King, Stephen – Schwarz (Der Dunkle Turm I)

_Handlung:_

Der Revolvermann Roland ist der Letzte seiner Art und sucht schon sein ganzes Leben lang nach dem geheimnisvollen Dunklen Turm. Doch um diesen zu finden, braucht er die Hilfe des Manns in Schwarz, eines Magiers, der aber alles andere im Sinn hat als Roland zu helfen und mit ihm lieber seine Spielchen spielt.

So kommt es, dass der Revolvermann den Mann in Schwarz quer durch die Wüste verfolgt, die ihn bisweilen beinahe völlig in die Knie zwingt. Zwischendurch macht Roland in einem Dorf halt, wo er Allie kennenlernt und auf eine unangenehme Art und Weise erneut Zeuge der magischen Kräfte des Mannes in Schwarz wird. So zieht er schon kurz darauf wieder weiter, bleibt jedoch nicht allzu lange allein, denn bald trifft er auf den Jungen Jake, der nicht weiß, wo er ist, geschweige denn, woher er eigentlich kommt.

Roland ist sich sicher: Jake stammt nicht nur von einer anderen Welt, sondern ist auch eine besonders gemeine neue Spielvariante des Mannes in Schwarz. Roland schließt den Jungen immer mehr in sein Herz, obwohl er weiß, dass er Jake opfern muss, wenn er hinter das Geheimnis des Dunklen Turms gelangen will …

_Eindrücke:_

„Schwarz“ ist der erste von insgesamt sieben Bänden des Zyklus „Der Dunkle Turm“. Stephen King hat mit seinem siebenteiligen Werk eine Welt geschaffen, die sogar für das Fantasygenre ungewohnt ist: Er vermischt Fantasy mit dem Wilden Westen. Doch auch wenn der ein oder andere nun die Nase rümpfen und sich denken wird „Fantasy und Wilder Westen, wie soll das denn aussehen?“, ist Stephen King diese eigenartige Mischung mehr als nur gut gelungen und er macht wesentlich mehr daraus, als man beim ersten Gedanken daran erahnen dürfte.

„Schwarz“ spielt hauptsächlich in der Wüste, verfügt über die Kulisse eines Westerns und handelt von einem Revolvermann namens Roland; doch dieser fantastische Wilde Westen, den Stephen King erschaffen hat, ist eine wesentlich düstere Welt, als sie auf den ersten Anblick erscheint, und reicht noch viel weiter bis in völlig neue und andersartige Welten hinein. Die Welt in „Schwarz“ wirkt leer, kahl und trist und wird von kaum einer Menschenseele bewohnt, einmal abgesehen von einigen Grenzbewohnern, wenigen kleinen Dörfern, Dämonen und den Muties – mutierte Wesen, welche des Nachts nach leichten Opfern jagen. Es wirkt alles, als wäre die beste Zeit dieser kargen Welt schon längst vorbei, und es dürfte nicht mehr allzu lange dauern, bis die Wüste vollkommen verlassen ist.

Durch diese gottverlassene Gegend streift der Revolvermann, dessen eigentlicher Name Roland und welcher der Letzte seiner Art ist. Wir lernen ihn als eher wortkargen Menschen kennen, der sein Ziel, den Dunklen Turm zu finden, beharrlich verfolgt. Er ist hinter dem Mann in Schwarz her, dem einzigen Menschen (oder soll ich sagen: „Wesen“?), der ihm Auskunft über den Dunklen Turm geben kann, und er setzt alles daran, um dieses Ziel zu erreichen. Er schreckt nicht davor zurück, ein ganzes Dorf über den Haufen zu knallen oder den Jungen Jake, den er in sein Herz geschlossen hat, zu opfern, um schrittweise näher an sein großes Ziel zu gelangen.

Durch mehrere Zeitsprünge, die den Verlauf der Geschichte ab und zu etwas durcheinanderbringen, erfahren wir mehr über die Vergangenheit des Revolvermanns. Wir erfahren etwas über seine grausame Kindheit und seinen verfrühten Aufstieg zum Revolvermann. Weshalb er den dunklen Turm sucht und warum er mittlerweile der Einzige seiner Art ist, erfahren wir jedoch vorerst nicht.

