Mark Hodder – Der kuriose Fall des Spring Heeled Jack (Burton & Swinburne 1)

Steampunk-Klassiker: rasantes Action- und Horror-Abenteuer

Sir Richard Francis Burton, der berühmte Abenteurer, und der Dichter Algernon Swinburne, ein Masochist und Alkoholiker, werden von der Regierung ihrer Majestät Königin Victoria beauftragt herauszufinden, warum junge Frauen in London nicht mehr ihres Lebens sicher sind. Eine mysteriöse Gestalt, die „Spring-heeled Jack“ genannt wird, stellt ihnen nach. Und wie es kommt, dass Werwölfe das East End unsicher, machen, sollen sie auch gleich aufklären. (abgewandelte Verlagsinformation)

Der Autor

Mark Hodder studierte Kulturwissenschaften und arbeitete als Journalist, Redakteur, Web-Produzent und Autor für die BBC in London. 2008 ordnete er sein Leben neu und zog ins spanische Valencia, wo er sich als Lehrer und Schriftsteller niederließ. 2010 veröffentlichte Hodder den ersten Teil einer dem „Steampunk“ zuzurechnenden Serie um den Entdecker und Abenteurer Richard Francis Burton. Sein Wissen über und seine Liebe zur viktorianischen (Kultur-) Geschichte unterstrich Hodder bereits zuvor mit einer ebenso kenntnisreich wie liebevoll gepflegten Website über den frühen Groschenheft-Detektiv Sexton Blake.

Die Burton-&-Swinburne-Serie:

1) Der kuriose Fall des Spring Heeled Jack (The Strange Affair of Spring Heeled Jack, 2010)
2) Der wundersame Fall des Uhrwerkmanns (The Curious Case of the Clockwork Man, 2011)
3) Das Auge von Naga (Expedition to the Mountains of the Moon, 2012)
4) The Secret of Abdu El-Yezdi (2013)
5) The Rise of the Automated Aristocrats
6) The Return of the Discontinued Man

Handlung

London, 1861. Sir Richard Francis Burton, der Beinahe-Entdecker der Quellen des Nils, wartet vergeblich an einer herausragenden Stätte für Debatten. Doch sein eingeplantes gegenüber, der angebliche WAHRE Entdecker der Quellen des Nils, John H. Speke, geruht, nicht zu erscheinen. Vielmehr ist Speke Opfer eines missglückten Selbstmordversuchs geworden und kann bis auf weiteres nirgendwo öffentlich auftreten.

In seinem beruflichen Limbo fragt sich Burton, was er nun unternehmen kann. „Tausendundeine Nacht“ übersetzen, die schöne Isabel heiraten, ins hinterste Westafrika zu einer Expedition aufbrechen? Seine Unentschlossenheit wird beiseite gewischt, als ein sprechender Post-Wellensittich, wie sie die Gentechnologen fortwährend in ihren Labors erzeugen, ihm eine Botschaft ausrichtet: Er möge sich unverzüglich in Downing St. Nr. 10 bei Lord Palmerston, dem Premierminister, einfinden.

Burton zeiht es indes vor, nicht den Laufburschen zu spielen, sondern besucht den Cannibal Club. Hier trifft er Gleichgesinnte, die jeweils einen markanten Charakter ausgebildet haben. Darunter ist wohl der markanteste der des rothaarigen, kleinwüchsigen Algernon Charles Swinburne, Masochist, Alkoholiker, Dichter und – Gott behüte! – Freigeist. Nach einer angeregten Diskussion über Gut und Böse beziehungsweise deren Nichtexistenz streift Burton durch abgelegene Gassen in Soho, um eine Abkürzung zu seinem Zuhause zu nehmen.

Nächtliche Begegnung

Luftschiffe sind inzwischen ein alltäglicher Anblick und ebenso willkommene Vehikel wie die Eisenbahn, die mittlerweile alle Orte des Königreichs und des Empire zu verbinden beginnt. Ein Veloziped radelt vorüber, als Burton etwas aus dem Augenwinkel wahrnimmt: eine flinke Gestalt, die ihn verfolgt – über ihm. Seine Schwertkämpferreflexe schalten in den Highspeed-Modus.

