Wallace, Edgar – Edgar Wallace Box 1

_Inhalt_

_“Die toten Augen von London“_

|Besetzung:|

Mr. Stuart – Günther Flesch
Inspector Larry Holt – Günther Ungeheuer
Miss Diana Ward – Pea Werfel
Dr. Judd – Mannfred Steffen
Reverend Dearborn – Wolfgang Völz
Diener Patrick Sunny – Karl Heinz Hess
Sir John Hason – Paul Edwin Roth
Miss Fanny – Rebecca Völz
Flimmer-Fred – Horst Stark
Der ‚blinde‘ Jake – Lothar Ziebell
Sergeant Harvey – Martin Piontek
Mister LEW – Günther Dockerill
Emma – Pamela Punti
Sprecher – Horst Naumann

|Regie:| Heikedine Körting

|Story:|

Als ein wohlhabender Kanadier in London tot aufgefunden wird, vermutet die Polizei zunächst, dass der Mann bloß ertrunken sei. Doch bei der Spurensuche stößt Inspector Holt auf einige Ungereimtheiten und schließlich auch auf ein seltsames Testament, das der Verstorbene anscheinend auf sein Hemd geschrieben hatte.

Langsam reift die Überzeugung, dass der Mann ermordet wurde, und zwar von einer seltsamen Bande namens ‚Die toten Augen von London‘. Holt begibt sich gemeinsam mit seiner neuen Kollegin Diana Ward in eine Einrichtung für blinde Menschen, wo er sich weitere Informationen erhofft. Doch die Leitung zeigt sich wenig kooperativ und ist nicht bereit, sich näher auf die Polizei einzulassen. Holt lässt jedoch nicht locker. Sein Weg führt ihn zum geheimnisvollen ‚blinden‘ Jake – und von dort aus auf direktem Wege zu der gefürchteten Vereinigung.

_“Der Frosch mit der Maske“_

|Besetzung:|

Inspector Dick Gordon – Uwe Friedrichsen
Mr. Johnson – Wolfgang Kieling
John Bennett – Paul Edwin Roth
Miss Ella Bennett – Rebecca Völz
Ray Bennett – Michael Harck
Sergeant Elk – Wolfgang Völz
Mr. Ezra Maitland
Lew Brady – Lothar Ziebell
Gefängnisdirektor – Jürgen Thormann
Mr. Selinski – Günther Flesch
Carlo – Martin Piontek
Inspector Genter – Karl Heinz Hess
Sprecher – Horst Naumann

|Regie:| Heikedine Körting

|Story:|

Ein skrupelloser Verbrecher macht den Londoner Untergrund seit längerer Zeit unsicher und verbreitet mit seinen brutalen Attentaten Angst und Schrecken. Nach jeder weiteren Tat hinterlässt er sein Symbol, einen Frosch, und wird schließlich als der Frosch mit der Maske gefürchtet. Inspector Richard Gordon ahnt bei seinem ersten Aufeinandertreffen mit der hübschen Ella Bennett noch nicht, dass er ebenfalls sehr bald mit dem verruchten Bösewicht in Kontakt kommen wird. Doch der Frosch sehnt sich nach der Zuneigung der jungen Frau und akzeptiert in seinem Werben keine Konkurrenz.

Nachdem er den Firmenbesitzer Maitland aus dem Weg geräumt und Elas Bruder Ray als Druckmittel eingesetzt hat, um Ellas Gunst zu erlangen, wähnt er sich am Ziel seiner Träume. Doch Miss Bennett hat sich inzwischen in den längst ermittelnden Inspector Gordon verliebt, und der kämpft mit aller Macht dagegen, dass der Frosch mit der Maske ein weiteres Mal aktiv werden kann.

_“Der Hexer“_

|Besetzung:|

Inspector Alan Wembury – Wolfgang Kieling
Inspector Bliss – Peter Lakenmacher
Mary Lenley – Susanne Beck
Johnny Lenley – Michael Harck
Mr. Milton – Günther Ungeheuer
Mrs. Cora Milton – Judy Winter
Mr. Maurice Messer – Jürgen Thormann
Sam Hackitt – Horst Stark
Sergeant – Harald Pages
Oberst Chaffris Wisman – Karl Heinz Hess
Sprecher – Horst Naumann

|Regie:| Heikedine Körting

|Story:|

Nach längerer Zeit taucht der Meister der Verkleidung, ein Verbrecher, den viele nur den ‚Hexer‘ nennen, wieder in England auf und begeht alsbald auch schon wieder seinen ersten Mord. Als der merkwürdige Anwalt Maurice Messer vom erneuten Auftauchen seines schlimmsten Feindes erfährt, gerät er in Panik und setzt alles daran, sich vor einem eventuellen Anschlag des Hexers zu schützen.

Auch der gerade aus dem Gefängnis entlassene Johnny Lenley fürchtet sich vor einem weiteren Aufeinandertreffen mit dem erbarmungslosen Killer und gibt der Polizei keine weitere Auskunft über den tot geglaubten Verbrecherkönig. Inspector Wembury und seine Crew stehen gleich vor mehreren Rätseln, denn niemand vermag zu sagen, wie der Hexer in Wirklichkeit aussieht. Doch Scotland Yard ist sicher, dass der brutale Mörder eines Tages bei Maurice Messer erscheinen wird, um eine alte Rechnung zu begleichen. Allerdings reagiert Messers Leibgarde einen Schritt zu spät, als der Hexer dann tatsächlich ein weiteres Mal zuschlägt …

_Meine Meinung_

Mittlerweile wird der Hörspielmarkt in Sachen Edgar Wallace immer schwerer überschaubar. Auch |Europa| schickt nun erneut drei Klassiker aus dem Jahre 1983 erneut ins Rennen und veröffentlichte dieser Tage die erste 3-CD-Box um den berühmten englischen Krimi-Autor.

