise-Action-Romanze auf der Kopfkinoleinwand des Hörers entstehen, der hier das Glück hat, alles ungekürzt und ungeschnitten erleben zu dürfen. Eine extra lange Vorstellung, ohne Aufpreis, aber mit einem gehörigen Mehrwert an Hörspaß.

„Sturz in die Zeit“ ist ein romantisch packender Zeitsprung-Teen-Action-What-the-f-Pageturner, der schnell fesseln kann und eine ganz besonders emotionale Spannung aufbaut. Die nimmt sogar ab Mitte der Lesung immer weiter zu und lässt seine Hörer am Ende aufgewühlt, traurig, freudig und vor allem neugierig auf die Fortsetzung zurück. Der nächste Band der Trilogie steht absolut auf meiner Liste.

|1 MP3-CD mit 135 Tracks
Laufzeit: 12:06 Std. (ungekürzt)
Originaltitel: Tempest
ISBN-13: 978-3-8398-4029-0|
http://www.argon-verlag.de
http://www.sturz-in-die-zeit.de
http://juliecross.blogspot.de

Chevy Stevens – Never knowing – Endlose Angst

_Die Handlung:_

Kurz vor ihrer Hochzeit erfährt die adoptierte Sara etwas Unfassbares: Ihr leiblicher Vater ist ein berüchtigter Serienkiller. Seit über 30 Jahren geht er jeden Sommer auf die Jagd – nach Frauen. Er ist einer der meistgesuchten Verbrecher des Landes. Mit Hilfe der Therapeutin Nadine versucht Sara, mit ihren Ängsten fertigzuwerden: Hat sie mehr von ihrem Vater geerbt, als sie sich eingestehen will? Doch bald wird klar, dass es Schlimmeres gibt, als herauszufinden, dass dein Vater ein Serienkiller ist – nämlich dass er Teil deines Lebens werden will … (Verlagsinfo)

_Mein Eindruck:_

Wer den Erstling von Chevy Stevens genossen hat, der wird sich sicher auf den zweiten Roman von ihr gefreut haben. Und auch der Hörbuch-Fan wird mit Wohlwollen zur Kenntnis genommen haben, dass auch das zweite Buch von Laura Maire gelesen wird, die beim Vorgänger bereits überzeugen konnte.

Sofort fällt auf, dass wir es hier wieder mit Therapiesitzungen zu tun haben, wie schon bei „Still missing“, dieses Mal sind es 24. Das muss pauschal ja nichts Schlechtes sein, könnte aber von Einfaltslosigkeit zeugen. Wir lernen Sara direkt in dem Moment kennen, als sie bei ihrer Therapeutin ist und erzählt. Alles geht ein wenig langsam los, weil die Autorin den Hörer offenbar langsam an das Gefühlsleben der Frau heranführen möchte. Als Adoptivkind möchte sie nämlich gern wissen, wer ihre Eltern waren oder vielleicht noch sind.

Das mag jetzt vielleicht nicht jeden interessieren, der auf dem Klappentext von einem Serienkiller und „Endlose Angst“ gelesen hat. Dennoch schafft es die Autorin die Suche interessant genug zu gestalten und die Protagonistin so gefühlvoll zu zeichnen, dass der Hörer eine Verbindung zu ihr aufbaut. Und nachdem sie nach einer halben Stunde Hörzeit auf ihre Mutter trifft, die nichts mit ihr zu tun haben möchte, wird es langsam spannend und man ist voll und ganz zum Reisegefährten von Sara geworden und möchte sie bei ihrer Suche begleiten.

Leicht verwirrend für den Hörer der Lesung sind die nicht kenntlich gemachten Sprünge zwischen dem Erzählstrom von Sara, wenn sie über ihre Erlebnisse erzählt und die kurzen Passagen, in denen sie zu ihrer Therapeutin spricht. Das geht direkt ineinander über, hin und her wie bei einer echten Therapiesitzung. Da kann man leicht durcheinanderkommen, wenn man nicht genau aufpasst. Ich gehe davon aus, dass dies im Buch wenigstens durch einen Absatz gekennzeichnet wurde.

Extrem gut gelungen ist es der Autorin auch, die Spannungskurve immer steiler werden zu lassen, ganz ohne detaillierte Opfer-Beschreibungen. Die hätte man gut einbauen können, schließlich ist Saras leiblicher Vater der „Campside Killer“. Während andere Autoren auf Schockmomente setzen, indem sie dem Hörer haarklein die zerteilten Körper beschreiben, kommt Chevy Stevens komplett ohne so etwas aus. Und das macht es eigentlich noch schlimmer, das ist „Psycho“ und nicht bloß „Thriller“.

Auch der Kontakt zu ihrem Vater, der zu Stande kommt, obwohl der Hörer es ihr eigentlich ersparen möchte, geht unter die Haut. Die Zusammenarbeit mit der Polizei beruhigt da auch nicht, im Gegenteil. Wie bei „Still missing“ ist es nicht vorbei, wenn man glaubt, es sei vorbei. Und immer wieder legt man sich im Kopf Theorien zurecht, die dann doch nicht stimmen. Chevy Stevens unterhält nicht nur mit „Never Knowing – Endlose Angst“, sie überrascht. Und das nicht nur einmal.

_Das Hörerlebnis:_

Laura Maire schafft es auch diesmal wieder innerhalb weniger Sätze, den Hörer zu fesseln. Ihre Stimmfarbe passt perfekt zum Stil der Autorin und ihre Art zu lesen passt auch diesmal wieder perfekt zur Protagonistin. Ihre Stimme, die sie leicht und schnell ins Brüchige, Ängstliche oder Verwirrte verschieben kann, beschreibt in jeder Sekunde das Gefühlsleben von Sara und gibt dem Hörer einen intensiven und besorgniserregend guten Einblick in ihre Psyche.

