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Ludlum, Robert; Lustbader, Eric Van – Bourne-Duell, Das (Jason Bourne 8)

_Die |Bourne|-Serie:_

1) Die Bourne-Identität (The Bourne identity)
2) Das Bourne-Imperium (The Bourne Supremacy)
3) Das Bourne-Ultimatum (The Bourne Ultimatum)
4) [Das Bourne-Vermächtnis]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5355 (The Bourne Legacy; von Eric Lustbader)
5) [Der Bourne-Betrug]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5537 (The Bourne Betrayal; von Eric Lustbader)
6) The Bourne Sanction / [Das Bourne Attentat]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6125 (von Eric Lustbader, 2008)
7) The Bourne Deception / Die Bourne-Intrige (von Eric Lustbader, Veröffentlichung 2009)
8) The Bourne Objective / Das Bourne-Duell (von Eric Lustbader, Veröffentlichung 2010)
9) The Bourne Dominion (von Eric Lustbader, 2011)
10) The Bourne Upset (von Eric Lustbader, Veröffentlichung 2012)

_Atemloser Actionthriller: Jason Bourne trifft Dan Brown_

Jason Bourne befindet sich auf der Spur eines mysteriösen Ringes von marokkanischem Ursprung. Er gehörte einer Frau namens Holly Marie Moreau, die auf Bali von einem Mann ermordet wurde, den Jason tötete. Doch warum ist der Ring so wertvoll, dass Menschen – so etwa Hollys Onkel – dafür zu töten bereit sind?

Unterdessen ist Leonid Arkadin, der russische Attentäter, der wie Bourne ein Produkt des CIA-Projekts „Treadstone“ ist, auf der Flucht. Er hat einen Moskauer Mafiaboss aufs Kreuz gelegt und dessen Waffengeschäft übernommen. Im indischen Bangalore überlebt Arkadin mit knapper Not einen großangelegten Anschlag, der seine Organisation zerschlägt.

Als sich Bournes und Arkadins Wege erneut kreuzen, wird deutlich, dass jemand sie wie ein Marionettenspieler dirigiert. Will er herausfinden, welcher von beiden der Stärkere, der Härtere ist? Sie müssen herausfinden, um wen es sich handelt, wenn sie beide in der für sie aufgestellten Falle in Marokko überleben wollen.

„Das Bourne-Duell“ schließt direkt an „Die Bourne-Intrige“ an.

_Handlung_

|PROLOG|

Leonid Arkadin versucht gerade eine verschlüsselte Datei zu öffnen, die er einem mexikanischen Drogenbaron abgejagt hat, als ein roter Punkt auf dem Gesicht seines Gesprächspartners Hassan erscheint. Verwirrt starrt er seinen Chefentwickler an. Wer sollte hier im sechsten Stock eines Bürohochhauses im indischen Bangalore einen Laserstrahl auf Hassan richten? Gleich darauf zerbersten die Glasscheiben der Bürosuite und Hassan stürzt getroffen zu Boden. Vor der Tür ertönen Schüsse, gellen Schreie von Leonids Leibwächtern.

Nach einer wilden Flucht über die Hotelfassade und durch den Fahrstuhlschacht gelingt es Leonid, zwei weitere Attentätern auf ihren Motorrädern auszuschalten. Doch ein Metallstück hat sich tief in seinen muskulösen Schenkel gebohrt. Kaum hat er es herausgezogen, muss er es dem zweiten Angreifer ins Herz bohren.

Doch auch im Krankenhaus hat Leonid keine Ruhe. Er weiß jetzt, wer den Großangriff angeordnet haben muss: Maslov, Chef der Moskauer Mafiaorganisation, den Leonid aufs Kreuz gelegt hat, um seine immens lukrativen Waffengeschäfte zu übernehmen. Kaum ist der Schenkel geflickt, als Maslovs Vize Oserov ihn mit einem Stilett angreift. Leonid gelingt es, ihn mit einem improvisierten Explosivkörper außer Gefecht zu setzen und zu entkommen. Das war knapp!

|Jason Bourne|

Jason sitzt in der Hütte eines weisen Mannes auf der schönen Insel Bali. Kurz zuvor hat den amerikanischen Agenten Noah Perlis getötet, der es auf ihn abgesehen hatte. Denn Perlis hat Jason frühere, zeitweilig vergessene Freundin Holly Marie Moreau auf dem Gewissen: Er stieß sie die balinesischen Tempelstufen hinab, so dass sie zu Tode stürzte. So wie Perlis ihr einen Ring abnahm, so auch Jason dem Agenten. Seltsamerweise kann der weise Mann Jason genau sagen, woher der Ring stammt: von Hollys Onkel, einem mächtigen Marokkaner. Der den Ring unbedingt wiederhaben will. Ach ja: Draußen warten zwei Männer auf Jason. Tja, und er werde binnen eines Jahres sterben.

Schöne Aussichten, aber Jason trägt solche Weissagungen inzwischen mit Gleichmut. Was mehr kann ein Mann tun, als gegen die Windmühlen des Schicksals zu kämpfen? Die zwei Männer draußen stellen sich als Russen heraus, die hinter dem Ring her sind. Ein Typ namens Oserov habe sie geschickt, gibt einer zu und wundert sich, dass Jason derartig ahnungslos ist.

|London|

Holly kam wie Jasons zeitweilige Reisebegleiterin Tracy Atherton und Noah Perlis aus London. Die Wohnung von Noah Perlis gibt vier Dinge preis: eine Glock-Pistole, einen Reisepass, einen Schlüssel für ein Bankschließfach und eine Reihe von Fotos. Darauf sind neben Holly und Tracy zwei Männer neben Perlis zu sehen: Senor Herrera hat er in Sevilla kennengelernt, und der Jüngere muss wohl dessen Sohn sein, Diego.

Diego Herrera leitet eine Bank im Stadtzentrum. Hier bemerkt Jason erstmals, dass ihn ein Amerikaner beschattet. Er kann sich denken, dass der neue Chef von Central Intelligence, Danziger, den als Attentäter geschickt hat. Kaum hat sich Jason bei Hererra als Noah Perlis ausgegeben, spürte er auch schon einen Dolch in seiner Nierengegend. Jason gibt sich als Bekannter von Perlis aus, als Adam Stone. Diego glaubt ihm, denn Jason war bei dessen Freundin Tracy, als diese in Jasons Armen starb, drunten in Khartum. Der Banker hilft Jason, seinem Killer zu entkommen.

Jason begibt sich in Tracys Wohnung, um herauszubekommen, warum Tracy für Leonid Arkadin gearbeitet hat. Er findet dort ihre Schwester Christina vor, die bravere der beiden: Sie ist eine verheiratete Oxford-Professorin mit Kindern. Nachdem sie sich angefreundet haben, zeigt er ihr seinen mysteriösen Ring. Sie kennt genau den Mann, der die Inschrift entziffern könnte, die eine Mischung aus Latein, Sumerisch und einem Faktor X ist. Faktor X stellt sich als Ugarit heraus, die Sprache des gleichnamigen syrischen Stadtstaats der Bronzezeit (bis ca. 1250 v.Chr.).

