Schlagwort-Archive: Tess Gerritsen

[NEWS] Tess Gerritsen – Leichenraub

Julia Hamill ist schockiert: Bei Gartenarbeiten stößt sie auf die Überreste eines menschlichen Skeletts. Dr. Maura Isles wird als Pathologin hinzugezogen und stellt schnell fest: Die Gebeine stammen von einer jungen Frau, die offensichtlich ermordet wurde – und zwar vor zweihundert Jahren. Wer ist die Tote, und wer hat sie heimlich im Garten des alten Herrenhauses verscharrt? Die Neugier lässt Julia keine Ruhe. Ihre Nachforschungen führen sie in die Vergangenheit der medizinischen Fakultät der Bostoner Universität … (Verlagsinfo)


Taschenbuch ‏ : ‎ 448 Seiten
blanvalet

[NEWS] Tess Gerritsen – Spy Coast – Die Spionin. (Der Martini-Club, Band 1)

Alte Spione rosten nicht – der Auftakt der brandneuen Thrillerreihe von SPIEGEL-Bestsellerautorin und Queen of Thrill Tess Gerritsen!

Über Maggie Bird kann man einiges erzählen: Sie züchtet Hühner, ist eine zuvorkommende Nachbarin und lebt ein ruhiges Leben im idyllischen Purity in Maine. Die scheinbar durchschnittliche Sechzigjährige besucht regelmäßig einen Buchclub, wo sie mit ihren ebenfalls pensionierten Freunden Martinis trinkt – gerührt, nicht geschüttelt. Sie kann hervorragend mit einem Gewehr umgehen. Und sie spricht nie über ihre Vergangenheit.

Als eines Tages eine tote Frau in ihrer Auffahrt liegt, ist Maggie sofort klar: Dies ist eine Nachricht aus der »guten alten Zeit«. Vor sechzehn Jahren arbeitete sie für die CIA, und nun scheint die Vergangenheit sie eingeholt zu haben. Zusammen mit ihren Freunden aus dem Buchclub – alles ehemalige Spione wie sie – nimmt Maggie die Ermittlungen auf, denn sie alle wissen: Für die lokale Polizei ist dieser Fall eine Nummer zu groß … (Verlagsinfo)

Limes Verlag; Deutsche Erstausgabe (15. November 2023)
Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 464 Seiten
ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3809027782
Originaltitel ‏ : ‎ The Spy Coast

Tess Gerritsen – Leichenraub. Thriller

Von Schädeln, Schlitzern und geraubten Leichen

Julia Hamill ist schockiert: Stammen doch die menschlichen Gebeine, die sie in ihrem Garten gefunden hat, von einer jungen Frau. Schnell entdeckt die Pathologin Maura Isles, dass sie ermordet wurde – vor fast 200 Jahren. Wer ist die junge Tote, wer hat sie so heimlich verscharrt? Julias Neugier führt sie in die Vergangenheit Bostons zur medizinischen Fakultät der Universität. Und zu dem Medizinstudenten Norris Marshall aus dem Jahr 1830, der hofft, einen gefährlichen Frauenmörder zu stellen – und dabei seine einzige Zeugin in höchste Gefahr bringt …
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Tess Gerritsen – Die Chirurgin

Ein Serienmörder macht Bostons Frauenwelt unsicher: „Der Chirurg“ beraubt sie ihres weiblichsten Organs. Die Kripo ist ratlos, doch bald stößt sie auf ein überlebendes Opfer: eine Chirurgin.

_Die Autorin_

Tess Gerritsen war eine erfolgreiche Internistin, bevor sie mit dem Medizinthriller „Kalte Herzen“ einen großen Erfolg errang. Es folgten mehrere mittelmäßige Thriller wie „Roter Engel“, die durchaus spannend zu unterhalten wissen.

Mit dem Bestseller „Die Chirurgin“ ist ihr auch der Durchbruch in Deutschland gelungen, denn dieser Thriller ist noch eine ganze Klasse härter: Der Mörder entfernt seinen weiblichen Opfern die Gebärmutter. Die Fortsetzung trägt den Titel „Der Meister“, und [„Todsünde“ 451 ist der dritte Roman mit Detective Jane Rizzoli vom Boston Police Department.

Die Autorin lebt mit ihrem Mann, dem Arzt Jacob Gerritsen, und ihren beiden Söhnen in Camden, im US-Bundesstaat Maine.

_Handlung_

Es ist ein ungewöhnlich heißer und schwüler Sommer in Boston. Detective Thomas Moore ist schon auf dem Weg zu einem kühlen See in den Bergen, um dort Urlaub zu machen, als er zum Dienst zurückgerufen wird, um einen Aufsehen erregenden Fall zu übernehmen: Bevor das Opfer Elena Ortiz mit einem glatten Schnitt durch die Kehle getötet wurde, hat ihr Mörder sie einer gynäkologischen Operation nach allen Regeln der Kunst unterzogen. Ihr Martyrium hatte Stunden gedauert.

