Schlagwort-Archive: Markus Heitz

[NEWS] Markus Heitz – Die Rückkehr der Zwerge (Die Zwerge 6)

Hunderte Zyklen vergingen im Geborgenen Land. Der Zwerg Goïmron arbeitet als Gemmenschnitzer in der Stadt Malleniaswacht. Ihn faszinieren vor allem die alten Zeiten, die großen Zeiten der fünf Zwerge-Stämme, und so sucht er auf den Märkten immer wieder nach Aufzeichnungen und Artefakten, die ihm Hinweise auf die stolze Geschichte geben.
Dabei gerät Goïmron überraschend an ein Buch, das handschriftlich und auf Zwergisch verfasst wurde. Aufgrund der Fülle von Details gibt es keinerlei Zweifel: Das Buch muss vom heldenhaften Tungdil Goldhand selbst stammen – doch der gilt seit Hunderten von Zyklen nach einem verheerenden Beben im Grauen Gebirge als verschollen. Aber der letzte Eintrag ist nicht lange her – wie kann das sein? (Verlagsinfo)


Broschiert ‏ : ‎ 480 Seiten
Knaur

[NEWS] Markus Heitz – Die Rückkehr der Zwerge (Die Zwerge 6)

Hunderte Zyklen vergingen im Geborgenen Land. Der Zwerg Goïmron arbeitet als Gemmenschnitzer in der Stadt Malleniaswacht. Ihn faszinieren vor allem die alten Zeiten, die großen Zeiten der fünf Zwerge-Stämme, und so sucht er auf den Märkten immer wieder nach Aufzeichnungen und Artefakten, die ihm Hinweise auf die stolze Geschichte geben.
Dabei gerät Goïmron überraschend an ein Buch, das handschriftlich und auf Zwergisch verfasst wurde. Aufgrund der Fülle von Details gibt es keinerlei Zweifel: Das Buch muss vom heldenhaften Tungdil Goldhand selbst stammen – doch der gilt seit Hunderten von Zyklen nach einem verheerenden Beben im Grauen Gebirge als verschollen. Aber der letzte Eintrag ist nicht lange her – wie kann das sein? (Verlagsinfo)


Broschiert ‏ : ‎ 480 Seiten
Knaur

[NEWS] Markus Heitz – Collector. Die Saga in einem Band

Wir schreiben das Jahr 3042. Die Menschheit ist ins Weltall aufgebrochen und große, multinationale Konzerne treiben mit Macht und viel Geld die Eroberung der Galaxis voran – bis man auf eine geheimnisvolle außerirdische Spezies trifft: die Collectors. Eine Spezies, der selbst die härteste Spezialeinheit der Konzerne, die Justifiers, scheinbar machtlos gegenübersteht. Ein atemloser Wettlauf mit der Zeit beginnt … (Verlagsinfo)


Broschiert : 1136 Seiten
Heyne

Heitz, Markus – Blutportale (Hörbuch)

_Nicht willkommen: Freifahrtschein für einen Höllenfürsten_

Saskia führt eigentlich ein ganz normales Leben. Das ändert sich, als sie bei einem Fechtturnier gegen den geheimnisvollen Levantin antritt. Mit seinem Degen fügt er ihr einige tiefe Schnitte zu, die sich schon nach kurzer Zeit von selbst schließen. Saskia ahnt nicht, dass ihr Gegner ein Dämon ist, der seit Jahrhunderten nach ihr sucht. Er will, dass sie für ihn die Blutportale öffnet, durch die er endlich in seine Heimat zurückkehren kann. Doch niemand hat Saskia auf ihr dunkles Talent vorbereitet. Und so stößt sie unbeabsichtigt Türen auf, die nie geöffnet werden sollten … (Verlagsinfo)

_Der Autor_

Markus Heitz, geboren 1971, studierte Germanistik und Geschichte und arbeitete als Journalist bei der Saarbrücker Zeitung. Sein Aufsehen erregender Debütroman „Schatten über Ulldart“ wurde mit dem Deutschen Phantastik-Preis ausgezeichnet. Seit dem Bestseller „Die Zwerge“ gehört Heitz zu den erfolgreichsten deutschen Fantasy-Autoren. Er lebt in Zweibrücken im Saarland. „Die Zwerge“ hat er ebenso fortgesetzt wie das inzwischen mehrbändige Ulldart-Epos.

Markus Heitz auf |Buchwurm.info|:

[Interview mit Markus Heitz]http://www.buchwurm.info/artikel/anzeigen.php?id=56
[„Gerechter Zorn“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5983 (Die Legenden der Albae 1)
[„Ritus“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2351 (Buch)
[„Ritus“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3245 (Hörbuch)
[„Sanctum“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2875 (Buch)
[„Sanctum“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4143 (Hörbuch)
[„Blutportale“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5528
[„Die Mächte des Feuers“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2997
[„Die Mächte des Feuers“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4655 (Hörbuch)
[„Kinder des Judas“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4306
[„Blutportale“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5528
[„Die Zwerge“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2823
[„Die Zwerge“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2941 (Hörbuch)
[„Die Rache der Zwerge“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1958
[„Der Krieg der Zwerge“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3074
[„Schatten über Ulldart“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=381 (Die Dunkle Zeit 1)
[„Trügerischer Friede“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1732 (Ulldart – Zeit des Neuen 1)
[„Vampire! Vampire!“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5866
[„05:58“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1056 (Shadowrun)
[„Die dritte Expedition“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2098

_Der Sprecher_

Simon Jäger, geboren 1972 in Berlin. Seit 1982 arbeitet er als Synchronsprecher bei Film und TV. Er lieh unter anderem Josh Hartnett, James Duvall, Balthazar Getty, River Phoenix seine Stimme, aber auch „Grisu dem kleinen Drache“, und war auch in TV-Serien wie „Waltons“, „Emergency Room“ zu hören. Seit 1998 arbeitet er zudem als Autor und Dialogregisseur. (Homepage-Info)

Regie führte Tommi Schneefuß. Seine Aufnahme erfolgte im Hörspielstudio XBerg GmbH.

_Handlung_

Es beginnt an Halloween in Hamburg-Uhlsdorf. Der Florist Will Guhl erhält in seinem Blumenladen ungebetenen Besuch, erst von der Immobilienmaklerin Mira Hansen, dann, als er auf ihr exorbitantes Angebot nicht eingeht, von fünf sehr bulligen Herren, die seinen Laden in die Bestandteile zerlegen. Und obwohl Will Meister in einer indischen Kampfkunst ist, zieht er am Schluss doch den Kürzeren. Er fragt sich, was diese unfreundlichen Typen bloß an der Villa, die Will für einen Lord verwaltet, nur so faszinierend finden, dass sie dafür erst 100.000 Euro Provision und dann ihre Fäuste herausholen. Eines ist jedoch völlig klar: Die alte Villa, die ihm gar nicht gehört, kann er auf keinen Fall verkaufen. Auch wenn es dort laufend zu Unfällen aller Art kommt, besonders gegenüber Tieren …

|Das Fechtduell|

Die Köchin und Restaurantbesitzerin Saskia Lange stoppt ihr Auto in der Speicherstadt und betritt das bewachte Haus einer Geheimgesellschaft. Diese ist ein Jahrhunderte alter Bund von Kämpfern, der Vereinigung der Klingen (Union des Lames), dem schon Saskias Vater und Großvater angehörten und deren Siegelring mit den gekreuzten Klingen sie trägt. Heute ist der Tag der ultimativen Prüfung: Entweder wird sie heute die neue Meisterin des Bundes oder sie stirbt. Sie hätte nie erwartet, dass es einen dritten Weg geben könnte, und der bringt ihr jede Menge Ärger.

Es ist 21: 45 Uhr, noch eine Viertelstunde bis zum Beginn des Kampfes. Der „Professor“ tritt in ihre Umkleide. Er ist der einzige Kämpfer bisher, der eine Begegnung mit dem Meisterkämpfer überlebt hat, und er trägt eine Menge Narben, um dieses Wunder zu belegen. Er bestätigt, dass Saskia, die er als „Rapier“ bezeichnet, fit wie ein Turnschuh ist, und spricht ihr Mut zu. Sie werde es schon schaffen, den Champion zu besiegen.

Die ehemalige Olympiasiegerin verlässt die Umkleide und begibt sich zur Planche, wo bereits das Schiedsgericht Platz genommen. Der Professor erscheint, dann der Maitre selbst, Saskias Gegner. Sie bemerkt sofort, dass der Champion keinerlei Narben aufweist. Es irritiert sie, dass sein Fechtvisier verspiegelt ist. Soll sie etwa gegen sich selbst kämpfen? Mit einem Heben seines Rapiers grüßt er sie. Der Schiedsrichter spricht das französische Motto des Orden und verkündet die Regeln des Kampfes. Wer fünfmal verwundet wurde, hat verloren. Doch da es sich um den Maitre selbst handelt, gegen den Saskia kämpft, ist es erlaubt, ausnahmsweise auch zu töten.

Der Kampf beginnt, und Saskia ist von der irren Geschwindigkeit ihres Gegners erstaunt. Sie ist zwar auch nicht schlecht, aber es gelingt ihm, ihre mehrere Wunden beizubringen. Sie fühlt sich kribbelig, heiß und irgendwie seltsam. Hat der Maitre etwa seine Klinge vergiftet? Erst später entdeckt sie, dass ihre Wunden in einem ganz bestimmten Muster angeordnet sind, die ein Symbol ergeben. Selbst als sie besiegt ist und sich ergibt, schlägt er erneut zu, um sie zu bestrafen – und um das Symbol zu vollenden.

Der Schiedsrichter bricht ab, der Maitre geht, der Arzt schaut nach Saskia und gibt ihr wider alle Regeln seine Visitenkarte. Wütend wünscht sich Saskia eine Revanche, als sie in die Umkleide geht, doch der Maitre ist schon verschwunden. Erst als sie auf die Straße tritt, entdeckt sie in einer auffällig langsam vorbeifahrenden Limousine einen blonden Mann, der sie neugierig anschaut. Er muss der Maitre sein, obwohl sie sein Gesicht nie gesehen hat. Warum nur hat er sie am Leben gelassen?

|Eine Party mit Folgen|

Am 7. November veranstaltet Will Guhl ohne Wissen des Hausbesitzers jene Party, die er seinen Freunden und Bekannten schon lange versprochen hat. Der „Sir“, von dem er nicht mal den Namen weiß, muss ja nicht alles wissen; wird schon alles schiefgehen. Will hat ihm von dem Angriff der fünf Gorillas und dem nachfolgenden Einbruch berichtet, ihm eine Liste der gestohlenen Gegenstände gefaxt. Jetzt sind die Caterer da. Als Will einen ihm unbekannten Kerl aus seinem Schlafzimmer kommen sieht, schöpft er Verdacht und will den Typ aufhalten, doch der macht sich aus dem Staub. Wenigstens hat sich der Unbekannte nicht am Wandteppich vergriffen, der für den „Sir“ sakrosankt ist. Der Gobelin ist ein uraltes Stück, weiß der Himmel, woher es stammt, aber es zeigt die furchterregende Fratze eines Dämons.

Saskia hat Schmerzmittel genommen und ist mit ihrem Sous-Chef Patric zu Wills Party gekommen. Alles ist auf indisches Ambiente getrimmt, und die Villa sieht aus wie der Palast eines Maharajas. Sogar ein Abbild der Göttin Kali ist da, und Saskia bemerkt mit Schaudern deren Halskette aus Totenschädeln. Will begrüßt sie und ihren Begleiter sehr freundlich, doch ihre Stimmung schlägt um, als sie einen dämlichen Restaurantkritiker entdeckt, der ihr „Bon gout“ niedergemacht hat.

Um sich zu beruhigen, geht sie in den Garten. Sie bemerkt ein unverhängtes Fenster. Als sie nähertritt, entdeckt sie ein Gesicht dahinter, das zu einem Schrei verzerrt ist. Erschrocken zuckt Saskia zurück Sie hat eine Vision verzerrter Realität, so als könne sie hinter die Fassade der Erscheinungen blicken. Das ist ihr noch nie passiert. Hat es etwas mit dem Gift des Maitres zu tun, fragt sie sich und geht vorsichtshalber wieder zurück zur Party.

Kurz meint sie, das Gesicht des Maitres in einem Seitegang vor einem Wandteppich zu sehen, doch da taucht der Restaurantkritiker schon wieder auf. Es kommt zum Streit, und Saskia haut ihm eine in die Fresse, sodass der Kerl mit blutender Nase davonstürzt. Aus Scham eilt Saskia zur Toilette und fragt sich, ob sie langsam den Verstand verliert. Als sie erfrischt zurückkehrt, passiert sie den Wandteppich und bemerkt einen seltsam brenzligen Geruch daran. Es wird doch nicht etwa Feuer ausgebrochen sein!

Der Wandteppich sieht aus, es seien seine Symbole in Bewegung, und sie interessiert sich sehr dafür. Doch woher kommt der Brandgeruch? Sie blickt hinter den Gobelin, als Patric sie entdeckt. Zusammen entdecken sie die kleine, eisenbeschlagene Pforte. Ui, wie rätselhaft, so eine uralte Pforte in dieser schnieken Villa. Sie ist über und über mit Symbolen und Schriftzeichen bedeckt, aber es gibt kein Schloss. Aus einem Impuls heraus berührt Saskia die Pforte, und die Symbole scheinen sich zu verzerren und neu anzuordnen. Die Pforte öffnet sich und Saskia vermeint, ein substanzloses Wesen herausschlüpfen und an sich vorbeirauschen zu sehen. Sicher nur eine weitere Sinnestäuschung, sagt sie sich, und geht mit Patric in die kleine enge Kammer dahinter …

Will sieht, wie sein Freund Oliver umfällt, als habe ihn etwas getroffen. Blaue Flammen schießen aus einer Nische hervor, dann dröhnt eine Explosion durch den Saal. Will hat ein Tosen in den Ohren, denkt an einen Notruf, doch dafür muss er vor die Tür. Als er die zweigeteilten Kellner und Türsteher entdeckt, vergisst er seinen Notruf. Er denkt kurz an den Fluch, der auf der Villa laste, wie Mira Hansen behauptet hat. Blödsinn, oder?

