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Tess Gerritsen – Blutmale

Blutiger Okkultthriller: Angriff des Nephilim

An Heiligabend wird in einem Bostoner Stadtteil die zerstückelte Leiche einer jungen Frau gefunden. Der Täter hat die Polizei selbst gerufen. Alles weist auf ein satanistisches Ritual hin, so etwa das lateinische Wort für „Ich habe gesündigt“ und drei umgedrehte Kreuze. Eve Kassovitz muss sich bei diesem Anblick übergeben, was ihr einige Sticheleien der männlichen Kollegen einbringt. Pathologin Maura Isles stellt zu ihrem Erstaunen fest, dass die gefundene linke Hand nicht zu dieser Leiche gehört, sondern zu einer, die sie noch finden müssen.

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Gerritsen, Tess – Blutmale

_Blutiger Okkultthriller: Angriff des Nephilim_

An Heiligabend wird in einem Bostoner Stadtteil die zerstückelte Leiche einer jungen Frau gefunden. Der Täter hat die Polizei selbst gerufen. Alles weist auf ein satanistisches Ritual hin, so etwa das lateinische Wort für „Ich habe gesündigt“ und drei umgedrehte Kreuze. Eve Kassovitz muss sich bei diesem Anblick übergeben, was ihr einige Sticheleien der männlichen Kollegen einbringt. Pathologin Maura Isles stellt zu ihrem Erstaunen fest, dass die gefundene linke Hand nicht zu dieser Leiche gehört, sondern zu einer, die sie noch finden müssen.

Wenige Tage später ist auch Eve Kassovitz tot, und in ihrer Nähe sind drei umgedrehte Kreuze an eine Tür geschmiert. Die Tür gehört zur Luxusvilla von Anthony Sansone, der eine „Mephisto-Stiftung“ leitet, die sich nach eigenen Angaben der internationalen Verbrechensbekämpfung widmet. Doch Jane Rizzoli traut ihm ebenso wenig wie Maura Isles, die von Sansones bohrendem Blick eingeschüchtert wird. Und Janes Mann kann partout nichts über Sansone herausfinden. Er hat offenbar mächtige Beschützer …

_Die Autorin_

Tess Gerritsen war eine erfolgreiche Internistin, bevor sie mit dem Medizinthriller „Kalte Herzen“ einen großen Erfolg errang. Es folgten mehrere mittelmäßige Thriller wie „Roter Engel“, die durchaus spannend zu unterhalten wissen.

Mit dem Bestseller „Die Chirurgin“ ist ihr auch der Durchbruch in Deutschland gelungen, denn dieser Thriller ist noch eine ganze Klasse härter: Der Mörder entfernt seinen weiblichen Opfern die Gebärmutter. Die Fortsetzung trägt den Titel „Der Meister“, und „Todsünde“ ist der dritte Roman mit Detective Jane Rizzoli vom Boston Police Department. „Body Double“ trägt in der Übersetzung den treffenden Titel „Schwesternmord“. „Blutmale“ ist der sechste Roman in ihrer Serie um Detective Jane Rizzoli und die Rechtsmedizinerin Dr. Maura Isles.

Gerritsen lebt mit ihrem Mann, dem Arzt Jacob Gerritsen, und ihren beiden Söhnen in Camden, im US-Bundesstaat Maine.

|Tess Gerritsen bei Buchwurm.info:|

[„Scheintot“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3913
[„Schwesternmord“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1859
[„Todsünde“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=451
[„Der Meister“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1345
[„Die Chirurgin“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1189
[„Akte Weiß: Das Geheimlabor“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2436
[„Roter Engel“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1783

_Die Sprecherin_

Mechthild Großmann, geboren in Münster, spielte u. a. in Bremen, Stuttgart und Bochum Theater. Seit 1979 ist sie in Produktionen des weltberühmten Wuppertaler Tanztheaters von Pina Bausch in verschiedenen Schauspielrollen zu sehen. Sie drehte mit Fassbinder und spielte in zahlreichen Kino-und TV-Produktionen. Seit 2002 ist sie als Staatsanwältin Wilhelmine Klemm im Münsteraner „Tatort“ zu sehen. Ihre tiefe unverkennbare Stimme prägte bereits mehrere Audioproduktionen bei Random House Audio.

Die Aufnahme der Hörbuchfassung von Edgar Weiß leitete Ergin Music, Hamburg, unter der Regie von Sabine Buß.

_Handlung_

|PROLOG|

Als der Archäologe Montague Saul zu Grabe getragen wird, nehmen dessen Bruder Peter und seine Frau Amy den Halbwaisen bei sich auf, denn dessen Mutter, Montagues Frau, scheint sich nicht um ihn zu kümmern, wie der fünfzehnjährige Junge erhofft. Mit gefühllosem Interesse beobachtet der Junge, der nun in eine neue Familie kommt, seinen elfjährigen Cousin Teddy, einen Bücherwurm, und seine sechzehnjährige Cousine Lilly, die ihn ganz besonders genau mustert.

Als Lily sich mit ihren Freundinnen auf dem Rasen hinter dem Haus sonnt, bemerkt sie befremdet, wie ihr neuer „Bruder“ die halbnackten Mädchen ungeniert betrachtet. Als sie ihn zur Rede stellt, zeigt er weder Scham noch Reue. Stattdessen entdeckt sie bei ihm das „Ägyptische Totenbuch“, in dem es um Tote und Gräber geht. Ein seltsamer Typ, ihr Cousin. Als er behauptet, darin stünden Zaubersprüche, mit denen man Tote zum Leben erwecken könne, schaut sie ihn nur mitleidig an und geht wieder, während ihre Freundinnen spöttisch kichern.

