Schlagwort-Archive: Limes

[NEWS] Fred Vargas – Jenseits des Grabes (Kommissar Adamsberg 10)

In Louviec, einem kleinen Ort in der Bretagne, gehen merkwürdige Dinge vor sich: Ein Wildhüter wird mit einem kostbaren Messer in der Brust tot aufgefunden. In der Nacht zuvor wollen die Alten des Dorfes den hinkenden Schritt eines Geistes gehört haben, der immer dann erklingt, wenn Unheil bevorsteht. Als Adamsberg, der legendäre Kommissar, von dem Fall Wind bekommt, ist er nicht mehr zu halten: Er steigt in die Ermittlungen ein, und sofort fallen ihm drei Flohbisse an der Leiche auf, ein Detail, das sonst niemand gesehen hat. Noch ahnt er nicht, dass dies nur der Auftakt ist zu einer Mordserie, die das Dorf erschüttern wird… (Verlagsinfo)


Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 528 Seiten
Limes

James Patterson / Andrew Gross – Die 2. Chance (Women’s Murder Club 02)

Ein mysteriöser Scharfschütze tötet in San Francisco vor einer Kirche ein kleines Chormädchen: ein gezielter Todesschuss. Weitere kaltblütige Morde versetzen die Polizeiführung in Angst und Schrecken: Der Schütze, der den Beinamen „Schimäre“ verliehen bekommt, hat es auf die Polizisten und ihre Angehörigen abgesehen. Die Begleichung einer alten Rechnung?

Der Autor
James Patterson / Andrew Gross – Die 2. Chance (Women’s Murder Club 02) weiterlesen

Patterson, James / Paetro, Maxine – 5. Plage, Die

_Rettet das Krankenhaus – und den Autosalon!_

Jemand stirbt – die Apokalypse naht – der fünfte apokalyptische Reiter ist unterwegs …

Im Städtischen Krankenhaus von San Francisco sterben die Patienten wie die Fliegen. Aber nicht an Krankheiten, sondern weil jemand kräftig nachgeholfen hat. Seine Handschrift: zwei Knöpfe auf den Augen des Opfers. Die Knöpfe tragen das Bild des Äskulapstabs …

Unterdessen muss sich Polizeileutnant Lindsay Boxer mit einer Serie bizarrer Morde an jungen Frauen befassen. Die Frauen wurden nach ihrer Ermordung wie Models in teure Kleider gesteckt. Da man sie alle in einem teuren ausländischen Wagen findet, heißen sie alsbald nur die Car Girls. Als aber das neueste Opfer bei der Eröffnung eines Automobilsalons gefunden wird, platzt Lindsay endgültig der Kragen – und schon bald hat sie eine heiße Spur …

_Die Autoren_

James Patterson, ehemaliger Besitzer einer Werbeagentur, ist der Autor zahlreicher Nummer-1-Bestseller. Allerdings sind es vor allem seine Alex-Cross-Thriller, die den Leser berühren. Folglich war Alex Cross bereits zweimal im Film zu sehen: „Im Netz der Spinne“ und „… denn zum Küssen sind sie da“ wurden beide erfolgreich mit Morgan Freeman in der Hauptrolle verfilmt. Für Einsteiger sei gesagt, dass Alex Cross ein sympathischer schwarzer Polizeipsychologe ist, der mit seiner Familie in Washington, D.C., lebt.

Patterson ist extrem fleißig. Sein letzter Solo-Roman in Deutschland hieß „Ave Maria“, ein Alex-Cross-Roman. Davor erschienen neue Alex-Cross-Romane mit den Titeln „The Big Bad Wolf“ und „London Bridges“. Im Original sind bereits „Cross“ und „Double Cross“ erschienen. Seit 2005 sind weitere Patterson-Kooperationen veröffentlicht worden, darunter „Lifeguard“ sowie „Judge and Jury“; am 3. Juli 2007 erschien die Zusammenarbeit „The Quickie“. Im Frühjahr 2003 (deutsch Mitte 2005) erschien auch eine Kollaboration mit dem Titel „Die Rache des Kreuzfahrers“ (The Jester), deren Story im Mittelalter spielt.

Nähere Infos finden sich unter www.twbookmark.com und www.jamespatterson.com. Patterson lebt mit seiner Familie in Florida.

Maxine Paetro ist eine Journalistin und Schriftstellerin, die mit ihrem Mann in New York City lebt.

_Handlung_

Wie so häufig bei Patterson, laufen mehrere Handlungsstränge parallel nebeneinander her, bis sie sich an einem kritischen Punkt kreuzen. So auch in diesem Roman.

|Um Mitternacht|

Eine junge Mutter freut sich darauf, dass sie bald wieder zu ihrem Töchterchen zurückdarf. Sobald man sie aus dem Städtischen Krankenhaus von San Francisco entlassen haben wird. Doch in der Nacht vor ihrer Entlassung schlägt der Night Walker zu und injiziert ihr eine tödliche Dosis. Jessie Falks Herz zuckt in Horror, als das Gift sich in ihrem Körper verbreitet.

Sie kann den Klingelknopf nicht erreichen, mit dem sie eine Krankenschwester rufen könnte. Verschwommen sieht sie eine Gestalt auf sich zukommen und bettelt um Hilfe. Doch diese Gestalt sagt nur: „Ja, du stirbst, Jessie. Es ist wunderschön mit anzusehen, wie du hinübergehst.“ Und als Jessie das getan hat, legt sie ihr zwei Knöpfe auf die beiden Augen. Auf den Knöpfen ist das Emblem der medizinischen Zunft zu sehen: der Äskulapstab, um den sich zwei Schlangen ringeln.

|Der Women’s Murder Club|

Polizeileutnant Lindsay Boxer leitet die Mordkommission beim San Francisco Police Department, und in dieser Position hat sie schon einiges durchgemacht. So wurde sie zum Beispiel von einem Teenagerpärchen, das auf Drogen war, zusammen mit ihrem Kollegen Warren Jacobi krankenhausreif geschossen (in „4th of July“). Neben dem Department kann sie sich auf die moralische und emotionale Unterstützung des Women’s Murder Club stützen, der sich regelmäßig trifft. Besonders Claire, die Gerichtsmedizinerin, ist ihr eine große Hilfe. Aber auch Cindy, die Reporterin bei der Zeitung „S.F. Chronicle“, gibt ihr manchmal Tipps, die Lindsay helfen, auf dem Laufenden zu bleiben. Jüngstes Mitglied des Klubs ist die junge Rechtsanwältin Yuki Castellano.

Yuki und Cindy sind total interessiert an dem beginnenden Prozess gegen das Städtische Krankenhaus. Es geht um höhe Entschädigungen an zwanzig Sammelkläger, die allesamt liebe Angehörige in diesem Hospital verloren haben. Ihre Rechtsvertreterin, Anwältin Maureen O’Mara, verklagt das Krankenhaus wegen ärztlicher Kunstfehler. Von Mord ist (noch) keine Rede. Aber der Verteidiger der Gegenseite, Lawrence Kramer, behauptet, es handle sich lediglich um menschliche Irrtümer. Zu seinen Zeugen gehört auch ein gewisser Dr. Dennis Garza.

|Der fünfte Reiter|

Als Yukis Mutter Keiko nach einem Schwächeanfall in diese Klinik eingeliefert wird, macht sich Yuki entsprechende Sorgen. Als Keiko eines Nachts dort sogar direkt vor ihrer Entlassung stirbt, fällt Yukis Verdacht auf Dr. Dennis Garza. Dessen kaltschnäuzige und arrogante Art schockiert sie zutiefst und veranlasst sie, ihn zu beschatten. Natürlich erzählt sie ihren Verdacht auch ihren Freundinnen und schon bald sieht sich auch Lindsay Boxer veranlasst, sich dieses Krankenhaus mal genauer von innen anzusehen. Denn Keikos mysteriöser Tod bleibt beileibe nicht der letzte, und als eine Informantin Lindsay von den Knöpfen berichtet, erwacht in Lindsay der Killerinstinkt, der vor nichts Halt macht …

|Die Automädchen|

Doch Lindsay muss von nun an kräftig Überstunden schieben. Sie hat zeitgleich eine mysteriöse Serie von Morden an jungen Frauen aufzuklären. Diese jungen Amateurprostituierten wurden zuerst mit Rohypnol wehrlos gemacht, dann vergewaltigt und schließlich erstickt. Als man sie findet, sind Caddy (= Cadillac) Girl und Jaguar Girl in teure Klamotten gekleidet und duften nach exklusivem Parfum. Außerdem starren sie blicklos geradeaus durchs Fenster. Als habe man sie für eine Art von Tableau drapiert.

