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Lustbader, Eric Van – Drachensee (Dai-San-Zyklus 5)

Überflüssige Fortsetzung

Das Volk der Bujun lebt zurückgezogen auf der Inselgruppe Ama-no-mori. Zwei seiner Würdenträger, Qaylinn und Ojime, erwarten den Dai-San, eine übermenschliche Kreatur, die früher Mensch war. Sie wollen ihn um seine Hilfe bitten, denn es gibt sichere Hinweise, daß die Kräfte des Chaos die Welt der Menschen angreifen wollen. Wird er ihnen helfen, da sie ihm auch mitteilen müssen, daß sein Blutsbruder Moichi ein Komplize der finsteren Mächte zu sein scheint?
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Owen, James A. – Wo Drachen sind. Die Chroniken der Imaginarium Geographica

_Entscheidungsschlacht am Ende der Traum-Welt_

Ein rätselhafter Mord in London bringt eines Nachts im Jahr 1917 drei junge Männer zusammen: John, Jack und Charles. Ein seltsam gekleideter Fremder namens Bert eröffnet ihnen, sie seien von nun an die Erben und neuen Hüter der „Imaginarium Geographica“. Das sei ein Atlas all jener Länder, die in Mythen, Legenden und fantastischen Geschichten jemals beschrieben wurden.

Doch wer hat Professor Stellan Sigurdsson auf dem Gewissen? Die gleichen hundeähnlichen Kreaturen, die nun das Quartett zum Hafen verfolgen, wo Berts Segelschiff „Indigo Drache“ auf sie wartet? Kaum ist das Segelschiff zum Archipel der Traumlande aufgebrochen, wird es von einem schwarzen Schiff verfolgt, denn irgendjemand muss die Mörder des Professors ja geschickt haben …

_Der Autor_

James A. Owen, geboren 1969, schreibt und zeichnet seit seiner Kindheit. Er ist Autor und Illustrator der bekannten US-Graphic Novel-Reihe „Starchild“, Autor der |Mythenwelt|-Reihe und Mitbegründer eines Comic- und Zeichentrickstudios, des Coppervale Studios in Silvertown (oder Silverton), USA. Owen lebt mit seiner Frau und seinen Kindern in Arizona. Zum vorliegenden Roman wurde er u. a. vom deutschen Erfolgsautor Kai Meyer ermutigt.

_Handlung_

London im Kriegsjahr 1917. In der Nacht wird Professor Sigurdsson kaltblütig ermordet. John, der ihn ebenso wie Jack und Charles besuchen wollte, sieht sich plötzlich einer unbekannten Gefahr ausgesetzt. Während das Trio noch rätselt, was zu tun ist, tritt ein seltsam gekleideter Fremder auf, der sich als Bert vorstellt. Bert ernennt John zum obersten Hüter eines einzigartigen Buches namens „Imaginarium Geographica“. Das sei ein Atlas all jener Länder, die in Mythen, Legenden und fantastischen Geschichten jemals beschrieben wurden. Bert rät ihnen, sich zu beeilen – hören sie nicht bereits die Schattenwölfe heulen? Wölfe – mitten in London? Blödsinn! Doch die drei Akademiker müssen sich eines Besseren belehren lassen und nehmen die Füße in die Hand.

Gerade noch in letzter Sekunde schaffen sie es nach einer wilden Verfolgungsjagd durchs nächtliche London an Bord eines wundersamen Schiffes, das ohne Motor von allein ablegt und die Themse hinabsegelt: „Indigo-Drache“ nennt Kapitänin Aven stolz ihr Schiff. Wie sich herausstellt, besteht das Schiff tatsächlich aus einem Drachen. Unbemerkt von ihr folgt dem Drachenschiff jedoch ein weiteres …

Durch den dichten Londoner Nebel segeln die drei Gefährten in unbekannte Gefilde mitten in ein unwahrscheinliches Abenteuer. Sie erfahren von Bert, dass ihnen ein gewisser „Winterkönig“ auf den Fersen sei, der unbedingt die „Imaginarium Geographica“ in die Finger bekommen wolle, damit er alle Traumlande unterwerfen und beherrschen könne. Dabei erzeuge er jedoch aus deren Bewohnern Schattenkrieger, die ihm hörig seien. Alles, was er noch brauche, seien ein Ring der Macht und die Geographica, um die Drachen rufen zu können. Mit diesen könne er dann alle anderen Bewohner der Traumlande beherrschen.