Als sie weg sind, durchsucht er Lillys Zimmer und besorgt sich ihre Haare aus der Bürste. Als alle zum Eisessen fort sind, bleibt er als Einziger daheim und entdeckt in Peters Arbeitszimmer eine Pistole, offenbar ein Erbstück. Er legt sie zurück. Niemand darf etwas merken. In der Nacht träumt er von seiner Mutter, die ihn „den Auserwählten“ nennt. Sie habe ihn die richtigen Rituale ihrer Jahrtausende alten Sippe gelehrt und er solle sie üben.

In der Vollmondnacht des 1. Augusts schlachtet er nackt eine Ziege im Wald und wäscht sich im nahen See. Als er zurückkehrt, erwartet ihn Lilly auf dem Rasen und will wissen, was er getrieben hat. Als er behauptet, nackt im See geschwommen zu haben, und er sie an der Taille berührt, haut sie ihm eine runter. Diese Demütigung soll sie ihm büßen. Sie und ihre ganze dämliche Familie …

|Haupthandlung|

Die Pathologin Dr. Maura Isles war gerade in einem katholischen Weihnachtsgottesdient, den der von ihr heimlich geliebte Polizeipfarrer Daniel Brophy zelebrierte, als sie einen Anruf von der Mordkommission des Bostoner Police Department (BPD) erhält. Als sie am Tatort eintrifft, wird sie bereits von Detective Barry Frost vorgewarnt. Es sei ziemlich schlimm. Sie sieht, wie sich Detective Eve Kassovitz vor der Haustür in den Schnee übergibt. Drinnen ist es in der Tat schlimm. Die Schlafzimmerwände sind völlig blutbespritzt. Detective Jane Rizzoli bemerkt überflüssigerweise: helles arterielles Blut. Will heißen: Das Opfer war nur bewusstlos und lebte noch, als ihm der Täter die Kehle durchschnitt.

Der Täter war gründlich: Er trennte den Kopf ebenso ab wie einen Arm und eine Hand. Die Hand hat Isles zu ihrem Schreck bereits auf dem Esszimmertisch unter einer Serviette entdeckt. Der Tisch ist für vier Personen gedeckt – in einem Single-Haushalt … Der Kopf liegt auf dem Boden in einem roten Kreis, in dem fünf schwarze Kerzen stehen. Das Opfer heißt Laurie Ann Tucker und arbeitete im Naturwissenschaftlichen Museum. Ein Nobody. In ihrem Spiegel steht das in Spiegelschrift geschriebene Wort „PECCAVI“. Auf Latein bedeutet es „Ich habe gesündigt“.

Das Telefon klingelt. Wieso klingelt es mitten in der Nacht? Frost geht ran – aufgelegt. Eine Bostoner Nummer, die Rizzoli sofort anwählt: keine Antwort. Sie wählt die Nummer, die davor im Speicher des Telefons abgelegt wurde. Es ist der Anschluss von Dr. Joyce P. O’Donnell. Wie interessant! Ein Vampir …

Rizzoli und Frost fahren sofort hin. Die Neuropsychiaterin O’Donnell vertritt als Gutachterin Serienmörder, deshalb ist Rizzoli nicht gut auf sie zu sprechen. O’Donnell behauptet, von nichts zu wissen, da sie bei einem Freund war, sie will aber nicht sagen, wer dieser Freund ist. Verdächtig. Und den Anruf des Unbekannten habe sie leider schon gelöscht, da er keine Botschaft hinterließ. O’Donnell macht sich einen Spaß daraus, Rizzoli aufzuziehen und offenbart, was sie alles über Rizzolis Privatleben weiß. Als Rizzoli wütend geht, ist sie überzeugt, dass O’Donnell lügt. Was, wenn sie den Killer nach dem Anruf traf? Zuzutrauen sei es ihr. Wahrscheinlich wollte ihr der Killer ein Präsent machen, als Zeichen seiner Verehrung.

Maura Isles entdeckt, dass die linke Hand vom Esstisch nicht zur Leiche von Tucker passt. Ergo muss sie zu einer anderen Leiche gehören, die noch zu finden wäre. Die Fingerabdruckfahndung ergibt nichts. Aber wo ist Tuckers eigene Hand? Diese Frage wird beantwortet, als Isles tags darauf zu einer Luxusvilla in einer Nobelgegend gerufen wird. Man habe die Leiche von Detective Eve Kassovitz gefunden. Kassovitz erhielt einen Stich direkt ins Herz, der Täter schnitt ihr die Augenlider ab. Auf der Hintertür der Villa finden sich wieder drei umgedrehte Kreuze und ein Augensymbol, das zu Eves eigenen Augen passt. Wie sich herausstellt, ist es das „allsehende Auge des Horus“, des altägyptischen Sonnengottes. Und Tuckers vermisste Hand findet sich in einem Beutel darunter.

Doch was soll diese ganze Inszenierung? Und was hatte die Polizistin hier zu suchen? Rizzoli vermutet, dass sich Kassovitz profilieren wollte, um die Schmach des Kotzens an einem Tatort wieder auszugleichen. Deshalb sei sie O’Donnell ohne Kollegen zu diesem Haus gefolgt, was sich als verhängnisvoll erwies. „Dieses Haus“ – das ist die Villa von Anthony Sansone, wo die Psychologin an einer Dinnerparty teilnahm. Der Butler tritt aus der Tür und lädt Isles im Namen seines Herrn zu einem Kaffee ein.

Wie Isles feststellt, ist Anthony Sansone ein Mann von großem Charisma. Er blickt sie mit bohrendem Blick an, als er versucht, sie auszufragen. Er weiß sehr viel über die beiden Fälle. Offenbar hat er viele Quellen. Er erzählt nur sehr wenig von dem Klub, den er leite und der sich der internationalen Verbrechensbekämpfung widme. Das Böse trage viele Masken, doziert er, und die meisten seien freundlich. So wie die seines venezianischen Vorfahren aus dem Jahr 1561: Antonino sei zwar ein Priester gewesen, habe aber Schreckliches getan, das man durchaus als „böse“ bezeichnen könne. Rizzoli findet heraus, dass Sansone eine 1905 gegründete „Mephisto-Stiftung“ leitet, und Mephisto war bekanntlich ein Diener Satans. Na, toll.

