Knaak, Richard A. – Legende von Huma, Die (DragonLance 1)

_Der Autor_

Richard A. Knaak wurde in den USA in Chicago geboren. Dort verbringt er noch immer einen großen Teil seines Lebens und Schaffens, ist aber inzwischen auch in Arkansas zu Hause.
Ursprünglich galt sein Interesse weniger der Schriftstellerei als der Chemie, und so beschäftigte er sich an der Universität von Illinois ausgiebig mit den Elementen. Dann erkannte er jedoch seine Liebe zur Sprache und zum Schreiben und wechselte zur Rhetorik, worin er auch seinen Abschluss machte, bevor er seine Autoren-Karriere startete. Seine Liebe als Schriftsteller gehört dem Fantasy-Genre. Bestens bekannt und ein weltweiter Topseller ist seine „DragonLance“-Saga, auf der auch der hier vorliegende Band basiert. Seine Affinität zum Comic-Genre hat Knaak auch noch als Autor der inzwischen sehr angesagten Manga-Serie „Ragnarok“ unter Beweis gestellt, die jüngst auch in Amerika erfolgreich publiziert wurde. Zudem machte er sich einen Namen mit Adaptionen zu weltberühmten PC- und Konsolen-Games wie „Warcraft“ oder „Diablo“ (auch diese Romane sind auf Deutsch bei Panini erschienen), die mehrfach ausgezeichnet und in vielen Ländern zu absoluten Verkaufsschlagern wurden. Werke von Richard A. Knaak werden seit 1987 veröffentlicht und die meisten davon wurden inzwischen auf Deutsch, Italienisch, Tschechisch, Polnisch, Finnisch, Ungarisch, Japanisch, Chinesisch, Türkisch, Russisch und viele weitere Sprachen übersetzt. Seine Bücher werden auf der ganzen Welt gelesen.

_Story_

Schlimme Zeiten herrschen auf Krynn: Die hinterhältige Königin Takhisis möchte das gesamte Land unterjochen und schickt hierzu die große Schar ihrer fiesen Handlanger ins Geschehen. Ihnen gegenüber stehen die Anhänger des ehrenwerten Gottes Paladin, zu denen auch die Ritter von Solamnia gehören. Einer von ihnen ist Huma, ein recht unauffälliger Zeitgenosse, dem erst vor kurzem die Ritterehre zuteil geworden ist. Bei einer ganz normalen Routine-Patrouille schlägt seine Stunde, als er die feindlichen Goblins besiegt und den gefangenen Minotaurus Kaz befreit. Dieser ist ihm unheimlich dankbar und verbrüdert sich mit dem tapferen Ritter, als dieser ihn ein weiteres Mal vor dem Tod durch einen Drachen bewahrt. Doch Kaz kann sich auch nur schwerlich durch das Land bewegen, denn die Minotauren zählen als Verbündete der Oger ebenfalls zu den Untergebenen von Takhisis.

Obwohl es um die Ritter von Solamnia gar nicht gut bestellt ist und der Krieg schon entschieden scheint, kämpfen Huma und Kaz erfolgreich gegen ihre Feinde; so gelingt es ihnen unter anderem, die Abgesandten der Schwarzen Garde unter der Führung von Galan Dracos in die Flucht zu schlagen, als sie mit diesen in einen Kampf verwickelt werden. Huma wird jedoch selbst verwundet, woraufhin sich der Minotaurus zum ersten Mal revanchieren kann und ihn vor dem sicheren Tod bewahrt. Wieder genesen, wird Huma als Wachtposten eingesetzt, verfolgt während seiner ersten Schicht einen weiteren Anhänger Dracos‘ und stößt dabei auf seinen alten Kumpel Magus, mit dem er einen großen Teil seiner Jugend verbracht hat.

Allerdings erkennt er in ihm nicht mehr den vertrauten Freund von einst wieder. Magus hat sich über die Jahre durch verschiedene Magierschulen ausbilden lassen, bleib aber weiterhin unabhängig. Daher sind seine Motive auch nicht klar. Weil Huma aber weiterhin an die Ehre seines alten Freundes appelliert, schenkt er ihm Glauben und schließt sich ihm an – ganz zum Widerwillen von Kaz, der mit Magus überhaupt nicht gut zurecht kommt. Magus versteckt den Vertreter Solamnias und den Minotaurus in seinem Turm, angeblich, um ihn vor Dracos und dem rachedürstigen Crynus zu beschützen. Doch ist der Magier tatsächlich so ehrenwert, wie er fortwährend vorgibt?