Bert hofft, dass der König von Paralon ihnen gegen den grausamen Winterkönig helfen könne, doch dessen Parlament, die Figuren eines Kartenspiels wie aus „Alice im Wunderland“, stellt sich als eine Ansammlung von mechanischen Puppen heraus, mit Ausnahme des Stewards namens Magwich, der ein Agent des Winterkönigs ist. Ein majestätischer Drache namens Samaranth hilft ihnen mit einigen Tipps: Sie müssten den Mann namens Ordo Maas alias Deucalion suchen, die Büchse der Pandora sowie schließlich den Kartografen, der die Geographica zeichnete.

Ausgestattet mit dem Kochbuch eines Helfers, des Dachses Tummeler, stechen sie wieder in See, doch es dauert nicht lange, bis der „Schwarze Drache“ des Winterkönigs sie in Grund und Boden zu rammen droht. Sie müssen beidrehen und sich entern lassen. John weiß natürlich, was der Winterkönig am sehnlichsten haben will: die „Imaginarium Geographica“, deren Hüter er ist und die er als einer der wenigen lesen kann. Doch John ist nicht auf den Kopf gefallen. Flugs vertauscht er das kostbare Buch mit dem Kochbuch …

_Mein Eindruck_

Zunächst mutet das Buch wie die übliche Schnitzeljagd an, die in Fantasyromanen seit der Zeit der Gralslegenden immer als Queste verkleidet wird. Doch es muss sich noch um etwas anderes handeln, denn hier gibt es außer Artus keinen einzigen Ritter, sondern nur die drei Hüter John, Jack und Charles. Die drei Oxford-Gelehrten werden vom Dachs Tummeler, der Schwierigkeiten mit der englischen Sprache hat, gern als „Genährte“ apostrophiert, was ein netter Trick des Autors ist, um die drei „Gelehrten“ von ihrem Podest zu holen.

Ihre Queste ist nichtsdestotrotz eine bedeutsame: Sie sollen die Fantasiewelten retten, ohne die es auch unsere Welt nicht mehr geben könne. Die Fantasiewelten sind in der Geographica nicht nur beschrieben, sondern offenbar auch durch Magie verankert. Verschwindet eine Welt, dann auch ihr Abbild in dem Atlas. Dessen oberster Hüter ist John, denn er versteht die meisten Sprachen, darunter Altgriechisch und Altenglisch, ja sogar Deutsch (man glaubt es kaum).

Die Charakterisierung der drei Hüter ist wunderbar gelungen. John ist der nachdenkliche Bursche, der nie etwas zu tun scheint, aber auf die brillantesten Einfälle kommt. Charles ist der Zweifler, aber er kann auch Geheimagent spielen. Und Jack ist der einfallsreiche und entschlossene Tatmensch, der ein bedrohliches Geheimnis birgt. (Anders als John war er übrigens noch nie im Krieg, daher kann man ihm seine martialische Art verzeihen.) Und dieses Geheimnis verleiht ihm eine ganz besondere Fähigkeit, die sich erst am Schluss offenbart. Es bleibt also spannend.

|Arthurisch|

Wie gesagt, ist auch Artus an Bord. Zunächst trägt er noch den Namen „Bug“, also Käfer. So wurde er vom Orakel der Morgaine, den Dreien, die Eins sind, geneckt, die ihn in einem Brunnen festhielten. Nun ist er endlich frei und kann an den Aufgaben, die vor ihm liegen, wachsen. Da die Traumlande inzwischen ohne König sind, dreht sich die Handlung, die der Jagd nach der Geographica gilt, gleichzeitig auch um die Nachfolge der Herrschaft. Da Artus‘ Vorväter, Opa Archibald und Papa Arthur, beide König waren, scheint Artus am besten für diesen Job des Hochkönigs qualifiziert zu sein. Flugs wird aus der Queste ein handfester arthurischer Roman und daraus wiederum eine Story um die Weltherrschaft.

Aber es gibt bekanntlich ein kleines Problem in Gestalt des Winterkönigs. Wer ist dieser Typ überhaupt, woher kommt er? Wer die Artuslegende kennt, kann es sich schon denken. Auf der Insel am Ende der Welt, dort wo die Wasser des Ozeans von der Weltenscheibe ins Nichts fallen, begegnen sich die beiden Kontrahenten und ihre jeweiligen Verbündeten. Der Winterkönig will hier zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: a) die Erlangung der Herrschaftswürde durch einen Spruch in der Geographica (er ließ sie John wieder abjagen) und b) die Vernichtung von Artus‘ Streitmacht. Folglich kommt es zu einer furchtbaren Schlacht, die allerdings einen recht unerwarteten Verlauf nimmt.

|John, Jack & Charles|

Müssen amerikanische Fantasyromane immer mit einer finalen Entscheidungsschlacht enden? Gleiches gilt allerdings allerdings auch für einschlägig bekannte Engländer. Daher überrascht es wohl nicht zu erfahren, dass es sich bei John um J. R. R. Tolkien handelt, bei Jack um Clive Staples Lewis und bei Charles um Charles Williams, einen religiös angehauchten Fantasy- und Esoterikautor, der ebenfalls zum Kreis der Oxforder Inklings gehörte, in dem Tolkien und Lewis den Ton angaben.