So beginnt eine Schnitzeljagd, die Jason möglicherweise direkt in die Arme des Marokkaners Jalal Elai führt. Der Onkel von Holly engagiert Jasons Freundin Moira Trevor in Washington, um einen Laptop wiederzubeschaffen, den Jason ihm gestohlen habe. Auf dem Rechner befänden sich wertvolle Stammbauminformationen, sagt er. Das Geld, das Jalal offeriert, ist zu gut, um es abzulehnen. Moira macht sich auf die Suche.

|Treadstone 2.0|

In Washington braut sich weiteres Ungemach zusammen. Oliver Liss, Fred Willard, Peter Marks und Soraya Moore, allesamt ehemalige Mitglieder von Central Intelligence, haben sich zusammengetan, um Treadstone erneut zu gründen. Aber sie sind keineswegs gleichberechtigt, wie Willard zu seiner Frustration herausfindet: Liss diktiert, wo es langgeht. Und er schickt Willard und Marks auf eine blödsinnige Jagd nach einem rätselhaften Ring, den Jason Bourne haben soll. Als ob es nichts Wichtigeres auf der Welt gäbe!

Willard gibt nicht klein bei, sondern setzt seine eigene kleine Operation in Gang. Peter Marks ist ja Sorayas Freund. Er soll sie dazu breitschlagen, dass sie Leonid Arkadin ausspioniert, indem sie seine Geliebte wird. Nach einigem Sträuben gegen diesen „Huren-Job“ gibt sich Soraya geschlagen: Sie hat keine anderen Optionen, nachdem Danziger sie Knall auf Fall feuerte. Schließlich hatte sie seinen expliziten Befehl, in die USA zurückzukehren, in Kairo ignoriert, wo sie mit Bourne an der Aufklärung eines Flugzeugabschusses gearbeitet hatte.

|Leonid Arkadin |

Arkadin ist inzwischen in Mexiko und hat an der Westküste den Drogenhandel von Gustavo Moreno übernommen, der Kokain aus Kolumbien bezieht. Hier kontaktiert er Boris Karpov, einen Kommissar des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB-2. Der Mann will Maslovs Kopf – und wer Maslov töten will, der ist auch Arkadins Verbündeter. Karpov erfährt von Leonid, dass er mindestens zwei Maulwürfe in seiner Organisation hat, die für Maslov arbeiten. Er hat also keinerlei Chance, sein Ziel zu erreichen. Aber Leonid ist bereit, ihm die Namen der Verräter zu nennen, falls Karpov bereit ist, nach Mexiko zu kommen. Gesagt, getan. Doch das Treffen verläuft anders als geplant. Wie so viele Weitere …

_Mein Eindruck_

Wieder führt der Autor neue Elemente in seine Handlung ein. Das fällt ihm ebenso leicht wie dem seligen Robert Ludlum, denn wegen der Erzählweise und des Milieus der Zwielichtwelt der Geheimdienste ist es leicht, neue Figuren wie Schachtelteufel auftreten zu lassen. Der zweite Faktor besteht natürlich in Bournes notorischer Amnesie. Manchmal treten Figuren und Dinge auf, mit denen er vor Jahren unter Alex Conklin zu tun hatte und die nun wieder relevant werden. So geht es nun mit zwei Objekten: dem Laptop und dem Ring.

|Das verbotene Dokument|

Auf dem Laptop befindet sich ein verstecktes Geheimdokument. Dieses lässt sich nur aufspüren, wenn der richtige Ring – der Eine Ring – in das Schubfach des richtigen Laptops (den Bourne in Marokko entwendet hat) gesteckt wird. Doch aller guten Dinge sind drei. Der dritte Schlüssel zur Entzifferung des Dokuments befindet sich in einer Statue des syrischen Gottes Baal, die in einem ganz speziellen Haus in Marokko aufgestellt wurde.

Wie sich im Finale zeigt, beherbergt diese höchst unmuslimische Statue eine SD-Karte mit dem entschlüsselnden Algorithmus. Der Haken bei der Geschichte: Das Haus ist eine Todesfalle, extra gebaut für jeden, der das Geheimnis rauben will – für Leute wie Arkadin und Bourne also. Und so kommt es denn, dass sich die beiden hier ihrem Ziel nähern, mit- oder gegeneinander.

|Der Geheimbund|

Gebaut haben diese Todesfalle die Angehörigen eines uralten Geheimbundes namens Severus Domna. Sie tragen Ringe, die in Latein und Sumer diese beiden Wörter darstellen. Interessant ist, dass der Bund zwar auf den syrischen Kult um den Gott Baal zurückgeht, aber von den Berbern des Atlasgebirges am Leben gehalten und behütet wurde. Unglücklicherweise für Bourne und andere Schatzjäger tauchen diese Hüter immer zu den ungünstigsten Zeitpunkten. Das haben die Hüter nun mal so an sich. Siehe auch „Indiana Jones“, „Die Mumie“ und viele weitere Abenteuer.

|Der Schatz|

Natürlich will jeder, der den Code aus den drei Schlüsseln knackt, wissen, was in dem Geheimdokument steht. Wir beziehungsweise die Figuren erfahren es früh genug, so dass ich hier kein Geheimnis verrate. Es ist die Beschreibung des Weges zum Hort von König Salomos legendärem Gold. Nur dieser riesige Schatz kann erklären, warum selbst hochgestellte Persönlichkeiten wie der amerikanische Verteidigungsminister – der schon zum Dauergast in der großen Bourne-Show geworden ist – auf einmal hinter diesem Gold herjagen.

Ein Hauch von „Indiana Jones“ weht also deutlich durch diesen Roman. Und da der Autor schon mit „Testamentum“ einen solchen Schnitzeljagdthriller à la Dan Brown vorgelegt hat, kennt er sich bestens mit der Konstruktion der entsprechenden Handlung aus. Neben den stets wie aus dem Nichts auftauchenden Akteuren sorgen auch abtrünnige Vertraute für reichlich Abwechslung. Und besonders in Russland sind die Treueverhältnisse höchst unsicher.

|Frauenfiguren|

Im Unterschied zu den meisten Abenteuerfilmen spielen bei Lustbader jedoch Frauen eine entscheidende Rolle für den Handlungsverlauf. Es sind dies Moira Trevor, Soraya Moore, die verblichene Tracy Atherton, ihre Schwester Chrissie und die Schwester des verblichenen Gustavo Moreno, Berengária Moreno. Als wäre die Handlungslinie matrilinear, sind sie die Frauen, die zahlreiche Familien- und Beziehungshintergründe relevant und so die Männer zu halbwegs menschlichen Figuren machen. Und sie bieten auch Gelegenheit zu einer lesbischen Liebesszene – ein Element, das bislang die allerwenigsten Abenteuerfilme gezeigt haben. Hollywood mag keine Lesben. Sein Schaden.

|Meine Lektüre|

Wie schon in den letzten beiden „Bourne“-Romanen hat der Autor seine Handlung stark abgespeckt. Fort sind die langatmigen Beschreibungen von Orten, Gefühlen und Befindlichkeiten, die noch in den ersten Bourne-Romanen Lustbaders den Lesefluss stocken ließen. Die Leser wollen Agentenromane, die sich flott lesen lassen und in jedem Kapitel einen neuen Thrill bieten: entweder ein Rätsel, eine Auseinandersetzung, eine neue Figur, eine Liebes- oder eine Actionszene. Und im Falle von Bourne: eine Tour rund um die Welt. Auch wenn die Logik bisweilen auf der Strecke bleibt.

