Andreas Gruber – Todesfrist

Worum gehts

Ein Serienmörder treibt in verschiedenen Großstädten in Deutschland und Österreich sein Unwesen. Bei seinen Taten lässt er sich von den Geschichten des Kinderbuches „Der Struwwelpeter“ inspirieren und setzt seine Opfer unerträglichen Qualen und Foltermethoden aus. „Wenn Sie innerhalb von 48 Stunden herausfinden, warum ich diese Frau entführt habe, bleibt sie am Leben“ – das ist der Satz, mit dem er Angehörige der Opfer in Angst und Schrecken versetzt und sie einlädt, an diesem grausamen Spiel teilzunehmen.

Die junge Kommissarin Sabine Nemez wird um die Auflösung des Falles gebeten und bekommt dabei Hilfe von Marten S. Sneijder, einem niederländischen Täterprofiler.

Inhalt

In den Katakomben des Münchener, Leipziger und Kölner Doms wird jeweils die Leiche einer übel zugerichteten Frau gefunden. In einem Fall ließ er sein Opfer in Tinte ertrinken, im zweiten wurde das Opfer von aggressiven Hunden zerfleischt und das dritte Opfer wurde in einer blechernen Wanne verbrannt. Der Täter schreckt vor Grausamkeiten nicht zurück.

Sabine Nemez, Kommissarin im Dauereinsatz, wird auf diesen Fall angesetzt und beginnt einen Wettlauf mit dem Mörder. Als sie zum ersten Tatort gerufen wird, scheint der Boden unter ihren Füßen zu verschwinden – bei dem Opfer handelt es sich um ihre Mutter. Sabine kann es kaum fassen und macht sich große Vorwürfe, denn hätte sie nicht den Pilateskurs, zu dem sie ihre Mutter jeden Freitag begleitet, abgesagt, wäre ihre Mutter jetzt wahrscheinlich nicht tot. Doch ihr bleibt keine Zeit zum Trauern, denn für sie gilt jetzt nur noch eines: den Mann, der ihrer Mutter das angetan hat, zu schnappen.

Da der Fall verstrickter ist, als er zunächst scheint, bekommt Sabine Unterstützung eines niederländischen Kollegen: Marten S. Sneijder. Schnell wird klar, dass es sich bei diesem um einen sehr merkwürdigen, mieslaunigen Mann handelt, zu dem man nur schwer Zugang findet. Doch Sabine lässt sich so schnell nicht abschrecken, nimmt ihre Arbeit mit Marten an ihrer Seite auf und schlägt sich gemeinsam mit ihm durch diesen Fall.

Die langjährige Erfahrung des Niederländers und Sabines Dynamik führen dazu, dass man dem Täter ein Muster bei seinen Morden nachweisen kann: das Kinderbuch „Der Struwwelpeter“. Bei seinen Taten geht er den Geschichten entsprechend vor, die in dem Buch erzählt werden und in denen unartige Kinder bestraft werden. Nur, dass es sich in diesem Fall nicht um unartige Kinder, sondern um Frauen handelt. Doch leider fehlt bislang die Erklärung dafür, warum seine Opfer stets Frauen sind. Ebenso fraglich bleibt, warum alle seine Opfer in Kirchen gefunden werden – und welche Rolle spielt der Komponist Bach in diesem Fall?

Je weiter sie dem Täter auf die Schliche kommen, desto brenzliger wird die Situation für die Ermittler. Und ganz kurz vor dem Finale schwebt einer von ihnen schließlich noch in Lebensgefahr und kann nur hoffen, dass die Kollegen das Rätsel rechtzeitig lösen und zur Hilfe eilen können …


Mein Eindruck

Mit einem enormen Tempo prescht Andreas Gruber in seinem neuen Thriller „Todesfrist“ durch die Geschehnisse, wirkt dabei jedoch zu keinem Zeitpunkt gehetzt.

Nachdem den Lesern ein kurzer Einblick in das Leben der Protagonistin Sabine Nemez geboten wird, beginnt auch schon der Fall, mit dem sie betraut wird. Danach geht es auch schon Schlag auf Schlag weiter und es wird eine Leiche nach der nächsten gefunden. Der Autor versprüht hierbei eine permanente Grundspannung, die immer wieder Peaks erreicht und bis zum Ende nie auf ein Minimum sinkt.

In diesem Buch fehlt es Gruber keineswegs an Kreativität bezüglich der Vorgehensweise seines Täters. Besonders schön und morbid ist hier die Idee, dem Mörder ein Muster entsprechend eines Kinderbuches zu verpassen.

Die Protagonisten, sprich sowohl Ermittler als auch Zeugen und Täter, werden ausführlich und gut beschrieben, so dass sie nicht eindimensional bleiben. Besonders bemüht hat der Autor sich bei der Persönlichkeit des Marten S. Sneijders. Auch er verbirgt eine schillernde, eigenartige Persönlichkeit, wie man das von den Ermittlern anderer Autoren bereits kennt, und bringt seine Leser während der Geschichte immer wieder zum Schmunzeln.

Das Buch besteht neben Pro- und Epilog aus 44 mittellangen Kapiteln. Größtenteils ist man als Leser an der Seite der Ermittler oder möglichen Zeugen. Des Öfteren vollzieht der Autor jedoch einen Zeitsprung und man findet sich in der Zeit vor dem ersten Mord wieder, in der man den Täter begleitet. Dieser parallele Erzählstil sorgt für nicht nur für weitere Fragezeichen, sondern auch für zusätzliche Spannung.

Fazit

Faszination und Hochspannung – mit diesen beiden Worten hat man eigentlich alles gesagt. Der neue Thriller von Andreas Gruber bietet ausnahmslos all das, was man von einem guten Krimi erwartet und lesen möchte. Obwohl der Täter schnell feststeht, bleibt das Buch bis zum Finale spannend und unterhaltsam, da man immer noch auf die Erklärung bzw. das Motiv des Täters gespannt ist.

„Todesfrist“ ist absolut empfehlens- und lesenswert. Außerdem macht es Lust auf einen weiteren Fall des ungleichen Teams um Sabine Nemez und Marten S. Sneijder.

Taschenbuch: 416 Seiten
ISBN: 3442478669
www.randomhouse.de/goldmann
www.agruber.com

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