Jussi Adler-Olsen – Natrium Chlorid: Der neunte Fall für Carl Mørck

Worum geht’s?

Seit 1988 arbeiten Marcus Jacobsen und sein bester Ermittler Carl Mørck nun schon zusammen. Der Selbstmord einer Frau an ihrem 60. Geburtstag führt die Ermittler zurück in genau dieses Jahr 1988. Denn seit nun mehr dreißig Jahren, scheint ein Mörder sein Unwesen zu treiben, ohne dass man ihn dingfest machen könnte.

Er wählt sowohl seine Opfer als auch die Todeszeitpunkte mit Bedacht und Präzision. Die Taten lässt der Täter als Unfälle oder Suizide aussehen. Langsam aber sicher blicken die Ermittler des Sonderdezernats Q sein Muster und wenn sie damit richtig liegen, wird schon in wenigen Tagen ein weiterer Mord geschehen. Gelingt es ihnen diesen zu verhindern und den Täter endlich zu fassen?

Inhalt

Das Sonderdezernat Q, das sind Carl Mørck, Haffez Al-Assad, Gordon Taylor und Rose, stehen weiterhin für die Aufklärung der Cold Cases. Solchen Fällen, die nie geklärt werden konnten. Gemeinsam können sie mittlerweile enorme Erfolge verzeichnen und sind landesweit bekannt. Seit die vier Ermittler mit ihren Räumlichkeiten aus dem beengten, dunklen Keller hinaufgezogen sind, ist auch ihr Ansehen bei den Kollegen etwas gestiegen.

Während sie durch einen aktuellen Fall weit in die Vergangenheit katapultiert werden, scheint der Täter weiterhin sein Unwesen zu treiben. Dieser geht dabei äußerst präzise vor und seine Morde scheinen politisch oder sogar religiös begründet zu sein. Als seine persönliche Handschrift hinterlässt er in der Nähe seiner Mordopfer immer ein Häufchen Salz, genau wie in der biblischen Geschichte um Sodom und Gomorra.

Zeitgleich holt Carl die Vergangenheit weiter ein. Vor vielen Jahren war er, sein Kollege Hardy, der seitdem vom Hals abwärts gelähmt ist und Anker, der bei einem Schusswechsel ums Leben kam in einen Fall verwickelt. Nun scheint Carl in dieser Sache in den Fokus zu rücken.

Während die Ermittler vom Sonderdezernat Q mit Hochdruck vor und über die Weihnachtsfeiertage an der Aufklärung des Falles arbeiten, sammeln sie wie immer alle ihre Informationen am Whiteboard. Es hat einige Tage gebraucht, bis sie das komplexe Schema des Täters erkannt haben. Wenn sie in dieser Annahme richtig liegen, bleiben ihnen nur noch ganz wenige Tage, bis der Täter erneut zuschlagen. Zusätzlich zum psychischen und zeitlichen Druck erschweren die Maßnahmen der Corona-Pandemie zusätzlich die Arbeit der vier Ermittler.

Mein Eindruck

Endlich ein neuer Fall für Carl Mørck und sein Team. Wenn man schon einige Fälle des Teams gelesen hat, begleitet man sie womöglich schon viele Jahre. Durch den privaten Einblick in die Leben der Protagonisten lernt man sie im Laufe der Zeit wirklich gut kennen und diese Tatsache sorgt für zusätzlichen Lese-Reiz in dieser Serie.

Die Gestaltung des Covers gefällt mir mit der magentafarbenen Schrift und der Abbildung der Spritze richtig gut. Auch das Innenband ist in der Farbe gestaltet und zeigt auf der ersten Seite nochmal alle Fälle der Mørck-Reihe. Dabei wird nochmal bewusst wie einheitlich und unverkennbar die Covergestaltung der Bücher ist, obwohl sich bislang keine Farbe bei der Gestaltung wiederholt hat.

Der Prolog zeigt bereits auf wenigen Seiten, dass es auch hier wieder um eine bizarre, undurchsichtige Geschichte gehen wird. Man könnte meine, dass Jussi Adler-Olsen im Laufe der Zeit “ruhiger” geworden ist, oder sich zumindest in seiner Schreibweise verändert hat. Während seine Fälle früher sehr blutrünstig waren, sind sie mittlerweile nicht weniger brutal, dafür aber psychologisch deutlich tiefgründiger und böser.

Ehrlich gesagt viel mehr der Einstieg in diesen Fall etwas schwerer als sonst. Das Lesen fühlte sich irgendwie zäh an. Es waren unglaublich viele Personen, die auf einmal auf einen einprasselten und es fehlte mir jeglicher Überblick. Ab der Hälfte des Buchs wurde dies jedoch Gott sei Dank besser und dem Autor gelang es endlich mich zu fassen.

Der Fall ist irre komplex und raffiniert. Jussi Adler-Olsen ist wirklich einzigartig wie er seine Fälle durchdenkt und zu einem Buch zusammenstrickt. Er beachtet dabei jede noch so kleinste Kleinigkeit und mehr als einmal habe ich mich gefragt, wie ein Mensch auf solche Gedanken kommt. Es ist und bleibt mir wohl ein Rätsel – ist aber auch egal, Hauptsache der dänische Autor bietet uns noch viele weitere Fälle um den sympathischen Carl Mørck.

Über den Autor

Jussi Adler-Olsen veröffentlicht seit 1997 Romane, seit 2007 die erfolgreiche Serie um Carl Mørck vom Sonderdezernat Q. Er ist einer der erfolgreichsten Bestsellerautoren weltweit. Seine vielfach preisgekrönten Bücher erscheinen in über 40 Ländern und werden mehrfach verfilmt. (Verlagsinfo)

Fazit

Auch wenn es nicht mein Favorit der Serie ist, so hat “Natrium Chlorid” mit doch einige Lesestunden beschert, die ich nicht mehr missen möchte. Es fühlt sich für mich mittlerweile so an, als wenn man liebgewonnen Freunde wieder trifft, nicht zuletzt wegen Assads Kamel-Sprüchen, für der Autor sich in jedem Buch immer wieder genügend Zeit nimmt.

Gebunden: 528 Seiten
ISBN: 978-3423282802

www.dtv.de
www.jussiadlerolsen.com

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