Das führt dazu, dass der Hörer bei dem intensiven Erlebnis und der sich langsam aufbauenden Spannung der Romanvorlage nicht nur neben Sara steht oder die Rolle ihrer Therapeutin einnimmt, zu der sie spricht, sondern oftmals ihre Gefühle sogar teilt.

Auf Musik, Klangteppiche oder sonstige Effekte hat der Verlag bei dieser Lesung komplett verzichtet. Das lässt die Sprecherin durch ihre Leistung aber auch nicht vermissen.

Was mich allerdings ein wenig gestört hat, waren zu viele Höhen, die dem Hörer unangenehm ins Ohr zischen. Jedes „s“ ist zu scharf und jedes „t“ klingt zu hart. Wenn man dies allerdings am Abspielgerät nachregeln kann, ist das auch in den Griff zu bekommen.

|Die Aufmachung:|

Die sechs schlichten, dunkelgrün bedruckten CDs stecken in einer Jewel-Case-Box und sind mit weißer Schrift bedruckt. Auf ein Booklet wurde verzichtet. Stattdessen sind die Infos zu den Tracks, in diesem Fall die Nummern der Therapiesitzungen auf die Innenseite des rückwärtigen Covers gedruckt. Auf der Rückseite der Front sind zudem noch die Namen der an dieser Produktion Beteiligten aufgeführt. Infos zu Autorin und Sprecherin findet man auf der Rückseite des Jewel-Case‘. Dazu legt der Verlag noch ein Programm seiner Hörbücher bei.

_Die Autorin:_

Chevy Stevens ist auf einer Ranch auf Vancouver Island aufgewachsen. Sie arbeitete einige Jahre als Immobilienmaklerin und kam während der einsamen Wartezeiten bei Open-House-Besichtigungen auf die Idee zu ihrem ersten Thriller „Still Missing – Kein Entkommen“. Der Roman wurde sofort zu einem internationalen Bestseller. Die Autorin lebt mit ihrem Mann auf Vancouver Island vor der kanadischen Westküste. (Verlagsinfo)

_Die Sprecherin:_

Laura Maire ist eine deutsche Schauspielerin und Sprecherin, die u. a. in „Verdammt verliebt“, „alphateam“ und „Die Rosenheim-Cops“ im deutschen Fernsehen zu sehen war. Als Sprecherin wirkte sie 2006 in der Radio-Produktion „Das Gespenst von Canterville“ mit und als Marie in „Krieg der Knöpfe“ 2007. Im Kino ist sie als dt. Stimme von Alice Cullen (gespielt von Ashley Greene) in „Twilight – Bis(s) zum Morgengrauen“ zu hören. (Verlagsinfo)

_Mein Fazit:_

Die Spannung baut sich etwas langsam auf, bekommt dadurch aber mehr Zeit, unter die Haut des Hörers zu kriechen, wo sie sich dann festsetzt. Laura Maire transportiert das Gefühlsleben der Protagonistin perfekt ins Ohr des Hörers und garantiert ein intensives Hörerlebnis. Wieder ein spannender Volltreffer der Autorin und die richtige Sprecherwahl des deutschen Verlags.

|6 Audio-CDs mit 50 Tracks
Gesamtspielzeit: 6:51 Min.
Originaltitel: Still Missing
Aus dem Amerikanischen von Maria Poets
Gelesen von Laura Maire
ISBN: 978-3839811269|
[www.argon-verlag.de]http://www.argon-verlag.de

_Chevy Stevens bei |Buchwurm.info|:_
[„Still missing – Kein Entkommen“ (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6927

S. J. Watson – Ich. Darf. Nicht. Schlafen

_Die Handlung:_

Ohne Erinnerung sind wir nichts. Stell dir vor, du verlierst sie immer wieder, sobald du einschläfst. Dein Name, deine Identität, die Menschen, die du liebst – alles über Nacht ausradiert. Es gibt nur eine Person, der du vertraust. Aber erzählt sie dir die ganze Wahrheit? Als Christine aufwacht, ist sie verstört: Das Schlafzimmer ist fremd, und neben ihr im Bett liegt ein unbekannter älterer Typ. Sie kann sich an nichts erinnern. Schockiert muss sie feststellen, dass sie nicht Anfang zwanzig ist, wie sie denkt, sondern 47, verheiratet und seit einem Unfall vor vielen Jahren in einer Amnesie gefangen. Jede Nacht vergisst sie alles, was gewesen ist. Sie ist völlig angewiesen auf ihren Mann Ben, der sich immer um sie gekümmert hat. Doch dann findet Christine ein Tagebuch. Es ist in ihrer Handschrift geschrieben – und was darin steht, ist mehr als beunruhigend. Was ist wirklich mit ihr passiert? (Verlagsinfo)

_Mein Eindruck:_

Beim Klappentext fühlte ich mich sofort an die Filme „Memento“ und „50 erste Dates“ erinnert. Dennoch war ich interessiert, weil ich auf diese Thematik schon länger nicht mehr gestoßen bin und sehen wollte, wie der Autor sie in seinem Erstlingswerk angeht. „Memento“ hat er nach eigenen Angaben tatsächlich gesehen, aber seine Inspiration zu dem Buch kam durch eine tatsächliche Geschichte, von der er gelesen hatte. Ein Mann hatte nach einem chirurgischen Eingriff, der seine Epilepsie heilen sollte, die Fähigkeit zur Erinnerungsbildung verloren.

Ich hätte nicht erwartet, dass mich die Geschichte, bei dieser recht simplen Prämisse, so stark in seinen Bann ziehen würde. Vor allem tat sie das unglaublich schnell. Wenn ich die Buchausgabe vor mir gehabt hätte, dann hätte ich mein Lesetempo stetig gesteigert, weil ich wissen wollte, wie es weitergeht und vor allem, wie es überhaupt zu der Amnesie gekommen ist.