Sowohl der ruhige, über 40 Jahre alte Moore als auch seine extrem ehrgeizige Kollegin Jane Rizzoli fühlen sich bald an einen ähnlichen Fall aus der Vergangenheit erinnert: Die junge Diana Sterling, Tochter aus reichem Hause, war auf die gleiche Weise ermordet worden; auch sie wurde vor dem Gnadenstoß operiert. Den Polizisten wird klar, dass sie es mit einem Serienmörder zu tun haben: Er besitzt offensichtlich medizinische Fachkenntnisse und wird von der Presse bald „Der Chirurg“ genannt. Die Zeit drängt: Wahrscheinlich hat der Killer bereits sein nächstes Opfer auserkoren.

Eine Computerrecherche bringt das Ermittlerteam auf die Spur einer ähnlichen Mordserie, die aber bereits drei Jahre zurückliegt und sich im südlichen Savannah ereignete. Der Täter Andrew Capra wurde allerdings von seinem letzten Opfer in Notwehr erschossen. Dennoch suchen Moore & Rizzoli Dr. Catherine Cordell in der städtischen Klinik auf. In der Szene, in der wir sie kennen lernen, rettet sie einem gerade eingelieferten Verkehrsopfer das Leben. Offensichtlich verfügt sie über Nerven aus Stahl.

Doch die Polizisten haben herausgefunden, welche Qualen Catherine erlitt, als sie sich in der Gewalt des Savannah-Killers befand. Kein Wunder, dass sie zunächst unter keinen Umständen an jenes Geschehen erinnert werden möchte. Aber dann erfährt sie, dass Elena Ortiz Mitglied einer Selbsthilfegruppe im Internet war, der auch sie selbst angehört: Hier schildern vergewaltigte Frauen ihre Erlebnisse, in der Hoffnung, psychologischen Beistand und Verständnis zu finden, denn in der patriarchalischen Gesellschaft werden Vergewaltigungsopfer immer noch stigmatisiert und ausgestoßen. Solche Frauen schweigen lieber, statt sich zu offenbaren. Auch Catherine Cordell.

Merkwürdige Unstimmigkeiten treten in Catherines Alltag auf: Laborkittel und Stethoskop sind verlegt, und jemand scheint sie zu beobachten und ihren Dienstplan ganz genau zu kennen. Und der Beobachter scheint auch ihre Vergangenheit zu kennen: Aber Andrew Capra ist doch tot, oder nicht? Oder hatte er einen Partner, der ihn nachahmt? Falls ja, würde dieser Partner nicht danach streben, sich an Catherine für ihre Tötung Capras zu rächen?

Während sich Moore in Catherine verliebt und mit ihr schläft (was ihm eine Strafmission einbringt), macht Rizzoli eine aufregende Entdeckung und begibt sich in höchste Gefahr. Doch für Catherine, die schöne, nervenstarke Chirurgin, ist die Zeit abgelaufen: Der „Chirurg“ schnappt sie sich.

_Mein Eindruck_

Krimiautorinnen wie die britische Mo Hayder und die Amerikanerin Tami Hoag sind mit mir einer Meinung: Dies ist Krimistoff erster Güte, der nicht nur den Schlaf raubt, sondern auch Fingernägel in existenzielle Gefahr bringt. Ich habe das Buch in zwei Tagen durchgelesen – es geht sicher noch schneller.

|Glaubwürdigkeit|

Mal abgesehen von der raffinierten Konstruktion des Plots mit zwei Mordpartnern, von denen der eine in nächster Nähe des Hauptopfers arbeitet, baut die Autorin auf zwei wichtige Grundsteine: die authentische, geradezu akribische Schilderung des Chirurgenalltags einerseits und zweitens glaubwürdige, lebendige Figuren wie Catherine, Moore und Rizzoli. Daran hatte ich nicht das Geringste auszusetzen.

|Der Mörder|

Probleme hatte ich zeitweilig aber mit dem Täter. Seine Gedankengänge sind in beinahe aufsatzartigen Sequenzen dazwischengeschaltet. In diesen Gedanken und Fantasien scheint er sich und sein Tun zu rechtfertigen. Er verweist auf alte, antike Rituale wie etwa Agamemnons Opferung seiner Tochter vor dem Beginn des Trojanischen Krieges. Das scheint mir lediglich eine mythologisierende Überhöhung zu sein, um sein brutales Tun ins rechte Licht zu rücken. Außerdem begründet dies keineswegs, warum er seinen weiblichen Opfer die Gebärmutter entfernt: Trophäen?

Raffinierter sind da schon seine Beobachtungen von seinem Arbeitsplatz aus. Wir wissen lange Zeit nicht, wo er arbeitet und warum er so leicht und unerkannt an geeignete Opfer herankommt. Er erfährt von ihnen durch Aufträge von den Ärzten vergewaltigter Frauen, deren Blut auf Infektion mit HIV oder Geschlechtskrankheiten zu untersuchen.

Solche Frauen, so weiß der Killer, sind seelisch geschwächt: leichte Opfer. Auffallend ist der wiederholte Vergleich dieser Frauen mit Gazellen, die zur leichten „Beute“ des männlichen Raubtiers werden, das im Dschungel der Großstadt auf Pirsch geht. Auch dies ist in meinen Augen eine unzulässige, zumindest aber unangemessene Symbolisierung bzw. Metapher. Sie könnte sogar als sexistisch betrachtet werden: Der Täter ist hier immer ein Mann.

_Unterm Strich_

Man muss mit der Präsentation des Killers nicht hundertprozentig einverstanden zu sein, um diesen guten Thriller genießen zu können.