Als Maura Isles die Leiche der unglücklichen Eve Kassovitz obduziert, stößt sie in ihrer Kehle auf etwas, das man dort hineingesteckt hat: eine Muschel. Pisania maculosa, so der Experte, komme vor allem bei den Azoren und im östlichen Mittelmeer vor. Rizzoli fällt auf, dass auch die rote Farbe, die bei Tucker für den Kreis verwendet wurde, ein seltener Ockerton war, den es nur in Südzypern gibt. Und das Auge des Horus führt ins nahe Ägypten. In Rizzolis Kopf beginnt sich ein Bild zu formen …

Aber wo kam Tuckers fremde Hand her? Die Antwort auf diese Frage erreicht Rizzoli aus dem Ort Purity, der im oberen Staat New York liegt. Rizzoli fährt mit Maura Isles hin. Isles hat nach einer Liebesnacht mit Daniel Brophy einige unheilvolle Symbole an ihrer Haustür gefunden und ist sehr nervös. In Purity stößt Anthony Sansone zu ihnen, und Rizzoli wundert sich abermals, wie es dieser Mann schafft, über alles an diesem Fall auf dem Laufenden zu sein. Ein Polizist öffnet ihnen das Haus, in dem die Leiche von Sara Palmley gefunden wurde. Das Schlafzimmer sieht, wieder mal, wie ein Schlachthaus aus. Sara musste lange leiden, bevor sie sterben durfte. Wozu hat der Mörder sie gefoltert? Was wollte er wissen?

|Florenz / Siena / Rom|

Seit acht Monaten ist Lily Saul auf der Flucht. Sie bleibt an keinem Ort, an dem sie als Fremdenführerin oder Antiquariatsverkäuferin arbeitet, länger als drei Monate. In Siena konnte sie gerade noch rechtzeitig vor einem Schatten fliehen, der sich in ihrem Zimmer aufhielt, das sie in einem viertklassigen Hotel der Innenstadt genommen hatte. Nun ist sie in Rom angekommen, verdient gutes Trinkgeld mit den Touristen, denen sie die Unterwelt Roms zeigt. Bis heute. Am Ausgang der Basilika stehen drei Männer, die sie professionell einkreisen. Verdammt, er hat sie gefunden! Aber es gibt kein Entkommen …

_Mein Eindruck_

In ihrem neuesten Thriller wendet sich die Autorin an ein neues Publikum. Es ist fast das gleiche Publikum, das sich für Dan Browns [„Sakrileg“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1897 begeistern konnte und nun nach weiteren mystischen Erfahrungen in der von der Bibel kolportierten Geschichtsschreibung sucht. Und dies bedeutet im Klartext: die Kreationisten.

|Kreationismus|

Unter Kreationismus versteht man in den USA – und zunehmend auch in Europa! – die an Schulen und Universitäten verbreitete Lehrmeinung, dass die Geschichte der Welt, wie sie die Bibel darstellt, die Wahrheit ist und das, was Darwin lehrt, nur ein Irrglaube. Um die Evolutionstheorie zu widerlegen, lassen sich dozierende Kreationisten einiges einfallen. Dieser Unsinn soll hier nicht weiter ausgebreitet werden. Es genügt zu sagen, dass man in den USA diese Glaubensrichtung der fundamentalistischen Christen ernst nehmen muss. Sie verbannen Bücher aus den Bibliotheken, errichten kreationistische Freizeitparks und verdrehen auch sonst jede Menge Köpfe.

|Nephilim|

Die Autorin kommt den Kreationisten scheinbar entgegen, indem sie die Idee von den Nephilim aufgreift, zu denen sich der Killer im Hause Saul und in Boston rechnet. Die Nephilim werden im Buch Genesis (Kap. 6, Vers 2-4), im apokryphen Buch Henoch, bei Jesaja und im Buch der Jubiläen erwähnt. Diese Quellen zitiert Lily im Verlauf der Handlung. Die Nephilim sind die Wächter, die über die sündhaften Menschen wachen. Sie sind zum Beispiel für die Opferung des im Buch Mose erwähnten Sünden-Bocks zuständig, der, beladen mit den Sünden der Israeliten, in die Wüste geschickt wird, um dort den wilden Tieren und den Wächtern zum Opfer zu fallen. Dies ist, wie Rizzoli und Isles herausfinden, der Grund, warum in Purity Ziegen verschwanden – der Nephilim hat sie geopfert. Wohin er auch kommt, hinterlässt er sein Zeichen: einen dreieckigen gehörnten Kopf mit den Schlitzaugen einer Ziege, manchmal mit einer Sense in der Hand.

|Die Wächter|

Doch woher nehmen die Nephilim das Recht, über die Menschen zu wachen und zu richten? Im Buch Genesis heißt es, sie seien die Kinder, die aus der Verbindung zwischen Engeln des Herrn mit Menschenfrauen hervorgegangen. Wohlgemerkt: Es handelt sich natürlich um gefallene Engel. Durch ihre engelhafte Abstammung beanspruchen sie eine höhere Stellung als die gewöhnlichen Menschen, die ständig Sünden begehen. Wenn ein Nephilim einen Menschen tötet, so ist dies in seinen Augen kein Verbrechen, sondern ein Dienst an Luzifer (dem „Lichtbringer“) und am Obernephilim Azazel: Das Sündige wird ausgemerzt. Daher auch der lateinische Spruch „PECCAVI: Ich habe gesündigt.“ Die drei umgedrehten Kreuze sind die von Golgatha, wo Jesus neben zwei anderen Sündern gekreuzigt wurde. Die Invertierung markiert die Kreuze als Satan geweiht.

|Die Darstellung|

Dieses ganze System präsentiert die Autorin als routinierte Erzählerin natürlich nicht geballt, denn das wäre viel zu langweilig und unglaubwürdig. Rizzoli fungiert als Stimme der Vernunft und zweifelt grundsätzlich alles an, was ihr Anthony Sansone und Lily Saul in dieser Hinsicht auftischen. Lily ist überzeugt, dass ihr Cousin, der Killer, kein Mensch sei, und da sie sich diesbezüglich mit Sansone einig ist, schließt sie sich den Dämonenjägern der Mephisto-Stiftung an. Sie ist die letzte ihrer Familie, die letzte, die sich an die Vorgänge vor zwölf Jahren erinnert.