Ich konnte mich bis etwa zur Seite 150 vorarbeiten, bis mich der Frust überwältigte. Vom gewohnten Lustbader-Flair ist hier kaum etwas zu spüren, doch zwei mystische Gestalten kann er sich denn doch nicht verkneifen, und einen veritablen Schatz – einen McGuffin zumindest – zaubert er ebenfalls aus dem Hut. Nach einer kleinen Durststrecke in der Mitte nimmt die Handlung im dritten Buch jedoch derart an Fahrt auf, dass man vor dem Finale, dem vierten Buch, nicht mehr zum Verschnaufen kommt. Hier finden zahlreiche Auseinandersetzungen statt, die die Nebenfiguren aus dem Weg räumen, bis nur noch die drei Hauptfiguren übrigbleiben: Bourne, Arkadin und Soraya Moore.

Allerdings fand die monumentale Schlacht zwischen beiden Superhelden Arkadin und Bourne bereits im vorhergehenden Roman statt. Deshalb gibt es sie hier nur als Miniversion. Die entscheidende Frage lautet zum Schluss: Wer von beiden schafft es lebend aus der Todesfalle der Severus Domna heraus?

_Die Übersetzung _

Immer wieder stolperte ich im Original über eklatante Sachfehler. Offensichtlich hätte Lustbader gut daran getan, einen Computerspezialisten zu konsultieren.

Doch nun konnte ich mit Erleichterung feststellen, dass der Übersetzer alle sechs Sachfehler erkannt und korrigiert hat. Außerdem waren keinerlei Druckfehler zu finden. Mit anderen Worten: Einer ungetrübten Lektüre steht nichts mehr im Wege.

_Unterm Strich_

Eric Van Lustbader hat inzwischen den Dreh raus, nicht mehr wie er selbst zu schreiben, sondern wie Ludlum selig, also voller rascher Szenenwechsel, ständig neuer Figuren und einer verblüffenden Aussicht: die Entdeckung des Schatzes von König Salomos Schatz in Syrien. Damit gerät die Story ins Fahrwasser von Dan Brown.

Aufgrund des ständigen Wechsels von Szenen und Figuren kommt der Leser kaum zum Nachdenken, sollte er oder sie sich auf diesen Stil einlassen. Und das ist auch der Grund dafür, warum der Leser schon mindestens den Vorgängerband kennen sollte, um nur halbwegs mit den verschiedenen Figuren klarzukommen. Denn eine Personenliste gibt es – auch in der Übersetzung – nicht, und die Figurencharakteristiken sind denkbar knapp gehalten.

Wer sich aber von einem Actionthriller mit zahlreichen Wendungen unterhalten lassen möchte, der findet auch in diesem „Bourne“-Roman ein optimales Lesefutter.

|Gebunden: 592 Seiten
Originaltitel: The Bourne Objective (2010)
Aus dem US-Englischen von Norbert Jakober
ISBN-13: 978-3453266261|
[www.heyne.de]http://www.heyne.de

_Robert Ludlum bei |Buchwurm.info|:_
[„Die Paris-Option“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1068
[„Die Ambler-Warnung“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3493
[„Das Osterman-Wochenende“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6841

Eric Van Lustbader & Robert Ludlum – Die Bourne-Intrige (Jason Bourne 7)

Agenten-Duell: Treffen der Titanen

Nach ihrem tödlichen Katz-und-Maus-Spiel in „Das Bourne Attentat“ tauschen Jason Bourne und Leonid Arkadin die Rollen von Jäger und Gejagtem. Als Bourne in einen Hinterhalt gerät und schwer verletzt wird, täuscht er seinen Tod vor und geht in den Untergrund. In dieser relativen Sicherheit nimmt er (wieder einmal) eine neue Identität an und begibt sich auf eine Mission, um herauszufinden, wer ihn töten wollte. Er beginnt zu hinterfragen, wer er in Wirklichkeit ist, wieviel von sich er der Bourne-Identität schuldet und was er werden könnte, wenn diese ihm fehlen würde.

Ein amerikanisches Passagierflugzeug wird über Ägypten abgeschossen, und der Verdacht fällt auf den Iran. Eine globale Ermittlungsgruppe wird zusammengestellt, um die Wahrheit herauszufinden, bevor die Sache sich zu einem Krieg auswächst. Auf seiner Mission gerät Bourne in Kontakt mit dieser Gruppe. Sein Weg führt ihn dadurch in eine der gefährlichsten und kritischsten Situationen, in denen er sich je befunden hat. Ein Rennen gegen die Zeit beginnt – und gegen einen unbekannten Killer…
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Lustbader, Eric Van / Ludlum, Robert – Der Bourne-Betrug (Jason Bourne 5)

Agenten-Action nach Schema F

Jason Bournes einziger Freund Martin Lindros, der Stellvertretende Direktor des Geheimdienstes Central Intelligence, wird bei einem Kommandoeinsatz in Äthiopien von Terroristen gefangen genommen und verschleppt. Da Bourne der Einzige ist, der ihn befreien könnte, bittet ihn der CI-Direktor, Lindros zu befreien.

Doch vor Ort stößt Jason auf Spuren starker Radioaktivität. Womöglich wollen diese Terroristen eine Atombombe bauen. Er ahnt nicht, dass nicht nur der Geheimdienst CI und die Hauptstadt Washington, sondern besonders er selbst im Fadenkreuz der Terroristengruppe ist. Sie wollen sich für ein Verbrechen rächen, an das sich Jason nur in seinen schlimmsten Albträumen erinnern kann.
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Lustbader, Eric Van – Drachensee (Dai-San-Zyklus 5)

Überflüssige Fortsetzung

Das Volk der Bujun lebt zurückgezogen auf der Inselgruppe Ama-no-mori. Zwei seiner Würdenträger, Qaylinn und Ojime, erwarten den Dai-San, eine übermenschliche Kreatur, die früher Mensch war. Sie wollen ihn um seine Hilfe bitten, denn es gibt sichere Hinweise, daß die Kräfte des Chaos die Welt der Menschen angreifen wollen. Wird er ihnen helfen, da sie ihm auch mitteilen müssen, daß sein Blutsbruder Moichi ein Komplize der finsteren Mächte zu sein scheint?
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Eric Van Lustbader – The Fallen (Testament, Band 2)

Der Jason Bourne der okkulten Mystik

In einer verborgenen Höhle der libanesischen Gebirge macht ein Mann eine folgenschwere Entdeckung. Er wird von einer dunklen Wesenheit beauftragt, als Bote für eines der schrecklichsten Dinge zu dienen, die man aus dem Dunkel ans Tageslicht bringen kann: das Testament Luzifers.