Zwar reicht er noch lange nicht an psychologische Meisterwerke wie „Das Schweigen der Lämmer“ heran, doch Gerritsen hat eine Kombination aus Psycho- und Medizinthriller geschrieben, die auf mehr hoffen lässt.

|Originaltitel: The Surgeon, 2001
Aus dem US-Englischen übertragen von Andreas Jäger|

Tess Gerritsen – Schwesternmord (Lesung)

Spannend und dramatisch: Pathologin, hilf dir selbst!

Dr. Maura Isles bestreitet ihren Lebensunterhalt mit dem Tod. Als Gerichtsmedizinerin in der Bostoner Innenstadt hat sie mehr als genug Leichen gesehen. Aber noch nie war der leblose Körper auf dem Obduktionstisch ihr eigener. Es hilft aber nichts, das Offensichtliche abzustreiten: Die tote Frau vor ihr und ihrer engen Freundin und Kollegon Detective Jane Rizzoli ist das genaue Spiegelbild Mauras, bis hin zu den intimsten körperlichen Einzelheiten.

Noch schauerlicher ist die Entdeckung, dass Maura das gleiche Geburtsdatum und die gleiche Blutgruppe wie die Tote hat. Als auch noch ein DNS-Test bestätigt, dass es sich um Mauras Zwillingsschwester handelt, wird aus einer bereits bizarren Morduntersuchung eine verstörende und gefährliche Exkusion in eine Vergangenheit voller dunkler und tödlicher Geheimnisse … (Verlagsinfo)
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Tess Gerritsen – Totengrund. Ein Rizzoli & Isles-Thriller (Lesung)

Die Maura Isles & Jane Rizzoli-Serie:

Band 1: [„Die Chirurgin“
Band 2: [„Der Meister“
Band 3: [„Todsünde“
Band 4: [„Schwesternmord“ (Lesung)
Band 5: [„Scheintot“ (Lesung)
Band 6: [„Blutmale“
Band 7: [„Grabkammer“
Band 8: „Totengrund

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Gerritsen, Tess – Roter Engel

_Medizinthriller: E.R. lässt grüßen_

Eine Mischung aus „ER“ und Wissenschafts-Thriller à la Michael Crichton und Robin Cook. Sehr spannend, anschaulich und kenntnisreich erzählt, spekuliert die Autorin, wohin wohl eine skrupellose Altersforschung (Geriatrie) führen könnte.

_Handlung_

Dr. Toby Harper ist die Nachtschicht-Stabsärztin in der Notaufnahme eines kleinen Bostoner Krankenhauses. Hier gibt es die üblichen Intrigen und Persnalquerelen, Abwechslung bringt aber auch Tobys eigentliche Aufgabe: die Rettung von eingelieferten Patienten. Als ein alter Mann, der mit Koordinationsschwierigkeiten eingeliefert wurde, spurlos verschwindet, ist die Hölle los. Das war nicht bloß irgendein alter Knacker, Dr. Harper, sondern ein Patient eines unserer besten Kunden, Brant Hill!

Da kommt Toby ganz schön ins Schwitzen, vor allem weil ihr absolut schleierhaft ist, wie der bewegungsunfähig erscheinende Senior sich vom Acker machen konnte. Er war ja schließlich angebunden. Leider bleibt auch seine Leiche, sofern er inzwischen tot ist, wie vom Erdboden verschluckt. Seltsamerweise wies ihn seine Akte im Brant-Hill-Altenheim als völlig gesund aus.

Die Aufregung legt sich wieder – die Autorin gewährt einen Blick ins Privatleben Tobys. Und das ist reichlich trist und nervenaufreibend. Toby versorgt ihre an Alzheimer leidende Mutter selbst. Weil sie selbst Nachtschicht arbeitet, braucht sie tagsüber einen Pfleger. Als der wegen eines besseren Jobs kündigt, muss sie Ersatz suchen. Eine adrette Mittdreißigerin findet sich – Toby ist heilfroh, denn inzwischen ist an ihrer Klinik wieder die Hölle los.

Ein zweiter Brant-Hill-Pflegefall wird zufällig auf Tobys Station abgeladen, auf dass sie ihn sofort behandelt: ein gewisser Angus Parmenter. Vor einem Kapitel noch hat er Hanteln gestemmt, nun zittern ihm sämtliche Glieder und er hat Halluzinationen. Als Toby diesen Patienten stabilisiert hat, wird ihr Angus praktisch aus der Hand genommen, und zwar von keinem Geringern als Carl Wallenberg, dem Star-Chefarzt von Brant Hill. Sie führt gerade die Computertomografie durch, da reißt er ihr den alten Mann fast aus den Händen. Extrem merkwürdig!

Wenig später ist Angus tot und soll abtransportiert werden. In letzter Sekunde ordnet Toby die Überstellung der Leiche an die Rechtsmedizin an. Sie riecht Unrat. Obwohl Wallenberg natürlich tobt, gelingt es ihr und Dr. Dvorak von der Gerichtsmedizin herauszufinden, woran Angus Parmenter verstarb: sein Hirn ist von der Konsistenz eines Schwamms – genau wie bei BSE. Eine Folge der neuartigen Hormontherapie an der Brant-Hill-Klinik, die der Verjüngung der betuchten Patienten dienen soll?