Nach etlichen Ecken geruht der Verfolger sich endlich zu zeigen: ein seltsamer Stelzenmann mit roten Augen, die hinter einem kugelförmigen Helm verborgen sind. Auf seiner Brust sitzt ein hellstrahlender Apparat, der von Blitzen umwabert ist. Mit wenigen Fausthieben und einem Stromschlag setzt er den Entdecker außer Gefecht. Der Angreifer ist wütend und faucht Burton an: „Ich hab dir schon mal gesagt, mich in Ruhe zu lassen. Geh mir aus dem Weg. Tu, wozu du bestimmt bist! Heirate Isabel, werde Konsul in Brasilien, schreibe Bücher!“

Burton kapiert rasch: Der Kerl ist komplett durchgeknallt. Woher soll er seine Bestimmung kennen – oder diesen Stelzenmann? Und dann gibt der Kerl auch noch zu, nicht das Jahr 1864 „gefunden“ zu haben, sondern 1861. Als Burton beiläufig erwähnt, dass John Speke sich eine Kugel durch den Kopf gejagt, aber (noch) nicht gestorben sei, wird der Stelzenmann vollends konfus. Er fragt sich laut, ob er Burton töten und so den Lauf der Geschichte ändern soll. Bevor ihm dies gelingt, versetzt ihm Burton ein paar gezielte Hiebe, die das Monster in die Flucht schlagen: Das Wesen, was auch immer es war, springt in die Höhe und verschwindet im Dunkel der Nacht.

Geheimagent des Monarchen

Premierminister Palmerston ist ein wenig erstaunt über die Blessuren im Gesicht seines Besuchers. Burton tut sie leicht ab. Nach Begutachtung seines bemerkenswerten Lebenslaufes – er war in Indien Agent der Kolonialregierung und beherrscht 24 Sprachen fließend – bekommt er eine Anstellung als Agent des Monarchen offeriert. Als Plamerston erwähnt, er selbst hätte ihn lieber als Konsul nach Brasilien geschickt, wird Burton hellhörig und fragt nach einem Spion in den Reihen der Regierung. Das muss er erklären, und so erzählt er von seiner sonderbaren Begegnung mit dem Angreifer in der vorigen Nacht.

„Spring-heeled Jack“ nennt ihn Palmerston, „bekannt seit 1840“, seit jenem Anschlag auf den Monarchen. Ein Inspektor Trounce beim Scotland Yard glaubt immer noch an diese Figur aus den Ammenmärchen – den sollte Burton mal sprechen. Ach ja: Und Burtons erster Auftrag sei es, Werwölfe im East End ausfindig zu machen. Ein offenbar bekiffter Franzose namens Gustave Doré habe dort einen Wolfsmenschen gezeichnet. Wer’s glaubt, wird selig. Aber man müsse der Sache nachgehen. Als Burton das Angebot des Monarchen liest, das seine Vergütung betrifft, ist er bereit, sich sofort in die Ermittlung zu stürzen. Er ahnt nicht, worauf er sich damit einlässt…


Mein Eindruck

Der Roman besteht aus vielen unterschiedlichen Elementen, die irgendwie zusammengeschustert wurden. Die Lektüre ist zwar wundersam, voller Überraschungen und auch relativ spannend, aber der Gesamteindruck ist doch eben Flickschusterei. Wie man so liest, soll der Folgeband viel besser gelungen sein.

Da ist zunächst einmal die kriminalistische Ermittlung, die Burton beginnt und die uns an jede Sherlock-Holmes-Geschichte, die je verfasst wurde. Doch das London, in das sich Burton mit seinen wechselnden gefährten begibt, ist weitaus schlimmer, als es sich Arthur Conan Doyle jemals auszumalen gewagt hätte. Das East End, wo Jack the Ripper seine weiblichen Opfer fand, wird hier nur „Der Kessel“ genannt, aus offensichtlichen Gründen: Es ist ein Pfuhl aus Verbrechen, Schmutz, Dunkelheit, giftiger Luft, ätzendem Themse-Wasser, übelstem Abfall und sehr gefährlichen Nachtbewohnern. Burton braucht nicht lange, um den Werwölfen in die Quere zu kommen.