Er geht zurück ins Wohnzimmer. Großer Gott, überall Leichen! Doch dazwischen eine blutige Fußspur – jemand muss noch am Leben sein. Er folgt der Spur, während er versucht, sein Essen bei sich zu behalten. Die Spur führt führt zu einer kleinen Pforte hinter dem Wandteppich mit dem Dämon darauf. In der Kammer dahinter findet er Saskia. Gott sei Dank, sie lebt – noch. Denn der Mann, der neben ihr liegt, ist offensichtlich tot, weil ihm der Kopf fehlt. Die Runen an den Wänden scheinen zum Leben zu erwachen, und das Licht wechselt von Gold zu Blau. Aus dem Augenwinkel erblickt er substanzlose Gestält: ein Dämon? Und was hat er da in der Hand – etwa ein Schwert? Will ruft die Göttin Kali um Beistand an …

_Mein Eindruck_

Dies ist der furiose Auftakt zu einem Wettlauf um das Schicksal der Welt. Denn das Schwert, das der Schutzdämon da hält, ist einer von mehreren magischen Gegenständen, die zusammengetragen werden müssen, um das Portal in die Hölle zu öffnen. Dort wartet bereits ein Höllenfürst ungeduldig darauf, in unsere Welt gerufen zu werden. Das Sammeln dieser fünf Objekte dient als Grundlage für eine weltumspannende Schnitzeljagd, die Saskia bis an den Baikalsee und nach Syrien führt. Für entsprechende Bewegung ist also gesorgt.

Doch Saskia und ihr Kumpel Will sowie eine uns aus „Santum“ und „Ritus“ wohlbekannte Werwölfin sind natürlich nicht allein hinter den magischen Objekten her. Erstens ist da noch der Maitre, der den schönen Namen Levantin trägt. Dieser „Wanderer“ – über seine Heimat darf spekuliert werden – weilt schon 5000 Jahre auf Erden und glaubt, in Saskia seine verlorene Gefährtin wiedergefunden zu haben. Deshalb verehrt er ihr einen Teil seiner Magie: Mit Hilfe des Symbols, das er ihr beim Fechten in die Haut schneidet, verleiht er ihr die Fähigkeit, die titelgebenden Blutportale zu öffnen. Darunter sind Tore in andere Dimensionen, wie etwa die Hölle, aber auch in andere Zeiten, wie etwa ins biblische Syrien, zu verstehen.

Um die Geschichte nicht zu einem Schlagabtausch zwischen Saskia und Levantin verkommen zu lassen, sorgen zwei geheime Sekten für das Abwenden der drohenden Monotonie – und für jede Menge Action und Hasch-mich-Spielchen. Die Immobilienmaklerin Mira Hansen beispielsweise gehört zu den relativ gutartig gesinnten „Konsziten“, die einem Kodex gehorchen und vorgeben, sozusagen wohlwollende Beobachter am Spielfeldrand zu sein. Tatsächlich aber sorgen sie dafür, das die bösen Jungs der anderen Sekte nicht obsiegen.

Diese zweite Sekte, angeführt von einer Frau namens Valeska, dient jenem Höllenfürsten und ist natürlich darum bemüht, ihm den Eintritt in unsere Welt zu ermöglichen. Sollten sie die fünf magischen Objekte zuerst in ihren Besitz bekommen, wäre die Welt verloren, denn Höllenfürsten haben für gewöhnlich für menschliche Anliegen herzlich wenig übrig.

Selbstredend braucht Saskia eine ganze Weile, bis sie dieses Szenario kapiert hat. jede Menge rätselhafter Aktionen der Gegenseiten setzen ihrem Nervenkostüm heftig zu, doch als geübte und erprobte Fechterin weiß sie sich ihrer Haut zu wehren und die Nerven zu behalten. Zwei weitere Faktoren entwickeln sich zu ihren Gunsten. Erstens gelingt es ihr, die ihr verliehene Magie zunehmend zu kontrollieren und gesteuert einzusetzen. So betätigt sie sich am Baikalsee wie weiland Moses, der das Rote Meer teilte, und öffnet einen Schacht, der bis hinab zum Grund des tiefsten Süßwassersees der Erde führt. Und das ist sehr tief. Alles nur für ein kleines Buch …

Der zweite Faktor sind ihre zwei Gefährten. Will heißt in Wahrheit Wilhelm Shiva Arinand Guhl. Wie der Name Shiva bereits andeutet, vermag er sich zu einem zerstörerischen Faktor zu entwickeln, oder auch zu einem rettenden. Das macht ja seine Präsenz so spannend. Wir wissen nie genau, was wir letzten Endes von ihm zu erwarten haben. Er ist der Joker im Spiel, aber auch ein Wegweiser: Er hat die fünf Artefakte – allesamt Splitter eines Dämonenhorns – in fünf Objekten gesehen: in einem Monokel, einer Brille, einem Schwert (kennen wir schon), einer Harfe und einem Papyrus. Alle haben Hüter, und finden es nicht witzig, wenn man versucht, ihnen die Magie wegzunehmen. Die Auseinandersetzungen machen einen großen Teil des Buches aus.

Der zweite hilfreiche Gefährte ist Justine von Kastell, die Schwester von Eric, dem Werwolfjäger aus dem Doppelroman „Ritus“ und „Sanctum“. Justines Geschichte ist ziemlich kompliziert. Sie hat Freundinnen unter einem in Frankreich verborgenen Schwesterorden, der sie unterstützt. Allerdings hat sie sich in die Dienste eines Dämonenfürsten stellen müssen, den sie verriet. Folglich landete sie in der Hölle. Von dort wiederum hat Saskia sie mit Hilfe ihrer Mahrer Portalsmagie geholt: nackt und verwirrt, aber am Leben. Und stets bereit zu einem Kampf auf Leben und Tod.

Justine klärt Saskia über die magische Welt der Geister in anderen Dimensionen sowie über die Untoten – Werwölfe, Vampire usw. – auf. Saskias Magie sei die einer Mediatrice, die zwischen räumlichen und zeitlichen Dimensionen vermitteln könne. Saskia beweist ihr, dass sie auch in geistige Dimensionen eingreifen könne und unterdrückt die Bestie in Justine, die immer wieder ausbrechen will. Allerdings übersieht Saskia beim geliebten Will eine Kleinigkeit, und so kann sich Will zu einer Shiva-Figur mit Jokerqualitäten entwickeln.

Moderne Technik spielt eine nicht unbeträchtliche Rolle in der von Geheimdiensten aller Art befreiten Handlung: Handys klingeln allenthalben, und das Internet liefert jede Menge nützlicher Informationen. Aber auch die gute alte Magie tut ihre Dienste: magische Schwerter und Harfen sorgen für Ungemach, auch magische Winde in Palmyra sind voller Tücke, und der Baikalsee kann gar nicht tief genug sein, um die magischen Objekte zu verbergen.

Schlussendlich muss es natürlich zu einem actionreichen Showdown mit Levantin sowie dem Höllenfürsten Belual kommen. Und wie so oft bei diesen Gelegenheiten, wenn es ums Eingemachte geht, entgeht die Welt nur um Haaresbreite dem Untergang. Im Epilog erfahren wir, dass all dies nicht einmal an der nicht gerade umwerfenden Wahrheit kratzt, dass unsere Welt der Spielball höherer Mächte sei. So etwas haben wir schon in der Bibel, bei H. P. Lovecraft und vielen anderen Autoren gelesen, als dass es uns noch erstaunen könnte.

|Der Sprecher|

Simon Jäger, die deutsche Stimme von Heath Ledger und Josh Hartnett, ist ein sehr fähiger Sprecher für diesen gruseligen Text. Jäger ist sowohl zu sehr hohen wie zu sehr tiefen Stimmlagen fähig. Er lässt sich jede Menge Zeit, spricht deutlich und kitzelt die unterschwelligen Bedeutungen des Textes hervor. So entsteht ein deutliches Bild der Vorgänge.

Indem er die Figuren mit einer individuellen Ausdrucksweise und Stimmhöhe ausstattet, macht er sie leicht erkennbar. Doch erst in emotionalen Situationen erwachen sie zum Leben, wenn der Sprecher sie rufen, klagen, flüstern und brüllen lässt. Simon Jägers Vortragsweise ist zwar nicht so emotional wie die von Johannes Steck, doch viel fehlt nicht mehr. Verwirrend fand ich lediglich die Fülle des Personals, das an keiner Stelle aufgelistet wird. Wenigstens ist die zentrale Gruppe auf rund ein Dutzend Figuren begrenzt.

Da es weder Musik noch Geräusche gibt, brauche ich darüber keine Worte zu verlieren.

_Unterm Strich_

Wer diesen Roman nicht kennt, hat im Grunde nichts verpasst. Es mag zwar hilfreich sein, wenn die zitierten Ereignisse aus „Ritus“, „Sanctum“ und „Die Kinder des Judas“ (gemeint sind Vampire) schon bekannt sind. Aber es macht nichts, wenn man nur das Gröbste über dieses Gelichter weiß und sich nun dem vorliegenden Buch widmen will. Denn mit den „Wanderern“ wird ein neues mythologisches Element eingeführt, das nun an den Fäden der Geschichte zieht. Levantin ist allerdings nicht der verfluchte Jude Ahasver, sondern hat viel mehr mit dem schwertschwingenden Highlander Connor MacLeod gemeinsam.

Gut finde ich die Idee, mal keinen Schwertkämpfer zum Verfechter des Guten zu machen, sondern eine Frau, die ganz im Diesseits verwurzelt ist. Auch dass sie Eltern hatte, ist für das Fantasygenre ungewöhnlich, denn die Schablone verlangt ja, dass der Held als Waise oder bei Pflegeeltern aufwächst. Natüprlich lernt er dann später – meist im ungünstigsten Augenblick – seine wahre Herkunft kennen. Saskia hingegen kennt ihren Platz und weiß ihn mit zwei mächtigen Gefährten zu verteidigen. Dumm nur, dass sich Will zu einem unsicheren Kantonisten entwickelt: Er wird zum Joker im Spiel. Damit sorgt der Autor dafür, dass nicht alles nach dem üblichen Schwarzweißmuster verläuft.

Das zugrunde liegende Muster der Schnitzeljagd mit magischem Showdown ist sattsam bekannt, bekommt aber hier und da einen erfrischenden Twist, den man noch nicht bei den Epigonen von Dan Brown gelesen hat. Wer also Dan Brown und Heitz mag, wird an „Blutportale“ keinen Fehlgriff tun. Freunde des Realismus sollten dieses Buch jedoch weiträumig umgehen.

|Das Hörbuch|

Simon Jäger versucht die Figuren mit seiner stimmlichen Darstellungskraft zum Leben zu erwecken. Doch nur bei Justine gelingt ihm dies zu meiner vollen Zufriedenheit. Denn sowohl Saskia als auch Will erscheinen viel zu gewöhnlich, um sie als übermenschliche Wesen begreifen zu können. Da sind „der Professor“ und Levantin schon von anderem Kaliber.

Am besten funktioniert Jägers Vortrag in Actionszenen, wenn die Handlung im Vordergrund steht und nicht die Charakteristik einer Figur. Dadurch wird das Hörbuch aber auch zu einer wenig ansprechenden Abfolge von Actionszenen, deren Ausgang meist schon abzusehen ist. Dass sich das Ganze zu einem Herzschlagfinale steigert, gehört zu den Gepflogenheiten des Genres. Dass der Höllenfürst einen Tritt in den Hintern erhält, hat mich in keiner Weise gewundert.

|577 Minuten auf 8 CDs
ISBN-13: 978-3-86610-561-4|
http://www.mahet.de
http://www.argon-verlag.de
http://www.pakt-der-dunkelheit.de

Markus Heitz – Gerechter Zorn (Die Legenden der Albae 1)

_Dark Fantasy: Hochmut kommt vor dem Fall_

Die Albae (Dunkelelben) sind gefährlich, grausam und scheuen keinen Krieg. Ihre Feinde fürchten sie, und ihre Sklaven folgen ihnen bedingungslos. Doch die dunklen Geschöpfe bergen ungeahnte Geheimnisse, und ihre Macht ist nicht unbegrenzt. Das Reich der Albae ist bedroht, und die ungleichen Krieger Sinthoras und Caphalor erhalten vom Herrscherpaar den Auftrag, einen mächtigen Dämon als Verbündeten im Krieg zu gewinnen. Es stellt sich aber schnell heraus, dass jeder der zwei Albae eigene Pläne verfolgt. Der Kampf um Ehre, Macht und Leidenschaft bringt sie in höchste Gefahr. Das Schicksal ihres Volkes steht auf dem Spiel. (abgewandelte Verlagsinfo)

_Der Autor_

Markus Heitz, geboren 1971 im saarländischen Homburg, studierte und unterrichtete Germanistik und Geschichte und arbeitete als Journalist bei der Saarbrücker Zeitung. Sein Aufsehen erregender Debütroman „Schatten über Ulldart“ wurde mit dem Deutschen Phantastik-Preis ausgezeichnet. Seit dem Bestseller „Die Zwerge“ gehört Heitz zu den erfolgreichsten deutschen Fantasy-Autoren. Er lebt in Zweibrücken in Rheinland-Pfalz. „Die Zwerge“ hat er ebenso fortgesetzt wie das inzwischen mehrbändige Ulldart-Epos.

Markus Heitz auf |Buchwurm.info|:

[Interview mit Markus Heitz]http://www.buchwurm.info/artikel/anzeigen.php?id=56
[„Ritus“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2351 (Buch)
[„Ritus“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3245 (Hörbuch)
[„Sanctum“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2875 (Buch)
[„Sanctum“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4143 (Hörbuch)
[„Blutportale“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5528
[„Die Mächte des Feuers“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2997
[„Die Mächte des Feuers“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4655 (Hörbuch)
[„Kinder des Judas“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4306
[„Blutportale“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5528
[„Die Zwerge“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2823
[„Die Zwerge“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2941 (Hörbuch)
[„Die Rache der Zwerge“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1958
[„Der Krieg der Zwerge“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3074
[„Schatten über Ulldart“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=381 (Die Dunkle Zeit 1)
[„Trügerischer Friede“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1732 (Ulldart – Zeit des Neuen 1)
[„Vampire! Vampire!“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5866
[„05:58“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1056 (Shadowrun)
[„Die dritte Expedition“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2098

_Sprecher & Produktion_

Johannes Steck, geboren 1966 in Würzburg, ist Absolvent der Schauspielschule Wien. Von 1990 bis 1996 hatte er Engagements an verschiedenen Theatern. Dem breiten Publikum ist er vor allem aus dem TV bekannt. Er spielte in zahlreichen TV-Serien. Steck arbeitet zudem als Radio-, Fernseh- und Synchronsprecher. Er hat schon diverse Hörbücher gelesen.

Regie führte Lutz Schäfer, die Aufnahme erfolgte durch Holger Heldmann und Tom Klenner in Stecks eigenem Tonstudio. Das Titelbild entspricht dem der Buchausgabe. Die Landkarte stammt von Markus Weber.