Nun wird man aber in den oberen Etagen des Brant-Hill-Konzerns etwas nervös, denn die Behörden haben nun etwas in der Hand, das sich nicht vom Tisch wischen lässt – und Toby stellt weiterhin Nachforschungen an. Völlig skrupellos versuchen Wallenberg und einige Arztkollegen an diesem Jungbrunnen-Projekt alles, um Toby und ihre Freunde an ihren Schnüffeleien zu hindern. Wenig später schleppt sich ein angeschossener Brant-Hill-Pfleger in Tobys Notaufnahme-Station, sterbend …

_Fazit_

Gerritsen kennt keine Scheu, dem Leser auch die unappettitlichen Seiten der Altersforschung und der von ihr geschilderten (fiktiven?) Verjüngungskuren darzustellen. Anhand der skizzierten Handlung ahnt der Leser noch nicht, welch schrecklichen Weiterungen sich ergeben: Die Hormone stammen nicht aus irgendwelchen Rindern, die mit BSE befallen sind oder so, sondern aus speziell gezüchteten menschlichen Föten. Das Schicksal der betroffenen Mütter geht wirklich an die Nieren. Empfindliche Mägen sollten deshalb vielleicht auf die Lektüre verzichten. Auch Toby selbst, die sympathische Kämpfernatur, entkommt nur um Haaresbreite dem Tod.

Wie bereits gesagt, erinnert mich die Geschichte an Michael Crichton und die von ihm geschriebene Serie „E.R.“. Emergency Room (E.R.) bedeutet Notaufnahmestation. Aber die Spekulation über die skrupellose Anwendung von Wissenschaftsmethoden an Menschen erinnert mich eher an Horrorautoren wie Dean Koontz und an den engagierten Humanismus von James Patterson in seinem Roman „Wenn der Wind dich trägt“.

Der deutsche Titel hat wieder mal gar nichts mit dem Buch und dem Originaltitel zu tun. „Life support“ bedeutet lebenserhaltende Maßnahmen am Krankenhaus. In diesem Buch erhält der Ausdruck eine ziemlich makabre zweite Bedeutung: Lebenserhaltung der Alten gleich Tötung und Ausschlachtung der ganz Jungen, ja der Ungeborenen.

|Originaltitel: Life support, 1997
Aus dem US-Englischen übertragen von Klaus Kamberger|

Tess Gerritsen – Girl Missing. Thriller

Gerritsens erster Thriller, mit einem Schuss Romantik

Die erste Leiche ist ein Rätsel: jung, schön, unverletzt. Sie hält ein Streichholzheft in der Hand, in das eine Telefonnummer geschrieben wurde, die von Adam Quantrell, dem Chef des Bostoner Pharmakonzerns Cygnus. Die zweite Leiche ist eine Warnung, auch sie wurde im Sozialghetto South Lexington gefunden. Das dritte Opfer, ein Bodybuilder, lebt noch. Rechtsmedizinerin Kat Novak fürchtet, ein Serienmörder gehe um. Doch was hat ein Konzernchef damit zu tun?

Die Autorin
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Tess Gerritsen – Scheintot. Ein Rizzoli & Isles-Thriller (Lesung)

Schmerz, lass nach: Geisel in den Wehen

Eines Nachts öffnet die Pathologin Maura Isles einen Leichensack – und findet darin eine Scheintote … Detective Jane Rizzoli wird kurz vor ihrer Niederkunft Opfer einer brutalen Geiselnahme im Krankenhaus. Bald wird klar, dass Rizzoli und Isles in einen Fall verwickelt sind, den beide nicht mehr kontrollieren können. Die Geheimdienste glauben an einen Terroranschlag und setzen ihre Truppen in Marsch …

Die Autorin

Tess Gerritsen war eine erfolgreiche Internistin, bevor sie mit dem Medizinthriller „Kalte Herzen“ einen großen Erfolg errang. Es folgten mehrere mittelmäßige Thriller wie „Roter Engel“, die durchaus spannend zu unterhalten wissen.

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Tess Gerritsen – Mutterherz

Worum geht’s?

Ein neuer Fall für Detective Jane Rizzoli und Rechtsmedizinerin Maura Isles. Dieses Mal beschäftigt sie der brutale Mord an einer Krankenschwester. Noch in Arbeitskleidung wurde sie von ihrem Mörder überrascht und ihr der Schädel eingeschlagen. Wer hat ein Motiv, diese allseits beliebte Frau aus dem Weg zu schaffen?

Der Fall ist eigentlich schon kompliziert genug und fordert jegliche Aufmerksam von Jane. Was ihr da gerade noch fehlt, sind die ständigen Anrufe einer besorgten Mutter, deren Tochter angeblich entführt wurde, obwohl sie in der Vergangenheit des Öfteren von Zuhause weggelaufen ist. Und dann wäre da noch Angela, Janes Mutter, die ihre Leidenschaft der Selbstjustiz entdeckt hat und ihre Nachbarschaft bewacht wie ein Schießhund – und natürlich macht sie kuriose Entdeckungen.

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Tess Gerritsen & Gary Braver – Die Studentin

Worum geht’s?