So war ich Andrea Sawatzki ausgeliefert und das war ich gern. Schon mit den ersten Sätzen hatte sie mich an die Geschichte gefesselt. Verstört, verängstigt, verärgert, verzweifelt, verwirrt … die Sprecherin transportiert die Gefühle der Protagonistin von der ersten Sekunde an perfekt ins Ohr des Hörers. Die Leinwand im Kopfkino wird hell und die Spannung lässt den Hörer nicht mehr los.

Die Geschichte ist in drei Teile aufgesplittet, alle werden aus Sicht von Christine erzählt, sodass der Hörer auch nicht mehr weiß als sie. Der erste Teil spielt im Jetzt, direkt nachdem Christine (mal wieder) ohne Erinnerung an die letzten Jahre aufgewacht ist und befasst sich mit ihren ersten verwirrten Stunden in einem Leben und einem Körper die ihr fremd sind. Das dauert etwa 50 Hör-Minuten. In den nächsten Stunden bekommen wir 14 Tage aus ihrem Tagebuch erzählt, das sie für sich selbst angelegt und vor ihrem Mann versteckt hat. Wieso sollte sie das tun? Das fragt sich nicht nur der Hörer, sondern sie sich auch selbst! Mit dem Wissen des Tagebuchs gehts dann für den Hörer und die Protagonistin wieder zwei Stunden lang zurück ins Jetzt und in den Endspurt, der vor Spannung kaum zu ertragen ist.

Ich hatte erwartet, dass der Tagebuch-Teil ein wenig langweiliger wird, grad, weil er so lang ist. Aber im Gegenteil. Das Tagebuch wird von Andrea Sawatzki genauso spannend gelesen wie der Jetzt-Teil. Immer wenn sich ein Hauch von Langeweile einschleichen will, wirft der Autor ein Info-Bröckchen ins Ohr des Hörers und schon ist die Spannung wieder auf 100%. In keiner Sekunde ihres Vortrags hat der Hörer einen Zweifel daran, dass hier die Frau spricht, die immer und immer wieder ihr Gedächtnis verliert. Beängstigend gut schafft Sawatzki es, nicht nur die Verwirrung, sondern auch die immer weiter ansteigende Spannung und innere Unruhe authentisch und lebendig zu erhalten und gemäß der Vorlage sogar weiter zu steigern..

|Der Erfolg des Erstlings:|

Dieses Buch ist das Produkt eines Autoren-Kurses „Wie man ein Buch schreibt“. Den hatte der Autor im Jahr 2009 besucht. Am letzten Abend des Kurses traf er auf eine Literaturagentin und der Rest ist Erfolgsgeschichte. Mittlerweile sind die Rechte an dem Buch nicht nur in 37 Länder verkauft worden, sondern die Filmrechte auch an den bekannten Regisseur Ridley Scott. Die Dreharbeiten sollen noch dieses Jahr beginnen.

_Der Autor:_

S. J. Watson wurde in den Midlands geboren, lebt in London und hat viele Jahre für den staatlichen britischen Gesundheitsdienst (NHS) gearbeitet. 2008 wurde S. J. Watson in das Studienprogramm Kreatives Schreiben der Faber Academy aufgenommen. „Ich. Darf. Nicht. Schlafen.“ erscheint weltweit in über 30 Sprachen. (Verlagsinfo)

_Die Sprecherin:_

Andrea Sawatzki begeistert ihr Publikum mit Filmen wie „Das Experiment“ oder „Die Manns – Ein Jahrhundertroman“. 2005 erhielt sie den Adolf-Grimme-Preis für Ihre Rolle als Tatort-Kommissarin. Ihre einzigartige Stimme, für die sie 2009 mit dem Deutschen Vorlesepreis ausgezeichnet wurde, hat sie bereits vielen Hörbuchbestsellern geliehen. (Verlagsinfo)

_Die Ausstattung:_

Das Hörbuch hat ein schlichtes blaues Cover mit einem gebogenen Schriftzug, neben dem ein dicker Falter abgedruckt ist, der an „Das Schweigen der Lämmer“ erinnert. Die CDs, die in einem dicken Jewel-Case stecken, sind mit dem gleichen Blau bedruckt, aber ohne zusätzliches Bild. Im Inneren finden wir ein Tracklisting mit den Titeln der Buchkapitel und den entsprechenden Tracks der CDs. Ein Booklet gibt es nicht. Stattdessen hat der Verlag ein dickes Verlagsprogramm mit in die Box gelegt.

Auf der Rückseite der Box finden wir noch Bilder von Autor und Sprecherin und ein paar Infos zu ihnen.

_Mein Fazit:_

Eine einfache Grundidee, überragend spannend erzählt. Gepaart mit einer beängstigend guten Sprecherleistung fesseln Autor und Sprecherin den Hörer gnadenlos an die Geschichte, die genialerweise in gut acht Stunden keinen Funken Langeweile aufkommen lässt. Stattdessen wird der Spannungsbogen immer weiter gespannt. Selten habe ich meinen Alltag für ein Hörbuch so stark eingeschränkt, weil ich unbedingt weiterhören musste.

|6 CDs mit 87 Tracks
Spieldauer: 7:48 Std.
Gelesen von Andrea Sawatzki
Originaltitel: Before I Go To Sleep
ISBN-13: 978-3839811054|
[www.argon-verlag.de]http://www.argon-verlag.de

Chevy Stevens – Still missing – Kein Entkommen

Die Handlung:

Ein ganz normaler Tag, ein ganz normaler Kunde mit einem freundlichen Lächeln. Doch im nächsten Moment liegt die junge Maklerin Annie O’Sullivan betäubt und gefesselt in einem Lastwagen. Als sie erwacht, findet sie sich in einer abgelegenen, schallisolierten Blockhütte wieder. Ihr Entführer übt die absolute Kontrolle über sie aus. Ein endloser Albtraum beginnt … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Wenn ein Autor mit seinem Erstling bei nur einem Agenten und nur einem Verlag vorstellig werden muss, um einen Deal über drei Bücher zu bekommen, dann hat er entweder gute Beziehung oder sein Manuskript ist einfach verdammt gut. In diesem Fall gehe ich davon aus, dass Chevy Stevens keine Beziehungen hatte, denn ihr Psycho-Thriller ist wirklich richtig gut. Und der lässt sich auch verkaufen, ohne zu wissen, dass Frau Stevens auch noch verdammt gut aussieht.