Die Einführung dieser drei Autoren als handelnde Figuren – Gelehrte und Hüter – dient dem Autor zur Erklärung, wie es zu ihren jeweiligen Meisterwerken kam: Tolkiens sattsam bekannte Mythologie, Lewis‘ Narnia-Chroniken und Williams Esoterikromane. (Es wäre ja megapeinlich, wenn die drei ihren eigenen Schöpfungen begegnen würden. Die Kreaturen würden sich nämlich garantiert beschweren …)

|Matter of Britain|

Es überrascht wohl kaum zu erfahren, dass alle drei historischen Autoren sich eingehend mit der Figur des Artus befasst haben, denn diese Figur gehört ganz wesentlich zur „Matter of Britain“, wie die „Encyclopedia of Fantasy“ jenen Komplex aus Sagen, Legenden und Mythen nennt, den Kelten, Engländer, Franzosen und Nordmänner (Wikinger, Germanen etc.) zusammenflochten, um etwas Einzigartiges zu schaffen (natürlich planlos): die Artus- und Gralslegenden, die ein Bestandteil des mythischen Albion = Prydain = Britannien sind.

Tolkien kramte die alten mittelenglischen Versepen wie etwa [„The Green Knight“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=479 hervor und schuf Aragorn, Lewis schrieb etwas über den silbernen Thron Artus‘ („Narnia-Chroniken 6: Der silberne Sessel“) und Williams ein Versepos namens „The Region of the Summer Stars“. Die Sommerlande, das verheißene Land der Epen, wo mögen sie liegen? James Owen gibt die Antwort: Es handelt sich um unsere Welt. Was doch einiges über die enge Beziehung zwischen Traum und Wirklichkeit aussagt.

|Eine Lektion|

Aber die drei lernen von Bert eine wichtige Lektion. Bert ist kein anderer als Herbert George Wells, allerdings der Zeitgereiste himself. Und da ihm niemand geglaubt hätte, wenn er behauptet hätte, er wäre durch die Zeit ins Jahr 800.000 gereist, musste er seine Erlebnisse in eine Phantasiegeschichte kleiden. Eine wichtige Lektion, die auch die drei Hüter der Geographica beherzigen wollen. Und wie wir mittlerweile wissen, haben die drei Inklings ja auch einige Phantasiegeschichten fabriziert, die in ihrem Kern jeweils eine bedeutsame Botschaft transportieren.

In seinem Nachwort verrät der Autor selbst, woher er all seine Ideen genommen hat, was mich der Pflicht enthebt, sie alle nochmals aufzuzeigen (und mir dafür auf die Schulter zu klopfen): die „Nautilus“ und Kapitän Nemo, die „Argo“ und Jason, Pyrrha und Deucalion, die Kinder von Pandora und Prometheus sowie deren Büchse und ihre Arche, die bei der Sintflut gebraucht wurde. Und der Klub, in dem Sigurdsson ermordet wird, befindet sich an der Adresse von Sherlock Holmes‘ Wohnung. Und von Lewis Carroll stammt natürlich das Spielkartenparlament.

Alle diese Elemente sind miteinander verwoben und verschmolzen, ein Amalgam aus Mythen und Geschichten, wie wir es auch bei Kai Meyer finden, etwa in [„Die Fließende Königin“.]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4506 Daher war ich wenig verwundert, dass Meyer für das Buch von James Owen wirbt.

|Humor|

Das größte Vergnügen bereitet nicht dieses Amalgam, sondern vor allem der verschmitzte Humor, mit dem der Autor seine Figuren und ihre Erlebnisse so auf die Schippe nimmt, dass die alten Klischees aufgebrochen werden. Artus‘ Wunschbrunnen heißt beispielsweise deshalb so, weil er sich oftmals wünschte, daraus entkommen zu können, und nicht etwa, weil darin Wünsche erfüllt wurden. Auch die Dreiecksgeschichte zwischen Kapitänin Aven, Artus und Jack, der sich in sie verguckt hatte, liefert Anlass zum Schmunzeln.