Taryn Moore, eine junge, hübsche und obendrein brillante Studentin, die kurz vor ihrem Graduierungsprogramm steht. Was also könnte eine Frau wie sie dazu bewogen haben, sich das Leben zu nehmen? Sie stürzte sich aus dem vierten Stock ihrer Wohnung. Detective Frankie Loomis zweifelt an, dass es sich hier um einen Selbstmord handelt. Wieso ist dann das Smartphone des Opfers nirgendwo zu finden und warum stehen zur Tatzeit warme Käsemakkaroni im Backofen? Sie vermutet eher, dass vielleicht jemand etwas zu verbergen hatte und das Handy des Opfers deswegen versteckt hat. Jedoch fällt ihr auf Anhieb niemand ein, der die junge Studentin umgebracht haben könnte.

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[NEWS] Tess Gerritsen – Die Studentin

Taryn Moore ist jung, attraktiv und brillant – warum sollte sie sich umbringen? Detective Frankie Loomis spürt sofort, dass mehr hinter der Geschichte steckt, als sie den Tatort des vermeintlichen Selbstmords untersucht. Die Studentin hat sich aus dem Fenster ihres Apartments gestürzt. Doch ihr Handy ist spurlos verschwunden. Hat es jemand verschwinden lassen, um Spuren zu vertuschen? (Verlagsinfo)


Taschenbuch ‏ : ‎ 384 Seiten
Blanvalet

[NEWS] Tess Gerritsen – Mutterherz (Rizzoli & Isles 13)

Der brutale Mord an einer Bostoner Krankenschwester hält Detective Jane Rizzoli und Gerichtsmedizinerin Maura Isles in Atem. Noch in ihrer Arbeitskleidung wurde ihr bei der Heimkehr der Schädel eingeschlagen. Hat sie einen Dieb überrascht, oder hat jemand auf sie gewartet? Was Jane da gar nicht gebrauchen kann, ist eine Mutter, die sie permanent wegen einer vermeintlich entführten Nachbarstochter anruft – eine, die schon mehrmals weggelaufen ist. Zudem sind da noch diese unfreundlichen Neuen in der Straße, die kürzlich eingezogen sind. Mit denen ist etwas nicht koscher, glaubt Angela. Jane wischt die Warnungen ihrer Mutter beiseite. Doch Angelas Bauchgefühl trügt nicht und bringt sie in höchste Gefahr … (Verlagsinfo)


Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 384 Seiten
Limes

Tess Gerritsen – Blutmale. Ein Isles & Rizzoli-Thriller (Lesung)

Blutiger Okkultthriller: Angriff des Nephilim

An Heiligabend wird in einem Bostoner Stadtteil die zerstückelte Leiche einer jungen Frau gefunden. Der Täter hat die Polizei selbst gerufen. Alles weist auf ein satanistisches Ritual hin, so etwa das lateinische Wort für „Ich habe gesündigt“ und drei umgedrehte Kreuze. Eve Kassovitz muss sich bei diesem Anblick übergeben, was ihr einige Sticheleien der männlichen Kollegen einbringt. Pathologin Maura Isles stellt zu ihrem Erstaunen fest, dass die gefundene linke Hand nicht zu dieser Leiche gehört, sondern zu einer, die sie noch finden müssen.

Wenige Tage später ist auch Eve Kassovitz tot, und in ihrer Nähe sind drei umgedrehte Kreuze an eine Tür geschmiert. Die Tür gehört zur Luxusvilla von Anthony Sansone, der eine „Mephisto-Stiftung“ leitet, die sich nach eigenen Angaben der internationalen Verbrechensbekämpfung widmet. Doch Jane Rizzoli traut ihm ebenso wenig wie Maura Isles, die von Sansones bohrendem Blick eingeschüchtert wird. Und Janes Mann kann partout nichts über Sansone herausfinden. Er hat offenbar mächtige Beschützer …
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Tess Gerritsen – Der Meister. Ein Rizzoli & Isles-Thriller

Nervenzerfetzend

Detective Jane Rizzoli wird in ein Bostoner Villenviertel gerufen, wo sie die Leiche des Arztes Richard Yeager vorfindet. Die Untersuchung ergibt, dass Gail Yeager vor den Augen ihres Mannes vergewaltigt wurde, bevor der Täter ihm die Kehle durchschnitt. Der perverse Mord erinnert Jane an den »Chirurgen«, einen psychopathischen Serienkiller, den sie ein Jahr zuvor verhaftete – nachdem sie ihm beinahe selbst zum Opfer gefallen wäre. Der »Chirurg« sitzt im Gefängnis, aber der neue Mord trägt eindeutig seine Handschrift. Und Jane weiß, dass er noch eine Rechnung mit ihr offen hat …

Hinweis: Weil dies die Fortsetzung von „Die Chirurgin“ ist, ja vielleicht sogar das Mittelstück einer Trilogie (das legt der Schluss nahe), lohnt es sich, den Vorgängerband gelesen zu haben, bevor man sich auf dieses Buch einlässt.

