Schlagwort-Archive: Sherlock Holmes

Gruppe, Marc – Sherlock Holmes – Im Schatten des Rippers (Die geheimen Fälle des Meisterdetektivs 1)

_|Die geheimen Fälle des Meisterdetektivs|:_

Folge 1: „Im Schatten des Rippers“
Folge 2: „Spuk im Pfarrhaus“
Folge 3: „Das entwendete Fallbeil“
Folge 4: „Der Engel von Hampstead“ (07.04.2012)

_Zwischen Ermittlung, Action und Splatter: Die Jagd auf den Ripper_

London im Herbst 1888 – die Stadt hält den Atem an. Im East End werden in kurzen Abständen auf brutalste Weise Prostituierte ermordet. Ein sehr persönliches Motiv weckt Sherlock Holmes‘ Interesse an dem ungewöhnlichen Fall. Verkleidet begibt er sich zum Schauplatz der blutigen Verbrechen, dem finsteren Stadtteil Whitechapel … (Verlagsinfo)

Diese Fälle dieser neuen Holmes-Reihe wurden nicht von Sir Arthur Conan Doyle geschrieben, sondern alle von Marc Gruppe. Sie basieren natürlich auf den originalen Figuren, die mittlerweile Allgemeingut geworden sind.

_Der Autor_

Marc Gruppe ist der Autor, Produzent und Regisseur der erfolgreichen Hörspielreihe GRUSELKABINETT, die von Titania Medien produziert und von Lübbe Audio vertrieben wird. Genau wird dort erscheinen auch „Die geheimen Fälle des Meisterdetektivs“ stets im Doppelpack.

_Die Sprecher/Die Inszenierung_

|Die Rollen und ihre Sprecher|

Sherlock Holmes: Joachim Tennstedt (dt. Stimme von John Malkovich)
Dr. John H. Watson: Detlef Bierstedt (dt. Stimme von George Clooney u. a.)
Mrs. Hudson: Regina Lemnitz (dt. Stimme von Kathy Bates)
Inspektor Abberline: Christian Stark
Annie Chapman: Marianne Gross
Elizabeth Stride: Eva Michaelis
Mary Jane Kelly: Polonca Olszak
Ripper: Axel Lutter
Constable: Hannes Maurer
Joe: Tobias Nath
Passant: Michael Pan
Hure: Schaukje Könning
Pianospielerin: Marina Noga

Regie führten die Produzenten Marc Gruppe und Stephan Bosenius. Die Aufnahmen fanden in den Planet Earth Studios statt. Alle Illustrationen – im Booklet, auf der CD – trug Firuz Askin bei.

_Handlung_

Am 8. September 1888 ereignet sich im Londoner Stadtteil Whitechapel der zweite Mord des Täters, den man schon bald den Schlitzer nennen wird: Jack the Ripper. Erst drei Wochen später wird Inspektor Abberline von Scotland Yard bei Sherlock Holmes in dieser Sache vorstellig. Doch der Detektiv ist nicht interessiert und sagt, er praktiziere nicht.

Doch da bringt Abberline die Sprache auf Dr. Watson, der kürzlich Mary Morstan geheiratet und schon wieder verlassen habe. Nach Angabe von Mrs Watson sei ihr Mann nach Whitechapel gezogen – und falle ein schwerer Verdacht auf ihn! Es heißt, er habe kurz vor Annie Chapmans Ermordung mit ihr gesprochen. Holmes schwört, Watson habe nichts damit zu tun. Wie kann er seiner so sicher sein? Den beiden weiblichen Opfern wurde die Kehle durchschnitten, bevor man sie ausweidete – was auf medizinische Kenntnisse der Anatomie schließen lasse, sagt Abberline listig. Und da er seine Frau im Streit verlassen habe, habe Watson durchaus einen Grund für einen handfesten Hass auf Frauen. Holmes ist bestürzt.

Um das Maß vollzumachen, präsentiert ihm Abberline einen Brief des Mörders, der tags zuvor, am 27.9., bei einer Nachrichtenagentur eingegangen ist. Darin kündigt der Schlitzer weitere Taten an, denn er liebe seine Arbeit und sie mache ihm Spaß. Dass der Schreiber die Anrede „Lieber Boss“ verwendet, lässt auf einen Amerikaner schließen. Watson jedoch spricht astreines britisches Englisch. Holmes sagt Abberline, dass man den Täter nur fassen könne, wenn man ihn in flagranti erwische. Und nachdem Abberline gegangen ist, bittet mrs Hudson Holmes inständig, Watson zurückzubringen – in ihre Obhut. Was bleibt ihm übrig? Nur, sich zur Tarnung zu verkleiden.

Schon bald hat er Watson in Whitechapel ausfindig gemacht. Der gute Doktor verspürt eine Verpflichtung, den armen Straßenmädchen seinen medizinischen Beistand angedeihen zu lassen. Kaum sie einander erkannt, als sie Schreie von einer Frau in der Nachbarschaft vernehmen. Sie eilen hin und finden eine liegende Gestalt. Es handelt sich um Lizzie Stride, die Holmes‘ Botschaft an Watson überbracht hat. Sie scheint fast unversehrt. Also muss der Killer noch in der Nähe sein, denn sie haben ihn gestört. Da erfolgt unversehens ein Angriff aus dem Dunkel! Der Mann droht ihnen zu entkommen, und sofort eilen sie ihm hinterher …

|Mein Eindruck|

Es gibt schon so viele Geschichten über Jack the Ripper, dass diese Bücher allein eine ganze Bibliothek füllen könnten. Und ebenso viele wie Bücher gibt es Theorien darüber, um wen es sich bei dem Killer handelte. Diese Theorien kann der geneigte Leser alle in Lexika wie der Wikipedia nachlesen. In einem sind sich die AutorInnen einig: Der Mörder besaß ungewöhnlich gute anatomische Kenntnisse. Das zeigt sich an der Art und Weise, wie er seine Opfer zerstückelte.

Das Hörspiel unternimmt nicht den zum Scheitern verurteilten Versuch, diese Identität endgültig zu klären, sondern zählt vielmehr zahlreiche Verdächtige auf. War es ein Amerikaner oder gar ein Mitglied des Königshauses? Unwichtig, denn im Mittelpunkt steht die Jagd unseres patentierten Detektivduos Holmes und Watson auf den Mörder.

Mit akribischer Genauigkeit werden uns die Indizien präsentiert, als wären wir die Jury, darunter sämtliche Briefe, so etwa den mit „From hell“ unterzeichneten. Doch Akribie und Detailgenauigkeit ist für sich genommen wenig unterhaltsam. Deshalb ist es viel wichtiger, dass die Ermittlung vorankommt, aber auch, dass Holmes & Watson einen weiteren Mord verhindern können. Doch wer auch jemals auch nur ein Fitzelchen über jack the Ripper gelesen, wer sein schlimmstes und letztes Opfer war: Mary Jane Kelly.

Deshalb ist es unerlässlich, uns diese Dame zuvor extrem sympathisch zu machen. Sie kann singen, sie hat das Herz auf dem rechten Fleck, und sie mag Watson. Immer wieder hören wir ihr rührseliges Lied vom Veilchen, das sie auf Mutters Grab gefunden habe. Und hat sie wirklich einen Grund, sich zu fürchten, wo doch ihr Gewerbe in der eigenen Wohnung betreibt statt wie die anderen Opfer auf der Straße abgeschlachtet zu werden?

Aus dieser emotionalen Fallhöhe und der Spannung, die aus der Erwartung ihres Todes resultiert, bezieht dieses Hörspiel seinen größten Reiz. Alles vor Mary Jane Kelly ist nur Vorspiel, und zwar ein äußerst ausgedehntes. Die Action beschränkt sich auf eine Rauferei im Dunkeln sowie eine vergebliche Verfolgungsjagd. Den Rest besorgt das stets erneute Auffinden von grausig zugerichteten Frauenleichen – aber ist das genug? Mitnichten, und so war ich froh, als das Finale am 8. November 1888 erfolgt.

Der Text vergisst nicht zu erwähnen, dass sich erst nach dieser Mordserie die Zustände im East End gebessert haben. Die Taten waren u.a. auch deshalb möglich, weil der Stadtteil völlig übervölkert und die Population arm und krank war. Weshalb sonst hätten die Huren ausgerechnet auf der Straße ihrem Gewerbe nachgehen müssen? Ihre Notlage war eine direkte Folge der sozialwirtschaftlichen Ungerechtigkeit in der Verteilung des Wohlstands. Umso makabrer deshalb die Vorstellung, dass ein Mitglied der vermögendsten Klasse, des Königshauses, die Morde begangen habe.

_Die Sprecher/Die Inszenierung_

|Die Sprecher|

Die Hauptfigur ist natürlich der Titelgeber himself. Joachim Tennstedt verleiht Sherlock Holmes eine flexible Janusköpfigkeit. Die erste Seite bekommen wir zu sehen, wenn Holmes recht abweisend zu Mrs. Hudson, der treuen Seele des Haushalts, ist. Das hält sie aber nicht davon ab, die Vorhänge aufzureißen und frische Luft in die Detektivsgruft zu lassen.

Die andere Seite Holmes‘ ist die des energischen Ermittlers, der sich auch verkleidet. Die Dritte ist die des freundlichen Verführers und Gentleman – sie bekommen wir erst in späteren Folgen zu Gesicht, insbesondere im Tussaud-Fall. Wie bei John Malkovich können wir uns auf einen Facettenreichtum an Darstellungsformen freuen.

Die Figur des Dr. Watson ist in vielen Verfilmungen misrepräsentiert worden. Neben Basil Rathbone und Peter Cushing musste er den vetrottelten Stichwortgeber mimen. Er war der selbstgefällige Körper neben dem rastlosen, aber kranken Geist des Detektivs. Nicht so in dieser neuen Serie.

Detlef Bierstedts Stimme ist uns von George Clooney vertraut, daher kann er mit einer gewissen geliehenen Autorität auftreten, ganz besonders in allen medizinischen Belangen. Dennoch kommt er häufig über die Rolle des Stichwortgebers nicht hinaus. Holmes hat stets die Initiative. In Folge 3 wird er sogar als Aktenträger missbraucht. Doch auch Watson verfügt über einen Revolver und die Kenntnisse, diesen zu gebrauchen, besonders aus seiner Zeit in Afghanistan.

Regina Lemnitz als Mrs. Hudson zeigt sich stets hilfreich, mal energisch, mal als fühlende Seele, etwa dann, als sie um Dr. Watson bangt, der in Whitechapel wohnt. Außerdem ist sie das moralische Zentrum jeder Folge. Alles, was Holmes & Watson tun, müssen sie nicht nur gegenüber Inspektor rechtfertigen, sondern vor allem vor ihrer Haushälterin. Sie würde sie sonst hochkant hinauswerfen.

|Geräusche|

Die Geräusche sind genau die gleichen, wie man sie in einem realistischen Spielfilm erwarten würde, und die Geräuschkulisse wird in manchen Szenen dicht und realistisch aufgebaut. Statt der aus dem GRUSELKABINETT vertrauten Andeutungen greift der Toningenieur diesmal tief in die Trickkiste, um Splattereffekte zu erzeugen, die einem den Magen umdrehen, ganz besonders beim grausigen Ende Mary Jane Kellys. Zarte Gemüter seien davor gewarnt.

Natürlich gibt es eine Fülle anderer Geräusche, so etwa immer wieder das typisch englische Teetrinken inklusive Tassenklirren und Teegluckern. Diesen heimeligen Klängen stehen knallharte Geräusche wie ratternde oder donnernde Kutschen gegenüber, auch mal ein Schuss hie und da. Höhepunkt dieser Folge ist in puncto Akustik vielleicht die Kneipenszene mit dem Gesang Mary Janes. Hier brilliert Polonca Olszak. Alle Geräusche werden von der Musik ergänzt, um ein Stimmungsbild zu erzeugen, so auch hier: Klaviergeklimper ergänzt den Gesang, das Gläserklirren und das Stimmengewirr.

|Musik|

Die Musik entspricht der eines Scores für ein klassischen Spielfilm, also nicht zwangsläufig für einen Horrorstreifen. Klassische Instrumente wie Violine, Cello und Kontrabass werden manchmal von elektronisch erzeugten Effekten ergänzt. Schnelle Musik deutet Dynamik und Dringlichkeit an, langsame Musik entspannt und immer wieder endet eine Szene in einem dramatischen Crescendo.

