Richter, Devon /Frey, Nikola / Lueg, Lars Peter – Jack Slaughter 1: Tochter des Lichts

_Horror-Parodie: Der Sound des Höllenhunds_

Die erste Horror-Hörspiel-Sitcom!

Im sonnigen Jacksonville erwacht das unsagbar Böse. Waffenfreak und Hobbytaucher Jack Slaughter wird dazu berufen, sich auf einen heiligen Feldzug gegen die Finsternis zu begeben. Wird Jack es schaffen, gegen Dämonen, Monster, Zombies und Vampire zu bestehen? Und warum soll ausgerechnet er die „Tochter des Lichts“ sein? Doch das grauenhafte Schicksal nimmt bereits seinen Lauf!

Das Label empfiehlt die Produktion ab zwölf Jahren.

_Die Autoren_

Für Idee, Konzeption und Story zeichnet Regisseur und Produzent Lars Peter Lueg verantwortlich. Die Dialogbücher schrieben Devon Richter und Nikola Frey. Die Musik stammt von Andy Matern, zusätzliche Gitarren spielte Stefan Ellerhorst. Die Aufnahme leitete Anno Storbeck. Das Artwork trug Alexander Lux bei.

Folge 1: Tochter des Lichts
Folge 2: Professor Dooms Erwachen
Folge 3: Das Tor zur Hölle
Folge 4: Virus in Jacksonville

_Die Sprecher_

Erzähler: Till Hagen (dt. Stimme von Kevin Spacey)
Jack Slaughter: Simon Jäger (Josh Hartnett, Heath Ledger, Matt Damon)
Tony Bishop: David Nathan (Johnny Depp, Christian Bale)
Dr. Kim Novak: Arianne Borbach (Catherine Zeta-Jones, Diane Lane)
Prof. Doom: Klaus-Dieter Klebsch (Alec Baldwin, Peter Stormare)
Basil Creeper: Rainer Fritzsche
Miss Albright: Regina Lemnitz (Kathy Bates, Diane Keaton, Whoopi Goldberg)
General Custer: Detlef Bierstedt (George Clooney)
Sunset River: Schaukje Könning (Charisma Carpenter)
Rick Silver: Dennis Schmidt-Foß (Freddie Prinze jr.)
Mr. Ming: Fang Yu
Grandma Abigail: Gisela Fritsch (Susan Sarandon)
Bob: Andy Matern
Und viele andere.

Simon Jäger, geboren 1972 in Berlin. Seit 1982 arbeitet er als Synchronsprecher bei Film und TV. Er lieh unter anderem Josh Hartnett, Heath Ledger, James Duvall, Balthazar Getty, River Phoenix seine Stimme, aber auch „Grisu dem kleinen Drachen“, und war auch in TV-Serien wie „Waltons“, „Emergency Room“ zu hören. Seit 1998 arbeitet er zudem als Autor und Dialogregisseur. (Homepage-Info)

Andy Matern wurde 1974 in Tirschenreuth, Bayern geboren. Nach seiner klassischen Klavier-Ausbildung arbeitete er einige Jahre als DJ in Clubs. Seit 1996 ist er als freiberuflicher Keyboarder, Produzent, Remixer, Songwriter und Arrangeur tätig. Er kann trotz seiner jungen Jahre bereits mehr als 120 kommerzielle CD-Veröffentlichungen vorweisen. Darunter finden sich nationale und internationale Chart-Platzierungen mit diversen Gold- und Platin-Auszeichnungen.

Detlef Bierstedt ist Schauspieler und Synchronsprecher. Als deutsche Stimme von George Clooney verleiht er diesem Lässigkeit und Charme. Seit 1984 hat er über 600 Synchron-Rollen gesprochen und war als Schauspieler in der TV-Serie „Tatort“ zu sehen.

David Nathan gilt als einer der besten Synchron-Sprecher Deutschlands. Seine herausragende Erzählkunst erweckt den Horror zum Leben. Im deutschsprachigen Kino erlebt man ihn als Stimmband-Vertretung von Johnny Depp und Christian Bale.

