Schlagwort-Archive: gruselkabinett titania medien

A.C. Doyle & Herman Cyril McNeile – Der Zuträger (Sherlock Holmes Folge 43)

Schlimmer als der Milverton-Fall

Als Sherlock Holmes erfährt, dass sein Freund Sir Archibald Maitland von dem zwielichtigen Richard Mordon erpresst wird, hat er nur noch ein Ziel: Den teuflischen Erpresser zu überlisten und ihm dauerhaft sein schäbiges Handwerk zu legen. Mit Mordon hat er sich allerdings einen durchaus ebenbürtigen Gegner ausgesucht, der vor keiner Gemeinheit zurückschreckt.. (Verlagsinfo)

Der Verlag empfiehlt das Hörbuch ab 14 Jahren.

Die Serie wurde mit dem „Blauen Karfunkel“ der Deutschen Sherlock Holmes-Gesellschaft ausgezeichnet.
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A. C. Doyle & Herman Cyril McNeile – Der zweite Hund (Sherlock Holmes Folge 44)

Die dritte Glocke im zweiten Hund, du Schwein!

Eigentlich besuchen Holmes und Watson anlässlich eines Golf-Turniers bloß einen Freund in Croxton Hall, als der allseits beliebte Daniel Benton ermordet wird. Der Schuldige ist schnell gefasst, und sein Motiv lässt keinen Zweifel an der Tat zu. Der Meisterdetektiv entschließt sich dennoch, den Tatort in Augenschein zu nehmen, und macht eine Entdeckung, die den Verdächtigen entlasten könnte… (Verlagsinfo)

Der Verlag empfiehlt das Hörbuch ab 14 Jahren.

Die Serie wurde mit dem „Blauen Karfunkel“ der Deutschen Sherlock Holmes-Gesellschaft ausgezeichnet.
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Elizabeth Gaskell – Das alte Kindermädchen erzählt (Gruselkabinett Folge 165)

Der Fluch der bösen Tat

Northumberland, 1852: Nach dem Tod ihrer Eltern zieht die kleine Rosamond zusammen mit ihrem Kindermädchen Hester nach Manor House zu ihren Verwandten. Doch alsbald beginnt Hester, sich über das blasse Gesicht und die kalte Ausstrahlung ihrer Gastgeberin zu wundern. Als eines Abends die verwitterte Orgel zu spielen vermag und ein Kind an die Fensterscheibe klopft, ohne Spuren im Schnee zu hinterlassen, wird Hester klar, dass das Haus offenbar ein düsteres Geheimnis birgt … (Verlagsinfo)

Der Verlag empfiehlt das Hörbuch ab 14 Jahren.

Die Autorin
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Poe, Edgar Allan / Gruppe, Marc – Untergang des Hauses Usher, Der (Gruselkabinett 11)

_Gruselklassiker kinoreif inszeniert_

In der Umgebung von Baltimore 1845: Philipp Belfield reist, durch einen Brief seines Jugendfreundes Roderick alarmiert, auf den abgelegenen, inmitten von Sumpfland errichteten Stammsitz der Familie Usher. Ein drohendes Unheil scheint über dem alten Gemäuer zu schweben, denn Roderick Usher, der letzte Spross der alten Familie, ist von einer seltsamen Krankheit gezeichnet …

_Der Autor_

Edgar Allan Poe (1809-49) wurde mit zwei Jahren zur Vollwaise und wuchs bei einem reichen Kaufmann namens John Allan in Richmond, der Hauptstadt von Virginia, auf. Von 1815 bis 1820 erhielt Edgar eine Schulausbildung in England. Er trennte sich von seinem Ziehvater, um Dichter zu werden, veröffentlichte von 1827 bis 1831 insgesamt drei Gedichtbände, die finanzielle Misserfolge waren. Von der Offiziersakademie in West Point wurde er ca. 1828 verwiesen. Danach konnte er sich als Herausgeber mehrerer Herren- und Gesellschaftsmagazine, in denen er eine Plattform für seine Erzählungen und Essays fand, seinen Lebensunterhalt sichern.

1845/46 war das Doppeljahr seines größten literarischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Erfolgs, dem leider bald ein ungewöhnlich starker Absturz folgte, nachdem seine Frau Virginia (1822-1847) an der Schwindsucht gestorben war. Er verfiel dem Alkohol, eventuell sogar Drogen, und wurde – nach einem allzu kurzen Liebeszwischenspiel – am 2. Oktober 1849 bewusstlos in Baltimore aufgefunden und starb am 7. Oktober im Washington College Hospital.

Poe gilt als der Erfinder verschiedener literarischer Genres und Formen: Detektivgeschichte, psychologische Horrorstory, Science-Fiction, Shortstory. Neben H. P. Lovecraft gilt er als der wichtigste Autor der Gruselliteratur Nordamerikas.

_Die Sprecher/Die Inszenierung_ (Verlagsinfos)

Das Hörspiel wurde inszeniert mit: Oliver Feld (u. a. dt. Stimme von Ben Affleck), Tobias Kluckert (Colin Farrell), Claudia Urbschat-Mingues (Angelina Jolie) und Kaspar Eichel (Fred Astaire).

Oliver Feld spricht „Philip Belfield“

Bereits im Alter von 14 Jahren sammelte Oliver Feld erste Synchronerfahrungen in „Kampfstern Galaktika – Das Ende einer Odyssee“. Nach seiner Schauspielausbildung an der Fritz-Kirchhoff-Schule führten Oliver Feld Engagements an verschiedene Berliner Bühnen, so an die Tribüne, das KAMA- und das Hansa-Theater, sowie an das Theater am Kurfürstendamm. Im TV konnte man den Schauspieler u. a. in der Krimi-Reihe „Tatort“, den Serien „Praxis Bülowbogen“, „Helicops“ oder „Unser Charly“ sehen.

Als Synchronsprecher leiht Oliver Feld seine Stimme u. a. seit zehn Jahren ‚Dr. John Carter‘ in „Emergency Room“, der Titelrolle der Sitcom „Seinfeld“, ‚Nigel‘ in „Crossing Jordan“, ‚Wesley‘ in „Buffy“ und „Angel“, ‚Dutch‘ in „Shield“, ‚Emmett‘ in „Queer as Folk“ (hier auch Buch und Regie). Er synchronisierte zudem u. a. Ben Affleck in „Der Außenseiter“ und Adrien Brody in „Summer of Sam“.

Tobias Kluckert spricht „Roderick Usher“

Im Bereich Synchron leiht der Schauspieler Tobias Kluckert u. a. Joaquin Phoenix als ‚Johnny Cash‘ in dem Film „Walk the Line“ seine Stimme. Er sprach aber auch Colin Farrell in „The New World“, 50 Cent in „Get rich or die tryin“, Patrick Swayze in „Waking up in Reno“, Tyrese Gibson in „Der Flug des Phoenix”, „Vier Brüder”, „2 Fast 2 Furious“, Adam Baldwin in „Serenity“ und der „Firefly“-TV-Serie, Eric Balfour in „O. C. California“, Brian Krause als ‚Leo‘ in „Charmed“, Michael Vartan in „Alias – Die Agentin“ u. v. a.

Claudia Urbschat-Mingues spricht „Madeline Usher“

Nach ihrem Schauspielstudium an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover spielte Claudia Urbschat-Mingues an verschiedenen Theatern, u. a. an der Neuen Bühne Senftenberg und am Metropol Theater Berlin. Im Bereich TV und Film wirkte sie an diversen Kurz- und Fernsehfilmen mit und war in Episodenrollen in den Serien „Die Wache“ und „Verbotene Liebe“ zu sehen.

Claudia Urbschat-Mingues ist die dt. Stimme von Angelina Jolie z. B. in „Alexander“, außerdem von Lily Taylor in „Das Geisterschloss“, Jennifer Garner in „Elektra“, Denise Richards in „James Bond – Die Welt ist nicht genug“, Mira Sorvino in „The Replacement Killers“, Rachel Weisz in „Sunshine – Ein Hauch von Sonnenschein“, Vanessa Williams in „Dance with me“ u. v. a.

Kaspar Eichel spricht „Briggs“

Der gebürtige Berliner Kaspar Eichel war nach seiner Schauspielausbildung an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch u. a. am Theater Senftenberg, dem Theater am Kurfürstendamm, dem Berliner Kriminaltheater und dem Deutschen Theater in Berlin zu sehen. Im Fernsehen trat er in vielfältigen Rollen verschiedenster Serien hervor, u. a. in „Tatort“, „Polizeiruf 110“, „Alarm für Cobra 11“, „Der Hauptmann von Köpenick“, „Der letzte Zeuge“, „Im Namen des Gesetzes“. Im Bereich Synchron leiht Kaspar Eichel seine Stimme Fred Astaire in „Flammendes Inferno“, James Doohan als ‚Scotty‘ in den neuen Szenen der DVD-Veröffentlichung der „Star Trek“-Filme, Jon Voight in „Zoolander“, Ron Rifkin als ‚Arvin Sloane‘ in „Alias – Die Agentin“ u. v. a.

_Handlung_

Philip Belfield ist einer Einladung seines Jugendfreundes Roderick Usher gefolgt und nähert sich dem düsteren Gebäude, durch dessen Fassade sich ein feiner Riss zieht. Der Herrensitz ist von einem Sumpf und einem schwarzen See umgeben und nur über einen Dammweg zu erreichen. Die schwermütige Gegend verheißt nichts Gutes, aber noch ist Philip guter Dinge.

Der einzige Diener, Briggs, weiß seltsamerweise nichts von Ushers Einladung, lässt Philip aber trotzdem ein. Die Halle des Herrensitzes ist still und dunkel, nicht einmal eine Uhr tickt, und von Usher ist nichts zu sehen. Da taucht eine schöne junge Frau auf: Es ist Lady Madeline, die Zwillingsschwester Rodericks. Sie erkennt Philip zunächst nicht, denn es ist bereits 15 Jahre her, dass er ein enger Freund der Familie Usher war. Sie hofft, er werde sie wegbringen aus diesem „Haus des Todes“, in dem die Zeit nicht so vergehe, wie man es gewohnt sei. Sie warnt ihn vor Lügen und der Krankheit ihres Bruders. Dann bringt Briggs Philip nach oben …

Das Gemütsleiden Roderick Ushers, des Letzten seines Geschlechts, hat seine Sinne unglaublich verfeinert, so dass jede Sinneswahrnehmung für ihn Marter bedeutet. Daher sind alle Vorgänge zugezogen, jeder Laut ist gedämpft, und es brennt keine einzige Kerze. Erst nach einer Weile, als sich seine Augen angepasst haben, erkennt Philip in der Düsternis Rodericks ausgemergeltes Gesicht und erschrickt. Der eigentliche erst 30 Jahre alte Mann sieht aus wie der Tod. Er sagt, er freue sich aufs Sterben wie auf eine Erlösung. Aber er warnt Philip vor dem Wahnsinn seiner Schwester Madeline.

Lady Madeline taucht nachts in Philips Zimmer und führt ihn in den Keller, um ihm etwas zu zeigen: Es sind die Katakomben des Herrensitzes. In einem riesigen Saal sieht man in Nischen in den Wänden Hunderte von Särgen liegen – Generationen von Ushers. Die Gruft liegt unterhalb der Oberfläche des Sees, der gegen ihre Mauern drückt. In zwei der Nischen stehen bereits die Särge für Madeline und Roderick bereit. Philip findet dies höchst makaber.

Das ist aber noch gar nichts. Madeline vertraut ihm an, dass alle Ushers in direkter Linie von ihren Vorfahren abstammen und dies allein durch Inzucht. Auch sie selbst hätte ihren Bruder heiraten und mit ihm Kinder haben sollen. Kein Wunder, dass sich manche Ushers im Sumpf oder im See selbst töteten, als durch Inzucht weitere Missgeburten in die Welt zu setzen. Wenn es nach Madeline geht, so soll die Linie mit ihr und Roderick aussterben. Als Roderick plötzlich erscheint, fällt Madeline in Ohnmacht. Er trägt sie nach oben.

Tage vergehen. An einem Regentag teilt Roderick seinem Jugendfreund mit, dass Madeline gestorben sei. Ohne geistlichen Beistand wird die Schönheit im vorbereiteten Sarg bestattet. Roderick ruft die Toten an, sie wohlgesinnt aufzunehmen und zu beschützen, hat es aber auf einmal sehr eilig, den Sargdeckel zu schließen. „Fort von hier! Schnell!“

Was Philip so seltsam vorkam, enthüllt sich schon bald als wohlbegründet. Als ein Sturm heraufzieht und ein irisierendes Licht über dem See liegt, bemächtigt sich Philips eine panische Beklemmung. Durch Vorlesen eines Ritterromans versucht er, diese Stimmung zu vertreiben, doch vergeblich. Auf einmal zerreißt ein grässlicher Schrei die Todesstille im Gebäude: „Roderick, ich lebe, lass mich nicht allein!“ …

_Mein Eindruck_

Die Gothic-Autoren hatten eine Vorliebe für alte Geschlechter und uralte Gebäude. Das fing schon mit dem ersten Roman an: „Die Burg von Otranto“ von Hugh Walpole aus dem Jahr 1764 trägt das Motiv sogar in seinem Titel. Doch Edgar Allan Poe war der erste Schriftsteller, der diese Vorliebe in einen direkten kausalen Zusammenhang mit den Menschen setzte. Das ‚Haus‘ Usher meint sowohl das Geschlecht der Ushers als auch ihren Stammsitz als Gebäude. Geht das eine unter, so auch das andere.

Als Roderick und Madeline sterben, beginnt auch das Gebäude zu wanken, denn wahrscheinlich bricht der See nun in die Katakomben ein. Philip sucht schleunigst das Weite, als er sieht, dass sich der Riss, der sich, wie er beim Kommen sah, durch die Fassade zieht, rasend schnell verbreitet. Mit knapper Not entkommt er über den Dammweg, als das ganze verfaulte ‚Haus‘ in die Tiefen des schwarzen Sees versinkt.

|Der Fluch|

Die Frage ist jedoch, warum die beiden letzten Angehörigen des Geschlechtes von Usher sterben müssen. Dies ist die zentrale Frage, die jeder Leser oder Hörer für sich beantworten muss. Beide fühlen die Last der vielen Generationen, die sie jeden Tag durch einen einfachen Besuch der Gruft direkt vor sich sehen können. Madeline erzählt, dass Bruder und Schwester von Kindesbeinen mit dem Tod vertraut gewesen seien. Der Tod hatte nichts Schreckliches für sie, daran kann es also nicht gelegen haben.

Es kann auch nicht der Fluch sein, den sie sich durch Generationen der Inzucht vielleicht zugezogen haben. Denn sie selbst haben den Inzest nie begangen, wenn man ihnen glauben darf, obwohl beide einander wertschätzen. Ihr Erbe ist auf Seiten Madelines eine zunehmende Hinfälligkeit – ein häufiges Motiv bei Poe – sowie wiederkehrender Starrkrampf und seitens Rodericks eine übersteigerte Verfeinerung aller Sinne. Diese „Familienkrankheit“ führte dazu, dass er sich praktisch lebendig begraben hat, um nicht mehr leiden zu müssen. Lebensfreude bedeutet für ihn Todesqualen. In einem sehr realen Sinn ist das Haus also ein gigantischer Sarg.

Deshalb ist es nur eine Konsequenz aus seinem Wahn, diese Disposition in die Tat umzusetzen: Er bestattet Madeline nach einem ihrer Katalepsieanfälle in ihrem für sie vorbereiteten Sarg. Doch Roderick kann mit seinem superfeinen Gehör genau ihren äußerst langsam gehenden Atem hören. Dennoch schließt er den Sargdeckel und wartet, bis seine Schwester wieder erwacht …

|Leitmotive|

Zur Erbsünde des Inzests kommt also das Verbrechen der fahrlässigen Tötung hinzu. „Diese Familie muss aufhören zu existieren“, bekräftigt er immer wieder. Er ähnelt dem Ritter Everett in dem Roman, den Philipp vorliest. Der Ritter muss einen Drachen vor einem goldenen Palast erschlagen, wohl um eine Jungfrau zu retten. Der Drache, das sind die Generationen von Ahnen, und der goldene Palast ist die Erlösung durch den Tod – oder die Unschuld, die mit der Buße einhergeht. Wer die Jungfrau ist, dürfte klar sein: Madeline. Nur dass diese, als sie an Rodericks Türschwelle erscheint, wie eine Furie erscheint, die mehr Ähnlichkeit mit einem Drachen hat. Aber das sind nur Äußerlichkeiten. Als die beiden Geschwister aufeinander treffen, bedeutet das den Tod für beide.

Das Motiv des Scheintodes und des Lebendig-begraben-werdens kommt unzählige Male bei Poe vor. Das gilt auch für das Motiv der Rückkehr aus dem Reich der Toten. Aber selten wurden beide Motive so stilistisch glänzend und dramaturgisch wirkungsvoll miteinander verbunden wie in dieser klassischen Erzählung. Es ist auch ein Plädoyer für die Befreiung von der Last der Generationen, zumal von inzestuösen Generationen. Darin deckt sich die Aussage der Story mit der Ideologie Amerikas: Befreiung von den Altlasten Europas mit seinen Monarchien und dekadenten Herrscherhäusern (Poe lebte selbst als Junge an einer englischen Privatschule!) und Aufbruch in eine neue Welt, wo ein neues Eden aufgebaut werden kann. Deshalb muss Philip, der anfangs frohgemute Außenstehende, unbedingt entkommen statt in den Untergang mitgerissen zu werden.

|Zum fehlenden Gedicht|

In dieser Hörspielfassung ist das sechsstrophige Gedicht „Das verwunschene Schloss“ (im Original „The Haunted Palace“) nicht enthalten. Es bildet innerhalb der Erzählung eine Erweiterung der Bedeutungsebenen. Der Palast steht im Land des Königs „Gedanke“ und ist zunächst wunderschön. Doch in Gestalt der Sorge erobert „wildes Volk“ den Herrschersitz und alle Schönheit und Pracht schwindet, um bizarren Anblicken Platz zu machen. Aus einem freundlichen Lächeln wird so wahnhaftes Lachen.

_Die Sprecher/Die Inszenierung_

Zunächst sind es die Sprecher, die über den Text den Hörer darüber aufklären, was geschieht. Dies gelingt den geübten Schauspielern ausgezeichnet, insbesondere Tobias Kluckert porträtiert Roderick Usher unnachahmlich gut. Auch „Lady Madeline“ schlägt den Zuhörer in ihren Bann, was besonders gut in der Szene in den Katakomben gelingt.

|Die Musik|

All dies würde aber nur halb so gut wirken, wenn es nicht auch die Musik und die Geräusche gäbe. Jeder, der schon einmal Alan Parsons‘ Platte [„Tales of Mystery and Imagination“]http://www.powermetal.de/review/review-11727.html gehört hat, erinnert sich sofort an die unheimlichen Klänge, die auf der zweiten Seite der Platte erklingen und die das eigentliche Grauen heraufbeschwören: die Wiederkehr der Totgeglaubten aus der Gruft. Die Ähnlichkeit der Hörspielmusik mit dem Vorbild Alan Parsons ist unverkennbar und beginnt bereits mit dem Intro, von der Hintergrundmusik ganz zu schweigen. Aber es kommen auch eigene Piano- und Oboekompositionen hinzu. Sehr schön ist der Sopran im Klagegesang für Lady Madeline.