_Handlung_

Das Land der stolzen Albae liegt nördlich des Geborgenen Landes, das von den Zwergen bewacht wird und wo die den Albae verhassten Elben leben. Überhaupt blicken die Schwarzaugen auf alle anderen Wesen herab, die nicht sind wie sie: grausam, herrisch, unsterblich und leicht zornig. Das Zentrum ihres Reiches bildet, umgeben von Vasallenfürstentümern und Wildnis, der Bezirk Dsôn Faimon, der die Form eines siebenzackigen Sterns hat.

Während in den Strahlarmen die spezialisierten Gilden leben, steht in dessen Zentrum der Beinturm des Herrscherpaares. Er heißt Beinturm deshalb, weil er aus den Gebeinen der Besiegten und Erschlagenen errichtet wurde. Das Herrscherpaar Nagsor und Nagsor Inaste, das Dsôn vor 4370 Jahre gründete, wird „Die Unauslöschlichen“ genannt und mit größter Ehrfurcht behandelt. Bruder und Schwester sind einander in Liebe zugetan, doch kein Nachkomme ist ihnen bislang beschieden gewesen.

|Der Auftrag|

Heute lassen sie die beiden Krieger Sinthoras und Caphalor zu sich rufen. Im Thronsaal werfen sich die stolzen Herren ihnen zu Füßen und fragen sich, welche Ehre ihnen widerfahren soll. Sinthoras, der stolze und ehrgeizige Maler und Speerkämpfer, hofft, endlich die ersehnte Segnung durch die Herrscher zu erhalten. Caphalor, ein kluger Familienvater, Gutsherr und Bogenschütze, wundert sich, was die Herrscher von ihm wollen.

Da die beiden Krieger unterschiedlichen politischen Fraktionen angehören, sollen sie ihre gegensätzlichen Standpunkte darlegen. Sinthoras, der zu den „Kometen“ gehört, drängt auf einen Angriffskrieg gegen das Geborgene Land, doch Caphalor, der zu den „Gestirnen“ zählt, rät zu Verteidigung und Befestigung. Für einen erfolgreichen Angriffskrieg hätte Dsôn Faimon gar nicht genug Ressourcen.

Um diesem Mangel abzuhelfen, wollen die Herrscher einen mächtigen Verbündeten gewinnen, einen Dämon, ein Nebelwesen, das im Nordwesten existiert (von „Leben“ kann möglicherweise nicht die Rede sein). Die Krieger sollen es also kontaktieren und für die Sache der Albae gewinnen. Nur durch den Zauber des Dämons wird das von Magie geschützte Tor der Zwergenfestung zu zerbrechen sein, damit der Weg ins Geborgene Land frei wird. Auf dieser Mission erhalten die beiden Krieger keine Eskorte, denn Unauffälligkeit ist das Gebot der Stunde.

|Die Mission|

Caphalor hatte gedacht, er hätte einen Termin mit Sinthoras vereinbart, doch als er an der Brücke über den großen Graben anlangt, erfährt er, dass Sinthoras schon einen Tag zuvor aufgebrochen ist. Er gibt seinem neu erworbenen Nachtmahr, einem ehemaligen Einhorn namens Saidar, die Sporen und gelangt so zunächst ins Gebit der Fflecx. Diese Giftmischer und Alchemikanten sind hinterlistige kleine Gnome. Im Handumdrehen haben sie ihn kampfunfähig gemacht und schleppen ihn vor ihren König Munumon. Dort liegt bereits Sinthoras, dem es nicht besser ergangen ist, und dessen menschliche Sklavin Raleeha.

Munumon ist ein richtiger Spaßvogel, doch was er wirklich vermisst, ist seine magische Krone, die ihm ein zwergenähnlicher Dämon namens Galran Thadar abgenommen hat. Die Albae sollen sie ebenso wiederbeschaffen wie ein Pergament mit einem wichtigen Zauber. Ach ja, und den Kopf des Räubers sollen sie gefälligst ebenfalls besorgen, wenn sie schon dabei sind. Und damit sie auch ja wiederkommen, verpasst ihnen Munumon ein langsam wirkendes Gift, dessen Gegengift sie nur durch ihn erhalten können. Sie haben sieben Sonnenumläufe Zeit.

|Die Sklavin|

Kaum sind Sinthoras und Caphalor wieder auf freiem Fuß, geraten sie in Streit, denn irgendjemand muss ja an dieser misslichen Lage schuld sein. Im Verlauf des Streits schenkt Sinthoras mir nichts, dir nichts die Sklavin Raleeha seinem Rivalen, weil der ja so viel Verständnis für eine hirnlose Barbarin zeigt. Doch Raleeha ist alles andere als hirnlos, denkt Caphalor, denn sie stammt aus einem Fürstenhaus, und schön ist sie obendrein, sonst hätte Sinthoras sie nicht aus ihrem Dorf mitgenommen, um sie als Gehilfin einzusetzen.

Sie ist selbst eine gute Zeichnerin und hat in Dsôn Skizzen angefertigt. Ist sie etwa eine Spionin, fragt sich ihr neuer Herr. Nun, seitdem Sinthoras sie für eine winzige Missetat – es gab zu wenig von einer kostbaren Farbe – geblendet hat, sieht sie eh nichts mehr. Sie dürfte also ungefährlich sein. Raleeha, die ihren Gebieter Sinthoras wirklich geliebt hat, ist todunglücklich, muss sich aber folgsam in ihr Schicksal fügen. Wie sich bald zeigt, wird sie eine wichtige Rolle bei der Vorbereitung des Krieges spielen.

|Das Abenteuer|

Es dauert nicht lange, bis die Himmelsfestung des Galran Zhadar in Sicht kommt. Das Trio versteckt sich in einer Höhle bei einem Wald. Die Wälle der Fstung sind definitiv uneinnehmbar, und die Mechanik, die die Mauern öffnet, undurchschaubar sowie unzugänglich. Sind sie jetzt aufgeschmissen, fragt sich Caphalor, als ihm der Zufall in die Hände spielt.

Zehn Trolle, die die Festung angreifen wollten, bezahlen ihre Unternehmungslust mit dem Leben. Doch sie lassen ein Wesen in einem Käfig auf einem Wagen zurück, das beide Albae von Herzen verabscheuen: eine Obboona, eine Fleischdiebin. Obboonas stehlen Haut und Fleisch von Albae, um sich selbst als Albae ausgeben zu können – so wie diese hier, die sich Karjuna nennt. Damit die Albae sie nicht auf der Stelle töten, bietet sie ihnen an, sie in die Festung hineinzuführen, denn dort war sie früher Aufseherin. Bestimmt suchen sie die Schatzkammer, nicht wahr?

Wohl oder übel müssen die Albae die Hilfe der Verräterin in Anspruch nehmen. Sie führt sie durch einen geheimen Zugang, über den sie einst entkam, ins Herz der Festung. Dort machen sie ein paar unliebsame Bekanntschaften …

_Mein Eindruck_

Die Handlung dieses ersten Romans der „Legenden der Albae“ besteht aus zwei Schwerpunkten: Zunächst begeben sich die zwei ungleichen Helden Sinthoras und Caphalor auf einen Agentenmission, die zwischendurch zur Diebestour wird. Das letzte Drittel dreht sich um die Vorbereitung und Ausführung des Feldzugs gegen die Grenze des Geborgenen Landes, das wir aus den Zwergen-Romanen kennen. Die zwei Schwerpunkte verhalten sich in mancherlei Hinsicht spiegelverkehrt zueinander.

Sind sich die beiden Helden am Anfang erst spinnefeind, weil sie aus gegensätzlichen politischen Lagern kommen und auch charakterlich weit auseinander liegen, so stehen sie am Schluss Seite an Seite, und es ist vielmehr Sinthoras, der den gramgebeugten Caphalor stützen muss statt umgekehrt. Diese Verkehrung aller Verhältnisse bewirken zwei wichtige Faktoren: die Macht der Liebe und, eng damit verbunden, vielfacher Verrat. Das Ergebnis ist überaus ironisch: Die zwei Helden brechen zum Feldzug auf, doch aus den völlig falschen Gründen. Und das kommt so …

|VORSICHT, SPOILER!|

Raleeha, die menschliche Sklavin, liebt Sinthoras, ihren Gebieterin, von Herzen. Das ändert sich auch nicht, als ihr Herr sie einfach seinem Widersacher Caphalor schenkt. Sie ist zwar zunächst blind, entbehrt aber nicht albischer Reize, die auf Caphalor nicht ohne Wirkung bleiben. Er bleibt zunächst noch standhaft und seiner Gattin Enuilas treu.

Aber auch die Fleischdiebin Karjuna hat ein Auge auf ihn geworfen, denn er ist ein sehr mächtiger Mann im Reich der Albae. Sie will ihn zu ihrem Gatten machen, denn sie ist immerhin die Königin der Srinks. Als Zeichen ihres Anspruchs trägt er ihr Brandzeichen. Hat er wirklich geglaubt, er könnte ihr entkommen? Sie kehrt zurück und fordert die Einlösung seines Versprechens. Als er sie verrät, bestraft sie ihn schrecklich, worauf hin sich der von Kummer und Gram Gebeugte fast selbst den Tod gibt. Er tötet sie in „gerechtem Zorn“. Diese Energie kann er jedoch auf Anraten von Sinthoras Freundin Timanris nach außen wenden und in Hass auf die Elben und Zwerge verwandeln.

Zorn ist eine für die Albae sehr wichtige Empfindung, denn dabei schwellen die Adern ihres Gesichts an, so dass es sich mit schwarzen Linien durchzieht. Das soll ihre Feinde einschüchtern. Platzen diese Adern, dann scheinen sie zu weinen, was überhaupt nicht gut aussieht. Und was die Gegner stets mit dem Leben bezahlen.

Auftritt Raleeha. Sie täuscht aus anhaltender Liebe zu Sinthoras alle: Sinthoras, Timanris und Caphalor. Als Sinthoras seiner Geliebten Timanris die Ehe anträgt und diese den Antrag annimmt, brennen bei Raleeha die Sicherungen durch und sie verübt einen Anschlag auf die verhasste Rivalin. Sinthoras belügt sie ebenso wie Caphalor, dass Timanris tot sei. Nun ergeht es Sinthoras wie zuvor Caphalor: Sein Gram wandelt sich in Hass und Zorn auf die Elben. Als Raleeha ihren Verrat bereut, will sie Wiedergutmachung leisten. Das ist zwar nobel, scheitert aber auf tragische Weise. Nun ziehen die zwei Helden aus den falschen Gründen in den Krieg.

Aber auch ihre Auftraggeber, das Herrscherpaar, werden betrogen. Es vertraut auf den Nebeldämon, den Sinthoras angeblich als Verbündeten gewonnen hat. Doch per Zufall hat Sinthoras den ursprünglichen Nebelgeist mit dem Elixier verseucht, das sich in einer Phiole befand, die er dem Gålran Zhadar klaute. Dieser kann sich vor Schadenfreuede kaum halten. Der veränderte Dämon hat nun andere Pläne und verwandelt demnächst auch das Sternenland der „Unauslöschlichen“ in eine tote Zone. Bevor es so weit ist, will er in ein unterirdisches Land auswandern, das die Albae nur als Verbannungsort für Missetäter nutzen.

|SPOILER ENDE|

Nach all diesem Hin und Her dürfte es für die Albae im nächsten Band nicht einfach werden, den Feldzug zu führen und zugleich ihr Stammland zu behalten. Verrat lauert überall, und zwar nicht nur außerhalb, sondern auch in den Köpfen und Herzen. Das ist nur eine Frage der Zeit. Doch die Frage, auf welche Weise sie scheitern werden, könnte für eine spannende Handlung reichen.

|Das Booklet|

Das Booklet ist ein Faltblatt mit sechs Seiten. Neben Informationen über den Autor, den Sprecher und die Macher finden sich zwei unverzichtbare Abschnitte: DRAMATIS PERSONAE und eine Landkarte von Dsôn Faïmon (jawoll, mit einem accent d’aigu UND einem Trema; warum einfach, wenn’s auch kompliziert geht?).

Die DRAMATIS PERSONAE sind in die Sektionen „Die Albae“, „Die Menschen“, „Kreaturen“ und „Sonstiges“ unterteilt. Unter der letzten Sektion findet sich das Schimpfwort „Schronz“, das die Trolle gern benutzen. Es soll „Volldepp“ bedeuten. Der Autor muss es ja wissen.

Die LANDKARTE von Ihrwisstschon zeigt die Sternstadt der Albae, wobei alle sieben Strahlarme mit ihren besonderen Eigenschaften durch kleine Texte beschrieben werden. In der Mitte ragt der Beinturm empor. Er besteht aus den Gebeinen der Besiegten, wird aber für Kunst gehalten. Albae!

|Der Sprecher|

Johannes Steck gelingt es, die Figuren, die durch die von Tolkien vorgegebenen Klischees geprägt sind, sehr gut zum Leben zu erwecken. Er schafft es nämlich, durch die Modulation seiner Stimme jeder Figur ihre passende Charakteristik zu verleihen. Das beginnt schon bei den Alben, wo es zwar fast nur tief sprechende Männer gibt, aber eben auch Frauen, und die reden ganz anders.

Jeder männliche Alb ist unterscheidbar. So erscheint uns der zunächst sympathische Caphalor mit seiner tiefen, ruhigen Stimme als ein Ausbund von autoritativer Integrität, wohingegen sein Gegenspieler Sinthoras als hinterlistiger Schleicher erscheint. Seine Stimme ist höher, einschmeichelnd oder voller versteckter Spitzen.

Dieses Verhältnis kehrt sich durch den Handlungsverlauf um. Am Schluss ist Sinthoras, geläutert durch die Liebe, der Integere und Besonnene, während Caphalor durch den Schmerz des Verlustes von Frau und Tochter erst dem Wahnsinn nahe ist, dann voll Hass und Todessehnsucht weitermacht. Der Sprecher kann alle Gemütszustände ziemlich eindringlich darstellen. Ob sie dem Hörer jeweils plausibel erscheinen, hängt vom Geschmack des Hörers ab, je nachdem, ob man etwas für extreme Emotionen übrig hat oder nicht.

Unter den weiblichen Figuren gibt es leider viel weniger Abwechslung. Alle sprechen in einer höheren Tonlage als die Männer, schon klar, aber mit sehr wenig Unterschieden. Caphalors Gattin Enuilas ist ein Ausbund an Sanftheit und geradezu elbisch. Die Sklavin Ralea ist am häufigsten zu hören, doch im letzten Drittel spaltet sich ihre Persönlichkeit, was zu einem interessanten Ergebnis führt: Die Stimme der Vernunft klingt wie sie selbst, also unterwürfig, doch die Stimme ihres Herzens entwickelt Eifersucht, dann Hass und schließlich Wut – alles aus Liebe zu Sinthoras, den sie an Timanris zu verlieren droht. Sie darf in der gesamten Palette menschlicher Artikulation zu Wort kommen: vom Flüstern und heiseren Krächzen bis hin zum Schreien und Brüllen.