Rizzoli bleibt trotzdem auf dem Teppich, denn das Gesetz kennt nur Menschen, keine Engel oder Dämonen. Dass Rizzoli auch nicht an Verschwörungstheorien glaubt, wird ihr allerdings um ein Haar zum Verhängnis. Angeblich um Lily vor dem Killer in Sicherheit zu bringen, schafft sie Lily in eine von Edwina Falway, Sansones Stiftungskollegin, empfohlene Berghütte. Dort findet unversehens der Showdown statt, denn die Berghütte stellt sich als raffiniert aufgestellte Falle heraus. Der Leser bzw. Hörer erlebt hier einige hübsche Überraschungen. Zum Beispiel, dass Lily gleich in zweifacher Hinsicht heldenhaft handeln kann.

|Biblische Ideologie|

Nephilim, Kreationisten, Golgatha – was soll der ganze Zinnober? An der Schnittstelle zwischen Kreationismus und mystisch verbrämter Bibelhistorie à la „Sakrileg“ greift die Autorin ein düsteres und obskures Kapitel in der Bibel heraus, um meiner Meinung nach zu zeigen, dass sich mit dem entsprechenden geistigen Rüstzeug jeder Psychopath erzeugen und lenken lässt.

Immer wieder schreibt der fünfzehnjährige Saul-Neffe (sein Name soll hier nicht verraten werden), wie sehr ihn seine Mutter ausgebildet und geprägt hat. Mit zehn Jahren musste er beispielsweise seine erste Ziege schlachten, dann kamen viele weitere Rituale hinzu. Dass er den ganzen Nephilim-Mumpitz – „Du bist der Auserwählte“ – nun verinnerlicht hat, verwundert nicht.

|Werdegang eines Nephilim|

Uns durch sein Tagebuch Einblick in seine Seele zu gewähren und so verstehen zu lassen, ist ein trickreicher Schachzug der Autorin. Ein Junge, der goldblond und blauäugig ist – würden wir ihm nicht ebenfalls vertrauen, ihm niemals die Morde zutrauen, die er begeht? Wie Sansone nicht müde wird zu erwähnen: Das Böse kann ein freundliches, schönes Gesicht haben. Blond auf blauäugig – das erinnert an den Mist von arischem Übermenschentum. Die Nephilim und der Kreationismus treffen sich an dieser Stelle mit den staatsfeindlichen Untergrundmilizen in Montana und Oregon, die als „Aryan Brotherhood“ auftreten.

Einen solchen Killer auftreten zu lassen, dient der Autorin meines Erachtens dazu, ihn und alles, wofür er steht, kritisierbar zu machen. Leser und Hörer, die nur die Oberfläche beachten, begeistern sich vielleicht für die simple Thrillerhandlung, die schnurstracks von A nach B führt. Aber dass dieser Killer sich einer höheren Wächterrasse zugehörig fühlt, sollte einige Alarmglocken schrillen lassen.

|Kritik der Autorin|

Eine Absicht der Autorin könnte darin liegen, die Auslegung der Bibel doch bitteschön etwas kritischer anzugehen. Denn am Ende glauben doch einige Wirrgeister an die Existenz von Wächterwesen, die Sünder für ihre Missetaten bestrafen. Maura Isles, eine der Hauptfiguren, ist eine solche Sünderin, denn sie hat mit einem Priester geschlafen, so dass dieser sein Keuschheitsgelübde brach. Prompt taucht an ihrer Tür das Zeichen des Azazel auf. Soll deshalb Isles das Urteil der Wächter demütig abwarten? Mitnichten! Wie dieser Konflikt auf psychologischer Ebene gelöst wird, zeigt die Autorin anschaulich und anrührend.

|Die Sprecherin|

(Hinweis: Am Anfang des Hörbuch wird weder der Titel noch der Sprecher vorgestellt, wie stets bei |Random House Audio|.) Mechthild Großmann hat eine so tiefe und rauchige Stimme, dass ich zunächst dachte, der Sprecher wäre männlich. Wenig später war ich nicht mehr sicher und wunderte mich, wie es ein Mann fertigbringt, gleichzeitig wie eine Frau zu klingen.

Erst als Maura Isles‘ Rolle zu sprechen anfing, wurde eindeutig, dass die Sprecherin weiblich ist. Maura Isles ist eine der zwei Frauen, die eine hohe Stimme haben. Die andere ist Lily Saul. Sowohl Edwina Falway als auch – diese erst recht – Jane Rizzoli sprechen mit tiefen, „männlichen“ Stimmen. Das mag dem einen oder anderen Hörer seltsam vorkommen.

Dass alle männlichen Figuren mit tiefen Stimmlagen gesprochen werden, dürfte zu erwarten gewesen sein. Hier stößt der Hörer auf recht wenige Variationen in der Stimmlage, und nur die Sprechweise verrät, dass die Figur gewechselt hat.