Es wäre interessant zu erfahren, wer sich diesen tollen Score für das Hörspiel hat einfallen lassen und wer das Orchester war, das ihn eingespielt hat. Das Booklet verrät nur, dass die Aufnahme durch das Studio |AudioCue| erfolgte.

|Die Geräusche|

Die Geräusche sind ebenfalls sehr wichtig, denn sie verbürgen dem Zuhörer die Authentizität des Geschehens, so als befände man sich in einem Film. Deshalb hören wir also am Anfang das Hufgetrappel und Wiehern von Philips Pferd, das Quaken der Frösche im Sumpf und das Heulen und Stöhnen des Windes. Während draußen der See rauscht, herrscht jedoch im Schlossinneren Todesstille – bis auf einen seltsamen Laut: Nach etwas Hinhören stellt es sich als Herzschlag heraus …

Zu dieser unheimlichen Atmosphäre trägt auch das wiederkehrende Hauchen bei, das von einem Geist stammen könnte. Wir hören es erstmals in der Gruft, wenn die beiden Figuren von den Särgen der Usher-Ahnen umgeben sind. Es gibt noch weitere, nur unterschwellig wahrgenommene Geräusche, so etwa das unaufhörliche Seufzen des Windes, das Glucksen des Sees an den Mauern der Gruft und natürlich der Herzschlag. Als der Sturm heraufzieht, ist ein sehr tiefer Bass zu vernehmen, der Bedrohung verkündet. Den Höhepunkt bildet das Finale, in dem der Tonmeister sämtliche Register zieht, um maximale Wirkung zu erreichen.

_Unterm Strich_

Mir hat das Hörspiel sehr gut gefallen. In seiner Storyline unterscheidet es sich beträchtlich vom Hörspiel, das Lübbe Audio in seiner POE-Serie vorgelegt hat, und der Kenner findet hier eine vorlagengetreuere Fassung. Obwohl man als Poe-Fan schon weiß, wie die Geschichte ausgeht, erzielt die Inszenierung immer noch den gewünschten Effekt, nämlich zwei zentrale Gruselszenen – die erste in der Gruft, die zweite im Finale.

Es mag so manchem Neuling bizarr und surreal anmuten, wenn einer der Beteiligten im Finale aus einer Rittergeschichte zu zitieren beginnt, während das Verhängnis naht. Doch das ist ja die Crux der letzten beiden Ushers: Die Last der heroisch verklärten Vergangenheit, wie sie im Ritterepos noch hochgehalten und kolportiert wird, ist zu einem genetischen Fluch geworden, dessen Opfer sie nun – ziemlich willig sogar – werden.

Dass Roderick noch ein bisschen nachgeholfen hat, kann man nur verstehen, wenn man bedenkt, dass er eh schon seit langem lebendig begraben ist, sich aber keinesfalls von seiner innig – wenn auch hoffentlich keusch – geliebten Schwester trennen will. Mit der Ankunft des Zeugen in Gestalt von Philip ahnt Madeline bereits, was auf sie zukommt und versucht dem Zeugen klar zu machen, worin der Fluch und das Vermächtnis der Ushers besteht.

Am Schluss wird die ganze Story stark gerafft, denn in der Vorlage nimmt der Schwulst für das Empfinden des heutigen Lesers bzw. Hörers doch recht überhand. Diese Raffung auf das Notwendigste bedeutet für den Hörer, dass er ganz genau zuhören muss, was passiert und gesagt wird. Aber eine CD bietet ja die Gelegenheit, diese Szene immer wieder zu hören.

Es lohnt sich ja auch schon von der tollen Inszenierung her. Während die Musik mich an die Interpretation von Alan Parsons erinnert hat, so versuchen die Sprecher doch eine eigenständige, aber rollengerechte Interpretation ihrer Figuren. Das gelingt ihnen ausgezeichnet. Übrigens ist Lady Madeline in der Story gar nicht so prominent, sondern bleibt viel im Hintergrund, alldieweil sie ja sterbenskrank ist. (Der Arzt wurde ebenfalls gestrichen.) Man sieht also im Vergleich mit anderen Verarbeitungen dieses klassischen Stoffes, dass die |Titania|-Fassung den Hörer nicht überfordert und die Rolle der Frau im Stück den heutigen Erwartungen anpasst. Madeline bildet mit Roderick ein dynamisches Duo. Das habe ich in Poes Vorlage so überhaupt nicht gefunden, aber es wirkt sich in dem vorliegenden Hörspiel dramaturgisch vorteilhaft aus.

|Originaltitel: The Fall of the House of Usher, 1845
60 Minuten auf 1 CD|
http://www.titania-medien.de

_Das |Gruselkabinett| auf |Buchwurm.info|:_

[„Carmilla, der Vampir“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=993 (Gruselkabinett 1)
[„Das Amulett der Mumie“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1148 (Gruselkabinett 2)
[„Die Familie des Vampirs“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1026 (Gruselkabinett 3)
[„Das Phantom der Oper“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1798 (Gruselkabinett 4)
[„Die Unschuldsengel“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1383 (Gruselkabinett 5)
[„Das verfluchte Haus“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1810 (Gruselkabinett 6)
[„Die Totenbraut“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1854 (Gruselkabinett 7)
[„Spuk in Hill House“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1866 (Gruselkabinett 8 & 9)
[„Dr. Jekyll und Mr. Hyde“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2349 (Gruselkabinett 10)
[„Untergang des Hauses Usher“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2347 (Gruselkabinett 11)
[„Frankenstein. Teil 1 von 2“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2960 (Gruselkabinett 12)
[„Frankenstein. Teil 2 von 2“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2965 (Gruselkabinett 13)
[„Frankenstein. Teil 1 und 2“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3132 (Gruselkabinett 12 & 13)
[„Die Blutbaronin“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3032 (Gruselkabinett 14)
[„Der Freischütz“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3038 (Gruselkabinett 15)
[„Dracula“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3489 (Gruselkabinett 16-19)
[„Der Werwolf“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4316 (Gruselkabinett 20)
[„Der Hexenfluch“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4332 (Gruselkabinett 21)
[„Der fliegende Holländer“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4358 (Gruselkabinett 22)
[„Die Bilder der Ahnen“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4366 (Gruselkabinett 23)
[„Der Fall Charles Dexter Ward“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4851 (Gruselkabinett 24/25)
[„Die liebende Tote“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5021 (Gruselkabinett 26)
[„Der Leichendieb“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5166 (Gruselkabinett 27)
[„Der Glöckner von Notre-Dame“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5399 (Gruselkabinett 28/29)
[„Der Vampir“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5426 (Gruselkabinett 30)
[„Die Gespenster-Rikscha“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5505 (Gruselkabinett 31)
[„Jagd der Vampire. Teil 1 von 2“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5730 (Gruselkabinett 32)
[„Jagd der Vampire. Teil 2 von 2“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5752 (Gruselkabinett 33)
[„Die obere Koje“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5804 (Gruselkabinett 34)

Arthur Machen – Das innerste Licht (Gruselkabinett Folge 158)

Verbotene Experimente: Der Teufelsdoktor

London 1894: Was hat es mit dem Verschwinden der bildschönen Agnes Black auf sich, die angeblich Opfer eines Verbrechens wurde? Der Schriftsteller Dyson wittert eine spannende Geschichte und kommt einem teuflischen Seelenhandel auf die Spur… (Verlagsinfo)

Der Autor
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H.G. Wells – Der rote Raum (Gruselkabinett Folge 146)

Riskanter Selbstversuch

England 1899: Was geht vor sich in dem berüchtigten roten Raum des Schlosses Lorraine, in dem noch niemand eine ganze Nacht ausgehalten hat, ohne dem Wahnsinn zu verfallen oder zu versterben? Simon Price will gegen den ausdrücklichen Rat der Besitzerin und der alten Dienstboten dem Spuk mit modernster Technik, einem Phonographen, zu Leibe rücken und riskiert damit seinen Verstand und sein Leben… (Verlagsinfo)

Der Verlag empfiehlt das Hörbuch ab 14 Jahren.

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Louisa May Alcott – Im Labyrinth der großen Pyramide (Gruselkabinett Folge 148)

Zweifacher Frevel: Der Fluch der bösen Taten

London 1880: Evelyn und Paul Forsyth stehen kurz vor ihrer Hochzeit, als der Bräutigam von seinen Erinnerungen an ein unheimliches Erlebnis in Ägypten heimgesucht wird, als er sich eines Nachts mit Professor Niles in der gewaltigen Cheops-Pyramide verirrt hatte… (Verlagsinfo)

Der Verlag empfiehlt das Hörbuch ab 14 Jahren.

Die Autorin

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Francis Marion Crawford – Denn das Blut ist das Leben (Gruselkabinett Folge 160)

Blutdürstige Liebe

Süditalien, 1905: Der skandinavische Maler Holger besucht seinen Freund in dessen einsamem Turm nördlich von Kap Scalea. Als beide im Mondschein auf eine Anhöhe schauen, bemerken sie einen wie ein Grab anmutenden Erdhügel, auf dem ein Menschenkörper zu liegen scheint. Neugierig nähert sich Holger der Stelle, findet jedoch nichts vor, obwohl sein Gastgeber eindeutig eine neblige Gestalt beobachtet, die sich an Holger heranpirscht …
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George Allan England – Das Ding (Gruselkabinett Folge 152)

Wer geht da? Ein Monster der Gedankenkontrolle

Anno 1930. In der Wildnis jenseits des Hudson Rivers sammelt eine Gruppe Wissenschaftler Aufzeichnungen und Gesteinsproben für eine Untersuchung, als ihre Führer auf bestialische Weise getötet werden. Aufgeschreckt stellen die Forscher fest, dass nun sie die nächste Beute für ein Wesen werden könnten, das nicht von dieser Welt zu sein scheint … (Verlagsinfo)

Der Verlag empfiehlt das Hörbuch ab 14 Jahren.
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Robert E. Howard – Die Toten vergeben nichts (Gruselkabinett Folge 164)

Rache aus dem Grabe

Texas, 1877: Vom Alkohol berauscht erschießt der Cowboy Jim Gordon den ehemaligen Sklaven Joel und dessen Gattin, die ihn vor ihrem Ableben mit einem Todesfluch belegt. Haben die Alpträume, die ihn von nun an Nacht für Nacht heimsuchen, etwas mit den mysteriösen Unfällen zu tun, die ihn und die anderen Cowboys von nun an erschüttern? Gordon beginnt, um sein Leben zu fürchten… (Verlagsinfo)

Der Verlag empfiehlt das Hörbuch ab 14 Jahren.
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Poe, Edgar Allan – Maske des roten Todes, Die (Gruselkabinett 46) (Hörspiel)

_Poe-Grusel im Kombipack: ein unvergesslicher Maskenball!_

Italien um 1750: Im ganzen Land wütet eine tödliche Seuche, genannt der Rote Tod. Der genusssüchtige Landesfürst Prinz Prospero verschließt die Augen vor den Nöten seiner Untertanen. Er lässt sogar die Zugänge zu seinem größten Landsitz, einer alten Abtei, verbarrikadieren und feiert dort mit Gleichgesinnten ein ausschweifendes Fest nach dem anderen. Für einen Maskenball fehlt ihm indes noch die rechte Idee, um ihn unvergesslich zu machen … (Verlagsinfo)

Der Verlag empfiehlt das Hörspiel ab 14 Jahren.

_Der Autor_

Edgar Allan Poe (1809-49) wurde mit zwei Jahren zur Vollwaise und wuchs bei einem reichen Kaufmann namens John Allan in Richmond, der Hauptstadt von Virginia, auf. Von 1815 bis 1820 erhielt Edgar eine Schulausbildung in England. Er trennte sich von seinem Ziehvater, um Dichter zu werden, veröffentlichte von 1827 bis 1831 insgesamt drei Gedichtbände, die finanzielle Misserfolge waren. Von der Offiziersakademie in West Point wurde er ca. 1828 verwiesen. Danach konnte er sich als Herausgeber mehrerer Herren- und Gesellschaftsmagazine, in denen er eine Plattform für seine Erzählungen und Essays fand, seinen Lebensunterhalt sichern.

1845/46 war das Doppeljahr seines größten literarischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Erfolgs, dem leider bald ein ungewöhnlich starker Absturz folgte, nachdem seine Frau Virginia (1822-1847) an der Schwindsucht gestorben war. Er verfiel dem Alkohol, eventuell sogar Drogen, und wurde – nach einem allzu kurzen Liebeszwischenspiel – am 2. Oktober 1849 bewusstlos in Baltimore aufgefunden und starb am 7. Oktober im Washington College Hospital.

Poe gilt als der Erfinder verschiedener literarischer Genres und Formen: Detektivgeschichte, psychologische Horrorstory, Sciencefiction, Short Story. Neben H. P. Lovecraft gilt er als der wichtigste Autor der Gruselliteratur Nordamerikas.

_Die Sprecher/Die Inszenierung_

Der Erzähler: Hasso Zorn
Roter Tod: Axel Lutter
Prinz Prospero: Ernst Meincke
Erster Minister: Uli Krohm
Zweiter Minister: Viktor Neumann
Dritter Minister: Alexander Turrek
Hopp-Frosch: Sven Plate
Tripetta: Daniela Reidies
Giulietta: Reinhilt Schneider
Kutscher: Peter Reinhardt

Das Skript schrieb Marc Gruppe, der mit Stepahn Bosenius auch Regie führte. Die Aufnahme erfolgte in den Planet Earth Studios. Die Illustration ist von Firuz Askin.

_Handlung_

Um das Jahr 1750 herum wütet der Rote Tod in Europa. Die Symptome sind grausig, denn es dauert nur eine halbe Stunde, bis das Opfer aus allen Poren blutet und elendig verendet. Es ist eine Nacht, in der das Käuzchen schreit und kein Wanderer allein unterwegs sein sollte. Doch die hübsche Tripetta hat sich mit ihrem Gefährten auf den Weg gemacht, um ein besseres Heim zu finden. Da hören sie eine Kutsche, die lärmend und peitschenknallend durch die Nacht rumpelt. Wer mag dies wohl sein und können sie sie wohl mitnehmen?

Es ist Prinz Prospero, der mit seinen drei Ministern lachend und wohlgelaunt vom Besuch eines gewissen Etablissements zurückkehrt. Als er die zwei Gestalten erblickt, lässt er halten. Der Prinz ist offen für alle Arten von Vergnügungen, und wer weiß, was hier wohl auf ihn wartet? Schon die Zwergin bringt ihn zum Kichern, doch erst recht ihr Freund, den er in einem Anfall von Inspiration „Hopp-Frosch“ tauft. Sie behaupten, sie kämen aus einem Zirkus, sie sei eine Tänzerin und er ein Luftakrobat. Als sie berichten, sie wären dem Roten Tod entkommen, tritt kurz Stille ein. Aber das war ja schon heute Morgen, es besteht also keinerlei Gefahr mehr. Sie dürfen mit. Was für ein leckeres Frauenzimmer!

Der Prinz hat – welch ein Genie – schon wieder einen Einfall: Er will dem anrückenden Roten Tod entkommen, in dem er sich und seine Gefolgsleute in der Festung der alten Abtei einschließt. Nur Geladene dürfen bei ihm bleiben, der Rest – nun ja. Und Hopp-Frosch wird sein Hofnarr, verstanden? Wenn sie nicht ausgesperrt werden, müssen Trippetta und ihr Freund wohl gute Miene zum bösen Spiel machen. Auch wenn die Ungerechtigkeit und Demütigung zum Himmel schreit.

Die neue Kurtisane des Prinzen ruft wenige Tage später die zwei Freunde zu ihrem Herrn. Er plant ein Fest, das anders als alle anderen sein soll, ein Maskenball, und dafür fordert er von seinem Hofnarren Einfälle. Na, wird’s bald! Wie alle wissen, bekommt Wein Hopp-Frosch nicht, doch er wird solange abgefüllt, bis die Ideen nur so aus ihm heraussprudeln.

Der Akrobat stellt sich sieben Zimmer vor, jeweils durch Türen abgetrennt und jedes von anderer Farbe. Zu jeder vollen Stunde dürfen die Gäste ins nächste Zimmer wechseln, doch die volle Stunde solle von einer riesigen Pendeluhr geschlagen werden. Das letzte Zimmer jedoch, das erst um Mitternacht betreten werden dürfe, soll schwarz gestrichen sein und nur ein rotes Fenster dürfe es erleuchten, um alle Gäste in blutrotes Licht zu tauchen. Dann sollten alle wie vom Prinzen vorgesehen ihre Masken abnehmen. Bravo, bravo! Welch ein Einfall, lobt der Prinz und lässt die beiden Zirkusleute alles in die Wege leiten. In einer Woche steigt die Fete!

Mit den drei Ministern hat Hopp-Frosch jedoch einen ganz anderen Plan. Sie sollen auf dem Maskenball nicht wie gewöhnliche Sterbliche auftreten, sondern sich als Orang-Utans verkleiden. So sollen sie die Gäste erschrecken, als wären sie aus ihren Käfigen ausgebrochen. Allerdings müssten die Kostüme von ganz besonderer Beschaffenheit sein, um ihren Auftritt unvergesslich werden zu lassen ….

Am Vorabend des Festes beraten sich Tripetta und Hopp-Frosch wieder einmal auf den Zinnen. Tripetta ist bang zumute und hat Zweifel an ihrem Plan, doch er ist rachelüstern. Da bemerken sie einen Unbekannten, der sie belauscht. Er bittet sie, keine Angst zu haben. Er sei ihnen dankbar für den Auftritt auf dem Fest, den sie ihm ermöglicht hätten. Als sie ihn anzweifeln, versichert er ihnen: „Ich spaße nie!“ Und weg ist er.

Der Abend ist gekommen, der Maskenball kann beginnen. Und ja, es werden wie vom Prinzen verlangt jede Menge Überraschungen geboten werden …

_Mein Eindruck_

Schon als ich die beiden Erzählungen Poes zum ersten Mal las, kamen sie mir einzeln ein klein wenig dürftig vor. Das lag daran, dass jede nur, Poes Literaturtheorie gemäß, eine einzige Idee ausspielte. Dabei passen „Die Maske des Roten Todes“ (masque bedeutet auch „Maskenball) und „Hopp-Frosch“ ausgezeichnet zusammen. In Kombination präsentieren sie vor dem Hintergrund einer einzigen Epoche eine doppelte Sensation, so dass der Gehalt dieser Inszenierung weitaus dichter und reichhaltiger erscheint. Es ist, als hätte diese Geschichte nur auf ihr Erscheinen gewartet.

Wie jeder Kenner weiß, ereilt die drei Minister schon bald ihr allzu feuriges Schicksal. Doch während sie kreischen, halten die adeligen und vergnügungssüchtigen Gäste ihr Herumhampeln für einen Teil der Attraktion. Nur die Kurtisane des Prinzen erfüllt ein Gefühl der Beklommenheit, so als stimme etwas nicht. Diese Befürchtung soll sich auf schrecklichste Weise erfüllen.

Denn schon Poe hat in seinen Vorlagen eine Kombination aus Moritat, schwarzer Romantik und Sozialkritik formuliert. Ein Herrscher, der seine Untertanen ihrem Schicksal überlässt und sich derweil dem Vergnügen widmet, hat in Poes Augen jede Legitimation verloren. Die Minister sind in dieser Haltung der Selbst- und Vergnügungssucht seine Komplizen und verdienen ein Schicksal, das keinen Deut besser ist.

Doch der Tod lässt sich vielleicht aufschieben und aussperren, doch man kann ihn nicht um seine Opfer betrügen. Schlag Mitternacht schlägt also den Anwesenden im schwarzroten Zimmer das letzte Stündlein. Und in dieser Stunde, da die Masken fallen, entpuppt sich nur der Totenschädel des roten Todes von beängstigender Authentizität, während alle anderen nur die Maske des schönen Scheins tragen. Und so ist ihr Schicksal besiegelt. Nun zeigt sich, wer in Wahrheit herrscht. Nur zwei Gestalten entkommen der alten Abtei: Die Rechtschaffenen.