Mit „Der Hexer“, „Die toten Augen von London“ und „Der Frosch mit der Maske“ hat man sich dabei auch direkt für drei absolute Klassiker der britischen Kriminalliteratur entschieden, die auf jeden Fall zu den bekanntesten Fällen aus der Feder des berühmten Hitchcock-Pendants gehören. Dabei passt die hier getroffene Kombination aber auch sehr gut zusammen, weil es inhaltlich doch sehr viele offenkundige Parallelen gibt. So treten die Attentäter in allen drei Erzählungen verschleiert auf, sei es nun aufgrund der Blindheit in „Die toten Augen von London“ oder aber maskiert und berüchtigt in den anderen beiden Hörspielen. Und auch die Motive gleichen sich streckenweise doch sehr, wobei „Der Hexer“ ein wenig aus der Reihe tanzt und meines Erachtens auch die faszinierendste Figur in dieser 3-CD-Box ist, weil ihr nebulöser Schleier auch über das Ende hinaus erhalten bleibt.

Qualitativ gibt es hingegen leichte Unterschiede. So ist die erste Episode ein wenig verworren aufgebaut und entwickelt erst im Laufe der Handlung eine klare Linie. Die Geschichte um Inspector Holt und die merkwürdige Blindenvereinigung beginnt rasant, wirft dann plötzlich einige schwer durchschaubare Rätsel auf und droht kurzfristig den Halt zu verlieren, weil einem aufgrund der ähnlichen Stimmen sowie der schwerlich erkennbaren Zusammenhänge zwischenzeitlich der Überblick verloren geht. Doch wenn sich dann zum Ende hin die einzelnen Puzzlestücke zusammenfügen lassen, wirkt wieder alles logisch, wobei die Spannung bis zu diesem Punkt durchweg auf höchstem Niveau ist. Trotz kurzer Ungereimtheiten: Ende gut, alles gut und letztendlich auch die Gewissheit, einen weiteren Höhepunkt aus dem umfangreichen Katalog des britischen Krimiautors gehört zu haben.

In der zweiten Story geht es hingegen mehr um zwischenmenschliche Aspekte. Liebe ist dieses Mal das Motiv für die Schreckenstaten des gefürchteten Frosches mit der Maske und wird nach und nach zum Hauptverursacher für ein bösartiges Ränkespiel, das mehrere Unschuldige beinahe bzw. tatsächlich mit dem Leben bezahlen müssen. Doch auf der Suche nach möglichen Missetätern gehen Inspector Gordon und seinen Männern die Verdächtigen aus. Umso größer ist daher auch die Überraschung, als das Geheimnis hinter der Maske gelüftet wird Doch bis dahin muss Gordon noch um das Wohl seiner frisch verliebten neuen Lebensgefährtin Ella Bennett fürchten, um die sich neben Gordon auch noch diverse andere Leute streiten. Fazit: Eine rasante Story mit typischer Wallace-Action und vielen plötzlichen Wendungen. Was die Spannung jedoch betrifft, ist die Geschichte zum Ende hin ziemlich berechenbar und reicht daher auch nicht so ganz an die übrigen beiden Handlungen heran. Dennoch: Ein durchweg hörenswertes Hörspiel.

Zu guter Letzt folgt dann einer der Wallace-Klassiker schlechthin, nämlich die Geschichte um den sagenumwobenen Hexer, einen rastlosen Killer, der in ganz London und im Speziellen von seinen ehemaligen Angehörigen gefürchtet wird, denn wer sich einmal mit dem finsteren Killer eingelassen hat, kann seiner skrupellosen Hand nicht mehr entkommen. Dies müssen auch Johnny Lenley und der merkwürdige Staatsdiener Maurice Messer erkennen, als sie von der plötzlichen Rückkehr des länger verschwundenen Verkleidungskünstlers erfahren. Und von dort an lebt ganz London in Angst und Panik – und der Hörer in steter Aufregung.

Was die schauspielerischen Leistungen betrifft, bietet keines der drei enthaltenen Hörspiele auch nur den Ansatz einer Angriffsfläche. Die oftmals ähnliche Besetzung harmoniert sehr gut und verkörpert ihre Rollen glaubhaft, was für das Gelingen der durchweg überzeugenden Darbietungen auch der ausschlaggebende Punkt ist. Inhaltlich war indes zu erwarten, dass drei spannende Kriminalgeschichten geboten werden, und dank der adäquaten Umsetzung ist der Transfer der Originalvorlagen ins Hörspielformat auch problemlos vonstatten gegangen. Lediglich die Liebeleien zwischen dem Ermittler und seiner jüngsten Bekanntschaft wirken als ständig wiederkehrendes Ereignis ein wenig aufgesetzt und lenken besonders in „Der Frosch mit der Maske“ leicht von der Haupthandlung ab. Dies darf man aber gewiss nicht überbewerten, denn unterm Strich darf man bei der hier getroffene Auswahl sowohl im Hinblick auf die Handlung als auch die Performance von einer erlesenen Zusammenstellung sprechen, die für konsequent spannende Unterhaltung bürgt. Und das ist am Ende alles, was zählt!

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