Wenn es um den Ausdruck von Emotionen geht, erweist sich die Sprecherin als einfühlsame Sprechkünstlerin. Dass Jane Rizzoli energisch und wütend sein kann, überrascht nicht, denn dies gehört schließlich zu ihrem Job. Aber Maura Isles ist ein ganz anderer Typ als Rizzoli. Isles ist 41 Jahre alt, alleinstehend und, nach einer gescheiterten Ehe, einsam und unwillig, mit einem Mann etwas anzufangen. Nichtsdestoweniger hat sie sich in Daniel Brophy verliebt, ausgerechnet in einen katholischen Priester. Deutlich ist ihre Sehnsucht und Zärtlichkeit herauszuhören, als Brophy neben ihr steht und sie sich fragt, ob sie mit ihm ins Bett gehen soll.

Eine schöne Szene, die mir ebenso in Erinnerung geblieben ist wie das Verhör, das Rizzoli der nach Amerika gebrachten Lily Saul zumutet. Lily versucht, Rizzolis Druck psychisch standzuhalten, und zunächst klingt sie wechselweise verzweifelt und teilnahmslos – nach dem Motto: „Was soll dieser Aufwand, es ist ja eh zwecklos.“ Als Rizzoli sie weiterhin mit absurden Unterstellungen provoziert (wir brauchen nicht ins Detail zu gehen), dementiert Lily wütend und weinerlich, ihre Stimme kippt schließlich in ein hysterisches Lachen um, bevor sie vollends aufgibt und mit Rizzoli kooperiert. Solche emotionalen tours des forces findet man selten so gut in Hörbüchern inszeniert.

_Unterm Strich_

Die Handlung ist wie üblich bei Gerritsen sehr spannend, aber leider auch voller ziemlich blutiger Schauplätze. Detective Jane Rizzoli, frischgebackene Mutter (siehe „Scheintot“) à la Maria, und Dr. Maura Isles, frischgebackene Sünderin, versuchen einen skrupellosen und offensichtlich besessenen Serienmörder zu fassen. Doch der Schlüssel zur Lösung der Rätsel, die die Symbole an den Tatorten darstellen, liegt nicht in der Gegenwart, sondern in einer zwölf Jahre zurückliegenden Vergangenheit. Diese erschließt sich uns teils durch die das Tagebuch des Killers als fünfzehnjährigem Jungen, teils durch das Geständnis seiner Cousine Lily gegenüber Rizzoli. Das Puzzlespiel erzeugt ebenso viel Spannung wie der abschließende Showdown, der mit einigen bösen Überraschungen aufwartet.

So mancher Leser bzw. Hörer, der in der Bibel nicht bewandert ist oder überhaupt nichts von deren Inhalt hält, dürfte nicht gewillt sein, den entsprechenden Passagen in Gerritsens Buch zu folgen und sie ernst zu nehmen. Das erachte ich aber als unbedingt erforderlich. Denn nur hierdurch steigert sich das Buch über das Niveau eines gewöhnlichen blutigen Thrillers hinaus. Auf dieser „bibelfesten“ Ebene wendet sich das Buch an christliche Fundamentalisten. Es scheint die Fantasien der Kreationisten zu bedienen, ruft aber im Subtext dazu auf, die Bibelauslegung kritischer anzugehen. Diese Kritik der Autorin hat mir mehr gefallen als die Schlafzimmer, in denen das Blut bis an die Decke gespritzt ist.

|Das Hörbuch|

Der Vortrag der Sprecherin ist zunächst etwas gewöhnungsbedürftig (s. o.), doch nach einer Weile stellt man fest, dass ihre relativ emotionale Interpretation die Figuren zum Leben erweckt und man sich die Szenen lebhafter vorstellen kann. Der weiterhin hohe Preis der |Random House|-Hörbücher mindert den Gesamteindruck.

|Originaltitel: The Mephisto Club, 2006
Aus dem US-Englischen übersetzt von Andreas Jäger
455 Minuten auf 6 CDs|
http://www.random-house-audio.de
http://www.tess-gerritsen.de

[NEWS] Tess Gerritsen – Blutzeuge (Rizzoli & Isles 12)

In Boston wird die Leiche einer jungen Frau gefunden – in der offenen Handfläche liegen ihre Augäpfel. Die Verstümmelung geschah post mortem, die genaue Todesursache bleibt unklar. Kurze Zeit später taucht die Leiche eines Mannes auf – Pfeile ragen aus seinem Brustkorb, die ebenfalls erst nach seinem Tod dort platziert wurden. Beide wurden Opfer desselben Täters, ansonsten scheint es keine Verbindung zwischen ihnen zu geben. Jane Rizzoli steht vor einem Rätsel, bis eine Spur sie zu einem Jahrzehnte zurückliegenden Fall von Misshandlungen in einem katholischen Kinderhort führt … (Verlagsinfo)


Taschenbuch: 416 Seiten
Blanvalet

Gerritsen, Tess – Todsünde

In einer Klosterkapelle wird eine Nonne erschlagen, eine zweite kommt knapp mit dem Leben davon. Wenige Tage später muss die Pathologin Dr. Isles eine zweite Frauenleiche untersuchen: Die „Rattenfrau“ hatte Lepra. Erstaunlicherweise haben die beiden Verbrechen miteinander zu tun.

_Die Autorin_

Tess Gerritsen war eine erfolgreiche Internistin, bevor sie mit dem Medizinthriller „Kalte Herzen“ einen großen Erfolg errang. Es folgten mehrere mittelmäßige Thriller wie „Roter Engel“, die durchaus spannend zu unterhalten wissen.

Mit dem Bestseller „Die Chirurgin“ ist ihr auch der Durchbruch in Deutschland gelungen, denn dieser Thriller ist noch eine ganze Klasse härter: Der Mörder entfernt seinen weiblichen Opfern die Gebärmutter. Die Fortsetzung trägt den Titel „Der Meister“, und „Todsünde“ ist der dritte Roman mit Detective Jane Rizzoli vom Boston Police Department.