Das Stück ist schon bei Poe eine Moritat über Verantwortung der Herrschaft und die Bürde der Schuld, wenn die Beherrschten im Stich gelassen werden. Doch man kann die Vorlage auch anders lesen: Sie erinnert fatal an den Holocaust während des Zweiten Weltkriegs und die neutrale Haltung des Vatikans. Sie wurde bereits von Rolf Hochhuth in seinem Stück „Der Stellvertreter“ angeprangert (und später sehr gut verfilmt).

Hochhuth stellt die Frage, ob sich Kirchenvertreter in ihren „alten Abtei“ einschließen und die Augen vor dem Schicksal der Juden verschließen dürfen. Der Rote Tod als metaphorische Vorwegnahme des Holocaust also. Die Frage von Schuld und Sühne stellt sich von alleine. Poe antwortet kategorisch: Die Schuldigen müssen sich ihrem Urteil stellen. Und für sie kann es nur eines geben.

_Die Sprecher/Die Inszenierung_

Die Stimmen der Sprecher sind je nach ihrem Geschlecht, ihrem Alter und ihrer jeweiligen Rolle optimal ausgewählt. Der Prinz ist natürlich der Obermacker, und Ernst Meincke spricht ihn mit entsprechend befehlsgewohnter Autorität und Überheblichkeit. Die Minister hingegen sind namenlos und folglich sind sonderlich unterscheidbar. Meistens lassen sie bloß lüstern oder gehässig, es sei denn sie schreien wie am Spieß.

Ihnen steht der Rote Tod gegenüber, recht unheimlich gesprochen von Axel Lutter, aber natürlich auch die Zirkusleute Tripetta und Hopp-Frosch. Daniela Reidies spricht die Tänzerin recht furchtsam und zweifelnd, doch Hopp-Frosch macht eine erstaunliche Entwicklung durch, vom zurückhaltenden Akrobaten zum rachelüsternen Vernichtungsmeister. Sven Plate lässt diese Verwandlung plausibel werden.

Zwischen diesen beiden Parteien steht jedoch Giulietta, die Kurtisane Prosperos. Reinhilt Schneider spricht die Hofdame zunächst mit entsprechender Hinterlist, doch je mehr sich das Maskenfest seinem blutigen Ende nähert mehr Angst muss die Figur an den Tag legen. Einen vernünftigen Grund gibt es dafür natürlich nicht, und so bleibt die Erklärung dieses Wandels rein den Gefühlen überlassen. Die Sprecher stellt dieses entscheidende Element recht angemessen, aber nicht mit vollster Überzeugung dar. Daneben zählt das Booklet noch eine Unzahl von Sprechern auf, die die Gäste akustisch verkörpern.

|Geräusche|

Die Geräusche sind recht genau die gleichen, wie man sie in einem realistischen Horrorfilm erwarten würde, und die Geräuschkulisse wird in manchen Szenen dicht und realistisch aufgebaut, meist aber reichen Andeutungen aus. So steht etwa das Wiehern von Pferden, Hufgetrappel und das Peitscheknallen für eine Kutsche, der Schrei eines Käuzchens für den Nachtwald, das Wellenrauschen das Meer am Fuße der Abtei usw.

In meinem Handlungsabriss habe ich eine Szene ausgelassen: den Besuch in einem Dorf, das dem roten Tod zum Opfer gefallen ist. Es ist, als würden die Kutschenpassagiere von Zombies angegriffen: Man kann sich das Röcheln und Lechzen nach Rettung wohl gut vorstellen, aber auch die erschrockene Fluchtreaktion der Fahrgäste.

In der alten Abtei herrscht eine ganz eigenartige Geräuschkulisse. Zwei Elemente seien besonders hervorgehoben, die neben dem üblichen Gelächter und Gläserklingen zum Tragen kommen. Das Erste ist ein unerklärliches und unerklärtes tiefes Quietschen, wie es entsteht, wenn ein großer Metallkörper an einem anderen reibt. Das Zweite ist das zischende Rauschen eines sehr großen Uhrpendels: Wuuusch! Dieses spezielle Pendel ist zwar längst nicht so groß wie jenes titelgebende in „Grube und Pendel“, aber doch von einer unheimlichen Regelmäßigkeit und Lautstärke. Den tiefen Glockenschlag kann man sich leicht hinzudenken, der dann besonders unheilvoll Schlag Mitternacht erdröhnt, und ein kalter Hauch fährt wieder einmal über die Gäste hinweg …

Eine besonders dynamische Szene ist hingegen der Auftritt der „Orang-Utans“. Die verkleideten drei Minister sind aneinandergekettet, was zu einem fortwährenden Kettengeklirr führt. Und sobald ihre Kostüme in Brand gesetzt sind, sorgt ein knisterndes Feuerchen für zusätzliche akustische Reize. Hinzukommt das panische Kreischen der Opfer.

|Musik|

Gleich zu Anfang stimmt die Musik den Zuhörer auf ein bedrohliches und unheimliches Drama ein. Mehrere Intermezzi wissen diese düstere Grundstimmung aufzulockern, und die Tanzmusik des Maskenballs weiß die Vergnügungen, denen die Gäste nachgehen, wohl anzudeuten. All dies kann natürlich das grausige Ende des Dramas nicht aufhalten. Den Ausklang bilden die klagende Kantilene einer Sängerin, eine Violine und eine Harfe – ein sanft schreitendes Adagio, das in der Ewigkeit verklingt.

|Das Booklet|

… enthält im Innenteil lediglich Werbung für das Programm von Titania Medien. Auf der letzten Seite finden sich die Informationen, die ich oben aufgeführt habe, also über die Sprecher und die Macher. Die Titelillustration von Firuz Akin fand ich wieder einmal sehr passend und suggestiv.

Firuz Akin hat auch eine Seite Werbung für sein Buch „Illustration“ bekommen, das Mitte Dezember im Heider Verlag erscheinen soll.

Diesmal sind in einem zusätzlichen Katalog Hinweise auf die nächsten Hörspiele zu finden:

Nr. 48: Bram Stoker: Die Squaw (November)
Nr. 49: Frederick Marryat: Der weiße Wolf (November)
Nr. 50: Das Gespenst von Canterville (März 11)
Nr. 51: Arthur Conan Doyle: Die Mumie (März 11)
Nr. 52: Robert E. Howard: Tauben aus der Hölle (April 11)
Nr. 53: William Hope Hodgson: Die Herrenlose (April 11)
Nr. 54 + 55: Alice & Claude Askew: Aylmer Vance – Abenteuer eines Geistersehers (Mai 11)

_Unterm Strich_

Regisseur Marc Gruppe hat in seinem Drehbuch die beiden Poe-Erzählungen „Die Maske des roten Todes“ und „Hopp-Frosch“ miteinander verbunden. Die thematische Verbindung legt nahe, dass man die beiden Storys verknüpft, und doch findet dies meines Wissens erstmals in diesem Hörspiel statt. Die wirkungsvolle Inszenierung verhilft der Aussage zu einer Eindringlichkeit, die nicht auf taube Ohren stoßen dürfte. Der Aussage nämlich, dass es sich nicht auszahlt, die Not der Untertanen zu ignorieren und zu glauben, dem Tod ein Schnippchen schlagen zu können. In sozialkritischer Weise erinnert das Stück deshalb ein wenig an „Final Destination“.

|Das Hörspiel|

Die professionelle Inszenierung, die filmreife Musik und Stimmen von Hollywoodstars einsetzt, bietet dem Hörer ein akustisches Kinoerlebnis, das man sich mehrmals anhören sollte, um auch die Feinheiten mitzubekommen. Diesmal sind der Grusel des Maskenballabschlusses und die Dynamik des Racheaktes an den Ministern zu einer wirkungsvollen Mischung kombiniert, die keinen Hörer kalt lassen dürfte.

|Audio-CD mit 65 Minuten Spieldauer
Originaltitel: The Masque of the Red Death; Hop Frog, 1845/46
ISBN-13: 978-3785743898|
[www.titania-medien.de]http://www.titania-medien.de
[www.luebbe-audio.de]http://www.luebbe-audio.de

_Das |Gruselkabinett| auf |Buchwurm.info|:_

[„Carmilla, der Vampir“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=993 (Gruselkabinett 1)
[„Das Amulett der Mumie“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1148 (Gruselkabinett 2)
[„Die Familie des Vampirs“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1026 (Gruselkabinett 3)
[„Das Phantom der Oper“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1798 (Gruselkabinett 4)
[„Die Unschuldsengel“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1383 (Gruselkabinett 5)
[„Das verfluchte Haus“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1810 (Gruselkabinett 6)
[„Die Totenbraut“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1854 (Gruselkabinett 7)
[„Spuk in Hill House“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1866 (Gruselkabinett 8 & 9)
[„Dr. Jekyll und Mr. Hyde“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2349 (Gruselkabinett 10)
[„Untergang des Hauses Usher“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2347 (Gruselkabinett 11)
[„Frankenstein. Teil 1 von 2“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2960 (Gruselkabinett 12)
[„Frankenstein. Teil 2 von 2“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2965 (Gruselkabinett 13)
[„Frankenstein. Teil 1 und 2“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3132 (Gruselkabinett 12 & 13)
[„Die Blutbaronin“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3032 (Gruselkabinett 14)
[„Der Freischütz“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3038 (Gruselkabinett 15)
[„Dracula“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3489 (Gruselkabinett 16-19)
[„Der Werwolf“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4316 (Gruselkabinett 20)
[„Der Hexenfluch“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4332 (Gruselkabinett 21)
[„Der fliegende Holländer“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4358 (Gruselkabinett 22)
[„Die Bilder der Ahnen“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4366 (Gruselkabinett 23)
[„Der Fall Charles Dexter Ward“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4851 (Gruselkabinett 24/25)
[„Die liebende Tote“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5021 (Gruselkabinett 26)
[„Der Leichendieb“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5166 (Gruselkabinett 27)
[„Der Glöckner von Notre-Dame“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5399 (Gruselkabinett 28/29)
[„Der Vampir“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5426 (Gruselkabinett 30)
[„Die Gespenster-Rikscha“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5505 (Gruselkabinett 31)
[„Jagd der Vampire. Teil 1 von 2“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5730 (Gruselkabinett 32)
[„Jagd der Vampire. Teil 2 von 2“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5752 (Gruselkabinett 33)
[„Jagd der Vampire“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5828 (Gruselkabinett 32+33)
[„Die obere Koje“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5804 (Gruselkabinett 34)
[„Das Schloss des weißen Lindwurms“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5807 (Gruselkabinett 35)
[„Das Bildnis des Dorian Gray (Gruselkabinett 36/37)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5919
[„Die Maske des roten Todes“ (Gruselkabinett 46)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6735
[„Verhext“ (Gruselkabinett 47)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6734

H.P. Lovecraft – Herbert West, der Wieder-Erwecker (Gruselkabinett Folge 150)

Die Rache der Untoten

Arkham 1904: Zwei Studenten der medizinischen Fakultät der Miskatonic University wagen sich trotz eines ausdrücklichen Verbotes an höchst umstrittene Forschungsarbeiten: Sie wollen mit einer Injektion chemischer Flüssigkeiten kürzlich Verstorbene ins Leben zurückholen. Doch die Toten zeigen eine ganz unerwartete Reaktion auf ihre Wiedererweckung… (Verlagsinfo)
H.P. Lovecraft – Herbert West, der Wieder-Erwecker (Gruselkabinett Folge 150) weiterlesen

Ambrose Bierce – Das Auge des Panthers (Gruselkabinett Folge 157)

In Liebe mit einem Werpanther

USA, 1890: Der Anwalt Jenner Brading ist einigermaßen überrascht, dass Irene Marlowe, die ihn zweifellos liebt, seine Heiratsanträge vehement ablehnt. Indes hat die begehrenswerte junge Frau mit den faszinierenden blauen Augen mehr als einen guten Grund, unverheiratet zu bleiben, wie sie ihm eines Abends in der freien Natur offenbart… (Verlagsinfo)
Ambrose Bierce – Das Auge des Panthers (Gruselkabinett Folge 157) weiterlesen

Hanns Heinz Ewers – Die Topharbraut (Gruselkabinett Folge 151)

Die Verschwörung der Totengräber

Berlin 1913: Auf Wohnungssuche begegnet der Schriftsteller Dr. Gunther Lutzke dem unauffälligen Fritz Beckers, mit dem er sich fortan in eine Art Wohngemeinschaft begibt. Er ahnt nicht, dass der freundliche Mitbewohner hinter seiner Fassade etwas Grauenvolles verbirgt, das er sich in seinen kühnsten Träumen nicht hätte ausmalen können… (Verlagsinfo)

Der Verlag empfiehlt das Hörbuch ab 14 Jahren.
Hanns Heinz Ewers – Die Topharbraut (Gruselkabinett Folge 151) weiterlesen

William Hope Hodgson – Tropischer Schrecken (Gruselkabinett Folge 154)

Monsterkampf auf hoher See

In tropischen Gewässern anno 1899: Ein fehlender Deckel auf einem Fass voller Salzfleisch löst an Bord der Viermast-Bark „Glen Doon“ eine tödliche Kettenreaktion aus, deren Ausmaß die gesamte Besatzung auslöschen könnte… (Verlagsinfo)

Der Verlag empfiehlt das Hörbuch ab 14 Jahren.
William Hope Hodgson – Tropischer Schrecken (Gruselkabinett Folge 154) weiterlesen

Raupach, E. B. S. / Gruppe, Marc – Blutbaronin, Die (Gruselkabinett 14)

_Vampirgrusel: Die Baronin saugt – die Damen seufzen_

Gruselkabinett Nr. 14: Burg Csejte um 1600: Baron Ferenc Nádasdy trauert, obwohl er mittlerweile ein zweites Mal verheiratet ist, noch immer seiner toten ersten Frau Elisabeth Báthory nach. Nacht für Nacht sucht er ihr Mausoleum auf und hadert mit seinem Schicksal. Ein Zauber könnte ihm die Geliebte ins Leben zurückbringen. Die weise Magierin warnt jedoch inständig vor diesem unheiligen Werk, denn es könnte Tod und Verderben über die Seinen bringen. Schließlich ist Elisabeth Báthory nicht irgendeine Gräfin. Sie ist als Blutbaronin in die Geschichte eingegangen.

_Der Autor_

Ernst Benjamin Salomo Raupachs (1784-1854) dramatische Blutsaugergeschichte wurde 1823 unter dem Titel „Lasst die Todten ruhen“ veröffentlicht. Erstmals wird dieses Werk aus dem Schatzkästchen der schwarzen Romantik nun in einer Hörspielbearbeitung präsentiert. (Verlagsinfo)

_Die Sprecher/Die Inszenierung_

Die Rollen und ihre Sprecher

Elisabeth Báthory: Viola Sauer (u. a. dt. Stimme von Charlotte Rampling)
Janos, der Erzähler: Hartmut Neugebauer (Gene Hackman)
Ferenc Nádasdy: Uwe Büschken (Hugh Grant & Matthew Broderick)
Katharina Nádasdy: Arianne Borbach (Catherine Zeta-Jones)
Weise Frau: Inken Sommer (Majel Barrett/“Lwaxana Troi“ in „Star Trek“)
Amme: Ingeborg Lapsien („Miss Drycunt“ in „Der Wixxer“ & „Dorothy Halligan“ in „Alf“)
Kanzler: Jürg Löw
Maria: Tanja Geke (Judy Greer & „Aiden Burn“ in „CSI: New York“)
Jaroslav: Kammerschauspieler Heinz Ostermann

Marc Gruppe schrieb wie stets das Buch und gemeinsam mit Stephan Bosenius setzte er es um. Die Aufnahme fand im Studio AudioCue, Rotor Musikproduktion, Scenario Studio und bei Kazuya statt. Die Illustration stammt von Firuz Askin.

Hörprobe: http://www.titania-medien.de/audio/hoerspiele/

_Handlung_

Trommeln und Posaunen künden von schicksalhaften Vorgängen, die Turmuhr schlägt die Stunde. Jemand rückt eine Grabplatte beiseite und ruft flehend „Elisabeth!“ Klagende Chöre künden vom nahenden Verhängnis …

Man schreibt das Jahr 1600, als die ungarische Gräfin Katharina Nádasdy zum Patenonkel ihres Gatten Ferenc eilt. Janos, der Ich-Erzähler, sieht eine besorgte Mutter von zwei Kindern vor sich, die ihm von einem Schatten erzählt, der sich zwischen sie und ihren Gatten geschoben habe. Der habe auch einen Namen: Elisabeth Báthory. Ferenc‘ erste Frau sei zwar schon lange tot, doch Nacht für Nacht schleiche er sich auf den Friedhof zu ihrer Gruft. Was ist zu tun?

Janos erinnert sich: Elisabeth war eine bezaubernde junge Frau, als Ferenc sie kennenlernte und sich sofort in sie verliebte. Sie heirateten, und die Liebesnächte vergingen wie ein schöner Traum. Als der Traum schwand und sie starb, hielt seine Liebe nicht an, sondern er wandte sich einer neuen Frau zu: Katharina, die Mutter seiner Kinder.

In einer geisterhaften Nacht redet Janos seinem Patensohn ins Gewissen, doch alle Vorhaltungen und Warnungen fruchten nichts. Ferenc will seine Elisabeth zurück. Zu seiner Verwunderung sieht Janos, dass Elisabeths Gesicht in keiner Weise verwest, sondern so schön wie eh und je ist. Auch die weise Alte, an die sich Ferenc wendet, warnt ihn: Die Toten wollen gar nicht zurückkehren! Und er, Ferenc, sei ja auch nicht mehr ganz taufrisch …

Doch Ferenc besteht darauf, seine Elisabeth aus dem Todesschlaf zu erwecken, und droht der Alten sogar mit Kerker, sollte sie ihm nicht seinen Willen tun. Sie sammelt die nötigen Kräuter und vollzieht das Ritual. Eine letzte Warnung: Die Erweckte werde erst wieder mit Ferenc’‘ eigenem Tod ins Grab zurückkehren. Die Magierin träufelt Ferenc‘ Blut auf Elisabeths Mund, die es einsaugt und erschauert. Janos ist angeekelt und geht, deshalb sieht er nicht, wie sich Elisabeth erhebt. Ferenc bringt sie in sein Jagdschloss, das er wieder herrichten lässt. Alle Fenster sind verhangen, denn sie scheut das Licht des Tages.

Der Baron rückt dem Ziel seiner verruchten Träume immer näher. Doch als Elisabeth erfährt, dass er verheiratet ist, fordert sie seine Scheidung von Katharina. Ferenc gehorcht und veranlasst die Scheidung, während er die Kinder behält. Doch Katharina besucht vor ihrer Abreise die Rivalin im Jagdschloss. Sie ist nicht vorbereitet auf Elisabeths neue Kräfte. Die Erweckte bannt sie mit ihrem hypnotischen Blick und zwingt ihr ihren Willen auf. Dann beißt sie in Katharinas Hals, um sich an ihrem Lebenssaft zu laben. Denn nur mit Blut ist die Schönheit zu erhalten, in die sich ihr Geliebter so vernarrt hat.

Mit dem triumphalen Einzug Elisabeths bei Ferenc, der sie als neue Frau vorstellt, beginnt der Anfang vom Ende der Dynastie Nádasdy. Doch da Elisabeth erst mit Ferenc‘ Tod sterben kann, gibt es nichts, was die Zerstörung, die sie im ganzen Land verursacht, aufhalten könnte. Oder doch?

_Mein Eindruck_

Die blutrote Farbe des Titelbildes deutet bereits an, worum es in der Gruselerzählung geht: um Blut, Leidenschaft und natürlich um die Blutsaugerin, die beides verbindet. Die Bezeichnung „Vampyr“ fällt kein einziges Mal, obwohl Lord Byron und John Polidori den Begriff erfunden hatten, als Raupach die Erzählung „Lasst die Todten ruhen“ schrieb – lange vor Bram Stokers Klassiker [„Dracula“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2957 (1897). Dass Raupach sich auf die volkstümlichen Legenden um die historisch verbürgte Elisabeth/Erzsébet Báthory stützte, nehme ich an und verweise auf die erstklassige Verfilmung dieses Stoffes durch den Polen Walerian Borowczyk (in „Unmoralische Geschichten“, 1973) in dem erstaunlicherweise Paloma Picasso als Elisabeth auftritt.

