Joanna Cannon – Der Sommer der schwarzen Schafe

Worum gehts?

Es herrscht ein ungewöhnlich heißer Sommer in der Avenue, einer völlig normalen Straßen in einer völlig normalen englischen Vorstadt. Doch als plötzlich Mrs. Creasy, eine Anwohnerin in eben dieser Straße, verschwindet, dreht die Kleinstadt schier durch. Hinter verschlossenen Türen wird über den Verbleib der Sympathieträgerin gemunkelt, gemutmaßt und getuschelt. Ist die aus freien Stücken gegangen? Ist sie aber vielleicht sogar ermordet worden? Hat vielleicht ihr Ehemann etwas mit ihrem Verschwinden zu tun?

Die beiden vierzehnjährigen Freundinnen Grace und Tilly beschließen, der Sache auf den Grund zu gehen. Sie geben sich als Pfandfinder aus, klopfen an die Türen in der Straße und bieten ihre Hilfe an – immer mit dem Hintergedanken, dass die jeweiligen Hausbewohner etwas aus dem Nähkästchen plaudern und schnell wird klar, dass jeder einzelne von ihnen sein ganz eigenes Geheimnis hütet.

Inhalt

Es war der richtige Ferientag für Grace und Tilly in diesem extrem heißen Sommer – ein Montag. Grace lag noch in ihrem Bett und wurde von den vertrauten Geräuschen ihrer emsigen Eltern wach. Sie überlegte, ob sie sich noch einmal umdrehen und noch etwas schlafen solle, überlegte es sich dann jedoch anders. Heute sollte die Suche nach der verschwundenen Margret Creasy beginnen – und nach Gott. Denn dieser ist wie ein Hirte. Er ist überall und passt auf seine Schafe und Ziegen auf. Wer in seiner Nähe ist, ist in Sicherheit.

Grace und Tilly geben sich als Pfadfinder aus und bieten in der Nachbarschaft verschiedenste Dienste an. So klingeln sie der Reihe nach bei den Anwohnern der Siedlung. Allesamt sind auf ihre Art und Weise speziell und hüten scheinbar ihre ganz eigenen und persönlichen Geheimnisse. Eric Lamb, der alleine lebt und seine Frau an einer schlimmen Erkrankung verloren hat. Der dünne Brian Roper, der mit seinen 43 Jahren immer noch bei seiner Mutter May lebt. Diese leert eine Dose Qualitiy Street nach der anderen. Dann wären da noch Harold Forbes nebst seiner zerstreuten Frau Dorothy und Sheila Dawkin, die gemeinsam mit ihrer Tochter Lisa in einem Haushalt lebt. Zu guter letzt nicht zu vergessen, in der Avenue Nummer 4, Grace, ihre Eltern und der Familienhund Remington.

Grace und Tilly kennen sich schon seit frühester Kindheit und sind nur als Paar aufzufinden. Sie verbringen den Sommer bei Mrs. Morton, einer netten Frau, die sich schon immer viel um Grace gekümmert hat. Ihr erzählen sie nach dem Gespräch mit dem Dorfpfarrer auch ihr Vorhaben, dass sie auf der Suche nach Gott sind, damit keinem etwas passiert.

Mein Eindruck

Der Klappentext lässt zunächst vermuten, dass es sich bei dem Debütroman der britischen Autorin um einen Kriminalfall handelt. Doch im Laufe des Lesens wird immer mehr klar, dass man es hier eher mit einem gesellschaftskritischen Roman zum Nachdenken und Schmunzeln zu tun hat.

Das wunderschöne, liebevoll gestaltete Cover vermittelt schon den Eindruck, dass sich dahinter ein hochwertiges Buch verbirgt, in das jede Menge Herzblut gesteckt wurde. Es zeigt eine alte Frau mit Hut, die gegenüber drei Schafen sitzt. Treffender hätte das Bild bei diesem Titel also gar nicht sein können.

Die Erzählform der Geschichte wechselt zwischen der Ich-Form aus Graces Sicht und einer objektiven Erzählform. Auch die Zeit der Handlung wechselt. Meist befinden wir uns im Sommer 1976, dem Jahr, in dem Mrs. Creasy verschwand. Jedoch springt die Autorin ab und zu 9 Jahre zurück in der Vergangenheit zu einem parallelen Erzählstrang, der indirekt mit der eigentlichen Geschichte zu tun hat.

Generell kann man sagen, dass die Story mal mehr mal weniger aufregend vor sich hinplätschert ohne viel Handlung. Man befindet sich größten Teils in der Avenue und besucht die einzelnen Anrainer der Siedlung. Dabei trifft man immer wieder auf typisch britischen Humor, der ja bekanntlich sehr speziell, gewöhnungsbedürftig und Geschmackssache ist. Obwohl ich persönlich den englischen Humor sehr mag, war mir zu wenig Handlung in dem Buch, wodurch das Lesen teilweise recht zäh war.

Über die Autorin

Joanna Cannon studierte an der Leicester Medical School und arbeitete als Ärztin, bevor sie Psychiaterin wurde. Mit ihrer Familie und ihren Hunden wohnt sie im englischen Peak District. (Verlagsinfo)

Fazit

Obwohl ich persönlich den englischen Humor sehr mag, war mir zu wenig Handlung in dem Buch, wodurch das Lesen teilweise recht zäh war. Im Großen und Ganzen kann ich das Buch nicht kritisieren, aber eben auch nicht hoch loben. Um es mit einem Wort zu umschreiben würde ich sagen: Mäßig!

Gebunden: 416 Seiten
Originaltitel: The Trouble with Goats and Sheep
Ins Deutsche übersetzt von Astrid Finke
ISBN: 3809026697

www.randomhouse.de/Verlag/Limes
www.joannacannon.com

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