In Istanbul wird Bravo Shaw, Oberhaupt der gnostischen Sekte der Observatinen, von Fra Leoni vor dieser Entwicklung gewarnt: der Beginn der finalen Schlacht zwischen Gut und Böse. Denn das Gleichgewicht ist durch die Ankunft eines Gefallenen Engels gestört worden. Die Gefallenen Engel bilden die Vorhut für Luzifers Heerscharen.

Doch erst, wenn drei tödliche Gegenstände des Bösen in Luzifers Hände gelangen, ist sein Sieg gewiss. Das erste dieser Objekte ist ein uraltes Buch: Luzifers Testament.

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Lustbader, Eric Van – Robert Ludlum\’s The Bourne Dominion (Jason Bourne 9)

_Die |Bourne|-Serie:_

1) Die Bourne-Identität (The Bourne identity)
2) Das Bourne-Imperium (The Bourne Supremacy)
3) Das Bourne-Ultimatum (The Bourne Ultimatum)
4) [Das Bourne-Vermächtnis]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5355 (The Bourne Legacy; von Eric Lustbader)
5) [Der Bourne-Betrug]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5537 (The Bourne Betrayal; von Eric Lustbader)
6) The Bourne Sanction / [Das Bourne Attentat]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6125 (von Eric Lustbader, 2008)
7) The Bourne Deception / Die Bourne-Intrige (von Eric Lustbader, Veröffentlichung 2009)
8) The Bourne Objective / [Das Bourne-Duell]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7652 (von Eric Lustbader, Veröffentlichung 2010)
9) _The Bourne Dominion_ (von Eric Lustbader, 2011)
10) The Bourne Imperative (von Eric Lustbader, 2012)

_Der Schattenkrieger_

Eine mächtige internationale Organisation schickt sich an, der amerikanischen Wirtschaft einen vernichtenden Schlag zu versetzen. Doch zuvor muss der Mann beseitigt werden, der ihr als Einziger gefährlich werden kann: Jason Bourne. Ausgerechnet Bournes russischer Freund Boris Karpow wird auf den amerikanischen Topagenten angesetzt. Findet Karpow einen Weg aus der tödlichen Zwickmühle? (Verlagsinfo)

_Handlung_

Die weltumspannende Geheimorganisation Severus Domna ist immer noch hinter Jason Bourne her. Denn er ist der Mann, der sie um einen sagenhaften Goldschatz betrogen hat, mit dem sie das westliche Währungssystem zerstören wollte. Nun wählt sich Benjamin el-Arian, der Leiter der Gruppe, ein neues Ziel aus: die strategischen US-Ressourcen an seltenen Erden, die in Kalifornien entdeckt wurden. Gelingt es ihm, diese Vorräte zu zerstören, könnten die Amerikaner keine Mobiltelefone, Tablet-PCs und Hightech-Waffen mehr bauen – sie müssten die Chinesen um diese Rohstoffe bitten, die bislang 97 Prozent der Vorräte kontrollieren und sie künstlich verknappen.

Während Benjamin el-Arian eine weitere, gut getarnte Attentäterin auf den Weg schickt, begegnet Bourne im Camp eines kolumbianischen Drogenlords einem Mann, dem er Schlimmes angetan hat: Jalal Essai. Ihm gehörte der Laptop, der brisante Informationen über Severus Domna und deren Pläne enthielt und den er für Alex Cross, den Treadstone-Chef, stahl. Dabei verletzte Bourne ein muslimisches Gebot. Inzwischen aber hat sich Essai von Severus Domna losgesagt, weil diese ihm seine Tochter geraubt haben, und will sich widerwillig mit Bourne verbünden. Sein Ziel: Rache. Als erste Leistung verrät er Bourne, wen die Agenten el-Arian auf Bourne angesetzt haben: seinen guten Freund Boris Karpow.

Erst kürzlich zum Chef des mächtigen russischen Sicherheitsdienstes FSB-2 ernannt, verdankt Boris Karpow seinen Aufstieg der Führungsspitze von Severus Domna. Doch er ist dafür einen Pakt mit dem Teufel eingegangen, wie sich zeigt, mit seinem Kollegen Cherkesow. Dieser verlangt im Gegenzug von Karpow das Unvorstellbare: Er soll seinen Freund Jason Bourne eliminieren. Karpow ist bestürzt und wendet sich an seinen ältesten Freund und Mitkämpfer. Iwan Wolkin rät ihm herauszufinden, was ein Test ist und was ein Opfer.

Die Wege von Bourne und Karpow kreuzen sich in der Altstadt der syrischen Hauptstadt Damaskus. Kann Bourne dem Russen, dem er einst das Leben rettete, noch trauen? Und findet Boris Karpow einen Weg, sich aus der tödlichen Zwickmühle zu befreien? Ihnen bleibt nicht viel Zeit, denn schon bald sehen sie sich mit ihren größten Widersachern konfrontiert.

|Unterdessen|

Christopher Hendricks ist der neue Verteidigungsminister der USA und hat klammheimlich das ehemalige CI-Programm „Treadstone“ reaktiviert. Die einzigen beiden Agenten, die ihm zur Verfügung stehen, sind allerdings bislang nur die beiden geschassten CI-Agenten Soraya Moore, Jason Bournes Busenfreundin und Peter Marks, ein exzellenter Computerermittler.

Der US-Präsident betraut Hendricks damit, die Security für Indigo Ridge, die kalifornische Mine für Seltene Erden, aufzubauen und zu leiten. Was Hendricks verwundert, ist der Umstand, dass die Firma NeoDyme, die diese Mine vermarktet, an der Börse derartig viel Erfolg hat, obwohl man vom Vorleben ihres Direktors Roy FitzWilliam wenig weiß. Als er Peter Marks auf FitzWilliams ansetzt, wird Peter um ein Haar Opfer einer Autobombenexplosion, gleich darauf wird er entführt. Nur Jason Bournes Freunde Tyrone und Deron können ihn vor einem höchst unerfreulichen Ende bewahren.