„Die Blutbaronin“ fasst die Motive des weiblichen Vampirs, der antiken Lamia und der wiederauferstandenen Geliebten zusammen und verschmilzt sie zu einer eindrucksvollen Geschichte über Begierde, die den Tod missachtet und dafür den Preis bezahlen muss. Zunächst ist es nur die Begierde des Barons, sich wieder mit der Ex der Fleischeslust hingeben zu können. Doch schon bald muss er sich ihrer Gier unterwerfen, die nach dem roten Lebenselixier verlangt. Perfiderweise will sie genau mit dieser Sünde schön genug bleiben, um sein Interesse zu erhalten. Folglich sind ihre Opfer auch seine.

Der Haken bei der Sache: Als ihr die Beute ausgeht, bleibt nur noch eine Nahrungsquelle übrig: Ferenc selbst. Damit muss Elisabeth natürlich haushalten, aber wie lange kann das gut gehen? Für ihn jedenfalls gibt es nur einen Ausweg: Die Blutsaugerin, die er wegen ihre hypnotischen Kräfte gar nicht als solche wahrgenommen hat, muss sterben. Aber wie? Die Alte, die Elisabeth aufweckte, muss ihm helfen, sie auch wieder zu bannen. Doch das ist leichter gesagt als getan. Es soll genügen zu sagen, dass sich ein spannender und höchst dramatischer Zweikampf Mensch gegen Monster entspinnt.

Das unterschwellige Motiv der übergroßen sexuellen Begierde als Sünde wider die Natur inszeniert das Hörspiel in einigen recht drastischen Begegnungen zwischen der Blutbaronin und ihren weiblichen Bediensteten. Katharina, ihre Vorgängerin, bleibt nicht ihr letztes Opfer, sondern es folgen mindestens zwei weitere. Wie in den Vampirfilmen ist bei diesen „bissigen“ Begegnungen die erotische Komponente nicht zu unterdrücken, und das verleiht der Erzählung einen höchst eigenen Charme, der keinen Zuhörer unbeeindruckt lassen dürfte.

_Die Sprecher/Die Inszenierung_

Zu diesem Charme trägt in hohem Maße auch die Sprecherin bei. Viola Sauer ist u. a. als die deutsche Stimme von Charlotte Rampling bekannt, und das sollte dem Filmkenner schon einiges sagen. Rampling hat in den letzten Jahren in Mainstream-Psycho-Stücken mitgespielt, aber in den siebziger und achtziger Jahren spielte sie erotische Rollen auf der Femme-fatale-Seite, z. B. in „Der Nachtportier“ von 1973 (Regie: Liliana Cavani).

Man kann es nicht anders sagen: Viola Sauer lässt die Sau raus, wenn sie die Blutbaronin darstellt. Sie ist Verführerin und betörender Vamp: Eine romantische Geige illustriert ihre Wirkung auf Ferenc. Sie ist die herrische Baronin von Burg Csejte und noch viel mehr: ein unirdisches Wesen mit übermenschlichen Kräften und Gelüsten. „Teufelin!“, wettert ihr armer Tropf von einem Gatten (mit der Stimme von Frauenschwarm Hugh Grant), und Trommeln und Posaunen künden Unheil an. Doch die Lady hat ein gutes Gegenargument: „Mörder!“ Denn schließlich hat er ihr seine Kinder ausgeliefert, oder nicht?

Das Finale ist noch spektakulärer. Das liegt nicht nur an ihrem Lachen, Jammern, Flehen, sondern noch viel mehr an seinem eigenen Kampf gegen die Schwäche und Liebe, die er weiterhin für sie hegt. Selbstüberwindung ist für ihn noch härter als die Verdammung der Geliebten in die Hölle. Elisabeth behält das letzte Wort: „Ferenc, lass mich raus!“, klagt sie und lacht ihn gleich wieder aus. Wieder klagt die romantische Geige Elisabeths Leitmotiv. Diese Umsetzung hat wirklich emotionale Wucht.

„Die Blutbaronin“ ist nicht nur Kino für die Ohren, sondern auch noch Hollywoodkino. Denn hier sprechen nicht irgendwelche Sprecher, sondern die deutschen Stimmen bekannter Stars aus der amerikanischen, englischen und französischen Filmgeschichte – siehe oben. Dass diese Profis eine solide Performance abliefern, versteht sich fast von selbst, und ich war entsprechend zufrieden.

Solche geübten und prestigeträchtigen Sprecher und Sprecherinnen einzusetzen, gehört zum Marketing von Marc Gruppe bzw. |Titania Medien|. Hinzu kommen jeweils traditionsreiche Schauergeschichten, die den nötigen emotionalen Rahmen für die Entfaltung solcher Stimmtalente liefern. Zu Anfang waren es eher unbekannte Geschichten wie etwa Launs [„Totenbraut“,]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1854 doch mittlerweile wagt sich Marc Gruppe an die Klassiker heran.

Nach den Weihnachtsstandards von Charles Dickens’ „Frohe Weihnachten, Mr. Scrooge“ und Burnetts „kleinem Lord“ nimmt sich der Produzent zentraler Stoffe an. [„Frankenstein“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2960 macht den Anfang, dann folgt im April 2007 „Dracula“. Wer weiß, wozu Marc Gruppe und sein Team noch fähig sind. Ich bin bereits gespannt.

|Musik und Geräusche|

Die Geräusche sind genau die gleichen, wie man sie in einem realistischen Spielfilm erwarten würde, und die Geräuschkulisse wird in manchen Schlüsselszenen sehr dicht und realistisch aufgebaut. Wenn das Käuzchen ruft und die Turmuhr Mitternacht schlägt, weiß der Zuhörer, dass er einem Schauerstück lauscht. Hinzukommt die passende Musik von Chören, Posaunen und Trommeln – fertig ist die Gruselnacht. Doch um die Szene richtig mit Zauber und verbotener Magie zu erfüllen, sind die Götter der Natur anzurufen: Sie machen sich als Sturmwild im Nachtwald lautstark und unheimlich bemerkbar. Diese Geräuschkulisse fällt erst in den Innenszenen und im Finale weg, wenn die Dialoge im Vordergrund stehen.

Musik, Geräusche und Stimmen wurde so fein aufeinander abgestimmt, dass sie zu einer Einheit verschmelzen. Dabei stehen die Dialoge natürlich immer im Vordergrund, damit der Hörer jede Silbe genau hören kann. An keiner Stelle wird der Dialog irgendwie verdeckt, weder von Geräuschen noch von Musik.

_Unterm Strich_

„Die Blutbaronin“ ist eine der gelungensten Produktionen in der inzwischen fest etablierten und angesehenen Reihe „Gruselkabinett“. Dass sie einen bleibenden Eindruck beim Hörer hinterlässt, liegt nicht nur an der starken Vorstellung von Viola Sauer als Titelheldin, sondern auch dem Drehbuch, das auf eine feine Zeichnung der psychologischen Konflikte bei den Opfern der Blutsaugerin setzt und nicht vordergründigen Splatter. Die homo-erotischen Momente, wenn die Baronin ihre hypnotisierten weiblichen Opfer zur Ader lässt, verleihen dem Hörspiel eine spezielle Würze, die man in vielen anderen Hörspielen vergeblich sucht. Am ehesten kommt dafür noch die Genre-Hörspiel-Serie [„Vampira“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2441 in Frage, allerdings auf weniger kunstvollem Niveau.

Die professionelle Inszenierung, die filmreife Musik und Stimmen von Hollywoodstars einsetzt, bietet dem Hörer ein akustisches Kinoerlebnis, das man sich mehrmals anhören sollte, um auch die Feinheiten mitzubekommen. Kunstliebhaber mögen von solchen melodramatischen Darstellungen abgestoßen sein, aber die feine Linie zwischen Kunst und Unterhaltung verläuft bekanntlich in einem fließenden Kontinuum, und ich ziehe allemal die Unterhaltung der Kunst vor.

Jungen Menschen, die sich einfach nur für gruselige Audiokost interessieren, die gut gemacht ist, lässt sich das Hörspiel empfehlen. Es ist leicht verständlich, wirkungsvoll inszeniert und die Stimmen der Hollywoodstars vermitteln das richtige Kino-Feeling. Wer jedoch mit Melodramatik absolut nichts am Hut hat, sich aber trotzdem nach allen Regeln der Kunst gruseln will, der sollte zu härterer Kost greifen. Die Hörbücher der [„Necroscope“-Reihe]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=779 von Brian Lumley dürften eine ausreichend starke Dosis verabreichen.

|74 Minuten auf 1 CD|
http://www.titania-medien.de
http://www.luebbe-audio.de

_Das |Gruselkabinett| auf |Buchwurm.info|:_

[„Carmilla, der Vampir“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=993 (Gruselkabinett 1)
[„Das Amulett der Mumie“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1148 (Gruselkabinett 2)
[„Die Familie des Vampirs“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1026 (Gruselkabinett 3)
[„Das Phantom der Oper“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1798 (Gruselkabinett 4)
[„Die Unschuldsengel“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1383 (Gruselkabinett 5)
[„Das verfluchte Haus“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1810 (Gruselkabinett 6)
[„Die Totenbraut“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1854 (Gruselkabinett 7)
[„Spuk in Hill House“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1866 (Gruselkabinett 8 & 9)
[„Dr. Jekyll und Mr. Hyde“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2349 (Gruselkabinett 10)
[„Untergang des Hauses Usher“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2347 (Gruselkabinett 11)
[„Frankenstein. Teil 1 von 2“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2960 (Gruselkabinett 12)
[„Frankenstein. Teil 2 von 2“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2965 (Gruselkabinett 13)
[„Frankenstein. Teil 1 und 2“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3132 (Gruselkabinett 12 & 13)
[„Die Blutbaronin“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3032 (Gruselkabinett 14)
[„Der Freischütz“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3038 (Gruselkabinett 15)
[„Dracula“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3489 (Gruselkabinett 16-19)
[„Der Werwolf“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4316 (Gruselkabinett 20)
[„Der Hexenfluch“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4332 (Gruselkabinett 21)
[„Der fliegende Holländer“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4358 (Gruselkabinett 22)
[„Die Bilder der Ahnen“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4366 (Gruselkabinett 23)
[„Der Fall Charles Dexter Ward“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4851 (Gruselkabinett 24/25)
[„Die liebende Tote“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5021 (Gruselkabinett 26)
[„Der Leichendieb“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5166 (Gruselkabinett 27)

Hugo, Victor / Gruppe, Marc / Bosenius, Stephan – Glöckner von Notre-Dame, Der (Gruselkabinett 28/29)

_Mitreißendes Drama aus Schicksal und Sozialkampf_

Paris 1466: Die Pest wütet im Umland von Paris. Der junge Geistliche Claude Frollo macht sich auf, seine Eltern zu retten, und kommt zu spät. Ihm fällt die Sorge für seinen Bruder Jean zu, der noch ein Säugling ist. Im Jahr darauf – am Sonntag Quasimodogeniti – wird ein missgestalteter kleiner Junge im Findelkinder-Bettchen vor der Kathedrale von Notre-Dame niedergelegt …

Paris 1482: Quasimodo hat sich durch das Geschehen am Pranger, an den er gestellt wurde, merklich verändert. Dies bleibt seinem Meister, dem düsteren Erzdiakon Claude Frollo, nicht verborgen. Ebenso wenig, dass La Esmeralda neuerdings einen Begleiter an ihrer Seite hat, den Dichter Pierre Gringoire. Aber auch der schneidige junge Hauptmann Phoebus de Châteaupers hat ein Auge auf das schöne Zigeunermädchen geworfen. Das Unheil nimmt seinen Lauf …

_Der Autor_

Victor Hugo (1802-1885) war ein sehr fruchtbarer französischer Schriftsteller. Am bekanntesten wurde sein Roman „Notre-Dame de Paris“, der 1831 erschien und mehrmals als „Der Glöckner von Notre-Dame“ oder „The Hunchback of Notre-Dame“ verfilmt wurde. Eine der besten ist die Verfilmung mit Charles Laughton in der Titelrolle.

_Die Sprecher/Die Inszenierung_

Die Rollen und ihre Sprecher:

Erzähler: Roland Hemmo (Brendan Gleeson, James Gandolfini)
Claude Frollo: Udo Schenk (Ray Liotta, Ralph Fiennes, Gary Oldman, ‚Gríma Schlangenzunge‘)
Jean Frollo du Moulin: Christian Stark (‚Robin‘ in „Batman & Robin“, Justin Whalin)
Quasimodo: Tommy Morgenstern alias Thomas Lührig (‚Son-Goku‘ in „Dragonball-Z“, ‚Butt-Head‘, ‚Charlie Pace‘ in „Lost“, Charles Laughton)
La Esmeralda: Kristine Walther (Hörspieldebüt der Schauspielerin)
Pierre Gringoire: Julien Haggège (Synchronbuch und -regie für „Bubba Ho-tep“)
Phoebus de Châteaupers: Patrick Bach (Sean ‚Sam Gamdschie‘ Austin)
Clopin Trouillefou: Matti Klemm (Robert Gant)
Paquette, Büßernonne: Anita Lochner (Miou-Miou, Isabelle Adjani)
Mildtätige Frau: Eva-Maria Werth
König Louis XI.: Jochen Schröder (James Cromwell, Lionel ‚Max‘ Stander)
Dr. Jaques Coictier: Kaspar Eichel (James ‚Scotty‘ Doohan)
Madame Frollo: Inken Sommer
Richter: Wilfried Herbst (Charles Hawtrey)
Fleur-de-Lys: Ilona Otto (Emily Perkins, Michelle ‚Dawn Summers‘ Trachtenberg in „Buffy“)
Fleurs Mutter: Philine Peters-Arnolds (Joan Cusack, Loretta Devine)
Henker: Bodo Wolf (Christopher Walken, William H. Macy, Robin Williams)
Und andere.

Marc Gruppe schrieb wie stets das Buch und gemeinsam mit Stephan Bosenius setzte er es um. Die Aufnahme fand in den |Planet Earth Studios| und bei |Kazuya c/o Bionic Beats| statt. Die Illustration stammt von Firuz Askin.

_Handlung_

Im Jahr 1466 bricht die Pest in den Vororten von Paris aus. Doch als im Kloster der Mönche von Notre-Dame die Nachricht eintrifft, geraten diese nur in Panik und flehen mit Gebeten um ihr Heil. Nicht so Pater Claude Frollo. Der Neunzehnjährige aus dem niederen Adel ist ein kluger Student der Theologie, der Rechte, der Medizin und der freien Künste. Nachdem er all diese Studiengänge erfolgreich abgeschlossen hat, wendet er sich jedoch seltsamerweise der Alchimie und Astrologie zu. Dennoch soll er dereinst ein geistliches Amt bekleiden.

Als er bei seinen Eltern eintrifft, fleht ihn seine todgeweihte Mutter an, sich seines Bruders Jean anzunehmen, der noch ein Baby ist. Durch Berge von Leichen und flehende Erkrankte reitet Claude zurück ins Kloster, wo er, wie versprochen, seinen Bruder aufzieht. Claude wird Kaplan in der Kathedrale Notre-Dame. Am Sonntag, der Quasimodogeniti heißt, wird ein Findelkind in den Abgabestelle der Kirche gefunden. Während die alten Weiber lästern, dass dies nur ein Hexenkind sein könne, so verkrümmt und einäugig, erbarmt sich Claude des Kindes und adoptiert es. Daraufhin erklären ihn die Weiber selbst zum Hexenmeister.

Quasimodo, wie er das Findelkind nennt, ist zwar bucklig und hässlich mit seinem einen Auge, aber keineswegs völlig taub, wie Claude zuerst befürchtet hat. Er lernt durchaus einige Wörter, doch leider beeinträchtigen die Glocken, die er seit seinem 14. Lebensjahr täglich läutet, zusätzlich sein Hörvermögen. Das macht den Buckligen trübsinnig, aber Claude hält trotzdem zu ihm, und für den Krüppel ist Frollo wie ein Vater.

An Dreikönig des Jahres 1482 soll wie stets in Paris der Narrenkönig gekürt und gekrönt werden. Im Justizpalast hat sich neben allerlei Pöbel auch der 16-jährige Student Jean Frollo, der Bruder des Erzdiakons von Paris, eingefunden und treibt seine derben Späße. Nachdem man den Dichter Pierre Gringoire von der Bühne vertrieben hat, krönt man Quasimodo zum Narrenkönig und fährt ihn in einem Eselskarren zur Place de Grêve, dem Richt- und Festplatz von Paris. La Esmeralda, die schöne Zigeunerin, soll vor ihm tanzen.

Pierre Gringoire ist wie verzaubert vom Tanz des Mädchens, und Jean Frollo scheint ihr Freund zu sein. Wie schade. Doch sie behauptet, nur ihre Ziege Gialli zu lieben, und demonstriert, wie klug das Tier ist. Eine Stimme verflucht das gottlose Treiben und nennt Esmeralda eine Hexe und Gotteslästerin. Es ist die Stimme der Büßernonne aus dem Rolandsturm. Der armen Frau wurde einst ihre kleine Tochter entführt, und sie verflucht seitdem alle Menschen, die auch nur im entferntesten wie Zigeuner aussehen.

Als jedoch der Erzdiakon auftritt, ist Schluss mit lustig. Quasimodo fleht seinen „Meister“ um Vergebung an, doch der verjagt ihn von dem bunten Treiben. Jean Frollo klärt seinen neuen Bekannten Pierre Gringoire über seinen merkwürdigen Bruder auf, und Pierre merkt, wie sehr Jean dem Kirchenmann und Alchimisten misstraut. Möglicherweise habe er sogar dem Teufel seine Seele verschrieben, um mehr Macht zu erhalten und den Stein der Weisen zu finden. Wer weiß. Pierre schaudert es.

Nach einem erfrischenden Trunk im Gasthaus sucht Pierre nachts wieder nach Esmeralda. Doch sie bemerkt seine Verfolgung und stellt ihn, mit einem Messer in der Hand. Offenbar ist sie nicht ganz wehrlos. Als er sich vorstellt und seine Harmlosigkeit deutlich wird, lässt sie ihn wieder laufen. Doch da sieht er aus dem Schatten, wie sie gepackt wird – von einem Buckligen. Es ist Quasimodo! Pierre springt ihr zu Hilfe, doch ein zweiter Mann geht dazwischen und bezwingt ihn in einem Kampf.

Als plötzlich der Hauptmann der Wache eintrifft, verschwindet dieser Kapuzenmann, doch Quasimodo wird verhaftet. Esmeralda bezirzt den Hauptmann für seine ritterliche Hilfe und wird in Schutz genommen. Pierre schaut dem Treiben verwirrt zu, während er sich aufrappelt. Wer war dieser Unbekannte, in dessen Auftrag der Glöckner sich die Zigeunerin schnappen wollte? Und zu welchem finsteren Zweck, fragt sich Pierre.

Schon bald wird er die Antworten auf seine Fragen finden, doch freuen kann er sich darüber nicht. Ganz im Gegenteil: Die Lage spitzt sich dramatisch zu.