Inzwischen (2005) hat Gerritsen schon wieder zwei Romane mit Rizzoli vorgelegt: „Todsünde“ und „Schwesternmord“.
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Tess Gerritsen – Akte Weiß: Das Geheimlabor (Lesung)

Routiniert: Räuberpistole mit Lovestory

Brisantes Beweismaterial über illegale Forschungen bringt Cathy in Lebensgefahr und weckt bei Dr. Holland Beschützerinstinkte. Er will sie retten. Zumal es ja seine Schuld ist, dass die Hetzjagd auf die Frau, die er liebt, eröffnet wurde. (Verlagsinfo)

Das Buch zu diesem Hörbuch erschien bereits 1986 beim |DuMont|-Verlag, später als |Mira|-Taschenbuch im |Cora|-Verlag. Wie von Testern zu erfahren ist, bewegt sich die literarische Qualität der Mira-Produktionen auf einer recht niederen Ebene.

Die Autorin
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Tess Gerritsen & Gary Braver – Die Studentin

Inhalt

Taryn Moore ist jung, attraktiv und brillant – warum sollte sie sich umbringen? Detective Frankie Loomis spürt sofort, dass mehr hinter der Geschichte steckt, als sie den Tatort des vermeintlichen Selbstmords untersucht. Die Studentin hat sich aus dem Fenster ihres Apartments gestürzt. Doch ihr Handy ist spurlos verschwunden. Hat es jemand verschwinden lassen, um Spuren zu vertuschen?
Für den Englischprofessor Jack Dorian war Taryn die vollendete Versuchung: intelligent, aufmerksam und zu hundert Prozent tabu. Doch Taryn hatte auch eine dunkle Seite, eine Neigung zu obsessiver Liebe – auch für Jack. Und mit ihrem Tod haben seine Probleme erst richtig begonnen.
Loomis‘ Ermittlungen enthüllen pikante Geheimnisse. Schnell wird klar, dass Jack Dorian mehr weiß, als er offenbart. Doch hat er auch einen kaltblütigen Mord auf dem Gewissen?  (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Auf dem Cover steht zwar Kriminalroman, meiner Meinung nach ist „Die Studentin“ jedoch vielmehr ein nervenaufreibender psychologischer Thriller. Die Ermittlungen kommen nur am Rande bzw. am Schluss zum Tragen; hauptsächlich geht es um die komplizierten, verstörenden Umstände, die zu dem Ableben der jungen Frau führen… Tess Gerritsen & Gary Braver – Die Studentin weiterlesen

Tess Gerritsen – Blutmale

Blutiger Okkultthriller: Angriff des Nephilim

An Heiligabend wird in einem Bostoner Stadtteil die zerstückelte Leiche einer jungen Frau gefunden. Der Täter hat die Polizei selbst gerufen. Alles weist auf ein satanistisches Ritual hin, so etwa das lateinische Wort für „Ich habe gesündigt“ und drei umgedrehte Kreuze. Eve Kassovitz muss sich bei diesem Anblick übergeben, was ihr einige Sticheleien der männlichen Kollegen einbringt. Pathologin Maura Isles stellt zu ihrem Erstaunen fest, dass die gefundene linke Hand nicht zu dieser Leiche gehört, sondern zu einer, die sie noch finden müssen.

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[NEWS] Tess Gerritsen – Blutzeuge (Rizzoli & Isles 12)

In Boston wird die Leiche einer jungen Frau gefunden – in der offenen Handfläche liegen ihre Augäpfel. Die Verstümmelung geschah post mortem, die genaue Todesursache bleibt unklar. Kurze Zeit später taucht die Leiche eines Mannes auf – Pfeile ragen aus seinem Brustkorb, die ebenfalls erst nach seinem Tod dort platziert wurden. Beide wurden Opfer desselben Täters, ansonsten scheint es keine Verbindung zwischen ihnen zu geben. Jane Rizzoli steht vor einem Rätsel, bis eine Spur sie zu einem Jahrzehnte zurückliegenden Fall von Misshandlungen in einem katholischen Kinderhort führt … (Verlagsinfo)


Taschenbuch: 416 Seiten
Blanvalet

Gerritsen, Tess – Todsünde

In einer Klosterkapelle wird eine Nonne erschlagen, eine zweite kommt knapp mit dem Leben davon. Wenige Tage später muss die Pathologin Dr. Isles eine zweite Frauenleiche untersuchen: Die „Rattenfrau“ hatte Lepra. Erstaunlicherweise haben die beiden Verbrechen miteinander zu tun.

_Die Autorin_

Tess Gerritsen war eine erfolgreiche Internistin, bevor sie mit dem Medizinthriller „Kalte Herzen“ einen großen Erfolg errang. Es folgten mehrere mittelmäßige Thriller wie „Roter Engel“, die durchaus spannend zu unterhalten wissen.

Mit dem Bestseller „Die Chirurgin“ ist ihr auch der Durchbruch in Deutschland gelungen, denn dieser Thriller ist noch eine ganze Klasse härter: Der Mörder entfernt seinen weiblichen Opfern die Gebärmutter. Die Fortsetzung trägt den Titel „Der Meister“, und „Todsünde“ ist der dritte Roman mit Detective Jane Rizzoli vom Boston Police Department.

Gerritsen lebt mit ihrem Mann, dem Arzt Jacob Gerritsen, und ihren beiden Söhnen in Camden, im US-Bundesstaat Maine.