Nichtsahnend freundet sich Hendricks unterdessen mit seiner neuen Gärtnerin an. Diese Maggie Penrod ist bezaubernd, und da er noch immer seiner verstorbenen Frau Amanda nachhängt, fühlt er sich auf einmal recht einsam. Kann Arbeit allein ein Leben ausfüllen, fragt er sich? Wohl kaum. Zum Verdruss seiner Leibwächter trifft er sich mit Maggie immer öfter. Und zudem setzt sie ihm einen Floh ins Ohr: Er solle die Security von Indigo Ridge doch dem neuen CI-Direktor Danziger überlassen, denn der werde sich damit schon bald bis auf die Knochen blamieren. Doch Hendricks ahnt nicht, dass Benjamin El-Arian „Maggie“ geschickt hat, um Hendricks erst bloßzustellen und dann zu eliminieren …

|Paris|

Soraya Moore lebt auf Alarmstufe Rot: Einer ihrer Kontakte in Paris wurde ermordet. Um herauszufinden, wer dahinter steckt, arbeitet sie erst mit einem jüdischen Inspektor zusammen, dann, als die Spur in die arabische Welt weist, mit ihrem ehemaligen Geliebten Amun, dem Chef des ägyptischen Geheimdienstes. Sie hätte es besser wissen sollen, als einen Juden und einen Araber Seite an Seite zu engagieren. Sie gehen sich um ein Haar gegenseitig an die Gurgel.

Doch der Auftrag ist zu wichtig. Er führt direkt zur Tarnorganisation The Monition Club von Severus Domna, die von El-Arian geleitet wird. Monsieur Donatien Marchand scheint harmlos genug, doch als Amun eine Wanze in dessen Büro anbringt, belauschen sie, wie er einen Mord in Auftrag gibt – und das Ziel sollen sie und ihre beiden Mitarbeiter sein. Als sie Marchand in einen völlig von Arabern bewohnten Vorort folgen, tappen sie direkt in eine tödliche Falle …

_Mein Eindruck_

Dieser Band von Bournes Abenteuern führt einige Fäden, die mit Severus Domna zu tun haben, zu ihrem Ende. Die uralte Geheimorganisation der Römer sollte ursprünglich Okzident (Severus) und Orient (Domna) zusammenführen. Doch unter dem Angriff einer russischen Untergrundorganisation namens Almaz entschloss sich ihr Leiter, Benjamin El-Arian, sich mit einem scheinbar gemäßigten Muslimführer namens Semid Al-Qahhar zusammenzutun. Das war ein schwerer Fehler, denn Semid ist in Wahrheit ein islamistischer Terrorist, der versucht, Severus Domna für seine Zwecke zu missbrauchen. Und diese Pläne sehen den Sturz des Amerikanischen Imperiums vor. Daher sein geplanter Angriff auf Indigo Ridge.

Diese Mine für Seltene Erden, die für neuartige Waffensysteme strategische Bedeutung haben, muss um jeden preis geschützt werden, geht es nach dem US-Präsidenten. Deshalb die Zentrale von Chris Hendricks, dem Verteidigungsminister, und seiner neuen Geliebten Maggie Penrod alias Skara Noren. Wie schon so häufig in Lustbaders Romanen wird die Liebe selbst dem entschlossensten Krieger zum Verhängnis, wenn er in dieser Hinsicht einen wunden Punkt aufweist. Und Hendricks hängt immer noch der verblichenen Amanda nach – dies ist seine Achillesferse. Und Skara nutzt sie weidlich aus, indem sie ihn überredet, die Security für Indigo Ridge abzugeben.

Jason Bourne hat Skaras Mutter ermordet. Es war ein Auftrag Treadstones und ein völlig sinnloser Racheakt von Alex Conklin dafür, dass Cristien Noren in töten wollte, Skaras Vater. Skara hat zwei Zwillingsschwestern. Mikaela wollte das Geheimnis um ihren verschwundenen Vater lüften und kam dabei um, doch Kaja hat überlebt, indem sie nach Kolumbien ging. Hier lebte sie fünf Jahre mit einem Mann der Severus Domna zusammen – bis er abtrünnig wurde. Jason Bourne rettet das Paar und bringt es zu Don Fernando Herrera ins spanische Cadiz. Nun erfährt er erstmals von dem, was seine Tat, an die er sich krampfhaft zu erinnern versucht, angerichtet hat. Doch weil Kaja nicht weiß, wo Skara ist, kann er Treadstone 2.0 nicht vor ihr warnen. Und so tappen Treadstones neuer Herr Chris Hendricks ebenso wie dessen Mitarbeiter Peter Marks und Soraya Marks in tödliche Gefahr.

Durch Jalal Essai weiß Bourne, dass sein Freund Karpov von Severus Domna angestiftet worden ist, ihn zu töten. Alle Wege führen nun zum östlichen Hauptquartier dieser Organisation: Es liegt in der Altstadt von Damaskus. Mehrere Showdowns, einer gewalttätiger als der vorhergehende, reihen sich crescendoartig aneinander, bis eine gewaltige Explosion die syrische Hauptstadt erschüttert. (Ein Vorausverweis auf den aktuellen Bürgerkrieg?) Unterdessen geht auch in Paris die Ermittlung Soraya Moores auf die Zielgerade…

Wie man sieht, ist für jede Menge Spannung, Intrige, Romantik und verdammt viel Action gesorgt. Aus Sicht des amerikanischen Lesers ist der ungewöhnlichste Aspekt an den Bourne-Büchern, dass sie fast durchweg im Ausland spielen, den Leser also an die exotischsten Orte führen. Um dieses Szenario zu genießen, ist seitens des Lesers ein Bildungsniveau erforderlich, das weit über das der Oberschule hinausgeht. Auch der Einsatz von Hightech ist in den Bourne-Romanen extrem hoch, so dass auch hier die Kenntnisse auf hohem Niveau sein sollten. Andererseits weiß heute jeder PC-User, was ein USB-Stick, eine DVD und eine Webcam ist.

|Cliffhanger|

Durch ständige Cliffhanger wird der Leser erfreulicherweise dazu angehalten, weiterzublättern, um herauszufinden, wie es mit dem jeweiligen Erzählstrang weitergeht. Es wechseln sich ungefähr drei bis Stränge ab: Bourne, Soraya, Karpov und Hendricks, Hier und da gibt es noch eine Nebenfigur, an deren Gedanken, Meinungen und Vergangenheit wir teilhaben dürfen. Die bei Weitem interessanteste Nebenfigur ist Skara Noren. Sie hat nämlich laut ihrer Schwester Kaja nicht nur eine Persönlichkeit, sondern gleich sechs verschiedene. Deshalb eigne sie sich ja auch so gut als Agentin und Attentäterin.

|Multiple Persönlichkeiten|

Das dissoziative Persönlichkeits-Syndrom ist keine Erfindung von Romanautoren, sondern eine medizinisch anerkannte Tatsache. Sie wurde schon den achtziger Jahren von Daniel Keyes in Romanen ausgeschlachtet, später dann von Jonathan Nasaw. Dann aber war die Idee ein wenig ausgelutscht. Wohl deshalb hält sich Lustbader in der Schilderung dieser Dissoziation sehr zurück.