Musik, Geräusche und Stimmen wurde so fein aufeinander abgestimmt, dass sie zu einer Einheit verschmelzen. Dabei stehen die Dialoge natürlich immer im Vordergrund, damit der Hörer jede Silbe genau hören kann. An keiner Stelle wird der Dialog irgendwie verdeckt.

|Das Booklet|

Im Booklet sind die Titel des GRUSELKABINETTS verzeichnet sowie Werbung für Firu Askin zu finden. Die letzte Seite zählt sämtliche Mitwirkenden auf. Ein zweites Booklet listet sämtliche Titel von Titania Medien auf, und zwar auch alle Neuerscheinungen bis Mai 2012.

Hinweise auf die nächsten Hörspiele:

Nr. 58: Lovecraft: Pickmans Modell (November 2011)
Nr. 59: Edith Nesbit: Das violette Automobil (November 2011)
Nr. 60: Robert E. Howard: Der Grabhügel (ab März 2012)
Nr. 61: Arthur Conan Doyle: Der Ring des Thot (ab März)
Nr. 62: Nathaniel Hawthorne: Rappaccinis Tochter (April)
Nr. 63: Robert E. Howard: Besessen (April)
Nr. 64: Francis Marion Crawford: Der schreiende Schädel (Mai)
Nr. 65: Mary Elizabeth Braddon: Gesellschafterin gesucht (Mai)

_Unterm Strich_

Diese erste Folge der neuen Reihe „Die geheimen Fälle des Meisterdetektivs“ ist zwar mit 85 Minuten (woanders sind abweichende Angaben zu lesen) überlang geraten, aber das liegt vor allem an der ambitionierten Präsentation, die akribisch auf Detailtreue achtet. Insbesondere das erste Drittel leidet darunter. Das macht aber nichts, denn sobald Holmes wieder mit seinem besten Kumpel vereint ist, kann die Jagd auf Jack the Ripper richtig losgehen.

Zarte Gemüter seien vor grausigen Szenen mit Splattereffekten gewarnt, insbesondere im Finale, als Mary Jane Kelly das Opfer wird. Diese Mordszene ist besonders deswegen emotional aufwühlend, weil wir zuvor der lebenslustigen Sängerin unsere – und die von Holmes & Watson – Sympathien geschenkt haben.

|Das Hörspiel|

Die professionelle Inszenierung, die filmreife Musik und bekannte Stimmen von Synchronsprechern und Theaterschauspielern einsetzt, bietet dem Hörer ein akustisches Kinoerlebnis, das man sich mehrmals anhören sollte, um auch die Feinheiten mitzubekommen. Die Sprecherriege für diese neue Reihe ist höchst kompetent zu nennen, handelt es sich doch um die deutschen Stimmen von Hollywoodstars wie John Malkovich, George Clooney und Kathy Bates.

Audio CD mit 75 Min. Spieldauer
ISBN 978-3-7857-4524-3
www.titania-medien.de

Sherlock Holmes – Spuk im Pfarrhaus (Die geheimen Fälle des Meisterdetektivs 2)

Die geheimen Fälle des Meisterdetektivs:

Folge 1: „Im Schatten des Rippers“
Folge 2: „Spuk im Pfarrhaus“
Folge 3: „Das entwendete Fallbeil“
Folge 4: „Der Engel von Hampstead“ (07.04.2012)

Grusel in der Idylle: Poltergeister gegen den Pfarrer

Sherlock Holmes – Spuk im Pfarrhaus (Die geheimen Fälle des Meisterdetektivs 2) weiterlesen

Bionda, Alisha (Hrsg.) – Sherlock Holmes und das Druidengrab. Erzählungen

_Durchwachsene Anthologie: Der Meisterdetektiv zwischen Schlangen und Gitterstäben_

Arthur Conan Doyle schuf vor 125 Jahren den literarisch größten Meisterdetektiv aller Zeiten. Seit seinem Tod haben zeitgenössische Autoren Sherlock Holmes und seinen treuen Freund Dr. Watson in neue Fälle verwickelt und somit für die Leser am Leben erhalten.

Volker Bätz, Tanja Bern, Anke Bracht, Barbara Büchner, die die Titelstory bestreitet, Tanya Carpenter, Andreas Flögel, Ruth M. Fuchs, Désirée Hoese, Guido Krain, Sören Prescher, Ramón Scapari, Vincent Voss und der deutsche Sherlock-Experte Klaus P. Walter konfrontieren Holmes und seinen messerscharfen Verstand in diesem Kurzgeschichtenband mit mystischen Fällen – meisterhaft bebildert von Crossvalley Smith.

So stellen sich Sherlock Holmes wieder viele Fragen. Geht tatsächlich ein Vampir in London um? Gibt es wirklich einen Geist auf Carnington Hall, der sein Unwesen treibt? Was hat es mit den Stimmen aus dem Jenseits auf sich? Und welches Geheimnis steckt hinter der brennenden Brücke? (Erweiterte Verlagsinfo)

_Die Herausgeberin_

Alisha Bionda lebt seit 1999 auf den Balearen und ist die Herausgeberin etlicher Anthologien und Reihen. Romane hat sie u. a. in Hohlbeins „Schattenchronik“-Vampirserie vorgelegt. Im April 2007 stellte sie zusammen mit Michael Beyeler und Florian Hilleberg das Literaturportal LITERRA ins Netz. Seit 2011 betreibt sie die Agentur Ashera.

Alisha Bionda wurde in Düsseldorf geboren und bereiste mit ihren Eltern die halbe Welt, studierte ein halbes Dutzend Fächer. Sie liebt Bücher, Rockmusik, die Farbe Schwarz, Katzen und Hunde und New York. Ihr Motto: Vernunft braucht manchmal eine Pause!

_Die Autoren_

Die Autoren stellen sich vor jedem Text jeweils selbst vor. Einer sei allerdings hervorgehoben, weil er bereits selbst als Sherlock-Herausgeber aufgetreten ist:

Klaus-Peter Walter wurde 1955 in Michelstadt, Odenwald, geboren. Er lebt heute in Bitburg, Eifel. Nach dem Studium der Slawistik, Philosophie und osteuropäischen Geschichte wurde er freier Publizist. Aufgrund einer schweren Infektion mit dem Holmes-Virus widmet er sich seit dem Gymnasium der Kriminalliteratur. Er gibt seit 1993 das Loseblatt-„Lexikon der Kriminalliteratur“ LKL heraus. Er schrieb 1995 „Das James-Bond-Buch“ und war Ko-Autor an „Reclams Krimi-Lexikon“. Er veröffentlichte zahlreiche Kriminalkurzgeschichten, so etwa „Sherlock Holmes und Old Shatterhand“ (2005) und „Der Tote vom Sewer“ (BLITZ-Verlag, 2006).

_Der Künstler_

Crossvalley Smiths Eigenbeschreibung: “ Crossvalley Smith wurde in der Nähe von Siegen, dem Geburtsort von Peter Paul Rubens, geboren. Er wuchs dann in Kanada auf. Später in Deutschland studierte er Mathematik und Physik und promovierte in Mathematik. Seine grosse Liebe gilt der Malerei, der Kosmologie, Astronomie und der Science Fiction…

Er malt und zeichnet seit seiner Kindheit. Anfang der 90er Jahre hat er dann versucht, den Pinsel durch den Computer zu ersetzen. Was dabei herausgekommen ist, sehen Sie auf seiner Homepage…“

_Die Erzählungen _

_1) Desiree Hoes: Eine Studie in Blut_

Scotland Yard meldet die Ermordung von DER FRAU, die Sherlock Holmes besiegt hat: Irene Adler. Doch als Holmes stante pede sich zum Fundort begibt, ist die Leiche verschwunden. Unterdessen erreichen Dr. Watson beunruhigende Nachrichten, dass in diesem brütend heißen Sommer immer mehr Bettler, Prostituierte und Obdachlose spurlos verschwinden.

Ja, einer der Wortführer der Bettler wird sogar bei ihm vorstellig, um Hilfe zu erbitten. Er hat eine Kapazität der Wissenschaft bei sich: Prof. Abraham van Helsing. Dieser doziert, dass hinter der Reihe von Verschwindefällen nur eine Spezies stecken kann, nämlich die Vampire. Und dass die mittlerweile untot gewordene Irene Adler die Anführerin der Londoner Vampir-Sippschaft geworden sei.

Da beginnt sich Watson, ernsthafte Sorgen um seinen Freund zu machen. Dieser schickt ihm eine geheimnisvolle Botschaft …

|Mein Eindruck|

Die Autorin verbindet recht gekonnt das sattsam gewohnte Bild des einsamen, nervösen Meisterdetektivs mit dem der Vampire, die sich ihre Beute unter den Wehrlosen suchen. Dazwischen steht, wen wundert’s, die Polizei in Gestalt von Inspektor Lestrade: Er tut die sich anbahnende Katastrophe mit einer beruhigenden Lüge ab. Nach dem Motto: Alles halb so wild. Es sei denn natürlich, es träfe ein Mitglied der Königsfamilie oder einen Parlamentarier. Da hört der Spaß natürlich auf.

Recht spannend ist die Schlussszene gestaltet: Holmes und Watson treffen Irene Adler. Kugeln helfen bei Untoten leider nicht, wie der gute Doktor feststellen muss. Aber WOLLEN sie die einstige Opernsängerin überhaupt töten?

_2) Vincent Voss: Stimmen aus dem Jenseits_

Die schöne Lady Carter wendet sich an Holmes, weil sie um ihr Leben fürchtet. Sie gehört einem spiritistischen Zirkel an, der Dämonen beschwört. Auf diesem Wege habe sie zu ihrem kürzlich verstorbenen Vater Kontakt aufgenommen. Der Teufel persönlich habe ihr die Todesart verkündet. Und Dr. Lloyd, einer der Teilnehmer des Kreises sei bereits einem tödlichen Unfall zum Opfer gefallen. Sie sei die Nächste in der Reihe.

Holmes kennt den Fall aus der Presse und hat für Spiritismus nichts als Verachtung übrig. Während er den profanen Hintergrund, den er annimmt, recherchiert, soll Watson Lady Carter in Sicherheit bringen. Zuvor statten sie zusammen der Gerichtsmedizin einen erhellenden Besuch ab. Als sich jedoch Watson nachts vor Lady Carters Fenster auf die Lauer legt, um den recht irdischen „Teufel“ abzupassen, erleidet selbst um ein Haar einen solchen „Unfall“. Er folgt Lady Carter humpelnd zu einem finsteren Friedhof …

|Mein Eindruck|

In der Tat erweist sich die gut konstruierte Ermittlung als Weg zu einer profanen Immobilienintrige, die ein Teilnehmer des Spiritistenkreises angezettelt hat. Was der Erzählung fehlt, sind Stimmung und Atmosphäre. Im Vordergrund stehen die Tricks des Meisterdetektivs und seine scharfsinnigen Beobachtungen. Also nichts Ungewöhnliches.

_3) Ramón Scapari: Die brennende Brücke_

Wie kann eine Stahlbrücke nur in Brand geraten? Diesem Rätsel gehen Holmes und Watson bei einem Besuch in der Normandie auf den Grund. Der bekannte Ingenieur Gustave Eiffel hat sich an den Detektiv gewandt, in der Hoffnung, ein in mehreren Drohbriefen vorausgesagtes Unglück an einer bestimmten Eisenbahnbrücke nahe Saint-Lô abzuwenden. Die Schreckensbilder vom Einsturz der von Theodor Fontane besungenen Tay-Bridge im Jahr 1879 sind den beiden Freunden noch eindrücklich in Erinnerung. Sie nehmen eilig die erste Fähre von Dover nach Calais.

