McIntosh, Fiona – letzte Pfad, Der (Der Feuerbund 3)

_|Der Feuerbund|:_

Band 1: [„Die dunkle Gabe“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4786
Band 2: [„Die Prophezeiung“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5901
Band 3: _“Der letzte Pfad“_

_Nach all dem, _was Wyl von Elysius erfahren hat, ist er zum Hain zurückgekehrt. Mit dessen Hilfe gelangt er nach Werryl, wo er erfährt, dass Morgravias Legionen an der Grenze zu Briavel aufmarschiert sind. Um Valentyna mehr Zeit zu verschaffen, beschließt er, den Körper seiner Schwester an Celimus auszuliefern …

Wyls Freund Aremys hat derweil das Vertrauen des Gebirgskönigs errungen und wird von ihm beauftragt, Celimus den Abschluß eines Friedensvertrages anzubieten. Um Celimus zu einem Treffen mit Cailech zu bewegen, verspricht er ihm die Auslieferung von Ylena Thirsk…

_Neue Charaktere _von Bedeutung tauchen in diesem dritten Band keine mehr auf und auch eine Entwicklung bekannter Figuren findet nicht mehr statt, es sei denn, man möchte die Tatsache, dass Valentyna sich doch noch dazu durchringt, an Magie zu glauben, oder Jessoms Erkenntnis, dass Celimus niemals ein fähiger König werden wird, als Charakterentwicklung bezeichnen.

Auch am Handlungsverlauf ändert sich nicht mehr viel. Sämtliche Beteiligten sind hauptsächlich damit beschäftigt, aus den unterschiedlichsten Gründen ständig in der Gegend herumzulaufen oder zu -reiten. Dass dem Leser nicht immer die Beweggründe für diese Ortswechsel verraten werden – wie zum Beispiel, warum Wyl im Hain beschließt, ausgerechnet nach Werryl zu müssen -, macht die Sache stellenweise etwas wirr.

Dennoch gelingt es der Autorin, immer wieder mal kleinere Spannungsbögen aufzubauen, da all jene, die gegen Celimus arbeiten, so weit voneinander entfernt sind, dass sie meist nicht in der Lage sind, ihre Pläne und die dafür erforderlichen Lügen aufeinander abzustimmen, was immer wieder zu brenzligen Situationen führt.

Nicht besonders gelungen fand ich dagegen Fynchs Treffen mit dem König der Geschöpfe im Hain. Dieses Treffen ist in einer derart schmalzigen Ausdrucksweise beschrieben, dass ich die gesamte Szene als völlig unnatürlich empfand. Auch, dass der aufgeweckte und – zugegebenermaßen – sehr treue und gutmütige Fynch in diesem Zusammenhang schon fast zum Heiligen stilisiert wurde, lässt diese bisher sympathische und angenehme Figur zu einem klebrigen Bonbon werden. Daran ändert auch der durchaus interessante magische Zweikampf mit Rashlyn nichts mehr, zumal dessen Rolle innerhalb des Gesamtzyklus nicht so groß oder wichtig war, dass sie tatsächlich die Bedrohung vermittelt hätte, die der König der Geschöpfe ihr beimisst.

Ebenfalls enttäuscht war ich vom Showdown. Obwohl dankenswerterweise Wyl für das Happy End des Buches nicht in Celimus Körper landet, womit ich schon fest gerechnet hatte, beruht der Weg, der dies vermieden hat, auf einem solch krassen, logischen Bruch, dass ich schon dachte, ich hätte etwas überlesen. Dem war aber nicht so. Und so leidet die Basis für die Wendung zum glücklichen Ende ebenso an Instabilität wie die der ursprünglichen Ausgangssituation, anhand derer alles seinen Anfang nahm.

_Zurück blieb _ein durchwachsener Gesamteindruck. Trotz sympathischer Helden, einiger interessanter Zusammenhänge und gelungener Überraschungen wirkt der Zyklus großteils hyperaktiv, weil die Hauptperson, aber auch diverse Nebenfiguren wie Elspyth und Fynch, ständig von einem Ort zum anderen reisen. Es geht zu wie in einem geschäftigen Bienenstock, und doch scheint sich bis zu den letzten zweihundert Seiten nichts so recht vorwärts zu bewegen. Als der wirre Knoten sich endlich löst, tut er das auf eine Weise, die das Ende ebenso unglaubwürdig macht, wie es der Beginn des Zyklus war. Dabei hätte man aus der faszinierenden Grundidee so viel mehr machen können. Schade.

_Fiona McIntosh_ stammt ursprünglich aus England, ist aber bereits als Kind viel zwischen Afrika und England hin- und hergereist, hat eine Zeitlang in Paris gearbeitet und ist schließlich in Australien gelandet, wo sie mit ihrem Mann und zwei Kinder hängengeblieben ist. Der Herausgabe eines Reisemagazins folgte 2005 der Roman „Myrren’s Gift“, der erste Band ihrer |Feuerbund|-Trilogie. Seither hat die Autorin mit |Trinity|, |Percheron| und |Valisar| drei weitere Trilogien geschrieben. Außerdem hat sie sich dem Krimifach zugewandt. Beschäftigt ist sie zurzeit mit einem weiteren Roman, der in der Welt ihrer |Feuerbund|-Trilogie spielt. Außer dem |Feuerbund| ist jetzt auch ein weiterer ihrer Romane auf Deutsch erschienen unter dem Titel „Herzen aus Gold“.

|Originaltitel: The Quickening 3: Bridge of Souls
Übersetzung von Wolfgang Thon
Taschenbuch, 763 Seiten
ISBN-13: 978-3-453-52396-8|
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