Gut möglich, dass hier, wie im gesamten Manuskript zu merken, heftig gekürzt wurde (besonders auf S. 172/173 in der Orion-Ausgabe). So erfahren wir nie, wie die sechs Personas in Skaras Kopf heißen, worin sie sich unterscheiden, welche Vorteile ihr Einsatz bietet und welches Ende sie nehmen. Dies müssen wir erschließen. Und der Epilog gibt dazu die besten Anregungen. Skara war nämlich gar nicht Skara, und sie war auch nie Maggie Penrod …

|Action|

Mann liest die „Bourne“-Bücher ja vor allem wegen der Actionszenen, nicht etwa wegen der vielfach verschlungenen Intrigen. Auch im Kino ist Bourne der Kämpfer par excellence, und Matt Damon machte in allen drei bisherigen Filmen einen fantastischen Job. Ich kann zwar nicht zu erkennen, welche Kampfsportarten er alle kombiniert, weil ich ein Laie bin, der nur Judo kann, aber im Buch geht es definitiv karatemäßig zur Sache.

Und zwar stets mit tödlichen Folgen. Da werden reihenweise Genicke gebrochen, Kehlköpfe zerschmettert und Nasen eingeschlagen. Auch Boris Karpov ist in dieser Hinsicht keine Zimperliese. Wenn es Bourne dann doch mal trifft, ist das meist nur eine Fleischwunde. Und Soraya Moore – es ist ein Wunder, wie sie sich mit einer massiven Gehirnerschütterung auf den Beinen halten und den Feind in der Höhle des Löwen stellen kann. Peter Marks ergeht es keinen Deut besser. Doch er hat wenigstens einen Schutzengel.

_Unterm Strich_

Dies ist mittlerweile der sechste oder siebte BOURNE-Roman, so das man mit Fug und Recht von einer Serie sprechen kann. Der jüngste Roman „The Bourne Imperative“ erschien Sommer 2012. Da das Gesetz der Serie herrscht, sollte der Leser ein paar Dinge beachten. Er kann nicht einfach mit diesem Roman einsteigen, denn dann verstünde er nur Bahnhof. Es gibt weder ein Glossar, ein Personenverzeichnis, noch Fußnoten. Quer- und Zurückverweise sind die einzige Hilfe, die er bekommt.

|Mehr München-Bashing|

Zweitens erscheinen mehrere Schauplätze in regelmäßigen Abständen. Dazu gehören Washington, D. C., als Sitz von CI, Regierung und Treadstone. Aber auch München ist ständig vertreten: Es ist das Reich des Bösen. Ein Sündenpfuhl, in dem hirnlose Säufer Sauerkraut und Wurst mampfen. Sie werden von einer nahezu allgegenwärtigen Polizeitruppe beschützt, die unseren Helden, hier ist es Karpov, in Bedrängnis bringt – und stark an die Gestapo erinnert. Dabei sitzt der wahre Feind in der Münchner Moschee, von wo er ein Spinnennetz von hier ausgebildeten Terroristen dirigiert.

Nein, Bashing ist kein bayerischer Vorort von München, sondern die Spezialität des Autors. Sogar die Bank des Bösen heißt Nymphenburger Landesbank. Das München-Bashing ist absolut ernstzunehmen. Und wem dies nicht gefällt, sollte keinen BOURNE-Roman mehr von Lustbader mehr lesen.

|Zensiert?|

Dennoch hat mich auch dieser BOURNE-Roman außerordentlich gut unterhalten. Die Action gibt es massenweise, die Romantik kommt ebenfalls nicht zu kurz. Und wenn inzwischen der Sex und viel der Psychologie weggekürzt worden sind, so lag das sicher nicht an Lustbader, sondern am Verlag. So erging es ihm ja bei den deutschen, zensierten Ausgabe seiner Romane „Der Ninja“, „Die Miko“ und „Schwarzes Herz“.

Im Übrigen waren den (amerikanischen) Lesern die beiden ersten BOURNE-Romane von Lustbader zu lang, v.a. wegen der ausführlichen Psychologie- und Biografie-Passagen. Diese hat der Autor also gestrafft und führt sie nur noch skizzenhaft aus. So liest sich der Text nun sehr straff und flott. Man sieht also, dass auch Leser Zensur ausüben können. Über Twitter steht der Autor in ständigem Dialog mit seinen Lesern.

|Die Serie|

Im Epilog kommt das Gesetz der Serie wieder zum Tragen. Auch Jason Bourne hat nicht alles herausbekommen, was Severus Domna, Almaz, Treadstone und die Russen angeht. Dafür zwei schlaue alte Herren gesorgt, die inzwischen ihre eigenen Schäfchen ins Trockene gebracht haben. Der Kampf um Indigo Ridge, so scheint es, hat gerade erst begonnen. Und deshalb muss man sich sofort die Fortsetzung besorgen. Was ich natürlich sofort getan habe.

|Taschenbuch: 534 Seiten
ISBN-13: 978-1409121398|

_Robert Ludlum bei |Buchwurm.info|:_
[„Die Paris-Option“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1068
[„Die Ambler-Warnung“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3493
[„Das Osterman-Wochenende“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6841

Lustbader, Eric Van / Ludlum, Robert – Bourne-Attentat, Das (Jason Bourne 6)

_Zwischen Killern und schönen Frauen: Bourne in neuer Mission_

Jason Bourne kommt nicht zur Ruhe: Eine Gruppe islamistischer Terroristen plant den finalen Schlag gegen die USA. Bourne wird ausgesandt, das Dokument, in dem das Ziel des Anschlags festgelegt ist, zu finden. Dabei gerät er ins Visier der Terroristen und des amerikanischen Geheimdienstes, für den er ein Unsicherheitsfaktor ist. Bourne entgeht nur knapp einer Serie von Mordanschlägen, aber schließlich gelingt es ihm, die brisanten Pläne an sich zu bringen.

Zu seiner Bestürzung erfährt er, dass ein Spion aus den eigenen Reihen dem muslimischen Netzwerk angehört. Erst im letzten Augenblick erkennt Bourne, wer der eigentliche Drahtzieher des drohenden Anschlags ist und wo die Terroristen zuschlagen wollen. Doch es scheint zu spät zu sein …

_Die Autoren_

a) Robert Ludlum wurde 1927 in New York City geboren. Nach dem II. Weltkrieg begann er eine Karriere als Schauspieler, die er verfolgte, bis er vierzig wurde, also bis 1967. Er studierte Kunstgeschichte und fing mit dem Schreiben an. 1971 schießt sein erster Thriller „Das Scarlatti-Erbe“, an dem er 18 Monate schrieb, an die Spitze der Bestsellerlisten. Als ähnlich erfolgreich erwiesen sich auch alle weiteren Romane, so etwa „Das Osterman-Wochenende“ (verfilmt), „Die Scorpio-Illusion“ oder „Der Ikarus-Plan“.