Neben dem Viadukt befindet sich ein Gasthof, der ein leckeres Diner zubereitet, wie Watson findet. Da platz der Gastwirt aus dem nächtlichen Regen herein und ruft: „Die Brücke! Sie brennt!“ Und tatsächlich – als Holmes und Watson sofort nachsehen, ist die Stahlkonstruktion in ein unheimliches bläuliches Feuer getaucht, als stünde sie in Flammen. Zu Watsons Überraschung stürzt Holmes hinaus ins Gewitter, um der Ursache auf der Grund zu gehen …

|Mein Eindruck|

Man merkt dieser herausragenden Geschichte an, dass hier ein Fachmann erzählt. Der Autor ist laut Auskunft der Herausgeberin selbst Architekt. Mit zahlreichen Details erweckt er die elmsfeuerhafte Erscheinung des Viadukts zu eindrucksvollem Leben. Neben der Tay Bridge und dem Viadukt erwähnt er noch ein weiteres Brückenunglück, um dessen Aufklärung sich Holmes nach dem Reichbachfall-Zwischenfall bemühte. Alle drei Brücken vermag der Autor exakt und glaubwürdig zu beschreiben.

Leider bemüht sich Holmes nicht immer erfolgreich um die Verhinderung bzw. Aufklärung eines solchen Unglücks. Und auch in Saint-Lô werden ihm Steine in den Weg gelgt. Kann er den nächsten Zug abhalten, über die einsturzgefährdete Brücke zu fahren? Das Mittel des Unbekannten, um für den Einsturz zu sorgen, erweist sich als eine chemische Keule, deren Wirkung schwer anzuzweifeln ist. Doch wer steckt dahinter?

_4) Tanja Bern: Holmes und der Wiedergänger_

Jeremy Smith, ein Bürger aus Dem Dorf Lymington in Hampshire, wendet sich an Holmes, weil ein Wiedergänger bzw. Vampir sein Dorf unsicher mache. Vor Ort erfahren Holmes und Watson von einem Grab der Familie Helliway, dem besagter Wiedergänger entstiegen sei. Die Vollmondnacht gemahnt an Werwölfe, doch als ein Schrei ertönt, kommt er aus dem Dorf selbst. Das Duo eilt zurück, doch als Watson seinen Revolver zieht, erlebt er eine Überraschung. Denn das Gesicht des Übeltäters kennt er gut …

|Mein Eindruck|

Die Geschichte ist szenisch sehr flüssig und anschaulich erzählt, doch hätte die Autorin noch ein wenig mehr in die Grundlagen investieren sollen. Wer ist Jeremy Smith überhaupt, fragt sich der Leser sofort. Und warum fürchten sich die Polizisten auf der Wache so vor dem angeblichen Wiedergänger? Dessen Zustand stellt sich dann als keineswegs übernatürlich heraus, sondern als ganz irdisch, wenn auch ausgefallen. Diese Logikmängel gesellen sich zu formalen, sprachlichen Mängeln, die das Lektorat hätte ausbügeln müssen. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass die Autorin ein junges Publikum für ihre Bücher zu begeistern weiß.

_5) Anke Bracht: Sherlock Holmes und der Geist von Carnington Hall_

Auf Carnington Hall spukt es – mit tödlichen Folgen, wie der Hausherr beteuert. Lord Carnington betrauert mit seiner Frau Helen den Tod ihrer Schwiegereltern sowie den von deren Butler James. Und alle drei Tode, die sich binnen weniger Wochen ereigneten, sollen sich nach dem Erscheinen einer Weißen Frau, eines Geistes, ergeben haben. Da nun Countess Carnington die Weiße Frau ebenfalls gesehen hat, glaubt sie, als Nächste an der Reihe zu sein.

Holmes, der von Lord C. zu Rate gezogen worden ist, glaubt bekanntlich nicht an übernatürliche Erklärungen, sondern an rationale. Zusammen mit Watson beginnt er zu beobachten, zu verhören und zu recherchieren. Hellhörig wird er, als Lord C. von seiner Jugendliebe Elizabeth erzählt, die er kurz nach der Verlobung verlassen musste, um in den Krieg zu ziehen. Von dort kehrte er nicht nur zeugungsunfähig zurück, sondern fand auch Elizabeth als Kindsmörderin zu 30 Jahren Zuchthaus verurteilt: Sie soll seinen (!) kleinen Sohn Thomas in der Themse ertränkt haben. Das konnte er ihr nie verzeihen.

Doch die Ermittlung des dynamischen Duos ergibt, dass sich die Wirklichkeit entweder so – oder völlig anders gestaltet hat. Denn welche Leiche liegt im nahen Mausoleum wirklich begraben und wird täglich mit Blumen geehrt?

|Mein Eindruck|

Die Autorin erzeugt erst die authentische Homes-Atmosphäre und beginnt dann gekonnt, sämtliche Annahmen über die wahren Verhältnisse auf Carnington Hall auf den Kopf zu stellen. Dazu enthüllt sie schrittweise die Vorgeschichte, der Watson auf den Grund geht, präsentiert eine sehr ungewöhnliche Mordmethode und zaubert eine Tote aus dem Hut. Das ist wirklich fabelhaft gemacht. Auch wenn der Leser aufpassen muss, alles genau mitzubekommen. Nur mit dem Familiennamen der Nachbarn hat sie sich vertan: Erst heißen sie Worsleys, dann auf einmal Whisleys. Humorvoll ist die ständige Kabbelei zwischen Holmes und Watson. Eine runde Sache.

_6) Klaus Peter Walter: Sherlock Holmes und der Golem_

Homes und Watson weilen anno 1912 im schönen Prag, wo ihnen die Herren Franz Kafka und Max Brod begegnen. Kafka zeigt Watson den Jüdischen Friedhof und erzählt ihm die Legende von Rabbi Löw und seinem Golem. Diese gibt Watson an Holmes weiter. Das erweist sich als hilfreich, als Max Brod sich zusammen mit Rabbi Treppengelaender an den Detektiv wendet: Eine wertvolle Handschrift aus dem 16. Jahrhundert sei vom Synagogendiener Vaclav gestohlen worden. Am Tatort erscheint die Handschrift wieder – offensichtlich aber mit einer Kamera fotokopiert.

Ist es ein Zufall, dass kurze Zeit später drei Jesuiten ums Leben kommen und ein Vierter in der Pension, in der Holmes und Watson logieren, mit gebrochenen Rippen darniederliegt? Offenbar sind die Jesuiten (die Watson seit seiner Jugendzeit verhasst sind) von einem übermächtigen Krieger angegriffen worden. Doch es gab bei Nr. 3 eine Zeugin, eine Prostituierte. Es ist klar, dass sie in höchster Lebensgefahr schwebt. Denn jemand hat diesen Krieger sicherlich ausgeschickt …

|Mein Eindruck|

Klaus Peter Walter hat sich durch mehrere Holmes-Publikationen als Experte ausgewiesen, so etwa im BLITZ-Verlag. Er gehört mindestens einer internationalen Sherlock-Holmes-Gesellschaft an. Daher kann der Leser eine ausgefeilte und stimmige Erzählung über Walters bevorzugten Helden erwarten.

Er wird nicht enttäuscht. Natürlich geht es um das Auftreten des titelgebenden legendären Kriegers aus dem 16. Jahrhundert. Er sollte ursprünglich im Mittelalter die jüdischen Bürger vor Pogromen schützen. Rabbi Löw soll ihn erfunden haben. Sie dazu auch Gustav Meyrinks hervorragenden Roman „Der Golem“, der vielfach verfilmt (und von mir besprochen) wurde.

Es kommt zu einem spannenden und actionreichen Showdown im Jesuitenkloster Clementinum, das offenbar auch Mozart-Fans ein Begriff ist. Merkwürdig ist jedoch, dass das dynamische Duo Holmes & Watson an keiner Stelle mit der Wimper zuckt, als die Legende auf magische Weise zum Leben erwacht. Da hätte ich etwas mehr Verwunderung und Ungläubigkeit erwartet.

_7) Guido Krain: Die Geisterschlange von Castonhall_

Watson kennt Sir Roderick Caston schon seit der Geburt von dessen Tochter vor zwei Jahrzehnten. Daher wird er zum Geburtstag des Hausherrn eingeladen. Er nimmt Holmes mit, und das erweist sich als kluge Entscheidung, denn kaum sind die beiden Londoner im Schneetreiben eingetroffen, als in der ersten Nacht auch schon ein Schrei alle Gäste und Bewohner von Castonhall aus dem Schlaf reißt – bis auf den betrunkenen Amerikaner Riggs natürlich. Man findet den britischen Major Masters tot im Speisezimmer, nicht weit von jener unheimlichen Blumenvase entfernt, die nur mit dem schillernden Auge einer Schlangengöttin dekoriert ist.

Doch was war die Ursache für Masters‘ grässlichen Tod? Vier Bisswunden im Gesicht weisen auf einen Schlangenbiss hin, doch das Schmelzen der Augäpfel kann sich Watson nicht erklären. Doch Holmes hat einen ersten Verdacht, wer dafür verantwortlich ist und über die geeignete „Tatwaffe“ verfügen könnte. Ein zweiter Todesschrei in der nächsten Nacht verspricht Antworten.

|Mein Eindruck|

Die Auflösung des Rätsels ist perfide gehandhabt: Der Autor liefert eine rationale und eine mystische Erklärung. Wer also denkt, Holmes habe den Fall aufgeklärt, irrt – der Horror geht weiter und verschärft sich. Denn warum sollte ausgerechnet die liebliche Grace mit dem Leben davonkommen?

Die Story weiß zu unterhalten, doch die Fälle von falscher Rechtschreibung würden jeden Korrektor vor Entsetzen vom Stuhl fallen lassen. Und dafür ist gewiss kein Schlangenbiss nötig.

_8) Barbara Büchner: Sherlock Holmes und das Druidengrab_

Prof. Albus Millstone ist einer der Erzfeinde aller Gesetzeshüter, eingeschlossen Holmes‘. Daher verwundert seine Einladung umso mehr. Holmes soll die neueste Ausgrabung des Pseudo-Archäologen besichtigen, unweit Londons in den Hügeln gelegen, denn damit habe es eine besondere Bewandtnis: Druidenmagie. Dem tückischen Angebot kann Holmes nicht widerstehen, und Watson kommt mit, um seinem Freund in der Gefahr beizustehen.

Das Druidengrab hat bereits ein erstes Opfer gefordert, als sie eintreffen: Die Leiche eines Vorarbeiters der Gräber ist aber so blutleer, ausgetrocknet und plattgewalzt, dass Watson sich fragt, ob hier alles mit rechten Dingen zugeht. Millstone fordert Holmes natürlich heraus, ob er sich wohl zutraue, nachts in das Grab zu gehen und es mit den beiden steinernen Wächtern aufzunehmen. Holmes, der nie ans Übernatürliche geglaubt hat, besteht sogar darauf – aber nicht ohne eine Rückversicherung.

Die Nacht bricht herein, Holmes lässt eine Puppe von sich die Leiter ins Grab hinab – und die beiden grotesken Grabwächter erwachen zum Leben, um den Eindringling zu vernichten …

|Mein Eindruck|

Es kommt zu einem überraschenden Showdown, in dem ein Rabbi à la Judah Löw eine entscheidende Rolle spielt. Die Wiener Autorin kann wirklich ausgezeichnet erzählen, wie jeder weiß, der ihre zahlreichen phantastischen Romane gelesen hat. Dass sie aus Österreich stammt, ist an etlichen Dialektwörtern wie „heroben“ und „nebstbei“ zu bemerken. Ihre Rechtschreibung und Interpunktion entspricht der Neuen Rechtschreibung, die inzwischen überwunden ist.

Da Rabbis und zum Leben erweckte steinerne Wächter oder Krieger auch in der vorhergehenden Geschichte eine zentrale Rolle spielen, finde ich es sehr passend, dass gleich im Anschluss die Geschichte vom Druidengrab folgt. Und Millstone? Nimmt ein unrühmliches, aber höchst verdientes Ende.