Ebenfalls interessant ist die Obboona Karjuna, die ebenfalls einen Dachschaden hat. Fast jeder zweite Satz von ihr ist eine Unwahrheit, und als sie endlich Caphalor so in die Enge getrieben hat, dass er klein beigibt, um sie überlisten, dreht sie dennoch vollends durch – mit grausigen Folgen. Schließlich ist sie eine Fleischdiebin. Dem Sprecher kostet es hörbar Mühe, sie recht in Szene zu setzen, mit hoher Stimme, die schier zu kippen scheint, sei es aus verzweifeltem Flehen, sei es aus „gerechtem Zorn“ über Caphalors zweimaligen Verrat.

|Zweifelhafte Aussprache|

Am besten gefiel mir der knorrige Gålran Zhadar, der selbst den sanft daherredenden „Unauslöschlichen“ nonchalant die Stirn bietet. Allerdings scheint mir sein Name vom Sprecher falsch ausgesprochen zu sein, denn statt des dunklen [å] spricht Steck ein deutliches, klar [a] und statt des stimmhaften SCH [zh] wie in frz. „jour“ spricht er ein eindeutiges Z. Man kann sich aber auch einfach wundern, warum sich der Autor so schwierige Namen einfallen lassen musste. So gesehen, ist die Leistung des Sprechers, alle diese komplizierten Namen korrekt auszusprechen, noch höher zu bewerten.

Insgesamt legt Steck eine erstaunliche Wandlungsfähigkeit in seinem stimmlichen Ausdruck an den Tag. Hinter den markant gezeichneten Figuren tritt der Sprecher zurück, so dass sich der Zuhörer gut unterhalten lassen kann, selbst wenn das erzählte Geschehen noch so erotisch, dramatisch oder grausig ist. Geräusche und Musik würden hier nur stören. Aber dafür hat das Hörbuch ein informatives Booklet – siehe oben.

_Unterm Strich_

Markus Heitz sorgt auch in diesem Startband eines neuen Zyklus für jede Menge Unterhaltung. Kampfaction und Katastrophen wechseln sich mit hinterlistigen Verhandlungen und jeder Menge Verrat ab, doch auch die Liebe kommt nicht zu kurz. Gleich drei Frauen balgen sich um Caphalors Herz: seine Gattin, seine Sklavin und natürlich die Fleischdiebin. Deshalb sollte sich dieser Lesestoff doch einigermaßen auch für weibliche Leser eignen.

Dennoch hat mich das Niveau dieser Fantasy erstens kaltgelassen und zweitens nicht sonderlich beeindruckt. Wie sollte man sich auch mit grausamen und hochmütigen Albae identifizieren können, würde ich gerne wissen. Zumal der Autor die beiden Hauptfiguren durch Ironie auch noch so kommentiert, dass sie uns als allzu menschliche Narren vorkommen. Umso schlimmer, dass sie es schaffen, ins geborgene Land einzudringen. Hoffentlich ereilt sie dort bald ihr gerechtes Schicksal.

Im Grunde geht es um die Vorbereitung eines Krieges, was ich an sich schon nicht so eine tolle Idee finde. Die mit Hall unterlegte Legende der „Unauslöschlichen“ unter den Albae soll vielleicht die überlegene Stellung der Dunkelelben gegenüber anderen Völkern rechtfertigen, dient aber nur als Beleg für ihre schaurigen Praktiken. In diesen kurzen Einschüben erhalten wir dann eine Kostprobe von Horror-Fantasy, und das ist echt nicht mein Geschmack: „Dark Fantasy“ im wahrsten Sinne des Wortes. Immerhin kriegen fast alle Albae im letzten Drittel ihr Fett weg.

|Das Hörbuch|

Johannes Steck versteht es wirklich, die Figuren zum Leben zu erwecken und uns dabei vergessen zu lassen, dass es weder Geräusche noch Musik im Hintergrund gibt. Auch vorm Brüllen und Rufen, Jammern und Klagen schreckt er keineswegs zurück, was besonders im explosiven Finale zum Tragen kommt. Doch keine Angst: Die Lautstärke der CD-Aufnahme bleibt stets im Normalbereich. Diese Lesung ist nicht nur spannend, sondern auch lebhaft und abwechslungsreich.

|617 Minuten auf 8 CDs
ISBN-13: 978-3-86952-008-7|
http://www.osterwold-audio.de
http://www.hoerbuch-hamburg.de
http://www.mahet.de

Markus Heitz – Die Zwerge (Lesung)

Zwergenkrieg: episch, mit ironischen Untertönen

Seit ihrer Erschaffung durch den Gott Vraccas bewachen die fünf Stämme der Zwerge das Geborgene Land, wo Menschen, Elben und Zauberer friedlich miteinander leben. Doch als die Festung des Zwergenstammes der Fünften von Orkhorden, Ogern und Alben überrannt wird, ergießt sich ein Strom von hasserfüllten Bestien ins Geborgene Land. Als der Rat der Zauberer von einem Verräter fast vollständig vernichtet wird, hängt das Schicksal der Bewohner des Landes von einem einzigen Zwerg ab, der noch nicht mal weiß, woher er kommt: Tungdil wurde als Kind einem Zauberer in die Obhut gegeben.

_Der Autor_

[Markus Heitz,]http://www.buchwurm.info/artikel/anzeigen.php?id=56 geboren 1971, studierte Germanistik und Geschichte und arbeitete als Journalist bei der Saarbrücker Zeitung. Sein Aufsehen erregender Debütroman „Schatten über Ulldart“ wurde mit dem Deutschen Phantastik Preis ausgezeichnet. Seit dem Bestseller „Die Zwerge“ gehört Heitz zu den erfolgreichsten deutschen Fantasy-Autoren. Er lebt in Zweibrücken im Saarland. „Die Zwerge“ hat er ebenso fortgesetzt wie das inzwischen mehrbändige Ulldart-Epos.

|Markus Heitz bei Buchwurm.info:|

[Interview]http://www.buchwurm.info/artikel/anzeigen.php?id=56
[„Schatten über Ulldart“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=381 (Die Dunkle Zeit 1)
[„Trügerischer Friede“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1732 (Ulldart – Zeit des Neuen 1)
[„05:58“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1056 (Shadowrun)
[„Die Zwerge“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2941 (Lesung)
[„Die Zwerge“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2823
[„Die Rache der Zwerge“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1958
[„Die dritte Expedition“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2098
[„Ritus“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2351
[„Sanctum“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2875

Der Sprecher

Johannes Steck, geboren 1966 in Würzburg, ist Absolvent der Schauspielschule Wien. Von 1990 bis 1996 hatte er Engagements an verschiedenen Theatern. Dem breiten Publikum ist er vor allem aus dem TV bekannt. Er spielte in zahlreichen TV-Serien. Steck arbeitet zudem als Radio-, Fernseh- und Synchronsprecher. Er hat schon diverse Hörbücher gelesen.

Regie führte Margit Osterwold, die Aufnahme fand im Elmsbütteler Tonstudio, Hamburg statt. Das Titelbild entspricht dem der Buchausgabe beim |Piper|-Verlag.

Handlung

Tungdil ist friedlicher, unbescholtener Schmied im Zauberreich Ionandar, als sich sein Leben auf dramatische Weise ändern soll. Er wird zwar von den Lehrlingen und Gesellen des Zaubermeisters Lot-Ionan getriezt, weil er „nur“ ein kleiner Zwerg ist, aber das macht ihm wenig aus, denn er wird von der Magd Frala und ihren zwei Töchtern ebenso geliebt wie von seinem Ziehvater, und das ist der Zauberer Lot-Ionan höchstpersönlich. Sie alle sind vom Menschenvolk, doch da Tungdil wenig von der Welt jenseits der unterirdischen Stollen Ionandars gesehen hat, sind sie seine einzigen Freunde. Von den Zwergen weiß er jedoch durch seine Lektüre in den vielen Büchern des Zauberers. Er hat gehört, von den fünf Stämmen, die das Geborgene Land beschützen sollen, gebe es kaum noch welche.

Lot-Ionan gibt ihm einen wichtigen Auftrag, der ihn weit, weit fort von Zuhause führen wird. Nachdem er ihn daran erinnert hat, dass ein paar Kobolde vor 62 Sonnenzyklen Tungdil von den Vierten gebracht hätten, als er erst ein Jahr alt war, gibt er ihm einen Rucksack voller Artefakte und einen Brief für den Empfänger mit. Gorén, ein ehemaliger Schüler Lot-Ionans, lebe jetzt auf dem Tafelberg Schwarzjoch, etwa 300 Meilen im Nordwesten. Der Zauberer gibt ihm eine Landkarte und gute Wünsche mit, und Frala gibt ihm ihr Halstuch. Mit dem Proviant, den sie ihm als Küchenmagd abzuzweigen wagt, macht er sich auf den Weg an die Oberwelt.

Das Geborgene Land

Man schreibt den 6234. Sonnenzyklus, als sich Tungdil im Frühjahr auf den Weg macht. Tungdil ahnt nichts von den Veränderungen, die sich im Geborgenen Land, das ringsum von Gebirgen und Zwergenstämmen beschützt wird, anbahnen. Der Großkönig der Zwerge, Gundrabur Weißhaupt von den Zweiten, hat die Stämme zusammengerufen, auf dass sein Nachfolger gewählt werde. Denn er selbst ist alt und nicht mehr bei bester Gesundheit (man denke an König Théoden vor seiner Verwandlung). Immerhin sind Vertreter der Vierten gekommen, doch die Fünften sind seit 1100 Zyklen verstummt (sie wurden von den Feinden überrannt), von den Ersten kommt eh nie Botschaft und von den Dritten Lorimburs ist nichts Gutes zu erwarten: Man nennt die Dritten „Zwergentöter“.

König Gandogar Silberbart ist der aussichtsreichste Kandidat für die Thronfolge, und er weiß es wohl. Sein intriganter Berater Bislipur hämmert es ihm ja jeden Tag ins Hirn, dass nur Gandogar geeignet sei, Gundrabur zu beerben. Allerdings hat der Großkönig einen klugen und scharfsinneigen Berater namens Balendilín Einarm, der Gandogar und besonders Bislipur misstrauisch beobachtet. Bislipur besitzt einen kriecherischen Sklaven, den er an einem Halsband herumführt: Swerd, den Gnom. (Man denke an Gollum.) Und dieses Wesen erledigt Aufträge, von denen Balendilín nichts ahnt.

Soll die Herrschaft über die Stämme der Zwerge einem solchen Mann in die Hände fallen? Nie und nimmer! Balendilín und Gundrabur wurden von Lot-Ionan darüber informiert, dass bei ihm ein Zwerg namens Tungdil von den Vierten lebe. Auf diesen Mann konzentrieren sich nun die Pläne der beiden. Sie präsentieren Tungdil kurzerhand als Gegenkandidaten, und sie hätten auch schon Kundschafter ausgeschickt, um ihn holen zu lassen, auf dass Tungdil seinen Anspruch gegen König Gandogar verteidige.

Dass Tungdil noch nichts von seinem „Glück“ weiß, macht ja nichts, Hauptsache, der Großkönig gewinnt Zeit. Er kann nicht zulassen, dass Gandogars Pläne, gegen die Elben in den Krieg zu ziehen, Wirklichkeit werden. Denn gegen die Feinde, die ungehindert durchs Geborgene Land ziehen, hilft seiner Ansicht nach nur ein Bündnis aller verbliebenen Guten, also von Zwergen, Menschen und Elben.

Das Tote Land

Denn überall, wo der Feind seine Herrschaft errichtet, breitet sich das Tote Land aus. Hier herrschen unnatürliche Verhältnisse. Nicht nur, dass hier niemand der ursprünglichen Bewohner mehr lebt und Alben, Orks und Oger ungehindert umherstreifen. Nein, auch der Tod ist nicht mehr das, was er mal war. Der Zauber des Feindes bewirkt, dass die Toten wiederauferstehen, aber als Untote, als Zombies, die dem Kommando des Feindes unterstehen. Der Feind ist Nod-onn, und seine Stellvertreter sind die Albae: Dunkelheit verbreitende Ex-Elben, deren Augen schwarze Löcher sind. Sie wurden den Fünften zum Verhängnis, und deren Torfestung Drachenbrodem fiel in ihre Hände. Nun haben sie eigene Königreiche errichtet, von denen aus sie die der Menschen angreifen. Da die Menschen durch Erbfolgestreitigkeiten uneins sind, regt sich kein effektiver Widerstand.

Tungdils Irrfahrt

Als unser Held Tungdil also zum Berg Schwarzjoch marschiert, warten also jede Menge Gefahren auf ihn. Er ist ein Gelehrter, der die Welt aus der Theorie kennt. Nun greift sie mit allen Zähnen nach ihm, die sie hat. Schon im ersten Dorf, in dem er übernachtet, erscheinen nachts zwei Albae am Fenster. Ein Pfeil saust durchs Bettenlager, der für die beiden Boten des Rates der Magier bestimmt ist. Der Magierbote klärt ihn auf, was los ist, dann ziehen alle wieder ihres Weges. Tungdil wünschen den Langen viel Glück.

Doch als er in seinem Nachtquartier im Geäst einer Eiche von einem merkwürdigen Gestank erwacht, merkt er, dass der Baum von einer Orkhorde umlagert ist. Sie haben ihn noch nicht bemerkt. Die Orks braten das Fleisch der Soldaten des Königs Tilogorn am Lagerfeuer und schwatzen davon, was sie mit dem nahen Dorf vorhaben. (Der gelehrte Tungdil versteht auch Orkisch.) Da kommen die zwei Albae aus eben diesem Dorf, Sinthoras und Caphalor. Tungdil wird ihnen noch öfters über den Weg laufen. Die Albae bringen Botschaft von Nod-onn, wonach derjenige Orkhauptmann, der die meisten Menschen tötet, das größte Land bekommen soll. Sinthoras gibt den Orkhauptleuten drei Zaubersteine zum Schutz vor feindlichem Zauber. Sobald die Albae fort sind, beschließen die Orks, sie zu hintergehen. So sind Orks eben.

Klammheimlich steigt Tungdil von seiner Eiche und macht sich auf den Weg durch den Wald, um die Menschen im friedlichen Dorf zu warnen. Doch unversehens gerät er in eine Wolfsfalle. Nachdem er sich befreit hat, humpelt er anderntags weiter. Ob er noch rechtzeitig eintrifft? Der Rauch, der über dem Ziel emporsteigt, verheißt nichts Gutes…

Mein Eindruck

Dem kritischen Fantasykenner bietet dieser Auftakt zur Zwergentrilogie nur wenig Neues. Wer seinen Tolkien vorwärts und rückwärts kennt, der kennt die wichtigsten Figuren bereits: Kopien von Saruman (Nudin als Nod-onn), Gandalf (Lot-Ionan), Bilbo Beutlin / Gimli (Tungdil), Gollum (Swerd), Gríma Schlangenzunge (Bislipur) und König Théoden (Großkönig Gundrabur), die Nazgûl (Albae) sowie ein vielgestaltiges Bestiarium vermitteln hingegen dem reinen Liebhaber, der nur das Gleiche vom Alten haben will, ein Gefühl des Wiedersehens mit alten Bekannten.