_Handlung_

Die ersten Schneefälle lösen in Boston, Massachusetts, ein mittleres Verkehrschaos aus, und die Weihnachtsvorbereitungen tragen sicher nichts dazu bei, das Chaos zu verringern. Deshalb ist die Gerichtspathologin Dr. Maura Isles, von ihren Kollegen liebevoll „Königin der Toten“ genannt, auch heilfroh, lebendig an einem neuen Tatort anzukommen statt im Graben zu landen.

In der alten Graysones Abbey, einem Nonnenkloster am Stadtrand, soll Maura die Leiche einer Novizin namens Camille Maginnes untersuchen; der jungen Frau wurde in der Kapelle des katholischen Klosters brutal der Schädel eingeschlagen. Eine weitere Nonne, Schwester Ursula, überlebte den Überfall schwer verletzt und liegt auf der Intensivstation. Pater Brophy von der katholischen Gemeinde hat ebenfalls keine Erklärung. Maura fühlt sich unerklärlich zu ihm hingezogen. Sie ist einsam.

Die Befragung der wenigen verbliebenen Nonnen erbringt nichts, erst als Maura und Detective Jane Rizzoli vom Boston PD die freche Tochter der Haushälterin befragen, ergeben sich ein paar Anhaltspunkte. Auf dem Dachboden der Quartiere befinden sich nicht nur Dutzende von Spielzeugpuppen, sondern auch Löcher, durch die man in die Stuben der Nonnen spähen kann. Und die kleine Noni erzählt, die junge Camille habe sich stets gegeißelt und ihre Stube wie besessen geschrubbt und in einem Buch zu Sankt Brigitta von Irland gebetet.

Ein scheinbar unwichtiger Hinweis, doch Brigitta ist die Schutzheilige der Neugeborenen… Als Maura die Autopsie an Camille vornimmt, stellt sie erstaunt fest, dass die junge Frau, die ihre Brüste so fest abband, dass es geschmerzt haben musste, kurz zuvor ein Kind zur Welt gebracht hatte. Da auch Nonnen ebenso wie Priester an das Keuchscheitsgelübde gebunden sind, ist dies ein sehr verwunderliches Ergebnis. Und wer war dann der Vater? Pater Brophy vielleicht?

Rizzoli ordnet die Durchsuchung des Klostergeländes an. Wieder liefert Noni den wichtigsten Hinweis: Im Ententeich versenkte die unglückliche Camille ihren Säugling. Als Maura das Baby aus seiner Decke wickelt, um die Autopsie vorzunehmen, bricht Rizzoli vor Entsetzen zusammen. Sie hat selbst vor wenigen Stunden festgestellt, dass sie schwanger ist – von ihrem Ex-Freund Gabriel Dean, FBI (vgl. „Der Meister“) – und weiß nicht, ob sie das Kind behalten soll.

Nachdem Mauras Ex-Mann Victor Banks, ein vielbeschäftiger Koordinator für Entwicklungshilfeprojekte von „One Earth“, wieder aufgetaucht und sie seinem Charme erneut verfallen ist, wird sie schon zum nächsten Tatort gerufen. In einer ziemlich grausigen, rattenverseuchten Umgebung unweit von Graystones Abbey hatte ein Drogenfahnder zufällig eine Frauenleiche entdeckt. Dem Körper fehlen jedoch das Gesicht, die Hände und die Füße. Um die Identität zu verschleiern, muss man aber keine Füße amputieren, oder? Maura rätselt auch über zahlreiche Hautpusteln. Nach Hinzuziehung einer Expertin steht der schlimme Befund fest: Diese Frau hatte Lepra.

Und da Schwester Ursula mal fünf Jahre in Indien an einer Lepraklinik gearbeitet hatte, besteht möglicherweise ein Zusammenhang. Als Jane Rizzoli und Maura von Gabriel Dean Fotos erhalten, die diese Leprakolonie nach einem verheerenden Massaker – alle Leprakranken sowie die behandelnden Schwestern wurden verbrannt – zeigen, stellt Maura beklommen fest, dass es sich um eine Klinik von |One Earth| handelt. Ist ihr Lover Victor Banks etwa in die Vorgänge verwickelt?

_Mein Eindruck_

Ich habe diese 400 Seiten innerhalb nur eines Tages gelesen, so flott sind sie zu lesen – es lag nicht nur an der großen Schrift. Aber das wundert mich nicht, denn auch schon die beiden anderen Rizzoli-Romane „Die Chirurgin“ und die direkte Fortsetzung „Der Meister“ waren ebenfalls superspannend und leicht zu lesen.

„Todsünde“ unterscheidet sich in mehrfacher Hinsicht von seinen Vorgängern. Zum einen steht diesmal nicht Jane Rizzoli im Mittelpunkt des Geschehens, sondern Dr. Maura Isles, die „Königin der Toten“. Sie muss sich mit ihren eigenen Lebenszielen auseinandersetzen, als ihr Ex Victor entgegenhält, er selbst kümmere sich lieber um die bedürftigen Lebenden – und deshalb sei wohl ihre Ehe gescheitert. Sie hingegen weiß, dass er nie für sie da war, denn er musste sich ja um seine superwichtigen Entwicklungsprojekte kümmern. Deshalb weiß sie nicht, was sie von seinem Versuch halten soll, sie zurückzugewinnen. Sex ist zwar gut für das Wohlbefinden, aber was verbindet sie sonst noch?