_9) Andreas Flögel: Die Fremde_

Vor Baker Str. 221B fährt eine seltsame Kutsche vor. Mrs. Hudson ist ratlos und ruft Holmes und Watson herbei. Die Kutsche ist für den Transport von Fracht ausgelegt, beherbergt aber doch einen Fahrgast. Dr. Watson erschrickt: Das Mädchen ist leichenblass und, als er es mit Mrs. Hudsons Hilfe auszieht, mit den Spuren von Missbrauch und Misshandlung übersät. Außerdem ist es unverkennbar tot, denn jeder Herzschlag fehlt.

Wo kommt dann aber dieses ominöse Klopfgeräusch her? Aber sie nachsehen, sehen sie zur ihrem Erstaunen, dass sich die Hand der Toten so bewegt, dass sie – gut kombiniert – Morsezeichen klopft. Holmes kann vier Wörter entziffern: „Hilfe – Oberst – Peabody – Keller“. Da es im Londoner Adressbuch nur einen Oberst Peabody gibt, ist er schnell ausfindig gemacht. Der Soldat diente wie Watson in Afghanistan, so dass es dem Doktor leichtfällt, Interesse an einem Bettelbesuch vorzutäuschen, während Holmes draußen rekognosziert.

Ein Zugang zum Keller ist ebenso schnell gefunden wie benutzt, doch als sich die beiden Gentlemen darin befinden, erwarten der Oberst und sein grobschlächtiger Diener George sie bereits – mit einem gezückten Revolver. In einer Ecke erspäht Watson allerdings eine zusammengekauerte Frauengestalt, die einen eisernen Halskragen trägt. Offenbar ist hier seine Hilfe gefragt. Leider fackelt der Oberst nicht lange zu schießen, als Holmes einen seiner Tricks versucht. Peng! Schon sinkt der Detektiv in die Brust getroffen nieder, als er Hilfe von unerwarter Seite erhält …

|Mein Eindruck (Spoiler)|

Die Frau in dem zur Gefängniszelle umgewandelten Keller ist nichts anderes als eine Göttin der Naturmächte. Dr. Watson, der emotional normal empfindende Teil des dynamischen Duos, verfällt ihrem geistigen Einfluss auf der Stelle – was einfach ist, denn sie steht splitterfasernackt vor ihm. Er fällt in eine Trance, in der er sich ihr ganz zu unterwerfen und zu ergeben wünscht. Man denke an eine Kombination aus Titania und Galadriel, dann kann man sich ihre Macht ungefähr vorstellen.

Holmes unterliegt ihrem Charme nicht, doch dafür hat sie Verständnis. Holmes vertritt die rationalistische Seite des Duos, musste dafür aber auch auf emotionale Erfüllung verzichten, wie die Göttin ihm sagt. Das weiß er ja selbst. Und findet es nicht lustig, wenn man ihm dies vorhält. Aber worauf SIE hinauswill, ist der Standpunkt, dass Leben nicht eine Ansammlung aus Analysen und diskreten Zuständen ist, sondern eine ganzheitliche Auswirkung von zahllosen Faktoren. Der Tod beispielsweise ist keineswegs das Ende, wie die Mädchenleiche belegt haben dürfte: SIE hat die Lebewesen in der Leiche veranlasst, die Klopfzeichen auszuführen …

Indirekt kritisiert der Autor also durch die Naturgöttin die sich heute ausbreitende techno- und bürokratische Sicht auf das Leben. Dabei kommt uns ein wesentlicher Aspekt des Lebens abhanden. Ich würde ihm darin beipflichten. Und seine Story ist wirklich gut zu lesen: spannend, weil voll überraschender Wendungen.

_10) Sören Prescher: Schleichendes Gift_

Ein Mann, der sich Leonard Whedon, Erbe des Papierfabrikanten Whedon aus Rochester, vorstellt, bittet Holmes um Schutz: Man habe versucht, ihn zu vergiften. Im Haus seiner eigenen Familie! Das Mordwerkzeug war eine Tasse Tee …

Als Holmes und Watson in der Fabrikantenvilla vorstellig werden, erfahren sie zu ihrem Erstaunen, dass der gute Leonard kürzlich bereits das Zeitliche gesegnet habe. Der Mordanschlag war nämlich erfolgreich. Die Polizei sei bereits eingeschaltet, sagen die zwei Brüder Nicolas und Cedric. Als Holmes hartnäckig weiterforscht, stößt er auf einen weiteren, echten Mordversuch, diesmal an Nicolas. In diesem Haus scheint nicht alles eitel Freude und Harmonie zu sein.

Watson grübelt unterdessen über die ungewöhnliche Kälte im Innern des Hauses nach, während draußen wärmende Sonne scheint. Auch die Widmung in einer Dickens-Ausgabe, die auf das Jahr 1870 verweist, gibt ihm zu denken. Und erst recht die Ausgaben einer Zeitung, die aus dem Jahr 1872 stammen. Am Ende hat er es noch mit einem Geisterhaus zu tun? Aber diesen Verdacht behält er für sich. Denn Holmes ist viel zu froh darüber, den Fall aufgeklärt zu haben …

|Mein Eindruck|

Mal von den schrecklichen Druckfehlern und Stilblüten (die Dienerschaft der Villa ist eine „Belegschaft“ wie in einer Fabrik) abgesehen, so bietet die Story nur wenig, das reizvoll ist. Zudem bleiben lose Enden übrig, was den Leser wenig zufriedenstellen dürfte.

Ich fand es darüber hinaus wenig plausibel, dass sich eine ganze stolze Fabrikantenfamilie von einem hergelaufenen Detektiv bis ins kleinste peinlichste Detail durchleuchten lässt (wobei so manches pikante und grausige Detail zum Vorschein kommt), ohne dass sich auch nur eine einzige Stimme des Protests erhebt. Da muss Holmes aber schon eine gewaltige Autorität innehaben, um so unumschränkt schalten und walten zu können.

_11) Volker Bätz: Sherlock Holmes und der Schatten des Chronos_

Eine schöne junge Frau erscheint in der Wohnung von Holmes und Watson: Clara Ashby. Watson ächzt: Sie ist die Schwester eines verachtenswerten Spiritisten, der in Olondon Tagesgespräch ist. Doch als sie der Einladung der Dame folgen, treffen sie einen kranken, lethargischen Mann an, der auf den gleitenden Strom der Themse starrt. Er sagt, er erwarte seinen Tod um 22 Uhr, und fragt, ob sie ihm beistehen würden. Das ist in Ordnung.

Er weiß sein Todesdatum, weil ihm dies eine ganz bestimmte Geisterstimme geflüstert habe: Die seiner geliebten Emma, deren Tod er herbeigeführt zu haben glaubt. Emma war Claras Freundin im Internat für höhere Töchter. In der heutigen Séance soll Emmas Geist erscheinen, um sich an ihm zu rächen. Alle vier lassen sich in die bereitstehenden Stühle schnallen, dann wird von einem Diener das Licht ausgesperrt. Die Sitzung beginnt.

Doch sie endet völlig anders als erwartet …

|Mein Eindruck|

Eine kleine, feine Erzählung, die auf den Punkt kommt und mit einer verblüffenden Lösung des Rätsels aufzuwarten weiß. Am Schluss hinterlässt die Geschichte noch einen kleinen Stachel im Bewusstsein des Lesers: ein Widerspruch, der sich vielleicht nur durch die echte Existenz von Geistern auflösen lässt.

_12) Ruth M. Fuchs: Sekhmet darf nicht gedient werden_

Holmes und Watson sind bei Lord und Lady Worthington eingeladen, als ein aufgeregter kleiner Mann hereinstürzt und verkündet, dass der Leiter der ägyptischen Sonderausstellung im britischen Museum, die der Lord als Schirmherr organisiert hat, zu Tode gestürzt sei. Aufruhr und Panik scheinen jedoch Holmes nicht anzufechten, der einfach nur von einem „Gerücht“ spricht.

Im britischen Museum angekommen erweist sich das vorzeitige Ableben des Ausstellungsleiters Arthur Bambidge in der Tat als Falschmeldung: Da steht er ja, quicklebendig. Aber er hat schlechte Neuigkeiten: „Harriet ist tot.“ Harriet ist kein Frauenzimmer, sondern sein Assistent. Und er liegt mit gebrochenem Genick auf der Kabine des Aufzugs. Anscheinend schaute er, vor dem Aufzugschacht wartend, in die Höhe und sah dort etwas, das ihn mit Entsetzen und Schrecken erfüllte, so dass er den Halt verlor und in die Tiefe auf die sich nähernde Aufzugkabine fiel. Watson fallen sofort die schmalen Würgemale an Harriets Hals auf. Bambidges Finger sind viel dicker.

In Harriets Arbeitszimmer bietet sich dem Detektiv ein weiteres Rätsel: Es ist völlig verwüstet. So als habe jemand wütend etwas gesucht und es nicht gefunden. An der Wand stehen Hieroglyphen, die Bambidge übersetzt: „Sekhmet darf nicht gedient werden!“ Holmes schließt haarscharf, dass dies etwas mit der Mumie zu tun haben muss, die das Haupt- und Prunkstück der Ausstellung ist. Es handle sich um die Mumie eines Priesters, der aus einer ungewöhnlichen Gruft im Tal der Könige geborgen wurde: „In der ganzen Gruft fand sich kein einziges Ankh.“ Das kreuzförmige Ankh ist das Zeichen für Atem und Leben. Der Priester muss als Verbrecher angesehen worden sein.

Das nächste Detail lässt Watson die Haare zu Berge stehen: Der Priester, der verbotenerweise Sekhmet diente, wurde bei lebendigem Leib gefesselt und einbalsamiert …

|Mein Eindruck|

Doch wer oder was hat nun Harriets Tod mitverschuldet? Wie sich herausstellt, befand sich in der Gruft des ketzerischen Priesters noch eine zweite Mumie … An diesem Punkt findet das Übernatürliche Eingang in das Gewebe der Geschichte. Das ist doch recht gruselig und rätselhaft erzählt, so dass der Leser bis zum Schluss bei der Stange bleibt.

Nur an einer Stelle musste ich stutzen. Holmes schlägt seinem Freund Watson auf die Finger, um zu verhindern, das etwas Verbotenes anfasst. Diese Geste ist viel zu impulsiv und emotional, um zu Holmes‘ rationalem Charakter zu passen. Sie passt vor allem zu einem weiblichen Charakter. Hier hat sich die Autorin selbst zu sehr eingebracht. Holmes hätte wohl nur besonnen die Finger seines Freundes gepackt und beiseite geschoben.

Bemerkenswert sind das Auftreten eines „Steamobils“, also eines dampfgetriebenen Bodenfahrzeugs, und die Erwähnung von „Droiden“, wie man sie aus STAR WARS kennt. Wozu diese Fremdkörper unter den Realien der Geschichte dienen sollen, entzieht sich meinem Verständnis. Allenfalls im Kontext des Steampunk-Subgenres, das alle möglichen Zeiten kombinieren darf, könnte man diese Artefakte goutieren. Aber dafür ist diese Sammlung eigentlich nicht ausgelegt.

_13) Tanya Carpenter: Im Rauch der Meerschaumpfeife_

Inspektor Lestrade verhaftet Sherlock Holmes wegen dringenden Mordverdachts! Lord Beddingfurth hat das Zeitliche gesegnet. Tot liegt der Mann, der am Abend zuvor noch Dr. Watson im Savage Club getroffen hat, auf dem Boden seines Musikzimmers. Seine Lippen sind blau verfärbt, die Haut des Gesichts schimmert jedoch rosig statt blass. Watson riecht Bittermandel, schreibt dies jedoch dem Amaretto zu, der sicherlich in der Zimmerbar steht.

Die Indizien deuten auf Holmes: Holmes‘ eigene Meerschaumpfeife, eine Violine, die er zu malträtieren wusste – und vor allem die Tatsache, dass Holmes kein Alibi für die Tatzeit hat. Jeder weiß, dass er gesellschaftliche Anlässe meidet. Deshalb schlug er auch Beddingfurths Einladung in den Savage Club aus.