Gerritsen lebt mit ihrem Mann, dem Arzt Jacob Gerritsen, und ihren beiden Söhnen in Camden, im US-Bundesstaat Maine.

_Handlung_

Die ersten Schneefälle lösen in Boston, Massachusetts, ein mittleres Verkehrschaos aus, und die Weihnachtsvorbereitungen tragen sicher nichts dazu bei, das Chaos zu verringern. Deshalb ist die Gerichtspathologin Dr. Maura Isles, von ihren Kollegen liebevoll „Königin der Toten“ genannt, auch heilfroh, lebendig an einem neuen Tatort anzukommen statt im Graben zu landen.

In der alten Graysones Abbey, einem Nonnenkloster am Stadtrand, soll Maura die Leiche einer Novizin namens Camille Maginnes untersuchen; der jungen Frau wurde in der Kapelle des katholischen Klosters brutal der Schädel eingeschlagen. Eine weitere Nonne, Schwester Ursula, überlebte den Überfall schwer verletzt und liegt auf der Intensivstation. Pater Brophy von der katholischen Gemeinde hat ebenfalls keine Erklärung. Maura fühlt sich unerklärlich zu ihm hingezogen. Sie ist einsam.

Die Befragung der wenigen verbliebenen Nonnen erbringt nichts, erst als Maura und Detective Jane Rizzoli vom Boston PD die freche Tochter der Haushälterin befragen, ergeben sich ein paar Anhaltspunkte. Auf dem Dachboden der Quartiere befinden sich nicht nur Dutzende von Spielzeugpuppen, sondern auch Löcher, durch die man in die Stuben der Nonnen spähen kann. Und die kleine Noni erzählt, die junge Camille habe sich stets gegeißelt und ihre Stube wie besessen geschrubbt und in einem Buch zu Sankt Brigitta von Irland gebetet.

Ein scheinbar unwichtiger Hinweis, doch Brigitta ist die Schutzheilige der Neugeborenen… Als Maura die Autopsie an Camille vornimmt, stellt sie erstaunt fest, dass die junge Frau, die ihre Brüste so fest abband, dass es geschmerzt haben musste, kurz zuvor ein Kind zur Welt gebracht hatte. Da auch Nonnen ebenso wie Priester an das Keuchscheitsgelübde gebunden sind, ist dies ein sehr verwunderliches Ergebnis. Und wer war dann der Vater? Pater Brophy vielleicht?

Rizzoli ordnet die Durchsuchung des Klostergeländes an. Wieder liefert Noni den wichtigsten Hinweis: Im Ententeich versenkte die unglückliche Camille ihren Säugling. Als Maura das Baby aus seiner Decke wickelt, um die Autopsie vorzunehmen, bricht Rizzoli vor Entsetzen zusammen. Sie hat selbst vor wenigen Stunden festgestellt, dass sie schwanger ist – von ihrem Ex-Freund Gabriel Dean, FBI (vgl. „Der Meister“) – und weiß nicht, ob sie das Kind behalten soll.

Nachdem Mauras Ex-Mann Victor Banks, ein vielbeschäftiger Koordinator für Entwicklungshilfeprojekte von „One Earth“, wieder aufgetaucht und sie seinem Charme erneut verfallen ist, wird sie schon zum nächsten Tatort gerufen. In einer ziemlich grausigen, rattenverseuchten Umgebung unweit von Graystones Abbey hatte ein Drogenfahnder zufällig eine Frauenleiche entdeckt. Dem Körper fehlen jedoch das Gesicht, die Hände und die Füße. Um die Identität zu verschleiern, muss man aber keine Füße amputieren, oder? Maura rätselt auch über zahlreiche Hautpusteln. Nach Hinzuziehung einer Expertin steht der schlimme Befund fest: Diese Frau hatte Lepra.

Und da Schwester Ursula mal fünf Jahre in Indien an einer Lepraklinik gearbeitet hatte, besteht möglicherweise ein Zusammenhang. Als Jane Rizzoli und Maura von Gabriel Dean Fotos erhalten, die diese Leprakolonie nach einem verheerenden Massaker – alle Leprakranken sowie die behandelnden Schwestern wurden verbrannt – zeigen, stellt Maura beklommen fest, dass es sich um eine Klinik von |One Earth| handelt. Ist ihr Lover Victor Banks etwa in die Vorgänge verwickelt?

_Mein Eindruck_

Ich habe diese 400 Seiten innerhalb nur eines Tages gelesen, so flott sind sie zu lesen – es lag nicht nur an der großen Schrift. Aber das wundert mich nicht, denn auch schon die beiden anderen Rizzoli-Romane „Die Chirurgin“ und die direkte Fortsetzung „Der Meister“ waren ebenfalls superspannend und leicht zu lesen.

„Todsünde“ unterscheidet sich in mehrfacher Hinsicht von seinen Vorgängern. Zum einen steht diesmal nicht Jane Rizzoli im Mittelpunkt des Geschehens, sondern Dr. Maura Isles, die „Königin der Toten“. Sie muss sich mit ihren eigenen Lebenszielen auseinandersetzen, als ihr Ex Victor entgegenhält, er selbst kümmere sich lieber um die bedürftigen Lebenden – und deshalb sei wohl ihre Ehe gescheitert. Sie hingegen weiß, dass er nie für sie da war, denn er musste sich ja um seine superwichtigen Entwicklungsprojekte kümmern. Deshalb weiß sie nicht, was sie von seinem Versuch halten soll, sie zurückzugewinnen. Sex ist zwar gut für das Wohlbefinden, aber was verbindet sie sonst noch?

