Hagiwara, Kazushi – Bastard!! – Band 1: Angriff auf Metallicana

_Handlung:_

Vor 15 Jahren wandelte der Magier Dark Schneider über die Fantasywelt, um mit seinen vier Reitern der Apokalypse für Tod und Verderben zu sorgen, sowie, ganz uneigennützig, die Weltherrschaft für sich selbst zu beanspruchen. Doch er wurde in einem Kampf vom dem Oberpriester Tio Noto Soto vernichtet und im Körper eines kleinen Jungen versiegelt. Nun sind seine Gefährten auf dem Weg, das Werk Dark Schneiders fortzusetzen, und noch mehr. Sie wollen die mächtige Anthrax erwecken. Doch im Königreich von Metallicana erwartet sie Widerstand von Dark Schneider persönlich.

_Comic:_

Als „Bastard!!“ 1987 anfing, war er noch ein recht einfacher Fantasy-Manga mit einem leichten Hang zum Hentai, der nicht wirklich viel Wert auf eine Story legte. Doch der Comic hatte etwas, das faszinierte: den unglaublich egomanischen und sexistischen Charakter von Dark Schneider. Als sein Bann in der Stadt Metallicana von der Tochter Tio Noto Sotos, Tia Noto Yoko, geöffnet wird, fällt es ihm gar nicht ein, den Angriff der heranrückenden Armee aufzuhalten. Da Dark Schneider allerdings in den Körper des Adoptivbruders von Tio Noto Yokos verbannt wurde, Luzi Renren, behandelt sie ihn immer noch wie einen kleinen Bruder, ist also die Einzige, die ihn kontrollieren kann. Dieser Egoismus von Dark Schneider und das Temperament von Yoko ergeben ein gutes Paar, das wirklich amüsant zu lesen ist. Auch haben auch die kleinen Hentai-Einflüsse der ersten Bände etwas Amüsantes für sich; so ist das Siegel von Dark Schneider nur mit dem Kuss einer Jungfrau zu brechen. Dass der Kerl dann gleich nackt erscheint, kann natürlich auch niemand ahnen. Geschweige den die Ausmaße des „Auftritts“. Das andere Vergnügen sämtlicher Bände ist die Suche nach Heavy-Metal-Bands in den Namen der Charaktere und Ortschaften. Klar, was Metallicana und die Anthrax sind, des Weiteren gibt es die Zaubersprüche Venom, Damned, Golem und Striper (hier mit i geschrieben), weitere Königreiche heißen zum Beispiel White Snake oder Judas. Und das ist nur ein kleiner Teil. Wer sich die Zeit nimmt, die einzelnen Textzeilen zu übertragen, findet sicher auch weitere Bands.

_Zeichenstil:_

Der Anfang der Serie ist noch recht einfach und nicht so eigenständig wie später, weist aber bereits erste Ansätze zur Originalität auf. Wunderbare Beispiele hierfür sind ein zweiseitiges Bild, ausschließlich gefüllt mit Dark Schneiders Kopf, sowie das zweite Bild des Angreifers Osborne (huch, noch so was mit Metal) auf einem um die Ecke preschenden Pferd. Der Arbeit merkt man deutlich an, dass ein größeres Team daran arbeitet, und das nicht in einem wöchentlichen Rhythmus. Sowohl Figuren und Hintergründe legen großen Wert auf Details, was manchmal zu etwas komplexeren Bildern kommen kann, aber im Verlauf der Serie noch weitaus schlimmer wird. Kleine Details wie der Kopf des Golems, der verdächtig nach dem Maskottchen von Motörhead aussieht, sind bis ins letzte Detail ausgearbeitet, und wer bereits im Anfangsstadium des Mangas zeichnerisch versucht mitzukommen, wird überrascht sein, wie schwer es sein kann, diese Bilder zum Beispiel abzuzeichnen.

_Fazit:_

Auch wenn der Zeichenstil für Leseanfänger doch etwas schwer sein kann, so entschädigt die Story dafür hundertfach. Der schräge Charakter des Dark Schneider sowie die überall versteckten Andeutungen auf den Heavy Metal machen den Manga sehr liebenswert, und auch wenn er sich später extrem weiterentwickelt, sollte man einen Blick darauf riskieren.

http://www.carlsen-comics.de

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