Seine Erfahrung als Schauspieler kam ihm zugute: „Man lernt, wie man die Aufmerksamkeit des Publikums behält.“ Seine Bücher wurde in mehr als 30 Sprachen übersetzt und erreichten eine Auflage von mehr als 280 Millionen Exemplaren (Verlagsangabe Heyne). Zuletzt wurden die drei legendären Bourne-Thriller mit Matt Damon höchst erfolgreich verfilmt. Ludlum lebte bis zu seinem Tod am 12. März 2001 mit seiner Frau Mary und seinen Kinder in Florida und Connecticut.

Mehrere Autoren schreiben an den Serien, die Ludlum schuf, weiter. Derzeit befinden sich die Verfilmungen zu „The Matarese Circle“/“Der Matarese-Bund“ (mit Denzel Washington) und „The Chancellor Manuscript“/“Das Kastler-Manuskript“ (mit Leonardo DiCaprio) in der Produktion. Außerdem gibt es seit 2008 das Videospiel „Robert Ludlum’s: Das Bourne-Komplott“ für |PlayStation 3| und |Xbox360|.

1) Die Bourne-Identität
2) Das Bourne-Imperium
3) Das Bourne-Ultimatum
4) [Das Bourne-Vermächtnis]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5355 (von Eric Lustbader)
5) [Der Bourne-Betrug]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5537 (von Eric Lustbader)
6) Das Bourne-Attentat (von Eric Lustbader, 2008)
7) The Bourne Deception (von Eric Lustbader, 2009)

Eric Van Lustbader, geboren 1946, ist der Autor zahlreicher Fernost-Thriller und Fantasyromane. Er lebt auf Long Island bei New York City und ist mit der SF- und Fantasylektorin Victoria Schochet verheiratet. Sein erster Roman „Sunset Warrior“ (1977) lässt sich als Sciencefiction bezeichnen, doch gleich danach begann Lustbader (das „Van“ in seinem Namen ist ein Vorname, kein holländisches Adelsprädikat!), zur Fantasy umzuschwenken.

1980 begann Lustbader mit großem Erfolg seine Martial-Arts-&-Spionage-Thriller in Fernost anzusiedeln, zunächst mit Nicholas Linnear als Hauptfigur, später mit Detective Lieutenant Lew Croaker: The Ninja; The Miko; White Ninja; The Kaisho usw. Zur China-Maroc-Sequenz gehören: Jian; Shan; Black Heart; French Kiss; Angel Eyes und Black Blade. Manche dieser Geschichten umfassen auch das Auftreten von Zauberkraft, was ihnen einen angemessenen Schuss Mystik beimengt.

_Handlung_

Jason ist ein Mann mit einer gespaltenen Persönlichkeit. Diesmal muss er sich zwischen Jason Bourne, dem tödlichen Killer, und David Webb, dem friedlichen Sprachwissenschaftler, entscheiden. Bei dieser Wahl hilft ihm Moira Trevor, die schöne Witwe seines besten Freundes Martin Lindros, der in „Der Bourne-Betrug“ ums Leben kam – wofür sich Jason immer Vorwürfe machen wird. Moira bittet ihn, die geheimen Sicherheitsmaßnahmen ihres privaten Sicherheitsdienstes Black River für ein neues Flüssiggas-Terminal zu überprüfen. Sie verrät ihm, dass sie Informationen hat, dass ein Anschlag geplant sei. Und tatsächlich: Sie wird bereits beschattet: vom Geheimdienst CI, Jasons früherem Arbeitgeber

Auch sein Mentor, der Sprachprofessor Dominic Specter, wird beschattet, doch Jason vereitelt einen Entführungsversuch. Ein Tattoo des Killers zeigt einen Totenschädel, der von drei Pferdeköpfen umrahmt wird. Das sei das Emblem der Schwarzen Legion, berichtet Specter und offenbart, er selbst sei ein Terroristenjäger. Die Schwarze Legion sei eine geheime Terrororganisation, die von der SS im Dritten Reich gegründet wurde, nachdem 1941 die Wehrmacht die Sowjetunion überfallen hatte. Die Schwarze Legion rekrutierte sich aus muslimischen Ex-Russen und werde heute von einem Exilrussen namens Semjon Ikupov geleitet. Niemand wisse von ihr, weil sie sich hinter der friedlichen zivilen Organisation der Eastern Brotherhood verberge.

Doch nun habe die Schwarze Legion ein großen Anschlag vor – eben jenen, von dem Moira Jason berichtete. Die Legion habe Specters Verbündeten Pjotr Zilber getötet, so dass dessen Netzwerk in Gefahr geraten sei. Der allein arbeitende Killer sei ein durchgeknallter Russe namens Leonid Arkadin, der offenbar ein bestimmtes Dokument suche, das Pjotr Zilber vom Feind stehlen konnte. Es handle sich wohl um den Bauplan für ein Anschlagsziel: ein Gebäude irgendwo an der amerikanischen Ostküste. Der Bauplan würde verraten, welches Gebäude das Ziel sei. Jason sagt seinem Mentor seine Hilfe zu, nicht zuletzt auch wegen Moiras Information und aus Sorge um viele Menschenleben.

Doch bevor er nach Moskau fliegen kann, gerät er in Washington, D.C., beinahe selbst unter die Räder. Nach dem Tod des Alten Herrn (in „Der Bourne-Betrug“) hat eine ehemalige privatwirtschaftliche Sicherheitsspezialistin namens Veronica Hart den freigewordenen Posten als Chefin des Geheimdienstes Central Intelligence erobert. Sofort ist sie von Feinden umringt, allen voran der Verteidigungsminister und dessen Geheimdienst NSA. Die NSA will die CI übernehmen, ganz besonders deren Vorderasien-Abteilung Typhon, die Martin Lindros leitete. Doch weder dessen jetzige Direktorin Soraya Moore, eine alte Bekannte Jasons, noch Veronica Hart haben die Absicht, den Kommissköppen ihre Organisation kampflos zu überlassen.

