Marc Gruppe – Das Zeichen der Vier (Sherlock Holmes – Folge 11)

Nostalgie-Krimi mit Action & Romantik

London 1888: In Mary Morstans Leben ereignet sich Merkwürdiges. Alljährlich erhält sie anonym eine wertvolle Perle zugesandt. Nun hat ein Unbekannter sie auch noch zu einem Treffpunkt bestellt. Besteht ein Zusammenhang mit ihrem vor Jahren spurlos verschwundenen Vater?

Sherlock Holmes und Dr. Watson tun ihr Bestes, den mysteriösen Fall ihrer jungen Klientin aufzuklären. Dabei geraten sie in ein gefährliches Abenteuer um einen märchenhaften Schatz. Schon bald gibt es den ersten Toten. Die Tatwaffe: ein vergifteter Dorn. (Verlagsinfo)

„Mit neuer Musik abgemischt und re-mastered zum Sonderpreis“, wie der Verlag angibt.

Der Verlag empfiehlt das Hörbuch ab 12 Jahren.

Die Autoren

Sir Arthur Conan Doyle lebte von 1859 bis 1930 und gelangte mit seinen rund 60 Erzählungen um den Meisterdetektiv Sherlock Holmes zu Weltruhm. Dabei begann der Mediziner, der eine eigene Praxis hatte, erst 1882 mit dem Schreiben, um sein Einkommen aufzubessern. Neben mystischen und parapsychologischen Themen griff er 1912 auch die Idee einer verschollenen Region (mit Dinosauriern und Urzeitmenschen) auf, die von der modernen Welt abgeschnitten ist: „The Lost World“ erwies sich enorm einflussreich und wurde schon 13 Jahre später von einem Trickspezialisten verfilmt. Schon 1913 ließ Doyle eine Fortsetzung unter dem Titel „The Poison Belt“ (dt. als Im Giftstrom, 1924) folgen.

Marc Gruppe ist der Autor, Produzent und Regisseur der erfolgreichen Hörspielreihe GRUSELKABINETT, die von Titania Medien produziert und von Lübbe Audio vertrieben wird. Genau wie dort erscheinen auch „Die geheimen Fälle des Meisterdetektivs“ meist im Doppelpack.

Folge 1: Im Schatten des Rippers
2: Spuk im Pfarrhaus
3: Das entwendete Fallbeil
4: Der Engel von Hampstead
5: Die Affenfrau
6: Spurlos verschwunden
7: Der Smaragd des Todes
8: Walpurgisnacht
9: Die Elfen von Cottingley (11/13)
10: Der Vampir von Sussex / Das gefleckte Band / Der Fall Milverton / Der Teufelsfuß (Neuausgabe (11/13))
11: Das Zeichen der Vier (4/2014, Neuausgabe)
12: Ein Skandal in Böhmen (4/2014)

Die Sprecher / Die Inszenierung

Sherlock Holmes, Privatdetektiv: Joachim Tennstedt (dt. Stimme von John Malkovich)
Dr. John H. Watson, Militärarzt: Detlef Bierstedt (dt. Stimme von George Clooney u. a.)
Mary Morstan: Janina Sachau
Mrs. Smith, Bootsvermietersgattin: Arianne Borbach (dt. Stimme von Uma Thurman)
Thaddeus Sholto, Privatier: Peer Augustinski (dt. Stimme von Robin Williams)
Mrs. Hudson, Holmes‘ Haushälterin: Regina Lemnitz (dt. Stimme von Kathy Bates)
Inspektor Jones: Christian Rode (dt. Stimme von Christopher Lee)
u.v.a.

Die orchestrale Musik stammt von Manuel Rösler, Ko-Produktion, Buch & Regie steuerte Marc Gruppe bei, Aufnahme und Abmischung erfolgten durch Bionic Beats.

Handlung

Es waren einmal zwei dicke Freunde, die als Gefängnisaufseher auf den anglo-indischen Andamanen-Inseln arbeiteten: Sholto und Morstan. Durch glückliche Umstände gelangten sie mit vier Helfern in den Besitz eines großen Schatzes, den sie sich brüderlich teilen wollten. Doch es kam alles ganz anders…

Am 18. April 1882 kehrt Bartholomew Sholto vom Studium in sein Elternhaus Pondycherry Lodge in der Nähe von London zurück. Sein Zwillingsbruder Thaddeus ist froh, ihn wiederzusehen, denn in letzter Zeit leidet ihr Vater an einem beunruhigenden Verfolgungswahn. Er hat zwei Preisboxer als Leibwächter eingestellt, nachdem er Eindringlinge am Fenster gesehen haben will. Insbesondere Einbeinige mit einem Holzbein lasse er verfolgen.