Aber, wie spannend kann ein Roman sein, der aus der Perspektive einer Entführten erzählt, nachdem sie längst wieder in Freiheit ist? Ich meine, sie hat es überlebt, da kann doch keine Spannung aufkommen, oder? „Ein Entführungsopfer erzählt seinem Psychiater, was es erlebt hat“. So hätte die Zusammenfassung des Romans lauten können … dachte ich. Zum Glück kam es doch ganz anders. Denn weder sie noch der Leser weiß, warum sie überhaupt entführt wurde und von wem und das ist viel spannender , als es sich anhört.

Schon nach den ersten Sätzen ist der Hörer so interessiert, dass er vollkommen vergisst, dass eigentlich ein paar Stunden Langeweile auf ihn warten sollten, weil alles, was beschrieben wird, in der Vergangenheit liegt. Dies ist nicht so. Der Stil von Stevens geht unter die Haut. Die teilweise zynischen und dunkel-humorigen Beschreibungen der Entführten und dessen, was sie in ihrem Jahr in der Gewalt des „Psychos“, wie sie ihn nennt, erleiden musste, ließ mich einfach nicht los.

Ich frage mich, ob Psychiater alles Mitgefühl abschalten, damit sie solche Schilderungen nicht an sich heranlassen und den professionellen Abstand wahren können. Oder ob sie nicht manchmal still in sich hinein bitten: „Es ist gut, bitte nicht weitererzählen!“ Dem Hörer fällt es auf jeden Fall schwer, Abstand zu halten. Oftmals möchte man auch einfach nur Abschalten, um einfach mal frei durchzuatmen, bevor es wieder in die beklemmende Geschichte zurückgeht.

Und als Annie dann auch noch herausfindet, warum sie eigentlich entführt worden ist, wird alles noch schlimmer für sie.

Das Hörerlebnis:

Laura Maire schafft es innerhalb weniger Sätze, den Hörer zu fesseln. Ihre Stimmfarbe passt perfekt zum Stil der Autorin. Endlich mal eine Sprecherin, die nicht diese unfassbar künstliche und unnatürlich überdeutliche Schauspielschulaussprache zeigt, bei der man sich den Kiefer ausrenkt, sondern eine der Geschichte angepasste. Das macht es dem Hörer noch leichter, in die Story einzutauchen und Kontakt zu Annie aufzunehmen.

Von Lebendig und natürlich bis zickig, ängstlich oder einfach nur verzweifelt … Laura Maire bietet das gesamte Spektrum an Gefühlen, mit denen es die Protagonistin zu tun hat. Ich habe bislang noch keine Hörbuch-Sprecherin getroffen, der ich so gern zugehört habe, auch wenn das, was sie erzählt, schrecklich ist.

Auf Musik, Klangteppiche oder sonstige Effekte hat der Verlag bei dieser Lesung komplett verzichtet. Das lässt die Sprecherin durch ihre Leistung aber auch nicht vermissen.

Was allerdings stört, ist die Aufnahme selbst. Zu viele Höhen zischen dem Hörer unangenehm ins Ohr. Jedes „s“ ist zu scharf und jedes „t“ klingt zu hart. Wenn man dies allerdings am Abspielgerät nachregeln kann ist das auch in den Griff zu bekommen.

Die Sprecherin:

Laura Maire ist eine deutsche Schauspielerin und Sprecherin, die u. a. in „Verdammt verliebt“, „alphateam“ und „Die Rosenheim-Cops“ im deutschen Fernsehen zu sehen war. Als Sprecherin wirkte sie 2006 in der Radio-Produktion „Das Gespenst von Canterville“ mit und als Marie in „Krieg der Knöpfe“ 2007. Im Kino ist sie als dt. Stimme von Alice Cullen (gespielt von Ashley Greene) in „Twilight – Bis(s) zum Morgengrauen“ zu hören.

Die Aufmachung:

Sechs schlichte, orangefarbene CDs in einer Jewel-Case-Box mit schwarzer Schrift bedruckt. Auf ein Booklet wurde verzichtet. Stattdessen sind die Infos zu den Tracks und deren Namen auf die Innenseite des rückwärtigen Covers gedruckt. Auf der Rückseite der Front sind zudem noch die Namen der an dieser Produktion Beteiligten aufgeführt. Infos zu Autorin und Sprecherin findet man auf der Rückseite des Jewel-Case‘.

Auch wenn ein CD-Player keine Augen hat und der Hörer die CDs während des Hörens eh nicht sieht, hätte ich eine Fortsetzung des interessanten Cover-Motivs auf den CDs schöngefunden.

Mein Fazit:

Ein packender Psycho-Thriller, der seinem Genre alle Ehre macht und problemlos in der großen Liga mitspielen kann. Eine verstörend fesselnde Entführungsgeschichte, die sogar noch mehr ist, als der Hörer auf den ersten Blick vermutet. Packend und mitreißend erzählt von einer tollen Sprecherin. Absolut empfehlenswert.