Über mehrere Kontakte findet Burton heraus, wessen Schöpfung diese Kreaturen sind: die von Laurence Oliphant, dem Anführer der Aufrührer, die jede moralische Fessel ablehnen. Dieser Panthermensch arbeitet mit Florence Nightingale zusammen, die keineswegs die honorige Krankenschwester aus dem Krimkrieg (bis 1856) ist, sondern vielmehr eine Tierrasse nach der anderen mit menschlicher Intelligenz ausstattet. Oliphant ist offenbar eines ihrer Geschöpfe – und obendrein der Hypnose mächtig. Und da er ein exzellenter Fechter ist, fordert sein Angriff Burton bis zum äußersten heraus. Diese Fechtszene gehört zu den Höhepunkten des ersten von drei Teilen des Buches.

Oliphant gehört zu den Anhängern des Irren Marquis von Beresford, und in dessen verfallenem Landhaus sammeln sich offenbar alle aufrührerischen Elemente, sowohl die der Technokraten um Isambard Brunel (der in unserer Welt als Erbauer der „Titanic“ Ruhm erlangte) als auch der Genetiker und Charles Darwin. Dieser subversive Kreis hat es darauf abgesehen, die Herrschaft von König Albert zu beenden und sich selbst an die Macht zu putschen, um ihre hochfliegenden Pläne umzusetzen.

Jumping Jack

So weit, so schlecht. Doch Burton hat noch einen weiteren Auftrag erhalten: Er soll das Rätsel um den springenden Mann lösen. Er selbst hat ja bereits das zweifelhafte Vergnügen gehabt, Jumping Jack zu begegnen. (Wer nun an den Rolling-Stone-Song „Jumping Jack Flash“ denkt, liegt genau richtig.) Burton spricht mit Detective Inspector Trounce, der dem Stelzenmann erstmals während der folgenschweren Ermordung Ihrer Majestät Königin Victorias am 20. Juni 1840 um 16:30 Uhr begegnete.

Dieses Datum muss sich der Leser genau merken, denn darum kreisen viele Aktivitäten des Stelzenmanns. Trounce hält ihn – oder seinen Doppelgänger – sogar für den Mörder selbst. Aber warum treibt der Stelzenmann, der 1837 erstmals gesicht wurde, nach 24 Jahren immer noch sein Unwesen, indem er junge Mädchen überfällt? Noch dazu scheint er in einem Virteljahrhundert kein bisschen gealtert zu sein. Die Antworten auf diese drängenden Fragen erhält Burton in Beresfords Anwesen, wo er eine Versammlung der Verschwörer belauscht – mit Beresford, dessen Gehirn überlebt hat…

SPOILER: Zeitreise

Der Stelzenmann kommt aus dem Jahr 2202, wo er ein Erfinder mit einer Familie ist. Er hat einen Spezialanzug entwickelt, der Sonnenlicht sehr effizient speichern und an die elektrischen Schaltkreise in Helm und Steuereinheit abgeben kann. Edward John Oxfords Vorhaben ist ebenso nobel wie folgenschwer: Er will den Namen seiner Familie von der Schande reinwaschen, die seit dem 20.6.1840 auf ihr ruht, als sein Vorfahr die Königin erschoss. Leider bewirkt er bei dem 15-jährigen Jungen, den er im Jahr 1837 vor dieser Tat warnt, genau das Gegenteil: Ed Oxford will in die Geschichte eingehen. Das ist eine wunderbare Ironie, die sich der Autor ausgedacht hat.

Sämtliche Versuche, die Tat ungeschehn zu machen, scheitern. Aber wenigstens lernt unser Zeitreisender den Marquis Beresford kennen, der ihn unterstützt, pflegt – und aushorcht. Leider ist der Adlige dem Alkohol sehr zugetan und so plaudert er wohl hier und da bei seinen Kumpanen aus, was in der Zukunft an technischen und moralischen Wundern anzutreffen sein könnte. Darwin und Brunel, Nightingale und Oliphant hören Beresford genau zu und ziehen ihre eigenen Lehren daraus.

So kommt es zur alternativen Welt von 1861, die für Oxford selbst „so falsch, so völlig falsch“ ist. Auch Burton muss erkennen, dass es seine Welt so gar nicht geben dürfte. Aber was kann er daran schon ändern? Zusammen mit seinem Geistesbruder Algernon Swinburne, einem dichterisch und masochistisch veranlagten Abenteurer, nimmt er es Agent des Königs auf sich, der Verschwörung ein Ende zu bereiten.