Die NSA will Jason Bourne nun dazu benutzen, um entweder die CI bloßzustellen oder um einen Helfer ärmer zu machen. Aber dazu müssen sie ihn erst einmal kriegen. Sie wenden alle Tricks an, um ihn zur Strecke zu bringen. Zu guter Letzt schickt der Sekretär des Verteidigungsministers wutentbrannt seinen besten Killeragenten aus Afghanistan nach Moskau, um Jason in der russischen Hauptstadt zu erledigen …

_Mein Eindruck_

Wie so häufig in Eric Lustbaders Romanen verläuft die Handlung in mindestens drei Hauptsträngen, die dann im Finale zusammengeführt werden. Diesmal folgen wir den Wegen von Jason Bourne, Soraya Moore und Leonid Arkadin. Sobald Jason Washington verlassen hat, ist die Verbindung zu Soraya nur noch sehr lose, doch weil die NSA-Leute Jason auch im Ausland jagen, kann Soraya einmal Jason rechtzeitig vor ihnen warnen.

|Arkadin, das Spiegelbild|

Das Verhältnis zwischen Jason und Arkadin ist jedoch ein ganz spezielles: Der eine erblickt im anderen sein seelisches Spiegelbild. Wie der Autor in zahlreichen Rückblenden erkundet, hat Arkadin ein ähnlich verlustreiches Leben geführt wie Bourne, doch im Gegensatz zu Bourne ist es Arkadin nie gelungen, den Schrecken dessen, was er verdrängt, zu verarbeiten, geschweige denn, die daraus resultierende Leere durch eine bedeutungsvolle Partnerbeziehung zu füllen.

Wo Bourne seine Marie (und zwei Kinder, die jetzt in Sicherheit sind) hatte, ergaben sich bei Arkadin nur eine Reihe von kurzfristigen Beziehungen, die meist zweckbestimmt waren. Deshalb ist es nun für Arkadin von großer Bedeutung herauszufinden, was seine neueste Beziehung zu der Moskauer Prostituierten Devra für ihn bedeutet. Liebt er sie am Ende wirklich? Er kann es nicht sagen, denn er hat nie erfahren, wie sich Liebe anfühlt.

Wie Bourne hat er keine verwundbaren Punkte in seiner Psyche, denn jede/r, der ihm zu nahe kommt, muss daran glauben. Arkadin ist in der Tat eine furchteinflößende Figur in diesem Roman, ein würdiger Gegner für einen vollendeten Krieger wie Bourne. Kein Wunder, dass diesen beiden das Finale gehört. Schließlich hat Bourne Arkadins engsten Freund getötet.

|In Moskau|

Bei seiner Suche nach der Schwarzen Legion mischt Bourne die Unterwelt von Moskau mächtig auf. Wir erhalten Einblick in die Machtstrukturen dieser Weltstadt. Die Oligarchen stehen mit ihren Machtapparaten, den Geheimdiensten, auf der einen Seite, auf der anderen Seite befinden sich zwei Clans der Drogenmafia, die sich bekriegen. Zwar erteilt Prof. Specter seinem Helfer Bourne den dringenden Rat, sich mit keiner dieser „grupperovka“ anzulegen, doch das lässt sich natürlich nicht vermeiden. Und so landet Bourne schließlich in einem Zimmer vor dem Anführer eines dieser Clans. Es ist eine interessante Unterhaltung: über Arkadin, dessen Anhängerschaft und vor allem über seine Mitgliedschaft in der Schwarzen Legion. Bourne stößt auf merkwürdige Widersprüche.

Diese Widersprüche gilt es aufzuklären. Wir machen uns unseren eigenen Reim darauf. Könnte es sein, dass man Bourne schon wieder hereingelegt hat? Und zusammen mit ihm werden auch wir an der Nase herumgeführt. Am Schluss sind wir völlig verwirrt und eine Menge Fragen harren der Beantwortung. Die Antworten fand ich jedenfalls nicht sonderlich überzeugend und legte den Roman etwas unzufrieden aus der Hand.

|Der McGuffin|

Arkadin und seine Geliebte Devra folgen Pjotr Zilber in ein Netzwerk, in dem die Baupläne für das Anschlagsziel weitergereicht werden. Arkadins Auftritt ist stets tödlich, und es ist gar nicht so wichtig, was das für ein Dokument ist, dem er hinterherjagt: ein klassischer [McGuffin]http://de.wikipedia.org/wiki/McGuffin von Hitchcock’schem Zuschnitt. Schließlich erweist sich diese ganze Aktion als belangloses Ablenkungsmanöver, das die diversen Geheimdienste auf eine falsche Spur locken soll, vor allem die NSA. Das klappt auch hervorragend. Das eigentliche Anschlagsziel ist derweil völlig ungeschützt. Wird Jason Bourne noch rechtzeitig eintreffen?

|Die Übersetzung|

Die Übersetzung durch Norbert Jakober überzeugte mich durch einen verständlichen Stil, der gediegen, aber nicht gestelzt wirkt. Alle Namen, die ich aus dem amerikanischen Original kenne, wurden natürlich an die deutsche Schreibweise angepasst, so wurde aus „Icoupov“ ein „Ikupov“, was sich auch leichter aussprechen lässt.

Was die allfälligen Fehler in deutschen Übersetzungen anbelangt, so durfte ich erfreut feststellen, dass sie fast gar nicht vorhanden sind. Es sind lediglich Flüchtigkeitsfehler. Einmal schreibt der Übersetzer „was“ statt „war“ und der Name „Cambridge“ statt „Cambrigde“, das hier zu lesen ist, scheint ihm auch schwergefallen zu sein. Doch bei so wenigen und lässlichen Fehlern wird die Lektüre zum ungestörten Vergnügen.

_Unterm Strich_

Diesmal bekommt es Jason Bourne mit einem allein arbeitenden russischen Killer und einer alten Nazi-Organisation aus den eroberten Gebieten der Sowjetunion zu tun, der Schwarzen Legion. Die Spur führt über Moskau nach München. Dessen Beschreibung fand ich bestürzend negativ und unausgewogen. Die Szenen in Dachau wirkten auf mich hingegen aufschlussreich und bewegend.

Wieder mal verstrickt sich Bourne in einem Dickicht aus Täuschungen und muss sich obendrein des US-Geheimdienstes NSA des Pentagons erwehren. Seine Freunde bei Central Intelligence sind schwer damit beschäftigt, einen Übernahmeversuch der NSA abzuwehren, der mit Härte und Hinterlist geführt wird. Am Schluss führen alle Fäden zusammen, und natürlich kommt es zu diversen Showdowns.

Ob Bourne in Moira Trevor endlich eine Gefährtin fürs Leben gefunden hat, ist abzuwarten. Diesmal sind seine Flashbacks jedenfalls fast gar nicht vorhanden. Dafür hat sein Gegner Arkadin um so mehr davon. Und in der Fortsetzung „The Bourne Deception“ könnten wir möglicherweise mehr über Arkadin erfahren, sofern es Jason Bourne nicht geschafft hat, ihn ins Jenseits zu befördern.

Die Übersetzung fand ich diesmal wirklich gelungen. Weil sie fast fehlerfrei ist, kann man das Buch auch völlig ungestört genießen.

|Originaltitel: The Bourne Sanction, 2008
Aus dem US-Englischen von Norbert Jakober
608 Seiten, gebunden
ISBN-13: 978-3453266247|
http://www.heyne.de
http://www.ericvanlustbader.com
http://www.robert-ludlum.de