Sein Gegenspieler ist der Mann in Schwarz. Auch von ihm erfährt man eigentlich nicht viel: man weiß nicht, woher er kommt, was er für ein Wesen ist und ob er gut oder böse ist. Er scheint auf den ersten Blick lediglich ein wenig verrückt und gleichzeitig intelligent zu sein. Er spielt mit dem Revolvermann ein Katz-und-Maus-Spiel, lässt sich jagen und stellt Roland auch die ein oder andere Falle, die ihn auf seinem Weg behindern oder ihm lediglich das Leben schwermachen soll. Erst ganz zum Schluss gelingt es Roland, den Mann in Schwarz einzuholen (oder hat dieser sich vielleicht einholen lassen?), und er stellt ihn zur Rede. Dort erhält er vom Mann in Schwarz viele Hinweise auf den Dunklen Turm und auf seine Zukunft …

So weit, so gut, doch der erste Teil des „Dunklen Turms“ weist dennoch ein großes Manko auf: Während der Revolvermann dem Mann in Schwarz durch die Wüste hinterherjagt und der Leser das ein oder andere Detail aus Rolands Kindheit und Vergangenheit erfährt, geschieht ansonsten beinahe nichts. Die ganze Handlung des Buches ist ein ewiger Marsch durch die Wüste, der mal hier und mal dort von einigen Gefahren und Hindernissen gespickt ist. Doch das war es grob gesehen auch schon. Viel mehr wird dem Leser handlungstechnisch nicht geboten, was bei dem ersten Teil einer insgesamt sieben Bände starken Reihe recht problematisch ist. Immerhin erwartet man schon beim ersten Band bestmögliche Unterhaltung, und ist das nicht der Fall, werden viele Leser schon früh die Lust an der Reihe verloren haben.

Zu guter Letzt noch einige Worte zum Schreibstil des Horror-Meisters: Dieser ist auf seine ganz eigene Weise faszinierend und absolut passend für die Welt, welche er geschaffen hat. Beschreibt er Roland im Hier und Jetzt, beschränkt er emotionale Ausführungen auf ein Minimum, was wohl auf die grausame Kindheit des Revolvermanns zurückzuführen ist. Das heißt jedoch noch lange nicht, dass der Revolvermann als ein gefühlskalter Protagonist rüberkommt. Stephen King schafft es trotz weniger direkter Beschreibungen, Rolands Gefühle passend und sehr authentisch wirken zu lassen. Dies gelingt ihm auch bei den restlichen Charakteren, die eher Nebenrollen einnehmen, ebenfalls sehr gut.

Im Gegensatz zu vielen anderen Autoren scheut sich Stephen King nicht davor, Exkremente und Genitalien in seine Erzählweise mit einzubeziehen. Diese Tatsache lässt das Werk noch ein wenig trister und gleichsam auch direkter wirken.

_Fazit:_

An und für sich bietet der Auftakt zu „Der dunkle Turm“ interessante und kurzweilige Unterhaltung, die allerdings kaum Spannung aufweist. Man sollte „Schwarz“ wirklich als den Einstieg in die Welt des Dunklen Turms sehen und nicht gleich aufgeben, sollte einem dieser erste Teil noch nicht so zusagen.

_Der Autor:_

Stephen Edwin King wurde am 21. September 1947 in Portland, Maine, geboren. Er schrieb unter anderem auch unter Pseudonymen wie Richard Bachman und John Swithen. Er ist einer der erfolgreichsten und bekanntesten Horror-Schriftsteller und hat bislang mehr als 400 Millionen seiner Bücher verkaufen können. Heute lebt er zusammen mit seiner Frau, die ebenfalls Schriftstellerin ist, in Maine und Florida.

|Der Dunkle Turm:|

Band 1: Schwarz
Band 2: Drei
Band 3: Tot
Band 4: Glas
Band 5: [Wolfsmond]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=153
Band 6: [Susannah]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=387
Band 7: [Der Turm]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=822
|Originaltitel: The Dark Tower: The Gunslinger
Übersetzt von Joachim Körber
352 Seiten, Broschur
ISBN-13: 978-3-453-87556-2|
http://www.heyne.de
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