|Die Illustrationen|

Illustriert hat das Buch der Autor selbst. Es sind sehr detailreiche Schwarzweiß-Zeichnungen, und wer die Muße dafür aufbringen kann, der sollte sie sich genau anschauen. Vielleicht fällt dem einen oder anderen eine interessante Einzelheit auf, z. B. Der Grüne Ritter. Alle Zeichnungen sind mit einem Textzitat versehen, das neugierig macht.

|Die Übersetzung|

Ich finde die Übersetzung fehlerlos und sehr gut gelungen, allerdings haben sich hier und da Druckfehler eingeschlichen. Sie fallen aber nicht weiter auf.

_Unterm Strich_

Ich brauchte eine Weile, etwa bis zur Hälfte, um ins das Buch reinzukommen, denn der Autor überfällt einen mit tausend neuen Einfällen, zu denen es keine, ähem, Landkarte gibt. Zudem ist nicht von vornherein klar, dass es sich bei den drei Hütern um Tolkien, Lewis und Williams sowie bei ihrem Führer um H. G. Wells handelt. Dieses Wissen würde wohl auch den Blick verstellen, wenn man zu verstehen und zu genießen versucht, was dieses Quartett alles erlebt.

Aber es gibt wie gesagt eine Menge bezaubernder Einfälle, die mit einer augenzwinkernden Art von Humor dargeboten werden, ohne jedoch Spannung vermissen zu lassen. Dass es sich um ein Kinder- oder Jugendbuch handelt, das ich ab zwölf Jahren empfehlen kann, merkt man unter anderem an der Tatsache, dass meist nur ein Handlungsstrang erzählt wird. Das ändert sich radikal, als es gilt, von der Entscheidungsschlacht zu berichten. Plötzlich laufen drei Handlungen gleichzeitig ab. Das ist schon fast wie in Tolkiens [„Herr der Ringe“,]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1330 jedenfalls in der Jackson-Version.

Man sollte also das Buch in einem Rutsch lesen, um möglichst die zahlreichen Details der Handlung nicht aus dem Blick bzw. dem Gedächtnis zu verlieren. Dann macht die Story auch wirklich Spaß. Dass dies ein Romandebüt ist, merkt man kaum, denn der Autor hat im Comicbook-Bereich bereits jede Menge Erfahrung gesammelt. Was er mit diesem neuen Buch ausdrücken will, habe ich oben anzudeuten versucht, dabei bin aber sicherlich nicht zum Kern vorgestoßen. Dieses Vergnügen überlasse ich dem Leser.

|Hinweis|

Die Fortsetzung lautet „The Red Dragon“. In „Wo Drachen sind“ wird erwähnt, dass dies der größte Drache sei, doch er taucht in dieser Geschichte nie auf. Das Buch ist im Original bereits erschienen und dürfte in etwa einem Jahr seinen Weg auch zu uns finden.

|Originaltitel: The Chronicles of the Imaginarium Geographica – Here there be dragons, 2006
720 Seiten
Aus dem Englischen von Michaela Link|
http://www.cbj-verlag.de
[Verlagsspezial]http://www.randomhouse.de/specialskids/owen__drachen/
http://www.heretherebedragons.net

[NEWS] Markus Heitz – Drachgift (Drachen 3)

Sie sind die Mächte des Feuers. Sie bringen Tod und Vernichtung über die Welt. Doch Silena und ihre Gefährten schlagen zurück, um das Überleben der Menschheit zu sichern … Mit »Drachengift« eröffnet Markus Heitz die finale Schlacht zwischen den Menschen und den feuerbewehrten Geschöpfen. Silenas Kampf gegen die Drachen geht weiter, allerdings tritt neben dem Officium Draconis und den freien Drachenjägern plötzlich ein neuer Mitbewerber auf den Plan: eine mysteriöse Flugstaffel, die zu einem Chemie-Unternehmen gehört und mit Sprühmitteln gegen die Drachen vorgeht. Und Grigorij benimmt sich zusehends merkwürdiger. Als sei er unter den Bann eines Drachen gefallen … (Verlagsinfo)

Gebundene Ausgabe: 560 Seiten
Piper

[NEWS] Ivo Pala: Der Drache hinter dem Spiegel. Roman

Ein märchenhaftes Abenteuer für die ganze Familie, liebevoll erzählt und mit allem, was Kinder zum Mitfiebern brauchen!