Da bringt der Butler einen Brief aus Indien, der Major Sholto in Angst und Schrecken versetzt: Eine Gruppe, die sich „Das Zeichen der Vier“ nennt, hat darin gedroht, sich das, was er geraubt habe, zurückzuholen und ihn für seinen Verrat zu bestrafen. Er erleidet einen Schwächeanfall, flüstert seinen Söhnen Thaddeus und Bartholomew noch ein paar letzte Worte von einem „Schatz“ und einer Mary Morstan zu – und gibt den Löffel ab.

1888, sechs Jahre später.

Eben jene junge Lady Mary Morstan besucht Sherlock Holmes und Dr. John Watson, einen jungen mittellosen Militärarzt, in Holmes‘ Büro in London, Baker Street 221B. Holmes hat sich mal wieder eine seiner, wie Watson sagen würde, „entsetzlichen“ Kokainspritzen gesetzt und ist folglich bester Laune. Diese hebt sich noch viel mehr angesichts des wunderschönen weiblichen Wesens, das durch seine Tür tritt. Denn Holmes ist kein Griesgram, sondern ein weltzugewandter Genießer, dem nichts lieber ist als eine Herausforderung seiner formidablen geisten Fähigkeiten. Nach Zeiten mentalen Hungers bietet Mary Morstan ihm nun eine leckere Geistes-Mahlzeit: ein Rätsel!

Die Ärmste schlägt sich seit dem Verschwinden ihres Vaters im Jahre 1878 als Gesellschafterin bei Mrs. Cecil Forrester durch, doch seit 1882 erhält sie von einem unbekannten Gönner alljährlich eine wunderschöne Perle geschickt, so dass sich ihr Lebensstandard ein wenig gehoben hat.

Watson und Holmes, die ihre daraus gefertigte Halskette in Augenschein nehmen dürfen, sind völlig von den Socken: edelste Ware, no doubt! Aber deswegen ist Miss Mary nicht hier. Sie hat eine Einladung zu einem geheimen Treffen erhalten. Sie dürfe zwei Freunde, aber keinerlei Polizeibeamte mitbringen. Ob die beiden Herren wohl so nett wären?

Und ob sie wären! Vorsichtshalber nimmt Holmes aber seinen zuverlässigen Revolver mit. Ein Kutscher sammelt sie am Treffpunkt auf und fährt sie in die schlechteren Viertel von Süd-London. Als ein Inder sie in das Haus einlässt, staunen alle Bauklötze: ein veritabler Palast wie aus dem Orient. Wem gehört die noble Hütte? Es ist Thaddeus Sholto, einer und er hat eine lange Geschichte zu erzählen.

Doch als sie in Pondicherry Lodge eintreffen, um Mary den ihr rechtmäßig zustehenden Schatz zu zeigen, kommen sie zu spät. Jemand ist ihnen zuvorgekommen, was dem armen Bartholomew Sholto gar nicht gut bekommen ist: In seinem Hals steckt ein Dorn mit einem tödlichen Gift …

Doch wie konnte der Täter in einen komplett abgeschlossenen Raum eindringen und – vor allem – wieder entkommen? Holmes stellt sich endlich das ersehnte Rätsel: ein klassisches Locked room mystery!

Mein Eindruck

Natürlich ist es von diesem Punkt bis zur Ergreifung der Täter noch ein weiter Weg. Und ich kann mit Fug und recht behaupten, dass sich auch das Anhören der restlichen Handlung lohnt. Endlich erfahren wir am Schluss auch, wie alles begann, irgendwo am anderen Ende des Empires, als ein unvorsichtiger Kaufmann seinem einheimischen Kollegen etwas von einem Schatz zuflüsterte, den er für einen Raja in Sicherheit bringen soll.

Natürlich ist eine Schatzjagd immer ein netter Aufhänger für eine flotte Story, und umso mehr für das viktorianische Publikum, das das angesehene „Strand Magazine“ las, in dem Doyle seine Stories veröffentlichen konnte. Abenteuer, Gefahr, ein waschechter Kannibale – beim Jupiter! Es gibt genügend Unterhaltsames in der Story, um einen Roman daraus zu spinnen. Mrs Cecil Forrester fasst es prägnant zusammen.