Ein paar Tage später wird in der Stadt ein Automobilsalon eröffnet, der Jung und Alt anzieht. Vor allem die Kids wollen die teuren europäischen Sportwagen sehen. Der teuerste von allen ist natürlich der Ferrari. Als der Ausstellungsassistent dieses Schmuckstück enthüllt, sitzt jedoch bereits eine Fahrerin am Steuer. Merkwürdig ist jedoch der seltsam starre Blick, der den Jungs eine Gänsehaut verursacht …

|Jagdsaison hoch 2|

Lindsay Boxer platzt der Kragen: Wer auch immer die tote Frau in den Wagen gesetzt hat, verhöhnt sie und ihre Kollegen nicht nur – er zeigt ihnen den Stinkefinger! Sofort nimmt sie die Verfolgung auf, denn diesmal haben der oder die Täter verräterische Spuren zurückgelassen.

Außerdem heftet sie sich an die Fersen des sich ziemlich verdächtig verhaltenden Arztes Dr. Dennis Garza. Als sich Garza im Prozess, in dem er gar nicht angeklagt ist, sondern nur als Zeuge gehört wird, auf das Zeugnisverweigerungsrecht beruft, das in der Verfassung verankert ist, verursacht er einen Skandal. Genauso gut hätte er sich gleich schuldig sprechen können.

Aber das ist erst der Anfang des Sumpfes an Korruption, in den Lindsay ihre Mörderjagd führt.

_Mein Eindruck_

Mittlerweile hat es sich herumgesprochen, dass James Patterson nur noch seinen Namen für Bücher hergibt, bei denen er als Koautor angegeben wird. (Und sein Millionen-Dollar-Name wird mindestens doppelt so groß wie der des anderen Koautors gedruckt.) Will heißen, es ist fraglich, ob er überhaupt noch selbst Hand an solche Bücher legt. Denn sonst könnte er wohl kaum fünf solcher Romane pro Jahr raushauen.

Wenigstens tragen alle seine Romane sein Markenzeichen: die superkurzen Kapitel, die maximal vier bis fünf Seiten lang sind, manchmal sogar nur eine. Der Buchumfang ist deshalb reine Augenwischerei.

Was aber bedenklicher ist: Selbst wenn er eine Qualitätskontrolle ausüben sollte, so wird diese immer lascher. Sicher: Die fachliche Kompetenz ist durchaus gegeben, wenn man sich die Liste der fachlichen Berater am Schluss des Buches ansieht – das findet sich im Text bestätigt, der, so weit ich es beurteilen kann, keine Sachfehler enthält. Nein, es sind vielmehr die Handlungsführung, die Erzeugung von Spannung und die Figurenzeichnung, die zu beanstanden sind.

|Die Figuren|

Bei den Profis auf Seiten von Lindsay Boxer besteht kein Zweifel an der Ernsthaftigkeit und Kompetenz im Job, doch sobald es darüber hinausgeht, kommen einige Zweifel auf. Dieser Effekt ist natürlich beabsichtigt. Dr. Dennis Garza haben Yuki & Co. sofort im Visier, und auch die Krankenhaus-Chefetage gerät ins Zwielicht. Die „Schwarzwaldklinik“ lässt grüßen, denn selbstverständlich menschelt es auch hier, dass sich die Bettfedern biegen.

Aber gerade das Gerichtsdrama, das einen durchgehenden Handlungsstrang bildet, trägt zu dem Eindruck bei, dass man es oftmals nur mit klischeehaft gezeichneten Pappnasen zu tun hat. Genau so dürfte es in einem Dokufiction-Film über Gerichtsverhandlungen zugehen. Aber vielleicht beeinflusst das eine das andere, so dass die Fiktion die Realität inzwischen so verbogen hat, dass ein Prozess automatisch zu einem Schaukampf verkommen ist. Ganz besonders, wenn Geschworene das Urteil finden sollen.

|Die Parallelhandlung|

Die Mordserie an den Autogirls dient lediglich zur Ablenkung von Gerichtsdrama und Hospitalmorden. Wie sich zu meiner Enttäuschung herausstellte, haben die Protituiertenmorde nichts mit dem Städtischen Krankenhaus zu tun, sondern stellen vielmehr die Kompetenz von Boxer & Co. in Frage: Die Täter drehen ihnen eine Nase, zeigen ihnen sogar den Mittelfinger. Der Leser fragt sich unwillkürlich: Wenn Boxers Leute nicht mal diesen Fall klären können, wie sollen sie dann in Sachen Hospitalmorde auf einen grünen Zweig kommen?

In den bisherigen Fällen des Women’s Murder Club erwies sich diese Parallelhandlung als ein echt fieser Trick nach Patterson-Machart, der die Ermittler – hier: Boxer – in schwerste persönliche Bedrängnis brachte. Das fällt diesmal völlig weg. Und daher fehlt der Story auch ein gewisses Maß an Biss und Zynismus.

Alles in allem entsteht bei mir der Eindruck, es mit einem ziemlich durchschnittlichen Krimi für die sonst nicht lesende Masse zu tun zu haben. Daher auch die leicht verdaulichen Häppchen an Handlung und Ereignissen. Ich wage nicht zu spekulieren, von welchen Bevölkerungsgruppen diese „sonst nicht lesende Masse“ gestellt wird, denn das könnte als politisch überhaupt nicht korrekt angesehen werden. Aber wenn ich auf „BILD“-Leser und deren amerikanisches Gegenstück tippe, liege ich wahrscheinlich nicht ganz verkehrt.

|Die Moral von der Geschicht’|

Wer sich nun fragt, was die Story uns eigentlich sagen soll und was das alles mit einem mysteriösen „fünften apokalyptischen Reiter“ zu tun hat, dem würde ich sagen, dass die Autorin Maxine Paetro offenbar vor dem zunehmend Ausmaß an „ärztlichen Kunstfehlern“ warnt. Deren Zahl scheint gerade in den privatisierten Krankenhäusern – wie dem Municipal Hospital von San Francisco – überproportional zuzunehmen. Statistiken werden dafür angeführt und eine Erklärung genannt. Als Erstes muss der Privatbetreiber das teure, wenn auch gut geschulte Medizinerpersonal rauswerfen und durch halbwegs taugliche Ärzte und schlecht bezahlte Pfleger ersetzen, die nur einen Bruchteil des vorherigen Lohns kosten.

Dass manche Ärzte wie Dr. Dennis Garza schon einiges auf dem Kerbholz haben, stört dabei nicht besonders, selbst wenn sie Fehler machen sollten – dafür gibt es ja tolle neue Computer, die die Ausgabe von falschen Medikamenten bestimmt verhindern, oder? Jedenfalls ist die Hauptsache, dass der Profit stimmt. Dabei kann dem Patienten allerdings das kalte Grausen kommen.

Man kann diese verhängnisvolle Entwicklung ebenso als fünften Reiter der Apokalypse ansehen wie auch ihre einzelnen Vertreter, die sich quasi als „Engelmacher“ einen Namen machen.

_Unterm Strich_

Diesmal spielt der San-Francisco-Thriller an zwei der populärsten Schauplätze: erstens im Krankenhaus, das durch Serien wie „E.R.“, „Grey’s Anatomy“ und „CSI Medical“ eine Art heroisches Zwielicht angenommen hat, wo sich die Aufrechten und die Schurken unablässig Kämpfe um das Leben der ach so lieben und bedauernswerten Patienten liefern. Und zweitens vor Gericht, wo zahllose Fernsehserien ihre Courtroom-Dramen abspulen, um allabendlich die ach so bösen Schurken zur Strecke zu bringen und für die Opfer sogenannte Gerechtigkeit zu erstreiten. Der Roman geht wenig über das Qualitäts-Level dieser Soap-Operas hinaus, erreicht noch nicht einmal Grisham-Niveau.