1910, im Jahr des Haleyschen Kometen: Als die fünf Geschwister Florence, Herbert, Sophy, William und Diana in Schottland ankommen, wissen sie nicht, was sie erwartet. Wie wird er sein, ihr Großvater? Und wie wird er sie empfangen?
Als sie ihn dann kennenlernen, weicht das bange Herzklopfen heller Begeisterung – denn der alte O’Brian ist nicht nur ein fröhlicher Zeitgenosse, sondern liest den Kindern auch jeden Wunsch von den Augen ab. Doch ist er wirklich ihr Großvater? Der Drache hinter dem Spiegel, unten in den Gemäuern des Familienschlosses, behauptet nämlich das Gegenteil. Wem von beiden sollen die Kinder glauben?

Für alle Fans der ›Chroniken von Narnia‹ und ›Der Geheime Garten‹. (Verlagsinfo)

Taschenbuch: 272 Seiten
Fischer Sauerländer
Erscheint am 27.11.2014
Empfohlen ab 10 Jahren.

[NEWS] G.A. AIKEN – Dragon Fever (Dragons-Reihe 6)

Neues von G.A. Aiken bei Piper: „Dragon Fever“.

Éibhear der Blaue ist ein mächtiger, wunderschöner und eitler Drache, der davon überzeugt ist, dass die Welt ihm gehört. Einschließlich Izzy, eine ebenso impulsive und streitlustige Menschenkriegerin, welche jeden Aspekt ihres Leben selbst bestimmt: sowohl welche Waffe sie trägt als auch welchen Liebhaber sie sich nimmt. Und natürlich lässt die sich höchst ungern von dem verliebten Drachen beschützen, besonders wenn sie gerade auf einer wichtigen Mission unterwegs ist. Éibhear wird noch so manche romantische Erniedrigung erdulden müssen, bis er die Flügel spreizen und sich mit Izzy in ungeahnte Höhen erheben kann …
(Verlagsinfo)

Taschenbuch, 480 Seiten
Originaltitel: How to Drive a Dragon Crazy

Der Verlag bietet unter dieser Adresse eine Leseprobe an.

[NEWS] KATIE MacALISTER – Eine feurige Angelegenheit (Light Dragons 2)

Katie MacAlister veröffentlicht bei Egmont LYX „Eine feurige Angelegenheit“, den zweiten Band der „Light Dragons“-Reihe.

Als Drache bleibt Ysolde Bouchier keine ruhige Minute. Sie will endlich den Namen ihres Geliebten Baltic reinwaschen und beweisen, dass er die Verbrechen, die ihm angelastet werden, nicht begangen hat. Dazu muss sie zuallererst ihre magischen Fähigkeiten zurückerlangen, was sich als nicht ganz einfach herausstellt …
(Verlagsinfo)

Taschenbuch, 352 Seiten
Originaltitel: The unbearable lightness of dragons

Der Verlag bietet unter dieser Adresse eine Leseprobe an.

Novik, Naomi – Drachenbrut (Die Feuerreiter Seiner Majestät 1)

Die Saga von Temeraire, dem edlen Drachen

Anno 1805, England befindet sich im Krieg mit Napoleon. Der englische Seekapitän Will Laurence traut seinen Augen nicht: An Bord einer gerade gekaperten französischen Fregatte befindet sich tatsächlich ein echtes Drachenei! Er ahnt noch nicht, das dieser kostbare Fund sein Leben unwiderruflich verändern wird. Denn als der kleine Drache, den er Temeraire tauft, schlüpft, erwählt er ausgerechnet Laurence zu seinem menschlichen Gefährten – als glorreichen Feuerreiter Seiner Majestät …

Peter Jackson („Herr der Ringe“-Trilogie, „King Kong“, „Heavenly Creatures“, „Forgotten Silver“) will den Roman verfilmen, vielleicht sogar die ganze Trilogie um die Feuerreiter.

Die Autorin

Naomi Novik wurde 1973 in New York City geboren und ist mit polnischen Märchen, den Geschichten um die Hexe Baba Yaga und mit Tolkiens Werken aufgewachsen. Sie hat englische Literatur studiert, im Bereich IT-Wissenschaften gearbeitet und war zudem an der Entwicklung von erfolgreichen Computerspielen beteiligt. Dann schrieb sie ihren Debütroman, mit dem sie Kritiker und Leser gleichermaßen begeisterte. Mehr zu der Welt der Feuerreiter findet man unter http://www.temeraire.org/. Novik lebt mit ihrem Mann in New York.