_Mein Eindruck_

Die Geschichte lässt sich dem Untergenre der Urban Fantasy zuordnen, wobei man es mit der Fantasy nicht zu genau nehmen darf. Dabei geht es um die Beschreibung eines Ortes in einem bestimmten Modus, der diesem Ort eine höhere Bedeutung verleiht und ihn zu einer Ikone macht. Kennzeichnend ist in diesem Roman die zentrale Bedeutung des Ortes der Kathedrale. Sie hat viele Funktionen, nicht nur als Brennpunkt des Geschehens, sondern auch für die Figuren.

|Diakon und Glöckner|

Während die Kathedrale für die Kirche und die Gläubigen in erster Linie ein Gotteshaus zu sein scheint, so ist sie für ihren eigentlichen Herrn, den Erzdiakon Claude Frollo, lediglich die Behausung für sich und sein alchimistisches Labor. Dort geben sich die antireligiösen und weltlichen Mächte die Klinke in die Hand. Ganz oben im Glockenturm weilt sein Schützling und Ziehsohn Quasimodo. Dem buckligen Glöckner ist die Kathedrale nicht nur ein Ort des Schutzes vor der Verfolgung durch die Bürger (sie wollen ihn entweder als Narren krönen oder als Abscheulichkeit verbrennen), sondern auch der Freude – seine Freunde sind die Glocken, denen er Namen gegeben hat.

|Esmeralda|

Dieses Gefüge aus festen Beziehungen gerät ordentlich in Bewegung, als das Schicksal der jungen, schönen Zigeunerin La Esmeralda in der Waagschale liegt. Sie gibt dem bedauernswerten Buckligen als Einzige auf dem Richtplatz Wasser, was ihr seine Dankbarkeit und Liebe einbringt. Dadurch gerät Quasimodo unwissentlich auf Kollisionskurs zu seinem Ziehvater, der ebenfalls ein Auge auf Esmeralda geworfen hat. Doch sein Begehren ist unheilig, unkeusch, und wird von Esmeralda mehrfach zurückgewiesen, als ob Gehorsam sie vor dem Tod retten würde.

|Der König|

Das Schicksal Esmeraldas als Angehörige der Unterschicht und Freundin der Bettlergilde lässt die Konflikte in dieser Ständegesellschaft offen ausbrechen. Wieder wird die Kathedrale zum Brennpunkt, als die rebellischen Bettler vor den Soldaten Asyl in der Kirche suchen, das ihnen auch nach altem Recht gewährt wird. Dieses Recht gedenken Erzdiakon und König, vereint in ihrem alchimistischen, quasi-faustischen Pakt, zu brechen. Sie heben einfach das Asylrecht auf. Das wiederum hat weitere Ausschreitungen zur Folge. Die Insel der Kathedrale wird zum Schlachtfeld, stellvertretend für ganz Paris, der Hauptstadt der Franzosen.

|Entscheidung|

Der Einzige, der sich noch ein wenig dem Kampf entziehen kann, scheint der Glöckner zu sein, doch er beschützt Esmeralda, den begehrten Zankapfel des Erzdiakons und des Pöbels. Kein Wunder also, dass auch Quasimodo im Finale sich für eine Seite entscheiden muss. Aber wie kann er es wagen, die Hand gegen seinen Ziehvater, die Verkörperung der geistlichen Stands mit weltlicher Macht, zu erheben? Offenbar wird ihm ein größeres moralisches Recht gewährt, dies zu tun, und so seine Handlungsweise sanktioniert: Er stürzt seinen Vater in einem rebellischen, wenn nicht sogar revolutionären Akt aus höchster Höhe in die Tiefe.

|Parallelen|

Ein Jahr vor dem Erscheinen des Romans fand in Paris wieder einmal (wie auch 1848) eine kleine Revolution statt. 1830 wurde in der Julirevolution König Charles X. vertrieben und der Bürgerkönig Louis Philippe (1830-48) eingesetzt. 1824 regierte Charles X. mit kirchlicher Macht, was unter anderem zur Rückkehr der Jesuiten führte. Nach einem liberalen Tauwetter 1828 kehrten die reaktionären Kräfte wieder an die Macht zurück, und es kam zum Ausbruch von Aufständen, die zur Vertreibung des Königs führten.

|Kritik|

Victor Hugos Roman lässt ebenfalls ein sehr kritisches Licht auf die kirchlichen Standesvertreter fallen: Frollo tut sich mit dem König zusammen, um Gold herzustellen, aber nicht mit koscheren Mitteln, sondern mit unheiligen, nämlich alchimistischen. Sein Bruder Jean (s. o.) verdächtigt ihn sogar der Geisterbeschwörung. Der Autor zieht klare Parallelen zwischen dem Jahr 1830 und 1482. Diese Ähnlichkeiten waren sicherlich nicht an seine Leser verschwendet, die dies als Kommentar auf das Tagesgeschehen verstanden.

Statt sich aber auf das banale Niveau des Klassenkampfes hinabzubegeben, hebt Hugo den Kampf der Unterprivilegierten (Bettler, Zigeuner usw.) gegen Kirche und König auf eine poetisch wirksamere Ebene von Schicksal und tragischer Liebe. Darin sehe ich wie viele Literaturhistoriker den enormen Einfluss der romantischen Bewegung, die aus Deutschland kommend (Tieck, Brentano, E.T.A. Hoffmann, Uhland usw.) bestimmend auf die junge Generation der französischen Autoren einwirkte. Wie man an der noch heute bestehenden Bekanntheit des Romans ablesen kann, hatte dieser überzeitliche Ansatz eine weitaus größere und nachhaltigere Wirkung als ein Pamphlet zum Klassenkampf.

_Die Sprecher/Die Inszenierung_

Dass dieses Hörspiel in der Reihe „Gruselkabinett“ erscheint, mag zunächst ein wenig verwundern. Wo bitteschön ist denn hier der Vampir, der klassische Grusler, versteckt? Aber den konnte man ja auch in „Frankenstein“ vergeblich suchen. Offenbar hat der Macher der Serie, Marcel Gruppe, eine neue Strategie eingeschlagen, um ein größeres Publikum zu erreichen. Nicht mehr nur unmittelbare Schauergeschichten sind nun im Repertoire (siehe etwa „Jagd der Vampire“ von Hambly, Folgen 32/33), sondern zunehmend auch Klassiker, die bislang des Grusels völlig unverdächtig erschienen.

Doch wen es wie schaudert, ist völlig unterschiedlich. Diesmal setzt der Macher auf die mystische Atmosphäre, die ein alchimistisches Labor verbreitet, ebenso auch auf die sinistren, womöglich unheiligen Machenschaften seines Besitzers, der ausgerechnet der Obermacker der Kathedrale ist. Nicht nur ist Claude Frollo vom rechten geistlichen Weg abgekommen – Macht ist ihm wichtiger als Seelsorge -, nein, er versucht auch, eines seiner hilflosesten Schäfchen zu seinem wehrlosen Opfer zu machen, um es ausbeuten zu können: Esmeralda, das Waisenkind, das immer noch seine Mutter sucht. Wie teuflisch ist das denn?

Frollos Sprecher Udo Schenk hat im Peter Jacksons „Herr der Ringe“ auch Gríma Schlangenzunge die teuflisch-hinterlistige Synchronstimme geliehen. Auch hier weiß er seine zwielichtige Erscheinung richtig wirkungsvoll in Szene zu setzen. Lange weiß der Hörer nicht, was er von Frollo halten soll, bis dieser schließlich gegenüber Esmeralda seine wahren Absichten enthüllt: ein Monster in Menschengestalt. Udo Schenks entsprechender Monolog ist ein Höhepunkt an Darstellungskunst in dieser Produktion. Es ist, als würde Gríma Schlangenzunge letzten Endes triumphieren.

Außer dem König und anderen Kumpanen Frollos erscheinen alle Figuren als Frollos Opfer. Dementsprechend sympathisch treten sie auf. Insbesondere Esmeralda und Pierre Gringoire, die für einander bestimmt zu sein scheinen, stehen im Vordergrund. Doch das Schicksal hat anderes mit ihnen vor, und so wird ausgerechnet der bucklige Glöckner zu Esmeralda wichtigstem männlichen Partner. Diese Begegnung ist sehr bewegend und von beiden Sprechern mit einem Maximum an Einsatz und Einfühlungsvermögen dargestellt. Die hohle, an Charles Laughton orientierte Stimme von Tommy Morgenstern als dem Buckligen kontrastiert bezaubert mit Kristine Walthers hoher Esmeralda-Stimme.

Daneben gibt es noch jede Menge Nebenfiguren, von denen mir besonders Jean Frollo, ein schlauer Tunichtgut, und der König der Bettler, Clopin, im Gedächtnis geblieben sind. Es gibt mehrere Mauerschauszenen, bei denen eine Mittelklassefamilie das Geschehen auf dem Richtplatz kommentiert: Der Kontrast zwischen den zwei Ebenen könnte nicht größer sein und wird sauber herausgearbeitet. Das Hörspiel arbeitet ständig mit Gegensätzen, so dass die Figuren plastisch wie einem Film hervortreten.

|Musik und Geräusche|

Es ist klar, dass es sich um einen romantischen Stoff handelt. Schicksal, Tragik, Liebe, Tod spielen bestimmende Rollen. Dementsprechend dramatisch und abwechslungsreich ist auch die Musik komponiert worden. Es handelt sich um Originalmusik, nicht etwa um Kopien aus diversen romantischen Opern. Der Komponist wird allerdings nicht genannt.

Die Musik gibt sehr genau die vorherrschende Stimmung einer Szene wieder und ist mit klassischem Instrumentarium produziert – keine Synthesizer für klassische Stoffe! Die Musik steuert nicht nur die Emotionen des Publikums auf subtile Weise, sondern bestreitet auch die Pausen zwischen den einzelnen Akten. Dann stimmt sie das Publikum auf die „Tonart“ des nächsten Aktes ein. Heitere Klänge wie etwa ein Tamburin oder helle Glocken wechseln sich mit düsteren Passagen ab, die von Streichern und Chören bestritten werden. Mitunter sind sehr tiefe Bässe zu hören, die Unheil verkünden.

Die Geräusche sind genau die gleichen, wie man sie in einem realistischen Spielfilm erwarten würde, und die Geräuschkulisse wird in manchen Szenen dicht und realistisch aufgebaut. Von Anfang an spielen Glocken eine Rolle, entweder schlagen sie die Stunde oder Quasimodo macht sie zu einem Revolutionslied: Er läutet Sturm. Wer den Glocken folgt, weiß genau, in welcher Lage sich Paris gerade befindet. Natürlich gehören auch Pferde, Ziegen, aber auch Böller und Tanzmusik zur Geräuschkulisse des Hörspiels. Auf dieser Ebene ist das Geschehen am ehesten mit dem aus den Verfilmungen zu identifizieren.

Musik, Geräusche und Stimmen wurden so fein aufeinander abgestimmt, dass sie zu einer Einheit verschmelzen. Dabei stehen die Dialoge natürlich immer im Vordergrund, damit der Hörer jede Silbe genau hören kann. An keiner Stelle wird der Dialog irgendwie verdeckt.

|Das Booklet|

… enthält im Innenteil lediglich Werbung für das Programm von |Titania Medien|. Auf der letzten Seite finden sich die Informationen, die ich oben aufgeführt habe, also über die Sprecher und die Macher. Die Titelillustration von Firuz Akin auf dem Schubereinband fand ich wieder einmal sehr passend und suggestiv. Der Verlag empfiehlt sein Werk ab 14 Jahren.

Diesmal sind in einem zusätzlichen Katalog Hinweise auf die nächsten Hörspiele zu finden:

Nr. 30: J. W. Polidori: Der Vampyr (November)
Nr. 31: Rudyard Kipling: Die Gespenster-Rikscha (November)
Nr. 32 + 33: Barbara Hambly: Die Jagd der Vampire (2 CDs, erscheint im März 2009)
Nr. 34: F.M. Crawford: Die obere Koje (erscheint im April 2009)
Nr. 35: Bram Stoker: Das Schloss des weißen Lindwurms (erscheint im April 2009)
Nr. 36+37: Oscar Wilde: Das Bildnis des Dorian Gray (erscheint im Herbst 2009)

_Unterm Strich_

Ich habe mich gefragt, ob dieses Hörspiel es denn mit all den Verfilmungen, die ich kenne, aufnehmen kann. Es kann, und zwar mit Links. Es gibt einige Szenen, insbesondere die gruseligen, die man in den Hollywood-Bearbeitungen des Stoffes offenbar unterdrückt hat, wohl um die kleinen Kinder nicht zu erschrecken. Doch in dieser Fassung kommt der brutale Charakter des Kirchenfürsten Frollo sehr deutlich zum Ausdruck. Und darüber, welche Art von Gewalt er Esmeralda antun will, gibt es nicht den Schatten eines Zweifels. Sie soll ihm zu Willen sein.

Als Machtmensch agiert Frollo skrupellos auf einer Ebene mit dem König. Beide haben sich offenbar gegen die niederen Stände, die Rechtlosen verschworen. Es kommt, wie es kommen muss: Der Kampf vor, in und auf der Kathedrale als dem Stein gewordenen Symbol von kirchlicher Präsenz, das mehrere Bedeutungen annimmt. Statt eines Ortes der Seelsorge und des Asyls, dessen Türme zu Gott emporragen, ist die Kathedrale zu einem Hort des Bösen verkommen. Im Finale findet ein reinigendes Gewitter der Gewalt statt, das mit einem tiefen Fall des Kirchenfürsten seinen Höhepunkt findet.

|Das Hörspiel|

Die professionelle Inszenierung, die filmreife Musik und Stimmen von Hollywoodstars einsetzt, bietet dem Hörer ein akustisches Kinoerlebnis, das man sich mehrmals anhören sollte, um auch die Feinheiten mitzubekommen. Besonders gelungen fand ich die Darstellung des Erzdiakons durch Udo Schenk, aber auch das Duo aus Glöckner und Esmeralda. Mehrere Genreszenen wie etwa auf dem Richtplatz, beim Tanz, in der Kneipe usw. verleihen der Präsentation einen realistischeren Anstrich, dienen aber auch dem Kontrast zwischen banalem Alltag und dramatischem Schicksalskampf. Ich jedenfalls fand das Hörspiel ungeheuer fesselnd.

Auch jungen Menschen, die sich einfach nur für gruselige Audiokost interessieren, die gut gemacht ist, lässt sich das Hörspiel empfehlen. Es ist leicht verständlich, wirkungsvoll inszeniert und die Stimmen der Hollywoodstars vermitteln das richtige Kino-Feeling. Wer jedoch mit Melodramatik absolut nichts am Hut hat, sich aber trotzdem zünftig gruseln will, der sollte zu härterer Kost greifen.

Fazit: ein Volltreffer.

|Basierend auf: Notre-Dame de Paris, 1831
120 Minuten auf 2 CDs
ISBN-13: 978-3-7857-3637-1|
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_Das |Gruselkabinett| auf |Buchwurm.info|:_

[„Carmilla, der Vampir“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=993 (Gruselkabinett 1)
[„Das Amulett der Mumie“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1148 (Gruselkabinett 2)
[„Die Familie des Vampirs“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1026 (Gruselkabinett 3)
[„Das Phantom der Oper“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1798 (Gruselkabinett 4)
[„Die Unschuldsengel“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1383 (Gruselkabinett 5)
[„Das verfluchte Haus“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1810 (Gruselkabinett 6)
[„Die Totenbraut“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1854 (Gruselkabinett 7)
[„Spuk in Hill House“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1866 (Gruselkabinett 8 & 9)
[„Dr. Jekyll und Mr. Hyde“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2349 (Gruselkabinett 10)
[„Untergang des Hauses Usher“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2347 (Gruselkabinett 11)
[„Frankenstein. Teil 1 von 2“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2960 (Gruselkabinett 12)
[„Frankenstein. Teil 2 von 2“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2965 (Gruselkabinett 13)
[„Frankenstein. Teil 1 und 2“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3132 (Gruselkabinett 12 & 13)
[„Die Blutbaronin“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3032 (Gruselkabinett 14)
[„Der Freischütz“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3038 (Gruselkabinett 15)
[„Dracula“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3489 (Gruselkabinett 16-19)
[„Der Werwolf“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4316 (Gruselkabinett 20)
[„Der Hexenfluch“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4332 (Gruselkabinett 21)
[„Der fliegende Holländer“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4358 (Gruselkabinett 22)
[„Die Bilder der Ahnen“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4366 (Gruselkabinett 23)
[„Der Fall Charles Dexter Ward“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4851 (Gruselkabinett 24/25)
[„Die liebende Tote“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5021 (Gruselkabinett 26)
[„Der Leichendieb“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5166 (Gruselkabinett 27)

Lovecraft, H.P. – Berge des Wahnsinns (Teil 1) (Gruselkabinett 44) (Hörspiel)

_Aufbruch zu verhängnisvollen Antarktis-Expedition_

New England 1930: Der Geologe William Dyer, ein Professor an der Miskatonic University, ist der Kopf einer großangelegten Expedition in die Antarktis. Gemeinsam mit seinem Assistenten Larry Danforth, seiner Kollegin Dr. Leni Lake, deren Assistentin Leslie Carroll, dem Ingenieur Prof. Frank Pabodie, dem Physiker und Meteorologen Prof. Atwood und diversen Hilfskräften bricht Dyer auf, den unwirtlichsten Kontinent der Erde zu erkunden. Ein sehr gefahrvolles Unterfangen, wie sich herausstellt … (Verlagsinfo)

Der Verlag empfiehlt das Hörspiel ab 14 Jahren.

_Der Autor_

Howard Phillips Lovecraft, 1890-1937, hatte ein Leben voller Rätsel. Zu Lebzeiten wurde er als Schriftsteller völlig verkannt. Erst Jahre nach seinem Tod entwickelte er sich zu einem der größten Horror-Autoren. Unzählige Schriftsteller und Filmemacher haben sich von ihm inspirieren lassen.

Howard Phillips Lovecraft wurde am 20. August 1890 in Providence, Rhode Island geboren. Als Howard acht Jahre alt war, starb sein Vater und Howard wurde von seiner Mutter, seinen zwei Tanten und seinem Großvater großgezogen. Nach dem Tod des Großvaters 1904 musste die Familie wegen finanzieller Schwierigkeiten ihr viktorianisches Heim aufgeben. Lovecrafts Mutter starb am 24. Mai 1921 nach einem Nervenzusammenbruch.

Am 3. März 1924 heiratete Lovecraft die sieben Jahre ältere Sonia Haft Greene und zog nach Brooklyn, New York City. 1929 wurde die Ehe, auch wegen der Nichtakzeptanz Sonias durch Howards Tanten, geschieden. Am 10. März 1937 wurde Lovecraft ins Jane Brown Memorial Krankenhaus eingeliefert, wo er fünf Tage später starb. Am 18. März 1937 wurde er im Familiengrab der Phillips beigesetzt. Nach seinem Tod entwickelte er sich bemerkenswerterweise zu einem der größten Autoren von Horrorgeschichten in den USA und dem Rest der Welt. Sein Stil ist unvergleichlich und fand viele Nachahmer.

Aber Lovecrafts Grauen reicht weit über die biblische Vorstellung von Hölle hinaus: Das Universum selbst ist eine Hölle, die den Menschen, dessen Gott schon lange tot ist, zu verschlingen droht. Auch keine Liebe rettet ihn, denn Frauen kommen in Lovecrafts Geschichten praktisch nur in ihrer biologischen Funktion vor, nicht aber als liebespendende Wesen oder gar als Akteure. Daher ist der (männliche) Mensch völlig schutzlos dem Hass der Großen Alten ausgeliefert, die ihre Welt, die sie einst besaßen, wiederhaben wollen. Das versteht Lovecraft unter „kosmischem Grauen“. Die Welt ist kein gemütlicher Ort – und Einsteins Relativitätstheorie hat sie mit in diesen Zustand versetzt: Newtons Gott ist tot, die Evolution eine blinde Macht, und Erde und Sonne nur Staubkörnchen in einem schwarzen Ozean aus Unendlichkeit. Auf Einstein verweist HPL ausdrücklich in seinem Kurzroman „Der Flüsterer im Dunkeln“.