Auch die drei neuen Fälle halten sie in Atem. Diesmal geht es nicht um Sex- und Todesspiele mit Reichen wie in „Der Meister“ oder um verstümmelte Frauen wie in „Die Chirurgin“, sondern um zwei eher entlegene Gebiete, nämlich Nonnen und Lepra. Allerdings wird sich noch ein weiterer Abgrund auftun, der viel näher an der aktuellen Realität liegt.

Stichwort Nonnen: Die Novizin Camille hat in den Augen der anderen Nonnen eine Todsünde begangen, als sie mit einem Mann zusammen war und ein Kind bekam. Aber ist sie wirklich der Sünde schuldig? Ist es möglicherweise Pater Brophy, der von sich selbst zugibt, hin und wieder Momente der Schwäche zu erleben? Wie jeder in Boston weiß, haben sich Priester an kleinen Jungen und Mädchen sexuell vergangen. Ist er einer von ihnen? Als Rizzoli den extrem reichen Vater von Camille, Randall Maginnes, besucht, wird ein weiterer Verdacht geweckt. In dieser Familie gingen rätselhafte Dinge vor.

Aber war nicht auch der Überfall auf die Leprastation in Indien eine Todsünde? Nicht nur die Menschen, sondern auch die Tiere wurden getötet und auf Scheiterhaufen verbrannt. Das soll ein politisch oder religiös motivierter Terroranschlag gewesen sein? Bullshit, denkt Maura Isles, als sie den Schriftzug „One Earth“ auf dem Foto der Lepra-Klinik entdeckt…

Während sich die Spannungen in den Privatleben der beiden Hauptfiguren zu einer Krise steigern, kommt es auch in den Untersuchungen zum Finale – und dabei gerät Maura in Lebensgefahr. Auffällig sind dabei die Parallelen zu Novizin Camilles traurigem Schicksal. Und auch Schwester Ursulas Leben steht offenbar auf dem Spiel: Sie war die einzige Zeugin am Tatort in der Kapelle. Doch warum hat sie überlebt und Camille nicht?

_Unterm Strich_

Trotz des etwas abgedroschenen Titels hat dieses Buch rein gar nichts mit einem Thriller à la „Sieben“ zu tun, in dem ja auch die sieben Todsünden den Anlass für die Handlung abgeben. Der Begriff „Todsünde“ wird bei Gerritsen viel weiter gefasst und uminterpretiert. Es gibt Sünden der Neuzeit, die sich nicht ohne weiteres aufdecken, bestrafen und „abwaschen“ lassen. Camilles angebliche Sünde fällt dagegen richtig altmodisch aus – und ist leider allzu verbreitet. Der Originaltitel „The Sinner“ kann sowohl eine Frau als auch einen Mann meinen. Das hat die Autorin sicherlich listigerweise beabsichtigt.

|Verschmelzung der Themen|

Ich fand die Lektüre diesmal befriedigender als „Der Meister“, wenn auch nicht so schockierend wie „Die Chirurgin“. Die Zufriedenheit beruht vor allem auf der nahezu vollkommenen Verschmelzung des Themas der Verbrechensaufklärung durch Rizzoli und Maura mit dem Thema der privaten Selbstverwirklichung durch Bewältigung akuter Probleme (Mauras Ex-Mann, Rizzolis Schwangerschaft). Die zwei Welten sind so perfekt miteinander verwoben, dass kaum noch die Trennung wahrnehmbar ist.

|Die Klippen der Klischees|

Der besonders kritische Leser wird aber merken, dass das Thema „katholische Kirche“ von der Autorin mit Samthandschuhen angefasst wird, weil hier nämlich sämtliche Klischees lauern, die die Medien durchgehechelt haben (Missbrauch etwa) – und diese Klippen gilt es zu umschiffen, um nicht abgedroschen zu wirken. Zum Glück haben Maura (aufgezogen in der Klosterschule) und Rizzoli (eine Italienerin) genügend eigene Erfahrung mit der katholischen Kirche, dass der Eindruck vermieden wird, hier würden nur Klischees neu aufgewärmt, im Gegenteil. Es sind genau diese Erfahrungen, die Pater Brophy und die Nonnen für uns so interessant machen – ein wichtiger Pluspunkt für das Buch.

|Ein Weihnachtsmärchen|

Ganz, ganz clevere Leser werden nicht übersehen, dass es sich bei „Todsünde“ um eine moderne Variante von Charles Dickens‘ „Christmas Carol“ handelt. Doch nicht drei „Geister der Weihnacht“ treten auf, um einen Sünder zu bekehren, sondern mehrere Sünder und Heilige tauchen auf – ausgerechnet zu jener Zeit des Jahres, da die Geburt des Jesuskindes gefeiert werden soll. Leider entpuppen sich mitunter die Sünder als die Opfer und die Heiligen als Schuldige.

In diesem Erkenntnis- und Erfahrungsumfeld müsssen sich unsere beiden Heldinnen entscheiden. Will Jane Rizzoli ihr ganz privates Jesuskind behalten oder es wie Camille umbringen? Und Maura muss über ihren Ex-Mann urteilen, ob er er ein Heiliger (Entwicklungshelfer etc.) und Dreamlover oder doch ein Sünder ist. Spannend ist dies allemal.