Die Trilogie „Die Feuerreiter Seiner Majestät“ besteht aus den Bänden:

Naomi Novik: Drachenbrut. Blanvalet, Berlin Juni 2007, ISBN 978-3-442-24443-0.
Naomi Novik: Drachenprinz. Blanvalet, Berlin August 2007, ISBN 978-3-442-24444-7.
Naomi Novik: Drachenzorn. Blanvalet, Berlin Oktober 2007, ISBN 978-3-442-24445-4.
Naomi Novik: Drachenglanz. Blanvalet, Berlin April 2008, ISBN 978-3-442-26572-5.
Naomi Novik: Drachenwacht. Penhaligon, München Februar 2009, ISBN 978-3-7645-3015-0.
Naomi Novik: Drachenflamme. Penhaligon, München Oktober 2010, ISBN 978-3-7645-3016-7.
Naomi Novik: Drachengold. Penhaligon, München Juni 2012, ISBN 978-3-7645-3073-0.
Naomi Novik: Drachenfeind. Penhaligon, München Juli 2014, ISBN 978-3-7645-3074-7.
Naomi Novik: Drachensieg. Penhaligon, München März 2017, ISBN 978-3-7645-3075-4.

Einzelromane

Naomi Novik: Das dunkle Herz des Waldes. cbj, München November 2016, ISBN 978-3-570-17268-1.
Naomi Novik: Das kalte Reich des Silbers. cbj, München März 2019, ISBN 978-3-570-16549-2.

Handlung

Anno 1805 befindet sich das stolze Albion im Krieg mit Napoleon. Der englische Seekapitän Will Laurence hat gerade im Südatlantik eine französische Fregatte gekapert. Unter dem Beutegut befindet sich auch eine recht große Kiste. Als sie untersucht wird, stellt sich heraus, dass sie ein Drachenei beherbergt. Und das Junge ist kurz davor zu schlüpfen.

Drachenflotte

Nun geraten die britischen Offiziere in Aufregung. Dass es überall auf der Welt seit Urzeiten Drachen gibt, ist nichts Ungewöhnliches. Aber England, das von Napoleon belagert wird, braucht dringend eigene Drachen, um den Franzosen am Ärmelkanal Paroli bieten zu können. Die Flotte zur See, die von Admiral Nelson geführt wird, hat Napoleons Flotte vor dem Nildelta einmal besiegt, aber das reicht nicht. Die Briten brauchen auch eine Luftflotte von Drachen, um den französischen Drachenangriffen standhalten zu können. Einen eigenen Drachen zu haben, wäre eine willkommene Verstärkung der Drachenflotte. Es gibt nur einen Haken: Wer Drachenpilot sein will, kann nicht mehr in der Marine dienen.

Die Wahl

Die Offiziere stellen sich um das Ei auf, als das Junge schlüpft. Wen wird das Drachenjunge zu seinem Reiter wählen? Der Freiwillige verliert die Nerven und Laurence muss selbst das Junge auf sich aufmerksam machen. Die Bindung beginnt, und aus einem Geistesblitz heraus tauft er das schwarze Drachenjunge auf den Namen „Temeraire“. Der Drache ist einverstanden. Er kann von Anfang sprechen und versteht und spricht Englisch ebenso wie Französisch. Aber was für ein Typ Drache ist er?

Die Luftflotte

Nach und nach freunden sich die beiden grundverschiedenen Wesen miteinander an. Laurence hat sich damit abgefunden, dass er die Marine verlassen muss, und bittet die Admiralität per Drachenpost um seine Entlassung. Er hat aus dem Prisengeld und von seinem begüterten Vater genügend Vermögen, um sich als Drachenpilot ein angenehmes Auskommen zu sichern. Er entsagt seiner Verlobten, die in England auf ihn gewartet hat, denn für Drachenpiloten kann es keine Ehe nach herkömmlichem Muster geben. Sie werden dort stationiert, wo sie gebraucht werden, und dort wird das Leben als zu rau für eine Frau erachtet, zumal für eine Adelige.

Ausbildung

Die Ausbildung im schottischen Hochland bereitet ihn und Temeraire auf Kampftaktik und Telekommunikation (mittels Signalflaggen) vor. Inzwischen ist sein schwarzer Drache zu den Ausmaßen eines Jumbojets angewachsen. Eine komplette Schützenmannschaft kann auf und unter ihm in Netzen Platz nehmen. Ein erster Kampfeinsatz lässt sie Bekanntschaft mit französischen Drachen machen, wobei sich Temeraire als einer der schnellsten und wendigsten Drachen der Einheit auszeichnet. Temeraire ist noch mit sich selbst unzufrieden, denn er kann weder Gift noch Feuer spucken. Welche Waffe hat ihm Mutter Natur mitgegeben?