Kurz und bündig mehr über Lovecraft: http://www.orchesterderschatten.de/autor.htm

_Die Sprecher/Die Inszenierung_

Prof. William Dyer: Reiner Schöne
Larry Danforth: Jan Panczak
Dr. Leni Lake: Bettina Weiß
Leslie Carroll: Annina Braunmiller
Prof. Frank H. Pabodie: Eckart Dux
Prof. Atwood: Alexander Turrek

Das Skript schrieb Marc Gruppe, der mit Stepahn Bosenius auch Regie führte. Die Aufnahme erfolgte in den Planet Earth Studios. Die Illustration ist von Firuz Askin.

_Handlung_

|PROLOG|

Brüllen und Knurren hallen durch die Höhle, in der Larry Danforth dem Monster zu entkommen versucht. Zum Glück erwacht er rechtzeitig, bevor es ihn erwischt. Er will nur noch vergessen, was er allnächtlich in seinen Träumen erlebt – was ihm damals in der Antarktis widerfahren ist …

|Haupthandlung|

Danforth besucht wieder mal übernächtigt seinen Arbeitgeber Professor William Dyer und äußert seine Zweifel. Soll er weiterhin verschweigen, welche Gefahr in der Antarktis auf die Menschheit lauert? Dyer besteht auf Diskretion, denn er mal Danforth aus, dass er wegen des öffentlichen Aufschreis des Unglaubens keinerlei Karriere mehr zu erwarten hätte. Eine weitere Expedition will zur Antarktis aufbrechen – sollte man sie nicht warnen? Auch dies lehnt Dyer ab. Diese Expedition käme sowieso nicht zustande.

Nachdem Danforth gegangen ist, seufzt Dyer schwer. Auch er hat die Last der Erinnerungen an ihre gemeinsame Expedition anno 1930/31 zu tragen. Unwillkürlich schweift sein geistiger Blick zurück zum Januar 1930, als alles begann …

|Dyers Expedition|

Zweck von Dyers Expedition sollen die allerersten Bohrungen im Boden des antarktischen Kontinents sein (der, wie man inzwischen weiß, etliche Überraschungen bereithält). Als Geologe ist Dyer dafür gewappnet, doch die Technik muss jemand anders liefern: Professor Pabodie von den Ingenieuren an der Miskatonic University zu Arkham steuert ein neuartiges, zerlegbares Bohrgerät bei. Außerdem sollen fünf Dornier-Flugzeuge helfen, das Bohrgerät, die Mannschaften, die Schlittenhunde, Ausrüstung und Proviant ins Innere des Kontinents zu transportieren.

Pabodie empfiehlt, den Meteorologen Prof. Atwood mitzunehmen. Kapitän Douglas werden zwei Schiffe kommandieren, um alles ans andere Ende der Welt zu schaffen. Spätestens im September müssen sie in See stechen, um den Sommer auf der Südhalbkugel ausnutzen zu können.

Auf der Seite der Finanzierung kann Dyer seinem Kollegen eine gute Nachricht mitteilen: alles paletti! Die Stiftung von Nathaniel Derby-Pickman übernimmt die Kosten. Unerwartet gibt es von dieser Seite eine unangenehme Überraschung: Dr. Leni Lake ist die Tochter des Stiftungsleiters und besteht darauf, mit ihrer Assistentin Lesli Carroll mitzukommen. Alles Sträuben der alten Herrschaften nützt ihnen nichts – Leni sitzt am längeren Hebel.

|Auf dem Südkontinent|

Über Panama und Samoa führt die Route zum Ross-Schelfeis. Nachdem am 20. Oktober der Polarkreis überschritten worden ist, erreichen die beiden Schiffe sechs Tage später die erste Bucht voller Eisberge – und das Packeis. Im McMurdo-Sund gehen sie vor den furchteinflößenden Vulkanen Mt. Erebus und Terror vor Anker. Larry Danforth vermeint ein sonderbares Pfeifen zu hören, das sich mit dem Wind vermischt, der von den Perry-Bergen herunterbläst. Eine Luftspiegelung gaukelt ihm emporragende Burgen auf diesen steilen Höhen vor. Alle frieren, doch Danforth, der sich in Leslie Carroll verliebt hat, kann wenigstens das Herz der schönen Assistentin wärmen.

Rund vier Wochen später startet Dr. Leni Lake zum ersten Flug ins Landesinnere, um an geeigneter Stelle ein Lager zu errichten. Und damit beginnt das Unheil. Denn Lake, Atwood und ihr Team senden Funksprüche, die immer seltsamer und beängstigender für Danforth werden – er fürchtet bald schon um das Lebens einer Freundin. Erst werden ein neues Hochgebirge und dann ein dreieckiger Fußabdruck entdeckt, der über 30 Zentimeter lang ist. Was noch merkwürdiger ist: Sie sind über 500 Mio. Jahre alt, also präkambrisch! Doch damals gab es noch keinerelei höheres Leben auf der kahlen Erde. Skelettfunde sind wie von einem Werkzeug beschädigt, und Specksteinfunde sind eindeutig bearbeitet worden – alles Zeichen einer Zivilisation …

Der besorgte Dyer gibt Lake und Atwood maximal drei Wochen Zeit, um dem Rätsel auf den Grund zu gehen. Doch nach der Entdeckung von 14 seltsamen Tonnen in einer Gletscherhöhle und deren Auftauen brechen die Funksprüche Lakes ab – unter Hilfeschreien voll Angst und Schrecken …

_Mein Eindruck_

In dieser ersten Hälfte der Doppelfolge wird alles vorbereitet, um die Bühne für die entscheidenden Akte im zweiten Teil zu öffnen. Dort erfolgen die eigentlichen Entdeckungen im mysteriösen Hochgebirge, das Lake entdeckt hat. Die Änderungen, die der Regisseur und Drehbuchautor Gruppe vorgenommen hat, leuchten sofort ein. Das über Monate hingezogene Geschehen wird auf wenige entscheidende Szenen verdichtet und zu dramatischen Effekten genutzt.

Dabei bilden die beiden Frauen einen reizvollen Kontrast zu der reinen Männerveranstaltung des Originals – und eine Liebesgeschichte zwischen Danforth und Leslie Carrolls liefert eine plausible Erklärung dafür, dass Danforth darauf brennt, Leslie wiederzufinden (möglich lebendig) und den Schrecken zu bannen, der sie ihm entriss. Also muss eine Expedition ins Herzen der Finsternis folgen.

Am Ende des ersten Teils geben unheimliche Funde Rätsel auf. Doch dieses neue Wissen erweist sich als ebenso verhängnisvoll wie das Manipulieren der Funde: Acht intakte Tonnen werden von Lake und Atwood aufgetaut, wodurch ein unbekannter Schrecken wieder zum Leben erweckt wird. Man denkt unwillkürlich an die Tiefen der Minen von Moria, wo ein Schrecken aus der Alten Welt lauert – Morgoths Balrog. Die Schreie des Entsetzens, die aus dem Funkempfänger dringen, lassen nur einen Schluss zu: Die Zurückgebliebenen müssen sowohl das Rätsel lösen als auch dem Schrecken ein Ende bereiten. Aber kann ihnen dies überhaupt gelingen?

Der Hörer bleibt unglaublich gespannt am Ende dieses ersten Teils zurück. Sofort muss die zweite CD eingelegt werden …

_Die Sprecher/Die Inszenierung_

Einige Stimmen bekannter Hollywood-Schauspieler treten hier auf. Insbesondere Reiner Schöne ist aufgrund seines rauen Basses als deutsche Stimme diverser hartgesottener Hollywood-Burschen bekannt geworden, so etwa Willem Dafoe und sogar Darth Vader. Deshalb hat er auch fast die komplette Krimireihe von Rotbuch für den Argon-Verlag einlesen dürfen. Eckart Dux könnte älteren Zuhörern noch aus diversen Western und Fernsehkrimiserien bekannt sein – er hat zahlreichen Westerhelden von Audie Murphy bis James Stewart seine Stimme geliehen.

Jan Panczak ist im Vergleich dazu ein Newcomer im Synchrongeschäft, hat aber auch schon etliche Rollen gesprochen, u.a. für Serien wie „South Park“. Er vertritt mit Larry Danforth den „weichen“ Mann gegenüber zwei härteren, älteren Männerfiguren.

Das gleiche ist bei den Frauenrollen zu beobachten: Bettina Weiß spricht die taffe Leni Lake, während Annina Braunmiller für die sensiblere und jüngere Leslie Carroll zuständig ist. Kein Wunder also, wenn Larry mit Leslie anbandelt statt mit Leni. Alexander Turrek spricht mit Prof. Atwood einen Typ, der irgendwo zwischen Danforth und Dyer liegt – ein Wissenschaftler, aber doch zupackend. Andere Rollen gibt es nicht.

|Geräusche|

Die Geräusche sind genau die gleichen, wie man sie in einem realistischen Spielfilm erwarten würde, und die Geräuschkulisse wird in manchen Szenen dicht und realistisch aufgebaut, meist aber reichen Andeutungen aus. So sorgt das Gebell von Schlittenhunden für eine Vorstellung, dass es hier um ein Lager im Eis gehen könnte. Der ständige heulende Wind verstärkt diesen Eindruck noch. Trittgeräusche im Schnee oder auf Geröll verdeutlichen die unwirtliche Umgebung, in der sich die Figuren bewegen. Ein Gespräch an Bord eines der Schiffe ist selbstverständlich von Wellenrauschen untermalt. Wiederholt sind donnernde Flugzeugmotoren zu hören.

Sehr subtil muss die Klangkulisse im Labyrinth der Alienstadt gehandhabt werden. Es gibt reale Schritte, die aber von den Wänden mit Hall und Echo verstärkt werden. Da kann ein Toningenieur, der nicht aufpasst, leicht Schnitzer erzeugen, die zur Unverständlichkeit des Dialogs oder einer unrealistisch wirkenden Geräuschkulisse führen. Zum Glück geht in dieser Inszenierung alles gut.

Eines fand ich jedoch im Nachhinein merkwürdig. Das Monster, das Danforth und Dyer solchen Schrecken einjagt, scheint mehr aus Schleim, Dunst und Nebel zu bestehen. Wie aber bringt es dann in diesem vormateriellen Zustand Knurren und Grollen hervor? Da wundert sich der Fachmann. Allerdings ist das Knurren etc. aus dramaturgischen Gründen nötig, um die Gefahr zu verdeutlichen. Nebel wird meist wenig bedrohlich (eher verhängnisvoll). Das Gegenteil des Knurrens ist das hallende Pfeifen, das in diesem Hörspiel wohl das Poe-sche „Tekeli-li!“ ersetzen soll.

|Musik|

Die Musik des ungenannten Komponisten setzt auf die standardmäßigen Instrumente wie Piano und Streicher, um die aus diversen Horrorschinken vertrauten Stimmungen zu erzeugen: Beklemmung, unheilvolle Ahnung, blanker Schrecken und dynamische Dramatik. Nur in der Eröffnungsszene mit Pabodie und Dr. Lake kann davon keine Rede sein. Da sind Heiterkeit und Gläserklingen angesagt.

Die heitere Stimmung hält sogar noch an Bord der Schiffe vor, bis die Expedition im ewigen Eis eintrifft. Es gibt sogar eine sehr lustig gestaltete Flugszene, in der dem ach so beinharten Prof. Dyer vom Fliegen schlecht wird (ich glaube, man hört ihn sogar reihern), während die von ihm so unterschätzte Leni Lake wie ein Vöglein lacht, wenn sie sich in die Lüfte erheben darf. Das Lachen wird ihr schon noch vergehen.

Zu Beginn der wissenschaftlichen Arbeiten erklingt ein Intermezzo, das furios und dynamisch die hoffnungsfrohe Arbeit der Expeditionsteilnehmer unterstreicht. Hier kommt der homo mechanicus voll zu seinem Recht. Die Stimmung ändert sich jedoch mit den ersten Funksprüchen von rätselhaften Funden – tiefe Bässe deuten eine Bedrohung an. Die erste Folge endet mit dramatischer Musik. Das Leitmotiv, mit dem die Aliens eingeführt werden, sind Trommeln (wie in Moria) und dissonante Akkorde.

|Das Booklet|

… enthält im Innenteil lediglich Werbung für das Programm von Titania Medien. Auf der letzten Seite finden sich die Informationen, die ich oben aufgeführt habe, also über die Sprecher und die Macher. Die Titelillustration von Firuz Akin fand ich wieder einmal sehr passend und suggestiv: Im Hintergrund ist das neuentdeckte Hochgebirge zu sehen.

Firuz Akin ist auch eine Seite Werbung für sein Buch „Illustration“ zu finden, das Mitte Dezember im Heider Verlag erscheinen soll.

In einem zusätzlichen Katalog Hinweise auf die nächsten Hörspiele zu finden:

Nr. 48: Bram Stoker: Die Squaw (November)
Nr. 49: Frederick Marryat: Der weiße Wolf (November)
Nr. 50: Das Gespenst von Canterville (März 11)
Nr. 51: Arthur Conan Doyle: Die Mumie (März 11)
Nr. 52: Robert E. Howard: Tauben aus der Hölle (April 11)
Nr. 53: William Hope Hodgson: Die Herrenlose (April 11)
Nr. 54 + 55: Alice & Claude Askew: Aylmer Vance – Abenteuer eines Geistersehers (Mai 11)

_Unterm Strich_

„Berge des Wahnsinns“ ist einer der bedeutenden Kurzromane, die Lovecraft am Ende seines Lebens – er starb ein Jahr nach der Veröffentlichung – innerhalb seiner Privatmythologie schrieb. Die Antarktis-Expedition des Geologen Dyer stößt auf eine uralte Stadt, die von einer außerirdischen, vormenschlichen Zivilisation errichtet wurde. Und Andeutungen legen nahe, dass auf dem Meeresgrund noch viele weitere solche Städte auf ihre Entdeckung warten. Ob das für die heutige Menschheit so gut wäre, darf mit Fug und Recht bezweifelt werden. In der Stadt unter dem Eis vertreibt ein unheimlicher Wächter die neugierigen Forscher, und solche könnte es auch in weiteren Ruinen geben. Dyers Assistent Danforth hat den Wächter und dessen Brut gesehen und ist darüber verrückt geworden …

Ähnlich wie in „Schatten aus der Zeit“ und „Der Flüsterer im Dunkeln“ entwirft Lovecraft die Grundzüge seiner Mythologie, wonach erst die Alten Wesen von den Sternen kamen und die Stadt unterm Eis bauten, bevor die Cthulhu-Wesen anlangten und mit ihnen einen Krieg führten, an dessen Ende Wasser und Land zwischen den Rassen aufgeteilt wurden. Überreste beider Zivilisationen sind für Expeditionen wie die Dyers noch aufzuspüren, natürlich nur an sehr verborgenen Orten.

Das Motiv der „Lost Race“, das Lovecraft in nicht weniger als 18 Erzählungen verwendet, war schon 1936 nicht mehr neu und vielfach erprobt worden. Am kommerziell erfolgreichsten waren dabei wohl Edgar Rice Burroughs, der Schöpfer des Tarzan, und Henry Rider Haggard, der mit „König Salomons Minen“, „Allan Quatermain“ und „Sie“ einen sagenhaften Erfolg unter den Spätviktorianern verbuchte.

Ob Edgar Allan Poe mit seinem Romanfragment „Arthur Gordon Pym“ diese Mode schuf, als er seinen Titelhelden in der Antarktis eine unbekannte Zivilisation finden ließ, sei dahingestellt, aber sowohl Jules Verne mit „Eissphinx“ als auch Lovecraft mit „Berge des Wahnsinns“ folgten diesem Vorbild in den eisigen Süden. In letzter Zeit knüpfte auch Michael Marrak mit seinem Roman „Imagon“ erfolgreich an dieses Vorbild an.

|Das Hörspiel|

Der Drehbuchautor hat die Geschichte ganz gehörig entschlackt, verdichtet und modernisiert. Nicht nur fehlt jetzt das meiste Wissenschaftsbrimborium, die elend langen Spekulationen, die ausschweifende Sprache. Nein, auch die Figuren sind nicht mehr so dramatisch angelegt: Danforth wird nicht mehr wahnsinnig, sondern nur noch von Albträumen heimgesucht. Das kann aber auch an seiner verlorenen Liebe Leslie liegen, die hier völlig neu eingeführt wird. Aus Prof. Lake wird die energische Dr. Leni Lake, die viel Ähnlichkeit mit Amelia Earhart und anderen Pionierinnen der Luftfahrt hat. (Ob ihr Vorname Leni Riefenstahl geschuldet ist, sei der Phantasie des Zuhörers überlassen.)

Die professionelle Inszenierung, die filmreife Musik und Stimmen von Hollywoodstars einsetzt, bietet dem Hörer ein akustisches Kinoerlebnis, das man sich mehrmals anhören sollte, um auch die Feinheiten mitzubekommen. Auf jeden Fall ist das Hörspiel so geschickt angelegt, dass der Zuhörer am Schluss des ersten Teils nicht umhin kann, sofort die zweite CD einzulegen, um den Hörgenuss fortzusetzen. Well done!

|Audio-CD mit 55 Minuten Spielzeit
Originaltitel: At the Mountains of Madness (1936, gekürzt), (1939, ungekürzt)
ISBN 978-3-7857-4386-7|
[www.titania-medien.de]http://www.titania-medien.de
[www.luebbe-audio.de]http://www.luebbe-audio.de

_Das |Gruselkabinett| auf |Buchwurm.info|:_

[„Carmilla, der Vampir“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=993 (Gruselkabinett 1)
[„Das Amulett der Mumie“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1148 (Gruselkabinett 2)
[„Die Familie des Vampirs“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1026 (Gruselkabinett 3)
[„Das Phantom der Oper“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1798 (Gruselkabinett 4)
[„Die Unschuldsengel“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1383 (Gruselkabinett 5)
[„Das verfluchte Haus“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1810 (Gruselkabinett 6)
[„Die Totenbraut“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1854 (Gruselkabinett 7)
[„Spuk in Hill House“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1866 (Gruselkabinett 8 & 9)
[„Dr. Jekyll und Mr. Hyde“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2349 (Gruselkabinett 10)
[„Untergang des Hauses Usher“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2347 (Gruselkabinett 11)
[„Frankenstein. Teil 1 von 2“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2960 (Gruselkabinett 12)
[„Frankenstein. Teil 2 von 2“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2965 (Gruselkabinett 13)
[„Frankenstein. Teil 1 und 2“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3132 (Gruselkabinett 12 & 13)
[„Die Blutbaronin“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3032 (Gruselkabinett 14)
[„Der Freischütz“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3038 (Gruselkabinett 15)
[„Dracula“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3489 (Gruselkabinett 16-19)
[„Der Werwolf“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4316 (Gruselkabinett 20)
[„Der Hexenfluch“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4332 (Gruselkabinett 21)
[„Der fliegende Holländer“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4358 (Gruselkabinett 22)
[„Die Bilder der Ahnen“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4366 (Gruselkabinett 23)
[„Der Fall Charles Dexter Ward“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4851 (Gruselkabinett 24/25)
[„Die liebende Tote“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5021 (Gruselkabinett 26)
[„Der Leichendieb“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5166 (Gruselkabinett 27)
[„Der Glöckner von Notre-Dame“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5399 (Gruselkabinett 28/29)
[„Der Vampir“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5426 (Gruselkabinett 30)
[„Die Gespenster-Rikscha“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5505 (Gruselkabinett 31)
[„Jagd der Vampire. Teil 1 von 2“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5730 (Gruselkabinett 32)
[„Jagd der Vampire. Teil 2 von 2“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5752 (Gruselkabinett 33)
[„Jagd der Vampire“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5828 (Gruselkabinett 32+33)
[„Die obere Koje“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5804 (Gruselkabinett 34)
[„Das Schloss des weißen Lindwurms“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5807 (Gruselkabinett 35)
[„Das Bildnis des Dorian Gray (Gruselkabinett 36/37)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5919
[„Die Maske des roten Todes“ (Gruselkabinett 46)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6735
[„Verhext“ (Gruselkabinett 47)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6734