Die Schlacht

Doch nicht bloß die Männer des Königs haben es auf den Zeitreisenden abgesehen, sondern auch die Verschwörer um Brunel und Darwin. Diese haben bereits insgeheim zwei riesige Flugschiffe gebaut, mit denen sie die Welt erobern wollen. Und wenn sie den Mann aus der Zukunft in ihre Hände bekommen, können sie noch viel mehr realisieren: Darwin will für jeden Berufszweig eine extra entwickelte menschliche Subspezies züchten, sozusagen maßgeschneiderte Sklaven und Skalvinnen.

Um dieses Horrorszenario abzuwenden, bleibt Burton und Swinburne nur noch eines übrig: Sie müssen Scotland Yard, der Stadtpolizei und weitere Hilfstruppen mobilisieren. Es kommt zu einer furiosen Schlacht in einem idyllischen Fleckchen außerhalb Londons, wo sich der Voraussage nach der Zeitspringer einfinden soll: am 27. September. Oliphant holt seine Werwölfe herbei, Beresford & Co. seine Technokraten, Burton und Trounce ihre Cops. Das Finale kann beginnen.

Die Anwohner wundern sich über all die seltsamen Typen aus der Stadt. Diese tragen Rücksäcke und Papiertüten bei sich. Aus den Tüten sind Flüche und Gezwitscher zu hören: Boten-Wellensittiche, stellt sich später heraus. Die misstrauischen Landbewohner stelle ich mir als eine Art Hobbits vor, die angesichts dieses fremden Volks sehr misstrauisch werden – und nur zu bereit, das Anwesen „Darkeing Towers“ des Irren Marquis bis auf die Grundmauern niederzubrennen…

Man sieht also: Es gibt etliche wunderbare und witzige Einfälle, die das Finale wirklich zum Höhepunkt des Romans machen.

Die Übersetzung

Die Ehre, diesen fundamentalen Steampunk-Roman zu übersetzen, hatte eine gewisse Kristina Koblischke, von der ich bis dato noch nie gehört habe. Da Stammübersetzer Michael Krug sich der folgenden Bände angenommen hat, dürfte Koblischke wohl eine Aushilfskraft gewesen sein. Das Ergebnis ihrer Bemühungen lässt auch einiges zu wünschen übrig. Folgende Fehler habe ich mir notiert und mit der Originalausgabe verglichen. Diese hatte ich mir in den USA besorgt.

S. 102: 1883 müsste 1838 heißen.

S. 113: 1833 müsste 1822 heißen.

S. 121: „Da is meine dran Mutter schuld.“ Syntaxfehler. Es müsste „Da is meine Mutter dran schuld“ heißen.

S. 127: „Und ich, [so] wahr mir Gott helfe“ steht im Motto. Das Wort „so“ fehlt.

S. 139: „runtergegeregnet“ müsste „runtergeregnet“ heißen.

S. 159: „Burton, der dem Französischen natürlich mächtig war…“ Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod. Es sollte „des Französischen mächtig“ heißen.

S. 383: „Beldam“ sollte „Bedlam“ heißen, denn die berüchtigte Irrenanstalt ist gemeint.

S. 403: „Hier, setz[t]en Sie sich…“ Das T ist überflüssig.

S. 414: „Deborah Doodkind“ sollte „Deborah Goodkind“ heißen. Sie gehört zu den sieben Demoiselles, die von Edward Oxford belästigt werden.

S. 423: „Die Schlacht von Old Fort“. Der Ort heißt aber „Old Ford“.

S. 429: „Oxford 1883“ muss „Oxford 1838“ heißen.

S. 492: „Notabwurfrienem“ muss „Notabwurfriemen“ heißen.

Unterm Strich

Ich habe den Roman in nur einer Woche gelesen. Nach den ersten 50 Seiten, die Burton und Jumping Jack vorstellen, kommt die Handlung langsam in Gang, als er den Auftrag der Regierung erhält. Die Ermittlung steigert sich bis zur Seite 345, als unvermittelt das Schicksal des Zeitreisenden erzählt wird. Unvermeidlich kommt es dabei zu Wiederholungen, die aber nicht so lästig fallen, wie ich erwartet hatte. Es ist, als würde man in den gleichen Spiegel schauen, aber von der anderen Seite. 80 Seiten später beginnt der dritte und letzte Teil, der auch gleich das Finale einleitet.