Vor dem Hintergrund dieser sattsam bekannten Szenarien bietet die bizarre Mordserie an den Car Girls eine erfrischend „unartige“ Note. Hier trumpfen respektlose Killer gegen die Polizeikräfte auf, und was sie als Markenzeichen zurücklassen, bringt die ansonsten stark vermissten Aspekte von Sex und Glamour ein. Dieser Handlungsstrang dürfte die jüngere weibliche Leserschaft stark ansprechen, von der männlichen ganz zu schweigen.

|Originaltitel: 5th Horseman (05 Women’s Murder Club), 2004
Aus dem US-Englischen von Andreas Jäger
384 Seiten|
http://www.limes-verlag.de

_James Patterson auf |Buchwurm.info|:_

[„Das Pandora-Projekt“ 3905 (Maximum Ride 1)
[„Der Zerberus-Faktor“ 4026 (Maximum Ride 2)
[„Das Ikarus-Gen“ 2389
[„Honeymoon“ 3919
[„Ave Maria“ 2398
[„Wer hat Angst vorm Schattenmann“ 1683
[„Mauer des Schweigens“ 1394
[„Stunde der Rache“ 1392
[„Wenn er fällt, dann stirbt er“ 1391
[„Wer sich umdreht oder lacht“ 1390
[„Die Rache des Kreuzfahrers“ 1149
[„Vor aller Augen“ 1087
[„Tagebuch für Nikolas“ 854
[„Sonne, Mord und Sterne“ 537
[„Rosenrot Mausetot“ 429
[„Die Wiege des Bösen“ 47
[„Der 1. Mord“ 1361
[„Die 2. Chance“ 1362
[„Der 3. Grad“ 1370
[„4th of July“ 1565
[„Die 5. Plage“ 3915

Patterson, James – 1. Mord, Der

Ein eiskalter Mörder tötet Flitterwöchner noch in der ersten Hochzeitsnacht – um herauszufinden, was das Schlimmste ist, das jemand tun kann. Doch alle weibliche Opfer verbindet etwas, und das ist der Schlüssel zur ungewöhnlichen Aufklärung des Falls. Denn diesmal wird nicht ein Einzelner wie Dr. Alex Cross aktiv, sondern gleich ein ganzer Klub von couragierten Frauen: der Mordklub.

Dies ist der erste Roman in einer neuen Reihe, die einfach von eins aufwärts durchnummeriert ist. Der 1. Band heißt daher „1st to die“, der nächste „2nd chance“, „3rd degree“ und so weiter.

_Handlung_

Lindsay Boxer ist die einzige Inspektorin in der Mordkommission des San Francisco Police Department (SFPD). Da muss sie manchmal ganz schön hart im Nehmen sein. So wie jetzt, denn nichts hat sie auf den Horror der Flitterwochenmorde vorbereitet. Der erste passiert im gleichen Hotel, in der auch die Hochzeit stattfand. Der zweite passiert verwirrenderweise draußen auf dem Land, im berühmten Weinbaugebiet des Napa Valley. Beide Male wurden an den schönen und wohlhabenden Opfern, die kurz vor ihrem Honeymoon Trip standen, grausame sexuelle Handlungen vorgenommen. Sie wurden nicht nur getötet, sondern auch in jeder Weise entwürdigt.

San Francisco ist dementsprechend geschockt und will schnell Aufklärung der Untaten und die Ergreifung des Monsters. Das ist leichter gesagt als getan. Zum Glück gelingt es ihr, eine neugierige junge Journalistin auf ihre Seite zu ziehen und mit ihr und Claire, Lindsays bester Freundin, einer Gerichtsmedizinerin, einen Klub der Detektivinnen zu gründen. Später ziehen sie noch eine Staranwältin hinzu – wer hätte das gedacht? Schon bald zeitigt das Puzzlespiel der Frauen erste Erfolge.

Doch Lindsay hat auch ein ganz privates Problem, das sie unmittelbar bedroht: Ihr Arzt entdeckt bei ihr eine Blutkrankheit, eine zunehmende Knappheit an roten Blutkörperchen. Als Folge des resultierenden Sauerstoffmangels kippt sie ab und zu in Stresssituationen einfach um. Gut, dass sie einen neuen Freund hat: Chris Raleigh. Nachdem sie ihr Misstrauen überwunden hat, erweist sich der Nichtpolizist Raleigh an ihrer Seite als wahre Stütze. Doch wie kann man eine Beziehung aufbauen, wenn man die wichtigste Wahrheit nicht sagen kann, weil dadurch die Beziehung zum Scheitern verurteilt wäre?

In diesen Zweifrontenkrieg Lindsays platzt die Nachricht eines weiteren Honeymoon-Mordes wie eine Bombe: Der Mörder hat im fernen Cleveland zugeschlagen. Treibt er nun im gesamten Land sein Unwesen? Als die Videoaufnahmen das Gesicht des ungebetenen Hochzeitsgastes enthüllen, traut Lindsay ihren Augen kaum: Der Killer ist eine weltbekannte Persönlichkeit. Wie soll sie ihn zur Strecke bringen?
Wer wird als Erster mit dem Sterben dran sein: das nächste Opfer, der Killer oder – Lindsay?

_Mein Eindruck_

[„Rosenrot Mausetot“ 429 hatte mich mit seinem hammerharten Schluss absolut umgehauen. Daher wagte ich nicht zu hoffen, dass Patterson ein weiteres Mal dieses Kunststück fertigbringen würde. Und dem ist auch so: „Der 1. Mord“ geht viel weiter in die Breite und drückt weitaus stärker auf die Tränendrüsen als „Rosenrot Mausetot“. Dieses Buch ist ergreifend. Dennoch bleibt das Buch spannend bis zur letzten Szene, weil es dem Autor gelingt, immer wieder mal ein neues Karnickel aus dem Hut zu zaubern; eine neue Wendung, auf die der Leser nicht – und die Hauptfigur schon gar nicht – vorbereitet ist.

Was sich schon bei „Rosenrot Mausetot“ anbahnte, setzt sich hier verstärkt fort: Nicht mehr heroische Männer wie Alex Cross stehen im Mittelpunkt des Geschehens, sondern vielmehr starke Frauen. Doch auch diese sind aufeinander angewiesen, sowohl beruflich wie auch privat, wie Lindsays Krankheit zeigt, sonst würden sie scheitern. Die Anwältin beispielsweise wird benötigt, um sich überhaupt an den prominenten Killer heranzuwagen – und dennoch setzt sie ihre Karriere dafür aufs Spiel.

Was ich hier um den Erhalt der Spannung willen nicht sagen darf, aber mit das Wichtigste am Buch ist, ist natürlich der Mörder. Die ersten vier Morde begeht er sowohl skrupellos als auch in erniedrigender Absicht. Dennoch will er etwas herausfinden: Was ist das Schlimmste, was man tun kann? Beim dritten Doppelmord mischt sich eine persönliche Beteiligung in die Tat, eine Art Rachsucht. Natürlich überrascht uns der Autor: Im Handumdrehen haben wir es mit mehr als nur einem möglichem Täter zu tun, aber welcher ist der richtige? Menschen können sich verkleiden. Bis zum Schluss bleibt diese ungewisse Spannung erhalten, und man kann nur um die Unversehrtheit Lindsays bangen.

|Patterson, der bessere Koontz?|

Patterson kennt seine Schauplätze aus dem Effeff, als ob er selbst dort gewesen sei. Man nimmt ihm die Akkuratheit seiner Beschreibungen ohne Weiteres ab. Und wo der Hintergrund als sicher gilt, kann bekanntlich im Vordergrund alles Mögliche passieren.

Mit der Betonung der emotionalen und sozialen Dimension des Verbrechens begibt sich Patetrson auf das Spielfeld eines anderen bekannten Spannungsautors, auf das von Dean Koontz. Koontz hat sich wegbewegt vom Übernatürlichen, Unerklärlichen hin zu höchst seltsamen Praktiken der Psychologie, dem Wahnsinn von Serienkillern. Bei Pattersons Killern hat dieser Wahnsinn noch Methode: dahinter steckt der Wunsch zu erkennen und zu schocken.