Apel, Johann August – Die Bilder der Ahnen (Gruselkabinett 23)

_Spannend & romantisch: Detektive in der Ahnengalerie_

Süddeutschland 1811. Graf Ferdinand von Panner weilt zu Besuch auf dem Schloss der Familie seines Schulfreundes. Eine düstere Legende verdunkelt zeitweise das Gemüt der dort Wohnenden. Was hat es auf sich mit der gefürchteten Geistererscheinung eines unheimlichen Ritters, die nachts an das Lager der männlichen Nachkommen tritt? Ferdinands Neugier ist geweckt, denn ein tragisches Geheimnis harrt seiner Enthüllung …

_Der Autor_

Johann August Apel (1771-1816) ist ein Autor aus der Zeit der schwarzen Romantik. Unter anderem schrieb er die Vorlage zu Carl Maria von Webers berühmter Fantasy-Oper [„Der Freischütz“.]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3038

_Die Inszenierung_

|Die Rollen und ihre Sprecher:|

Ferdinand von Panner: Dennis Schmidt-Foß (u. a. dt. Stimme von Freddie Prinze jr. und Scott Speedman)
Emilie von Wartburg: Melanie Hinze (Jennifer Love Hewitt, Holly Marie Combs)
Baron von Hainthal: Lutz Riedel (Timothy Dalton, Richard Gere)
Ritter Dietmar von Wartburg: Bert Stevens (Moderator & Sprecher)
Pfarrer: Wilfried Herbst (Rowan Atkinson, ‚Morty Seinfeld‘)
Frau Pfarrer: Dagmar Biener (Goldie Hawn, Miou-Miou)
Graf Wartburg: Klaus-Dieter Klebsch (Alec Baldwin, Gabriel Byrne)
Gräfin Panner: Marianne Gross (Anjelica Huston, Cher)
Baronin von Hainthal: Viola Sauer (Michelle Forbes, Charlotte Rampling)
Allwill von Wartburg: Daniel Werner
Klotilde von Hainthal: Cathlen Gawlich (Jaime King)
Philipp von Wartburg: Aljoscha Fritzsche (Malcolm David Kelley in „Lost“)
Felix von Wartburg: Albert Werner
Postillion: Jochen Schröder (James Cromwell, Lionel ‚Max‘ Stander in „Hart aber herzlich“)
Bertha von Hainthal: Monica Bielenstein (Emma Thompson, Cybill Shepherd)
Juliane von Panner: Anja Stadlober (Paris Hilton)
Mönch Tutilo von St. Gallen: Kammerschauspieler Heinz Ostermann

Marc Gruppe schrieb wie stets das Buch und gemeinsam mit Stephan Bosenius setzte er es um. Die Aufnahme fand bei Rotor Musikproduktion und bei Kazuya statt. Die Illustration stammt von Firuz Askin.

_Handlung_

Im Jahr 1811 ist Ferdinand von Panner nach Studienjahren im Ausland in sein Elternhaus zurückgekehrt. Da Vater und Schwester gestorben sind, ist er nun das Oberhaupt der Familie. Seine Mutter hat ihm klargemacht, dass es seine Pflicht sei, für einen Stammhalter zu sorgen und eine Frau zu heiraten, aber nicht irgendeine, sondern es müsse Klotilde von Hainthal sein. An diesem Abend fährt er nun zur Residenz, wo sich Klotilde beim Karneval aufhalten soll.

Als Ferdinand in einem Gasthaus einkehren will, vernimmt er Musik aus einem hübschen Haus. Neugierig geht er darauf zu und wird sogleich hereingebeten. Der Pfarrer gibt hier a) eine musikalische Gesellschaft und b) einen Gespenstertee. Einen Gespenstertee? Der Pfarrer erklärt ihm, dass es sich um eine kleine Runde handle, in der Gespenstergeschichten erzählt würden. In dem düsteren Zimmer fällt Ferdinand sofort eine schöne junge Blondine auf. Sie ist die Erste, die eine Geschichte zum Besten geben muss …

|Die Geschichte der Blondine|

Ihre Freundin Juliane lebte auf ihrem Schloss auf dem Lande. Jeden Abend musste das junge Mädchen in einem Saal speisen, in dem die Bilder der Ahnen hingen, und diese Momente empfand sie stets als unheimlich und furchteinflößend. Ein Bild erregte ihr besonderes Grauen, denn so lebendig erschien ihr das Bild der abgebildeten Frau, dass sie sie mit Blicken zu durchbohren schien. Nach zwei Jahren Aufenthalt auf dem Schloss wird Juliane endlich Braut. Am Tag vor der Trauung führt sie ihren Verlobten durch die Zimmer. Als sie im Speisesaal das bewusste Bild erblickt, schreit Juliane auf und will fliehen. Doch in diesem Moment fällt das riesige Porträt von der Wand und begräbt sie unter sich.

Ein weibliches Mitglied der Teegesellschaft bestätigt die Geschichte. Sie habe tatsächlich stattgefunden. Und wenn Ferdinand reden würde, dann könnte er ihr verraten, dass es sich bei Juliane um seine eigene Schwester handelt. Er erwähnt auch nicht, dass er seine eigene Geschichte selbst erlebt hat, sondern tut so – mit einem Versprecher hie und da -, als hätte sie ein Freund namens Ferdinand erlebt.

|Ferdinands Geschichte|

Der junge Student Ferdinand kehrt mit seinem Freund Allwill von der Uni zurück in dessen Elternhaus, ein Schloss auf dem Lande. Dort wird Ferdinand als Allwills Freund herzlichst empfangen. Besonders Emilie hat ihn in ihr Herz geschlossen, und bis zum Ende des Sommers haben sie einander versprochen. Im Schloss befindet sich ein Saal mit Familienporträts, unter denen Ferdinand eines besonders auffällt. Nicht nur, weil es einen furchteinflößenden Ritter zeigt, sondern weil es direkt in die Wand eingelassen ist. Emilie sagt, dies sei Dietmar, der Stammvater des Geschlechts. Ihr Bruder Allwill vermutet ein tragisches Familiengeheimnis hinter der Entstehung des Bildes. Da hat er nur zu sehr Recht.

In der Nacht hört der ruhelos wandelnde Ferdinand klagende Rufe aus dem Bildersaal. „Weh euch! Sie sollen verschont werden! Erlösung! Ruhe!“ Aus dem Ritterbild blicken ihn glühende Augen an, bis die Gestalt vor seinen Augen verschwindet. Die Turmuhr schlägt Mitternacht. Als Ferdinand aus dem Fenster schaut, sieht er im Mondschein die Gestalt des Ritters, der vom alten Turm am Ende der Lindenallee auf das neue Schloss zuschreitet. Ferdinand ignorierend, geht der Geist durch den Bildersaal weiter zu den Schlafgemächern, und Ferdinand bekommt es nun mit der Angst zu tun. Er beobachtet, wie der Geist die beiden jüngeren Söhne des Grafen, Felix und Philipp, küsst und sodann verschwindet. Da keine Gefahr mehr besteht, geht nun auch Ferdinand schlafen.

Am nächsten Morgen darf Ferdinand nur unter vier Augen mit dem Grafen von seinem Erlebnis berichten. Offenbar ist es nicht das erste Mal, dass sich der Geist so gezeigt hat. Aber was bedeutet es? Der Graf lässt Ferdinand schwören, niemandem etwas davon zu erzählen, außerdem sei das Unglück sowieso unabwendbar. Kaum ist Ferdinand abgereist, hört er wenig später, dass Felix, Philipp und sogar der Graf selbst gestorben seien. Doch Ferdinand sieht Emilie nicht wieder.

|Erkenntnisse|

Kaum hat Ferdinand seine Geschichte beendet, geht die Blondine aufgewühlt aus dem Zimmer. Offenbar ist sie recht betroffen von den Neuigkeiten. Ein Teilnehmer der Gesellschaft entlarvt Ferdinands Identität, die dieser sogleich entschuldigend gesteht. Da sagt ihm dieser Teilnehmer, dass Emilie von Wartburg ihn immer noch suche, weil sie nun, nachdem auch ihr Bruder Allwill starb, die Alleinerbin ist. Und noch mehr: Das furchtbare Familiengeheimnis der Wartburgs betreffe auch ihn selbst und die Panners!

Damit ihn nicht das gleiche Schicksal ereilt wie die Wartburgs, muss Ferdinand schnellstens herausbekommen, was es mit dem Porträt des Ritters und dem damit verbundenen Geheimnis auf sich hat.

_Mein Eindruck_

Dies ist noch nicht einmal der ganze 1. Akt der ungewöhnlich langen Handlung. Es folgen noch zwei weitere Akte und natürlich ein Epilog. Ob die Geschichte für Ferdinand und seine Herzensdame Emilie gut ausgeht, soll hier nicht verraten werden, um die Spannung nicht zu verderben.

Wie schon aus dem Inhaltsabriss deutlich geworden sein dürfte, spielt die ganze Story zwischen drei Adelsgeschlechtern, die sich nun nicht nur in einer existenzbedrohenden Krise befinden, sondern auch noch erkennen und bewältigen müssen, dass ein Fluch sie seit nicht weniger als neun Jahrhunderten heimsucht. Damals fing die ganze Geschichte mit – wie zu erwarten – einer Missetat des Ritters Dietmar von Wartburg an. Er diente seinerzeit unter Kaiser Otto dem Großen (936-973), insbesondere bei der Eroberung Oberitaliens (Lombardei).

Die ganze Geschichte entfaltet daher mit ihrem Fortschreiten eine zunehmende geschichtliche Tiefe. Für den nicht mit der deutschen Geschichte vertrauten Hörer könnte es ein wenig verwirrend sein, von irgendwelchen Grafen zu erfahren, die um die Gunst des Kaisers ringen, weil es um die Hand einer wertvollen Frau (wie könnte es anders sein?) geht. Jeder will sein eigenes Adelsgeschlecht mit der Lady gründen – und geht dabei sogar über Leichen. Bei der Lady handelt es sich übrigens um jene Dame, deren gewichtiges Porträt die arme Juliane von Panner erschlug.

In mehreren Rückblenden führt uns das Hörspiel in jene durchaus interessante und dramatische Epoche vor fast elfhundert Jahren. Und ich zumindest fühlte mich aufgrund des Auftretens des Mönches Tutilo von St. Gallen (diese Klosterkirche hat eine wunderbare und prächtige Bibliothek) stark an Umberto Ecos Roman „Der Name der Rose“ erinnert. Aber der Umstand, dass ein einfacher Mönch einen Ritter mit einem Sühnefluch belegen kann, der alle männlichen Nachgeborenen – bis auf jeweils einen – das Leben kostet, kam mir als Strafe Gottes ziemlich überzogen vor.

|Die neue Zeit|

Wie auch immer: „Der Fluch der bösen Tat“ wirkt durch die Jahrhunderte fort. Weil immer nur der letzte männliche Nachkomme auf dem Sterbebett seines Vorfahren unter dem Siegel der Verschwiegenheit davon erfährt, kann der Fluch auch ungebrochen fortwirken. Nun aber, so suggeriert der Autor, bricht eine neue Zeit an. Kein Wunder, denn um 1811, als die Handlung spielt, hat das Heilige Römische Reich Deutscher Nation, das einst Otto zu Größe führte, aufgehört zu existieren. Napoleons Truppen haben ihm den Garaus gemacht, ihr Befehlshaber, der Kaiser, mit dem Code Napoleon ein neues bürgerliches Gesetzbuch in allen eroberten Ländern zum Standard gemacht. Höchste Zeit also, alte Zöpfe abzuschneiden.

|Detektivarbeit|

Doch bevor Ferdinand seine Emilie vor den Altar führen kann, sind noch etliche Hindernisse zu bewältigen. In der Manier von [„Sakrileg“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1897 sind alte Dokumente zu lesen, die Aufschluss über die Vergangenheit geben und Aufschluss erteilen über den Fluch und wie man ihn beenden kann. Wie kann man dem alten Rittergespenst die letzte Ruhe verschaffen und jene Erlösung, nach der es ihn verzweifelt verlangt? Das ist schon fast Detektivarbeit und macht den langen dritten Akt doch noch relativ spannend. Wäre Ferdinand Sherlock Holmes, so müsste jeden Moment der Hund der Baskervilles auftauchen. Wie so viele Stücke der deutschen (und anderssprachigen) Romantik lässt sich auch „Die Bilder der Ahnen“ als ein Aufruf zur Erneuerung lesen.

_Die Inszenierung_

|Sprecher|

Unter den Sprechern wie unter den Rollen sind diesmal alle Genrationen vertreten, von den Kindern bis zu den Senioren. Zwar sollte die Figur der Ferdinand von Panner, der ja auch der Ich-Erzähler ist, stets im Mittelpunkt stehen, doch das ist im dritten Akt eher die Ausnahme. Die Ermittlungsarbeit der drei Familien Wartburg, Panner und Hainthal ist vielmehr echtes Teamwork und erfordert die Mitarbeit auch der Senioren.

Besonders bezaubernd fand ich die Stimme der „Emilie“, die Melanie Hinze gehört, der deutschen Stimmbandvertretung von Jennifer Love Hewitt (die Hauptdarstellerin in „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“). Besonders beeindruckt war ich hingegen von Bert Stevens, der den verfluchten Ritter Dietmar spricht. Stevens legt in seine Darstellung so viel emotionale Bewegung, dass man nicht anders kann, als sich in seine Lage zu versetzen und mit ihm zu fühlen. Ein würdiger Beichtvater ist ihm Mönch Tutilo, den Heinz Ostermann spricht.

Als enttäuschenden Totalausfall empfand ich jedoch die Stimme der Juliane, die Anja Stadlober zuzuordnen ist, welche normalerweise Paris Hilton synchronisiert. Mag sein, dass Frau Stadlober die Schwester von Schauspielerass Robert Stadlober ist, aber deswegen muss sie noch lange wie ein Roboter vom Blatt ablesen. Stimmliche Darstellungskunst ist etwas anderes. (Ich hoffe, ich verwechsle sie nicht mit einer anderen Sprecherin; wäre dem so, würde ich mich entschuldigen.)

|Musik und Geräusche|

Die Geräusche sind genau die gleichen, wie man sie in einem Spielfilm aus dem schauerlichen Genre erwarten würde, und die Geräuschkulisse wird in manchen Szenen dicht und realistisch aufgebaut. Die zwitschernden Vöglein des Tages werden daher stets mit Nachtgeräuschen wie etwa der Mitternacht schlagenden Turmuhr, dem kühlen Wind und manchmal sogar Donner kontrastiert. Die Story bietet Gelegenheit für den Einsatz von Halleffekten, so etwa in der Ahnengalerie und im Gewölbe unter dem alten Turm. Die Sprengung dieses alten Turms konnte sich der Tonmeister natürlich nicht entgehen lassen: Eine mordsmäßige Explosion erschüttert die Lautsprecherboxen des Zuhörers! Zum Glück nur in akustischer Hinsicht …

Die Musik gibt sehr genau die vorherrschende Stimmung einer Szene wieder und ist mit klassischen Instrumentarium produziert – keine Synthesizer für klassische Stoffe! Die Musik steuert nicht nur die Emotionen des Publikums auf subtile Weise, sondern bestreitet auch die Pausen zwischen den einzelnen Akten. Dann stimmt sie das Publikum auf die „Tonart“ des nächsten Aktes ein. Zwischen drei Akten lässt sich das Hörspiel Zeit, das Intermezzo etwas auszudehnen. Beginnt der nächste Akt, so ist das unschwer an einer anderen Tonart und einem anderen Tempo zu erkennen. Der erste Akt beginnt wie der zweite mit einer frisch-fröhlichen, dynamischen Weise, die schon fast volksmusikhafte Züge trägt.

Mehrmals konnte ich feststellen, dass die Hintergrundmusik auf dezente Weise erst Mozarts „Kleine Nachtmusik“ und dann, eine Weile später, das Wiegenlied „Guten Abend, gute Nacht“ zitiert. Solche Zitate hört man nicht allzu häufig in Originalhörspielen, aber weil sie sich im Hintergrund halten (und womöglich nur wenigen Hörern auffallen), seien sie hier ausdrücklich willkommen geheißen.

Musik, Geräusche und Stimmen wurde so fein aufeinander abgestimmt, dass sie zu einer Einheit verschmelzen. Dabei stehen die Dialoge natürlich immer im Vordergrund, damit der Hörer jede Silbe genau hören kann. An keiner Stelle wird der Dialog irgendwie verdeckt.

|Das Booklet|

… enthält im Innenteil lediglich Werbung für das Programm von |Titania Medien|. Auf der letzten Seite finden sich die Informationen, die ich oben aufgeführt habe, also über die Sprecher und die Macher. Die Titelillustration von Firuz Akin fand ich wieder einmal recht passend. Ich bin aber nicht sicher, ob die Ritter des 10. Jahrhunderts schon Rüstungen trugen, die man im 13. und 14. Jahrhundert zu fertigen pflegte. Aber da ich diesbezüglich keine Experte wie John Howe bin, ist mir dies einerlei. Der Verlag empfiehlt sein Werk ab 14 Jahren.

Diesmal sind in einem zusätzlichen Katalog Hinweise auf die nächsten Hörspiele zu finden:

Nr. 24 und 25 wird von H. P. Lovecrafts „Der Fall des Charles Dexter Ward“ bestritten (2 CDs).
Nr. 26: Theophile Gaultier: „Die Liebe der Toten“
Nr. 27: Robert Louis Stevenson: „Der Leichendieb“ (nach historischen Tatsachen)

_Unterm Strich_

Der Aufbau der Geschichte ist zwar ein wenig komplex, aber das ist auch von einer Geschichte, in der ein Familienfluch die Hauptrolle spielt, zu erwarten. Man denke nur an die Holmes-Geschichte [„Der Hund der Baskervilles“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1896 und erkennt sofort, dass irgendwie mehrere Rückblenden folgen müssen. Der vorliegende Autor bedient sich des Kniffs der beim Tee erzählten „Gespenstergeschichte“, die damals wohl noch recht en vogue gewesen sein dürfte, was aber heute nur noch belächelt werden kann. (Geschichten erzählt uns heute nur noch das Fernsehen oder die Oma – schade, nicht?)

Bemerkenswert ist an dieser Familiengeschichte, dass sie praktisch das gesamte Heilige Römische Reich Deutscher Nation umspannt, das immerhin mehr als 1000 Jahre existierte (bis 1806). Das bietet Gelegenheit, diesem untergegangenen Reich einen Nachruf hinterherzuschicken und zugleich auszudrücken, dass es höchste Zeit ist, mit diesen alten Zöpfen – in Gestalt des Familienfluches – aufzuräumen. Nur dann habe die neue Zeit – in Gestalt der vom Fluch erlösten Emilie und Ferdinand, aber auch des alten Ritters – eine Chance, Neues und Besseres aufzubauen, auch in Form einer neuen Idealen verschriebenen Familie. Romantik muss also nicht immer rückwärtsgewandt sein.

Die professionelle Inszenierung, die filmreife Musik und Stimmen von Hollywoodstars einsetzt, bietet dem Hörer ein akustisches Kinoerlebnis, das man sich mehrmals anhören sollte, um auch die Feinheiten mitzubekommen. Besonders im dritten Akt hatte ich Mühe, die Fülle der gelieferten neuen Informationen zu erfassen.