Doch Doyle lässt auch eine gewisse Kritik an den erschreckenden Zuständen auf den Gefängnisinseln eben dieses British Empire einfließen. Die Schlussrede des Täters ist voller Anklagen, die offenbar allesamt gerechtfertigt sind. Er stellt sich natürlich selbst als Opfer hin, aber es war sicher nicht ungewöhnlich, dass britische Aufseher wie Sholto und Morstan den ihnen ausgelieferten Häftlingen sämtliche Habseligkeiten abnahmen, die sie besaßen. Und dazu gehörte eben auch die Information über den Schatz in der Stadt Agra, wo der Tadsch Mahal steht.

Die Gier nach dem Gold ist das ausschlaggebende Thema hinter der ganzen Schatzsuche. Und bevor die Truhe geöffnet wird, fragt sich vielleicht der eine oder andere Zuhörer, ob der Schatz nicht besser drin bleiben sollte als noch mehr Menschen ins Unglück zu stürzen, beispielsweise die liebliche Miss Morstan. Der Täter bezeichnet den Schatz als „verflucht“ – und niemand soll ihn daher bekommen.

Die Titania-Inszenierung arbeitet den grundlegenden Widerspruch sehr gut heraus: zwischen materiellem Reichtum durch das Finden des Schatzes einerseits und dem Erlangen menschlichen Glücks durch die Liebe andererseits. Dr Watson ist bis über beide Ohren in Mary Morstan verliebt, doch er will nicht als Mitgiftjäger erscheinen – und verschweigt ihr seine Zuneigung. Zum Glück kommt die Liebe schließlich doch noch zu Ihrem Recht.

Die Sprecher / Die Inszenierung

Dr. Watson nimmt die Stelle des zweifelnden gesunden Menschenverstandes gegenüber Holmes ein, welcher ein getriebener Junkie der Vernunftarbeit zu sein scheint. Watson, der Gemütsmensch, entwickelt aufgrund seiner Menschlichkeit rasch Beschützergefühle für die liebliche und furchtsam und sanft sprechende Mary Marston.

Es gibt vier Hauptfiguren, die auch stimmlich herausragen. Am besten gefällt mir J. Tennstedt als Sherlock, denn was er in diese Figur hineinlegt, ist sehr sympathisch und humorvoll – so als würde ein strahlender John Malkovich völlig entspannt aufspielen (liegt’s am Koks?). Holmes‘ einziger Fehler ist seine Ablehnung des weiblichen Geschlechts oder vielmehr des Umgangs mit dessen Vertretern. Das soll aber weniger an latenter Homosexualität liegen, als vielmehr an seiner Abneigung gegen jede Art von emotionaler Sentimentalität. Lang lebe der reine Geist.

Dr. John Watson, 36, ist das genaue Gegenteil seines Freundes: jovial, freundlich, frauenfreundlich und durchweg emotional. Leider sind seine logischen Schlüsse von dementsprechend unzulänglicher Qualität. Das war zu erwarten. Seine wachsende Liebe gilt Miss Mary Morstan, die selbst ein patentes Frauenzimmer zu sein scheint, denn sie besteht darauf, auf die Verfolgungsjagd nach den Verbrechern mitzukommen.

Aber auch Peer Augustinski soll nicht unterschlagen werden. Er spielt in der Rolle des Thaddeus Sholto keine unerhebliche Rolle bei der Beschaffung des Schatzes für die arme Miss Morstan. Wer sich die Stimme von Robin Williams vergegenwärtigt, bekommt eine Ahnung von den vielfältigen Möglichkeiten, einen herzkranken reichen Mann von gut dreißig Jahren zu spielen, der an einer Wasserpfeife schmaucht und eine Räuberpistole aus Indien erzählt. Als Inspektor Jones ihn verhaftet, hat Sholto/Augustinski die Möglichkeit, den entsetzten Unschuldigen zu spielen – aber ist er wirklich unschuldig?

Der Inspektor

Sholtos genaues Gegenteil, aber ebenso wenig verlässlich, ist der brave Scotland-Yard-Inspektor Ethelney Jones. Er kommt begriffsstutzig und kurzatmig daher, wischt alle anderen Meinungen kurzerhand beiseite und führt sich ganz allgemein auf wie der Elefant im Porzellanladen. Christian Rode spricht ihn mit einem eigentümlichen stimmlichen Tick: Bevor Jones ein wichtiges Wort wie „Dachluke“ ausspricht, stößt er ein seltsames Krächzen aus, das sich nicht gesund anhört.