Glücklicherweise sind seine Büchern noch wesentlich dünner und schneller zu lesen als die Ziegelsteine, die Koontz in letzter Zeit produziert hat. Die superkurzen Kapitel, das Markenzeichen jedes Patterson-Romans, erlauben praktisch keine Atempause. Auch die 350 Seiten von „Der 1. Mord“ waren in drei Tagen verschlungen.

|Originaltitel: 1st to die, 2001
Aus dem Amerikanischen von Edda Petri|

_James Patterson auf |Buchwurm.info|:_

[„Das Pandora-Projekt“ 3905 (Maximum Ride 1)
[„Der Zerberus-Faktor“ 4026 (Maximum Ride 2)
[„Das Ikarus-Gen“ 2389
[„Honeymoon“ 3919
[„Ave Maria“ 2398
[„Wer hat Angst vorm Schattenmann“ 1683
[„Mauer des Schweigens“ 1394
[„Stunde der Rache“ 1392
[„Wenn er fällt, dann stirbt er“ 1391
[„Wer sich umdreht oder lacht“ 1390
[„Die Rache des Kreuzfahrers“ 1149
[„Vor aller Augen“ 1087
[„Tagebuch für Nikolas“ 854
[„Sonne, Mord und Sterne“ 537
[„Rosenrot Mausetot“ 429
[„Die Wiege des Bösen“ 47
[„Der 1. Mord“ 1361
[„Die 2. Chance“ 1362
[„Der 3. Grad“ 1370
[„4th of July“ 1565
[„Die 5. Plage“ 3915

[NEWS] Silvia Moreno-Garcia – Die Tochter des Doktor Moreau

Mexiko, Ende des 19. Jahrhunderts: Carlota Moreau wächst fern von der zivilisierten Welt im Dschungel der Halbinsel Yucatán auf. Sie ist die Tochter eines begabten Wissenschaftlers, der auf seinem Anwesen geheime Experimente durchführt. Als Eduardo Lizalde, der Sohn von Doktor Moreaus Geldgeber, eintrifft und Carlota den Hof macht, scheint ihr Weg in die feine Gesellschaft vorgezeichnet. Doch die dunklen Labore verbergen unzählige Geheimnisse – und das gefährlichste von ihnen ist Carlota selbst. (Verlagsinfo)


Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 448 Seiten
Limes

Matthias Edvardsson – Die Wahrheit

Im schwedischen Lund wurde ein Ehepaar ermordet. Wer und was steckt hinter dieser grauenhaften Tat?

Matthias Edvardsson rollt diesen Fall von hinten auf: Zu Beginn des Buches sind die beiden schon tot und der Autor erzählt die Vorgeschichte und stellt seine Protagonisten vor.

Da wäre zunächst Bill mit seiner achtjährigen Tochter Sally. Vor etwa einem Jahr ist Bills Frau Miranda gestorben. Seitdem hält er sich nur mit Mühe und Not über Wasser. Er hat seinen Job verloren und hat Probleme, seine Miete zu zahlen. Bei allen Bekannten und Verwandten hat er bereits Schulden, und so beschließt er, eine Untermieterin in die kleine 3-Zimmer-Wohnung zu holen.

Das wäre Karla, die auf einen Studienplatz für Jura hofft. Um sich das Studium zu finanzieren, erledigt sie einen anstrengenden Putzjob. Der führt sie zweimal die Woche in die pompöse Villa von Steven und Regina Rytter. Karla merkt schnell, dass hier irgendwas komisch ist. Das Haus ist bereits blitzblank sauber, und doch soll sie zweimal die Woche für vier Stunden dort putzen. Steven arbeitet als Kinderarzt, doch seine Frau Regina ist krank und bettlägerig. Sie scheint die meiste Zeit verwirrt zu sein und nicht zwischen Realität und Traum unterscheiden zu können. Doch dann gibt es auch Momente, in denen sie Karla ganz klar gegenübertritt.

Was ist in diesem Haus los?

Die letzte Hauptfigur ist Jennica – eine 30-jährige Frau, die immer noch bei Tinder ihr Liebesglück sucht und auch immer noch nicht weiß, was sie beruflich machen will. Bei einem Date lernt sie einen älteren Mann kennen, der ihr auf den ersten Blick sympathisch ist und mit dem sie eine leidenschaftliche Affäre beginnt – ohne aber zu ahnen, dass dieser Mann ein Geheimnis hat…
Matthias Edvardsson – Die Wahrheit weiterlesen

Tess Gerritsen – Mutterherz

Worum geht’s?

Ein neuer Fall für Detective Jane Rizzoli und Rechtsmedizinerin Maura Isles. Dieses Mal beschäftigt sie der brutale Mord an einer Krankenschwester. Noch in Arbeitskleidung wurde sie von ihrem Mörder überrascht und ihr der Schädel eingeschlagen. Wer hat ein Motiv, diese allseits beliebte Frau aus dem Weg zu schaffen?

Der Fall ist eigentlich schon kompliziert genug und fordert jegliche Aufmerksam von Jane. Was ihr da gerade noch fehlt, sind die ständigen Anrufe einer besorgten Mutter, deren Tochter angeblich entführt wurde, obwohl sie in der Vergangenheit des Öfteren von Zuhause weggelaufen ist. Und dann wäre da noch Angela, Janes Mutter, die ihre Leidenschaft der Selbstjustiz entdeckt hat und ihre Nachbarschaft bewacht wie ein Schießhund – und natürlich macht sie kuriose Entdeckungen.

Tess Gerritsen – Mutterherz weiterlesen

Tess Gerritsen & Gary Braver – Die Studentin

Worum geht’s?

Taryn Moore, eine junge, hübsche und obendrein brillante Studentin, die kurz vor ihrem Graduierungsprogramm steht. Was also könnte eine Frau wie sie dazu bewogen haben, sich das Leben zu nehmen? Sie stürzte sich aus dem vierten Stock ihrer Wohnung. Detective Frankie Loomis zweifelt an, dass es sich hier um einen Selbstmord handelt. Wieso ist dann das Smartphone des Opfers nirgendwo zu finden und warum stehen zur Tatzeit warme Käsemakkaroni im Backofen? Sie vermutet eher, dass vielleicht jemand etwas zu verbergen hatte und das Handy des Opfers deswegen versteckt hat. Jedoch fällt ihr auf Anhieb niemand ein, der die junge Studentin umgebracht haben könnte.

Tess Gerritsen & Gary Braver – Die Studentin weiterlesen

Kristina Ohlsson – Die Tote im Sturm. August Strindberg ermittelt

Ein Sturm nähert sich dem verschlafenen Ort Hovenäset. In der Nacht, als das Unwetter über der idyllischen schwedischen Westküste niedergeht, passieren zwei Dinge: Die Lehrerin Agnes verschwindet spurlos, und ein neuer Bewohner taucht in Hovenäset auf. Der Stockholmer August Strindberg hat das lokale Bestattungsunternehmen gekauft – samt Leichenwagen -, um einen Secondhand-Laden zu eröffnen. Während August sein neues Fahrzeug gelb lackiert, um sein schauriges Domizil angenehmer zu gestalten, wird ihm klar, dass sein Haus im Zentrum um Agnes‘ Verschwinden steht. Er beginnt auf eigene Faust zu ermitteln…. (Verlagsinfo)
Kristina Ohlsson – Die Tote im Sturm. August Strindberg ermittelt weiterlesen

[NEWS] Tess Gerritsen – Mutterherz (Rizzoli & Isles 13)

Der brutale Mord an einer Bostoner Krankenschwester hält Detective Jane Rizzoli und Gerichtsmedizinerin Maura Isles in Atem. Noch in ihrer Arbeitskleidung wurde ihr bei der Heimkehr der Schädel eingeschlagen. Hat sie einen Dieb überrascht, oder hat jemand auf sie gewartet? Was Jane da gar nicht gebrauchen kann, ist eine Mutter, die sie permanent wegen einer vermeintlich entführten Nachbarstochter anruft – eine, die schon mehrmals weggelaufen ist. Zudem sind da noch diese unfreundlichen Neuen in der Straße, die kürzlich eingezogen sind. Mit denen ist etwas nicht koscher, glaubt Angela. Jane wischt die Warnungen ihrer Mutter beiseite. Doch Angelas Bauchgefühl trügt nicht und bringt sie in höchste Gefahr … (Verlagsinfo)


Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 384 Seiten
Limes

[NEWS] Eric Berg – Die Toten von Fehmarn (Doro Kagel 3)

Überraschend erhält Doro Kagel einen Anruf. Ihr Jugendfreund Jan-Arne, zu dem sie seit vielen Jahren keinen Kontakt mehr hatte, wurde auf Fehmarn ermordet. Kurz bevor er im Krankenhaus starb, flüsterte er Doros Namen. In Doro werden sofort Erinnerungen wach an ihren letzten Besuch auf der Insel vor vielen Jahren – an den jungen Vagabunden Bolenda, dessen Leiche sie und ihre Clique damals am Weiher fanden, und dessen Tod nie aufgeklärt wurde. Und an das »Geheimnisspiel«, das sie und ihre Freunde damals spielten. Ein wenig angeschwipst, hatte jeder der acht Freunde anonym ein Geheimnis auf einen Zettel geschrieben. Einer der Zettel lautete: Ich weiß, wer den Bolenda getötet hat. (Verlagsinfo)


Broschiert ‏ : ‎ 416 Seiten
Limes

Tess Gerritsen & Gary Braver – Die Studentin

Inhalt

Taryn Moore ist jung, attraktiv und brillant – warum sollte sie sich umbringen? Detective Frankie Loomis spürt sofort, dass mehr hinter der Geschichte steckt, als sie den Tatort des vermeintlichen Selbstmords untersucht. Die Studentin hat sich aus dem Fenster ihres Apartments gestürzt. Doch ihr Handy ist spurlos verschwunden. Hat es jemand verschwinden lassen, um Spuren zu vertuschen?
Für den Englischprofessor Jack Dorian war Taryn die vollendete Versuchung: intelligent, aufmerksam und zu hundert Prozent tabu. Doch Taryn hatte auch eine dunkle Seite, eine Neigung zu obsessiver Liebe – auch für Jack. Und mit ihrem Tod haben seine Probleme erst richtig begonnen.
Loomis‘ Ermittlungen enthüllen pikante Geheimnisse. Schnell wird klar, dass Jack Dorian mehr weiß, als er offenbart. Doch hat er auch einen kaltblütigen Mord auf dem Gewissen?  (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Auf dem Cover steht zwar Kriminalroman, meiner Meinung nach ist „Die Studentin“ jedoch vielmehr ein nervenaufreibender psychologischer Thriller. Die Ermittlungen kommen nur am Rande bzw. am Schluss zum Tragen; hauptsächlich geht es um die komplizierten, verstörenden Umstände, die zu dem Ableben der jungen Frau führen… Tess Gerritsen & Gary Braver – Die Studentin weiterlesen

Erika Swyler – Der Tag, an dem mein Vater die Zeit anhielt

Die elfjährige Nedda Pappas wohnt in Florida in der Nähe einer Raketenbasis. Ihr innigster Wunsch ist es, später selbst einmal Astronautin zu werden, um den Weltraum zu erobern. Ihr Vater – der Physiker Theo Pappas – bestärkt sie in diesem Wunsch. Er selbst hat früher bei der NASA gearbeitet, wurde dann aber entlassen und forscht stattdessen an einem eigenen Projekt. Und mit dem möchte er die Zeit anhalten. Denn er hat bereits ein Kind verloren und möchte Neddas Kindheit daher konservieren.

Fassungslos verfolgt Nedda an einem frostkalten Januarmorgen im Jahr 1986 den Start der Challenger und muss mit ansehen, wie die Astronauten kurz nach dem Start verglühen, als die Raumfähre explodiert. In ihrer Vorstellung aber leben die Astronauten bzw. das, was aus ihnen geworden ist, im Einklang mit der Natur weiter.

Kurz nach dem Unglück geschehen merkwürdige Dinge in Neddas Heimatort: Ihr bester Freund Denny ist in einer Blase eingehüllt, in der sie ihn nicht erreicht und in der er in Windeseile zu altern scheint. Auch Neddas Vaters ist eingeschlossen – in seinem mysteriösen Experiment. So scheint Neddas Mutter die einzige zu sein, die nun noch helfen kann…
Erika Swyler – Der Tag, an dem mein Vater die Zeit anhielt weiterlesen

Matthias Edvardsson – Der unschuldige Mörder

Als Zackarias Levin aufgrund des allgemeinen Zeitungssterbens seinen Job als Journalist verliert und seine Freundin ihm in der gleichen Woche den Laufpass gibt, zieht er kurzerhand wieder bei seiner Mutter ein. Um an Geld zu kommen, beschließt er, einen Roman zu schreiben. Und zwar über einen unschuldigen Mörder. Denn 12 Jahre zuvor war er als Student in einem Seminar zum Literarischen Schreiben bei der faszinierenden Li Karpe eingeschrieben. Dort hat er auch seine Freunde Adrian, Betty und Fredrik kennengelernt.

Zwischen den vier Studierenden entspinnt sich eine Freundschaft, die Freundschaft und Liebe zwischen den einzelnen Personen zerfließen lässt. Alle vier eint die Faszination für ihre Dozentin Li Karpe, welche die vier bekannt macht mit dem bekannten Schriftsteller Leo Stark. Die vier sind geschmeichelt, dass der große Schriftsteller sich für die interessiert, doch müssen sie bald erkennen, dass Leo Stark auch eine zweite Seite hat. Eine zerrissene, verzweifelte und aggressive. Innerhalb weniger Monate geraten die Freunde in einen Sog, dem sie nicht entkommen können – bis Leo Stark eines Tages spurlos verschwindet und Adrian Mollberg acht Jahre für den Mord an Leo Stark muss, obwohl niemals die Leiche gefunden wird.

Zack aber hält seinen Freund für unschuldig und möchte deswegen den Roman „Der unschuldige Mörder“ verfassen. Dazu trifft er seine alten Freunde wieder und wühlt in lang vergessenen Erinnerungen. Doch bald holt die Vergangenheit die vier Freunde ein…
Matthias Edvardsson – Der unschuldige Mörder weiterlesen

Lisa Jewell – Weil niemand sie sah

Inhalt

Ellie Mack war fünfzehn. Klug, gewitzt, der Liebling ihrer Mutter. Sie hatte ihr ganzes Leben noch vor sich. Bis sie von einem Tag auf den anderen spurlos verschwand. Zehn Jahre sind seitdem vergangen, doch insgeheim hat Laurel nie die Hoffnung aufgegeben, ihre Tochter irgendwann wiederzufinden. Ihr eigenes Glück ist nebensächlich geworden. Dann lernt sie einen Mann kennen, in den sie sich Hals über Kopf verliebt. Was ihr jedoch wirklich den Atem raubt, ist die Begegnung mit seiner neunjährigen Tochter – denn diese ist Ellie wie aus dem Gesicht geschnitten. All die unbeantworteten Fragen sind mit einem Mal wieder da: Was geschah damals mit Ellie? Und gibt es jemanden, der endlich Licht ins Dunkel bringen kann? (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

„Weil niemand sie sah“ ist von der ersten Seite an packend, denn Lisa Jewell schreibt in einem beeindruckend leichtgängigen Stil, zudem geistreich und ausdrucksstark. Die Autorin schafft eine emotional mitreißende Atmosphäre: authentisch, beklemmend sowie abgründig.

