Johannes Clair – Vier Tage im November

Worum gehts?

Afghanistan – Ein Land, in dem seit vielen Jahren Krieg herrscht. Johannes Clair, ist einer der vielen deutschen Soldaten, die im Herbst 2010, ihre Reise dorthin antreten. Sie legen einen Eid ab und wollen für die Sicherheit und Gerechtigkeit in diesem Land kämpfen. Nur gemeinsam sind sie stark und können etwas bewegen. Voller Motivation tritt Johannes seine Reise an, theoretisch ist er sich bewusst, was ihn erwartet. Doch die Realität ist härter, als alles, was er sich in seinen kühnsten Träumen ausgemalt hat und gerät in einen Gewissenskonflikt.

Inhalt

Johannes Clair ist ein deutscher Soldat, der die wohl beste Ausbildung der Bundeswehr genossen hat – Fallschirmjäger. Diesen Kameraden sagt man besonderen Teamgeist und Kampfbereitschaft nach. Auch er ist voller Motivation, als er im Herbst 2010 nach Kundus aufbricht, auch wenn seine Freundin, Familie und Freunde diese Entscheidung nicht teilen können.

Nach der anstrengenden Reise erwartet sie zunächst ein Wust an Bürokratie, die ihn doch stark an deutsche Verhältnisse erinnert, er aber niemals in einem Land des Krieges erwartet hätte. Der zweite Eindruck ist die schier unerträgliche Hitze. Zu Spitzenzeiten erreicht das Thermometer dort unvorstellbare 57 Grad Celsius. Kein Wunder, dass dieser drastische Temperaturunterschied nicht spurlos an den Männern vorbeigeht und einige bereits in den ersten Tagen nach der Ankunft, während der Patrouillen, unter schweren Kreislaufproblem leiden. Erschwerend kommen die heftigen Sandstürme hinzu. Sie kommen plötzlich und flachen genauso plötzlich wieder ab, doch während dieser Zeit kann man kaum die Hand vor Augen sehen und binnen kürzester Zeit gelangt der Sand in die noch so klitzekleinen Lücken.

Die Männer werden in verschieden Kompanien eingeteilt. Johannes Truppe ist der Golf Zug Eins. Jeder Kompanie einen Anführer, der die Kommandos und Informationen jeglicher Art an seine Mannschaft weitergibt. Des Weiteren hat jedes Kompaniemitglied, in diesem Fall sind es dreizehn, seine eigene, individuelle Aufgabe. Gegenseitiges Vertrauen und Verantwortungen sind die Grundvoraussetzung, nicht nur um einen Erfolg zu erzielen, sondern auch um zu überleben.

Die Hauptaufgabe der Männer ist die Raumverantwortung, das heißt, ein Areal, das sie erkämpft und besetzt haben zu verteidigen. Außerdem schützen sie die Kameraden der Kampfmittelbeseitigung bei ihrer Arbeit oder eskortieren wichtige Personen auf dem Weg zu verschiedenen Verpflichtungen.

Obwohl Johannes sich im Vorfeld darüber im Klaren war, dass diese Zeit keine einfache werden wird, steht die Realität im Gegensatz dazu in keinem Verhältnis. Je länger der Einsatz andauert und je mehr er erlebt, desto öfter gerät er in einen Gewissenskonflikt.

Mein Eindruck

Allein das Cover des Buchs drückt unheimlich viele Emotionen aus. Die Geschichte wird komplett aus der Sichtweise des Soldaten geschrieben und die einzelnen Kapitel tragen eine passende Überschrift, zu den Ereignissen die dort geschildert werden. Man könnte sagen, dass es sich bei diesem Buch um eine Art Berichterstattung bzw. Tagebuch eines dienenden Mannes handelt. Zwar trifft man immer wieder auf sehr emotionale Abschnitte, dennoch würde ich sagen, dass ein Großteil des Buches aus nüchternen Faktenbeschreibungen besteht. So wird z. B. sehr viel Zeit mit der Waffen- und Munitionsbeschreibungen verbracht. Keine Frage, dass diese zu einem solchen Buch gehören, dennoch wiederholen sich diese Detailbeschreibungen des Öfteren, genauso wie die Schilderungen der Unterkünfte und der sanitären Anlagen.

Die einzelnen Kapitel sind mit durchschnittlich ca. 20 Seiten verhältnismäßig lang. Schnell merkt man, dass der Autor großen Wert auf die Umgebungsbeschreibung legt, so dass man als Leser einen annähernden Eindruck von diesem Land mitsamt seinen Bewohnern und dem dort herrschenden Klima erhält.

Fazit

Obwohl ich nicht wirklich viel Negatives über dieses Buch sagen kann, viel es mir unglaublich schwer einen Zugang zu dieser Berichterstattung zu finden. Was mich wirklich gestört hat, waren die immer wiederkehrenden Schilderungen der Waffen und der Vorgehensweise bei den Außeneinsätzen. Natürlich sind diese unabkömmlich, wenn man den Leser eine möglichst realistische Vorstellung von den Erlebnissen vermitteln möchte. Dennoch hätte ich mir eher die emotionalen Eindrücke, die einem Soldaten während eines Kampfeinsatzes durch den Kopf gehen, gewünscht.

Ein weiterer Minuspunkt finde ich, dass das Buch relativ abrupt endet, dabei hätte ich gerne erfahren, wie ein so langer Kriegseinsatz sich auf das weitere Leben eines Soldaten auswirkt. Um jedoch auch einen positiven Aspekt hervorzuheben muss ich sagen, dass es mir besonders gut gefallen hat, dass auf ausführliche Details bei Verwundungen oder sogar dem Tod, verzichtet wurde. Diese Tatsache spricht wiederum für ein hohes Niveau des Autors, der die Verkaufszahlen des Buches nicht durch die Sensationsgier der Leser in die Höhe treiben möchte.

Über den Autor

Johannes „Joe“ Clair (* 16. Oktober 1985 in Wiesbaden) ist ein deutscher Autor und ehemaliger Stabsgefreiter der Fallschirmjägertruppe der Bundeswehr. Im Oktober 2012 veröffentlichte er sein erstes Buch „Vier Tage im November“ über seinen Einsatz in Afghanistan. (Verlagsinfo)

Broschiert: 416 Seiten
ISBN: 3430201381

www.ullstein-taschenbuch.de

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