Tove Alsterdal – Sturmrot

Worum geht’s?

Olof Hagström war gerade einmal vierzehn Jahre alt, als er den Mord an Lina Stavred gestand. Nun, mehr als zwei Jahrzehnte später, zieht es ihn spontan zurück zu seinem Elternhaus. Er biegt von der Autobahn ab und folgt den kleinen Straßen, die ihn zu dem Haus seiner Kindheit führen. Im Badezimmer findet er seinen leblosen Vater vor – augenscheinlich ermordet.

DIe Polizistin Eira Sjödin ermittelt in diesem Mordfall und wird selbst von ihrer Kindheit eingeholt. Denn obwohl sie gerade erst neun Jahre alt war, als Lina ermordet wurde, kann sie sich gut daran erinnern. Olof war jahrelang die Hauptfigur ihrer Albträume.



Inhalt

Bis vor kurzem Hat Eira Sjödin in Stockholm gelegt und dort auch als Polizistin gearbeitet. Doch nun ist sie in ihre Heimat Kramfors zurückgekehrt. Sie möchte sich um ihre Mutter kümmern, die sich gerade im Anfangsstadium einer Demenzerkrankung befindet. Sie hat zwar noch viele helle Momente, dennoch sorgt Eira sich um sie und ihren Alltag. Sie zieht ins Haus ihrer Mutter, damit die ehemalige Bibliothekarin solange wie nur irgendwie möglich weiterhin zuhause leben kann.

Eira ist Anfang 30, kinderlos und Single. Sie steht noch ganz am Anfang ihrer Karriere als Polizistin und ermittelt gemeinsam mit ihrem älteren Kollegen Georg Georgsson das erste Mal in einem Mordfall. Es ist allerdings nicht irgendein Mordfall, denn der Sachverhalt katapultiert sie in ihre eigene Kindheit zurück.

Olof Hagström ist geschäftlich unterwegs, als es ihn plötzlich zu seinem Elternhaus führt. Er hat seit über 20 Jahren keinen Kontakt mehr zu seinem Vater gehabt und nun steht er plötzlich vor der Haustür. Er betritt das Haus und geht ins obere Stockwerk. Was er dort vorfindet, hätte er nicht erwartet. Sein Vater liegt tot in der Dusche – ermordet mit einem Jagdmesser. Olof ist kein unbeschriebenes Blatt. Er gestand mit gerade mal vierzehn Jahren den Mord an der nur wenige Jahre älteren Lina. Da Olof zu dieser Zeit noch nicht strafmündig war, wurde er nie verurteilt. Seine Kindheit allerdings verbrachte er in diversen Heimen satt zuhause bei seinen Eltern.

Aufgrund Olofs Vergangenheit ist es alles andere als erstaunlich, dass er sich im Visier der Ermittler befindet.

Mein Eindruck

Die Geschichte spielt zur Sommerzeit, dennoch liest sie sich eher düster atmosphärisch. Auch wenn sie Autorin einem klaren, unkomplizierten Stil schreibt, ließ es sich für mich persönlich nicht ganz so flüssig lesen. Den Grund dafür kann ich allerdings gar nicht so richtig benennen und würde es daher am ehesten mit “Geschmackssache” erklären.

Der Klappentext hat mich komplett in den Bann gezogen und abgeholt, was ich jedoch im Laufe der Geschichte so nicht gespürt habe – leider. Nach wie vor finde ich die Idee des Plots sehr spannend und gut überlegt, aber die Umsetzung hat einfach meinen Geschmack nicht so richtig getroffen.

Was mir allerdings sehr gut gefallen hat, waren die immer wiederkehrenden Einblicke in das Privatleben von Eira. Ob es ihre Mutter Kerstin war, mit der Eira es aufgrund der beginnenden Dement nicht immer ganz so leicht hat, oder ihr Bruder Magnus, der nicht ganz so fest im Leben steht wie Eira selbst oder Eiras Liebesleben – mir haben alle “Nebenschauplätze” gleichermaßen gut gefallen. Ich mag es, wenn ein Autor seiner Hauptfigur ein dreidimensionales Gesicht verleiht und man als Leser auch mal “hinter die Kulissen blicken” darf

Über die Autorin und Mitwirkende

Tove Alsterdal, 1960 in Malmö geboren, zählt zu den renommiertesten schwedischen Spannungsautor:innen, ihre Romane erscheinen in 25 Ländern und wurden vielfach ausgezeichnet. Mit der Trilogie um Ermittlerin Eira Sjödin gelang ihr in Schweden ein Sensationserfolg, für «Sturmrot» erhielt sie den Schwedischen Krimipreis 2020 und den Skandinavischen Krimipreis 2021, ebenso wie «Erdschwarz» stand der Roman wochenlang auf Platz 1 der schwedischen Bestsellerliste. Auch in Deutschland stiegen die Romane sofort in die die Top 10 der Spiegel-Bestsellerliste ein. Die Filmrechte sicherte sich eine Hollywood-Produktionsfirma.

Hanna Granz, geboren 1977, hat in Bonn Skandinavistik und Literaturwissenschaften studiert. Seit 2012 arbeitet sie als freie Übersetzerin und hat u.a. Romane von Sofie Sarenbrant, Patrik Svensson und Alex Schulman ins Deutsche übertragen (Verlagsinfo)

Fazit

Es fällt mir an dieser Stelle schwer, ein Fazit zu schreiben, das dem Buch gerecht wird. Denn obwohl es mir persönlich nicht ganz so gut gefallen hat, kann ich dennoch ganz objektiv sagen, dass es kein schlechtes Werk ist.

Wer (viele) Bücher liest, weiß gewiss wovon ich spreche, wenn ich sage, dass ich mich mit diesem Buch nicht so wohlgefühlt habe. Dieses Gefühl stellt sich bei mir tatsächlich bereits nach wenigen gelesenen Seiten ein – oder im Bestfall eben auch nicht. Abschließend möchte ich trotzdem nochmals erwähnen, dass ich mir sehr gut vorstellen kann, dass dieser Titel bei vielen Menschen Anklang findet. In diesem Fall macht man sich am besten einfach selbst seinen eigenen Eindruck.

Taschenbuch: 480 Seiten
Originaltitel: Rotvälta
Ins Deutsche übersetzt von Hanna Granz
ISBN: 978-3499007682

www.rowohlt.de

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