In der Knastzelle bittet der Detektiv seinen Freund Dr. Watson, eine Liste von Erkundigungen einzuziehen und von Gegenständen zu besorgen. Getreulich besorgt Watson das Gewünschte. Dann lässt Holmes ihn Lestrade rufen. Der Fall sei gelöst …

|Mein Eindruck|

Die Lösung ist durchaus verblüffend – und soll hier deshalb keinesfalls verraten werden. Die Autorin greift hier die Problematik des allzu großen Fans von Promis auf. Es ist geradezu beängstigend, wozu Fans bereit sind, um mit ihrem Star in Kontakt zu treten. Hier jedoch handelt es sich allerdings sogar um einen posthumen Test von Holmes‘ Fähigkeiten, die diesen in den Knast bringen. Schande über Holmes, wenn er diesen Fall nicht lösen könnte. Man sieht also, dass auch eine Prise Ironie in der Erzählung versteckt ist.

_Schwächen und Zweifelsfälle_

Wer hätte je gelesen, dass Holmes eine „Twistjacke“ (S. 58) trug? Ich jedenfalls nicht, denn bislang las ich immer von seiner Tweedjacke. Ärgerlich ist auch der Wechsel von Namen. Erst heißen die Nachbarn in Anke Brachts Erzählung Worsleys, dann auf einmal Whisleys (S. 87).

Die Korrekturarbeit lag offensichtlich bei den AutorInnen selbst, denn wie sonst wäre es zu erklären, dass die Qualität des Sprachstils und die Häufigkeit der Druckfehler von Story zu Story schwankt? Den Vogel in Sachen Schlampigkeit schießt zweifellos Guido Krain ab. Ab S. 123 macht er aus „übersät“ doch lieber „überseht“, aus einer Miene eine „Mine“, aus einem Stil einen „Stil“ und aus einer Schlange eine „Schlage“. „Des Nächtens“ ist eine überkandidelte Stilblüte, die ihm um die Ohren gehauen gehört.

Sören Prescher arbeitet auch nicht viel sorgfältiger. Aus Vorhängen werden „Vorgänge“ (S. 175) und aus „hasst“ einfach nur „hat“ (S. 176). Auf S. 178 veranstaltet er gar einen Tigerangriff in Afrika, obwohl jeder Wikipedia-Surfer weiß, dass Tiger in Afrika nicht vorkommen. Prescher liebt auch das Weglassen von Wörtern – schließlich gibt es sowieso eine lästige Überzahl dieser Spezies auf der Welt. Auf S. 181 fehlt etwas in dem Satz: „Kurz ärgerte [ich] mich, sie nicht früher … gesehen zu haben.“ Man kann zwar argumentieren, das „ich“ könne man eh weglassen, aber dann müsste der Autor bzw. sein Erzähler schreiben, dass ihn „DIE TATSACHE ärgerte, sie … nicht früher gesehen zu haben.“ Wenigstens ein Satzsubjekt darfs schon sein, gell?

Silbentrennung wird heutzutage grundsätzlich dem Textprogramm überlassen. Leider kann das Programm auch nur trennen, was schon vorhanden ist. Deshalb fällt die Trennung von „Metalll-gierung“ auf S. 217 reichlich unkorrekt aus. Es fehlt das E.

_Unterm Strich_

Mit diesem Band beginnt der Fabylon-Verlag seine Reihe MEISTERDETEKTIVE. Wer wäre als Figur besser geeignet, diese Reihe zu eröffnen, als Sherlock Holmes? Die vorliegende Sammlung von Erzählungen, die den berühmtesten Detektiv aller Zeiten in Aktion präsentieren möchte, weiß durchaus spannend zu unterhalten. Wie es die Konvention verlangt, erzählt stets Dr. Watson von Holmes‘ Heldentaten.

Die Themen variieren von übernatürlichen Mächten über spiritistische Erscheinungen bis hin zu fingierten Morden. Geister spielen ebenso eine Rolle wie geisterhafte Schlangen und sogar Golems. Die Golem-Geschichte gehört zu den stärksten Beiträgen des Bandes, neben der über die brennende Stahlbrücke und der über die Erdgöttin. Diese Geschichten glänzen vor allem angesichts der Handvoll schwächerer Beiträge, die mir durch ihre vielen Druckfehler (s. o.) negativ aufgefallen sind.

Insgesamt also eine lesenswerte Anthologie, die besonders Sammler interessieren dürfte. Die nächste Anthologie sollte aber sorgfältiger lektoriert werden. Selbst wenn dadurch der Preis um ein oder zwei Euro höher ausfällt. Zum Ausgleich dafür könnte ich durchaus auf die Illustrationen verzichten, auch wenn diese ihren eigenen Reiz zum Buch beitragen.

Fazit: drei von fünf Sternen.

|Broschiert: 240 Seiten
ISBN-13: 978-3927071759|
http://www.fabylon.de

Doyle, Arthur Conan / Gruppe, Marc – Sherlock Holmes: Der Fall Milverton / Der Teufelsfuß (Krimi-Klassiker 5)

_Auf Großwildjagd nach Cornwall_

London in den 1880er Jahren: Lady Brackwell steht kurz vor ihrer Hochzeit mit dem Earl of Dovercourt, als sie Opfer einer infamen Erpressung durch Charles Augustus Milverton zu werden droht. Kann es der Meisterdetektiv mit dem Erzschurken aufnehmen?

Im zweiten Fall, „Der Teufelsfuß“, werden Holmes und Dr. Watson mit äußerst mysteriösen Vorgängen in Cornwall konfrontiert, wo Holmes eigentlich in Kur ist. Geht dort wirklich der Teufel um? Pfarrer Roundhay ist überzeugt davon und hat einen Großwildjäger um Beistand gebeten …

_Der Autor_

Sir Arthur Conan Doyle lebte von 1859 bis 1930 und gelangte mit seinen Erzählungen um den Meisterdetektiv Sherlock Holmes zu Weltruhm. Dabei begann der Mediziner, der eine eigene Praxis hatte, erst 1882 mit dem Schreiben, um sein Einkommen aufzubessern. Neben mystischen und parapsychologischen Themen griff er 1912 auch die Idee einer verschollenen Region (mit Dinosauriern und Urzeitmenschen) auf, die von der modernen Welt abgeschnitten ist: „The Lost World“ erwies sich als enorm einflussreich und wurde schon 13 Jahre später von einem Trickspezialisten verfilmt. Bereits 1913 ließ Doyle eine Fortsetzung unter dem Titel „The Poison Belt“ (dt. als Im Giftstrom, 1924) folgen.

_Die Inszenierung_

|Die Sprecher|

Sherlock Holmes: Joachim Tennstedt (dt. Stimme von John Malkovich)
Dr. John H. Watson: Detlef Bierstedt (dt. Stimme von George Clooney u. a.)

|In „Der Fall Milverton“:|

Charles Augustus Milverton: Hans-Werner Bussinger (dt. Stimme von Michael Caine)
Madame X (eine Unbekannte): Rita Engelmann (dt. Stimme von Kim Novak)
Inspektor Jones: Christian Rode (dt. Stimme von Sean Connery)

|In „Der Teufelsfuß“:|

Pfarrer Roundhay: Heinz Ostermann
Mortimer Tregennis: David Nathan (dt. Stimme von Johnny Depp, Christian Bale, Leonardo DiCaprio)
Mrs. Porter: Dagmar Altrichter (dt. Stimme von Angela Lansbury)
Dr. Leon Sterndale: Jürg Löw

Die orchestrale Musik stammt von Manuel Rösler, Ko-Produktion, Buch & Regie steuerten Marc Gruppe und Stephan Bosenius bei, Aufnahme und Abmischung erfolgten durch Kazuya @ Bionic Beats.

_Handlung von „Der Fall Milverton“_

Holmes ist angewidert: Charles Augustus Milverton hat sich bei ihm zu Besuch angesagt. Und wer ist diese Person?, möchte der gute Doktor Watson wissen. Der „König der Erpresser“, lautet die erboste Antwort. Milverton kauft Briefe an, die Personen der „feinen Gesellschaft“ kompromittieren. Die Verkäufer sind meist Leute aus deren Haushalt, treulose Dienstboten und dergleichen.

Lady Brackwell steht kurz vor ihrer Hochzeit mit dem Earl of Dovercourt, doch Milverton hat mehrere kompromittierende Briefe der Dame gekauft, die sie in jugendlicher Verliebtheit geschrieben hatte – an einen mittellosen Gutsherrn. Nicht auszudenken, wie peinlich dem Earl die Kenntnis der Briefe wäre, vor allem dann, wenn sie schon bald, wie Milverton droht, in der Zeitung stünden. Der Erpresser fordert von Holmes, der für die Lady vermittelt, schlappe 7000 Pfund Sterling, also ein kleines Vermögen.

Doch Holmes‘ und Watsons Versuch, den Widerling festzuhalten und der Polizei zu übergeben, schlägt leider fehl: Der Kerl ist sogar bewaffnet! Derartigen Affront kann der Meisterdetektiv nicht auf sich sitzen lassen und organisiert einen einfachen aber wirkungsvollen Plan. Er verkleidet sich als agiler Klempner und gewinnt Vertrauen und Zuneigung von Milvertons Hausmädchen. Seine Ankündigung, sich verloben zu wollen, versetzt seinen Freund und Partner in beträchtliches Erstaunen. Kleiner Scherz am Rande, lieber Watson!

Mit den so erhaltenen Informationen kann es Holmes nun ohne größeres Risiko wagen, bei Milverton in Hampstead einzubrechen, dessen Safe zu knacken und die Briefe zu vernichten. Doch Watson will unbedingt mitkommen, um bei dem Coup dabei zu sein. Holmes freut sich schon darauf, in der potenziell auf sie wartenden Gefängniszelle auf so angenehme Gesellschaft hoffen zu dürfen.

Ein nächtliches Abenteuer mit etlichen Überraschungen und einer rasanten Fluchtszene beginnt.

_Handlung von „Der Teufelsfuß“_

Im Frühjahr 1887 fühlt sich Holmes völlig erschöpft und geht auf Anraten seines Arztes und besten Freundes nach Cornwall in Kur. Dort an der Küste soll die Luft ja besonders gut sein. Bei einem ihrer Spaziergänge werden Holmes und Watson von zwei Einheimischen abgefangen: Es sind Pfarrer Roundhay und Mortimer Tregennis, ein Bürger aus der Gegend.

Etwas Furchtbares habe sich ereignet, und ob der berühmte Detektiv wohl so freundlich wäre, bei der Aufklärung des mysteriösen Falles zu helfen? Holmes zögert keine Sekunde und eilt mit den anderen an den Tatort, während diese ihm berichten. Tregennis hat seine Schwester Brenda tot vorgefunden, nachdem er eine Weile hinausgegangen war, und seine Brüder Owen und George haben den Verstand verloren. In der Tat: Als Holmes die verstorbene Brenda ansieht, beschleicht ihn ein leises Grauen. Sie starrt entsetzt drein, als habe sie den Leibhaftigen erblickt.

Holmes analysiert messerscharf den Tatort – eine ungewöhnlich stickige Luft, die die Haushälterin fast das Bewusstsein verlieren ließ – und ein mögliches Motiv: Es gab Streit unter den vier Geschwistern. Doch warum überlebte Mortimer als einziger, und worin besteht die Tötungsmethode?

Die Lage wird komplizierter, als am nächsten Tag Leon Sterndale auftaucht, herbeigerufen vom Pfarrer, seinem guten Freund. Er habe sogar seine Abreise nach Afrika verschoben. Er wollte auf den dunklen Kontinent fahren, um auf Großwildjagd zu gehen. Holmes ist erstaunt, als sich Sterndale nach dem Stand seiner Ermittlungen erkundigt, doch Sterndales Angaben stellen sich alle als korrekt heraus. Dennoch traut ihm Holmes nicht hundertprozentig.

Dass Holmes nichts herausfindet, hat tragische Folgen: Mortimer Tregennis wird tags darauf tot aufgefunden. Wieder fällt Holmes die ungewöhnlich stickige Luft am Tatort auf. Vom Schirm der Lampe kratzt er ein wenig schwarze Substanz ab und verwendet sie, um ein Experiment auszuführen.