Die Bewährung

Doch die eigentliche Bewährungsprobe steht dem Paar noch bevor. Sie werden am Ärmelkanal stationiert. Auf der französischen Seite hat Napoleon eine Invasionsflotte zusammengezogen, die zweifellos bald in See stechen wird. Der Seekrieg gegen Napoleon findet einen ersten Höhepunkt, als Admiral Nelson die französische Flotte, die durch Dracheneinwirkung aus Toulon entkommen konnte, vor Kap Trafalgar stellt und in eine Seeschlacht verwickelt. Ohne die britischen Drachen vom Ärmelkanal hätte Nelson einen schlechten Stand, doch er siegt.

Temeraire und Laurence, die nicht nach Trafalgar abkommandiert wurden, entdecken eines Morgens, dass die Invasionsflotte der Franzosen losfährt. Und zwar nicht nur auf dem Wasser, sondern auch in der Luft. Nun wird’s ernst! Nach der Enttarnung eines Verräters verfügen die Drachenpiloten über gute Kenntnisse, was Napoleon vorhat. Laurence erkennt frohlockend, dass er es in Temeraire mit einem der raren kaiserlichen Drachen aus China zu tun hat, und Temeraire kann endlich zeigen, worin seine eigentliche Waffe besteht: im „göttlichen Wind“ …

Mein Eindruck

Der ganze Plot dreht sich um den ungewöhnlichen Drachen Temeraire und seinen erwachsenen Reiter Will Laurence. Ich stelle mir Will immer als eine Variante von Russell Crowes Kapitän in „Master and Commander“ vor. Es ist die richtige Zeit, die richtigen Schiffe und die gleiche geistige Kultur. Mit dem Unterschied, dass es in diesem Buch Drachen gibt. Viele Drachen, überall.

Da gibt es die gewöhnlichen Pascalblauen und die Langflügler, doch die größten Drachen sind die Himmelsdrachen und Königskupfer. Sie alle sind stationiert auf dem Stützpunkt, auf dem auch Will Laurence und Temeraire Dienst tun. Temeraire ist ein unglaublich kluger Drache, der vor lauter Wissensdurst seinen Reiter ganz schön fordert, denn dieser muss Temeraire alle möglichen Bücher vorlesen. Darunter sind sogar mathematische Fachbücher, und diese vorzulesen, kann ganz schön anstrengend werden.

Seine große Bildung macht Temeraire aber keineswegs zu einem arroganten Schnösel. Vielmehr bewahrt er sich in seiner Jugendlichkeit eine große Anhänglichkeit zu seinem Reiter, seinem engsten Freund: Will Laurence. Außer brennt Temeraire darauf, endlich in einen „richtigen“ Kampf zu ziehen, um zeigen zu können, was er draufhat. Die Theorie eines Feindes, den er nur selten sieht und meist auch nicht in Scharmützeln jagen kann, behagt ihm nicht.

Die finale Schlacht, welche die Handlung dieses Bandes krönt, gibt Temeraire endlich Gelegenheit, seinen Reiter mit einer neuen Fähigkeit zu überraschen. Endlich wird der Drache zu einer vollwertigen Waffe. Andere Drachen mögen Feuer oder Säure spucken, doch Temeraires Waffe ist auch nicht zu verachten (und ich werde nicht verraten, worin sie besteht). Und sie steht nur den alleredelsten Drachen zur Verfügung.

Probleme

Dieser Umstand entpuppt sich jedoch auch als ein Problem. Denn bei Temeraires Drachenei handelte es sich um ein Geschenk des chinesischen Kaisers an Napoleon, also um etwas ganz Besonderes. Wenn die Briten, allen voran Will Laurence, erkannt hätten, womit sie es zu tun haben, hätten sie Temeraire ganz anders behandelt, ja, ihn vielleicht nicht mal ausgebildet. Deshalb ist über weite Strecken dieses Bandes unabdingbar, dass Temeraires wahre Qualität verborgen bleibt. Folglich wird er wie sein Reiter wie ein gewöhnlicher Rekrut behandelt und genießt keine Sonderbehandlung. Seine Stellung in der Truppe ist daher eine ganz normale und ruft keinen Neid hervor.

Doch als die Katze aus dem Sack ist und Temeraire als kaiserlicher Drache erkannt wird, dauert es nicht lange, bis eine hohe chinesische Delegation die Rückgabe des kaiserlichen Geschenks fordert.