Die Magier

Aber der Autor ist kein reiner Kopist. Er holt den Leser dort ab, wo Tolkien ihn hat stehen lassen und führt ihn dann zu einigen neuen Konzepten und Elementen. Was im „Herr der Ringe“ nur angedeutet wurde, ist beispielsweise der Rat der Zauberer. Bei Tolkien sind sie Verbreiter des Wissens der Valar, der engelsgleichen „Mächte“. Bei Heitz haben die Magier hingegen Charakteristika der Valar selbst angenommen, ohne jedoch deren große Macht zu erben. Da ist die Hüterin, die Stürmische, der Geduldige, der Schöne – und natürlich der Wissbegierige: Nudin. Er entspricht Saruman, dem Verräter. Und weil Sauron nicht vorkommt, bedient sich der Autor eines Kniffs: Nudin wurde von einem bösen Dämon in Besitz genommen. Dass Nudin mit dessen Macht das Geborgene Land gegen einen Angriff aus Westen wappnen will, nimmt ihm keiner ab. Pech gehabt, aber vielleicht steckt doch mehr dahinter, als die Zauberergilde wahrhaben will.

Die Zwerge

Tolkien hat uns zwar jede Menge Namen von Zwergen hinterlassen und auch ihre Entstehung und Eigenart geschildert (im „Silmarillion“), doch ihren eigentlich positiven Daseinszweck außer Acht gelassen. Bei Heitz haben die fünf Stämme den göttlichen Auftrag erhalten, das Geborgene Land zu schützen, obwohl offen bleibt, was sie eigentlich davon haben (außer Rohstoffen für ihr gutes Bier). Das Bild, das von diesem Volk gezeichnet wird, deckt sich fast hundertprozentig mit dem, das Tolkiens Erzählungen liefern. Einzige Ausnahme sind die Zwergenfrauen. In Jacksons Verfilmung wird die Frage nach den Zwergenfrauen humoristisch-ironisch im zweiten Teil aufgegriffen. Bei Heitz wird der Leser bzw. Hörer endlich auch richtige Zwergenfrauen kennen lernen, und – oh ja! – sie sind äußerst charmant. Sogar so charmant, dass Held Tungdil eine davon zur Frau nehmen wird.

Die Frauenquote

Apropos Frauen – ein recht düsteres Kapitel bei Tolkien. Die einzige Dame, die halbwegs auf dem Erdboden lebt, ist Sam Gamdschies Frau Rosie, die Tochter des Wirts in Hobbingen. Es gibt noch drei weitere Frauen, doch Galadriel und Arwen schweben über den Dingen. Galadriel, schlappe zehntausend Jährchen alt, wird in den Westen gehen, und Arwen kommt im „Herr der Ringe“, anders als im Film, überhaupt nicht vor (nur in den Anhängen). Bleibt also Eowen, das „Pferdemädchen“ – so lautet ihr Name in der Sprache der Rohirrim. Und es verwundert nicht, dass sie sich als Mann verkleiden muss, um in dem Krieg, der über ihr Schicksal entscheidet, ein Wörtchen mitreden zu dürfen.

Die Frauenquote sieht bei Heitz sehr viel besser aus. Die Zwergenfrauen habe ich bereits erwähnt, es gibt sogar eine Königin, man höre und staune. Die Zauberinnen werden jeweils Maga genannt, und Andokai, die Stürmische, nennt einen Göttersohn ihren Leibwächter. Sie stellt sich als ebenso wichtige Wissende wie auch Kämpfende heraus wie ihr dunkleres Gegenstück, die Halbalbin Narmora. Beide sind bereit, sich für das höhere Ziel, das Geborgene Land zu retten, zu opfern. Sie stehen darin den männlichen Protagonisten in nichts nach. Das finde ich sehr positiv.

Der Held

Eine Figur, die besonderes Interesse verdient, ist stets die des Helden. Welche Eigenschaften will der Autor anhand dieser Figur propagieren, sollte man sich stets fragen. In den Serienproduktionen der Vielschreiber wimmelt es von Wüterichen à la Conan, doch interessant wird es erst, wenn der Held einen Makel an sich entdeckt. Conan ist schwermütiger Bursche, der nur kämpft, wenn er muss (und dass muss er oft, denn so will es sein Schöpfer). Elric von Melniboné würde am liebsten den Geist aufgeben, doch seine Seele gehört seinem schwarzen Schwert Sturmbringer, und das hat andere Pläne.

VORSICHT SPOILER!

Tungdil muss zu seinem Leidwesen auch ein paar finstere Fakten über seine ungeklärte Herkunft erfahren. Das Märchen, das ihm sein Ziehvater Lot-Ionan auftischte, stimmt offenbar hinten und vorne nicht. Einmal heißt es sogar, er sei ein unehelicher Königssohn der Vierten, was ihn zu einem Untertanen König Gandogars machen würde. Aber auch das ist Käse bzw. eine Notlüge, um ihn zum Mitgehen zu bewegen, und Tungdil ist davon gar nicht erbaut. Die unangenehme Wahrheit scheint vielmehr die zu sein, die ihm sein intriganter Widersacher Bislipur auftischt: Tungdil sei wie er selbst ein Angehöriger der Dritten, die man auch als „Zwergentöter“ bezeichnet. Und kein rechtschaffener Zwerg will etwas mit einem der Dritten zu tun haben. Tungdil verschenkt seinen Königsanspruch stante pede an den Rivalen Gandogar und macht sich daran, den wahren Widersacher zu töten: Nod-onn.

Es ist ein äußerst fieser Einfall, den Helden auf diese Weise zum Werkzeug des Schicksals zu machen. Aber man erinnere sich an Frodo und Gollum im Schicksalsberg: Hier zeigt sich, dass es Gollums bedarf, um Frodo aus dem Wahn des Ringbesitzes zu befreien. (Will heißen, Gut und Böse gehören zusammen und bedingen einander.) Hinsichtlich Tungdils Schicksal ist die Ironie nicht geringer. Die rettende Feuerklinge, die die Zwerge in der Festung Drachenbrodem geschmiedet haben, entfaltet ihre spezielle Magie erst dann, so die Prophezeiung, wenn „ein Feind der Zwerge sie führt“. Bei Zauberin und Albin versagt die Klinge, und es ist ausgerechnet Tungdils Eigenschaft, ein „Zwergentöter“ zu sein, die ihn in die Lage versetzt, den größten Feind der Zwerge zu töten – nicht zuletzt zu seinem eigenen Erstaunen. Was natürlich seinen Zweifel widerlegt, ein Angehöriger der Dritten zu sein. Bislipur hatte Recht. Wird ihn jetzt noch irgendjemand lieben? Daumen drücken, Leute!

ENDE SPOILER

Heldentum und Theater

Das Finale, das in Schwarzjoch stattfindet, kann es zwar nicht mit der epischen Schlacht auf den Pelennorfeldern aufnehmen, ist aber auch nicht zu verachten. Es erinnert eher an die finale Schlacht der fünf Völker, die am Schluss von „The Hobbit“ stattfindet. Wie auch immer, der Held entpuppt sich als der, für den wir ihn schon immer gehalten haben: ein Schlaukopf und Kämpfer, der sich erst noch in die ihm – von Schicksal oder Schöpfer – zugewiesene Rolle hineinfinden muss.

Damit ihm so viel Heldenruhm nicht zu Kopf steigt, gibt es etliche Verweise auf Heldengeschichten, auf die sich Tungdil selbst stützt. Er verschweigt geflissentlich, dass die spezielle Geschichte, die ihn auf einen genialen Plan gebracht hat, nicht besonders gut für den Helden ausgeht. Der gibt darin nämlich den Löffel ab.

Ein weiteres heldenkritisches Element bilden die begeisterten Kommentare von Rodario, dem Theaterregisseur. Bezeichnenderweise nennt er sein Theater nicht nach den ollen Griechen, sondern bezeichnet es als „Kuriosum“, also lateinisch. Folgerichtig nennt er die Zuschauer „Spectatores“. Und wenn er Zeuge von Heldentaten wird, wie sie Tungdil & Co. vollbringen, so bricht er in Begeisterungsstürme aus. Äh, aber an manchen Stellen müsste man noch ein paar Dinge ändern, denn sie widersprechen der Zuschauererwartung. Und einige Statisten, wie etwa eine tobende Orkhorde, könnten sich als zu kostspielig in der Produktion erweisen.

Auf diese Weise lässt der Autor durchblicken, dass auch die Geschichte, die er erzählt, a) nur ein Schauspiel ist und b) möglicherweise dazu inszeniert wurde, den Spectator zu unterhalten. Folglich könnte es sein, dass der Erzähler ein paar, ähem, „Verschönerungen“ der etwas banaleren Wirklichkeit vorgenommen haben könnte. Cum grano salis.

Das Booklet

Es ist zwar nicht umfangreich, aber sehr informativ. Die erste Doppelseite listet alle wichtigen Figur auf, die im Verlauf der Handlung auftauchen oder erwähnt werden: Die fünf Zwergenstämme, die Menschen inklusive Magier und schließlich Die Anderen: Albae, Orks, ein Elbenfürst und ein Gnom.

Um all diese Völkerschaften und Institutionen wie etwa die Zauberreiche geographisch zuordnen zu können, zeigt die nächste Doppelseite zwei Landkarten dar. Diese tauchen in der Erzählung hin und wieder auf. Was auf den ersten Blick ein wenig verwirren könnte, ist die zweimal auftauchende Bezeichnung „Das Geborgene Land“. Der Unterschied zwischen den zwei Karten: Zunächst gibt Karte A den großen Überblick über die Lage der Königreiche im Geborgenen Land sowie über die Lage der fünf Zwergenstämme. Unübersehbar ist ein grauer Krake in der Mitte des Landes. Dies sind die Zauberreiche. Ihnen ist die Karte B gewidmet. Da sie einen größeren Maßstab hat, erkennt man auch die Elbenreiche, das Reich der Albae und die Region, wo sich die Orks festgesetzt haben.

Die dritte Doppelseite zeigt Werbung für weitere Hörbucher des Verlags und die letzte Seite Informationen über Autor, Sprecher und Macher. Insgesamt bietet das Booklet unentbehrliche Informationen, um den Überblick über die Vielfalt der Namen nicht zu verlieren. Insbesondere bei den Namen der Zwerge, die fast alle ein B oder G aufweisen, kann man sich leicht vertun. Ein Blick in die Liste verschafft dann wieder Klarheit.

Der Sprecher

Johannes Steck gelingt es, die Figuren, die durch die von Tolkien vorgegebenen Klischees geprägt sind, sehr gut zum Leben zu erwecken. Er schafft es nämlich, durch die Modulation seiner Stimme jeder Figur ihre passende Charakteristik zu verleihen. Das beginnt schon bei den Zwergen, wo es zwar fast nur tief sprechende Männer gibt, aber eben auch zwei Frauen, und die reden ganz anders.

Jeder männliche Zwerg ist unterscheidbar: Der Großkönig Gundrabur Weißhaupt von den Zweiten hat die tiefste, raueste und etwas altersheisere Stimme. Sein intriganter Widersacher Bislipur klingt ebenso heiser und tief, aber eben auch verschlagen statt majestätisch. Bavragor, der Steinmetz, macht seinem Schimpfnamen als „singender Säufer“ alle Ehre, und der furchtsame Goimgar klingt wie ein richtiges Weichei – es sei denn, er eilt seinem König zu Hilfe.

Am normalsten klingen noch König Gandogar Silberbart von den Vierten und Balendilín Einarm von den Zweiten. Der Zwerg, durch dessen Augen wir fast alle Szenen verfolgen, ist natürlich der Held, Tungdil. Und er klingt fast genauso wie der Erzähler, also völlig „normal“. Am besten gefiel mir der Zwergenkrieger Boindil Ingrimmsch, der sich über jede Gelegenheit, einen Ork niederzumachen, tierisch freut. Er hat für Tungdil den einen oder anderen bissigen Kommentar auf der Zunge.

Natürlich gibt es noch jede Menge anderer Wesen. Was kann man von einem hirnlosen, gierigen Ork schon anderes erwarten als eine hirnlose, gierige Sprechweise? Von Orks, Golems und Boglings ist schon gar kein vernünftiges Wort zu erwarten. Das machen die Furcht erregenden Alben mehr als wett, wenn sie sich mit drohenden Worten an ihren Opfern vergreifen. Tungdil gerät in die Klauen eines solchen Wesens.

Sind die Alben die dunkle, seelenlose Abart der Elben, so sollte man erwarten, dass die Elben wahre Lichtgestalten sind. Blond, blauäugig und hübsch – so werden sie geschildert, aber für die „Spitzohren“ haben die Zwerge (man denke an Legolas und Gimli im Rat Elronds) von jeher nur Spott und Verachtung übrig, wenn nicht sogar regelrechten Hass.

Irgendwo dazwischen stehen die Menschen. Die bemerkenswertesten unter den „Langen“, wie die Zwerge sie nennen, sind die Zauberer und die Schauspieler. Die Zauberer werden alsbald von dem Verräter Nudin bzw. Nod-onn dezimiert, den der Sprecher als Ausbund an Verkommenheit darstellt. Der gute Zauberer Lot-Ionan, ein Kollege von Gandalf dem Grauen (nicht dem Weißen), ist ein Ausbund an Sanftmut und Geduld, wenn wir ihn mal kennen lernen, was nur selten geschieht. Er kann es mit Nudin, der Saruman-Kopie, nicht aufnehmen.

Die Schauspieler sind Rodario, der Chef der Truppe, sodann Furgas, sein „Techniker“, und dessen Geliebte Narmora, eine Halbalbin, die als Mimin auftritt. Es ist Rodario, der wie Boindil einige herrliche Kommentare beisteuert, die dem ganzen heroischen Geschehen den einen oder anderen ironischen Aspekt abgewinnen. Wie es sich gehört, hat Rodario eine wunderbar theatralische Redeweise – er ist eben der Größte. Im Finale gibt es wenig für den Leser zu lachen, aber Rodario ist die einsame Ausnahme.