_Vorgeschichte_

Im Verborgenen tobt seit Jahrtausenden ein blutiger Krieg zwischen Gut und Böse. Die Menschheit allein ist zu schwach, die entseelte Dunkelheit zu besiegen. Doch in Zeiten größter Verzweiflung wird eine Kämpferin geboren, die sich tapfer den Dämonen und Mächten der Finsternis entgegenstellt. Jene Kriegerin ist die Tochter des Lichts, die mit ihrer Kraft gegen die erbarmungslosen Bestien der Hölle antreten muss. Sie nimmt sich selbst nicht ganz so ernst, aber ihre Feinde sollten dies besser tun. Begleiten wir die Tochter des Lichts auf seinem Weg. Ihr Name ist … Jack Slaughter.

_Handlung_

Das Unheil beginnt eines Tages an der Universität von Jacksonville in Kalifornien. Dort hat Professor Daniel Oswald Ozymandias Mangrove (man merke sich seine vier Initialen!) den Lehrstuhl für Parapsychologie inne. Aus einer banalen Meinungsverschiedenheit wird eine Kündigung: Seine Assistentin, die bildschöne Dr. Kim Novak, ihres Zeichens Physikerin und Bikinimodel, schmeißt die Brocken hin und verlässt das Haus.

Ein Glück für sie, denn der Professor will unbedingt beweisen, dass Dämonen existieren. Und der Schleimer Basil Creeper ist wahrlich keine Leuchte im Dämonenbeschwören. Als der Geldgeber des Professors, General Custer vom geheimen Psi-Korps der Armee, erfährt, was passiert ist, verliert auch er den Glauben an den Professor und streicht ihm die Mittel. Es ist das Ende für Mangroves Job. Die Meldung, dass sich Mangroves Bruder, der Arzt David Mangrove, erhängt hat, bringt das Fass zum Überlaufen. Auch seine vielen Delphinfiguren können den Professor nicht über seinen Dreifachverlust (Novak, Job, Bruder) hinwegtrösten. Er verflucht Gott und würde seine Seele geben für einen einzigen Dämonen.

Das lässt sich Gottes global operierender Mitbewerber um das Seelenheil der Menschen nicht zweimal sagen. Er stellt sich dem Professor als Mr. Lucy vor, und das ist keineswegs lustig. Wenn ihm Mangrove seine Seele verschreibt, dann werde er ihm einen Dämon präsentieren, mit allem Drum und Dran. Hier ist der Standardvertrag – sind ja bloß 616 Seiten -, da unten bitte mit Blut unterschreiben. Mangrove unterzeichnet mit „Professor D. O. O. M.“ Dangeschööön! Blitze zucken aus einer Wolkenbank, Donner grollt, Schwefel stinkt, überall treten Kurzschlüsse auf und – whoosh, steht da ein leibhaftiger Dämon! Zweieinhalb Meter hoch, mit zwei süßen Hörnchen auf dem Kopf, goldener Haut und glühenden, roten Augen. Die Identität ist etwas unerwartet: Es ist DOOM selbst …

|Die Superkanone|

Jack Adrian Slaughter, 25, sportlich, Frauenheld, geht nicht mehr zur Highschool, sondern malocht im Einkaufszentrum in dem Waffengeschäft „Lucky Hunter“. Miss Albright, seine Nachbarin, ermahnt ihn, die Treppe zu putzen und übergibt ihm ein Päckchen ohne Absender. Sehr ominös! Jack geht damit zu Tony Bishop, seinem besten Freund, der im „Videoland“ in der gleichen Mall arbeitet, aber immerhin als Student eingeschrieben ist. Ist in dem Päckchen eine Bombe? Nein, denn es tickt nicht. Also öffnen sie es.

Auf der Holzschatulle steht „Befreier“. Na, klasse. Darin liegt eine Pistole. Wenigstens mit Knarren kennt sich Jack ja aus, und so fällt ihm auf, dass es sich bei dieser FP45 „Liberator“ NICHT um die allseits bekannte Einmalpistole handelt, die die Amis im II. Weltkrieg über besetzten Gebieten abwarfen. Nein, diese Liberator ist zwar auch eine Pistole vom Kaliber 45, hat aber ein Magazin von zehn Schuss. Die Patronen muss man alle einzeln in den Lauf pfriemeln, was die Waffe ein wenig unpraktisch macht. Und die Treffsicherheit lässt auch zu wünschen übrig. Sie ist nur auf etwa acht Meter zielgenau. Aber wenigstens sind die Patronen Dumdum-Geschosse aus einer Titan-Uran-Legierung. Solch radioaktives Zeug sollte man nicht unbedingt in die Hosentasche stecken, wenn man später noch Kindergeld kassieren will. Sollte man wider Erwarten dennoch etwas damit treffen, dann hat das Getroffene gute Chancen, in Stücke gesprengt zu werden.