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[NEWS] Lisa Jewell – Weil niemand sie sah

Ellie Mack war fünfzehn. Klug, gewitzt, der Liebling ihrer Mutter. Sie hatte ihr ganzes Leben noch vor sich. Bis sie von einem Tag auf den anderen spurlos verschwand. Zehn Jahre sind seitdem vergangen, doch insgeheim hat Laurel nie die Hoffnung aufgegeben, ihre Tochter irgendwann wiederzufinden. Ihr eigenes Glück ist nebensächlich geworden. Dann lernt sie einen Mann kennen, in den sie sich Hals über Kopf verliebt. Was ihr jedoch wirklich den Atem raubt, ist die Begegnung mit seiner neunjährigen Tochter – denn diese ist Ellie wie aus dem Gesicht geschnitten. All die unbeantworteten Fragen sind mit einem Mal wieder da: Was geschah damals mit Ellie? Und gibt es jemanden, der endlich Licht ins Dunkel bringen kann? (Verlagsinfo)


Broschiert: 384 Seiten
Limes

Tess Gerritsen – Blutmale

Blutiger Okkultthriller: Angriff des Nephilim

An Heiligabend wird in einem Bostoner Stadtteil die zerstückelte Leiche einer jungen Frau gefunden. Der Täter hat die Polizei selbst gerufen. Alles weist auf ein satanistisches Ritual hin, so etwa das lateinische Wort für „Ich habe gesündigt“ und drei umgedrehte Kreuze. Eve Kassovitz muss sich bei diesem Anblick übergeben, was ihr einige Sticheleien der männlichen Kollegen einbringt. Pathologin Maura Isles stellt zu ihrem Erstaunen fest, dass die gefundene linke Hand nicht zu dieser Leiche gehört, sondern zu einer, die sie noch finden müssen.

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Gerritsen, Tess – Todsünde

In einer Klosterkapelle wird eine Nonne erschlagen, eine zweite kommt knapp mit dem Leben davon. Wenige Tage später muss die Pathologin Dr. Isles eine zweite Frauenleiche untersuchen: Die „Rattenfrau“ hatte Lepra. Erstaunlicherweise haben die beiden Verbrechen miteinander zu tun.

_Die Autorin_

Tess Gerritsen war eine erfolgreiche Internistin, bevor sie mit dem Medizinthriller „Kalte Herzen“ einen großen Erfolg errang. Es folgten mehrere mittelmäßige Thriller wie „Roter Engel“, die durchaus spannend zu unterhalten wissen.

Mit dem Bestseller „Die Chirurgin“ ist ihr auch der Durchbruch in Deutschland gelungen, denn dieser Thriller ist noch eine ganze Klasse härter: Der Mörder entfernt seinen weiblichen Opfern die Gebärmutter. Die Fortsetzung trägt den Titel „Der Meister“, und „Todsünde“ ist der dritte Roman mit Detective Jane Rizzoli vom Boston Police Department.

Gerritsen lebt mit ihrem Mann, dem Arzt Jacob Gerritsen, und ihren beiden Söhnen in Camden, im US-Bundesstaat Maine.

_Handlung_

Die ersten Schneefälle lösen in Boston, Massachusetts, ein mittleres Verkehrschaos aus, und die Weihnachtsvorbereitungen tragen sicher nichts dazu bei, das Chaos zu verringern. Deshalb ist die Gerichtspathologin Dr. Maura Isles, von ihren Kollegen liebevoll „Königin der Toten“ genannt, auch heilfroh, lebendig an einem neuen Tatort anzukommen statt im Graben zu landen.

In der alten Graysones Abbey, einem Nonnenkloster am Stadtrand, soll Maura die Leiche einer Novizin namens Camille Maginnes untersuchen; der jungen Frau wurde in der Kapelle des katholischen Klosters brutal der Schädel eingeschlagen. Eine weitere Nonne, Schwester Ursula, überlebte den Überfall schwer verletzt und liegt auf der Intensivstation. Pater Brophy von der katholischen Gemeinde hat ebenfalls keine Erklärung. Maura fühlt sich unerklärlich zu ihm hingezogen. Sie ist einsam.

Die Befragung der wenigen verbliebenen Nonnen erbringt nichts, erst als Maura und Detective Jane Rizzoli vom Boston PD die freche Tochter der Haushälterin befragen, ergeben sich ein paar Anhaltspunkte. Auf dem Dachboden der Quartiere befinden sich nicht nur Dutzende von Spielzeugpuppen, sondern auch Löcher, durch die man in die Stuben der Nonnen spähen kann. Und die kleine Noni erzählt, die junge Camille habe sich stets gegeißelt und ihre Stube wie besessen geschrubbt und in einem Buch zu Sankt Brigitta von Irland gebetet.

Ein scheinbar unwichtiger Hinweis, doch Brigitta ist die Schutzheilige der Neugeborenen… Als Maura die Autopsie an Camille vornimmt, stellt sie erstaunt fest, dass die junge Frau, die ihre Brüste so fest abband, dass es geschmerzt haben musste, kurz zuvor ein Kind zur Welt gebracht hatte. Da auch Nonnen ebenso wie Priester an das Keuchscheitsgelübde gebunden sind, ist dies ein sehr verwunderliches Ergebnis. Und wer war dann der Vater? Pater Brophy vielleicht?

Rizzoli ordnet die Durchsuchung des Klostergeländes an. Wieder liefert Noni den wichtigsten Hinweis: Im Ententeich versenkte die unglückliche Camille ihren Säugling. Als Maura das Baby aus seiner Decke wickelt, um die Autopsie vorzunehmen, bricht Rizzoli vor Entsetzen zusammen. Sie hat selbst vor wenigen Stunden festgestellt, dass sie schwanger ist – von ihrem Ex-Freund Gabriel Dean, FBI (vgl. „Der Meister“) – und weiß nicht, ob sie das Kind behalten soll.

Nachdem Mauras Ex-Mann Victor Banks, ein vielbeschäftiger Koordinator für Entwicklungshilfeprojekte von „One Earth“, wieder aufgetaucht und sie seinem Charme erneut verfallen ist, wird sie schon zum nächsten Tatort gerufen. In einer ziemlich grausigen, rattenverseuchten Umgebung unweit von Graystones Abbey hatte ein Drogenfahnder zufällig eine Frauenleiche entdeckt. Dem Körper fehlen jedoch das Gesicht, die Hände und die Füße. Um die Identität zu verschleiern, muss man aber keine Füße amputieren, oder? Maura rätselt auch über zahlreiche Hautpusteln. Nach Hinzuziehung einer Expertin steht der schlimme Befund fest: Diese Frau hatte Lepra.

Und da Schwester Ursula mal fünf Jahre in Indien an einer Lepraklinik gearbeitet hatte, besteht möglicherweise ein Zusammenhang. Als Jane Rizzoli und Maura von Gabriel Dean Fotos erhalten, die diese Leprakolonie nach einem verheerenden Massaker – alle Leprakranken sowie die behandelnden Schwestern wurden verbrannt – zeigen, stellt Maura beklommen fest, dass es sich um eine Klinik von |One Earth| handelt. Ist ihr Lover Victor Banks etwa in die Vorgänge verwickelt?

_Mein Eindruck_

Ich habe diese 400 Seiten innerhalb nur eines Tages gelesen, so flott sind sie zu lesen – es lag nicht nur an der großen Schrift. Aber das wundert mich nicht, denn auch schon die beiden anderen Rizzoli-Romane „Die Chirurgin“ und die direkte Fortsetzung „Der Meister“ waren ebenfalls superspannend und leicht zu lesen.

„Todsünde“ unterscheidet sich in mehrfacher Hinsicht von seinen Vorgängern. Zum einen steht diesmal nicht Jane Rizzoli im Mittelpunkt des Geschehens, sondern Dr. Maura Isles, die „Königin der Toten“. Sie muss sich mit ihren eigenen Lebenszielen auseinandersetzen, als ihr Ex Victor entgegenhält, er selbst kümmere sich lieber um die bedürftigen Lebenden – und deshalb sei wohl ihre Ehe gescheitert. Sie hingegen weiß, dass er nie für sie da war, denn er musste sich ja um seine superwichtigen Entwicklungsprojekte kümmern. Deshalb weiß sie nicht, was sie von seinem Versuch halten soll, sie zurückzugewinnen. Sex ist zwar gut für das Wohlbefinden, aber was verbindet sie sonst noch?

