Hyung, Min-Woo – Priest – Band 9

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_Story_

Getrieben von seinem unbändigen Hass treibt Ivan Isaacs seinen blutigen Rachefeldzug weiter voran und stellt sich den gefallen Engeln, die sein Gegenspielers Temozarela befehligt. Nacheinander löscht er seine Kontrahenten mit seinen Silberkugeln aus, bis er schließlich auf seinen bis dato mächtigsten Gegner Acmode stößt. Es kommt zu einem erbitterten Kampf, bei dem Acmode nicht nur seine unzähligen Handlanger ins Rennen schickt, sondern auch mentale Geschicke für sich spielen lässt, um den wiedergeborenen Zögling Belials zu vernichten. Doch Isaacs können die Angriffe seines Gegenübers nichts mehr anhaben, und als schließlich nur noch die beiden Protagonisten des Kampfes übrig bleiben, bahnt sich eine gewaltige Blutrache an …

_Meine Meinung_

Min-Woo Hyung wählt im neunten Band seiner Reihe einen sehr gewaltsamen und stellenweise auch überaus brutalen Weg, bei dem der Autor vor absolut keiner Grausamkeit mehr zurückschreckt. Dies ist teilweise ziemlich abstoßend und meines Erachtens auch übertrieben, so zum Beispiel in der Szene, in der Acmode das kleine Mädchen Christine auf seinem Opfertisch seziert und so den Hass seines Gegenspielers Isaacs nur noch weiter in die Höhe treibt. Solche Szenen fordern geradezu nach einem Verbot der Jugendfreigabe und bieten nach acht durchweg überzeugenden Werken den ersten Angriffspunkt für Hyungs viel gelobte Serie „Priest“.

Doch auch sonst hat sich einiges verändert. Mittlerweile sind Dialoge zur absoluten Seltenheit geworden und machen stattdessen Platz für gehaltvolle Monologe sowie die bereits beschriebene brutale Action. Speziell die erste Hälfte des neunten Buches ist ein wahrer Blutrausch, bei dem nicht nur Isaacs alles eliminiert, was sich ihm in den Wege stellt, sondern auch die Schergen Temozarelas für Tod und Vernichtung sondergleichen sorgen. Zeichnerisch kann Hyung hier allerdings seine ganze Klasse beweisen. Tolle kräftige Bleistiftskizzen dominieren das Bild und versinnbildlichen das Chaos, das sich im Wilden Westen jener Tage abspielt, nahezu perfekt. Das Problem besteht lediglich darin, dass der Autor und Zeichner dabei kaum noch Wert auf Details gelegt hat. Besonders die Figuren sind nur schwerlich voneinander zu unterscheiden, was man aber auch dahingehend interpretieren kann, dass Hyung bei der Darstellung der bösartigen Instinkte ein ziemlich homogenes Bild schaffen wollte. Und das ist ihm schließlich auch sehr schön gelungen.

Die Handlung schreitet indes weiterhin sehr temporeich vorwärts. Der Rachefeldzug stößt auf einen neuen ‚Endgegner‘, der nicht minder hasserfüllt ist als Isaacs selber. Ebenso wie der wiederauferstandene Rächer wurde auch Acmode von seinem Gott verlassen und kanalisiert seinen Frust nun in purer Gewalt, wie etwa in der eben beschriebenen Sezierungsszene. Ivan hingegen hat nur eines im Sinn: Alles zu vernichten, was mit Temozarela im Bunde ist, und damit auch Gena die Ehre zu erweisen bzw. seinen Pakt mit Belial zu erfüllen. Letzterer taucht als Medium auch wieder auf und führt mit Acmode eine Diskussion über die Hintergründe des jeweils verlorenen Glaubens, die nicht nur den inhaltlichen Schwerpunkt, sondern auch die Einleitung für das Finale darstellt – welches übrigens erst im nächsten Band ausgetragen wird. Zum Schluss gibt es dann noch einen kurzen, schon mehr humorvollen Epilog, in dem Hyung sich selber zeichnerisch darstellt und die Motivation zur Hinterfragung des Glaubens kurz beleuchtet, dabei auch preisgibt, dass er, ganz gleich, wie es um seine Gottgläubigkeit bestellt ist, ebenfalls hofft, eines Tages in den Himmel zu kommen. Nach all der Gewalt also doch noch ein versöhnlicher Abschluss der neunten Episode.

_Fazit_

Es geht verdammt hart zu in „Priest – Band 9“, und das kann einem auch bisweilen ziemlich bitter aufstoßen. Min-Woo Hyung geht keine Kompromisse mehr ein und widersetzt sich in den grafischen Racheakten jeglichen Tabus, manchmal auch über den guten Geschmack hinaus. Dies gilt es auf jeden Fall zu kritisieren, wenn auch losgelöst von der weiterhin fabelhaften Handlung. Das bislang makellose Gesamtbuch „Priest“ hat damit seinen ersten dunklen Farbtupfer bekommen, der jedoch noch nicht als düsteres Kapitel zu bewerten ist. Man kann es eben manchmal auch übertreiben, und das hat der Autor dieses Mal nicht berücksichtigt. Ansonsten bietet der neunte Teil aber mal wiederbeste Action-Kost und feinste Horror-Stimmung. Schade lediglich um das überflüssig vergossene Blut.

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