Gekürzte Lesung auf 6 Audio-CDs
Gesamtspielzeit: 7:05 h
Originaltitel: Still Missing
Aus dem Englischen von Maria Poets
Gelesen von Laura Maire
ISBN: 978-3-8398-1075-0
www.argon-verlag.de

Der Autor vergibt: (5/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (No Ratings Yet)

Félix J. Palma – Die Landkarte der Zeit

Die Handlung:

Andrew hat seine große Liebe verloren und begibt sich auf eine Zeitreise in die Vergangenheit, um sie wiederzugewinnen. Claire langweilt sich im viktorianischen London und verliebt sich in einen Mann aus der Zukunft. Und Inspektor Garrett jagt einen zeitreisenden Mörder … Alle Fäden laufen bei einem dämonischen Bibliothekar zusammen. Denn er kennt das Geheimnis der Landkarte der Zeit. Gibt es die Zeitreisenden wirklich oder ist alles nur Illusion? Kann man Fehler aus der Vergangenheit ungeschehen machen? Und ist die Liebe wirklich stärker als die Zeit?
(Verlagsinfo)

Das Hörerlebnis:

Der Einleitungssatz zum Hörbuch wird von Oliver Rohrbeck gesprochen, was den geneigten „Drei ???“-Fan zum Grinsen bringt und eigentlich nur noch Jens Wawrczek vermissen lässt, damit das Detektiv-Trio aus Rocky Beach komplett ist. Aber allein schon der Erzählstil des Autors lenkt den Hörer sofort in die gewünschten Bahnen.

Die Geschichte spielt in der viktorianischen Zeit, die Sprachwahl des Autors ist entsprechend und Andreas Fröhlich vermittelt beides perfekt. Wenn es die Umstände und die teilweise verschachtelten Sätze verlangen, spricht er ruhig und erklärend. Und wenn die Spannung steigt und die Charaktere aufgeregt sind, gibt Fröhlich auch das glänzend an den Hörer weiter.

Ihm gelingt es, die Charaktere unterschiedlich und wiedererkennbar zu halten, und das ganz ohne laut zu werden oder seine Stimme unnatürlich zu verstellen. Im zweiten der drei Teile spendiert Fröhlich einem Charakter einen ausländischen Akzent, was bei anderen Produktionen von seinen Kollegen auch oft gemacht wird, aber selten gut oder wenigstens glaubhaft. Fröhlichs Interpretation wirkt hier stimmig und belustigend. Eine leichte Modulation der eh schon angenehmen Stimmfarbe reicht bei ihm oft aus, und eine kurze Variation der Sprechgeschwindigkeit und schon weiß der Hörer, wen er vor sich hat. Allein „Salomon“, der Anführer der Roboter, klingt von der Stimmfarbe und der monotonen „Sprachmelodie“ her ein wenig nervig.

Die einzige leichte Irritation ist das teilweise lautstarke Ausatmen durch die Nase, als hätte der Sprecher Polypen oder Schnupfen. In Seufzer-Situationen ist so etwas absolut angebracht, aber wenn es dem Hörer einmal zwischendurch als störend aufgefallen ist, hört er es immer wieder und wartet förmlich auf den nächsten „alte Männer Nasenatmer“.

Das allerdings ist natürlich Pedanterie, denn Fröhlich gibt eine großartige Vorstellung ab, die absolut zu überzeugen weiß.

Absolut zurecht hat der Autor für das Buch im Jahr 2008 den Literaturpreis „Premio Ateneo de Sevilla“ gewonnen. Hier passt einfach alles unglaublich gut zusammen. Die Sprachwahl, das Zeitalter, die Geschichte, die Handlungsfäden, die Spannung, die miteinander verflochtenen Genres, die eine spannende Symbiose eingehen und sich in ihrer Gesamtheit vor H. G. Wells verneigen. Und das nicht nur, weil er selber einen Platz im Roman bekommen hat.

Drei Erzählstränge, viktorianische Liebesgeschichten, eine Zeitmaschine, Jack the Ripper und Morde mit Waffen aus der Zukunft … wer hätte gedacht, dass das alles zusammen in einem Roman funktionieren könnte. Palma beweist, dass es geht.

Der Sprecher:

Andreas Fröhlich von „Die drei ???“ ist einer der bekanntesten und beliebtesten Sprecher. Er ist die feste deutsche Synchronstimme von u. a. John Cusack, Edward Norton, Ethan Hawke sowie Andy „Gollum“ Serkis und hat zahlreiche erfolgreiche Hörbücher wie z. B. die „Eragon“-Trilogie von Christopher Paolini eingelesen. Für „Der Herr der Ringe“ führte er zudem die Synchronregie und schrieb das Dialogbuch. (erweiterte Verlagsinfo)

Die Ausstattung:

Neun CDs in einer Klappdeckelbox. Das klingt schlicht und ist leider auch genau das, was man bekommt. Die CDs sind zwar in Eierschal eingefärbt und damit nicht entsprechend dem Sepia-Thema der Box, aber da sie lediglich mit Titel, Autor- und Sprechername bedruckt sind, bleiben große Teile der Oberfläche scheinbar leer. Eine clevere Idee allerdings ist, die CD-Nummer jeweils an der richtigen Stelle eines aufgedruckten Ziffernblattes darzustellen. Leider ist das Ziffernblatt aber so blass, dass es erst beim näheren Betrachten zu erkennen ist und dann auch so aussieht, als hätte etwas auf die CD abgefärbt.

Auch die Einzelverpackungen der CDs sind an Schlichtheit kaum zu überbieten. Geschützt werden sollen die CDs durch dünne schwarze Papierhüllen mit Sichtfenster, die ihren Inhalt aufbewahren, aber weder schützen noch optisch gefällig präsentieren können.

Das sechsseitige Booklet ist ansprechend gestaltet und in Sepia gehalten. Hier werden die Charaktere der Geschichte nicht nur genannt, sondern auch mit einer zusätzlichen Kurz-Info beschrieben. Zusätzlich gibt es noch Informationen dazu, wie viele Tracks auf den CDs sind und wie lang die Gesamtspieldauer der einzelnen CDs ist. Außerdem liegt noch ein Gesamtverzeichnis des Verlages bei.

Mein Fazit:

Ein toller Genremix zwischen Liebe, klassischem Zukunftsroman und Krimi, der in einer interessanten Zeit spielt, sich passend auszudrücken weiß und von einem der besten deutschen Sprecher perfekt ins Ohr transportiert wird.