_Meine Meinung_

|Panini| haben die Zeichen der Zeit erkannt und mit dieser Graphic Novel eine gänzlich neue Reihe begonnen, die sich in mehreren bereits gesicherten Nachfolgewerken ausschließlich mit dem Thema Fantasy beschäftigen soll. Unter anderem wird im Mai der erste Teil der Fantasy-Reihe „Die Saga vom Dunkelelf“ auf den Markt gebracht werden. Allerdings sind die hier im Comic-Format herausgebrachten Geschichten alte Bekannte; so basiert „Die Legende von Huma“ beispielsweise auf dem bekannten Rollenspiel „Dungeons & Dragons“ und wurde später in „Die Chroniken der Drachenlanze“ auch in Romanform bearbeitet. Und auf Letztere bezieht sich auch die hier vorliegende Graphic Novel.

Bereits die ersten Eindrücke der 144 prall gefüllten Seiten haben mich förmlich umgehauen; schnell wird klar, dass es den verschiedenen Zeichnern wunderbar gelungen ist, den breit gefächerten, mitunter komplexen Inhalt der zugrunde liegenden „Drachenlanze“-Bände „Das Ehrenwort“ und „Verrat unter Rittern“ adäquat wiederzugeben. „Die Legende von Huma“ ist kein bloßer Bilderband, über den man mal eben so drüberfliegt, dafür sind unter anderem die Sprech- und Gedankenblasen viel zu umfangreich. Man hat stattdessen eine ganze Menge von Richard A. Knaaks Romanvorlage übernommen, um so viel Story wie möglich in den Comic zu packen.

Dass die Erzählung aber dennoch nicht überladen wirkt, spricht für die äußerst gelungene Umsetzung von des Teams. Es gibt sowohl lyrisch als auch hinsichtlich der Zeichnungen so viele Eindrücke zu verarbeiten, dass man bei normalem Lesetempo locker mal zwei Stunden mit „Die Legende von Huma“ verbringen kann, ohne dabei jedoch die vielen versteckten Details erkannt zu haben. Damit hebt sich der erste Teil der Serie insofern von vergleichbarem Material ab, als man manchmal glaubt, einen umfangreich bebilderten Roman, jedoch keinen Comic zu lesen. Und das sollten Comic-Freunde jetzt nicht in den falschen Hals bekommen, es sollte nämlich vielmehr ein Lob wegen der wunderbaren Symbiose aus komplexer Erzählung und facettenreichen Zeichnungen sein.

Die Geschichte selber ist ebenfalls super; selten zuvor habe ich in einem Comic einen derart tollen Spannungsaufbau erlebt! Von der Darstellung der Charaktere über die sehr unterschiedlichen Stimmungen an den verschiedenen Handlungsschauplätzen bis hin zu den vielen Richtungsänderungen des Plots ist hier alles in bester Ordnung und wird von den teils düsteren, teils aber auch sehr farbenfrohen Illustrationen noch einmal prima unterstützt. Und noch einmal: Vergleichbar Tolles ist mir selten untergekommen.

Woran die Investition jetzt noch scheitern könnte, ist der Preis. Immerhin 16,95 € muss man für das aufwendig gestaltete Paperback berappen, und da muss selbst der Fanatiker erst einmal schlucken. Doch ist dies eine Summe, die sich im Nachhinein in vielerlei Hinsicht lohnt, denn „Die Legende von Huma“ ist absolute Referenzklasse und bietet im Gesamtüberblick nicht eine einzige Schwäche auf. Und außerdem: Warum nicht mal eine CD im Regal stehen lassen und sich dafür etwas phantasiereicher unterhalten (lassen)? Ich blicke jetzt schon mit großer Vorfreude auf die weiteren, bereits angekündigten Bände aus diesem Bereich voraus und lege sowohl Comic- als auch Fantasy-Fans dieses fabelhafte Buch wärmstens ans Herz – auch (oder gerade?) wenn man die Welt der Drachenlanze schon aus dem Effeff kennt.

http://www.paninicomics.de/

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