|Der Höllenhund|

Am Abend gehen Jack und Tony Bock auf eine Party. Da Tony aus Kostengründen sowieso im Wohnheim der EGA-Studentenverbindung logieren darf, bietet es sich an, dass sie die EGA-Party besuchen. Hier gibt es Babes! Babes wie Sunset River beispielsweise, eine Blondine aus reichem Haus, die tatsächlich Männer mag. Leider ist sie schon vergeben: an einen Jock namens Rick Silver. Tony und Jack müssen ihr Jagdglück woanders versuchen.

Da explodiert die Haustür. In dem Loch erspähen Tony und Jack ein Wesen aus ihren schlimmsten Albträumen: einen Höllenhund. Ob ihn Professor DOOM aus der Hölle geholt hat? Sie können es nicht wissen und kommen auch gar nicht zum Denken. Gebrüll und panikartiges Kreischen erfüllen den Partyraum! Nur gut, dass Jack seine Liberator mitgenommen hat. Er lädt das Gerät umständlich und feuert einmal. Treffer! Sunset River, das reiche Babe, jammert: Der Schleim des Monsters hat ihr Kleid versaut.

|Oma Abigail|

Nach etwas Rätseln über das Wesen aus der Hölle geht Jack nach Hause und zu Bett. Dort hat er einen sehr seltsamen Traum. Seine Großmutter Abigail erscheint ihm. Sie nennt ihn Jackie, als wäre er ein Mädel. Protest ist zwecklos. Sie informiert ihn, dass das Böse zurückgekehrt sei, das sie einst besiegt hatte. Der Höllenhund sei erst der Anfang gewesen. Jemand müsse es wieder bekämpfen, wie sie selbst es im 19. Jahrhundert tat. Sie wolle ihm ihre Zauberkraft schenken. In jeder zweiten Generation werde eine Jägerin geboren: die Tochter des Lichts. Es gebe sie seit hundert Generationen.

Zum Schluss gibt sie „Jackie“ noch einen Hinweis: Im Grab „ihrer“ Eltern Barbara und John werde sie die „ultimative Waffe gegen das Böse“ finden. Bevor Oma verschwindet, gibt sie Jackie noch einen Schminktipp.

|Grabräuber|

Mit Tonys Spaten ausgestattet, schleichen sich Jack und Tony nachts auf den Friedhof und graben die Begräbnisstätte seiner Eltern um. Sarg Nr. 1 ist leer! Sarg Nr. 2 ist es auch – fast. Wieder mal ein Päckchen. Darauf steht: „Für Jackie in Zeiten der Not. Von Grandma“. Jetzt ist Jack gespannt wie ein Flitzebogen. Ist darin jetzt „die ultimative Waffe gegen das Böse“? Er öffnet das Päckchen. Darin liegt – eine Barbiepuppe …

_Mein Eindruck_

Schon bei der Lieferung der ersten und zweiten CD dieser neuen Hörspielserie habe ich mich gewundert, warum sie nicht bei |Lübbe Audio| erscheint. Dort veröffentlicht Luegs Firma |LPL records| immer schon die Serie „Offenbarung 23“ sowie sämtliche Hörbücher, die er produziert. Warum also nicht auch „Jack Slaughter“?

Dafür scheint es mehrere Gründe zu geben. Erstens hat |Lübbe Audio| schon jede Menge Serien im Programm. Darunter sind auch Krimis und Mystery-Produktionen. Nun kommt noch eine Horror-Serie daher, noch dazu als parodistische Komödie. Dadurch bekommt |Lübbe Audio| ein Problem mit seinem Vertrieb: Es ist ein Absatzkanal, der nur eine bestimmte Menge an Produktionen pro Monat an die Verkaufsstellen (Kaufhäuser, Buchhändler) schleusen kann, von der Werbung und der Vermarktung ganz zu schweigen.