Gekürzte Lesung auf 9 Audio-CDs
Gesamtspielzeit: 640 Minuten, aufgeteilt auf 97 Tracks
Originaltitel: El mapa del tiempo (2008)
Aus dem Spanischen von Willi Zurbrüggen
ISBN-13: 978-3-8398-1057-6
www.argon-verlag.de

Der Autor vergibt: (5/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (No Ratings Yet)

Thomas Thiemeyer – Korona

Die Handlung:

Mit dem Eintreffen eines neuen Teammitglieds in Uganda beginnt für die Gorillaforscherin Imelda Walker ein Abenteuer, das ihre kühnsten Träume übersteigt. Bei einer Expedition ins Hochgebirge stößt ihr Team auf die Ruinen einer versunkenen Hochkultur, die die Forscher vor unerklärliche Phänomene stellt. Bald kann sich die Biologin der Wahrheit nicht länger verschließen: Ihr Team hat das Portal zu einer fremden Dimension durchschritten. Und für die Rückkehr ist es längst zu spät … (Verlagsinfo)

Meine Meinung:

Ich habe wirklich versucht, die Geschichte zu mögen, wirklich, es hat nicht geklappt. Die Verlagsinfo versprach mir eine Abenteuergeschichte mit Gorillas im Dschungel und Sciencefiction mit „Stargate“-Dimensionsportalen. Empfänglich bin ich für solche Geschichten allemal. Bekommen habe ich Mosaikteile, die sich einfach nicht zu einem Ganzen zusammensetzen ließen.

Dschungelabenteuer mit intelligenten Menschenaffen sind nicht neu, aber als dann noch erwähnt wurde, dass in besonders heißen Sommern etwas kommt und die Menschen umbringt, da musste ich lachen und an „Predator“ denken. Die Intelligenz der Affen hat es dann auch nicht auf das Niveau vom „Planet der Affen“ geschafft und die fliegenden Schiffe, die später noch auftauchen, passen so gar nicht ins Bild, weil sie mich eher an Jule Vernes Werke erinnerten oder an japanische Zeichentrickserien.

Pflanzenmonster, die den Menschen den Kopf abbeißen und sich mit Gewehrkugeln nicht aufhalten lassen, passen prima in die Horror-Ecke. Und die toughe Anführerin, die erst tough, dann weinendes Mädchen und plötzlich wieder tough ist, gesellt sich zu dem „Verräter“, der erst von der Gruppe verachtet wird, um dann auf einmal als Anführer dazustehen und mit der ehemaligen Anführerin in ihrer Mädchen-Phase zu kuscheln.

Das alles passt und fügt sich so überhaupt nicht zusammen. Die ganze Gruppendynamik der Beteiligten fühlt sich künstlich und gezwungen an. Die Dialoge klingen oftmals gestellt und unnatürlich.

Und als mich der Sprecher des Hörbuchs nach vielen Stunden des Wartens auf etwas wirklich Interessantes in den Sciencefiction-Anteil mitnahm, zu den fliegenden Inseln und Schiffen, mit mehr-als-halbintelligenten Menschenaffen, da hatte der Roman dann endgültig für mich verloren.

Dass die letzten Stunden des Hörbuchs nur noch aus B-Movie-Horror bestanden, bestätigte meinen Eindruck erneut. Hier sind auch die Stellen zu finden, in denen der Sprecher extra gruselig klingen will und ich mich jedes Mal extrem zusammenreißen musste, damit ich nicht loslache.

Das Ende ist dann auch passend melodramatisch und kitschig.

Das Hörerlebnis – Der Sprecher

Ohne Musik und ohne Effekte geht es nach einem einleitenden Satz direkt mit der Geschichte los. Hier zeigt Dietmar Wunder, dass er als deutsche Stimme von Adam Sandler, Jamie Foxx, Robert Downey Jr. und Daniel Craig vor dem Mikro auch schauspielern kann. Dass er auch auf verschiedenen Theaterbühnen gespielt hat, kommt ihm auch bei dieser Produktion zugute.

Er moduliert seine Stimme zwar nicht so extrem, wie es einige seiner Kollegen tun, dennoch sind die in den verschiedenen Szenen agierenden Charaktere gut zu unterscheiden. Und wenn er eines der Teammitglieder liest, das vorsichtig auf einen Gorilla einredet, dann überträgt er die Spannung gekonnt auf den Hörer.

Verschiedene Sprachen und Akzente bringt er gut ins Ohr, ohne aufgesetzt oder nervig zu klingen. Allein den „Botschafter“ spricht er wie eine Kreuzung zwischen einer schlechten Persiflage auf Helmut Kohl und Boris Becker. Seiner Leistung allein ist es zu verdanken, dass die zu sehr konstruierte Geschichte, die einfach zu viele Genres bedienen will und das zwangsweise bei keinem richtig schafft, noch interessant bleibt. Denn Wunder erzählt sie wirklich gut und mitreißend.

Das Case – Das Booklet

Die CDs ließen sich leicht aus den Trays des Jewelcase‘ lösen, was heutzutage eine Seltenheit ist. Zum Roman selber gibt es keinerlei Infos in der Hülle. Auch ein Booklet sucht der Hörer vergebens. Stattdessen gibt es ein Büchlein mit dem Gesamtverzeichnis des Verlages.

Lediglich die Namen der an der Produktion beteiligten Personen werden genannt, sowie die Spieldauer und Trackanzahl der sechs enthaltenen CDs.

Mein Fazit:

Eine Story, die zu viele Genres bedienen will, scheitert an dem Versuch, es allen recht machen zu wollen. Thomas Thiemeyer hat mir mit seinen anderen Büchern wesentlich besser gefallen. Dietmar Wunder hingegen macht seinen Job gewohnt gut.