Insgesamt legt Steck eine erstaunliche Wandlungsfähigkeit in seinem stimmlichen Ausdruck an den Tag, und da er am Schluss des Hörbuchs die Fortsetzung „Der Krieg der Zwerge“ in Aussicht stellt, dürfen wir uns bald wieder an seiner Sprachkunst erfreuen.

Das Hörbuch verfügt weder über Geräusche noch über Musik, aber dafür hat es ein informatives Booklet – siehe oben. Weil viele der CD-Schlüsse einen Cliffhanger aufweisen, will man sofort wissen, wie es weitergeht. Daher war es für mich überhaupt kein Problem, die 14 Stunden Hörzeit hinter mich zu bringen. Das kann ich nicht von jeder Hörbuchproduktion behaupten.

Unterm Strich

Dass die Zwerge zu einem Heldenepos taugen, habe ich schon immer geahnt, seit ich den „Hobbit“ gelesen hatte. Und Peter Jacksons formidable Verfilmung des „Herrn der Ringe“ ließ Gimli, den Zwerg, richtig gut zur Geltung kommen. Gimli mag zwar etwas ungehobelt daherkommen und etwas gegen die allzu hübschen Elben haben, aber dafür ist er offensichtlich bodenständig und mit einem Humor ausgestattet, mit dem man sich anfreunden kann. (Aber seine Erklärung zu den Zwergenfrauen hat ihm natürlich keiner abgenommen.)

Was uns Tolkien verschwieg, erfahren wir nun zum Teil von Markus Heitz. Der Auftaktband zu seiner Zwergentrilogie führt uns eine halbwegs eigenständige Welt vor Augen, in der sich ein Drama von weltbewegenden Dimensionen durchaus abspielen kann. Allerdings fielen mir jede Menge Imitationen von Tolkiens Ideen in „Der Herr der Ringe“ auf. Ich habe sie oben erwähnt. Es ist, als hätte der Autor versucht, krampfhaft von dieser übermächtigen Vorlage wegzukommen, aber dabei nur begrenzt Erfolg gehabt. Das kann aber auch Absicht sein: Der Leser erwartet einfach mehr à la Tolkien, und voilà!, das bekommt er auch.

Das Finale von „Die Zwerge“ ist angemessen dramatisch und actionreich. Es erinnert an die Schlacht von Helms Klamm und zugleich an das Finale von „The Hobbit“. Der Held entwickelt sich von einem relativ ahnungslosen, aber rechtschaffenen Gelehrten zu einem Menschenführer und Kämpfer, der die Entscheidung herbeiführt. Dass er dabei eine unangenehme Wahrheit über sich erfahren muss, macht ihn mehr als eindimensional und lässt auf eine weitere Entwicklung hoffen. Einen Ausgleich schafft sicherlich die Liebe. (Ich habe einen Großteil der Handlung verschwiegen, um die Spannung nicht zu zerstören, so etwa die Methode, mit der es Tungdil & Co. gelingt, den Widersacher Nod-onn zu besiegen.)

Der Prolog verhieß bereits jede Menge Unheil, das sich dann auch bewahrheitete. Dementsprechend ominös muss auch der Schluss des vorliegenden Bandes ausfallen. Rote Sterne fallen vom Himmel, als wären diese Welt die Drachenwelt Pern. Vielleicht ist wirklich was dran an Nudins Behauptung, es drohe eine Gefahr aus Westen. (Bei Tolkien droht sie immer aus dem Osten.) Fortsetzung folgt also: „Der Krieg der Zwerge“. Der dritte Band trägt den Titel „Die Rache der Zwerge“.

Das Hörbuch

Alle drei Teile finden in Johannes Steck einen kompetenten Sprecher, der es versteht, die einzelnen Figuren wiedererkennbar zu charakterisieren und die Szenen mit der angemessenen Dramatik oder mit Humor darzustellen. Ich hätte so manchen Satz anders betont, aber dieses Element liegt völlig im Ermessen des Sprechers. Nur wer genau hinhört, wird auf Details wie falsch ausgesprochene Name stoßen, beispielsweise „Drachenbodem“ statt „Drachenbrodem“ sowie „Balyndis“ statt „Balindys“ usw. Insgesamt ist das Hörbuch eine ausgezeichnete Leistung des Sprechers und der Aufnahmeleitung, und das Booklet erweist sich als unentbehrlich, um den Überblick nicht zu verlieren.

14 Stunden auf 11 CDs
http://www.HoerbucHHamburg.de

Heitz, Markus – Sanctum (Lesung)

Werwolfhatz: Vernichten oder heilen?

RITUS: Im südfranzösischen Gévaudan treiben 1764 jahrelang Werwölfe ihr Unwesen und die Wildhüter suchen Wege, um sie nicht nur zu töten, sondern auch von ihrem Übel zu heilen. Im Jahr 2004 hat ein Nachfahre dieser Wildhüter mehrere blutige Begegnungen mit den Werwölfen. In St. Petersburg stößt er sogar auf einen „Orden des Lykaon“, dessen Mitglieder sich liebend gerne zum göttlichen Werwolf machen lassen. Doch den wichtigsten Werwolf überhaupt findet Eric von Kastell nicht in St. Petersburg, wo er sich verliebt hat, sondern in Kroatien, wo seine Liebe vom Werwolf gebissen wird …

Fortsetzung SANCTUM: Nach Rom führen im Jahr 2004 die Spuren einer Verschwörung, in deren Mittelpunkt Eric von Kastell steht, der Werwolfjäger. Immer wieder stößt er auf das Vermächtnis einer Frau, die im 18. Jahrhundert um ihr Leben kämpfte: Gregoria, die Äbtissin eines entweihten Klosters. Eric und Gregoria sind untrennbar verbunden durch die heiligste Substanz, die sich auf Erden findet: das Sanctum. Es kann Wunder wirken – oder den Tod bewirken …

Der Autor

Markus Heitz, geboren 1971 im saarländischen Homburg, studierte und unterrichtete Germanistik und Geschichte und arbeitete als Journalist bei der Saarbrücker Zeitung. Sein Aufsehen erregender Debütroman „Schatten über Ulldart“ wurde mit dem |Deutschen Phantastik-Preis| ausgezeichnet. Seit dem Bestseller „Die Zwerge“ gehört Heitz zu den erfolgreichsten deutschen Fantasy-Autoren. Er lebt in Zweibrücken in Rheinland-Pfalz. „Die Zwerge“ hat er ebenso fortgesetzt wie das inzwischen mehrbändige Ulldart-Epos.

|Markus Heitz auf Buchwurm.info:|

[Interview mit Markus Heitz]http://www.buchwurm.info/artikel/anzeigen.php?id=56
[„Schatten über Ulldart“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=381 (Die Dunkle Zeit 1)
[„Trügerischer Friede“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1732 (Ulldart – Zeit des Neuen 1)
[„05:58“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1056 (Shadowrun)
[„Die Zwerge“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2823
[„Die Zwerge“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2941 (Hörbuch)
[„Die Rache der Zwerge“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1958
[„Der Krieg der Zwerge“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3074
[„Die dritte Expedition“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2098
[„Ritus“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2351 (Buch)
[„Ritus“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3245 (Hörbuch)
[„Sanctum“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2875 (Buch)
[„Die Mächte des Feuers“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2997

Der Sprecher

Johannes Steck, geboren 1966 in Würzburg, ist Absolvent der Schauspielschule Wien. Von 1990 bis 1996 hatte er Engagements an verschiedenen Theatern. Dem breiten Publikum ist er vor allem aus dem TV bekannt. Er spielte in zahlreichen TV-Serien. Steck arbeitet zudem als Radio-, Fernseh- und Synchronsprecher. Er hat schon diverse Hörbücher gelesen.

Die Aufnahme erfolgte im Tonstudio Steck in Hechendorf/Oberbayern. Schnitt und Mastering erledigte das MajorSoundStudio in München. Toningenieur war Tom Klenner unter der Tonregie von Hardy Meiser.

Es wird zwar nirgends angegeben, aber vermutlich handelt es sich um eine gekürzte Textfassung, die Steck vorträgt.

Vorgeschichte

„Ritus“ besteht aus zwei Handlungssträngen, die einander abwechseln.

Im Jahr 2004 erfährt der Werwolfjäger Eric von Kastell, dass sein Vater Johann von den langjährigen Feinden seiner Familie entführt worden sei. Der Obermotz sei diesmal ein Typ, der sich den Namen des ägyptischen Kriegsgottes Upuaut zugelegt habe. Eric eilt sofort zum Tatort und macht aus der Villa des Gegners Kleinholz, allerdings kann er das Leben seines Vaters nicht retten.

In einem verborgenen Raum der elterlichen Villa hat Erics Vater ein Labor eingerichtet, um das Heilmittel für den Wahnsinn des Werwolfs zu entwickeln. Eric benötigt das Medikament selbst, denn die Bestie schlummert auch in ihm und will rausgelassen werden. Die Rezeptur basiert auf einem Dokument der Familie, das sie aus dem 18. Jahrhundert geerbt hat. In Erics Abwesenheit zerstört ein anderer Werwolf das Archiv ebenso wie das Labor. Dieser Werwolf nennt sich Fauve (frz. für „der Wilde“). Wer verbirgt sich dahinter?

In St. Petersburg ereignet sich eine Werwolfmordserie, und Eric fliegt sofort hin. Am Tatort fällt ihm der Wolfsgeruch einer jungen Frau auf und er folgt ihr in ein Viertel der Einheimischen. Vor einem bestimmten Haus ruft sie nach einem Mann namens Nadolny: Der Gerufene kommt aus einem Fenster des zweiten Stocks heruntergesegelt und knallt auf aufs Pflaster. Wurde er gestoßen? Der Verdacht liegt nahe, denn ein Maskierter beschießt die Frau. Eric greift ein und bringt sie in Sicherheit. Sie stellt sich als Lena vor, eine Wolfsforscherin. Doch sein Wissen und seine bemerkenswerten Verteidigungskünste machen sie stutzig. Nach einem kurzen Intermezzo in dem Landhaus entwischt sie wieder.

Sein Hausmeister und Faktotum Anatol identifiziert die Silberkette, die Eric einem der überwältigten Gegner abgenommen hat. Das Medaillon stellt Symbole dar, die sich auf den antiken König Lykaon beziehen, der von Zeus zur Strafe für einen Frevel in einen Wolf verwandelt wurde. Die Träger dieses Medaillons nennen sich „Der Orden des Lykaon“ und verehren Werwölfe so sehr, dass sie selbst zu diesem göttlichen Wesen werden wollen. Na, toll, denkt Eric. Und wo ein Orden ist, gibt es bestimmt auch eine Konkurrenzveranstaltung. Da hat er ganz Recht, und er merkt es spätestens dann, als er zwischen die Fronten gerät. Aber zunächst muss er Lena, die Wolfsforscherin, wiederfinden.

Südfrankreich, Gévaudan, 1764 bis 1767

Es hat schon immer Wölfe in der waldreichen Gebirgslandschaft des südfranzösischen Gévaudan gegeben, doch unter den neuesten Opfern dieser Tiere sind auch Menschen. Der Wildhüter Jean Chastel ist für diese Sache zuständig, und er nimmt seine beiden Söhne Antoine, 20, und Pierre, 26, mit auf die Jagd. Die beiden Halbwaisen sind wie Sonne und Mond, völlig verschieden: Pierre ist besonnen, fromm und freundlich, doch Antoine ist ein Bruder Leichtfuß und Schürzenjäger, der auch Kinder nicht verschmäht.

Nun hängt da ein sehr merkwürdiger Wolf in ihrer Falle. Er hat abnorm große Reißzähne und statt einer normalen Pfote sind Katzenkrallen zu sehen. Als Antoine ihn vorwitzig abschneiden will, warnt ihn sein Vater. Doch dieser Wolf öffnet wieder die Augen. Und als eine zweite Bestie angreift, um sich auf die Wildhüter zu stürzen, wird auch Pierre verwundet. In dem folgenden wütenden Kampf verjagt Jean die Bestie, doch seine beiden Söhne sind bewusstlos und bluten aus vielen Wunden. Der erste Wolf hat sich in einen 60-jährigen Mann rückverwandelt, den Jean in den nahen Bach wirft. Die Wunden seiner Söhne desinfiziert Jean durch Ausbrennen, doch es ist bereits zu spät. Die Seuche der Wandelwesen verrichtet in ihnen bereits ihr teuflisches Werk.

Drei Jahre vergehen. Zu seinem Entsetzen muss Jean Chastel feststellen, dass sein Antoine definitiv zum Werwolf geworden ist. Und auch sein Sohn Pierre zeigt alle Merkmale eines solchen Wahnsinns. Leider können sie sich nicht erinnern, was sie in ihrer anderen Gestalt getan haben, und ihre Wolfskräfte reichen aus, die Ketten zu sprengen, in die Jean sie legt. Antoine hat zudem die Fähigkeit, mit seinen roten Werwolfaugen jeden Menschen hypnotisieren und willenlos machen zu können.

Verzweifelt sucht Jean nach einem Heilmittel, denn er bringt es – noch – nicht übers Herz, seine Söhne zu töten. Er wendet sich an einen Kurpfuscher, der ihm eine Rezeptur für gutes Geld verkauft, aber um die Tinktur herzustellen, braucht er eine Art Apotheker. Die Äbtissin des Klosters St. Gregoire, Gregoria, ist solch eine Kräuterkundige. Zwischen ihr und Jean erblüht im Laufe der Jahre eine heftige Liebe. Und Pierre Chastel verliebt sich in Gregorias Mündel Florence Taupin, die Tochter einer unehelichen Liebschaft einer Adligen. Dadurch bringt er sie in Gefahr, denn auch sein Bruder Antoine ist scharf auf die Braut.

Äbtissin Gregoria macht einen verhängnisvollen Fehler. Sie schreibt einen Brief an den Heiligen Vater in Rom und bittet um Hilfe gegen die Werwolfplage. Als Antwort erscheint ein päpstlicher Legatus: Giacomo Francesco jagt nicht nur Werwölfe, sondern auch Ketzer. Und da er üble Gerüchte über die Familie Chastel hört, geraten die drei Männer schon bald in sein Visier. Als Köder für die Bestie hat sich Francesco etwas ganz Besonderes ausgedacht. Nachdem er sein blutiges Werk verrichtet hat, entführt er die schwangere Florence nach Rom, um sie für seine eigenen Pläne einzusetzen.

Handlung von „Sanctum“

Jean Chastel vermutet, dass der Sohn Francois seines Dienstherrn, des Marquis de Morangier, ein Werwolf ist. Der Marquis dementiert, doch Chastel insistiert, und schließlich gibt der Marquis es zu. Francois sei ein Wandelwesen, doch inzwischen vor der Verfolgung durch Chastel geflohen – nach Rom vermutlich. Chastel soll Francois schnell töten, bevor noch mehr Menschen zu Schaden kommen. Ausgestattet mit Geld und nach einem gefühlvollen Abschied von seiner geliebten Gregoria macht sich Chastel auf den Weg in die Ewige Stadt. Doch Gregoria bricht ihr Versprechen, sich von Rom und den Werwölfen dort fernzuhalten. Sie will dort ihr Mündel Florence suchen, das der Legatus entführt hat.