Der Steampunk-Roman, der mittlerweile zum Kanon des Genres zählt, besteht aus einer Kriminalermittlung, einer Zeitreise, einer Alternativwelt-Geschichte und einem „Buddy Movie“. Das ist eine recht bunte Mischung, die auf diese Weise noch nie präsentiert wurde, weshalb Genre-Vordenker wie Michael Moorcock (Elric-Zyklus, „Jerry-Cornelius-Chroniken“) davon auch total begeistert waren. Vielleicht waren sie auch nur deshalb so begeistert, weil endlich mal ein Brite etwas so Abgefahrenes geschrieben hat und kein Ami.

Was hier mehr als Kuriositätenkabinett daherkommt, entbehrt, wie gesagt, einer gewissen Stringenz und Kohärenz. Den einzigen Klebstoff stellt die unglaublich vielseitige Figur des Richard Francis Burton dar. Der berühmte Entdecker und Mekkareisende – ein Vorbild für Kara Ben Nemsi – ist ein Fechter, Schütze, Übersetzer, Sprachgenie, Hypnotiseur und vieles mehr, kurzum: eine Art Universalgenie.

Swinburne hat es schwer, sich gegen diesen Titanen zu behaupten. Dies gelingt dem rothaarigen Dichter, indem er den Joker spielt, der Burtons Plänen und Vorbereitungen immer wieder in die Quere kommt. Er ist das groteske Zerrbild eines voiktorianischen Gentleman. Ganz wunderbar irre ist seine Szene geschildert, als er lebendiger Kehrbesen durch einen rußigen Kamin gezogen wird. Um authentisch recherchieren zu können, hat sich der kleinwüchsige, schmächtige Kerl als Schornsteinfegerlehrling anstellen lassen. Das führt zu einem amüsanten Abenteuer unter den Arbeitern Londons.

Zusammen hat dieses dynamische Duo durchaus das Zeug zu einer Steampunk-Erfolgsserie. Leider gibt es eine traurige Nachricht füpr die Damenwelt: Es kommen nur vier Frauen vor: zwei davon sind sittenstrenge Matronen, darunter das Gegenstück zu Sherlocks Mrs. Hudson. Die beiden anderen Damen sind Isabel Arundell, die eigentlich schon Burtons Zukunft mit ihr fix und fertig geplant hatte, aber nun stattdessen einen Korb bekommt.

Alle unsere romantischen Hoffnungen ruhen nun auf Sadhvi Sgarmatha, einer jungen Inderin, der Burton durch Hypnose ein trauriges Schicksal erspart. Dass er ihren südindischen Dialekt von Bangalore (heute ein EDV-Industriezentrum) spricht, gewinnt ihr Herz – und dafür scheint der Gentleman viel übrig zu haben. Daumen drücken, Mädels, dass aus den beiden noch ein Paar wird!

Der Zeitreisende

Action, Krimi, Horror, Romanze – nun fehlt noch eine Zutat: die Tragikomödie des Zeitreisenden. Es ist zwar ein nobles Vorhaben, den Namen der Familie reinzuwaschen, aber etwas ganz anderes, damit Chaos und Verwirrung unter den Briten zu stiften. Die Szene von Königin Victorias Ermordung hat mit nichts so sehr Ähnlichkeit wie mit John F. Kennedys Ermordung im November 1963 in Dallas. Die Folgen sind ebenso weitreichend.

Etwas weitaus weniger nobel sind allerdings die weiteren Unternehmungen Edward Oxfords. Es hat seinen eigenen Vorfahren versehentlich getötet – und kommt nun nicht mehr nach „Hause“ zurück. Nun muss er wenigstens dafür sorgen, dass seine eigene Familie nicht ausstirbt. Doch wo befindet sich das infragekommende Mädchen mit dem regenbogenförmigen Muttermal auf der Brust. Nun wird das traurige Schicksal des titelgebenden Zeitreisenden richtig grotesk, wenn nicht sogar komisch. Die Details möge jeder Leser selbst entdecken.

Taschenbuch: 527 Seiten
ISBN-13: 978-3404206995
www.luebbe.de

Der Autor vergibt: (4.0/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (No Ratings Yet)