Der größte Humorfaktor ist indes die eines Peter Ustinov würdige Figur des Inspektor Jones von der Londoner Kripo. Nicht nur sind Jones‘ logische Schlüsse noch wesentlich schlechter als die Watsons, obendrein hat er auch noch die sprachliche Eigenart, sich vor jedem Schlusswort eines Satzes auf merkwürdigste Weise zu räuspern – ein nach innen gewandtes Räuspern, das höchst lachhaft klingt. Ich könnte mich wegschmeißen, wenn ich den Typ höre.

Jungfer in Not?

Janina Sachau kommt das Verdienst zu, Mary Morstan mal nicht den Stereotyp entsprechend als Jungfer in Not zu sprechen, sondern in wichtigen Momenten auch als neugierige und fordernde Frau darzustellen. So will sie beispielsweise unbedingt mit auf die Verfolgungsjagd über die Themse, um den Schurken ihren Schatz abzujagen. Dass „Mary“ von den schrecklichen Nachrichten über ihren verstorbenen Vater mitgenommen ist und eine emotionale Stütze sucht, würden wir auf jeden Fall erwarten.

Nebenfiguren

Natürlich gibt es nicht nur hilflose Frauen und unausgeglichene Männer, sondern auch robuste Kerle von echte Schrot und Korn in dieser Geschichte. Da wäre zunächst McMurdo, der Hausdiener von Bartholomew Sholto, der zunächst niemandem Einlass gewähren will, doch beim Anblick von Sherlock Holmes sofort auftaut: Er hat Holmes beim Boxen kennengelernt! McMurdo klingt sehr leutselig und entstammt offenkundig der Arbeiterklasse.

Auch der Besitzer des formidablen Spürhundes Toby, ein gewisser Taxidermist namens Sherman, ist ein Bursche aus dem Volk, der weiß, was ein abgerichteter Hund anrichten kann. Auch hier wirkt der Name „Sherlock Holmes“ Wunder.

Ganz anders hingegen Jonathan Small, der rächende Arm der VIER. Obwohl ein Mann aus dem Volk und ein rechter Kerl, ist mit ihm nicht gut Kirschen essen: Er ist der Drahtzieher der Attacken „im Zeichen der Vier“. Seine Stimme ist ebenfalls männlich tief, doch seine Ausdrucksweise lässt sehr an Kultiviertheit zu wünschen übrig. Am Schluss hören wir ständig sein hämisches Lachen, und zwar so oft, dass es schon wieder künstlich wirkt.

Die Musik des Remakes

Nach einem Intro, dass der Titelsequenz eines Spielfilms entspricht, hören wir die Musik laufend im Hintergrund, wenn nicht gerade Geräusche sinnvoller sind, etwa beim Abendessen oder bei einer Verfolgungsjagd im Hafen. Deshalb erklingt die Musik mit voller Kraft erst wieder im „Abspann“, quasi als Outro.

Es ist Musik, die einem kleinen Spielfilm angemessen ist: niemals aufdringlich, sondern meist unterstützend. Die alte Musik kann man immer noch in den romantischen Szenen zwischen Watson und Mary hören. Passend fand ich auch die orientalisch angehauchte Hintergrundmusik in Thad Sholtos Palazzo.

Doch die neue Musik wird vom Piano, dem Synthesizer und tiefen Bässen geprägt. Der Klang ist klar und deutlich definiert. Sie ist am besten am Anfang der zweiten Disc zu hören. Die tiefen Bässe werden immer dann eingesetzt, wenn Gefahr im Verzug ist. Ist das Drama aber bereits in voller Fahrt, so erklingt wieder der alte Score. Diese beiden Komponenten ergänzen also einander. Das Ergebnis ist ein Mischmasch aus Alt und Neu, wobei die neuen Aufnahmen eine viel bessere Qualität aufweisen als die alten. Das ist eine Folge der viel höheren Auflösung (Sampling-Rate), die mit heutiger Aufnahmetechnik möglich ist.

Die Geräusche des Remakes

Eine schier unglaubliche Vielfalt von Geräuschen verwöhnt das Ohr des Zuhörers. Der Eindruck einer real erlebten Szene entsteht in der Regel immer. Das konnte ich von der alten Version aus dem Jahr 2004 nicht behaupten. Perlen, Papier, Tassen, Kaminfeuer, Uhrenticken, Türenquietschen – all diese Samples setzt die Tonregie sattsam ein, um einer Szene eine Fülle von realistisch klingenden Geräuschen zu vermitteln. Sogar „Holmes“ pafft vernehmlich an seiner großen Pfeife.

