Gaudin, Jean-Charles / Danard, Jean-Paul – Marlysa (Band 8): Der Waltras – Episode 2

Band 6: [„Die Lebensfrau“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3373
Band 7: [„Der Waltras“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3860

_Inhalt:_

An der Seite ihres eigentlichen Widersachers Lord Dormunt reist Marlysa durch die Welt der Amazonen und sucht nach dem letzten verblieben Dolch und Dormunts Gattin Mylia, die seit geraumer Zeit verschwunden ist. Das Gespann um die maskierte Turnierkämpferin gerät hierbei in den Hinterhalt der schwarzen Amazonen, die längst alle drei Dolche in ihren Besitz gebracht haben und durch die Naivität ihrer Anführerin Selsya den Waltras erwecken.

Doch das Biest zeigt sich wenig dankbar und schlägt eine Schneise der Verwüstung durch den Dschungel. Marlysa kann nicht viel ausrichten und ist zudem noch an Dormunt gebunden, der ihr ein tödliches Gift injiziert hat. Lediglich Selsya, die den Waltras erst wieder ins Leben zurückgeholt hat, wäre in der Lage, die Bestie aufzuhalten und wieder ins Jenseits zu befördern – doch Selsya liegt schwer verletzt in einem komatösen Schlummer und ringt mit dem Leben …

_Persönlicher Eindruck:_

Der achte Band der zuletzt für längere Zeit ruhenden Serie um die rebellische „Marlysa“ beschließt gleichzeitig den zweiteiligen Waltras-Zyklus und zeigt sich dabei als richtungsweisend für die Zukunft der gesamten Reihe. Wie sich nämlich hier eindrucksvoll herausstellt, profitiert die Handlung merklich davon, auf zwei Ausgaben aufgeteilt zu werden, was sich einerseits im viel entspannteren, kaum getriebenen Erzähltempo niederschlägt, andererseits aber auch in der deutlich gesteigerten Detailfülle offenbart, die wiederum in vielen kurzen Story-Breaks kontinuierlich aufgefrischt wird. Die Geschichte bleibt zwar im Großen und Ganzen strikt linear und zielstrebig, verfällt jedoch keiner Hektik und eröffnet Freiräume für willkommene Ausschmückungen, vor allem auf der Ebene der Emotionen bei den Charakteren.

Unterdessen ist der Inhalt eigentlich relativ typisch, gleichzeitig aber auch mit einem stillen Hinweis auf Marlysas Vergangenheit verknüpft, wodurch die komplette Story natürlich noch einen weiteren Reiz erhält. Zwar hält sich Autor Jean-Charles Gaudin mit allzu deutlichen Anspielungen spürbar zurück, doch alleine schon die Tatsache, dass die Protagonistin (für alle Leser unsichtbar) ihre Maske fallen lässt, ist ein Indiz dafür, das man mit größten Ambitionen und Zielen an die Konzeption dieser illustrierten Erzählung herangegangen ist – und das merkt man der zweiten Episode von „Der Waltras“ auch beständig an.

Erwähnenswert ist ferner noch der anständige Humor, in den die grundsätzlich recht ernste und nicht selten auch brutale Story eingebettet ist. Dies zeigt sich in der Mimik der Hauptdarsteller ebenso wie in einigen Dialogen, die den eigentlich doch sehr relaxten Charakter der Serie perfekt wiedergeben. Man könnte fast sagen, Gaudin ist sich voll und ganz treu geblieben, hat sich aber vor diesem Hintergrund an ein kleines Experiment herangewagt – nämlich einen Zweiteiler – welches ihm schließlich auch sehr gut geglückt ist. Und auch wenn „Marlysa“ in ihrer bisherigen Comic-Historie noch nie wirklich bedenkliche Episoden hervorgebracht hat, scheint die aktuelle Vorgehensweise doch ein lohnenswertes Zukunftsmodell zu sein, das man bis dato als Highlight dieser Reihe bezeichnen darf. Lange Rede, kurzer Sinn also: Egal ob als Einführung oder Erweiterung – wer „Marlysa“ von ihrer besten Seite erleben möchte, sollte die Doppelfolge „Der Waltras“ auf jeden Fall kennen lernen!

|Originaltitel: Marlysa – Le Waltras
47 Farbseiten, gebunden
ISBN-13: 978-3-939823-31-5|
http://www.splitter-verlag.de

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