[NEWS] Tess Gerritsen – Totenlied

Eine verstörende Melodie, ein tragisches Schicksal, ein tödliches Geheimnis …

Von einer Italienreise bringt die Violinistin Julia Ansdell als Souvenir ein altes Notenbuch mit. Es enthält eine handgeschriebene, bislang unbekannte Walzerkomposition. Julia ist fasziniert von dem Stück, doch jedes Mal, wenn sie die aufwühlende Melodie spielt, geschehen merkwürdige Dinge. Etwas Bösartiges geht von dem Walzer aus; es scheint das Wesen von Julias dreijähriger Tochter zu verändern. Weil niemand ihr Glauben schenkt, reist Julia heimlich nach Italien, um nach der Herkunft der mysteriösen Komposition zu forschen (Verlagsinfo)

Taschenbuch: 336 Seiten
Originaltitel: Playing with Fire
Blanvalet

[NEWS] Tess Gerritsen – Die Chirurgin (Rizzoli & Isles 1)

In Boston dringt ein Unbekannter nachts in die Wohnungen von alleinstehenden Frauen ein, unterzieht sie einem gynäkologischen Eingriff und tötet sie. Die einzige Spur führt Detective Thomas Moore und Inspector Jane Rizzoli zu der jungen Chirurgin Catherine Cordell, die drei Jahre zuvor nach ähnlichem Muster überfallen wurde, den Täter aber in Notwehr erschoss. Und bald wird klar, dass Catherine erneut zur Zielscheibe eines psychopathischen Mörders geworden ist … (Verlagsinfo)

Taschenbuch: 432 Seiten
Originaltitel: The Surgeon (Rizzoli & Isles 1)
Blanvalet

[NEWS] Tess Gerritsen – Der Schneeleopard (Rizzoli & Isles)

Der Schneeleopard beobachtet, er jagt – er tötet

Die Polizei von Boston ermittelt in einem bizarren Mordfall. Die Leiche eines Jägers und Tierpräparators wurde gefunden – ausgeweidet und aufgehängt wie eines seiner Beutetiere. In den Wäldern werden Knochenreste eines weiteren Opfers entdeckt. Doch Boston ist nicht das einzige Jagdrevier des Killers. Es scheint eine Verbindung zu einem fünf Jahre zurückliegenden Vorfall in Botswana zu geben, wo die Teilnehmer einer Safari auf ungeklärte Weise verschwanden. Jane Rizzoli reist nach Afrika, um dem heimtückischen Mörder auf die Spur zu kommen … (Verlagsinfo)

Taschenbuch: 416 Seiten
Originaltitel: Die Again
Blanvalet

[NEWS] Tess Gerritsen – Totenlied

Verstörend, tragisch, tödlich – der neue Thriller von Tess Gerritsen

Von einer Italienreise bringt die Violinistin Julia Ansdell ein altes Notenbuch mit nach Hause. Es enthält eine bislang völlig unbekannte Walzerkomposition. Julia ist fasziniert von dem Stück, doch jedes Mal, wenn sie es spielt, geschehen merkwürdige Dinge. Etwas Bösartiges geht von dem Walzer aus, etwas, das das Wesen von Julias dreijähriger Tochter auf beunruhigende Weise zu verändern scheint. Weil niemand ihr glaubt, reist Julia heimlich nach Italien, um nach der Herkunft der mysteriösen Komposition zu forschen …

Inklusive Incendio, der Melodie aus dem Roman, komponiert von Tess Gerritsen. (Verlagsinfo)

1 MP3-CD
Laufzeit: 7:30 Std.
Sprecherin: Mechthild Großmann
Originaltitel: Playing with Fire (Ballantine, New York 2015)
Random House Audio

Tess Gerritsen – Der Schneeleopard

Worum gehts?

Die Polizei von Boston steht erneut vor einem großen Rätsel. Einer der besten Tierpräparatoren Amerikas wurde ermordet. Das Opfer wurde kopfüber hängend und ausgeweidet in seiner Garage gefunden – geschlachtet wie eines seiner Beutetiere. Plötzlich werden in der Umgebung weitere Leichenteile gefunden. Außerdem scheint es eine Verbindung zu einem anderen Fall, der fünf Jahre zurückliegt und sich in Botswana ereignet hat, zu geben. Dort verschwanden während einer Safari durch den Busch Afrikas alle Teilnehmer. Der Fall konnte bislang nicht aufgeklärt werden. Jane Rizzoli nimmt die weite Reise nach Afrika auf sich, um Klarheit in den Fall zu bringen.

Inhalt

Millie ist einer von sieben Teilnehmern, die das Abenteuer ihres Lebens erwarten. Gemeinsam fliegen sie mit einer kleinen Maschine in die Tiefen des afrikanischen Buschs. Dort wo sie für zahlreiche Wildtiere lebendiges Futter darstellen. Eigentlich ist sie nicht so risikofreudig, doch schließlich gibt sie aus Liebe zu ihrem Mann Richard nach und erfüllt ihm diesen Wunsch.

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[NEWS] Tess Gerritsen – Abendruh

Sie werden DICH finden …

Sie sind die einzigen Überlebenden schrecklicher Familientragödien. Erst wurden ihre Eltern und dann obendrein ihre Pflegefamilien brutal ermordet. In Abendruh, einem Internat in der Abgeschiedenheit Maines, sollen sie ihre Sicherheit wiedergewinnen und in ein normales Leben zurückfinden. Doch obwohl die Schule hermetisch gesichert ist, kommt es zu höchst beunruhigenden Vorfällen, und drei Jugendliche bangen um ihr Leben. Maura Isles, die eine persönliche Verbindung zu Abendruh hat, ist vor Ort, als die Bedrohung eskaliert … (Verlagsinfo)

Taschenbuch: 416 Seiten
Originaltitel: Last to Die
Blanvalet

Tess Gerritsen – In der Schwebe

Als in einer um die Erde kreisenden Raumstation versehentlich Mikroorganismen freikommen, erweisen sie sich als mutiert und lebensgefährlich. Während an Bord fieberhaft nach einem Gegenmittel gesucht wird, werden ‚unten‘ schon Raketen in Stellung gebracht … – Schwammige Mischung aus (Medizin-) Thriller und Science Fiction, wobei ersterer unter zu vielen zwischenmenschlichen Problemchen und letzte unter sichtlicher Genre-Unsicherheiten leidet: wohl eher ein Werk für die Leser/innen von „Lady-Thrillern“.
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