Veitch, Tom / Baikie, Jim / Kennedy, Cam – Star Wars Essentials – Das dunkle Imperium II

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Essenzielle Momente in der Geschichte der legendärsten aller Sternensagen: 30 Jahre sind mittlerweile vergangen, seit George Lucas den ersten respektive vierten Teil seiner „Star Wars“-Reihe ins Kino brachte. Dementsprechend ist das Thema „Krieg der Sterne“ in den derzeitigen Medien auch wieder präsent, nicht zuletzt von der erneuten TV-Ausstrahlung der beiden Trilogien begleitet. Doch auch im Comic-Bereich ist diesbezüglich alles andere als Stillstand angesagt. Die reguläre Serie wird in raschem Tempo fortgeführt, Sonderausgaben gehören ebenfalls schon zum täglich‘ Brot, und anlässlich des Jubiläums hat man auch noch die Spezialserie „Star Wars Essentials“ ins Leben gerufen, in der einige alte Klassiker aus dem „Star Wars“-Universum neu belebt werden. Mit „Das dunkle Imperium II“ hat man nun ein kleines Schätzchen ausgegraben und erstmals in einem Sammelband zusammengefügt. Dazu gibt es noch das großartige Finale „Empire’s End“, das nahtlos an diese Serie anknüpft und den Klassiker-Status am deutlichsten prägt. Tolle Zeiten für den finanzkräftigen Fan, doch wie bereits die ersten Eindrücke vermitteln, ist der Comic jeden Cent wert.

_Story_

Der Imperator scheint vernichtet, doch Luke Skywalker fühlt sich nach wie vor heimlich von der dunklen Seite der Macht angezogen. Dennoch ist er bestrebt, den weitestgehend zerstörten Jedi-Orden wiederzubeleben und die Allianz an der Spitze dieser Ritterschaft endgültig zum Sieg gegen das Imperium zu führen. Doch vom unabhängigen Planeten Balmorra hört man Gerüchte über die Rückkehr des geklonten Imperators Palpatine. Ein imperialer Kreuzer greift die für seine Waffenschmiede bekannte Welt an, muss sich jedoch den technisch versierten Streitkräften von Lord Baltane beugen. Doch das Imperium hinterlässt eine deutliche Botschaft: Palpatine ist wieder da!

Dies ruft auch Skywalker, Leia und Han auf den Plan, die schließlich die Jagd auf Sedriss, den Führer der imperialen Streitkraft, machen und ihn vernichten. Während sich Luke anschließend aufmacht, gemeinsam mit seinem neuen Jedi-Verbündeten auf dem Planeten Ossus die letzten Verbliebenen des Ordens zu unterrichten und die Jedi zu stärken, versuchen Leia und Han mit aller Macht, ihre beiden Kinder sowie den ungeborenen Nachwuchs zu beschützen. Ihnen wird nachgesagt, dass sie eines Tages Lukes Erbe antreten und das Imperium zugrunde richten werden. Doch der wiedergekehrte Imperator weiß um die Gefahr durch die Sprösslinge und entsendet seine Agenten und den Kopfgeldjägr Boba Fett, um die Kinder auszulöschen. Um seine Rückkehr zu demonstrieren und die endgültige Unterwerfung der Allianz zu forcieren, kreiert Palpatine schließlich eine intelligent Impulswaffe, gegen die selbst die Jedi machtlos scheinen. Doch schon einmal konnte der Imperator kurz vorm Ziel aufgehalten werden …

_Persönlicher Eindruck_

Es ist schon eine mächtige Story, die der riesigen Fangemeinde zum 30-jährigen Jubiläum der Saga beschert wird. Nicht nur, dass die Protagonisten der zweiten, älteren Trilogie allesamt in die Handlung eingeflochten werden und sich darin ähnlich elegant bewegen wie in den drei Ursprungsstreifen, sondern auch die Handlung weiß nach einer etwas längeren Anlaufphase durchaus zu begeistern und geht als legitime Fortsetzung der cineastischen Erlebnisse zu großen Teilen durch.

Doch wie gerade schon angedeutet, bedarf es umfassender Geduld, bis man sich in die Handlung eingefunden hat. Autor Tom Veitch lässt sich enorm viel Zeit zur Konstruktion des Rahmenszenarios und wählt hierzu ein vergleichsweise langsames Erzähltempo. Selbst die actionreicheren Szenen, die zumeist von einzelnen Kämpfchen der Besatzung des Millennium-Falken ausgehen, vermögen nicht, das Tempo zu forcieren.

Schließlich jedoch kristallisieren sich immer mehr Parallelen zur bekannten Kinogeschichte heraus, die zwar anfangs ebenfalls ein wenig mühselig erscheinen, weil die meisten Ideen nicht gerade innovativ sind, doch schlussendlich wird die Story hier im Rückblick ziemlich konsequent fortgesetzt und steigert sich schließlich zu einem recht famosen Science-Fiction-Spektakel, in dem sich die Helden auch sehr gut zurechtfinden. Selbst wenn Veitch einen etwas radikaleren Skywalker zeigt und einige bislang unbekannte, teils auch merkwürdige Charaktere in die Geschichte eingegliedert werden, bekommt man den Eindruck, hier eine treffliche alternative Fortsetzung der Filmreihe vorgestellt zu bekommen, zu der eventuell auch Master Lucas sein Jawort gegeben hätte.

Indes enthält „Das dunkle Imperium II“ zugleich Stoff für gleich mehrere Solobände. Der Comic ist von unheimlich vielen Einschnitten und Wendungen geprägt und spielt sich zudem auch auf zahlreichen, zeitgleich ablaufenden Handlungsebenen ab. Differenziert werden die Wege von Luke, Han und dessen alten Verbündeten nachgezeichnet, dies allerdings vermehrt in Form eines Logbuchs. Dies hat ungünstigerweise zur Folge, dass keine echte Spannung aufgebaut werden kann, weil die Inhalte einfach zu deutlich vorgezeichnet sind. Dennoch gelingt es dem Autor, dieses kleine Defizit durch einige überraschende Kursänderungen wieder zu kaschieren und das Potenzial des Plots niemals zu gefährden. In „Empire’s End“, dem letzten Kapitel des Comics, zieht er schließlich noch einmal die Spannungsschraube für ein richtig starkes, wenngleich nicht übermäßig bombastisches Finale an und bringt eine überzeugende Story mit angemessenen Mitteln zu Ende.

Mit 204 Seiten wird dem „Star Wars“-Fan ein recht reichhaltig bestückter Schinken angeboten, dessen quantitativer Output bisweilen ein wenig langwierig erscheint, der aber dennoch inhaltlich sehr gute Ansätze verfolgt und diese auch gekonnt umsetzt. Der etwas veraltet anmutende Stil der Illustrationen – „Das dunkle Imperium II“ ist zeichnerisch deutlich an die Achtziger angelehnt – mag zwar in diesem Sinne etwas befremdlich anmuten, raubt dem Plot aber dennoch nicht die Stimmung. Aber so ist das eben mit einer vielseitigen, wendungsreichen Geschichte. Kleine Schwächen sind erlaubt, solange die Ideen leidenschaftlich und gekonnt transferiert werden – und das ist hier ganz klar der Fall. Eine essenzielle Ausgabe? Nach einigem Grübeln würde ich dies bejahen.

http://www.paninicomics.de

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