Auch die drei neuen Fälle halten sie in Atem. Diesmal geht es nicht um Sex- und Todesspiele mit Reichen wie in „Der Meister“ oder um verstümmelte Frauen wie in „Die Chirurgin“, sondern um zwei eher entlegene Gebiete, nämlich Nonnen und Lepra. Allerdings wird sich noch ein weiterer Abgrund auftun, der viel näher an der aktuellen Realität liegt.

Stichwort Nonnen: Die Novizin Camille hat in den Augen der anderen Nonnen eine Todsünde begangen, als sie mit einem Mann zusammen war und ein Kind bekam. Aber ist sie wirklich der Sünde schuldig? Ist es möglicherweise Pater Brophy, der von sich selbst zugibt, hin und wieder Momente der Schwäche zu erleben? Wie jeder in Boston weiß, haben sich Priester an kleinen Jungen und Mädchen sexuell vergangen. Ist er einer von ihnen? Als Rizzoli den extrem reichen Vater von Camille, Randall Maginnes, besucht, wird ein weiterer Verdacht geweckt. In dieser Familie gingen rätselhafte Dinge vor.

Aber war nicht auch der Überfall auf die Leprastation in Indien eine Todsünde? Nicht nur die Menschen, sondern auch die Tiere wurden getötet und auf Scheiterhaufen verbrannt. Das soll ein politisch oder religiös motivierter Terroranschlag gewesen sein? Bullshit, denkt Maura Isles, als sie den Schriftzug „One Earth“ auf dem Foto der Lepra-Klinik entdeckt…

Während sich die Spannungen in den Privatleben der beiden Hauptfiguren zu einer Krise steigern, kommt es auch in den Untersuchungen zum Finale – und dabei gerät Maura in Lebensgefahr. Auffällig sind dabei die Parallelen zu Novizin Camilles traurigem Schicksal. Und auch Schwester Ursulas Leben steht offenbar auf dem Spiel: Sie war die einzige Zeugin am Tatort in der Kapelle. Doch warum hat sie überlebt und Camille nicht?

_Unterm Strich_

Trotz des etwas abgedroschenen Titels hat dieses Buch rein gar nichts mit einem Thriller à la „Sieben“ zu tun, in dem ja auch die sieben Todsünden den Anlass für die Handlung abgeben. Der Begriff „Todsünde“ wird bei Gerritsen viel weiter gefasst und uminterpretiert. Es gibt Sünden der Neuzeit, die sich nicht ohne weiteres aufdecken, bestrafen und „abwaschen“ lassen. Camilles angebliche Sünde fällt dagegen richtig altmodisch aus – und ist leider allzu verbreitet. Der Originaltitel „The Sinner“ kann sowohl eine Frau als auch einen Mann meinen. Das hat die Autorin sicherlich listigerweise beabsichtigt.

|Verschmelzung der Themen|

Ich fand die Lektüre diesmal befriedigender als „Der Meister“, wenn auch nicht so schockierend wie „Die Chirurgin“. Die Zufriedenheit beruht vor allem auf der nahezu vollkommenen Verschmelzung des Themas der Verbrechensaufklärung durch Rizzoli und Maura mit dem Thema der privaten Selbstverwirklichung durch Bewältigung akuter Probleme (Mauras Ex-Mann, Rizzolis Schwangerschaft). Die zwei Welten sind so perfekt miteinander verwoben, dass kaum noch die Trennung wahrnehmbar ist.

|Die Klippen der Klischees|

Der besonders kritische Leser wird aber merken, dass das Thema „katholische Kirche“ von der Autorin mit Samthandschuhen angefasst wird, weil hier nämlich sämtliche Klischees lauern, die die Medien durchgehechelt haben (Missbrauch etwa) – und diese Klippen gilt es zu umschiffen, um nicht abgedroschen zu wirken. Zum Glück haben Maura (aufgezogen in der Klosterschule) und Rizzoli (eine Italienerin) genügend eigene Erfahrung mit der katholischen Kirche, dass der Eindruck vermieden wird, hier würden nur Klischees neu aufgewärmt, im Gegenteil. Es sind genau diese Erfahrungen, die Pater Brophy und die Nonnen für uns so interessant machen – ein wichtiger Pluspunkt für das Buch.

|Ein Weihnachtsmärchen|

Ganz, ganz clevere Leser werden nicht übersehen, dass es sich bei „Todsünde“ um eine moderne Variante von Charles Dickens‘ „Christmas Carol“ handelt. Doch nicht drei „Geister der Weihnacht“ treten auf, um einen Sünder zu bekehren, sondern mehrere Sünder und Heilige tauchen auf – ausgerechnet zu jener Zeit des Jahres, da die Geburt des Jesuskindes gefeiert werden soll. Leider entpuppen sich mitunter die Sünder als die Opfer und die Heiligen als Schuldige.

In diesem Erkenntnis- und Erfahrungsumfeld müsssen sich unsere beiden Heldinnen entscheiden. Will Jane Rizzoli ihr ganz privates Jesuskind behalten oder es wie Camille umbringen? Und Maura muss über ihren Ex-Mann urteilen, ob er er ein Heiliger (Entwicklungshelfer etc.) und Dreamlover oder doch ein Sünder ist. Spannend ist dies allemal.

Patterson, James / Gross, Andrew – 3. Grad, Der

Eine Reihe von Mordanschlägen gegen betrügerische Industrielle erschüttert San Francisco. Doch dann stellen die Urheber ein ungewöhnliches Ultimatum: „Entweder ihr sagt den G-8-Gipfel ab oder es wird alle drei Tage weitere Tote geben!“ Lt. Lindsay Boxer von San Francisco Police Department hat nun alle Hände voll zu tun – buchstäblich.

_Die Autoren_

James Patterson, ehemaliger Besitzer einer Werbeagentur, ist der Autor von zahlreichen Nummer-1-Bestsellern. Allerdings sind es vor allem seine Alex-Cross-Thriller, die den Leser berühren. Folglich war Alex Cross bereits zweimal im Film zu sehen: „Im Netz der Spinne“ und „… denn zum Küssen sind sie da“ wurden beide erfolgreich mit Morgan Freeman in der Hauptrolle verfilmt. Für Einsteiger sei gesagt, dass Alex Cross ein sympathischer schwarzer Polizeipsychologe ist, der mit seiner Familie in Washington, D.C., lebt.

Patterson ist extrem fleißig. Seine letzten Romane nach „3rd Degree“ waren „Sam’s Letters to Jennifer“, „London Bridges“, „Honeymoon“, „Maximum Ride“ und „4th of July“ (die Fortsetzung dieser Reihe). Im Juli erscheint „Lifeguard“. Nähere Infos finden sich unter http://www.twbookmark.com und http://www.jamespatterson.com. Patterson lebt mit seiner Familie in Florida.

Andrew Gross war bereits Pattersons Ko-Autor bei „2nd Chance“ sowie „The Jester“ und lebt in New York City.

_Handlung_

Police Lieutenant Lindsay Boxer ist die Ich-Erzählerin des dritten Falles des |Women’s Murder Club| von San Francisco. Dem inoffiziellen Klub gehören die Reporterin Cindy, die Gerichtsmedizinerin Claire und die stellvertretende Staatsanwältin Jill an.

Beim harmlosen Joggen am Wochenende erlebt Lindsay gleich zwei Schocks hintereinander. Ihre Freundin Jill weist am Arm blaue Flecken auf, als ob ihr Mann Steve sie zu hart angefasst habe (was auch stimmt). Der weitaus größere Schock erfolgt wenig später: Eine hübsche zweistöckige Villa, die sie gerade mit ihrem Hund passieren will, fliegt mit einem Donnerschlag in die Luft!

Sobald sie sich wieder aufgerappelt hat, stürzt sich Lindsay todesmutig in das brennende Gebäude. Sie kann einen elfjährigen Jungen retten und taumelt den Feuerwehrmännern mehr tot als lebendig in die Arme. Die anderen fünf Bewohner des Hauses sind entweder tot oder verschwunden. Vor allem fehlen, wie sich zeigt, das Au-pair-Mädchen Wendy und dessen Schützling, das Baby Caitlin.