6 Audio-CDs mit 477 Minuten Spieldauer
Gesprochen von Dietmar Wunder
ISBN-13: 978-3839810538
www.argon-verlag.de

Der Autor vergibt: (2.5/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (No Ratings Yet)

Cory Doctorow – Little Brother (Lesung)

Dieser Roman wird als Jugendroman deklariert und richtet sich damit durchaus an die perfekte Zielgruppe. Doch in Wahrheit sollten sich auch Erwachsene diese Geschichte anhören (oder lesen), denn das Thema betrifft alle Menschen in gleicher Stärke und durch die Ausrichtung auf Jugendliche darf Cory Doctorow eine Sprache und gleichzeitig Erklärstruktur benutzen, die es auch Erwachsenen erlaubt, in das ihnen oft sehr fremde Milieu der Internetkommunikation und des Informationsmissbrauchs hineinzudenken.

Marcus, der Ich-Erzähler des Romans, ist ein 17-jähriger Schüler in San Francisco und benutzt sein technisches Verständnis sowie seinen Einfallsreichtum dazu, die Software zur Gangarterkennung durch Steinchen in den Schuhen und Chipscanner durch Mikrowellen auszutricksen. Er steckt seine chipmarkierten Schulbücher in eine Mikrowelle und türmt dann mit seinem Freund Darryl von der Schule, um mit ihm und seinem Team ein Realitygame zu gewinnen, das seine Aufgaben teilweise im Internet, teilweise in der Wirklichkeit ansiedelt und sich unter den Nutzern größter Beliebtheit erfreut.

Während ihrer Jagd nach den Hinweisen explodieren plötzlich Bomben, eine Brücke stürzt ein, die Menschen geraten in Panik und strömen in die U-Bahn. Als sich die vier Jugendlichen um Marcus entgegen gesetzt bewegen, um einen anderen Fluchtweg aus der Terrorzone zu suchen, wird Darryl mit einem Messer verletzt. Marcus versucht verzweifelt, vorbei fahrende Autos anzuhalten und Hilfe zu organisieren, doch als endlich ein tarnfarbener Wagen hält, finden sich die vier unvermittelt mit Handschellen und Säcken über dem Kopf auf einem Truck wieder, unter dem Verdacht, für den Anschlag verantwortlich zu sein.

Marcus wird von seinen Freunden getrennt und erlebt brutale Verhörmethoden, die schon als Folter gelten können, ehe er nach mehreren Tagen laufen gelassen wird – und in einer völlig verwandelten Welt landet. Die Heimatschutzbehörde (DHS) hat die Kontrolle über die Stadt an sich gerissen, baut die Überwachungsmechanismen immer weiter aus und beraubt die Menschen ihrer Privatsphäre und persönlichen Freiheit. Da Marcus bei Androhung von lebenslanger Haft in diesem Verhörknast oder noch Schlimmerem verboten wurde, von seinen Verhören zu berichten, ersinnt er eine Lüge für seine Eltern. Während er über verschlüsselte Internetverbindungen und eine abhörsichere Version von Linux versucht, eine Art Widerstand gegen das DHS zu organisieren, nimmt dieses genau diese Versuche als Vorwand, die Kontrollen weiter zu verschärfen und die Bürger im Namen der Freiheit weiter zu drangsalieren. Und Marcus lebt in der ständigen Angst, erneut geschnappt und eingekerkert zu werden und – am Schlimmsten – sich erneut der Folter seiner eigenen Landsleute auszusetzen …

Cory Doctorow, von dem es heißt, er „lebe im Internet“, beschrieb in seinen zwei vorhergehenden Veröffentlichungen in Deutschland – „Backup“ 2007, „Upload“ 2008 – Situationen und Zustände, deren alles durchdringende Vernetzung nutzbar war und den Anwendern allerlei Möglichkeiten bietet. Natürlich waren auch in diesen Titeln Missbrauch und Fehlinformation ein Thema, doch die Grundstimmung ist positiv.

Dieses Mal schafft er von Anfang an eine düstere, gejagte Stimmung und belegt die Attribute der elektronischen Welt weitgehend negativ, wobei natürlich die Protagonisten stets Wege finden, diese Informationssysteme zu nutzen, ihre Schwächen zu finden und dadurch – zu überleben.

Man befindet sich in einem Überwachungssystem, das sich anfangs auf die Schule beschränkt und dort Kontrolle über die Bewegungen der Schüler schaffen soll. Auch ohne den deutlichen Hinweis im Titel fühlt man sich sofort in eine Welt versetzt, in der George Orwell seine Bestätigung gefunden hätte. Diesem allgegenwärtigen und offen kontrollierenden orwellschen System nähert sich Doctorow mit fortschreitender Geschichte, bleibt dabei aber subtiler und nutzt offensichtliche wie auch augenöffnende Extrapolationen von Zuständen und Techniken, die auch heute überall eingeführt werden.

Seien es Informationen über Personenbewegungen, festgestellt über elektronische Fahrkarten, Führerscheine, Mautstellen, EC-Karten; oder E-Mailverkehr, Telefongespräche, Einkaufsgewohnheiten, die Erfassung und Zuordnung von persönlichen Gangschemata – Doctorow entwirft ein beängstigend reales und auch erreichbares Bild, wozu die kleinsten Dinge unseres Lebens missbraucht werden könnten.

Aufhänger dieser Entwicklung ist ein Terroranschlag in San Francisco, wobei Doctorow sehr subtil die Befürchtung nährt, dass so ein Akt auch initiiert werden könnte, um der folgenden Entwicklung den Weg zu ebnen: Die Heimatschutzbehörde (DHS) erhält alle Vollmachten und Gelder, um die totale Überwachung einführen, Razzien durchführen und ständige Verhöre rechtfertigen zu können. Die Anstrengungen der freiheitsliebenden Gegenbewegung wird als Verrat und Subordination deklariert und rechtfertigen noch den Einsatz größerer Mittel und härterer Maßnahmen.

Die vor allem von jungen Menschen belebte Gegenbewegung dient vor allem als Träger und Transporter für die Geschichte und die technischen Erklärungen der Überwachungsmöglichkeiten. Es ist eine relativ typische Erzählung im Jugendromanstil, doch so verstörend, dass die Entwicklungen den Hörer fesseln und den Plot so realitätsnah und wirklich machen.