Diesmal ist auch wieder ordentlicher Theaterdonner zu vernehmen, begleitet von tiefen Bässen (siehe oben). Im Finale gibt es jedoch eine groß inszenierte Verfolgungsjagd auf der Themse, in der der Toningenieur sämtliche Register ziehen kann: vom Dampfzischen, Maschinenstampfen, Tuten und Pfeifen, Wasserplätschern und Möwengeschrei bis hin zu den Revolver-Schüssen Holmes‘ und dem Zischen eines Giftpfeils – das volle Programm. Dazu stelle man sich noch die entsprechende Schreie und Rufe der beteiligten Figuren vor, und man hat eine komplette Kriminalfilmszene.

Das Booklet

Die Titelillustration zeigt die entscheidende Szene, die den Höhepunkt des titelgebenden Hörspiels bildet: Holmes und Watson entdecken im Haus von Bartholomew Sholto sehr merkwürdige Fußspuren. Sie scheinen von einem ziemlich großen Kind zu stammen. Aber kann das stimmen?

Im Booklet sind die Titel des GRUSELKABINETTS verzeichnet sowie Werbung für den verstorbenen Illustrator Firuz Askin zu finden. Die letzte Seite zählt sämtliche Mitwirkenden auf. Die innere Doppelseite listet sämtliche Titel von Titania Medien auf.

Hinweise auf die nächsten Hörspiele im Frühjahr 2014:

Nr. 84: John Willard: Die Katze und der Kanarienvogel Teil 1 (nach dem Theaterstück)
Nr. 85: dito: Die Katze und der Kanarienvogel Teil 2
Nr. 86: Robert E. Howard: Die Kreatur
Nr. 87: H. H. Ewers: Alraune
Nr. 88: William Wymark Jacobs: Die Affenpfote (1902)
Nr. 89: Per McGraup: Heimgekehrt

Unterm Strich

„Das Zeichen der Vier“ ist eine durchweg gelungene Hörspiel-Umsetzung der klassischen Holmes-Erzählung. Die Story ist, wie nicht anders zu erwarten, durchweg spannend, hier aber auch witzig und bis zum Schluss tempo- und actionreich inszeniert. Hinzu kommen ein guter Schuss Romantik (Watson & Morstan – ob das klappt?) und erfrischende Ironie. Holmes‘ Auftritt in täuschender Verkleidung als alter Seebär ist sicher ein Highlight der verblüffenden Effekte, und humorvolle Szenen halten das Zwerchfell auf Trab, bis das packende Finale wie auf einer großen Leinwand inszeniert wird.

Um ehrlich zu sein, hat mir bislang die dramatisch-humorvolle Hörspiel-Inszenierung von Titania Medien am besten von allen Hörbuch-Ausgaben dieser beliebten Erzählung gefallen. Das Remake sorgt streckenweise für einen besseren Klang, als ihn das Original aus dem Jahr 2004 vorweisen konnte. Aber die Geräusche kommen diesmal viel zahlreicher und klarer vor, so etwa auch der Donner und das Rattern des Dampfbootmotors.

Diesmal hörte ich auch Watson beim Kohle schaufeln schnaufen und ächzen. Er tut dies aber nicht nur für Holmes, sondern auch für seine Angebetete: Mary soll ja endlich den indischen Schatz bekommen, der ihr zusteht. Ob das klappt? Selber hören!

Das Hörbuch

Die professionelle Inszenierung, die filmreife Musik und bekannte Stimmen von Synchronsprechern und Theaterschauspielern einsetzt, bietet dem Hörer ein akustisches Kinoerlebnis, das man sich mehrmals anhören sollte, um auch die Feinheiten mitzubekommen. Die Sprecherriege für diese neue Reihe ist höchst kompetent zu nennen, handelt es sich doch um die deutschen Stimmen von Hollywoodstars wie John Malkovich und George Clooney.

Auch jungen Menschen, die sich einfach nur für gruselige Audiokost interessieren, die gut gemacht ist, lässt sich das Hörspiel empfehlen. Es ist leicht verständlich, wirkungsvoll inszeniert, und die Stimmen der Hollywoodstars vermitteln das richtige Kino-Feeling.

Der Autor vergibt: (4.5/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (No Ratings Yet)

2 Audio-CD
Spielzeit: 129 Minuten
Originaltitel: The Sign of Four, ca. 1888

www.titania-medien.de

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