Deshalb sehen sie sich ein Vierteljahr später in Rom wieder. Gregoria hat inzwischen vergeblich versucht, beim Papst vorzusprechen, aber durch den Kontakt ist eine klerikale Gruppe auf sie aufmerksam geworden, die gegen den aktuellen Papst, eine Marionette der Jesuiten, intrigiert. Diese Gruppe unter einem Kardinal, der sich „Impegnio“ nennen lässt und sich hinter einer Maske versteckt, versucht einen Orden von Frauen aufzubauen, die überall an den Fürstenhöfen Europas den Einfluss der Jesuiten zurückdrängen sollen. Impegnio hat sich Gregoria, eine im Organisieren erfahrene Äbtissin, auserkoren, den Orden zu leiten. Schon vierzig Novizinnen und fünf Seraphim, Kriegerinnen, stünden bereit. Nach einem halben Jahr Ausbildung wolle Impegnio sie aussenden.

Doch wer soll diese Frauen ausbilden, beispielsweise in Kampf- und Spionagetechniken? Da kommt Jean Chastel wie gerufen. Er trainiert die fünf Seraphim und trägt dabei so manche Blessur davon, denn sie haben wirklich etwas auf dem Kasten. Damit sie die Kenntnisse, die er ihnen vermittelt, in die Praxis umsetzen können, bevor er sie nach dem edlen Wild Francois de Morangier suchen lässt, pirscht er mit ihnen im Armeleuteviertel Trastevere.

Trastevere ist das Revier einer seltsamen Bestie. Das huschende Wandelwesen ist wegen der Geschwindigkeit, mit der es sich bewegt, kaum je zu sehen, doch für Chastel scheint es die Gestalt eines schwarzen Panthers zu besitzen. Das ist definitiv nicht der gesuchte Francois, doch um wen handelt es sich dann? Bei der Verfolgung des Panthers legt sich eine der Seraphim besonders ins Zeug, als sie einen Verdächtigen über die Dächer verfolgt, doch als der Panther auftaucht und den Verdächtigen, einen Kontaktmann von Francois, für sich beansprucht, hat die Seraphim keine Chance. Chastel kann sie gerade noch vor dem Absturz vom Dach bewahren.

Es gelingt ihm, den Panther auf der Straße zu stellen, doch auch hier zieht er den Kürzeren. Erst sehr viel später findet er heraus, dass der Panther selbst ein Feind von Francois ist. Das ist aber die einzige Gemeinsamkeit, die sie zu Verbündeten werden lässt. Unterdessen bricht Gregoria in das Büro des feindlich gesonnenen Kardinals Rotonda ein und entdeckt dort einen sorgsam verborgenen Schatz: Adressen, Namenslisten, Berichte – sogar sie selbst ist darin verzeichnet. Endlich hat sie eine echte Chance, Florence zu finden. Die Spur führt in die labyrinthartig verzweigten Katakomben von Rom. Wer weiß, wohin sie sie führen mögen.

Im Jahr 2004

Erik von Kastell hat nur zwei Ziele im Leben: Seine geliebte Lena wiederzubekommen und die letzten verbliebenen Werwölfe zu jagen, wo er sie findet. Beide Ziele miteinander zu vereinen, stellt sich als gar nicht so einfach heraus.

Gregorias im 18. Jahrhundert gegründeter Orden wird inzwischen von Schwester Faustitia geführt. Sie hält Lena in einer Zelle gefangen – gefesselt, denn auch Lena ist ein Wandelwesen geworden. Faustitia hat vor, wie es ihr Orden verschreibt, Lena zu heilen statt sie zu vernichten. Dazu verfügt der Orden seit den Tagen von Kardinal Impegnios Geschenk über ein Quantum an heiligster und rarer Flüssigkeit: das Sanctum. Das Blut Christi treibt nicht nur den Werwolfsdämon aus, sondern kann gewisse Personen sogar unverwundbar machen. Doch manchmal geht die Behandlung auch daneben, dann stirbt der Patient. Erik betet, dass Lena überlebt, und droht Faustitia mit schrecklichen Konsequenzen, falls nicht.

Im kroatischen Nationalpark Plitvice, dort, wo er schon zuvor auf Werwölfe in freier Natur gestoßen ist, findet er ein Medaillon, das, wie seine Recherche ergibt, das Familienwappen der römischen Rotondas trägt. Die Rotondas waren gespalten, einerseits in eine weltliche, kaufmännische Linie – hier herrscht heute Maria Magdalena über einen Konzern. Doch der anderen Linie gehörten seit der Seeschlacht von Lepanto im Jahr 1571 streitbare Gefolgsleute des Vatikans an, die den christlichen Glauben gegen Andersgläubige – bei Lepanto gegen die Türken – verteidigen. Gregoria könnte Erik einiges über den ihr persönlich bekannten Kardinal Rotonda erzählen.

Erik fordert den Nachfahren Rotondas, einen Padre, unerschrocken heraus. Dabei erschnuppert er an dessen Soutane den unverkennbaren Geruch eines Werwolfswelpen. Was haben die Rotondas mit den Wandelwesen zu schaffen? Kaum ist Erik wieder in seinem römischen Quartier, als nicht nur seine Schwester Justine, sondern auch seine One-Night-Stand-Geliebte Severina auftaucht. Herrje, weiß denn hier jeder über sein Versteck Bescheid?

Doch gleich darauf dringt eine schwer bewaffnete Truppe von Söldnern in die Villa ein und nimmt alles aufs Korn, was nach Erik von Kastell aussieht. Sie werfen sogar Handgranaten! Offenbar mangelt es Padre Rotonda weder an Reaktionsfähigkeit noch an Rücksichtslosigkeit, wenn er einen Schnüffler wie Erik ausschalten will. Doch Erik bietet ihm in jeder Hinsicht Paroli …

Mein Eindruck

Wie schon der Vorgängerband „Ritus“ ist auch „Sanctum“ vollgepackt mit atemloser Action, die nur hin und wieder mit romantischen Szenen abwechselt. Statt mich wie „Ritus“ anzuwidern, bietet „Sanctum“ aber genügend Szenen zwischen vernünftigen (halbwegs) menschlichen Wesen, dass man sich in die Lage dieser Akteure versetzen kann und mit ihnen fühlt.

Der Roman wird seinem Titel vollauf gerecht, denn das „Sanctum“ genannte Blut Christi, das er angeblich am Kreuz vergoss, spielt eine große Rolle in Gregorias und Faustitias Versuchen, Menschen, die von der Bestie besessen sind, zu heilen, so etwa Lena und Erik. Man muss schon eine Menge mystischen Glauben mitbringen, um an die Heilkraft dieser Substanz – die sich mitunter als Fake entpuppt – zu glauben. Allerdings trifft diese Anforderung an die Gutgläubigkeit des Lesers für die Mehrzahl aller Fantasyromane zu.

Weibliche Kreuzritter

Interessant finde ich die Idee eines weiblichen Kreuzritterordens – denn nichts anderes sind die Seraphim. Einen solchen Orden streitbarer Nonnen habe ich bereits in Eric Van Lustbaders Roman „Schwarzer Clan“ (O-Titel: „Second Skin“) gefunden, wo bestimmte Frauen nicht nur Unterschlupf vor ihren Feinden (z. B. der Mafia) finden, sondern sogar den Spieß umdrehen, um dem Werk ihrer Feinde entgegenzuwirken, meist auf diplomatischem Wege, mit den Waffen einer Frau.

Aber die Seraphim in „Sanctum“ sind lediglich keusche Ritterinnen, die meines Wissens kein Gegenstück in historischen Zeiten haben, außer in Jeanne d’Arc. Man würde sie ansonsten als „Amazonen“ bezeichnen, doch die eigentlichen Amazonen waren bekanntlich Sagengestalten aus den Schriften griechischer Schreiber. Wie auch immer: Die Seraphim spielen eine aktive und dynamische Rolle für den Plot um Jean Chastel und seinen Nachfahren Erik von Kastell.

Terrorismus

Sie engagieren sich in der Bekämpfung sowohl der Wandelwesen und ihrer Heilung als auch im Kampf gegen diejenigen kirchlichen Kräfte, welche die Wandelwesen zum Zweck der Stärkung des Glaubens missbrauchen wollen. Dieses Motiv mutet recht modern und aktuell an, denn die Wandelwesen dienen dem Terrorismus. Schüchtert man die Gläubigen nur genügend mit Terror ein, so werden sie sich schon wieder den entsprechenden Autoritäten zuwenden, die ihnen Heil und Erlösung versprechen. Im 18. Jahrhundert, so Kardinal Impegnio, seien dies die Jesuiten gewesen, doch im 21. Jahrhundert sind es skrupellose Kirchenleute, denen leider nicht weiter auf den Grund gegangen wird. Das Medaillon des Padre Rotonda legt den Verdacht nahe, dass er dem „Orden des Lykaon“ angehört.

Werwolf-Lover

Etwas kurios mag dem Hörer die Sekte dieser Lycaoniten anmuten. Sie beziehen sich auf den antiken König Lykaon, der von Zeus zur Strafe für einen Frevel in einen Wolf verwandelt wurde. Die Träger solcher Medaillons nennen sich „Der Orden des Lykaon“ und verehren Werwölfe so sehr, dass sie selbst zu diesem göttlichen Wesen werden wollen. Alles, was es dazu braucht, ist ein Biss vom Werwolf – oder eines anderen Wandelwesens.

Das Auftreten der Lycaoniten führt zu einer der zahlreichen bizarren Szenen in „Sanctum“. Die Seraphim haben Francois, den fiesen Entführer Florences, gestellt und mit Kugeln durchsiebt. Das hilft aber nichts, denn erst muss ihn das Silber vergiften, bevor er draufgeht. Bevor es so weit ist, tauchen jedoch die Lycaoniten auf und verdrängen die Seraphim. Chastel und Sarai verstecken sich und beobachten das Geschehen fassungslos. Die Sektenanhänger operieren Francois die Silberkugeln heraus, so dass er mit Hilfe seiner Werwolfkräfte genest. Dann soll er sie mit seinem Biss segnen. Er hat jedoch kaum Zeit, ihnen diesen Gefallen zu tun, da rückt auch schon die Stadtwache an und vertreibt die Ordensmitglieder – und mit ihnen geht Jean Chastel auch Francois durch die Lappen.

Vampirismus

Diese Szene erinnert so stark an Vampirismus, dass sich zahlreiche Parallelen ziehen lassen. Vampirismus muss wohl nicht näher beschrieben werden: Es ist ebenfalls eine Seuche, die durch Biss etc. übertragen wird. Die Legende will es, dass Vampire über diverse übermenschliche Kräfte und Eigenschaften verfügen, so etwa Unsterblichkeit, große physische (Selbstheilungs-)Kraft, Hypnose, Gestaltwandlung usw. Verknüpft man die Merkmale der Krankheit mit denen eines übermenschlichen Wesens, erhält man ein verehrungswürdiges Wesen, dessen Kräfte man erben kann. Dummerweise sind diese Wesen allesamt von Dämonen besessen und nicht von Engeln. Das macht auch die Verehrer wie die Lycaoniten zu Dämonen.

Engel und Dämonen

Was nun ein Dämon ist und was ein Engel, darüber entscheiden die Experten. Und diese sind allesamt Kirchenleute, versteht sich, beispielsweise die Äbtissin Gregoria und ihre Ordensfrauen. Das macht die Bekämpfung der Wandelwesen zu einer heiklen Angelegenheit, wie man sieht: Denn wo Gregoria bekämpfen und heilen will, da wollen andere Kirchendiener missbrauchen. Entscheidend ist der Zweck, der die Mittel heiligen soll.

Was will Gott?

Auffallend ist jedoch, dass sich die Angehörigen der christlichen Kirche nie die Frage stellen, ob die Lykanthropie – also das Phänomen der Wandelwesen – ein Geschenk Gottes sein könnte. Die Lycaoniten beantworten diese Frage bedenkenlos mit ja. Wenn sie aber ein Gottesgeschenk wäre, würfe dies jede Menge moralische Fragen nach der Berechtigung des Kampfes gegen die Werwölfe auf.

Es ist die alte Frage: Wenn die Christenheit mit der Pest (ersetze: Vampirismus, Lykanthropie usw.) gegeißelt wird, die sicherlich in den Plan Gottes gehört, dann muss es sich um eine Strafe für die Sünden ebendieser Christenheit handeln, denn sonst wäre Gott ein Verbrecher (oder ein skrupelloser Spieler, wie manche meinen). Indem der Autor diese Frage ausklammert, erspart er seinen Figuren eine moralische Selbstquälerei, und auf die verzichtet der Leser bzw. Hörer gerne dankend.

Agententhriller

Der Umstand, dass sich die Werwölfe usw. ständig verwandeln, macht es dem Helden nicht gerade einfach, sie zur Strecke zu bringen. Das haben die Werwölfe mit den Agenten à la Bond und Bourne und ganz besonders mit unserem Mann auf der „Mission impossible“ gemeinsam. Die Kammerjäger in Sachen Wandelwesen, also Chastel und Erik, sind auf ihren Instinkt angewiesen, um den Übeltäter zu fassen, sowie auf ihre Kombinationsgabe. Natürlich gelingt es dennoch einem Wandelwesen, Erik zu überlisten. Hinzu kommt, dass Erik in sich gespalten ist und die Bestie in sich im Zaum halten muss. (Es sei denn, er will buchstäblich „die Sau rauslassen“.) Und so kommt es wie in jedem ordentlichen Agenthriller zu einem unvorhergesehenen Showdown mit einer Nemesis aus der Vergangenheit. Namen dürfen nicht genannt werden.

Der Sprecher

Johannes Steck gelingt es, die Figuren sehr gut zum Leben zu erwecken. Er schafft es nämlich, durch die Modulation seiner Stimme jeder Figur ihre passende Charakteristik zu verleihen. So sind die „Beamten“ des Papstes stets hochnäsig und Kardinal Rotonda sogar hinterlistig. Auch Kardinal „Impegnio“ ist solch ein zwielichtiger Charakter – man hört förmlich sein falsches Lächeln. Ganz besonders arrogant ist der Comte Francois, seines Zeichens skrupelloser Werwolf, doch bei ihm kommt auch noch Hass auf Chastel hinzu.