Neben diesen wirtschaftlichen Erwägungen gibt es auch ästhetische. So etwas wie „Jack Slaughter“ hat es bislang noch nicht gegeben. Die Serie ist modern, respektlos, sexy und gewalttätig. Die Zielgruppe muss entsprechend aufgeschlossen sein: Teenies ab zwölf Jahren, möglichst auch Gamer, nicht unbedingt nur Jungs. Zudem gibt es eine Geschlechterverwirrung (Jack, die |Tochter| des Lichts), die für eine gewisse anspielungsreiche Schlüpfrigkeit in der Darstellung sorgt. So etwas kommt nicht bei jedem Publikum gut an.

Außerdem gibt es ein gewichtiges Argument gegen „Jack Slaughter“: Mit „John Sinclair, dem |Sohn| des Lichts“, gibt es bei |Lübbe| bereits eine eine aufwändig produzierte Horror-Serie, die nur selten auf parodistische Abwege geraten darf. „Jack Slaughter“ hat nicht nur die Initialen mit John Sinclair gemeinsam, sondern auch jede Menge Accessoires wie Kreuze und Ketten, die nicht mehr zeitgemäß erscheinen. Wer wäre so verwegen, John Sinclair, dem Scotland-Yard-Mann, eine Barbiepuppe als Waffe in die Hand zu drücken?

|Weißhüte|

„Jack Slaughter“ nimmt relativ wenig ernst. Wer würde ihm neben Barbiepuppe und Halskette eine einschüssige Pistole aus dem II. Weltkrieg in die Hand drücken? Nur ein Schöpfer mit einem satirischen, um nicht zu sagen: abwegigen Geschmack für Details. Seine Helden sind zwei sympathische Buddies: Jack Slaughter und Tony Bishop. In Folge zwei kommt noch eine sexy Intelligenzbestie namens Kim Novak (wenn der Name für den Umfang der Oberweite steht, kann man sie sich gut mit ihren hervorstechenden Eigenschaften vorstellen) dazu, um das dynamische Trio zu komplettieren.

|Schwarzhüte|

Die Schurken hingegen sind reichlich konventionell entwickelt. Der Professor ist zwar nicht direkt durchgeknallt, aber doch ein wenig besessen, zum Beispiel von Dämonen und seiner Delphinsammlung. (Seine Lieblingsfigur trägt den einfallsreichen Namen „Flopper“.) Er trinkt für sein Leben gern Kaffee und steht folglich ständig unter Strom.

Sein Assi ist ein Renfield, wie er im Dracula-Buch steht: ein Schleimer, der nur seinem Herrn dienen will. Mister Satan tritt als Lucy auf, was ebenfalls zum Standardmotiv der Geschlechterverwirrung gehört. Alle unsere Erwartungen an Satan werden erfüllt: Er zieht den Professor über’n Tisch und macht aus ihm den Dämon, den dieser schon immer haben wollte.

Ziemlich seltsam und deplatziert wirkt es, wenn sowohl Mr. Lucy als auch der Prof. Selbstgespräche führen. Dieses theatralische Stilmittel findet sich zum Glück bei den Guten nicht, es sei denn, man zählt einen Traum ebenfalls dazu. Die Guten reden miteinander, die Bösen mit sich selbst. Wer erscheint nun zurechnungsfähiger?

_Die Inszenierung_

|Die Sprecher|

Nach einem rockigen Intro spricht Till Hagen, der Erzähler, den oben als „Vorgeschichte“ zitierten Einleitungstext, welcher der Handlung der Serie ihren Hintergrund verleiht. Während der von Klebsch gesprochene Professor Mangrove alias DOOM sich zum Superschurken à la Lex Luthor oder Der Joker entwickelt, lernen wir den ganz normalen Jack Slaughter kennen. Simon Jäger ist uns als Stimme von Josh Hartnett und anderen Hollywood-Schauspielern bekannt. Er kommt ebenso locker als Slacker daher wie sein Kumpel Tony Bishop. Wie die beiden miteinander frotzeln oder einen auf cooler Macker machen, ist schon die halbe Miete für den Erfolg des Hörspiels.