Noch etwas wird gefunden: ein Bekennerschreiben von einem gewissen „August Spies“. Die Explosion war eine Hinrichtung. Der Ermordete hatte mit seinen windigen Internetfirmenaktien Tausende von Anteilseignern betrogen und sich selbst bereichert. Deswegen hatte ihm „August Spies“ schon Erpresser-Mails geschickt, doch er hatte nicht reagiert.

Als wenig später der betrügerische Krankenversicherungsunternehmer Bengosian mit dem Gift Rizin ermordet und das Bekennerschreiben von „August Spies“ gefunden wird, weiß Lindsay: Dies ist der Beginn eines terroristischen Krieges. In ihrer Stadt! Und in dieser Stadt soll in zehn Tagen der G-8-Gipfel der Finanzminister stattfinden. Auch der Vizepräsident hat sich angesagt.

Stecken also radikalisierte Globalisierungsgegner hinter dem Pseudonym „August Spies“? Oder die alte, totgeglaubte „Volksrepublik von Berkeley“, die in den Sechzigern die Uni Berkeley notorisch machte? Ende der sechziger Jahre gab es jede Menge Radikale in San Francisco, die ihren Unterschlupf in Berkeley und Umgebung hatten. Sie protestierten und bombten gegen den Vietnamkrieg und alles mögliche andere.

Die heraufziehende Gefahr ist so offenkundig real, dass sogar der Stellvertretende Leiter des neuen Heimatschutzministeriums, Joe Molinari, hier arbeiten will, um zusammen mit Lindsay Boxer das Schlimmste zu verhindern. Und Joe sieht wirklich gut aus.

Zur gleichen Zeit spitzt sich Jills Ehekrise mit Steve zu. Sie hat sich mit ihren Freundinnen ausgesprochen und wirft Steve hinaus, lässt die Türschlösser austauschen. Ob er sich das bieten lassen wird?

„August Spies“ bereitet unterdessen seinen schwersten Anschlag vor: vermutlich mit einem Aktenkoffer voll Plastiksprengstoff, den er auf der Etage der Staatsanwaltschaft und der Mordkommission deponieren wird. Oder ist das nur eine Finte? Da taucht „Wendy“, das Au-pair-Mädchen wieder auf. Sie übergibt Cindy, der Reporterin, eine Adresse in Berkeley …

Eine der vier Freundinnen wird sterben. (So viel ist sicher, wenn der Klappentext Recht hat.) Wir bangen mit ihnen.

_Mein Eindruck_

Ich habe diesen packenden Terroristenthriller an einem Abend und einem Vormittag ausgelesen. Wieder einmal machte sich Pattersons patentierte Cliffhanger-Methode mit den kurzen Kapiteln bemerkbar, so dass ich praktisch gezwungen war, zum nächsten Minikapitel zu blättern, um das neueste Rätsel zu lösen, die allerneueste überraschende Wendung mitzubekommen. Ich kenne keinen anderen Krimiautor, der diese Technik so virtuos handhabt wie Patterson.

Diesmal führt die Spur des Oberschurken, der sich hinter dem Codenamen „August Spies“ verbirgt, über dreißig Jahre zurück zu den FBI-Einsätzen gegen die Radikalen in Berkeley. Was besonders fies ist: „August Spies“ verknüpft seinen platten Rachefeldzug mit dem Anspruch der Globalisierungsgegner und anderer radikalisierter Dissidenten. Dabei weiß er nicht nur kleine Studenten auf seiner Seite, die nur darauf brennen, sich wie „Wendy“ als Soldaten der guten Sache zu bewähren, sondern auch intellektuelle Vordenker der Kapitalismuskritik, vor allem natürlich von links. Die Parallelen zu Al-Kaida sind offensichtlich.

Ebenso wie radikalisierte fundamentalistische Islamisten bilden sie die Front in einer neuen Art von Weltkrieg, der nicht nur an den Grenzen der USA ausgefochten wird, sondern auch in jeder Stadt. Besonders erbittern muss dabei die Feststellung, dass „August Spies“ diese Bewegung für seine eigenen niederen Racheglüste missbraucht. Dies wiederum führt zum Mord an einer der vier Freundinnen des Women’s Murder Club. Und dieser Fehler bringt die Ermittler endlich auf die richtige Spur.

Lt. Lindsay Boxer kämpft sozusagen an drei Fronten: Sie will die Bürger der Stadt schützen, doch dazu muss sie alles geben, um in den wenigen Tagen bis zum G-8-Gipfel den Drahtzieher der Anschläge dingfest zu machen. Dass eine ihrer Freundinnen den Tod findet, scheint die tapfere Lindsay zunächst zu brechen, doch das Verbrechen erweist sich als Lichtblick für ihre Ermittlungen.

Es ist gerade diese menschliche Seite an der Ermittlerin und ihren Kollegen auf allen Seiten, die dem Leser das Geschehen, so unwahrscheinlich es auch erscheinen mag, so anrührend und realistisch nahe bringen. Lindsay macht sich Vorwürfe, dass sie nicht da war, um ihre Freundin zu schützen. Doch die Schuldgefühle drohen sie zu lähmen, und ihre verbliebenen Freundinnen müssen sie ihr ausreden, damit Lindsay wieder ihre Arbeit tun kann.

Das erscheint vielleicht aus größerer Distanz betrachtet als Banalität, ist aber, im Verlauf der spannenden Handlung erlebt, doch recht bewegend. Zusammen mit Joe Molinari, der mindestens ebenso hart arbeitet wie Lindsay, mag es gelingen, das Schlimmste zu verhindern.

_Unterm Strich_

Die bekanntesten Helden des Autors Patterson verändern sich rasch: Dr. Alex Cross wechselt von der Washingtoner Polizei zum FBI, wo es ihm aber auch nicht gefällt, so dass er das nächste Milieu sucht, in dem sich verwirklichen kann. Auch Lindsay Boxer verändert sich nach ihrem Verlust und angesichts der Chancen, die Molinari ihr bietet, zum Positiven: Sie könnte im Department for Homeland Security landen. Und vielleicht ist dies auch Alex Cross‘ künftige Wirkungsstätte. Wer weiß? Jedenfalls bleibt es spannend.

Mindestens so spannend wie „Der 3. Grad“, ein Thriller, in dem die zwei Autoren das Thema Terrorismus nach dem 11. September 2001 aufgreifen und Parallelen zu jener radikalen Zeit Ende der sechziger Jahre ziehen, auf die man nicht ohne Weiteres kommen würde.

Vielleicht hat der eine oder andere schon einmal von den terroristischen „Weathermen“ in Kalifornien gehört? Es gibt zumindest einen Song von Bob Dylan, in dem der Sänger darauf Bezug nimmt, nämlich „Subterranean Homesick Blues“: „You don’t need a weatherman to know which way the wind blows“. Und das war schon anno 1965. Die Frage ist also: Lassen sich sinnvoll Parallelen zu Al-Kaida ziehen? Falls ja, würde das andeuten, dass auch die Sache Osama bin Laden möglicherweise ein persönlicher Rachefeldzug ist. Und wer sich mit bin Laden beschäftigt hat, weiß, dass dem so sein könnte: Die Saudis hatten ca. 1990 bin Laden, ebenfalls ein reicher Saudi, aus dem Land gejagt, um die Amis hereinzulassen, die dann gegen Saddam den 2. Golfkrieg führten. (Der 1. Golfkrieg fand zwischen Irak und Iran statt.)

Und so erweist sich dieser unterhaltsame Thriller letzten Endes als eine aktuelle Analyse der terroristischen Bedrohung und ihrer vielfältigen Konsequenzen innerhalb der USA. Ist es Zufall oder Absicht, dass der Vordenker von „August Spies“, sozusagen der Lenker der Terrorzelle, ein Franzose ist? Ich tippe eher auf Absicht. Da wird den Europäern wieder mal eins ausgewischt. Ist es Absicht oder Zufall, dass der US-Vizepräsident ein Schwarzer ist? Wohl kaum ein Zufall.

„Der 3. Grad“ ist ein Roman, der in der Lage ist, zu provozieren, zu polarisieren und Diskussionen zu entfachen. Man muss nur genau hinsehen.

|Originaltitel: 3rd Degree (Women´s Murder Club, 03), 2004
Aus dem Amerikanischen von Andreas Jäger|

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