François Lelord – Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück

Handlung

Hector hat auf den ersten Blick keinen Grund, unglücklich zu sein: Er hat als Psychiater einen festen Kundenstamm, eine gut funktionierende Beziehung mit seiner Freundin Clara und muss nicht am Hungertuch knabbern. Was seinen Beruf angeht, so ist er ein richtig guter Psychiater, denn er besitzt eine Gabe, die ihn von anderen Vertretern seiner Zunft unterscheidet: Er interessiert sich für seine Patienten.

Zwar meinte seine Mutter, dass er ruhig mehr für eine Sitzung verlangen könnte, aber die Leute kommen gerne zu ihm (oder vielleicht gerade deshalb). Doch komischerweise ist er mit sich selbst unzufrieden, denn er konnte seine Patienten nie glücklich machen. Zwar fehlt es den meisten materiell an nichts und sie haben auch alle durch die Bank weg einen guten Job, doch trotzdem (oder gerade deswegen) haben sie alle eines gemeinsam: Sie sind nicht glücklich.

Da sich Hectors Gemützustand bezüglich seiner Patienten nicht ändert, sondern eher verschlechtert, beschließt er, eine Urlaubsreise zu machen. Zwar sind seine Patienten mit Hectors Entschluss unzufrieden, aber letztendlich dient diese Reise (wie fast alle seine Aktivitäten) einem Ziel: Er will wissen, was die Leute glücklich macht, damit er seinen Patienten in der Zukunft besser helfen kann.

Kritik

Selten hab ich so schnell ein Buch geradezu verschlungen, was nicht nur an der Tatsache liegt, dass es gerade mal 186 Seiten umfasst, sondern weil es schlicht und einfach eine sehr kurzweilige Lektüre ist. Gleich nach der ersten Seite bleibt einem nichts anderes übrig, als Hector, den Protagonisten des Buchs, in sein Herz zu schließen. Hinzu kommt die zuckersüße Sprache, die uns im Glauben lässt, man habe es hier mit einem Kinderbuch zu tun. Das Gute an dieser Erzählweise ist jedoch, dass selbst Laien die Lektüre auf Anhieb verstehen, ohne Freud & Co. vorher gelesen zu haben. Die Glücksformeln, die Hector zu Papier bringt, lassen den Leser auch über das eigene Leben sinnieren. Ob man will oder nicht: Die eine oder andere Formel wendet man automatisch für sich selbst an, was darin gipfelt, dass jede einzelne davon systematisch abgehakt wird. Quasi eine Einkaufstour im „Supermarkt der positiven und negativen Emotionen“.

Fazit

Wer ein leichtes, unterhaltsames, witziges und amüsantes Buch für seinen nächsten Urlaub sucht, wird bei „Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück“ auf Anhieb fündig. Der Humor hat einen naiven, ja fast schon kindlichen Charakter. In etwa so, als ob „Dittsche“ seinen ureigenen Blickwinkel auf die Psychologie wirft. Oder um am Ende die neue Literaturpäpstin Elke Heidenreich zu zitieren: „Wenn man dieses Buch gelesen hat – ich schwöre Ihnen –, ist man glücklich.“

Gebundene Ausgabe: 185 Seiten
www.piper.de

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