Die Frauenstimmen spielen eine wichtige Rolle. Oma Abigail, gesprochen von Gisela Fritsch, vermittelt ihr Wissen als vormalige Tochter des Lichts, und Kim Novak alias Arianne Borbach empfiehlt sich als Psi-Expertin. Sunset River spielt sozusagen ein Babe aus „Baywatch“ – welches, kann man sich leicht denken. Schaukje Könning spricht unter anderem sexy Charisma ‚Cordelia‘ Carpenter in „Buffy“ und „Angel“, und ihre Stimme passt entsprechend gut zu einem Babe.

|Geräusche|

Die Geräusche sind zwar realistisch, um die Umgebung echt erscheinen zu lassen, doch sie werden nur ganz gezielt eingesetzt. Sie sollen auf keinen Fall den Dialog stören. Eine kritische Szene ist die Party im Fraternity-Wohnheim, wo der Höllenhund erscheint. Eine Menge Stimmen müssten eigentlich im Hintergrund zu hören sein, aber sie sind alle extrem gedämpft worden, damit wir den Dialog von Jack und Tony im Vordergrund verstehen können.

Wie klingt ein Höllenhund? Sicherlich haben die wenigsten von uns jemals einen Höllenhund zu Gesicht bekommen, geschweige denn einen mit den eigenen Lauschern gehört. Die Macher dachten sich also, man müsse dieses Höllenviech möglichst bedrohlich klingen lassen, daher brüllt es. Aber es muss auch abstoßend höllisch wirken, daher sabbert es. Nun muss man es nur noch in einer parodistischen Wendung zur Strecke bringen. Diesen Part übernimmt Meisterschütze Jack und knallt das Monster einfach mit seiner Befreier-Pistole ab. Die Ghostbusters könnten es nicht besser, und der Ektoplasma-Schleim, der sich über Sunset River verteilt, passt dazu.

Man kann es aber auch mit dem Einsatz von Geräuschen übertreiben. Ein Beispiel ist die Friedhofszene. Der Wind heult, dito ein Wolf, die Grillen zirpen, eine Eule schreit, dito eine Katze, sogar ein Pferd wiehert (völlig unmotiviert) und diverse Nachtvögel unken unheimlich. Es ist diese Übertreibung, die sich nur eine Parodie anmaßen darf, die sich und ihre Mittel nie ernstnimmt.

|Musik|

Eines der wichtigsten Unterscheidungsmerkmale gegenüber „John Sinclair“ ist die flotte, rockige Musik, die durchweg elektronisch verstärkt wird. Dagegen nimmt sich „John Sinclairs“ Musik mit ihrer klassischen Instrumentierung richtig zahm aus. Dieses stilistische Update lag sicherlich ebenfalls in der Absicht der Macher. Diese Musik hat mir am meisten Spaß gemacht.

_Unterm Strich_

Die erste Folge der Parodie auf |Lübbe|s „John Sinclair“-Serie von Horror-Hörspielen stellt die „good guys“ und die Schurken gegenüber, ohne die beiden Parteien jedoch miteinander interagieren zu lassen. Das kommt erst in Folge zwei. Daher mutet die Eröffnungsepisode eher wie eine Schnitzeljagd an statt wie eine Schurkenjagd. Die einzige Auseinandersetzung ist die mit dem Höllenhund, und die gerät halb actionreich, halb komisch. Somit ist der Ton für den Rest der Serie bereits vorgegeben.

Was dies alles mit einer Sitcom zu tun haben soll, ist mir allerdings schleierhaft. Situation-Comedies leben von ihren Dialog- und Situationswitz. In dieser Folge wird aber mehr auf Spannung und Charakterentwicklung Wert gelegt. Vielleicht kommt das mit den Situationen ja noch.

Musik, Dialoge und Personal sind schon recht nach meinem Geschmack, auch die Geschlechterverwirrung kommt gut an. Jetzt muss nur noch der Professor etwas weniger pathetisch in Selbstgespräch daherlabern, dann ist er schließlich auch noch erträglich. Was noch dringend gebraucht wird, sind erstens Action und zweitens Erotik. Es reicht eben nicht, Bikini-Models auftreten zu lassen, als wären sie Schaufensterpuppen. Man muss sie auch in die Handlung eingreifen lassen, und hoffentlich nicht bloß als Jungfer in Not.

Ich wünsche |LPL| und |Universal| viel Erfolg mit ihrer neuen Serie.

|67 Minuten auf 1 CD
ISBN-13: 978-3-8291-2187-3|
http://www.jack-slaughter.de
http://www.lpl.de
http://www.myspace.com/jackslaughtertochterdeslichts
http://www.folgenreich.de
http://www.universal-music.de
http://www.karussell.de