Er ahnt nicht, wie verheerend die Folgen dieses Selbstversuchs für ihn und Dr. Watson sind …

_Mein Eindruck_

Die beiden Episoden unterscheiden sich in ihren Erzählmitteln, der Thematik, dem Schauplatz und der verwendeten Ermittlungsmethode.

|“Der Fall Milverton“| präsentiert uns einen staatstragenden Meisterdetektiv (er schützt die Ehre einer Adligen in spe), der sich dennoch nicht scheut, in die Rolle eines einfachen Arbeiters zu schlüpfen, um den Bediensteten des verfolgten Schurken Informationen zu entlocken.

Am Tatort seines nächtlichen Einbruchs wird er sodann richtig kriminell aktiv, muss sich verstecken und wird unwillentlich Zeuge noch weitaus kriminellerer Machenschaften. An Action besteht hier kein Mangel, und mich erfreute vor allem der ironische Humor, den der Autor an den Tag legt.

Das Sahnehäubchen bildet praktisch der abschließende Besuch eines verzweifelten Inspektor Jones‘, der zwei Einbrecher sucht, die in Hampstead einen gewissen Milverton umgebracht haben sollen. Da ist er natürlich bei Holmes genau an der richtigen Adresse – aber anders, als er denkt. Er gibt sogar eine akkurate Beschreibung eines der Gesuchten, die auf Watson passt – und der kommt doch glatt ins Schwitzen!

|“Der Teufelsfuß“| befleißigt sich ganz anderer Methoden und Umstände. Zum einen befinden sich Holmes und Watson weit weg von der Großstadt, und die Beziehungen zwischen ihren zeitweiligen Nachbarn sind leicht durchschaubar. Das Leben verläuft hier meist in geregelten Bahnen, und so erregen der zweifache Mord und der Wahnsinn der zwei Brüder im Hause Tregennis enormes Aufsehen. Trotz aller Beobachtungen usw. kommt Holmes jedoch nicht weiter – bis zum zweiten Mord.

Dass Holmes zunächst keine Ermittlungsergebnisse erlangt, mag ihn dazu verleiten, nach diesem Mord den verhängnisvollen Selbstversuch mit der unbekannten Substanz aus dem Lampenschirm zu unternehmen. Diesmal übernimmt also die Chemie die Rolle, die in der anderen Story dem Einbrechen & Safeknacken zugefallen ist: Sie fördert die Wahrheit ans Licht, jedoch, wie es fast immer der Fall ist, um einen hohen Preis. Erst dann klärt sich der Begriff auf, der der Geschichte ihren Titel verleiht. Wer genau zuhört, wird bemerken, dass laufend von Teufelswerk und teuflischen Dingen die Rede ist, es aber in Wahrheit um einen Menschen geht, der sich wie ein Teufel verhält – und hiervon geht die Spannung aus: Was brachte jemanden dazu, die wunderschöne Brenda Tregennis auf so grauenerregende Weise zu töten?

Ich fand diese Episode beim ersten Anhören weniger prickelnd als die erste, und dass nicht nur Geld, sondern auch eine tragische Liebesbeziehung eine Rolle spielt, hätte ich mir fast denken können. Interessant ist jedoch die Verwendung von zwei Rückblenden, um die Motive des Täters darzulegen. Erst diese Rückblenden steigern die Spannung und führen im eigentlichen Sinne zu einem grauenhaften Höhepunkt: Mortimers Ermordung.

Bei beiden Episoden fällt auf, dass Holmes seine ganz individuelle Auffassung von Gerechtigkeit und Bestrafung hat. Er (ver)urteilt nie nach dem Buchstaben des Gesetzes, sondern folgt seinem „Herzen“, also seinem persönlichen moralischen Empfinden. Das ist recht bemerkenswert bei einem Mann, der sich kühler Logik rühmt.

_Die Inszenierung_

Mir hat, wie gesagt, „Der Fall Milverton“ hervorragend gefallen. Der Konflikt, die Gegenmaßnahmen, die Lösung des „Falles“ – alles ist so einfach, doch elegant inszeniert, dass ich dachte, einer Art Actionkomödie zuzuhören. Dabei kommt es jedoch nie zu Klamauk, wie man das vielleicht von Edgar-Wallace-Filmen aus den Sechzigern kennt.

Nur an einer Stelle fragte ich mich, ob es nicht unplausibel ist, wenn Holmes und Watson sich laut flüsternd unterhalten, während sie sich hinter einem Vorhang vor dem Objekt ihrer Neugier, nämlich Milverton, verstecken. Das erinnerte mich an die guten alten Karl-May-Hörspielplatten (antikes Vinyl!) wie etwa „Der Schatz im Silbersee“. Darin quasseln die heldenhaften Trapper (Sam Hawkins, Hobble-Frank und Tante Droll usw.) und Indianer selbst dann noch wie die Weltmeister, wenn sie sich gerade an den jeweiligen Gegner heranschleichen.

Über die Stimme des „Sean Connery“ – Christian Rode – wunderte ich mich ebenfalls. Sie klingt hier überhaupt nicht nach dem alten distinguierten Gentleman, als den man Connery in den letzten Jahren gesehen hat, und noch nicht einmal nach dem jungen Connery der frühen Bond-Filme.

In „Der Teufelsfuß“ bestehen keinerlei in akustischer Hinsicht heiklen Situationen, wohl aber eine hohe Gefährdung von Leib und Leben für Holmes und Watson. Wie das ausgeht, soll hier nicht verraten werden. Die Szenen spielen sich meist in Innenräumen ab. Vermittelt „Milverton“ den Eindruck einer Actionkomödie, so erscheint mir „Teufelsfuß“ eher wie ein kleines Drama, das sich über lange Zeit hin entwickelt hat und nun, in Holmes‘ Beisein, seinen tragischen Höhepunkt findet. Entsprechend ernst ist der Ausdruck der Darstellung auf allen Seiten. Dies ist der Punkt, an dem Jürg Löw als Dr. Leon Sterndale glänzt.

Auch dem Zyniker Holmes vergeht der Humor ziemlich schnell. Gäbe es irgendeine Art von Humor, so klänge er wohl wie das wahnsinnige Gelächter der beiden Brüder Brenda Tregennis‘. Die fahren johlend und kichernd in einer Kutsche an Holmes und Watson vorbei, schon auf dem Weg in die Irrenanstalt.

|Musik und Geräusche|

Schüsse fallen! Oh ja, doch bekanntlich gibt es Schüsse und Schüsse, genauso wie Revolver, Gewehre und Pistolen. Allerdings sind wir hier nicht bei Sergio Leone und reiten nicht durch die Prärie bei Flagstone in „Spiel mir das Lied vom Tod“. Demzufolge sind in Londoner Interieurs geradezu zivilisiert klingende Pistolenschüsse zu erwarten. Das ist auch der Fall, allerdings kommen sie wohl eher aus einer Pistole mit Platzpatronen als aus einer echten 9mm Beretta. Jedenfalls kommen Aficcionados von dreidimensionalen Soundwundern hier kaum auf ihre Kosten.

Brave Hausmannskost stellen die zahlreichen kleinen Hintergrundgeräusche dar: Türen quietschen, die hölzernen Bodendielen knarren, Teetassen klirren und hin und wieder zündet Holmes das Streichholz für eine neue Pfeife an (ein erstaunlich cooler Sound). Möwengekreisch und Meeresrauschen empfangen uns in Cornwall, aber auch auffallend viele Singvögel. Doch wie schade, dass man giftige Dämpfe nicht soundtechnisch darstellen kann.

Das ist vielmehr Aufgabe der Musik – und beileibe keine einfache. Der Verlauf des riskanten Selbstversuchs, den Holmes und Watson unternehmen, fordert den Einfallsreichtum eines Komponisten, gilt es doch unsichtbare Dinge wie Ängste und Wahnvorstellungen zu vermitteln, ja, sogar Todesangst. Manuel Rösler setzt als Einleitung zunächst Streicher ein, doch sobald die Albträume beginnen, werden sie durch elektronisch erzeugte Töne in sehr tiefer Lage abgelöst. Das Ergebnis kann sich hören lassen, und nur wer eiskalt ist, wird nicht davon berührt werden.

Dieser Moment wird übrigens später in der zweiten Rückblende wiederholt, und so ist der Hörer in der Lage, sich den Horror vorzustellen, den Mortimer in den letzten Augenblicken seines Lebens erlebt haben muss. Da sind die Schreie kaum nötig, die sich seiner Kehle entringen. David Nathan macht das recht realistisch, ohne jedoch zu übertreiben.

_Unterm Strich_

Mutet „Der Fall Milverton“ wie eine humorvoll inszenierte Actionkomödie an, so haben wir es bei „Der Teufelsfuß“ quasi mit einem kleinen Drama zu tun – alles Weitere siehe oben. Wieder einmal treffen Welten aufeinander: In „Milverton“ sind es die feine Gesellschaft und ihre weniger feinen Bediensteten sowie deren krimineller Nutznießer. In „Teufelsfuß“ muss sich Holmes mit einem Tötungsmittel aus exotischen Gefilden herumschlagen, ähnlich wie schon in „Das gefleckte Band“. Merke: je ausgefallener das Mordinstrument, desto kniffliger der Fall – und umso größer Holmes‘ Ruhm nach dessen Lösung. „Teufelsfuß“ bietet auch zwei echte Horrormomente (siehe oben).

Wer Gefahr läuft, auf der Jagd nach neuen Sherlock-Storys zu verhungern, kann gerne zu diesen wenig bekannten Erzählungen greifen. Der wahre Holmes ist das noch nicht, sondern eher ein – oder besser gesagt: zwei – Appetithäppchen. Dennoch kann das Hörbuch Vergnügen bereiten, wenn man sich auf einer kurzen Fahrt von 75 Minuten Dauer befindet.

Für den bescheidenen Preis von acht Euronen erhält man immerhin keinen Aufguss einer uralten Radiosendung von anno dunnemals, sondern neue Hörspiele mit aktuellen Sprechern, die etwas von ihrem Handwerk verstehen. Und selbst Zwölfjährige sollten den Text ohne Mühe verstehen und begreifen können. Schließlich stellt Watson stets die richtigen Fragen …

|75 Minuten auf 1 CD
Empfohlen ab 12 Jahren|

Arthur Conan Doyle & Herman Cyril McNeile – Der verschwundene Kutscher (Die geheimen Fälle des Sherlock Holmes Folge 37)

Bombige Zeiten in Dorset

Der Duke of Dorset sucht den Rat des Meisterdetektivs, denn sein Leib-Kutscher ist auf seltsame Art und Weise verschwunden. Dies ist besonders unpassend, da der Duke einen hohen aristokratischen gast aus Russland erwartet… (Verlagsinfo)

Der Verlag empfiehlt das Hörbuch ab 12 Jahren.

Die Serie wurde mit dem „Blauen Karfunkel“ der Deutschen Sherlock Holmes-Gesellschaft ausgezeichnet.
Arthur Conan Doyle & Herman Cyril McNeile – Der verschwundene Kutscher (Die geheimen Fälle des Sherlock Holmes Folge 37) weiterlesen

Doyle, Arthur Conan – Im Zeichen der Vier

_Unterhaltsamer Nostalgie-Krimi in zeitgenössischer Übersetzung_

Vier Jahre nach dem rätselhaften Verschwinden ihres Vaters hat Mary Morstan von einem Unbekannten ein Geschenk erhalten: eine sehr große, prächtige Perle. Jahr für Jahr hat sich das wiederholt. Doch nun, im Jahr 1888, ist sie aufgefordert worden, sich noch am selben Abend mit dem unbekannten Spender zu treffen. Sie bittet Sherlock Holmes um Hilfe. Holmes und Dr. Watson begleiten sie zum Rendezvous mit dem Unbekannten. Damit beginnt die Suche nach dem riesigen, fluchbeladenen Agra-Schatz. Eine Suche, die mit einer nächtlichen Verfolgungsjagd auf der Themse ihren gefährlichen Höhepunkt erreicht. (abgewandelte Verlagsinfo)

Dies ist der zweite Teil der Gesamtausgabe der Sherlock-Holmes-Serie, die Prof. Volker Beuhaus bei |Delta Music| herausgibt. Auf dem Titel ist als Autor ein gewisser „C. Doyle“ angegeben, nicht Arthur Conan Doyle. Das spricht nicht gerade für editorische Sorgfalt.