Auch die drei neuen Fälle halten sie in Atem. Diesmal geht es nicht um Sex- und Todesspiele mit Reichen wie in „Der Meister“ oder um verstümmelte Frauen wie in „Die Chirurgin“, sondern um zwei eher entlegene Gebiete, nämlich Nonnen und Lepra. Allerdings wird sich noch ein weiterer Abgrund auftun, der viel näher an der aktuellen Realität liegt.

Stichwort Nonnen: Die Novizin Camille hat in den Augen der anderen Nonnen eine Todsünde begangen, als sie mit einem Mann zusammen war und ein Kind bekam. Aber ist sie wirklich der Sünde schuldig? Ist es möglicherweise Pater Brophy, der von sich selbst zugibt, hin und wieder Momente der Schwäche zu erleben? Wie jeder in Boston weiß, haben sich Priester an kleinen Jungen und Mädchen sexuell vergangen. Ist er einer von ihnen? Als Rizzoli den extrem reichen Vater von Camille, Randall Maginnes, besucht, wird ein weiterer Verdacht geweckt. In dieser Familie gingen rätselhafte Dinge vor.

Aber war nicht auch der Überfall auf die Leprastation in Indien eine Todsünde? Nicht nur die Menschen, sondern auch die Tiere wurden getötet und auf Scheiterhaufen verbrannt. Das soll ein politisch oder religiös motivierter Terroranschlag gewesen sein? Bullshit, denkt Maura Isles, als sie den Schriftzug „One Earth“ auf dem Foto der Lepra-Klinik entdeckt…

Während sich die Spannungen in den Privatleben der beiden Hauptfiguren zu einer Krise steigern, kommt es auch in den Untersuchungen zum Finale – und dabei gerät Maura in Lebensgefahr. Auffällig sind dabei die Parallelen zu Novizin Camilles traurigem Schicksal. Und auch Schwester Ursulas Leben steht offenbar auf dem Spiel: Sie war die einzige Zeugin am Tatort in der Kapelle. Doch warum hat sie überlebt und Camille nicht?

_Unterm Strich_

Trotz des etwas abgedroschenen Titels hat dieses Buch rein gar nichts mit einem Thriller à la „Sieben“ zu tun, in dem ja auch die sieben Todsünden den Anlass für die Handlung abgeben. Der Begriff „Todsünde“ wird bei Gerritsen viel weiter gefasst und uminterpretiert. Es gibt Sünden der Neuzeit, die sich nicht ohne weiteres aufdecken, bestrafen und „abwaschen“ lassen. Camilles angebliche Sünde fällt dagegen richtig altmodisch aus – und ist leider allzu verbreitet. Der Originaltitel „The Sinner“ kann sowohl eine Frau als auch einen Mann meinen. Das hat die Autorin sicherlich listigerweise beabsichtigt.

|Verschmelzung der Themen|

Ich fand die Lektüre diesmal befriedigender als „Der Meister“, wenn auch nicht so schockierend wie „Die Chirurgin“. Die Zufriedenheit beruht vor allem auf der nahezu vollkommenen Verschmelzung des Themas der Verbrechensaufklärung durch Rizzoli und Maura mit dem Thema der privaten Selbstverwirklichung durch Bewältigung akuter Probleme (Mauras Ex-Mann, Rizzolis Schwangerschaft). Die zwei Welten sind so perfekt miteinander verwoben, dass kaum noch die Trennung wahrnehmbar ist.

|Die Klippen der Klischees|

Der besonders kritische Leser wird aber merken, dass das Thema „katholische Kirche“ von der Autorin mit Samthandschuhen angefasst wird, weil hier nämlich sämtliche Klischees lauern, die die Medien durchgehechelt haben (Missbrauch etwa) – und diese Klippen gilt es zu umschiffen, um nicht abgedroschen zu wirken. Zum Glück haben Maura (aufgezogen in der Klosterschule) und Rizzoli (eine Italienerin) genügend eigene Erfahrung mit der katholischen Kirche, dass der Eindruck vermieden wird, hier würden nur Klischees neu aufgewärmt, im Gegenteil. Es sind genau diese Erfahrungen, die Pater Brophy und die Nonnen für uns so interessant machen – ein wichtiger Pluspunkt für das Buch.

|Ein Weihnachtsmärchen|

Ganz, ganz clevere Leser werden nicht übersehen, dass es sich bei „Todsünde“ um eine moderne Variante von Charles Dickens‘ „Christmas Carol“ handelt. Doch nicht drei „Geister der Weihnacht“ treten auf, um einen Sünder zu bekehren, sondern mehrere Sünder und Heilige tauchen auf – ausgerechnet zu jener Zeit des Jahres, da die Geburt des Jesuskindes gefeiert werden soll. Leider entpuppen sich mitunter die Sünder als die Opfer und die Heiligen als Schuldige.

In diesem Erkenntnis- und Erfahrungsumfeld müsssen sich unsere beiden Heldinnen entscheiden. Will Jane Rizzoli ihr ganz privates Jesuskind behalten oder es wie Camille umbringen? Und Maura muss über ihren Ex-Mann urteilen, ob er er ein Heiliger (Entwicklungshelfer etc.) und Dreamlover oder doch ein Sünder ist. Spannend ist dies allemal.