Die beiden Hauptfiguren der Handlung im 18. Jahrhundert, Gregoria und Jean Chastel, setzen den Standard für Normalität, von dem sich andere Figuren abheben. Chastel hat eine tiefe Tonlage und spricht stets energisch, außer natürlich, wenn er verwundet ist. Gregoria spricht ihn stets sehr sanft an, außer wenn es um ihr Kind geht (huch, das wollte ich jetzt nicht verraten!). Da wird sie sehr entschlossen. Erik hat interessanter- und passenderweise die gleiche Stimmlage wie Chastel und drückt sich auch so aus: mal aggressiv und drohend, dann wieder (scheinbar) schwach und verwirrt.

Alle Stimmlagen und Ausdrucksweisen sind situationsabhängig, denn nur so kann ein einigermaßen realistischer wie auch dramatischer Eindruck von den Gefühlen der Figuren vermittelt werden. In den zahlreichen Kämpfen, in die Chastel und Erik verwickelt werden, herrschen also aggressive Töne vor, während in erotischen Situationen sanfte und verführerische Klänge den Ton angeben. Steck schreckt auch nicht vor lauten Rufen oder einem gelegentlichen Fluch wie „Fuck!“ nicht zurück.

Johannes Steck hat insgesamt ein sicheres Gespür dafür, welcher Ausdruck in welcher Lage angebracht ist. Schon bald kann sich der Hörer diesem akustischen Drama nicht mehr verschließen und lauscht gebannt, was als nächstes passiert.

Für den realistischen Eindruck sind auch der richtige Akzent und die korrekte Aussprache von Bedeutung. Hier erreicht Steck hundert Punkte und ich ziehe meinen Hut. Dass jemand Italienisch und Französisch derart einwandfrei beherrscht, habe ich bislang selten gehört. Und einen russischen oder kroatischen Akzent schafft er mit links, indem er einfach das R ein wenig tiefer rollen lässt. Warum er aber „Lycaoniten“ mit S ausspricht, also „lüsaoniten“, kann ich nicht nachvollziehen.

Geräusche und Musik gibt es keine, also brauche ich kein Wort darüber zu verlieren.

Der einzige Punkt an dieser Hörbuchproduktion, der mich etwas frustrierte, waren die elend langen Laufzeiten der CDs. 85 Minuten sind 6-10 Minuten mehr als die durchschnittliche Laufzeit von Hörbuch-CDs (von Hörspielen ganz zu schweigen, die im Schnitt zwischen 55 und 70 Minuten lang sind).

Unterm Strich

Man sollte es kaum für möglich halten, aber dieser Band ist sogar noch actionreicher als sein Vorgänger, und diese Action kann es ohne weiteres mit James Bond oder Jason Bourne aufnehmen. Denn hier kämpfen ja nicht menschliche Männer und Frauen, sondern Wandelwesen mit übermenschlichen Kräften, die sich unversehens in ihre Tiergestalt verwandeln und umgekehrt.

Drängte sich „Ritus“ noch der Sex aufdringlich in den Vordergrund, so muss dieses Element nun zugunsten der Romantik zurücktreten, nicht selten sogar zugunsten der Tragik oder Melodramatik, so etwa wenn der sichtlich angeschlagene Werwolfbekämpfer Erik über seiner schlummernden Lena Besserung gelobt (hach!). Oder wenn Chastel seiner Gregoria ein letztes Mal in die Augen blickt, bevor seine eigenen brechen (schnüff!).

Das Hörbuch wird von Johannes Steck sehr lebendig und engagiert gestaltet. Er erweckt besonders gut in den jeweiligen Situationen zum Leben, und auch in der Charakterisierung ist er meist erfolgreich, besonders bei den Bösewichten. Die Damen hingegen sind mir relativ blass und farblos in Erinnerung, denn es gibt nur wenige Frauenfiguren wie Faustitia oder Gregoria die den Mund aufmachen dürfen, um ihr männliches Gegenüber zurechtzuweisen. Die sanfte Tonart ist eher die Stimmlage der Frauen, und ganz besonders dann, wenn sie den Helden zu verführen versuchen …

Einziger Wermutstropfen ist die Überlänge der CD-Laufzeiten. Das wird aber dadurch kompensiert, dass der Verkaufspreis mit knapp 22 Euro für sechs CDs außergewöhnlich günstig ausgefallen ist.

506 Minuten auf 6 CDs
http://www.ame-hoeren.de/

[NEWS] Markus Heitz – Die dunklen Lande

Eine Söldnerin, finstere Mächte und Magie…

1629. Der 30 Jährige Krieg mit seinen Konflikten erschüttert Europa und tobt besonders gnadenlos in Deutschland.
Die junge Abenteurerin Aenlin Kane reist in die neutrale Stadt Hamburg, um das Erbe ihres berühmten Vaters Solomon Kane zu ergründen. Zusammen mit ihrer Freundin Tahmina, einer persischen Mystikerin, gerät sie in die Wirren des Krieges. Sie nehmen einen folgenschweren Auftrag der West-Indischen Compagnie an: Eine zusammengewürfelte Truppe soll sich durch die Linien nach Süddeutschland durchschlagen, bis nach Bamberg, wo grausamste Hexenprozesse die Scheiterhaufen brennen lassen – doch es kommt vieles anders. Zu viel für einen Zufall! (Verlagsinfo)


Broschiert: 560 Seiten
Knaur

[NEWS] Markus Heitz – Sanctum (Pakt der Dunkelheit 2)

Geheimbünde, alte Mysterien und eine packende Auseinandersetzung auf Leben und Tod: Der zweite Teil von Markus Heitz‘ großen Mystery-Bestsellerserie „Pakt der Dunkelheit“ in cooler Neuausstattung.

Rom, Ewige Stadt, Hort uralter Geheimnisse. Hierhin führen die Spuren einer Verschwörung, in deren Mittelpunkt Eric von Kastell steht, der Werwolfjäger. Immer wieder trifft er auf das Vermächtnis einer Frau, die im 18. Jahrhundert um ihr Leben kämpfte: Gregoria, die Äbtissin eines entweihten Klosters. Eric und Gregoria sind untrennbar verbunden durch die heiligste Substanz, die sich auf Erden findet: Das Sanctum kann Wunder wirken – oder den Tod bringen … (Verlagsinfo)


Taschenbuch: 608 Seiten
Knaur

[NEWS] Markus Heitz – Die Klinge des Schicksals

Seit vor 150 Jahren der Wald in Yarkin begonnen hat, sich unaufhaltsam auszubreiten, sind die Menschen immer weniger geworden. Die letzten Überlebenden wurden auf eine Halbinsel zurückgedrängt. Immer wieder hat man Expeditionen ausgesandt, um ein Mittel gegen das Vordringen der Bäume zu finden – keine kehrte zurück. Bis die Kriegerin Adima auf Kalena trifft, die eine schier unglaubliche Geschichte erzählt: von einer Siedlung im Wald und einem grausamen Überfall, der das wahre Böse offenbart habe; und von einer Verschwörung unter den Menschen, die nur sie, Kalena, aufdecken könne. Sie bittet die Kriegerin um Hilfe. Doch kann Adima ihr wirklich trauen?
(Verlagsinfo)

3 MP3-CDs
Laufzeit: ca 10 Std.
Sprecher: Uve Teschner
Audio Media

[NEWS] Markus Heitz – Wédora – Schatten und Tod

Wédōra birgt noch so manches Geheimnis für die Freunde Liothan und Tomeija, die es auf magische Weise in die schwer befestigte Wüstenstadt verschlagen hat.
Während Liothan in alte Gewohnheiten verfällt und sich in Wédōras Unterwelt einen Namen macht, wird Tomeija vom geheimnisumwitterten Herrscher der Stadt zur obersten Gesetzeshüterin berufen. Sie kann nicht ahnen, dass sie bald nicht nur gegen Verbrechen und mörderische Intrigen vorgehen muss, sondern auch gegen ihren Freund aus Kindheitstagen. (Verlagsinfo)

Broschiert: 640 Seiten
Knaur

[NEWS] Markus Heitz – Des Teufels Gebetbuch

Der neue Urban-Mystery-Thriller von Bestseller-Autor Markus Heitz ist ein perfekter Mix aus Unheimlichem, Bösen und subtilem Horror: Der ehemalige Spieler Tadeus Boch gelangt in Baden-Baden in den Besitz einer mysteriösen Spielkarte aus einem vergangenen Jahrhundert. Alsbald gerät er in einen Strudel unvorhergesehener und mysteriöser Ereignisse, in dessen Zentrum die uralte Karte zu stehen scheint. Die Rede ist von einem Fluch. Was hat es mit ihr auf sich? Wer erschuf sie? Gibt es noch weitere? Wo könnte man sie finden? Dafür interessieren sich viele, und bald wird Tadeus gejagt, während er versucht, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Plötzlich steigt der Einsatz: Es ist nicht weniger als sein eigenes Leben. (Verlagsinfo)

Broschiert: 672 Seiten
Knaur

[NEWS] Markus Heitz – Drachengift (Drachen 3)

Mit »Drachengift« eröffnet Markus Heitz die finale Schlacht zwischen den Menschen und den feuerbewehrten Geschöpfen. Silenas Kampf gegen die Drachen geht weiter, allerdings tritt neben dem Officium Draconis und den freien Drachenjägern plötzlich ein neuer Mitbewerber auf den Plan: eine mysteriöse Flugstaffel, die zu einem Chemie-Unternehmen gehört und mit Sprühmitteln gegen die Drachen vorgeht. Und Grigorij benimmt sich zusehends merkwürdiger. Als sei er unter den Bann eines Drachen gefallen … (Verlagsinfo)

Taschenbuch: 560 Seiten
Piper

[NEWS] Markus Heitz – Exkarnation. Seelensterben

Eine Seelenwanderin auf der Jagd nach einem skrupellosen Entführer. Eine uralte Vampirin auf einer Rettungsmission, die sie an Orte führt, von denen es kaum ein Entkommen gibt. Ein Mann ohne Gedächtnis, der versucht, die Schuldigen zu finden. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich ihre Wege kreuzen …
In „Exkarnation – Seelensterben“ laufen die Fäden aus sämtlichen dunklen Thrillern von Markus Heitz zusammen. Was nach einem fulminanten Ende klingt, birgt die Keimzelle für neue Abenteuer. Und neue Herausforderungen. (Verlagsinfo)

Taschenbuch: 656 Seiten
Knaur

[NEWS] Markus Heitz – Wédora. Staub und Blut

Lebensspendend oder todbringend, geheimnisvoll oder verkommen – Juwel der Wüste oder Ende aller Hoffnung? Willkommen in Wédōra, dem Schauplatz von Markus Heitz‘ neuem Dark-Fantasy-Roman „Wédōra – Staub und Blut.
Im Mittelpunkt einer gigantischen Wüste liegt die schwer befestigte Stadt Wédōra. Sämtliche Handelswege der 15 Länder rings um das Sandmeer kreuzen sich hier, Karawanen, Kaufleute und Reisende finden Wasser und Schutz. In diese Stadt verschlägt es den Halunken Liothan und die Gesetzeshüterin Tomeija.
Doch Wédōra steht kurz vor einem gewaltigen Krieg, denn die Grotte mit der unerschöpflichen Quelle, die die Stadt zum mächtigen Handelszentrum hat aufsteigen lassen, war einst das größte Heiligtum der Wüstenvölker. Nun rufen die geheimnisvollen Stämme der Sandsee zum Sturm auf die mächtige Stadt.
Liothan und Tomeija geraten schnell in ein tödliches Netz aus Lügen und Verschwörungen, besitzen sie doch Fähigkeiten, die für viele Seiten interessant sind. (Verlagsinfo)

Broschiert: 608 Seiten
Knaur

[NEWS] Markus Heitz – Wédora. Staub und Blut

Mitten in einer gigantischen Wüste liegt die befestigte Stadt Wéd ra. Sämtliche Handelswege rings um das Sandmeer kreuzen sich hier, Karawanen und Kaufleute finden Wasser und Schutz. In diese Stadt, die kurz vor einem Krieg steht, verschlägt es Liothan und Tomeija, die schnell in ein tödliches Netz aus Lügen und Verschwörungen geraten, besitzen sie doch Fähigkeiten, die für viele Seiten interessant sind.

Sprecher: Uve Teschner ist ein ebenso beliebter wie vielseitiger Sprecher, der sich neben Synchron- und Rundfunkarbeiten ganz dem Hörbuch verschrieben hat. Zur langen Liste der von ihm vertonten Autoren gehört Tana French genauso wie Jo Nesbø oder Carlos Ruiz Zafón. (Verlagsinfo)

Gekürzte Lesung, 2 MP3 CDs, ca. 720 Min.
audio media

[NEWS] Markus Heitz – Exkarnation: Krieg der alten Seelen

Die Welt seiner Heldin Claire ist in Ordnung – bis auf ihren Mann bei einem Überfall geschossen wird. Als sie eingreifen will, rast ein Wagen auf sie zu und überrollt sie. Claire stirbt, aber ihre Seele verlässt die Erde nicht. Beherrscht von dem Wunsch, den Mörder zur Rechenschaft zu ziehen, fährt ihre Seele in den Leib der Selbstmörderin Lene von Bechstein. Doch Lenes Körper war eigentlich für jemand anderen vorgesehen, und so gerät Claire unfreiwillig mitten hinein in einen Krieg: den Krieg der Alten Seelen. (Verlagsinfo)

Taschenbuch: 608 Seiten
Knaur

[NEWS] Markus Heitz – AERA – Die Rückkehr der Götter

Im Jahr 2019 herrscht eine neue Weltordnung: Die Götter kehren auf die Erde zurück. Alle Götter – bis auf einen. Während Odin, Zeus, Manitu, Anubis, Shiva und Co. sich ihre alten Kultstätten zurückholen und ihre Anhänger um sich scharen, warten Christen, Moslems und Juden vergeblich. Die einst mächtigsten Religionen der Welt werden bald als bedeutungslose Sekten belächelt. (Verlagsinfo)

Taschenbuch: 784 Seiten
Knaur

[NEWS] Markus Heitz – Vampire! Vampire!: Alles über Blutsauger

Im Jahr 1731 kommt es in der Nähe von Belgrad zu mysteriösen Todesfällen. Die Behörden sprechen von Vampirismus. Doch ist dieser historisch verbürgte Fall wirklich der erste? Woher stammt der Vampirmythos? Gibt es Beweise für ihre Existenz, oder ist alles erlogen? Wie sehen Vampire aus, und mit welchen Mitteln kann man sich gegen sie zur Wehr setzen? Mit Spannung, Witz und glänzend recherchierten Anekdoten führt Starautor Markus Heitz durch die Geschichte der Blutsauger und bietet das unverzichtbare Rüstzeug für alle Fans der spitzen Eckzähne. (Verlagsinfo)

Taschenbuch: 224 Seiten
Piper