Brandon Mull – Spirit Animals 1: Der Feind erwacht (HC – Spirit Animals)

Klappentext:

Wolf, Leopard, Panda und Falke – einst gab es sie nur in den Legenden von Erdas. Doch Connor, Abeke, Meilin und Rollan haben sie wieder zum Leben erweckt. Nur in Begleitung ihrer Seelentiere können sie sich in den entlegensten Winkel von Erdas wagen. Dort regt sich ein uraltes Wesen, das alle Menschen unter seine Herrschaft zwingen will. Und nur die Gefährten können es besiegen. (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Ein wildes Tier, das immer an deiner Seite ist? Das wäre schon toll, oder? Welches Tier würdest du wählen? Nein, halt! Die Seelentiere suchen nicht wir aus, sondern sie uns …

Die ersten vier Kapitel beschreiben, wie unsere vier Protagonisten ihre Seelentiere erhalten. Obwohl sie alle aus verschiedenen Umfeldern kommen, so ist die Zeremonie doch überall nahezu identisch. Und diese vier rufen auch nicht irgendwelche Seelentiere, nein, sie rufen DIE Seelentiere. Die Großen Tiere, die vier Gefallenen, treten jetzt plötzlich wieder an die Seite neuer Menschen, weil es die Zeiten so erfordern. Warum diese so genannt werden, erfahren wir im Laufe des Buches.

Jahrelang herrschte Frieden auf den Kontinenten von Erdas, doch diese Ära scheint ein jähes Ende zu finden, da sich ein großer Feind den Weg nach oben sucht. Dieser Feind scheint der gefürchtete Große Schlinger zu sein, aber das ist eigentlich unmöglich, gilt er doch als schon lange tot. Hat dieser einst mächtige Mann also einen Weg unter die Lebenden zurückgefunden oder handelt es sich um einen Nachahmer, der das grausame Vermächtnis des Großen Schlingers fortführen will?

Doch egal um wen es sich bei dem Gegner handelt, welcher einen neuen Krieg anzettelt, so ist es auf jeden Fall nun die Aufgabe der vier jungen Menschen mit den Gefallenen an ihrer Seite dafür zu sorgen, dass der Feind schnell und ohne große Verluste besiegt wird. Ganz freiwillig machen unsere Helden das zunächst nicht, denn sie wahrhaftig allesamt noch sehr jung, 11 Jahre um genau zu sein. Und dann haben sie plötzlich eine so riesige Verantwortung auf den schmalen Schultern zu tragen.

„Der Feind erwacht“ ist der erste Band der „Spirit Animals“-Reihe und ähnlich wie wir die Protagonisten kennenlernen, so werden diese auch erst mit der Zeit so langsam mit ihren Seelentieren warm. Der eine schneller, der andere etwas langsamer. Connor aus Eura und der Wolf Briggan sowie Abeke aus Nilo und die Leopardin Uraza verstehen sich relativ schnell beinahe blind. Die kämpferische Meilin aus Zhong und die gemütliche Pandabärin Jhi müssen zunächst noch herausfinden, wie sie ihre Gegensätzlichkeiten in harmonischen Einklang bringen können. Die größten Schwierigkeiten sich zusammen zu raufen haben allerdings Rollan aus Amaya und die Falken-Dame Essix. Beide sind stur und wollten sich bisher von niemandem abhängig machen. Doch um im Krieg werden sie sich wohl oder übel zusammenraufen müssen. Ob ihnen das gelingen wird? Hilfe erhalten sie dabei von den sogenannten Grünmänteln, einer Organisation, die sich selbst noch über dem Gesetz sieht und die Hüter des „Nektars“ sind. Jenes Gebräu ermöglicht es am, sagen wir, einfachsten ein Seelentier an sich zu binden. Da nicht jeder, der von dem Nektar trinkt tatsächlich ein Seelentier erhält, ist der Neid dieser Gescheiterten verständlicherweise groß. Bei manchen geht der Neid so weit, dass sie bereit sind auf illegale Methoden und Experimente zurückzugreifen. So etwas spielt natürlich dem großen Feind in die Hände …