Romantik

Nun mag sich so mancher Leser fragen, wo denn hier, bitteschön, die Romantik bleibt. Wie erwähnt, muss Will Laurence seiner Verlobten entsagen und das einzige weibliche Wesen, das für ihn in Frage kommt, ist eine Drachenreiterin, die er in Schottland kennen lernt. Allerdings ist die Reiterin von Lily noch ziemlich jung, sie könnte glatt seine Tochter sein. Deshalb stolpert er gewissermaßen in die Beziehung zu einer gestandenen Drachenreiterin namens Jane Harcourt hinein, die ihn auch körperlich befriedigt. Und deren Tochter Emily ist Mitglied in seiner Mannschaft.

Nur für Erwachsene?

Was mich immer wieder erstaunte und mir zunehmend besser gefiel, ist die erwachsene Verhaltensweise von Laurence und Co. Diese Leute nehmen Rücksichten aufeinander, die unsereins heutzutage nicht einmal mehr in den Sinn kommen würde, aber damals achtete man beim Militär noch sehr auf gutes Benehmen und Etikette sowie auf respektvolle Behandlung. Einmal begeht Laurence einen kapitalen Fehler, indem er sich mit einem Drachenreiter anfreundet, der seinen Drachen misshandelt. Infolgedessen grenzt er sich selbst von den Truppenoffizieren ab, die diesen Drachenmisshandler ablehnen. Er erkennt seinen Fehler gerade noch rechtzeitig, bevor er seinem Ruf bei der Truppe Schlimmeres zufügt.

Verfilmung

Auf diesem Niveau werden Geschichten leider nur noch sehr selten erzählt, schon gar nicht in sogenannter Jugendliteratur. Und in dieser Hinsicht hat die Autorin offenkundig von ihren Studien englischer Literatur profitiert. Wer einmal Jane Austen, Hardy, Fielding oder Thackeray gelesen hat, weiß, woher eine solche Erzählhaltung rührt. Kein Wunder, dass sich Peter Jackson so begeistert von dieser Trilogie zeigte, und ich freue mich auf seine Verfilmung dieses vielversprechenden Stoffes.

Die Übersetzung

… ist nahezu fehlerfrei. Nur auf Seite 353 fiel mir ein grober Schnitzer auf. Da heißt es „und ihre gemeinsame Zeit näherte sich SEINEM Ende“. Die Zeit ist hierzulande immer noch weiblich. Es muss daher „IHREM Ende“ heißen.

Zum Buch gehören übrigens nicht nur eine Leseprobe und eine Tafel mit grafischen Darstellungen von vier Drachentypen, sondern auch eine wissenschaftliche Abhandlung über die weltweit vertretenen Drachentypen. Darin finden sich auch Informationen über den raren Drachentyp, die Temeraire vertritt: die Kaiser- und Himmelsdrachen.

Unterm Strich

Der erste Band der Trilogie um die Feuerreiter schildert die Lehr- und Wanderjahre des edlen Drachen Temeraire und seines Herren und Freundes Will Laurence, Ex-Seekapitän. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, insbesondere die Schlacht gegen die französische Invasionsarmee am Ende, in der Temeraire wieder mal mit einer faustdicken Überraschung aufwartet. Die Figuren verhalten sich wie Erwachsene, und das ist in Jugendliteratur selten genug, eine angenehme Abwechslung im Fantasy-Genre.

Ironie

Außerdem fand ich zu meiner Freude jede Menge Humor von feiner und feinster Ironie vor. Beispielsweise interessiert sich Temeraire in seiner jugendlichen Unschuld lebhaft für das, was er als „Dirnen“ beschreibt. Laurence klingen die Ohren. Sein Drache hat diesen Ausdruck für Prostituierte von gewöhnlichen Soldaten der Garnison gehört, und Laurence windet sich vor Verlegenheit, um seinem Freund zu erklären, was es damit auf sich hat…

Insbesondere die Kampfszenen sind allesamt recht lebhaft und lebendig geschildert, so dass sie sich gut für die geplante Verfilmung eignen, die Peter Jackson vorhat. Ich kann den ersten Band jedem empfehlen, der etwas für Drachen übrighat. Und ich hoffe, dass die zwei nächsten Bände ebenso gut sein werden, hoffentlich dann mit etwas mehr Action in der Mitte.

Originaltitel: His Majesty’s Dragon, 2006
480 Seiten
Aus dem US-Englischen von Marianne Schmidt

http://www.temeraire.org/
http://www.randomhouse.de/cbjugendbuch/