_Der Autor_

Sir Arthur Conan Doyle lebte von 1859 bis 1930 und gelangte mit seinen Erzählungen um den Meisterdetektiv Sherlock Holmes zu Weltruhm. Dabei begann der Mediziner, der eine eigene Praxis hatte, erst 1882 mit dem Schreiben, um sein Einkommen aufzubessern. Neben mystischen und parapsychologischen Themen griff er 1912 auch die Idee einer verschollenen Region (mit Dinosauriern und Urzeitmenschen) auf, die von der modernen Welt abgeschnitten ist: [„The Lost World“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1780 erwies sich als enorm einflussreich und wurde schon 13 Jahre später von einem Trickspezialisten verfilmt. Schon 1913 ließ Doyle eine Fortsetzung unter dem Titel „The Poison Belt“ (dt. als „Im Giftstrom“, 1924) folgen.

_Der Sprecher_

Der Schauspieler Peter Lieck hatte an verschiedenen Theaterbühnen Deutschlands Engagements. Seit vielen Jahren ist er für den Rundfunk tätig: mit Romanlesungen, Gedichten, Hörspielen wie etwa Goethes „Dichtung und Wahrheit“, Flauberts „Erziehung des Herzens“ und Romanen von Saul Bellow. Er tritt in Köln auf der Bühne auf, macht noch szenische Lesungen von Saint-Exupérys „Der kleine Prinz“. Auf der Rückseite des Hörbuchalbums ist sein Foto abgedruckt.

Zu Regie und Tonmeister liefert das Hörbuch keine Angaben.

_Handlung_

Die Chronologie der Ereignisse wird in der berühmten Erzählung bzw. im Hörbuch ziemlich verschachtelt und häppchenweise vorgelegt. Daher versuche ich, ein wenig Licht in diesen Dschungel zu bringen, ohne das Meiste zu verraten.

Es waren einmal zwei dicke Freunde, die als Gefängnisaufseher auf den anglo-indischen Andamanen-Inseln arbeiteten: Sholto und Morstan. Durch glückliche Umstände gelangten sie in den Besitz eines großen Schatzes, den sie sich brüderlich teilen wollten. Doch es kam alles ganz anders …

Am 18. April 1882 kehrt Bartholomew Sholto vom Studium in sein Elternhaus Pondycherry Lodge in der Nähe von London zurück. Sein Zwillingsbruder Thaddeus ist froh, ihn wiederzusehen, denn in letzter Zeit leidet ihr Vater an einem beunruhigenden Verfolgungswahn. Er hat zwei Preisboxer als Leibwächter eingestellt, nachdem er Eindringlinge am Fenster gesehen habe. Insbesondere Einbeinige lasse er verfolgen. Da bringt der Butler einen Brief aus Indien, der Major Sholto in Angst und Schrecken versetzt: Eine Gruppe, die sich „Das Zeichen der Vier“ nennt, hat darin gedroht, sich das, was er geraubt habe, zurückzuholen und ihn für seinen Verrat zu bestrafen. Er erleidet einen Schwächeanfall, flüstert noch ein paar letzte Worte von einem „Schatz“ und einer Mary Morstan – und gibt den Löffel ab.

1888, sechs Jahre später.

Eben jene Mary Morstan besucht Sherlock Holmes und Dr. John Watson, einen jungen mittellosen Militärarzt, in Holmes‘ Büro in London, Baker Street 221B. Holmes hat sich mal wieder eine seiner, wie Watson sagen würde, „entsetzlichen“ Kokainspritzen gesetzt und ist folglich bester Laune. Diese hebt sich noch viel mehr angesichts des wunderschönen Geschöpfes, das durch seine Tür tritt. Denn im Gegensatz zu manchen Darstellungen in gewissen Filmen ist Holmes kein Griesgram, sondern ein weltzugewandter Genießer, dem nichts lieber ist als eine Herausforderung seiner formidablen geisten Fähigkeiten. Nach Zeiten mentalen Hungers bietet Mary Morstan ihm nun eine leckere Geistes-Mahlzeit: ein Rätsel!

Die Ärmste schlägt sich seit dem Verschwinden ihres Vaters im Jahre 1878 als Gesellschafterin bei Mrs. Cecil Forrester durch, doch seit 1882 erhält sie von einem unbekannten Gönner alljährlich eine wunderschöne Perle geschickt, so dass sich ihr Lebensstandard ein wenig gehoben hat.

Watson und Holmes, die ihre daraus gefertigte Halskette in Augenschein nehmen dürfen, sind völlig von den Socken: edelste Ware, no doubt! Aber deswegen ist Miss Mary nicht hier. Sie hat eine Einladung zu einem geheimen Treffen erhalten. Sie dürfe zwei Freunde, aber keinerlei Polizeibeamte mitbringen. Ob die beiden Herren wohl so nett wären?

Und ob sie wären! Vorsichtshalber nimmt Holmes aber seinen zuverlässigen Revolver mit. Ein Kutscher sammelt sie am Treffpunkt auf und fährt sie in die schlechteren Viertel Süd-Londons. Als ein Inder sie in das Haus einlässt, staunen alle Bauklötze: ein veritabler Palast wie aus dem Orient. Wem gehört die noble Hütte? Es ist Thaddeus Sholto und er hat eine lange Geschichte zu erzählen.

Doch als sie in Pondicherry Lodge eintreffen, um Mary den ihr rechtmäßig zustehenden Schatz zu zeigen, kommen sie zu spät. Jemand ist ihnen zuvorgekommen, was dem armen Bartholomew gar nicht gut bekommen ist: In seinem Hals steckt ein Dorn mit einem tödlichen Gift …

Doch wie konnte der Täter in einen komplett abgeschlossenen Raum eindringen und – vor allem – wieder entkommen? Holmes stellt sich endlich das ersehnte Rätsel: ein klassisches |locked room mystery|!

_Mein Eindruck_

Natürlich ist es von diesem bis zur Ergreifung der Täter noch ein weiter Weg. Und ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass sich auch das Anhören der restlichen Handlung lohnt. Die Gehörgänge kommen voll auf ihre Kosten – siehe meine Abschnitte „Musik“ und „Geräusche“. Endlich erfahren wir am Schluss auch, wie alles begann, irgendwo am anderen Ende des Empires, als ein unvorsichtiger Kaufmann seinem Kollegen etwas von einem Schatz zuflüsterte.

Natürlich ist eine Schatzjagd immer ein netter Aufhänger für eine flotte Story, und umso mehr für das viktorianische Publikum, das das angesehene „Strand Magazine“ las, in dem Doyle seine Storys veröffentlichen konnte. Abenteuer, Gefahr, ein waschechter Kannibale – beim Jupiter! Es gibt genügend Unterhaltsames in der Story, um einen Roman daraus zu spinnen.

Doch Doyle lässt auch eine gewisse Kritik an den erschreckenden Zuständen auf den Gefängnisinseln eben dieses British Empires einfließen. Die Schlussrede des Täters ist voller Anklagen, die offenbar allesamt gerechtfertigt sind. Er stellt sich natürlich selbst als Opfer hin, aber es war sicher nicht ungewöhnlich, dass britische Aufseher wie Sholto und Morstan den ihnen ausgelieferten Häftlingen sämtliche Habseligkeiten abnahmen, die sie besaßen. Und dazu gehörte eben auch die Information über den Schatz in der Stadt Agra, wo das Tadsch Mahal steht.

Die Gier nach dem Gold ist das ausschlaggebende Thema hinter der ganzen Schatzsuche. Und bevor die Truhe geöffnet wird, fragt sich vielleicht der eine oder andere Zuhörer, ob der Schatz nicht besser drin bleiben sollte als noch mehr Menschen ins Unglück zu stürzen, beispielsweise die liebliche Miss Morstan …

_Der Sprecher_

Man merkt es dem Sprecher Peter Lieck deutlich an, dass er sowohl Bühnen- als auch Rundfunkerfahrung hat: Er spricht sehr deutlich, macht Pausen zwischen und in den Sätzen, so dass Bedeutungseinheiten klar hervorgehoben werden. Über weniger wichtigen Text wie etwa einen Zeitungsartikel fliegt er schnell hinweg, eben genau so, wie man den Text selber lesen würde.

Dies ist aber nur die eine Seite seiner Kunst. Natürlich sind auch die zahlreich auftretenden Figuren auf eine Weise zu charakterisieren, dass sie der Hörer unterscheiden kann, und zwar jederzeit. Das geht am besten anhand ihrer Stimmhöhe und Sprechweise. Dr. Watson, der Ich-Erzähler, nimmt die Stelle des zweifelnden gesunden Menschenverstandes gegenüber Holmes ein, welcher ein getriebener Junkie der Vernunftarbeit zu sein scheint. Watson, der Gemütsmensch, entwickelt aufgrund seiner Menschlichkeit rasch Beschützergefühle für die liebliche und furchtsam und sanft sprechende Mary Marston.

Während diese beiden Männer einen solides Fundament der zweigeteilten Erkenntnis – reiner Geist (Holmes) und verständiges Gefühl (Watson) – bilden, so stehen ihnen durchweg relativ labile Figuren gegenüber. Da wäre zum einen natürlich der arme Thaddäus Sholto, dessen Bruder sich erhängt. Sholto wird mit einer recht hohen Stimme gesprochen und befleißigt sich einer fast schon greinenden Sprechweise, so wie eben ein alter, hilf- und ratloser Mann angesichts schrecklicher Ereignisse zu sprechen geneigt ist.

Sholtos genaues Gegenteil, aber ebenso wenig verlässlich, ist der brave Scotland-Yard-Inspektor Ethelney Jones. Er kommt brummig und kurzatmig daher, wischt alle anderen Meinungen kurzerhand beiseite und führt sich ganz allgemein auf wie der Elefant im Porzellanladen. Erst als ihm der ratzfatz festgenommene Th. Sholto ein hieb- und stichfestes Alibi vorlegen kann, kommt Jones ins Schwimmen und Schwitzen. Er bittet ein wenig kleinlaut und verlegen den „beratenden“ Detektiv Holmes um Mithilfe in diesem „überaus kniffligen“ Fall. Man kann ihn sich lebhaft als kauzigen Eigenbrötler vorstellen.

Natürlich gibt es nicht nur hilflose Frauen und unausgeglichene Männer, sondern auch robuste Kerle von echtem Schrot und Korn in dieser Geschichte. Da wäre zunächst McMurdo, der Hausdiener von B. Sholto, der zunächst niemandem Einlass gewähren will, doch beim Anblick von Sherlock Holmes sofort auftaut: Er hat Holmes beim Boxen kennen gelernt!

Zudem ist auch der Besitzer des formidablen Spürhundes Toby, ein gewisser Taxidermist namens Sherman, ebenfalls ein Bursche aus dem Volk, der weiß, was ein abgerichteter Hund anrichten kann. Auch hier wirkt der Name „Sherlock Holmes“ ein Wunder. Ganz anders hingegen Jonathan Small. Obwohl ein Mann aus dem Volk und ein rechter Kerl, ist mit ihm nicht gut Kirschen essen: Er ist der Drahtzieher der Attacken „im Zeichen der Vier“. Seine Stimme ist ebenfalls männlich tief, doch seine Ausdrucksweise lässt sehr an Kultiviertheit zu wünschen übrig.

_Unterm Strich_

„Das Zeichen der Vier“ ist eine recht gelungene Umsetzung der klassischen Holmes-Erzählung. Die Story ist, wie nicht anders zu erwarten, einigermaßen spannend, witzig und bis zum Schluss straff inszeniert. Aber es gibt doch einige Längen, die darauf zurückzuführen sind, dass diese Fassung den ungekürzten Text bietet. Und dies auch noch in der Erstübersetzung aus dem 19. Jahrhundert!

