Arakawa, Hiromu – Fullmetal Alchemist 2

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_Story_

Auf der Suche nach Informationen über biologische Transmutation stoßen Edward und Alphonse auf einen weiteren Staatsalchemisten namens Shou Tucker. Tatsächlich scheint dieser Mann durch seine Experimente zu einem enormen Wissen gekommen zu sein. Doch wie die beiden Elric-Brüder schon kurze Zeit später feststellen, missbraucht er seine Erkenntnisse für moralisch nicht mehr vertretbare Versuche an anderen Menschen, was Edward beinahe dazu führt, den Kollegen umzubringen. Wenige Stunden später wird Tucker tot aufgefunden; ein geheimnisvoller Mann mit einer Narbe an der Stirn hat ihn und sein Versuchsobjekt kaltblütig umgebracht und beruft sich auf seinen Glauben. Scar, so der Name des Killers, ist jedoch schon berüchtigt, weil er in den letzten Tagen gleich mehrere Staatsalchemisten ermordet hat. Edward und Alphonse stellen sich dem Mann in einem knallharten Gefecht, in dem Ed trotz massiver Unterstützung weiterer Alchemisten seinen linken Arm verliert. Mit einem Mal ist das Bestreben der beiden Brüder nun nicht mehr bloß darauf angelegt, ihre Mutter wiederzubeleben, sondern auch dem Fullmetal Alchemist Edward in einem Ersatzteillager einen neuen Arm zu verschaffen. Und dies stellt sich als schwieriger heraus, als die beiden Jungen vermuten …

_Meine Meinung_

Auch die Fortsetzung zum Auftakt von „Fullmetal Alchemist“ bietet eine ungeheuer actionreiche Handlung, die gerade in der Mitte von zahlreichen, detailliert illustrierten Kampfdarstellungen gezeichnet ist. Überhaupt werden die Fähigkeiten der beiden Elrics hier zum ersten Mal so richtig auf die Probe gestellt, denn Alphonse und Edward müssen sich gleich mehrfach im Kampf behaupten, wobei ihre Auseinandersetzung mit dem bislang stärksten, schier übermächtigen Kontrahenten Scar für beide nicht glücklich ausgeht. Während Al schon vorab die Segel streichen muss, wird Ed schwer verwundet und muss die Suche noch weiteren Informationen zu ihrer Mission erst einmal hintanstellen. So viel zum groben Überblick der etwas komplexeren Geschichte im zweiten Band von „Fullmetal Alchemist“.

Im Mittelpunkt der Nr. 2 steht aber nicht nur die Action. Immer wieder blitzt der Humor von Autor/Zeichner Hiromu Arakawa auf, indem er zum Beispiel einige spaßige Auseinandersetzungen zwischen den beiden Brüdern entwirft, Ed das eine oder andere Mal total überreagieren lässt oder eben den Fullmetal Alchemist höchstpersönlich durch einige flotte Sprüche in Szene setzt. Dies sorgt natürlich stets für gesunde Abwechslung und eine leichte Entspannung der vergleichsweise überraschend harten Handlung. Arakawa hat sich selber keine Limits gesetzt, dennoch aber auf übertriebene Effekte verzichtet. Gut, zugegeben, die beiden Hauptdarsteller, vor allem Edward, werden manchmal etwas überdreht dargestellt, doch man kauft den beiden ihre Rollen trotzdem ab, soll heißen, es ist einfach nur ein natürlicher Teil ihres Charakters. Jedenfalls bekommt man nie den Eindruck, als müsste der Autor durch überzogen alberne Witze wieder die Aufmerksamkeit auf die Geschichte lenken, dies geschieht schon ganz alleine durch die erneut vorzeigbare Spannung.

Was mir am zweiten Teil der Serie auch noch gut gefällt, ist die Einbindung der vielen neuen Personen. Nach der Einleitung im ersten Teil sind einem die Wesenszüge der Hauptfiguren nun vertraut, so dass Arakawa genügend Freiräume hat, um viele neue Einflüsse in die Handlung einzubeziehen. Und die nutzt er auch, sei es nun durch die Einführung von Leuten wie Scar oder Dr. Marcoh oder aber mit der Zunahme von komplexen Erzählanteilen, die sich zum Beispiel durch die raschen Wechsel zwischen der aktuellen Situation der Elrics und den fiesen Plänen der düsteren Lady Lust ergeben. Komplex bedeutet in dem Sinne aber dennoch nachvollziehbar und plausibel durchstrukturiert. Die Geschichte gewinnt quantitativ an neuen Nebenplots, qualitativ indes wegen des sich daraus ergebenen Zuwachses an Spannung.

Daraus resultiert letztendlich, dass der inhaltliche Rahmen um ein ganzes Stück erweitert wurde. Die einzelnen Bände sind zwar grob betrachtet und bis zu einem gewissen Punkt ins sich geschlossen, doch durch kleine Cliffhanger (bzw. einen größeren am Ende des Buchs) werden durchgehend schlüssige Überleitungen zu nachfolgenden Bänden geschaffen und somit das nach wie vor leicht überschaubare Grundgerüst erhalten.

Leicht verdaulich, gehaltvoll, spannend und witzig – „Fullmetal Alchemist 2“ beinhaltet die besten Attribute, die ein derartiger Comic haben kann. Zu Recht gehen hier beide Daumen wiederholt nach oben!

http://www.paninicomics.de

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