Auch jungen Menschen, die sich einfach nur für gruselige Audiokost interessieren, die gut gemacht ist, lässt sich das Hörspiel empfehlen. Es ist leicht verständlich, wirkungsvoll inszeniert und die Stimmen der Hollywoodstars vermitteln das richtige Kino-Feeling. Wer jedoch mit Melodramatik absolut nichts am Hut hat, sich aber trotzdem zünftig gruseln will, der sollte zu härterer Kost greifen.

|75 Minuten auf 1 CD|
http://www.titania-medien.de
http://www.luebbe-audio.de

_Das |Gruselkabinett| auf |Buchwurm.info|:_

[„Carmilla, der Vampir“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=993 (Gruselkabinett 1)
[„Das Amulett der Mumie“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1148 (Gruselkabinett 2)
[„Die Familie des Vampirs“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1026 (Gruselkabinett 3)
[„Das Phantom der Oper“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1798 (Gruselkabinett 4)
[„Die Unschuldsengel“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1383 (Gruselkabinett 5)
[„Das verfluchte Haus“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1810 (Gruselkabinett 6)
[„Die Totenbraut“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1854 (Gruselkabinett 7)
[„Spuk in Hill House“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1866 (Gruselkabinett 8 & 9)
[„Dr. Jekyll und Mr. Hyde“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2349 (Gruselkabinett 10)
[„Untergang des Hauses Usher“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2347 (Gruselkabinett 11)
[„Frankenstein. Teil 1 von 2“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2960 (Gruselkabinett 12)
[„Frankenstein. Teil 2 von 2“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2965 (Gruselkabinett 13)
[„Frankenstein. Teil 1 und 2“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3132 (Gruselkabinett 12 & 13)
[„Die Blutbaronin“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3032 (Gruselkabinett 14)
[„Der Freischütz“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3038 (Gruselkabinett 15)
[„Dracula“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3489 (Gruselkabinett 16-19)
[„Der Werwolf“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4316 (Gruselkabinett 20)
[„Der Hexenfluch“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4332 (Gruselkabinett 21)
[„Der fliegende Holländer“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4358 (Gruselkabinett 22)
[„Die Bilder der Ahnen“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4366 (Gruselkabinett 23)
[„Der Fall Charles Dexter Ward“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4851 (Gruselkabinett 24/25)
[„Die liebende Tote“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5021 (Gruselkabinett 26)
[„Der Leichendieb“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5166 (Gruselkabinett 27)

Heine, Heinrich / Gruppe, Marc – fliegende Holländer, Der (Gruselkabinett 22)

_Kongeniale Umsetzung der romantischen Legende_

Mit einer Hörspielversion des fliegenden Holländers findet nun auch der Themenkreis rund um die Geister auf hoher See Einlass in das Gruselkabinett. Schauriges Seemannsgarn vom Feinsten – nach Motiven von Heinrich Heine und einer wahren Begebenheit.

Bis in alle Ewigkeit verflucht, muss das Geisterschiff des fliegenden Holländers die Weltmeere auf der Suche nach der ersehnten Erlösung der Mannschaft durchstreifen. Unheil droht demjenigen, der dem rot glühenden Dreimaster in stürmischer Nacht begegnet. Verderben hingegen wird dem zuteil, der sich mit dem verfluchten Kapitän des Seglers einlässt …

_Der Autor_

Heinrich Heine (1797-1856) ist wohl einer bekanntesten deutschen Dichter. Leider musste er in unruhigen Zeiten ins Pariser Exil gehen, wo er mit deutschen Revolutionären wie Ludwig Börne an der Änderung der reaktionären deutschen Verhältnisse arbeitete. 1834 erschien sein Buch „Die Memoiren des Herrn von Schnabelewopski“ und darin findet sich die Legende vom Fliegenden Holländer wiedergegeben. Dass der Holländer – sowohl der Kapitän als auch sein Schiff – „fliegt“, ist wohl nicht wörtlich zu verstehen. Vielmehr ist mit „fliegen“ fliehen gemeint, und zwar sowohl vor den Menschen, die ihn meiden, als auch vor dem Fluch, mit dem ihn Gott belegt hat.

_Die Inszenierung_

|Die Rollen und ihre Sprecher:|

John Neale Dalton, Tutor: Wolfgang Condrus (u. a. dt. Stimme von Ed Harris und Sam Neill)
Der Holländer: David Nathan (Johnny Depp, Christian Bale)
Donald Mackenzie: Roland Hemmo (Brendan Gleeson, Brian Cox, Colm Meaney)
Katharina Mackenzie: Dascha Lehmann (Katie Holmes, Jennifer Love Hewitt)
Großmutter Mackenzie: Barbara Adolph (Rosemary Harris, Nina Foch, Vanessa Redgrave)
Kapitän von Mackenzie: Uli Krohm (Omar Sharif in „Monsieur Ibrahim …“, Ghassan ‚Saladin‘ Massoud in „Königreich der Himmel“)
Prinz Albert Victor: Simon Jäger (Matt Damon, Josh Hartnett, Heath Ledger)
Junger Albert Victor: Nicolas Artajo (Jamie Bell)
Wachhabender Offizier: Tommy Morgenstern (Dominic Monaghan in „Lost“, ‚Butt-Head‘)
Ausguck der „Inconstant“: Thomas-Nero Wolff (Hugh ‚Wolverine‘ Jackman, Woody Harrelson)
Steuermann des Holländers: Kammerschauspieler Heinz Ostermann

Marc Gruppe schrieb wie stets das Buch und gemeinsam mit Stephan Bosenius setzte er es um. Die Aufnahme fand bei |Rotor Musikproduktion| und bei |Kazuya| statt. Die Illustration stammt von Firuz Askin.

_Handlung_

PROLOG. Zirka 17. Jahrhundert. Sturm am Kap der Guten Hoffnung. Ein Segler trotzt der schäumenden See jedoch. Als der Steuermann vorsichtshalber die Segel reffen will, befiehlt ihm der Kapitän wütend, er solle das Schiff dennoch durch die tobenden Urgewalten lenken, und koste es seines, des Kapitäns Leben. Er fordert sogar Gott heraus, es ihm zu verwehren. Ein Krachen, ein Schrei …

September 1888. John Neale Dalton besucht mit seinem Schüler und Schützling, der Kgl. Hoheit Prinz Albert Victor, die Oper. Es handelt sich um Richard Wagners „Der Fliegende Holländer“. Beide erinnern sich noch gut an ihr gemeinsames Erlebnis mit eben jenem Geisterschiff …

Es ist der 11. Juni 1881, als die „Inconstant“ mit Kurs aufs australische Melbourne dem Geisterschiff begegnet. Prinz Albert Victor ist ein 17-jähriger Kadett an Bord des Schiffes, das ihn ausbildet, und Dalton ist auch hier sein Tutor. Der Ausguck ruft am Morgen plötzlich: „Schiff ahoi! Ein Dreimaster!“ Der Segler hat zerfetzte Segel und glüht in einem unheimlichen Rot, doch an Bord ist keine Menschenseele zu sehen. So schnell, wie es aufgetaucht ist, so schnell ist das Schiff auch wieder verschwunden. Dem wachhabenden Offizier ist gar nicht wohl bei der Sache, denn er fürchtet den Fluch, der denjenigen trifft, der des Geisterschiffs ansichtig wird.

Mr. Dalton erzählt dem Prinzen, was er selbst über das Schiff weiß. Es ist die Geschichte des Kaufmanns Donald Mackenzie aus Schottland, der eines Tages vor etwa hundert Jahren in einer Bucht, wo er vor dem Sturm Zuflucht suchte, das Schiff des Holländers in Augenschein nahm – persönlich! Denn mit dem Fluch, der seit Jahrhunderten auf dem Holländer liegt, verhält es sich so, dass er zwar dazu verdammt ist, bis zum Jüngsten Tag die Weltmeere zu durchsegeln, aber durch die Liebe einer treuen Frau erlöst werden kann. Und dazu erhält er alle sieben Jahre Gelegenheit, an Land zu gehen.

Als Donald Mackenzie trotz der Proteste seines Kapitäns an Bord des Holländerschiffes geht, begegnet ihm dessen Kapitän durchaus freundlich, wenn auch von der Crew nichts zu sehen ist. Der Mann zeigt ihm riesige Diamanten, die augenblicklich das Interesse, wenn nicht sogar die Gier im Kaufmann wecken. Der Holländer bietet ihm ein Tauschgeschäft an: Diamanten gegen Mackenzies Tochter Katharina. Der Mann ist einverstanden. Zusammen segeln sie nach Schottland.

Zu ihrem Entsetzen sehnt sich Katharina geradezu danach, den Mann, den sie von einem verblichenen Gemälde kennt, von seinem Fluch zu erlösen. Und als Katharina dann auch noch das Original zu diesem Bild erblickt, stutzt sie zwar ob der verblüffenden Ähnlichkeit, doch willigt sie freudig in den Antrag des Holländers ein, seine treu liebende Frau zu werden.

Jedoch der Mann ist merkwürdig zurückhaltend in seinen Kontakten zu ihr, so dass sie einen unruhigen Albtraum erlebt. Am Morgen ihres Hochzeitstages ist sie jedoch bereit, mit ihm vor den Altar zu treten. Da bringt ihre Großmutter einen Brief vom Hafen, der Unheil verheißt …

_Mein Eindruck_

Man kann sich durchaus fragen, woher Heinrich Heine, der bekanntlich 1856 in Paris starb, vom Tod des Prinzen Albert Victor im Jahr 1892 – war der Fluch des Holländers schuld? – wissen konnte, aber das wäre nun wirklich Beckmesserei. Wie auch immer: Heine schrieb 1834 über den Fliegenden Holländer. Vanderdecken erzählt dabei von einer Theateraufführung in Amsterdam, bei welcher der Teufel Vanderdecken zu einem Pakt zwingt und zu einem ewigen Segeln auf den Meeren verflucht, es sei denn, er werde durch die Liebe einer treuen Frau erlöst.

Heine bezog sich auf einen Artikel aus dem Jahr 1821, doch die erste Erwähnung des fliegenden Holländers findet sich laut „Encyclopedia of Fantasy“ in Anmerkungen von Sir Walter Scott aus dem Jahr 1813. Die Sage ist also relativ jung, verglichen mit anderen. (Ungefähr zur gleichen Zeit entstand auch der romantische Mythos vom Vampir.) Schon neun Jahr nach Heines Erzählung veröffentlichte Richard Wagner seine Oper (1843), die im Hörspiel zweimal zu hören ist. Wagner, der sich auf Heine beruft, lieferte die definitive Version der Legende, die bis heute recht häufig verarbeitet wurde.

Das Hörspiel verknüpft die Legende mit staatstragenden Personen aus der viktorianischen Ära und natürlich mit der Oper. Aber der Kern der Story dreht sich um Mackenzie und seine Tochter, die um ein Haar den verfluchten Holländer (und seine ebenso unglückliche Crew) erlöst hätte. Ein Abenteuer zur See mündet in eine tragisch endende Liebesgeschichte – könnte es etwas Romantischeres geben?

Doch was wird aus dem Fluch, der denjenigen trifft, der den Holländer erblickt? Hier findet der Hörer das Spannungselement, das bis zum Schluss aufrechterhalten wird. Ich habe die durchdachte Erzählstruktur bewundert, die dem Hörspiel trotz der Komplexität der Geschichten eine elegante Kompaktheit verleiht, die in sich ruht. Diesem kompletten Ganzen lässt sich nichts mehr hinzufügen, ohne seine Ausbalanciertheit zu stören. Klasse.

_Die Inszenierung_

Die akustische Umsetzung hat mich ebenfalls zu überzeugen gewusst. Schon der Prolog stimmt den Hörer voll auf die harte Umgebung des Meeres ein, denn wenn ein Sturm am Kap tobt, dann hat der Mensch gefälligst klein beizugeben. Das tut der Kapitän jedoch nicht, sondern er fordert vielmehr Gott heraus, ihn zu strafen bis zum Jüngsten Tag.

Diese Vorgeschichte wird durch die Erzählung von Oma Mackenzie nahtlos ergänzt. Von einem Teufelspakt ist hier keinerlei Rede, sondern nur vom Fluch, der auf dem Holländer liegt und allen, die ihn erblicken. Die Großmutter berichtet auch – mit Vanessa Redgraves kultivierter Stimme -, dass die verdammte Crew des Holländers bei Begegnungen mit anderen Schiffen versucht, diesen Briefe an ihre Angehörigen mitzugeben. Nur dass diese Angehörigen natürlich schon längst unter der Erde liegen …

Dass der Fluch des Holländers auch auf diejenigen fällt, die ihm begegnen, ist wahrscheinlich Einbildung, legen Mackenzie und Dalton nahe. Aber Dalton zweifelt ein wenig an dieser vernünftigen Erklärung. Warum sonst stürzte der Ausguck der „Inconstant“ aus seinem Krähennest aufs Deck – und verfehlte dabei die Kgl. Hoheit Albert Victor nur um Haaresbreite?! Auch dies gehört natürlich zu einem gruseligen Stück wie diesem, denn es trägt nicht wenig zur Spannung bei.

Geradezu entzückt war ich von David Nathans feinfühliger Darstellung der zentralen Figur. Sein Holländer ist wahrlich ein Verdammter, zwar ein Gentleman statt eines groben Klotzes, welcher der Menschheit entfremdet ist, aber gerade deshalb umso geeigneter als Ehemann für die liebliche Katharina. Warum also klappt es mit den beiden nicht, fragt sich der Hörer zu Recht, doch ich werde es hier nicht verraten. Der Holländer wird also weiterhin die Meere als ein Ahasveros des Wassers heimsuchen.

|Musik und Geräusche|

Die Geräusche sind genau die gleichen, wie man sie in einem realistischen Spielfilm erwarten würde, und die Geräuschkulisse wird in manchen Szenen dicht und wirklichkeitsgetreu aufgebaut. Auf hoher See herrschen stets die Geräusche des Meeres und der Küste vor, so etwa Wind bzw. Sturm, Wellenrauschen und immer wieder Möwenschreie. An Deck der Schiffe halten sich diese Geräusche aber im Hintergrund, um die Dialoge nicht zu verdecken. Szenen im Innern von Gebäuden gibt es kaum, außer in der Oper und im Hause Mackenzie. Dort fehlen Nebengeräusche fast gänzlich, denn entweder steht die Musik der Oper oder der Dialog der Mackenzies im Vordergrund.

Die Musik gibt sehr genau die vorherrschende Stimmung einer Szene wieder und ist mit klassischen Instrumentarium produziert – keine Synthesizer für klassische Stoffe! Die Musik steuert nicht nur die Emotionen des Publikums auf subtile Weise, sondern bestreitet auch die Pausen zwischen den einzelnen Akten. Dann stimmt sie das Publikum auf die „Tonart“ des nächsten Aktes ein.

Nach einem furiosen Auftakt im Sturm am Kap leitet eine längere Musikpassage zum Geschehen des Jahres 1888 über und der Erzählung Mr. Daltons. Beeindruckend ist die Ouvertüre zur Oper von Wagner wiedergegeben – großes Lob an das Orchester! Leider wird es nicht in den Credits genannt. Die Ouvertüre wie auch die andere Passagen geben vollständig die Stimmung aus Verdammnis, Sehnsucht und Liebesversprechen wieder, das sowohl tragisch als auch romantisch gefärbt ist.

Musik, Geräusche und Stimmen wurde so fein aufeinander abgestimmt, dass sie zu einer Einheit verschmelzen. Dabei stehen die Dialoge natürlich immer im Vordergrund, damit der Hörer jede Silbe genau hören kann. An keiner Stelle wird der Dialog irgendwie verdeckt.

|Das Booklet|

… enthält im Innenteil lediglich Werbung für das Programm von |Titania Medien|. Auf der letzten Seite finden sich die Informationen, die ich oben aufgeführt habe, also über die Sprecher und die Macher. Die Titelillustration von Firuz Akin fand ich wieder einmal sehr passend und suggestiv. Der Verlag empfiehlt sein Werk ab 14 Jahren.

Diesmal sind in einem zusätzlichen Katalog Hinweise auf die nächsten Hörspiele zu finden:

Nr. 24 und 25 wird von H. P. Lovecrafts „Der Fall des Charles Dexter Ward“ bestritten (2 CDs).
Nr. 26: Theophile Gaultier: „Die Liebe der Toten“
Nr. 27: Robert Louis Stevenson: „Der Leichendieb“ (nach historischen Tatsachen)

_Unterm Strich_

Die professionelle Inszenierung, die filmreife Musik und Stimmen von Hollywoodstars einsetzt, bietet dem Hörer ein akustisches Kinoerlebnis, das man sich mehrmals anhören sollte, um auch die Feinheiten mitzubekommen. Der Aufbau der Geschichte ist zwar ein wenig komplex, aber sobald man aufgehört hat, sich über die zweite Rückblende zu wundern, findet man sicherlich Gefallen an dem tragisch-romantischen Kern der Handlung. Schließlich handelt es sich um eine Legende, die einen Fluch beinhaltet, und was wäre ein Fluch ohne seine Bewahrheitung? Durch diese Frage wird doch noch ein erhebliches Maß an Spannung erzeugt, die bis zum Schluss anhält.

Dass die Geschichte zwar unter Engländern spielt, aber zu einem großen Teil den deutschen Künstlern Heine und Wagner zuzuschreiben ist, hat mich sehr gefreut. Zwar sind Apel, Laun usw. ebenfalls deutschsprachige Autoren, aber längst nicht von einem solchen Rang wie Heine und Wagner.

Auch jungen Menschen, die sich einfach nur für gruselige Audiokost interessieren, die gut gemacht ist, lässt sich das Hörspiel empfehlen. Es ist leicht verständlich, wirkungsvoll inszeniert und die Stimmen der Hollywoodstars vermittelt das richtige Kino-Feeling. Wer jedoch mit Melodramatik absolut nichts am Hut hat, sich aber trotzdem zünftig gruseln will, der sollte zu härterer Koste greifen. Die Hörbücher der „Necroscope“-Reihe von Brian Lumley dürften eine ausreichend starke Dosis verabreichen.

|60 Minuten auf 1 CD|
http://www.titania-medien.de
http://www.luebbe-audio.de

_Das |Gruselkabinett| auf |Buchwurm.info|:_

[„Carmilla, der Vampir“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=993 (Gruselkabinett 1)
[„Das Amulett der Mumie“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1148 (Gruselkabinett 2)
[„Die Familie des Vampirs“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1026 (Gruselkabinett 3)
[„Das Phantom der Oper“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1798 (Gruselkabinett 4)
[„Die Unschuldsengel“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1383 (Gruselkabinett 5)
[„Das verfluchte Haus“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1810 (Gruselkabinett 6)
[„Die Totenbraut“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1854 (Gruselkabinett 7)
[„Spuk in Hill House“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1866 (Gruselkabinett 8 & 9)
[„Dr. Jekyll und Mr. Hyde“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2349 (Gruselkabinett 10)
[„Untergang des Hauses Usher“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2347 (Gruselkabinett 11)
[„Frankenstein. Teil 1 von 2“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2960 (Gruselkabinett 12)
[„Frankenstein. Teil 2 von 2“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2965 (Gruselkabinett 13)
[„Frankenstein. Teil 1 und 2“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3132 (Gruselkabinett 12 & 13)
[„Die Blutbaronin“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3032 (Gruselkabinett 14)
[„Der Freischütz“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3038 (Gruselkabinett 15)
[„Dracula“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3489 (Gruselkabinett 16-19)
[„Der Werwolf“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4316 (Gruselkabinett 20)
[„Der Hexenfluch“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4332 (Gruselkabinett 21)
[„Der fliegende Holländer“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4358 (Gruselkabinett 22)
[„Die Bilder der Ahnen“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4366 (Gruselkabinett 23)
[„Der Fall Charles Dexter Ward“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4851 (Gruselkabinett 24/25)
[„Die liebende Tote“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5021 (Gruselkabinett 26)
[„Der Leichendieb“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5166 (Gruselkabinett 27)