Hinzu kommen ein Schuss Romantik (Watson & Morstan – ob das wohl klappt?) und eine Menge erfrischende Ironie an den richtigen Stellen. Holmes‘ Auftritt in Verkleidung, die sowohl Dr. Watson als auch Inspektor Jones täuscht, ist sicher ein Highlight der verblüffenden Effekte, und humorvolle Szenen halten das Zwerchfell auf Trab.

Aber um ehrlich zu sein, hat mir bislang die dramatisch-humorvolle Hörspiel-Inszenierung von |Titania Medien| am besten von allen Hörbuch-Ausgaben dieser Erzählung gefallen.

|300 Minuten auf 4 CDs|

Sherlock Holmes – Das unheimliche Pfarrhaus (Folge 36)

Spukszenen in Cornwall: ein spannender Holmes-Fall

Eigentlich wollten Holmes und Watson in dem idyllischen Städtchen St. Porodoc an der Küste von Cornwall nur ein wenig Urlaub machen. Als der Meisterdetektiv jedoch Kenntnis von unheimlichen Ereignissen im Pfarrhaus von Saint Porodoc bekommt, wird seine Neugier dadurch mehr als geweckt… (erweiterte Verlagsinfo)
Sherlock Holmes – Das unheimliche Pfarrhaus (Folge 36) weiterlesen

Arthur Conan Doyle – Die Abenteuer des Sherlock Holmes

Sherlock Holmes ermittelt; er jagt keineswegs ausschließlich Verbrecher, sondern löst generell Rätsel aller Art, wobei er problemlos als Detektiv, Richter und Vollstrecker in Personalunion auftreten kann … – Erste und wohl beste Sammlung von Kurzgeschichten um Sherlock Holmes und Dr. Watson; ein Füllhorn klassischer und spannender Fälle, die sich noch heute fabelhaft lesen. Arthur Conan Doyle – Die Abenteuer des Sherlock Holmes weiterlesen

A. C. Doyle & Herman Cyril McNeile – Die quietschende Tür (Sherlock Holmes 34)

Der große Bluff des Meisterdetektivs

Katherine Moody wendet sich hilfesuchend an Sherlock Holmes. Ihr Vormund hatte einem Künstler das Sommerhaus auf dem weitläufigen Grundstück zur Verfügung gestellt, damit er dort in Ruhe malen konnte. Nun ist dieser Künstler jedoch mit zertrümmertem Schädel aufgefunden worden und ein befreundeter Nachbar unter Mordverdacht verhaftet worden.
A. C. Doyle & Herman Cyril McNeile – Die quietschende Tür (Sherlock Holmes 34) weiterlesen

Arthur Conan Doyle & E. u. H. Heron – Das graue Haus (Sherlock Holmes – Folge 33)


Teufelsranken & rätselhafte Morde

Das graue Haus hat in der ländlichen Gegend, in die es Sherlock Holmes und Dr. Watson verschlagen hat, traurige Berühmtheit erlangt. Vier Menschen, drei Männer und eine Frau, wurden dort erhängt aufgefunden. Von einem Seil aber fehlte jede Spur. Das reicht aus, um die Neugier des Meisterdetektivs zu wecken… (Verlagsinfo)
Arthur Conan Doyle & E. u. H. Heron – Das graue Haus (Sherlock Holmes – Folge 33) weiterlesen

Arthur Conan Doyle – Der Dauer-Patient (Sherlock Holmes 31)

Die große Deduktions-Show des Meisterdetektivs

Dr. Trevelyan wird in der Baker Street vorstellig und berichtet den (wohlbekannten) Bewohnern von Nr. 221B von sehr seltsamen Ereignissen rund um seinen Dauerpatienten Mr. Blessington, welcher ihn protegiert hat und in dem Haus wohnt, in dem der Arzt lebt und seine Praxis führt. Wird der Meisterdetektiv Licht ins Dunkel bringen können?
Arthur Conan Doyle – Der Dauer-Patient (Sherlock Holmes 31) weiterlesen

Arthur Conan Doyle – Der griechische Dolmetscher (Sherlock Holmes 32)

Entführung, Erpressung, Menschenraub – und Mycroft Holmes

Zu Dr. Watsons großer Überraschung erfährt er, dass Sherlock Holmes einen Bruder namens Mycroft hat, dessen Geistesgaben, nach Angaben des Meisterdetektivs, die seinen sogar noch übertreffen! Mycroft Holmes macht die beiden Bewohner der Baker Street 221B im Diogenes Club mit einem Nachbarn bekannt. Mr. Melas ist Dolmetscher für die griechische Sprache und hat von sehr seltsamen Ereignissen zu berichten… (Verlagsinfo)
Arthur Conan Doyle – Der griechische Dolmetscher (Sherlock Holmes 32) weiterlesen

Arthur Conan Doyle – Das Zeichen der Vier [Sherlock Holmes]

Der jungen Mary Morstan werden Perlen zugesandt. Dies sei der kleine Teil eines Vermögens, um den ihr vor Jahren verschollener Vater geprellt worden sei, informiert sie der anonym bleibende Wohltäter, der nun für Genugtuung sorgen möchte. Mary wendet sich Hilfe suchend an den Beratenden Detektiv Sherlock Holmes, der den interessanten Fall übernimmt und sich rasch in eine turbulent-mörderische Schatzsuche verwickelt sieht … – Zweiter Auftritt von Sherlock Holmes, im Vergleich zum Debüt mit deutlich erkennbaren Fortschritten im Handlungsbogen, der straff in ein spannendes Finale mündet, dem freilich ein allzu ausführliches Erklärbär-Kapitel aufgepfropft wird.
Arthur Conan Doyle – Das Zeichen der Vier [Sherlock Holmes] weiterlesen

Arthur Conan Doyle – Der bucklige Mann (Sherlock Holmes Folge 30)

Der Eliteoffizier, der ein Feigling war

Der Meisterdetektiv und sein treuer Chronist reisen nach Aldershot, um dort Ermittlungen anzustellen, die den gewaltsamen Tod von Colonel James Barclay betreffen. Die Umstände, unter denen der Colonel starb, könnten mysteriöser kaum sein. Seine Frau Nancy ist die Hauptverdächtige der Polizei, doch Sherlock Holmes ist, obwohl, alles gegen sie spricht, anderer Meinung, was ihre Schuld betrifft… (Verlagsinfo)

Der Verlag empfiehlt das Hörspiel ab 12 Jahren.

Arthur Conan Doyle – Der bucklige Mann (Sherlock Holmes Folge 30) weiterlesen

Arthur Conan Doyle – Die Junker von Reigate (Sherlock Holmes 29)

Der Meisterdetektiv und seine Columbo-Methoden

Eigentlich sollte die Reise nach Reigate ja ein dringend benötigter Erholungsaufenthalt für den Meisterdetektiv werden, aber nachdem Sherlock Holmes dort von Colonel Hayter, der ihn und Dr. Watson so freundlich auf seinen Landsitz eingeladen hat, erfährt, dass in der Gegend ein mysteriöser Einbruch geschehen ist, wird ganz schnell ein Arbeitsaufenthalt daraus… (Verlagsinfo)

Der Verlag empfiehlt das Hörspiel ab 12 Jahren.

Die Serie wurde mit dem „Blauen Karfunkel“ der Deutschen Sherlock Holmes-Gesellschaft ausgezeichnet.

Arthur Conan Doyle – Die Junker von Reigate (Sherlock Holmes 29) weiterlesen

Arthur Conan Doyle – Eine Studie in Scharlachrot (Sherlock Holmes 28)

Holmes und Watson finden Freundschaft und einen Rächer

Von Verwundung und Krankheit gezeichnet, kehrt der Militärarzt Dr. John H. Watson nach London zurück. Da seine finanziellen Mittel begrenzt sind, fällt es ihm schwer, eine bezahlbare Unterkunft zu finden. Eines Tages trifft er zufällig einen alten Freund wieder, der ihm von einem Mann erzählt, der einen Mitbewohner sucht. Sein Name: Sherlock Holmes, die Adresse: Baker Street 221B.

„Endlich erfährt der geneigte Hörer in Dr. Watsons eigenen Worten, wie er uns Sherlock Holmes einander kennengelernt haben, zu Mitbewohnern wurden und Watson den Meisterdetektiv bei der Lösung des ersten gemeinsamen Falles unterstützt hat.“ (Verlagsinfo)

Der Verlag empfiehlt das Hörbuch ab 12 Jahren.

Arthur Conan Doyle – Eine Studie in Scharlachrot (Sherlock Holmes 28) weiterlesen

Arthur C. Doyle: Sherlock Holmes – Die Gloria Scott (Folge 26)


Ex-Meuterer als Richter: Der Fluch der bösen Tat

Sherlock Holmes berichtet seinem Freund und Chronisten Dr. Watson und Mrs. Hudson von seinem allerersten Fall. Seinerzeit hatte er sich auf Einladung seines einzigen Freundes aus Studienzeiten auf dem Landsitz der Trevors befunden – nicht ahnend, dass der Vater seines Freundes seit vielen Jahren bereits ein dunkles Geheimnis hütet… (Verlagsinfo)
Arthur C. Doyle: Sherlock Holmes – Die Gloria Scott (Folge 26) weiterlesen

Arthur C. Doyle: Sherlock Holmes – Das Musgrave-Ritual (Folge 27)

Drei Rätsel in einem Fall, buchstäblich gekrönt

Beim erzwungenen und äußerst verhassten Aufräumen stößt Sherlock Holmes auf Erinnerungsstücke eines früheren Falls, bei dem es um das Musgrave-Ritual ging. Neugierig geworden, erfährt Dr. Watson bei dieser Gelegenheit durch den Meisterdetektiv von dem äußerst erstaunlichen Fall, in dem Holmes lange vor ihrer Bekanntschaft ermittelt hat. (Verlagsinfo)

Der Verlag empfiehlt das Hörbuch ab 12 Jahren. Auf der Hitliste des Autors rangiert es unter den Top Twelve.

Arthur C. Doyle: Sherlock Holmes – Das Musgrave-Ritual (Folge 27) weiterlesen

Arthur C. Doyle: Sherlock Holmes – Der Angestellte des Börsenmaklers (Folge 25)

Unterhaltsam: Sherlock Holmes deckt einen Trickbetrug auf

Der junge Hall Pycroft bittet Sherlock Holmes um Hilfe, da die Firma, die eine Anstellung anbietet, einen äußerst merkwürdigen, ja beinahe unseriösen Eindruck auf ihn macht. (Verlagsinfo)

Ist dies nun der dritte oder der vierte Fall in den „Memoirs“? Die Antwort hängt davon ab, ob man eine britische oder eine amerikanische Ausgabe nutzt. In den US-Ausgaben fehlt nämlich meist der als „skandalös“ erachtete dritte Fall „The Adventure of the Cardboard Box“, die in den britischen Ausgaben meist enthalten ist.

Der Verlag empfiehlt das Hörbuch ab 12 Jahren.

Arthur C. Doyle: Sherlock Holmes – Der Angestellte des Börsenmaklers (Folge 25) weiterlesen

Arthur Conan Doyle – Silberblesse (Sherlock Holmes 23)

Das Rätsel der verschwundenen Edelmähre

Das Rennpferd Silberblesse verschwindet unter mysteriösen Umständen in einer Nacht- und Nebelaktion – und das ausgerechnet vor einem wichtigen Rennen! Zurück bleiben ein betäubter Stattbursche und der tote Trainer im Moor. Wird es Sherlock Holmes gelingen, das hoch dotierte Tier bis zum Rennen wiederzufinden…? (Verlagsinfo)

Dieser Fall ist Nr. 13 auf der Liste der liebsten Holmes-Geschichten, die der Autor aufstellte. Das bedeutet: Diese Story landet unter den 56 veröffentlichten Storys ganz weit vorne.

Der Verlag empfiehlt das Hörspiel ab 12 Jahren.

Arthur Conan Doyle – Silberblesse (Sherlock Holmes 23) weiterlesen