Saintcrow, Lilith – Dämonenmal (Jill Kismet 01)

_Jill Kismet:_
Band 1: _Dämonenmal_

Mit der „Dante Valentine“-Serie hat sich die amerikanische Autorin Lilith Saintcrow in die Herzen ihrer deutschen Fans geschrieben. Mit Jill Kismet schickt sie eine weitere Heldin ins Rennen, die es mit Dämonen und anderen paranormalen Wesen aufnehmen muss. „Dämonenmal“ ist der erste Band der Reihe, die im englischen Original bereits vier Bücher umfasst.

_Jill Kismet ist_ in einer düsteren amerikanischen Großstadt Jägerin. Ihr Job ist es, die paranormalen Wesen der Schattenwelt in ihrer Stadt in Schach zu halten. Um gegen die Dämonen und andere Höllenbrut ankommen zu können, hat sie einen Pakt mit dem Dämonen Perikles geschlossen. Er hat sie mit besonderen Kräften ausgestattet und im Gegenzug steht sie ihm im Monat eine Stunde für seine Psychospielchen zu Verfügung.

Als die Stadt plötzlich von merkwürdigen Todesfällen heimgesucht wird, muss sie enger mit Perikles zusammen arbeiten als ihr lieb ist. Mehrere bestialische Polizistenmorde geben ihr Rätsel auf. Alles weist auf einen Täter aus der Schattenwelt hin, doch etwas an seiner Fährte ist komisch. Er riecht sowohl dämonisch als auch nach einem Werwesen. So etwas ist Jill noch nicht untergekommen. Obwohl sie ahnt, dass dies kein gewöhnlicher Fall ist, setzt sie alles daran, dem Mörder auf die Schliche zu kommen. Deshalb ist sie nicht gerade glücklich, als sie mit drei Werwesen des FBI zusammen arbeiten soll. Es scheint, als ob der Mörder bundesweit seine Spuren hinterlassen hat. Doch die Kooperation gestaltet sich schwierig. Der junge Werpuma Saul unterstellt Jill, mit Dämonen zusammen zu arbeiten, doch ihre Antipathien schlagen schnell in etwas anderes um …

_Auf den ersten_ Blick erinnert Jill Kismet stark an Dante Valentine. Beide sind starke, unabhängige Frauen, die brutalen Männerjobs nachgehen und dabei mehr mit Dämonenwesen zu tun haben als ihnen lieb ist. Allerdings gibt es auch einige Unterschiede. Saintcrows neue Reihe spielt nämlich nicht in der Science-Fiction-Welt von Dante Valentine, sondern hat einen Schauplatz, der trotz der Fantasy-Elemente eher an bereits existierende Städte erinnert. Einen Namen nennt die Autorin zwar nicht, doch die Stadt mit all ihrem (paranormalen) Chaos wirkt trotzdem gut ausgearbeitet, interessant und düster.

Die Stimmung im Buch ist wohl eine der stärksten Parallelen zur Dante-Valentine-Serie. Auch hier geht es düster, beinahe freudlos zu. Die Hauptperson hat eine nicht besonders glückliche Vergangenheit, die sie zu einer sarkastischen, harten Frau gemacht hat. Die Liebe ist etwas, an dass sie nicht glaubt, vor allem dann nicht, wenn sie vor ihr steht. Saintcrow passiert nicht der Fehler, dass sich ihre beiden Heldinnen zu sehr ähneln. Auch wenn Jill nach dem ersten Band als Person noch etwas schwammig ist, hat sie ihre eigene Stimme. Sie ist wesentlich frecher, humorvoller und jugendlicher als Dante, teilweise sogar übermütig und herb. Es bleibt abzuwarten, welche Entwicklung sie im weiteren Verlauf der Serie noch durchmachen wird.

Alles in allem kaut das Buch daran, das erste in der Serie zu sein. Die Handlung, eigentlich spannend und weniger kompliziert als die Plots in Saintcrows anderen Büchern, wird immer wieder für Erklärungen über Jill, ihre Vergangenheit oder ihre Arbeit unterbrochen. Leider dauern diese Pausen häufig zu lange. Saintcrow macht den Fehler, bereits in diesem Band das Geheimnis um den Tod von Jills Meister rückblickend aufzuklären. Geschickter wäre es womöglich gewesen, dies auf mehrere Bücher zu verteilen. Das hätte für zusätzliche Spannung gesorgt und der Story in diesem Buch den Platz eingeräumt, den sie gebraucht hätte. Die Jagd nach dem Täter hat nämlich eigentlich alles, was eine spannende Mörderjagd braucht: Action, Intrigen und überraschende Wendungen.

Der Schreibstil ist, wie man das von Saintcrow kennt, detailliert, originell und düster. Dadurch, dass Jill wesentlich kratzbürstiger und auch ein wenig humorvoller als Dante Valentine ist, wirkt das Buch häufig lockerer und witziger. Es finden sich auch wesentlich weniger Fantasiebegriffe darin, da die Geschichte mehr in der realen Welt verankert ist. Trotzdem lässt sich die Geschichte gut lesen, ist interessant und gefällt durch den lässigen, aber gekonnten Umgang mit der Sprache. Ein Feuerwerk des Humors sollte man allerdings trotzdem nicht erwarten. Mit Autorinnen wie Kim Harrison hat Saintcrow nicht wirklich viel zu tun.

_“Dämonenmal“ ist der_ erste Band einer neuen Serie und er besitzt genug Potenzial, um Jill Kismet zu einer ähnlich kultigen Sache zu machen wie Dante Valentine. Angenehm dabei ist, dass die neue Reihe nicht ganz so komplex und dem Alltag des Lesers etwas näher ist. Jill ist darüber hinaus frecher, härter, vielleicht auch unreifer (und dadurch interessanter) als Dante. Allerdings kämpft der erste Band mit Kinderkrankheiten: Die Handlung ist nicht so straff, wie sie sein sollte, und die Autorin muss sehr viel erklären. Das hätte man geschickter lösen können. Andererseits ist nun viel gesagt, dass in den nächsten Bänden nicht mehr erläutert werden muss. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Reihe weiter entwickelt.

|Broschiert: 361 Seiten
Originaltitel: |Night Shift|
Deutsch von Nadine Mannchen
ISBN-13: 978-3802583063|
http://www.egmont-lyx.de
http://www.lilithsaintcrow.com

_Lilith Saintcrow bei |buchwurm.info|:_
[„Teufelsbraut (Dante Valentine – Dämonenjägerin 1)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5288
[„Höllenritt (Dante Valentine – Dämonenjägerin 2)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5957
[„Feuertaufe (Dante Valentine – Dämonenjägerin 3)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6150

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