Allein in Teil eins kommen schon recht viele Charaktere vor, so dass man manchmal zurückblättern muss um genau zu wissen, wer mit wem und ob gut oder böse. Letzteres ist aber gar nicht so eindeutig zu erkennen, was aber wiederum vom Autor so gewollt ist um den Spannungsbogen zum nächsten Band hochzuhalten. Die vier Protagonisten lernen wir schon ein wenig kennen, aber da ist noch viel Platz nach oben. Alle anderen Figuren sind recht oberflächlich beschrieben, wahrscheinlich auch um die junge Leserschaft nicht zu überfordern, denn der Fokus liegt eindeutig auf Connor, Abeke, Meilin und Rollan und deren Entwicklung zusammen mit ihren Seelentieren.

Die Gestaltung des Buches an sich ist sehr übersichtlich, denn alleine schon der Beginn jedes Kapitels gibt uns Aufschluss über zwei Dinge: Erstens verrät uns die Überschrift, worum es inhaltlich geht und zweitens bezeichnet der abgebildete Tierkopf den Blickwinkel aus welchem das jeweilige Kapitel erzählt wird. Ist zum Beispiel der Wolf abgebildet, wird aus Connors Sicht das Geschehen erläutert. Nur zweimal wird sich mit den Abbildungen vertan. Im Kapitel „Der Widder aus Granit“ ist der Wolfskopf abgebildet, aber die Erzählperspektive ist die aus Abekes Sicht. Richtig wäre also der Leopardenkopf gewesen. Und beim letzten Kapitel hätte ein gänzlich anderes Tier gewählt werden müssen, da dieses aus dem Blickwinkel des Feindes geschrieben wurde.

Ebenso wie die artenspezifischen Eigenschaften der Tiere recht naturgemäß beschrieben werden, so wurden auch die landschaftlichen Begebenheiten unsere Erde an das fiktive Erdas angepasst. Beginnend beim Namen, zeigt ein Blick auf die Weltkarte im vorderen und hinteren Buchumschlag, dass die Kontinente den unseren sehr ähnlich sind. Auch die landestypischen Gepflogenheiten stellen ein Spiegelbild zur (früheren) Wirklichkeit dar.

Kapitel:

1. Briggan
2. Uraza
3. Jhi
4. Essix
5. Ausbildung
6. Die Westburg
7. Zusammenarbeit
8. Die Insel
9. Vision
10. Traum
11. Gar
12. Felsenstadt
13. Barlow und Monte
14. Raben
15. Arax
16. Feinde
17. Der Widder aus Granit
18. Die Gefallenen
19. Rückkehr

Über den Autor:

Brandon Mull ist Autor der Fantasyserien „Fablehaven“ und „Beyonders“, die beide auf Platz eins der New-York-Times-Bestsellerliste kletterten. Schon als Kind haben ihn nicht nur zahme, sondern auch wilde Tiere fasziniert: Neben einem Hund, einer Katze und einem Goldfisch besaß er eine selbstgefangene Tarantel. Heute lebt er mit seiner Frau, seinen vier Kindern und der Familienhund in Utah, USA.

Fazit:

Volle fünf Sterne vergebe ich für dieses tolle Jugendbuch, welches für Mädchen und Jungen gleichermaßen geeignet ist. Mir hat es sehr gut gefallen, da nicht nur die Handlung an sich sehr spannend und flüssig erzählt wird, sondern es außerdem interessant zu erleben ist, wie Mensch und Tier zu einer Einheit zusammenwachsen und ihnen damit mehr Möglichkeiten als zuvor eröffnet werden. Getreu dem Motto „Gemeinsam sind wir stark!“ stellen sie sich ihrem bisher größten Abenteuer und keiner von ihnen weiß, was sie noch alles erwarten wird.

Mein persönlicher Geschenktipp zu Weihnachten! Und psst, Band 2 ist auch schon erhältlich!

Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
ISBN-13: 978-3473369157
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 10 – 12 Jahre
Originaltitel: Spirit Animals 1: Wild Born

www.ravensburger.de

Der Autor vergibt: (5/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (6 Stimmen, Durchschnitt: 4,50 von 5)