Aber auch für Hörer, die einfach gut und spannend unterhalten werden möchten, bietet Doctorow eine Geschichte, die alles bietet: Spannung, eine schöne Liebesgeschichte, Verschwörungstheorien und Organisationen mit Machtmissbrauch, Verhöre, auch Folter und Misshandlung …

Oliver Rohrbeck sorgt mit seiner jugendlichen Stimme für die passende Inszenierung. Durch die direkte Erzählung in Ich-Perspektive rückt das Geschehnis nahe an eine Erzählung in Realität, und Rohrbeck fängt den Charakter wunderbar ein. Es lohnt sich hier, die Lesung zumindest mit dem eigenen Lesen gleichzusetzen, denn es gibt keine schwer verständliche Überlegungen und Rumgephilosophiere des Autors, was es einem sonst manchmal schwer macht, einer Lesung zu folgen. Hier kann man sich von der Geschichte fangen lassen und nimmt hoffentlich etwas von dem Misstrauen gegen allgegenwärtige Informationspolitik mit, das sowohl durch Rohrbecks Intonation als auch vom Text selbst hervorgerufen wird.

Der Roman bietet ein Thema von aktuellster Brisanz, verstörend und nachdenklich stimmend, während es wunderbar unterhält.

6 CDs mit 450 Minuten Spieldauer
ISBN-13: 978-3839840030
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 – 15 Jahre

Der Autor vergibt: (4/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (2 Stimmen, Durchschnitt: 3,00 von 5)

Peter James – Nicht tot genug

Solide Krimikost, spannend vorgetragen

Drei ermordete Frauen in nur einer Woche – und alle wurden sie in den letzten Stunden ihres Lebens schwer gedemütigt und misshandelt. Und damit nicht genug. Auf den Rücken des zweiten Opfers hat der Täter einen Satz tätowiert: „Weil du sie liebst“! Und was hat die Gasmaske auf ihrem Gesicht zu bedeuten?

Der Hauptverdächtige, ein Geschäftsmann aus Brighton, scheint ein lückenloses Alibi zu haben, und doch finden sich an den Tatorten nur seine DNA-Spuren. Für Detective Superintendent Roy Grace von der Brightoner Kripo wird die Jagd nach dem Killer viel gefährlicher, als er das je erwartet hätte. Denn seine Freundin Cleo ist ins Visier des Täters geraten.

Peter James – Nicht tot genug weiterlesen

Anaïs Nin – Das Delta der Venus

Einfühlsame Führerin ins Wunderland des Sexus

Ein Kurzroman und vierzehn kürzere Erzählungen bilden eines der besten Erotika der Literatur. „Das Delta der Venus“ ist, wie Henry Miller schrieb, „schamlos und schön“ und beeindruckt noch heute, über sechzig Jahre nach der Entstehung dieser Auftragsarbeiten, mit unverklemmter Darstellung und einem unvoreingenommenen, tiefen, wissenden Blick für Frauen wie auch für Männer.

Das Hörbuch bietet die ungekürzte Lesung des gesamten Textes. Ich habe dies anhand der Knaur-Taschenbuch-Ausgabe nachgeprüft und bestätigt gefunden. Kein einziger Satz wurde weggelassen.

Die Autorin

Anaïs Nin – Das Delta der Venus weiterlesen

E. T. A. Hoffmann – Das Fräulein von Scuderi

Seniorenkrimi: Mitgefühl überwindet den Terror

Mysteriöse Raubmorde erschüttern das Paris Ludwigs XIV. Die Morde haben eines gemeinsam: Alle Opfer trugen Schmuck des Goldschmiedes Cardillac bei sich. Eines Nachts klopft ein geheimnisvoller Bote an der Tür des ehrbaren Fräuleins von Scuderi und überbringt ein verziertes Kästchen. Es enthält ein von Cardillac gefertigtes Collier und einen Brief mit den besten Grüßen des Mörders. (Verlagsinfo)

Der Autor

E. T. A. Hoffmann – Das Fräulein von Scuderi weiterlesen

Edgar Allan Poe – Der Doppelmord in der Rue Morgue

Spannend: der Meisterdetektiv bei der Arbeit

Auguste Dupin erfährt von einem mysteriösen Mord an einer Frau und ihrer Tochter in der Rue Morgue. Die Frauen sind bestialisch zugerichtet worden und die Polizei kann sich keinen Reim auf den Hergang der Tat machen, da Türen und Fenster des Zimmers von innen verschlossen waren. Doch dann berichten Zeugen von einem Streit zweier Fremder unmittelbar vor der Tat – und alle widersprechen einander. (Verlagsinfo)

Edgar Allan Poe – Der Doppelmord in der Rue Morgue weiterlesen

Edgar Allan Poe – Der Doppelmord in der Rue Morgue

Ein grausiger Doppelmord an einer Frau und ihrer Tochter stellt die Pariser Polizei vor ein Rätsel. Die beiden Frauen sind in ihrer Wohnung in der Rue Morgue auf brutale Weise zugerichtet worden. Das Mädchen fand man mit verrenkten Gliedern, wie sie in den Kamin geschoben wurde, ihre Mutter dagegen geköpft auf dem Straßenpflaster liegend, nachdem sie aus dem Fenster geschleudert worden war. Obwohl zahlreiche Zeugen befragt werden und sich die Aussagen bis auf wenige Abweichungen decken, fehlt von einem Täter jede Spur. Doch die Befragten berichten alle von mindestens einer weiteren, dritten Person, die sich zum Zeitpunkt des Mordes im Haus befand, das ansonsten völlig leer stand. Wie nur war es dem Mörder gelungen, unbemerkt zu fliehen und keine Spur zu hinterlassen, die die Polizei wenigstens auf eine Fährte gelockt hätte?

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